<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Thilo Baum &#187; Berlin</title>
	<atom:link href="http://www.thilo-baum.de/category/lounge/berlin/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.thilo-baum.de</link>
	<description>Thilo Baum: Klartext-Experte</description>
	<lastBuildDate>Fri, 20 Jan 2012 08:57:51 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.1</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Effektivit&#228;t von Prospektwerbung</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/effektivitaet-von-prospektwerbung/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/effektivitaet-von-prospektwerbung/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 09 Jan 2010 06:56:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/effektivitaet-von-prospektwerbung/</guid>
		<description><![CDATA[


]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/werbung01.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3604" title="werbung01" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/werbung01.jpg" alt="werbung01" width="400" height="267" /></a><span id="more-3608"></span></p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/werbung02a.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3606" title="werbung02a" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/werbung02a.jpg" alt="werbung02a" width="400" height="222" /></a></p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/werbung03.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3607" title="werbung03" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/werbung03.jpg" alt="werbung03" width="400" height="267" /></a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/effektivitaet-von-prospektwerbung/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Adieu, Berlin!</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/berlin/adieu-berlin/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/berlin/adieu-berlin/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 22 Nov 2008 08:58:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/berlin/adieu-berlin/</guid>
		<description><![CDATA[
Endlich Ruhe. Es gibt viele Gr&#252;nde, Berlin zu verlassen:
Babette H., Mitarbeiterin eines Unternehmens in der Dircksenstra&#223;e in Berlin-Mitte, beantragt beim Amt eine Ausnahmegenehmigung f&#252;r eine Parkvignette der Parkzone 29. Denn Babette H. selbst lebt in Charlottenburg. Das Amt will irgendeine Legitimation, also schreibt ihr Chef Thilo B. eine Best&#228;tigung mit dem Briefkopf seiner Firma: Jawohl, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/11/schneemuehle08.jpg" alt="schneemuehle08.jpg" /></p>
<p>Endlich Ruhe. Es gibt viele Gr&#252;nde, Berlin zu verlassen:</p>
<p>Babette H., Mitarbeiterin eines Unternehmens in der Dircksenstra&#223;e in Berlin-Mitte, beantragt beim Amt eine Ausnahmegenehmigung f&#252;r eine Parkvignette der Parkzone 29. Denn Babette H. selbst lebt in Charlottenburg. Das Amt will irgendeine Legitimation, also schreibt ihr Chef Thilo B. eine Best&#228;tigung mit dem Briefkopf seiner Firma: Jawohl, Babette H. arbeitet f&#252;r uns. Sie erh&#228;lt ihre Vignette.</p>
<p>Einige Monate sp&#228;ter braucht Thilo B. selbst eine Vignette f&#252;r die Parkzone 29, denn er ist umgezogen. Er will eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Also ruft er die Telefonnummer an, die er vom B&#252;rgeramt Mitte bekommen hat, doch von 8 bis 9 Uhr geht niemand ran. Streik? Betrunken? Weil Handlungsbedarf besteht, setzt sich Thilo B. ins Auto und f&#228;hrt los. Vom Auto aus versucht er es immer wieder – kein Erfolg. &#220;ber die Zentrale gelangt er schlie&#223;lich zu einem Eingeweihten. Auf die Frage, warum die Frau XY nicht rangehe, erh&#228;lt er die Antwort: &#8222;Die ist bestimmt eine roochen.&#8220; Die raucht aber viel, denkt Thilo B., und merkt an, er hoffe, seine mitgebrachten Unterlagen w&#252;rden f&#252;r eine Ausnahme-Vignette ausreichen. Denn sicher will das Amt irgendeine Legitimation. Und in der Tat: Man fragt nach der Firmenanmeldung. Thilo B. erwidert, dass das Unternehmen an einer anderen Adresse gestartet ist und inzwischen zwei Mal umgezogen ist. Der Beamte im Amt ist ratlos. Als sei es das erste Mal, dass ein Unternehmen umzieht. Also soll Thilo B. die Kopie des Mietvertrages der R&#228;ume schicken.</p>
<p>Thilo B. wundert sich. Er, der im Falle Babette H. Autorit&#228;t genug war, um zu dokumentieren, dass sie f&#252;r sein Unternehmen aktiv ist, muss nun bei derselben Beh&#246;rde nachweisen, dass sein Unternehmen &#252;berhaupt existiert. Logik? Fehlanzeige. Das ist Berlin.</p>
<p>René B., alter Berliner Adel bis zur&#252;ck ins 16. Jahrhundert, hat einen alten VW-Bus mit Dieselmotor. Nach einigem Hickhack gelang es ihm, einen Ru&#223;filter aufzutreiben und einzubauen, und nun hat der VW-Bus eine gr&#252;ne Plakette. Seitdem wird der Bus jede Nacht aufgebrochen. Denn w&#228;hrend diese VW-Busse ohne Plakette bei Ebay f&#252;r Peanuts gehandelt werden, bringen sie mit Plakette richtig was ein. René B. ist leider qua Vorschrift gezwungen, die Plakette auch beim Parken sichtbar an die Scheibe zu kleben, und daher h&#228;ufen sich die Einbr&#252;che. Inzwischen l&#228;sst er die Fahrert&#252;r einfach offen, um nicht st&#228;ndig das Schloss auswechseln zu m&#252;ssen. Zugleich hat René B. seinen Wagen mit einer selbstgebauten und gut versteckten Wegfahrsperre gegen jeden Versuch des Kurzschlie&#223;en gesch&#252;tzt. Aus René B.s Sicht zwingt ihn das Land Berlin, sein Eigentum als begehrenswert zu kennzeichen. In diesem VW-Bus bedeutet eine Plakette: &#8222;Stiehl mich!&#8220;. Das ist Berlin.</p>
<p>Thilo B. schrieb der Commerzbank an der Friedrichstra&#223;e einen Brief und dachte in seiner Naivit&#228;t: Weil ich da heute Nacht sowieso vorbeifahre, werfe ich den Brief kurz ein. Doch dort angekommen, suchte Thilo B. verzweifelt nach einem Briefkasten seiner Bank. Der fr&#252;here Briefkasten war verschraubt. Auch im Hauseingang des Geb&#228;udes fand er keinen Briefkasten der Commerzbank. Wie bekommt diese Bank ihre Post? Warum macht sie den Leuten das Leben schwer? Also nahm Thilo B. den Brief wieder mit, frankierte ihn und &#252;bergab ihn der Deutschen Post AG in der Hoffnung, die f&#228;nde einen Briefkasten oder br&#228;chte den Brief zu &#214;ffnungszeiten in die Filiale. Erkl&#228;rung der Bankberaterin: Nach zahlreichen Aufbr&#252;chen des Briefkastens m&#252;sse man Sicherheitsbriefk&#228;sten installieren. Die aber kosteten 8000 Euro, und das k&#246;nne eine kleine Filiale nicht einfach machen, das m&#252;sse &#8222;von oben&#8220; kommen. Das ist Berlin.</p>
<p>Zuletzt wohnte Thilo B. am Rand der Parkzone 29, und gegen&#252;ber der Torstra&#223;e konnten seine Besucher ihre Autos bislang einfach noch abstellen. Nun zwingt auch der s&#252;dliche Prenzlauer Berg seine Bewohner, un&#228;sthetische W&#246;rter wie &#8222;Parkraumbewirtschaftung&#8220; f&#252;r normal zu halten, und Besucher mit Auto d&#252;rfen bezahlen. Es ist nun f&#252;r Menschen von ausw&#228;rts kaum m&#246;glich, Thilo B. unb&#252;rokratisch zu besuchen, denn st&#228;ndig m&#252;ssten sie Parkscheine ziehen. Wie schon in der Dircksenstra&#223;e, m&#252;ssten sie fortan auch in der Torstra&#223;e den Raum ihrer kreativen Gehirne f&#252;r die wirren Gedanken von Beh&#246;rden verschwenden, deren einziger Sinn darin zu bestehen scheint, den Menschen das Leben m&#246;glichst schwer zu machen.</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/in-eigener-sache/ich-bin-kein-berliner/" target="_blank">Thilo B. hat Berlin nun verlassen</a>. Er ist der Meinung, dass die Menschen in dieser Stadt sich immer st&#228;rker blockieren. Beh&#246;rden und manche Unternehmen f&#246;rdern die Menschen nicht, sondern werfen ihnen Steine in den Weg und zwingen sie, sich um immer mehr Kleinkram zu k&#252;mmern. Der wirtschaftliche Misserfolg dieser Stadt ist dieser Politik geschuldet: Sie verliert sich in Details, sinnwidrigen Vorschriften und absurden Regeln, und sie schreckt all jene ab, die aus anderen St&#228;dten dieser Welt pragmatisches Handeln gewohnt sind. Berlin ist piefig, und es will offenbar so sein.</p>
<p>PS: Mein Auto hat nun ein Provinznummernschild. Mein Fahrstil dagegen ist derselbe geblieben. Ich fahre stresslos und ruhig, und ich verstehe die Hektiker nicht, die zu sp&#228;t losfahren und dann Panik verbreiten. Mit B-Nummernschild hatten die Berliner meinen Fahrstil noch akzeptiert: Die Mehrheit f&#228;hrt schlie&#223;lich im gleichen ruhigen Stil wie ich, und die Minderheit der Auto-Aggressiven lie&#223; sich durch das Riesen-Auto einsch&#252;chtern.</p>
<p>Nun ist das anders: Die Aggressionen gegen mich im Berliner Stadtverkehr nehmen zu. Man schneidet mich, um mir zu beweisen, dass ich zwei Meter weniger Abstand h&#228;tte halten k&#246;nnen; man hupt, wenn ich nicht sofort bei Rotgelb losfahre. Der Minderwertigkeitskomplex vieler zu kurz gekommener Berliner ist beeindruckend – mit Provinznummer kommt er zum Vorschein.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/berlin/adieu-berlin/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>12</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ich bin kein Berliner!</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/in-eigener-sache/ich-bin-kein-berliner/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/in-eigener-sache/ich-bin-kein-berliner/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 11 Nov 2008 19:32:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/in-eigener-sache/ich-bin-kein-berliner/</guid>
		<description><![CDATA[Das war&#8217;s. 1991 bis 2008. Die vielen Jahre sind genug. Ich bin kein Berliner mehr. Seit heute, 11.11 Uhr. Kein Karnevalsscherz.
Das Auto zieht in wenigen Tagen nach. Dann schraube ich die alten B-Nummernschilder ab. Und dann kommen richtig h&#252;bsche Provinznummernschilder drauf. Mit einem dreistelligen K&#252;rzel vorne.
Und das ist auch gut so: Mit einem B-Nummernschild halten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das war&#8217;s. 1991 bis 2008. Die vielen Jahre sind genug. Ich bin kein Berliner mehr. Seit heute, 11.11 Uhr. Kein Karnevalsscherz.</p>
<p>Das Auto zieht in wenigen Tagen nach. Dann schraube ich die alten B-Nummernschilder ab. Und dann kommen richtig h&#252;bsche Provinznummernschilder drauf. Mit einem dreistelligen K&#252;rzel vorne.</p>
<p>Und das ist auch gut so: Mit einem B-Nummernschild halten die Menschen einen hier drau&#223;en f&#252;r einen egozentrischen, unfreundlichen und &#252;berstressten Idioten, der zu nichts Praktischem in der Lage ist und stattdessen auf dicken Max macht. Ich meine klar – das machen wir, wenn wir eine Weile in Berlin gelebt haben, und wir tun es aus gutem Grund. Denken wir. Egal ob aus West oder Ost. Dabei verlieren wir ab und zu den externen Blick. Aber wenn wir ehrlich sind: Berliner sein ist au&#223;erhalb von Berlin echt schlecht. Das Image dieser Leute ist weitestgehend mies. Gerechtfertigterweise.</p>
<p>Raus aus Berlin! Ein gutes Gef&#252;hl. Auch wenn die B&#252;roadresse in Berlin nat&#252;rlich bleibt und ich dadurch meine Vignette f&#252;r die Parkzone 29 rette. Denn ab und zu ist man ja mal da. Berlin liegt ja von hier aus gesehen auf dem Weg fast &#252;berall hin.</p>
<p>Weniger Berlin, das hei&#223;t:</p>
<p>- weniger Idioten<br />
- weniger L&#228;rm<br />
- weniger Dreck<br />
- weniger Stress.</p>
<p>Mehr Landleben, das hei&#223;t:</p>
<p>- bessere Luft<br />
- mehr Konzentration<br />
- mehr Bodenhaftung<br />
- mehr Flow.</p>
<p>Hier drau&#223;en gehe ich zum Einwohnermeldeamt und bin sofort dran. Ich bringe das Auto in die Werkstatt (sic!) und muss mir kein Gen&#246;le anh&#246;ren. Die Leute hier machen sogar ihren Job richtig. Im Ernst! Sie machen nicht erst alles drei Mal falsch, um es dann vielleicht richtig zu machen. Sondern sie &#252;berlegen und handeln und gut. Sie sind eben weniger gestresst und veranstalten weniger Ged&#246;ns.</p>
<p>Hier drau&#223;en stehe ich um 4.30 Uhr auf, und es ist Stille. Ich beginne zu arbeiten, um 7 Uhr wird es hell und ist noch immer still. Und wenn ich um 10 Uhr vom Rechner aufblicke, ist es Tag und noch immer genauso still wie in der Nacht.</p>
<p>Hier drau&#223;en haben sie jetzt andererseits einen Stacheldraht gespannt ums abgeerntete Feld nebenan, auf dem inzwischen eine gr&#252;ne Wiese sprie&#223;t. Vermutlich lassen sie jetzt die Rinder drauf, die mir unter dem Stichwort &#8222;extensive Landwirtschaft&#8220; die gesunde Luft vollstinken und die Stille durch lautstarke Muh-Gespr&#228;che st&#246;ren.</p>
<p>Aber immer noch besser als Gep&#246;bel in der U-Bahn, der Anblick und der olfaktorische Genuss von frisch Erbrochenem und auf sonstige Weise Ausgeschiedenem vor der Haust&#252;r und in U-Bahn-Wagen. Mir sind die Land-K&#252;he (by the way ohne Kuhglocken) viel lieber als die Schweine in der Stadt. Und der Stacheldraht ist immer noch besser als die st&#228;ndigen Einbr&#252;che unten in meinem Ex-Haus. Da installieren sie jetzt privat eine Video&#252;berwachung, weil es dem Land Berlin gleichg&#252;ltig ist, wenn st&#228;ndig eingebrochen wird.</p>
<p>Schluss mit der N&#246;tigung an der roten Ampel durch Scheibenwischer. Schluss mit den st&#228;ndigen St&#246;rungen flie&#223;ender Gedanken durch Anquatscher aller Art. Schluss damit, dass jeden Morgen um neun irgendein Penner klingelt, der Werbung verteilen will.</p>
<p>Schluss mit dem schicken Getue und Gehabe der vielen Szene-Loser in Mitte. Schluss mit den Fashion-Victims. Schluss mit den Provinz-G&#246;ren Anfang zwanzig, die n&#228;chtens kreischend um die H&#228;user ziehen und Berlin f&#252;r toll halten, weil es so sch&#246;n schmutzig und asozial ist. Schluss mit vollgestopften Briefk&#228;sten voller Gratis-Morgenposten und sonstigem Papier-Spam. Schluss mit diesem vergeistigten Typ von Akademiker, der per se Recht hat und nachts ohne Licht Fahrrad f&#228;hrt und sich wundert, wenn man ihn mit der Fahrert&#252;r erschl&#228;gt. Schluss mit diesen vielen Egozentrikern und diesen grausam unpraktischen Prekariatsfetischisten, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommen, weil sie einem Stadtgeist folgen, wobei sie mit ihren zwei linken H&#228;nden in jeder anderen Stadt unter der Br&#252;cke s&#228;&#223;en. Schluss mit diesen verkrachten Betonk&#246;pfen altlinker Pr&#228;gung, die in jeder Form von Selbstst&#228;ndigkeit &#8222;Neoliberalismus&#8220; wittern. Schluss mit den Psychoten und den Problem-Frauen, die einen mit krankem Psycho-Theater auf den Senkel gehen. In Berlin gibt es einfach zu viele Kaputte.</p>
<p>Endlich drau&#223;en! Luft atmen, kleinere Beh&#246;rden und Unternehmen erleben, normale Menschen treffen, normal sprechen. Das tut gut!</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/in-eigener-sache/ich-bin-kein-berliner/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>20</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Mut</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/mut/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/mut/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Jun 2008 21:02:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/mut/</guid>
		<description><![CDATA[Sie so: Dreh dich mal jetzt nicht um.
 Ich so: Was denn. Jetzt.
 Sie so: Der Typ da, die schauen die ganze Zeit r&#252;ber.
 Ich so: Wie, der Typ, die.
 Sie so: Na die sprechen &#252;ber mich. Nicht umdrehen.
 Ich so: Okay. Wie sieht er aus?
 Sie so: Gut. Mein Typ.
 Ich so: Fakten! Wer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Sie so:</em> Dreh dich mal jetzt nicht um.<br />
<em> Ich so:</em> Was denn. Jetzt.<br />
<em> Sie so:</em> Der Typ da, die schauen die ganze Zeit r&#252;ber.<br />
<em> Ich so: </em>Wie, der Typ, die.<br />
<em> Sie so:</em> Na die sprechen &#252;ber mich. Nicht umdrehen.<br />
<em> Ich so: </em>Okay. Wie sieht er aus?<br />
<em> Sie so:</em> Gut. Mein Typ.<br />
<em> Ich so: </em>Fakten! Wer von den dreien ist es? Was hat er an? Hemd, Sakko, T-Shirt &#8230;<br />
<em> Sie so: </em>Drei-Tage-Bart.<br />
<em> Ich so:</em> Drei-Tage-Vollbart, Drei-Tage-Schnauzer, werd mal konkreter. Wie rum sitzt er denn?<br />
<em> Sie so: </em>Kapuzenpulli. Mit dem Blick zu mir. <em>(Pause.)</em> Jetzt kannst du dich umdrehen.<br />
<em> Ich so:</em> Okay.</p>
<p><em>Pause.</em></p>
<p><em>Ich so: </em>Alles klar.<br />
<em>Sie so:</em> Was, alles klar.<br />
<em>Ich so: </em>Na geh hin! Mach ihn klar!<br />
<em>Sie so: </em>Wie?<br />
<em>Ich so:</em> Na wie soll er bemerken, dass er dir gef&#228;llt, wenn du es ihm nicht zeigst?<br />
<em>Sie so: </em>Aber das kann ich doch nicht einfach so machen!<br />
<em>Ich so: </em>Warum nicht?<br />
<em>Sie so: </em>Was sollen denn die Freunde von ihm denken?<br />
<em>Ich so: </em>Was sollen denn die Leute denken?<br />
Sie so: Nein, so ist das nicht.<br />
<em>Ich so: </em>Das ist nur deine bescheuerte katholische Erziehung, die dich davon abh&#228;lt, das zu tun, was richtig ist. Und dazu kommt, wenn ich mal indiskret werden darf, dass du denkst, du m&#252;sstest dich zur&#252;ckhalten, nur weil du als Frau so sozialisiert bist, zu denken, dich zur&#252;ckhalten zu m&#252;ssen.<br />
<em>Sie so:</em> Na und? Was jetzt?<br />
<em>Ich so:</em> Zeig&#8217;s ihm! Wie soll er es sonst erfahren? M&#228;nner sind so sozialisiert, dass sie auf Zeichen warten, auf die sie reagieren k&#246;nnen. Was anderes verstehen sie meistens nicht.<br />
<em>Sie so:</em> Ich kann doch da jetzt nicht hingehen!<br />
<em> Ich so: </em>Nein? Warum nicht?<br />
<em> Sie so:</em> Das geht nicht!<br />
<em> Ich so:</em> Dann mache ich das jetzt f&#252;r dich, okay?<br />
<em> Sie so:</em> Nein!!!<br />
<em> Ich so:</em> Was willst du? Willst du ihn kennen lernen? Oder nicht?<br />
<em> Sie so:</em> Aber doch nicht so!<br />
<em> Ich so:</em> H&#246;r zu, Babygirl. Wenn du jetzt nicht reagierst, ist er in zwanzig Minuten weg!<br />
<em>Sie so:</em> Jetzt aber nicht so auf die direkte Masche, okay?<br />
<em>Ich so:</em> Sag mir einfach, wann er zur Toilette geht.</p>
<p><em>Pause.</em></p>
<p><em>Sie so:</em> Er geht jetzt zur Toilette.</p>
<p>Ich hinterher. Ortswechsel Herrentoilette.</p>
<p><em>Ich so:</em> Setz dich ruhig mal zu uns raus, wenn du Lust hast.<br />
<em> Er so: </em>Was? Aber gerne. Wenn mein Team damit einverstanden ist.<br />
<em> Ich so:</em> Vergiss mal dein Team, es gibt Dinge, die sind wichtiger.<br />
<em> Er so:</em> Okay, danke.</p>
<p>Ich wieder raus. Er bei ihr.</p>
<p><em>Ich so: </em>Hi.<br />
<em> Er so:</em> Hi. Ich bin Kai.<br />
<em> Ich so:</em> Thilo.<br />
<em> Er so: </em>Aber irgendwie st&#246;rst du jetzt.<br />
<em> Ich so:</em> Ich wei&#223;, Kai. Aber ich wollte auch gar nicht den Aufpasser spielen. Habt viel Spa&#223;.</p>
<p>Ich ab.</p>
<p><em>Wie geht&#8217;s weiter? Wir befinden uns in Berlin im Jahre 2008. </em></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/mut/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Berliner Radfahrer</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/berlin/berliner-radfahrer/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/berlin/berliner-radfahrer/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 16 May 2008 22:15:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/berlin/berliner-radfahrer/</guid>
		<description><![CDATA[&#8230; und insbesondere &#8222;das naturbekiffte Hippiem&#228;dchen, die cordhosentragende Sinologin unter den Radfahrern, die strickende Grundschullehrerin auf zwei R&#228;dern&#8220; beschreibt Bj&#246;rn. &#8222;Die f&#228;hrt diesen auf fahrl&#228;ssige T&#246;tung anderer ausgelegten Stiefel nicht, weil sie wie das Tier im m&#228;nnlichen Radfahrer h&#246;herschnellerweiter will, sondern, weil sie gar nicht merkt, dass ihre kleine Traumwelt rein gar nichts mit den [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; und insbesondere <a href="http://graubrot.blogspot.com/2008/05/bonzen-im-weg.html" target="_blank">&#8222;das naturbekiffte Hippiem&#228;dchen, die cordhosentragende Sinologin unter den Radfahrern, die strickende Grundschullehrerin auf zwei R&#228;dern&#8220;</a> beschreibt Bj&#246;rn. &#8222;Die f&#228;hrt diesen auf fahrl&#228;ssige T&#246;tung anderer ausgelegten Stiefel nicht, weil sie wie das Tier im m&#228;nnlichen Radfahrer h&#246;herschnellerweiter will, sondern, weil sie gar nicht merkt, dass ihre kleine Traumwelt rein gar nichts mit den Stra&#223;en Berlins zu tun hat.&#8220;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/berlin/berliner-radfahrer/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Pro Tempelhof = contra Neuk&#246;lln</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/pro-tempelhof-contra-neukoelln/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/pro-tempelhof-contra-neukoelln/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 23 Apr 2008 21:23:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Stammtisch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/pro-tempelhof-contra-neukoelln/</guid>
		<description><![CDATA[Am Sonntag stimmen die Berliner in einem Volksentscheid &#252;ber die Zukunft des Flughafens Tempelhof ab. Der Regierende B&#252;rgermeister Klaus Wowereit (SPD) will ihn dichtmachen, denn die Schlie&#223;ung von Tempelhof ist Voraussetzung f&#252;r den neuen Berliner Flughafen mit dem absurd-sperrigen Namen &#8222;Berlin-Brandenburg International&#8220; (BBI). Wowereit protestiert auch gegen die Sympathien von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) f&#252;r [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonntag stimmen die Berliner in einem Volksentscheid &#252;ber die Zukunft des Flughafens Tempelhof ab. Der Regierende B&#252;rgermeister Klaus Wowereit (SPD) will ihn dichtmachen, denn die Schlie&#223;ung von Tempelhof ist Voraussetzung f&#252;r den neuen Berliner Flughafen mit dem absurd-sperrigen Namen &#8222;Berlin-Brandenburg International&#8220; (BBI). Wowereit protestiert auch gegen die Sympathien von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) f&#252;r Tempelhof. Und: Wowereit will Tempelhof auch unabh&#228;ngig vom Ausgang des Volksentscheids schlie&#223;en.</p>
<p>Was soll ich mit der Abstimmungsbenachrichtigung tun? Zerrei&#223;en, weil ohnehin nur dummes Marionettentheater? In Kunstharz eingie&#223;en, weil Symbol f&#252;r eine tote Demokratie, in der ein Regierender B&#252;rgermeister den Willen des Volkes bricht, wenn er nicht seinem Willen entspricht? Wobei hinter dem Regierenden B&#252;rgermeister nicht einmal ein F&#252;nftel der Berliner steht, sondern gerade einmal 17,5 Prozent?*</p>
<p>F&#252;r Tempelhof habe ich jedenfalls ein neues Argument — von einem (linksalternativen) Tempelhofer Flughafen-Anwohner: Der Flughafen bilde eine Art nat&#252;rliche, un&#252;berwindbare Grenze zwischen Neuk&#246;lln und Tempelhof und gew&#228;hrleiste, dass die Neuk&#246;llner nicht r&#252;berk&#228;men. Der Flughafen unterbinde die Diffusion der Menschen in Neuk&#246;lln mit denen in Tempelhof. Dadurch sei das Leben in Tempelhof weiterhin m&#246;glich, die Kriminalit&#228;t niedrig, das Gep&#246;bel und Bel&#228;stigungen auf durchschnittlichem Berlin-Niveau, die Lebens&#228;sthetik einigerma&#223;en gesichert.</p>
<p>So tickt Berlin. Vielleicht sollte ich diese Gedanken mal auf die neue Berlin-Image-Seite www.sei.berlin.de posten, gegen die gerade ein paar Werbeagenturen klagen, weil sie die Namensidee auch hatten. Aber so l&#228;uft das eben in dieser Stadt. Alternativen derzeit zum Auswandern: &#214;sterreich, Kanada, Uruguay.</p>
<p>&#8212;</p>
<p>* An der <a href="http://www.statistik-berlin.de/wahlen/home.htm" target="_blank">Wahl zum Abgeordnetenhaus 2006</a>  nahmen 56,8 Prozent der Wahlberechtigten teil (mit ung&#252;ltigen Stimmen: 58 Prozent). 424.054 Menschen gaben ihre Zweitstimme der SPD. Gemessen an der Zahl der Wahlberechtigten (2.425.480) nehmen die SPD-W&#228;hler damit einen Anteil von 17,5 Prozent ein.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/pro-tempelhof-contra-neukoelln/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Come to where &#214;sterreich is</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/reisen/come-to-where-oesterreich-is/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/reisen/come-to-where-oesterreich-is/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 30 Mar 2008 21:27:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/reisen/come-to-where-oesterreich-is/</guid>
		<description><![CDATA[
Wunderbar, wieder in &#214;sterreich zu sein. Ein anderes Gef&#252;hl als zu Hause. Ich denke: klarer, normaler, sinnvoller. Flachere Hierarchien. Ein Partner hier: &#8222;Stimmt schon, in den letzten zwanzig Jahren hat sich viel getan.&#8220; Es scheint mir, als seien die Menschen in &#214;sterreich nicht so durchgeknallt, so abgekl&#228;rt, so zynisch wie bei uns.
Soll ich auswandern? Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/03/salzburg1.jpg" alt="salzburg1.jpg" /></p>
<p>Wunderbar, wieder in &#214;sterreich zu sein. Ein anderes Gef&#252;hl als zu Hause. Ich denke: klarer, normaler, sinnvoller. Flachere Hierarchien. Ein Partner hier: &#8222;Stimmt schon, in den letzten zwanzig Jahren hat sich viel getan.&#8220; Es scheint mir, als seien die Menschen in &#214;sterreich nicht so durchgeknallt, so abgekl&#228;rt, so zynisch wie bei uns.</p>
<p>Soll ich auswandern? Ich kann mir vorstellen, dass es hier einfacher und praktischer ist zu leben. Die B&#252;rokratie h&#228;lt sich in Grenzen, der Staat agiert vern&#252;nftiger, das Handeln der Beh&#246;rden scheint weniger willk&#252;rlich und sinnvoller zu sein als in Deutschland, wo es mir immer wieder vorkommt, als sei es Priorit&#228;t Nummer eins des Staates, seine B&#252;rger m&#246;glichst wirkungsvoll am Leben zu hindern.</p>
<p>Auswandern — in meiner Familie keine ganz neue Idee. Eine Schwester in den USA, eine auf Zypern. Das Leben in den USA erscheint mir trotz zahlreicher fremder zivilisatorischer Codes bez&#252;glich der Moral und anderer Dinge einfacher und leichter als in Deutschland. Aber vielleicht ist das ja der Grundirrtum, dem viele Auswanderer unterliegen, zu meinen, woanders sei alles besser, und schlie&#223;lich kehren sie frustriert zur&#252;ck, weil die B&#252;rokratie in &#196;gypten dann eben doch alle Erfahrungen in Deutschland toppt. Ich wei&#223; es nicht. Keine Ahnung. Lust, es auszuprobieren, h&#228;tte ich. Vor allem in &#214;sterreich, wo mir so wunderbare Menschen begegnen, die so neurosenfrei und klar im Kopf durch die Welt wandeln.</p>
<p>Berlin, denke ich oft, ist eine Stadt, in der viele Kaputte landen, die Kaputte geradezu anzieht, weil sie viel zu billig ist, die Mieten und die Preise zu tief, und die daher nun mal andere Leute anzieht als M&#252;nchen oder Mailand. Und auch wenn M&#252;nchen schickimicki ist und meinetwegen auch sowas wie &#8222;teuer&#8220;: Die Leute, die dort leben, empfinde ich oft als menschlicher als in Berlin. Wenn in M&#252;nchen an einem Biertisch noch Platz ist, darf man sich dazusetzen — in Berlin darf man das nicht, weil da gerade zwei Problemfrauen ein mehrst&#252;ndiges Problemgespr&#228;ch f&#252;hren.</p>
<p><img src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/03/cometowhere.jpg" alt="cometowhere.jpg" /></p>
<p>Also ein Seminar in &#214;sterreich, f&#252;r die Salzburger Nachrichten. Ein wundervolles Publikum. &#196;hnlich wie unsere ersten Erfahrungen in Kalifornien, &#228;u&#223;erst verst&#228;ndige Menschen, die zuh&#246;ren, verstehen, erkennen, begreifen und umsetzen. Nicht allzu viele Turns im Kopf, keine Knoten, kein Problem-Denken, sondern ein Plan, ein straightes nach vorne gerichtetes Denken und F&#252;hlen und Handeln.</p>
<p>Auch das Verknotete, nicht nur bei der Steuererkl&#228;rung, entfremdet mich von Deutschland, dem Land, in dem ich geboren wurde und aufgewachsen bin. Manchmal habe ich das Gef&#252;hl, Deutschland ist die Nation der Problemsucher und Problemhaber. Was wiederum auch keine neue Erkenntnis ist. Aber sie so konkret im eigenen Leben zu sp&#252;ren und sich ernsthaft dar&#252;ber Gedanken zu machen, welche Konsequenzen man daraus zieht, und sich zu fragen, ob man dieses Land tats&#228;chlich verl&#228;sst — das ist eine andere Sache.</p>
<p>Es gibt viele Schw&#228;tzer, die Deutschland schlimm finden, die aber nicht woanders hingehen, weil sie in Deutschland halt einen Job haben und daher die &#252;blichen, von der Angst gepr&#228;gten Spr&#252;che klopfen von wegen, sie k&#246;nnten es sich leider nicht leisten, ihrer &#220;berzeugung und ihren Tr&#228;umen zu folgen. Oder sie haben ein Haus gekauft oder geerbt oder gebaut oder sonstwas und f&#252;hlen sich entsprechend gebunden und holen sich daraus ihre Ausrede daf&#252;r, diesen Status Quo aufrechtzuerhalten.</p>
<p>Gegen&#252;ber diesen Selbstbetr&#252;gern habe ich einen klaren Vorteil: Ich kann sein, wo ich will, und ich binde mein Herz — bislang — nicht an Dinge. Es ist egal, von wo aus ich meinen Job mache. Die meisten von den Moderneren unter uns, von meiner Generation und von den J&#252;ngeren, arbeiten fast nur noch &#252;bers Internet als Selbstst&#228;ndige, und da ist es ziemlich egal, wo man ist, solange keiner das Internet abschaltet. Es w&#252;rde an meinen bestehenden Netzwerken nichts &#228;ndern, wenn ich Deutschland verlie&#223;e und mich in &#214;sterreich oder Nordschweden oder Finnland niederlie&#223;e. Viele Menschen, mit denen ich t&#228;glich zu tun habe, w&#252;rden es nicht einmal merken. Sie w&#252;rden nur Fragen stellen, wenn das Telefonieren nicht mehr klappen w&#252;rde, weil ich m&#246;glicherweise  Zeitzonen &#252;berschreiten w&#252;rde, indem ich beispielsweise nach Amerika ginge.</p>
<p>Auslandsdeutscher zu sein, bedeutet, nur noch den Pass zu haben. Kein Personalausweis mehr, kein Wahlrecht mehr auf Landes- und Kommunalebene. Man w&#228;hlt den Deutschen Bundestag von einer Auslandsvertretung aus. Innerhalb der Europ&#228;ischen Union gibt es weitgehend keine Schwierigkeiten, sich niederzulassen.</p>
<p><img src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/03/buehne1.jpg" alt="buehne1.jpg" /></p>
<p>M&#246;glicherweise ist das ja eine neue Form der Arbeit. Tun, was man will, wo man will. Ein Traum f&#252;r viele, die ich kenne, die in ihren Jobs verhaftet sind, und eine Art der Arbeit, die multipliziert geh&#246;rt, aber momentan noch lange nicht Wirklichkeit in Deutschland ist. Mir ist auch klar, dass nicht alle einen selbstst&#228;ndigen Job finden, in dem sie sie selbst sind und in dem sie aufgehen, so sch&#246;n das auch w&#228;re. Ich wei&#223; nat&#252;rlich: Theoretisch w&#228;re es m&#246;glich, aber viele wollen es nicht, sehen dazu keine Notwendigkeit oder k&#246;nnen es vielleicht auch nicht und w&#252;rden scheitern. Keine Ahnung, kann sein. Wobei ich oft denke, dass die, die von sich sagen, sie w&#252;rden scheitern, nur eine Ausrede formulieren, weil ihre innere Stimme eben Schiss hat vor der M&#246;glichkeit, kurzzeitig mal kalte F&#252;&#223;e zu bekommen.</p>
<p>Solchen Leuten empfehle ich die einfache Frage: Was willst du, wo siehst du dich in einem Jahr? Immer noch da, wo du jetzt bist? Wenn nein, dann solltest du jetzt etwas &#228;ndern, denn dein heutiges Leben ist das Resultat deines gestrigen Handelns. Entsprechend ist dein morgiges Leben das Resultat deines heutigen Handelns. F&#252;hlst du dich schlecht? Dann solltest du etwas tun, damit du dich nicht auch noch morgen schlecht f&#252;hlst. Bist du zufrieden? Dann mach weiter. F&#252;hlst du dich schlecht und willst trotzdem weitermachen? Dann ist das keine gute Idee, sondern eine feige, faule Ausrede, den Status Quo aufrecht zu erhalten, obwohl du etwas anderes willst.</p>
<p>Manche haben Angst, bisherige Pfade zu verlassen. Sie studieren etwas, was ihnen nicht liegt. Nur weil sie es angefangen haben. Um hinterher ungl&#252;cklich zu sein mit ihrem Job. Die Menschen haben Angst vor &#8222;L&#252;cken im Lebenslauf&#8220;. Ich f&#252;r meinen Teil liebe &#8222;L&#252;cken im Lebenslauf&#8220;, und bei Bewerbungen schaue ich alle schr&#228;g an, die bei mir arbeiten wollen und keine &#8222;L&#252;cken im Lebenslauf&#8220; haben.</p>
<p><img src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/03/salzburgernachrichten.jpg" alt="salzburgernachrichten.jpg" /></p>
<p>Menschen ohne &#8222;L&#252;cken im Lebenslauf&#8220; finde ich suspekt, und wenn sie nicht mal das Zeug f&#252;rs Suspekte hergeben, dann finde ich sie langweilig. Ich habe kaum jemanden aus dieser aalglatten Fraktion getroffen, der mich menschlich allzu sehr interessiert h&#228;tte — in &#228;lteren Semestern durchaus, wo das Leben ohne Br&#252;che noch Konvention war. Aber heute? Kaum. Ich liebe Menschen mit Br&#252;chen, mit Geschichten, und ich glaube, das setzt sich auch bei vielen Personalentscheidern in Konzernen durch.</p>
<p>Hier in &#214;sterreich habe ich eine sehr spannende Frau kennen gelernt, sie hat ihr Studium abgebrochen, weil es ihr nicht liegt. Sch&#246;n, dass sie es erkannt hat und vor allem: dass sie es sich erlaubt hat, es zu erkennen. Wunderbare Entscheidung. Was anderes studieren? Keine Ahnung. Sie orientiert sich. Sie hat keine Angst vor der L&#252;cke. Sie macht, was sie f&#252;hlt, was sie f&#252;r richtig h&#228;lt. Nimmt sich Zeit. Solche Menschen bewundere ich. Sie denken unkonventionell, ungebunden, frei. Was soll bitte schlecht daran sein, wenn jemand den Kurs korrigiert? Wenn ich schon wei&#223;, dass es mit mir in diese oder jene Richtung geht — warum zum Teufel sollte ich auch nur eine Sekunde lang den bisherigen, falschen Kurs beibehalten? Und: Welcher Personaler kann so ignorant und spie&#223;ig sein, dass er nicht erkennt, dass es ihm in der gleichen Situation genauso ginge?</p>
<p><img src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2008/03/stage2.jpg" alt="stage2.jpg" /></p>
<p>Mit meinem Leben, mit dem, was ich tue, war ich noch nie so gl&#252;cklich und zufrieden wie jetzt. Ich stand mit zw&#246;lf Jahren erstmals vor zweitausend Menschen auf der B&#252;hne und habe solo gesungen, ich habe in Punk-Bands Schlagzeug gespielt, beim Theater jahrelang als Statist gearbeitet, als Beleuchter, Lichtregie gemacht, Spots gef&#252;hrt, Theater- und Filmkritiken geschrieben, Schauspiel, Regie, Dramaturgie, dann eine Redakteurskarriere. Hingeschmissen, Seminare entwickelt, B&#252;cher geschrieben. Im Kern habe ich getan, was ich wollte. Das, wonach mein Herz schlug.</p>
<p>Was morgen ist? Auch wenn ich wei&#223;, was ich als n&#228;chstes tue, w&#252;rde ich am liebsten sagen: keine Ahnung. Denn diese Unsicherheit und Unklarheit w&#252;nsche ich allen Menschen. Darin stecken Chancen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/reisen/come-to-where-oesterreich-is/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>5</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Berlin ist bi</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/berlin-ist-bi/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/berlin-ist-bi/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 13 Mar 2008 10:21:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Stammtisch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/berlin-ist-bi/</guid>
		<description><![CDATA[Soll keiner sagen, wir h&#228;tten kein Geld: F&#252;nf Millionen Euro steckt das Land Berlin je 2008 und 2009 in eine Imagekampagne namens &#8222;Sei Berlin&#8220;. Angelehnt an &#8222;Du bist Deutschland&#8220;, als Mitmach-Geschichte mit einem Slogan namens &#8222;Be Berlin&#8220; aufgezogen.
Meines Wissens ist das Zeichen f&#252;r Berlin das &#8222;B&#8220;, und &#8222;be&#8220; die Domain f&#252;r Belgien. Ach so, Englisch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Soll keiner sagen, wir h&#228;tten kein Geld: F&#252;nf Millionen Euro steckt das Land Berlin je 2008 und 2009 in eine Imagekampagne namens <a href="http://www.sei-berlin.de" target="_blank">&#8222;Sei Berlin&#8220;</a>. Angelehnt an &#8222;Du bist Deutschland&#8220;, als Mitmach-Geschichte mit einem Slogan namens &#8222;Be Berlin&#8220; aufgezogen.</p>
<p>Meines Wissens ist das Zeichen f&#252;r Berlin das &#8222;B&#8220;, und &#8222;be&#8220; die Domain f&#252;r Belgien. Ach so, Englisch soll es sein — aber warum dann noch &#8222;Sei Berlin&#8220;? Und im Radio geh&#246;rt, ist &#8222;Be Berlin&#8220; vielleicht ein netter Slogan, denn akustisch funktioniert er ja. Aber visuell? &#8222;Be Berlin&#8220;? Man liest phonetisch: &#8222;B Berlin &#8230; Beberlin &#8230; Bei Berlin &#8230;&#8220; — weil man im Brandenburger-Tor-Logo ein i sieht. Erst nach Sekunden switcht man auf Englisch: &#8222;Bi-Berlin!&#8220; Nimmt mal endlich jemand diesen ganzen Marketing-PR-Leuten, die zunehmend unsere Alltags&#228;sthetik ruinieren, die Tastaturen weg?</p>
<p>Eine Imagekampagne soll das sein, die mehr Unternehmen in die Stadt locken soll. Prust. Meines Wissens z&#228;hlen f&#252;r Unternehmen klassische Standortvorteile und kein PR-Gew&#228;sch. Und jemandem nur aufgrund einer scheinbar hippen Kampagne Attraktivit&#228;t zuzugestehen — darauf wird nach dem Zerbersten der Internet-Blase vermutlich keiner mehr reinfallen.</p>
<p>Auf der Seite sollen die Berliner ihre Berlin-Geschichten erz&#228;hlen. Schon nach kurzem Herumbl&#228;ttern steigt die Spannung, inwieweit milliardenschwere Investoren sich davon aus dem Sessel rei&#223;en lassen, dass die Unternehmensberaterin Ilona O. zum &#8222;Unternehmerinnenabend&#8220; l&#228;dt. Oder dass  die Initiative &#8222;I love Reinickendorf&#8220; stolz &#8222;Lebensqualit&#228;t, Herzlichkeit, Sachkompetenz und Flei&#223;&#8220; als Kernkompetenzen des Bezirkes ausgemacht hat.</p>
<p>Nur: Wozu braucht man bei so einer Kampagne pro Jahr f&#252;nf Millionen Euro? In Worten: 5.000.000 Euro? Antwort von offizieller Seite: &#8222;Die 5 Millionen wurden und werden eingesetzt f&#252;r all das, was Sie zur Kampagne sehen k&#246;nnen: f&#252;r die Konzeption nebst Slogan, den Internetauftritt, f&#252;r Werbung und PR und f&#252;r die Events, die kommen werden. Wir hoffen, das Volumen durch private Sponsoren noch verdoppeln zu k&#246;nnen.&#8220;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/berlin-ist-bi/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der Streik</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/der-streik/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/der-streik/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 08 Mar 2008 21:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Stammtisch]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/der-streik/</guid>
		<description><![CDATA[Man kann sicherlich eine Menge zum Streik des &#246;ffentlichen Personennahverkehrs sagen. Mich ber&#252;hrt er nicht sooo extrem, darum habe ich leicht reden. Aaaaber:
- der Blick auf meine Mitmenschen: Der BVG-Streik mag ja vielleicht eine berechtigte Forderung formulieren, aber er setzt die Falschen unter Druck. N&#228;mlich die, die jetzt t&#228;glich Stress haben, weil sie irgendwie zur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man kann sicherlich eine Menge zum Streik des &#246;ffentlichen Personennahverkehrs sagen. Mich ber&#252;hrt er nicht sooo extrem, darum habe ich leicht reden. Aaaaber:</p>
<p>- der Blick auf meine Mitmenschen: Der BVG-Streik mag ja vielleicht eine berechtigte Forderung formulieren, aber er setzt die Falschen unter Druck. N&#228;mlich die, die jetzt t&#228;glich Stress haben, weil sie irgendwie zur Arbeit kommen m&#252;ssen, und die f&#252;r die Bez&#252;ge im &#246;ffentlichen Nahverkehr nichts k&#246;nnen. Sondern die einfach auch nur ihren Job machen. Die, die sich hingegen gem&#228;&#223; den Forderungen der Gewerkschafter bewegen sollten, fahren vermutlich nicht morgens mit der U-Bahn zur Arbeit. Insofern sinkt meine Sympathie f&#252;r Gewerkschaften, urspr&#252;nglich mal gedacht als Verfechter der Interessen der kleinen Frau und des kleinen Mannes, gegen Null.</p>
<p>- die Alltagsdimension Berlin betreffend: Mir war neu, dass die BVG erst seit Kurzem streikt. Ich habe seit Jahren das Gef&#252;hl, dass die BVG streikt. An den Bahnh&#246;fen kein Personal mehr, und wenn ich der BVG mal eine Chance gebe, kommt keine U-Bahn, oder sie bleibt im Tunnel stehen, oder es gibt Pendelverkehr oder die Durchsage: &#8222;Abzweigende Linienf&#252;hrung, letzter Halt auf der Stammstrecke&#8220;. Wer formuliert eigentlich solche Texte? Nur, wenn der Stra&#223;enbahnfahrer einen guten Tag hat, und das ist selten, gibt es Erl&#228;uterungen &#252;ber Lautsprecher, mit denen die Fahrg&#228;ste etwas anfangen k&#246;nnen. Kurz: Oft l&#246;se ich ein Ticket f&#252;r die BVG, nehme aber letztlich ein Taxi.</p>
<p>- die Sicht eines Autofahrers: Hurra! Endlich freie Bahn. Keine langsamen Busse mehr, die sich ohne zu blinken vor einen dr&#228;ngen. Keine Stra&#223;enbahnen mehr, die trotz blockierter Kreuzung und trotz Verbotes in die Kreuzung reinfahren und alles heillos verstopfen, weil sie unbedingt Oberlehrer spielen m&#252;ssen. Keine Rechthaber am Steuer von Bussen und Stra&#223;enbahnen mehr, die meinen, f&#252;r sie g&#228;lte das R&#252;cksichtsgebot nicht. Keine Fahrer von Leer-Bussen mehr, die n&#228;chtens mal kurz auf zwei Partyg&#228;nger draufhalten, die wie in Berlin &#252;blich bei roter Fu&#223;g&#228;ngerampel die Stra&#223;e &#252;berqueren, weil der locker nahende BVG-Bus eh erst viel sp&#228;ter da ist — nur um mal wieder zu demonstrieren, dass man das nicht tut, und dass es knapp wird, wenn der Bus pl&#246;tzlich wie bl&#246;de beschleunigt und die Spur wechselt. Als Autofahrer und Fu&#223;g&#228;nger denke ich mir oft genug: Denen w&#252;rde ich auch nicht mehr Geld bezahlen.</p>
<p>- die politische Dimension: Es hat kaum einen Sinn, den Staat unter Druck zu setzen, damit er mehr Geld f&#252;r Arbeitnehmer in seinen Unternehmen rausr&#252;ckt. Der Staat will es einfach nicht. Finanziell hat der Staat schon lange versagt. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist er schlicht nicht mehr seri&#246;s. Der Staat kann per Definition nicht pleite gehen, kann aber zugleich behaupten, es gebe kein Geld. Jeder noch so durchgeknallte Manager-Berserker in der Privatwirtschaft und auch mancher Management-Bruchpilot k&#246;nnte unter diesen Bedingungen als Held durchgehen. Neben diesem unbestraften Missmanagement nimmt der Staat seine ureigensten Aufgaben immer weniger wahr. Und das tut er deswegen nicht, weil diese Dinge ihm nicht wichtig sind. Die Ausrede &#8222;kein Geld&#8220; ist nur ein Indiz f&#252;r unterschiedlich verteilte Priorit&#228;ten. F&#252;r das eine oder andere Engagement im Ausland immerhin ist Geld da.</p>
<p>- die &#246;konomische Dimension: Auch der Gedanke der Privatisierung wird die vertrackte Lage nicht l&#246;sen. Die ausbleibenden Erfolge durch Privatisierungen in den vergangenen Jahren zeigen, dass bestimmte infrastrukturelle Aufgaben in staatlicher Hand bleiben sollten. Ich will nicht nach meiner Kreditkartennummer gefragt werden, wenn ich 110 w&#228;hle (ein geklauter Gedanke aus dem Buch <a href="http://www.amazon.de/%C3%96konomics-Tim-Harford/dp/357050073X/ref=pd_bbs_sr_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1205009328&amp;sr=8-1" target="_blank">&#8222;&#214;konomics&#8220; von Tim Harford</a>, das ich empfehle). Zugleich stellt sich gl&#252;cklicherweise auch Entscheidern in der Politik zunehmend die Frage: Wenn ein Privatmensch aus einer Idee Gewinn machen kann, warum sollen wir es dann nicht k&#246;nnen? Und andersherum: Wenn wir ein hoffnungsloses Pleite-Objekt loswerden wollen, aus dem sich nichts machen l&#228;sst — wen wundert es, dass es keiner kaufen will?</p>
<p>- dann schlie&#223;lich die philosophische Dimension: Wenn alle da sind, wo sie hinwollen, brauchen wir gar keine Verkehrsmittel mehr.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/der-streik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Michael Krebs on stage</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/michael-krebs-on-stage/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/michael-krebs-on-stage/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Feb 2008 16:06:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berlin]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/michael-krebs-on-stage/</guid>
		<description><![CDATA[Jetzt noch eben schnell den Hinweis, ich habe es auch gerade erst erfahren: Heute Abend sitzt und steht mein alter Schulfreund Michael Krebs in den Schwarzwaldstuben in Berlin auf der B&#252;hne und gibt schon mal einen Vorgeschmack auf seine neue Show, die im April im Schmidt-Theater an der Reeperbahn startet. Einfach hingehen: Tucholskystra&#223;e 48, Berlin-Mitte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Jetzt noch eben schnell den Hinweis, ich habe es auch gerade erst erfahren: Heute Abend sitzt und steht mein alter Schulfreund <a href="http://www.michaelkrebs.de" target="_blank">Michael Krebs</a> in den Schwarzwaldstuben in Berlin auf der B&#252;hne und gibt schon mal einen Vorgeschmack auf seine neue Show, die im April im Schmidt-Theater an der Reeperbahn startet. Einfach hingehen: Tucholskystra&#223;e 48, Berlin-Mitte, 20 Uhr.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/verschiedenes/michael-krebs-on-stage/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

