<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Thilo Baum &#187; Buchtipps</title>
	<atom:link href="http://www.thilo-baum.de/category/lounge/buchtipps/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.thilo-baum.de</link>
	<description>Thilo Baum: Klartext-Experte</description>
	<lastBuildDate>Fri, 20 Jan 2012 08:57:51 +0000</lastBuildDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.9.1</generator>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
			<item>
		<title>Der meistgelesene Blogeintrag &#8230;</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/der-meistgelesene-blogeintrag/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/der-meistgelesene-blogeintrag/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Jan 2012 07:42:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/der-meistgelesene-blogeintrag/</guid>
		<description><![CDATA[&#8230; in diesem Blog ist der &#8222;Egozentriker&#8220;. Seit Jahren kommentieren dort Opfer von Egozentrikern und auch der eine oder andere (sich selbst so bezeichnende) Egozentriker selbst. Da nun von mir bald ein Buch zu diesem Thema erscheint, erlaube ich mir, meinen dortigen j&#252;ngsten Kommentar hier zu posten:
Die Auseinandersetzung &#252;ber Egozentriker hat mich dazu bewogen, grunds&#228;tzlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; in diesem Blog ist der <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/egozentriker/">&#8222;Egozentriker&#8220;</a>. Seit Jahren kommentieren dort Opfer von Egozentrikern und auch der eine oder andere (sich selbst so bezeichnende) Egozentriker selbst. Da nun von mir bald ein <a href="http://www.thilo-baum.de/publikationen/denk-mit-erfolg-durch-perspektivenwechsel/">Buch zu diesem Thema</a> erscheint, erlaube ich mir, meinen dortigen j&#252;ngsten Kommentar hier zu posten:</p>
<p>Die Auseinandersetzung &#252;ber Egozentriker hat mich dazu bewogen, grunds&#228;tzlich dar&#252;ber nachzudenken, was denn das Gegenteil des Egozentrikers ist. Bisher reden viele von Empathie, also Einf&#252;hlungsverm&#246;gen, aber das war mir immer suspekt. Inzwischen wei&#223; ich, warum: Es ist mir zu &#8222;psychologisch&#8220;. Die F&#228;higkeit, die Perspektive eines anderen Menschen einzunehmen, bedarf keiner Empathie, sondern einer gedanklichen F&#228;higkeit, die man vielleicht Geistesgegenwart nennen kann. Zwei Beispiele:</p>
<p>- Ein Taxifahrer, der laut Musik h&#246;rt, braucht keine Empathie, um zu kapieren, dass er seine Musik leiser drehen sollte, wenn ein Fahrgast zusteigt. Er muss nur pr&#228;sent sein.</p>
<p>- Beim Schach brauche ich keinerlei Einf&#252;hlungsverm&#246;gen, um mich in die Lage meines Gegners zu versetzen und dessen Reaktion auf meinen n&#228;chsten Zug vorauszusehen.</p>
<p>Vor diesem Hintergrund habe ich versucht, das Thema ein wenig zu entpsychologisieren, und ich habe als Gegenpart zum Egozentriker den &#8222;Mitdenker&#8220; ausgemacht. Mitdenker denken im Sinne der anderen mit, Egozentriker denken nur f&#252;r sich.</p>
<p>Dass wir immer mehr Egozentriker um uns herum haben, sehen wir vor allem an Produkten in der Wirtschaft: mangelnde Usability, Ignoranz der Kundenbelange, unverst&#228;ndliche Kommunikation. Von Egozentrikern gef&#252;hrt, verschwenden Unternehmen jede Menge Energie. Erfolgreicher ist, wer sich in die Lage seines Gegen&#252;bers versetzen und aus dessen Sicht denken und handeln kann.</p>
<p>Also erscheint dazu ein Buch: &#8222;Denk mit! Erfolg durch Perspektivenwechsel&#8220; (STARK Verlag, Fr&#252;hjahr 2012). Vielleicht interessiert es ja den einen oder die andere hier, denn nat&#252;rlich finden sich darin nicht nur Business- und Arbeitsplatz-Beispiele, sondern auch sehr viel von Mensch zu Mensch.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/der-meistgelesene-blogeintrag/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>4</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8222;Denk mit!&#8220;</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/denk-mit/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/denk-mit/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 29 Sep 2011 21:53:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/?p=8645</guid>
		<description><![CDATA[&#8222;Denk mit! Erfolg durch Perspektivenwechsel&#8220; hei&#223;t das neue Buch von  Thilo Baum. &#8222;Komm zum Punkt!&#8220; galt der klaren Aussage, &#8222;Mach dein Ding!&#8220;  der klaren Aussage in der Positionierung. &#8222;Denk mit!&#8220; zielt auf  die Notwendigkeit, die Sicht der anderen einzunehmen, will man ihre  Bed&#252;rfnisse bedienen. Und das ist auch n&#246;tig, denn in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/E10476-150breit.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8648" title="E10476-150breit" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/E10476-150breit.jpg" alt="" width="150" height="221" /></a>&#8222;Denk mit! Erfolg durch Perspektivenwechsel&#8220; hei&#223;t das neue Buch von  Thilo Baum. &#8222;Komm zum Punkt!&#8220; galt der klaren Aussage, &#8222;Mach dein Ding!&#8220;  der klaren Aussage in der Positionierung. &#8222;Denk mit!&#8220; zielt auf  die Notwendigkeit, die Sicht der anderen einzunehmen, will man ihre  Bed&#252;rfnisse bedienen. Und das ist auch n&#246;tig, denn in zahlreichen Belangen dominieren Egozentriker unser Leben –  Menschen, die von sich ausgehen und ihr Denken und Wissen bei anderen  voraussetzen. Sie stellen Produkte mit unzul&#228;nglicher Usability her,  schreiben unverst&#228;ndliche Texte voller Insider-Informationen und denken  f&#252;r ihre Kollegen nicht mit. Meist nehmen sie Mitdenkern den Arbeitsplatz weg.</p>
<p>Mitdenken ist das neue Thema in unserer Arbeitswelt: Auf Dauer wird es kein Problem sein, <em>irgendwelche</em> Leute zu bekommen. Das Problem wird sein, <em>gute</em> zu bekommen. Leute, die mitdenken. Thilo Baum beschreibt zahlreiche Situationen, in denen Unternehmen versagen – und verr&#228;t, wie sie die Kundensicht wirklich einnehmen k&#246;nnen.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Werden-erfolgreich-erkennen-Gegen%C3%BCber-wirklich/dp/386668567X/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1317332805&amp;sr=1-1">&#8222;Denk mit!&#8220; erscheint sp&#228;testens im Fr&#252;hjahr 2012 im STARK-Verlag.</a></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/denk-mit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>&#8222;Soldaten&#8220;</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/soldaten/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/soldaten/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Aug 2011 06:05:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/?p=8587</guid>
		<description><![CDATA[Selten hat mich ein Buch so gefesselt wie &#8222;Soldaten&#8220; von S&#246;nke Neitzel und Harald Welzer. Die Abh&#246;rprotokolle deutscher Soldaten aus ihrer britischen und amerikanischen Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg verraten eine Menge &#252;ber das Handeln von Menschen in au&#223;ergew&#246;hnlichen Situationen. Die Autoren stellen die inoffiziellen Aussagen von Wehrmachts- und SS-Leuten in Gespr&#228;chen unter Gefangenen nat&#252;rlich unter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Selten hat mich ein Buch so gefesselt wie &#8222;Soldaten&#8220; von S&#246;nke Neitzel und Harald Welzer. Die Abh&#246;rprotokolle deutscher Soldaten aus ihrer britischen und amerikanischen Kriegsgefangenschaft im Zweiten Weltkrieg verraten eine Menge &#252;ber das Handeln von Menschen in au&#223;ergew&#246;hnlichen Situationen. Die Autoren stellen die inoffiziellen Aussagen von Wehrmachts- und SS-Leuten in Gespr&#228;chen unter Gefangenen nat&#252;rlich unter den Vorbehalt der Selbstinszenierung, aber sie leiten auch aus der F&#252;lle &#228;hnlicher Meinungen und Berichten eine ganze Menge ab, wovon wir historisch ausgehen d&#252;rfen.</p>
<p>Zentraler Punkt: Erschreckend viele Menschen empfinden offenbar die extremsten Handlungen f&#252;r normal, solange diese Handlungen in der entsprechenden Situation als &#8222;normal&#8220; gelten, und f&#252;hren sie aus. Das hei&#223;t: Ist jemand im Frieden zu Hause, denkt und handelt er anders als im Krieg an der Ostfront oder in der Normandie. Es sind verschiedene Rollen, in denen Normen jeweils unterschiedliche Bedeutungen haben.</p>
<p><strong>Menschen t&#246;ten ganz von selbst</strong></p>
<p>Geht es beispielsweise darum, Hemmungen vor dem T&#246;ten von Zivilisten und Kriegsgefangenen zu verlieren, so geschieht das im Rahmen des Krieges nahezu von selbst, und zwar nicht nur bei fanatischen Nationalsozialisten, sondern interessanterweise auch bei Kritikern des Regimes. Zu Hause wiederum erkl&#228;rt man seine Taten zu notwendiger Verteidigung.</p>
<p>Diese Gehirnw&#228;sche ist den Protokollen zufolge schneller vollzogen, als man glauben mag – einfach nur durch die Definition des &#8222;Referenzrahmens&#8220;, wie die beiden Wissenschaftler Bedingungen nennen, unter denen etwas geschieht. Ebenso wie Zivilisten zwischen &#8222;Arbeit&#8220; und &#8222;Freizeit&#8220; unterscheiden, handeln auch Soldaten in verschiedenen Rollen, die jeweils anderen Normen gehorchen. Wird ein Zivilist zum Soldat, weil man ihn einberuft, wechselt er eben den Normenkatalog und passt sich an.</p>
<p>Das Buch zeigt zahlreiche Beispiele von Rechtfertigungen und Erkl&#228;rungen im Nachhinein. Die Tendenz ist: Die anderen waren b&#246;se, und ich konnte leider nicht anders handeln, weil ich gezwungen war. Oder: Nicht die Judenvernichtung an sich ist verwerflich, nur die Methoden. Oder: Die Judenverfolgung ist ein Irrtum, aber Befehl ist Befehl. Oder: Die F&#252;hrung hat sich verrannt, und wir m&#252;ssen es ausbaden. Oder: Erschie&#223;ungen sind leider n&#246;tig, und irgendjemand muss die Drecksarbeit ja machen.</p>
<p><strong>&#8222;Das ist doch kein richtiger Sport!&#8220;</strong></p>
<p>Mich fasziniert dabei, wie viele der Soldaten die Realit&#228;t verdrehen, um ihr Selbstbild nicht zu zerst&#246;ren: &#8222;Ich bin westdeutscher Meister im Ping-Pong&#8220;, sagt ein Gefangener. &#8222;Das Spiel habe ich aufgegeben, nachdem ich von einem typischen Juden-Jungen – sechzehn Jahre alt – geschlagen wurde. Dann habe ich mir gesagt: Das ist doch kein richtiger Sport!&#8220; Dann herrscht eine extreme Logik des Tunnelblickes: Wer flieht, muss ein Partisan sein. Flieht jemand hinter ein Haus, best&#228;tigt sich die Annahme: Er versteckt sich und geht in Deckung! Viele Soldaten missachten, dass es neben ihrer Sicht auf die Dinge noch andere Sichten gibt. Das zeigen die Autoren interessanterweise mit einem Angriff von US-Hubschraubern auf Zivilisten im Irak am 12. Juli 2007, dessen Funkprotokolle genau diese &#220;berh&#246;hung des eigenen Standpunktes als objektiv belegen.</p>
<p>Die Rechtfertigung von Einstellungen und Handlungen begr&#252;ndet sich meist aus sich selbst heraus, was die beiden Autoren auch anhand des Vietnamkrieges und der j&#252;ngsten Kriege im Irak und in Afghanistan zeigen. Im &#8222;Referenzrahmen&#8220; des Krieges richtet sich die Wahrnehmung von Menschen meist nur auf das konkrete Geschehen der Soldaten im Feld. &#8222;Menschen handeln im Rahmen solcher partikularer Rationalit&#228;ten&#8220;, schreiben die Autoren leider akademisch-verknotet, &#8222;und es ist eine grunds&#228;tzlich falsche Vorstellung, dass ihnen dabei universelle Zusammenh&#228;nge vor Augen stehen w&#252;rden.&#8220; Dass Menschen so auch in zivilen Jobs handeln, schlie&#223;en die Autoren ausdr&#252;cklich ein. Ein Polizist beispielsweise, der &#8222;einen Verkehrss&#252;nder registriert&#8220;, hat dabei &#8222;nicht die Aufrechterhaltung der ‚freiheitlich-demokratischen Grundordnung‘ im Sinn – er l&#246;st lediglich eine Aufgabe, die ihm gestellt ist&#8220;.</p>
<p><strong>Nur wenige hinterfragen Regeln und bleiben sich treu</strong></p>
<p>Sicher lassen sich  zivile Jobs nur schwer mit Krieg  vergleichen, aber die  Orientierung an der Regel und der konkreten  Situation vor Augen  &#252;bertrifft in beiden F&#228;llen die Orientierung am  Sinn. F&#252;r mich ist das Buch deshalb sehr spannend. Es gibt einen wirklich wertvollen  Einblick in das Denken der meisten Menschen hinsichtlich  regelorientierten und sinnorientierten Handelns, zumal es nahezu immer auch Nonkonformisten gibt, die sich der Normenverschiebung verweigern. Die prominentesten Beispiele im Zweiten Weltkrieg d&#252;rften der Ostfront-Soldat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hans_Scholl">Hans Scholl</a> und der Afrika-K&#228;mpfer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claus_Schenk_Graf_von_Stauffenberg">Claus Graf Schenk von Stauffenberg</a> sein, die die milit&#228;rische Praxis nicht einfach per Wechsel ihres  &#8222;Referenzrahmens&#8220; &#252;bernahmen, sondern ihren Werten treu blieben. Warum sind diese Nonkonformisten so selten?</p>
<p>Kritische T&#246;ne gegen&#252;ber dem Nazi-Regime kommen auch in den Protokollen der deutschen Kriegsgefangenen vor, meist aber ohne dass die jeweiligen Sprecher ihre soldatischen Werte von Befehl und Gehorsam hinterfragen w&#252;rden. Den sinnlosen &#8222;Kampf bis zur letzten Patrone&#8220; deutet mancher zwar um zum  &#8222;Kampf bis zur letzten Panzergranate&#8220;, weil ein Gefecht mit Gewehren  gegen Panzer aussichtslos sei. Andere aber folgen dem Befehl  w&#246;rtlich, weil er ein Befehl ist. Bekommt ein junger Soldat den Befehl,  &#8222;hier stehenzubleiben&#8220;, bis er einen anders lautenden Befehl bekommt,  bleibt er dort auch dann noch stehen, wenn der befehlsgebende Kommandeur inzwischen gefallen ist.</p>
<p><strong>&#8222;Referenzrahmenanalyse&#8220;, &#8222;topoi&#8220; und &#8222;mutatis mutandi&#8220;</strong></p>
<p>Im Grunde will ich &#252;ber dieses wertvolle Buch nichts Negatives sagen, aber ich muss es: Ein sehr gro&#223;es &#196;rgernis bei der Lekt&#252;re sind die Wissenschaftsphrasen der Autoren. Sie beginnen mit einer &#8222;Referenzrahmenanalyse&#8220;. Dann sprechen sie andauernd von &#8222;Topos&#8220; und &#8222;Topoi&#8220;, bem&#252;hen Formulierungen wie &#8222;summa summarum&#8220; und &#8222;mutatis mutandi&#8220;, der Kampf sei f&#252;r viele Soldaten ein &#8222;Wert sui generis&#8220;, so dass man sich fragt, wen die Autoren eigentlich mit diesen Floskeln beeindrucken und wen sie von der Lekt&#252;re ausschlie&#223;en wollen. Dann ist das Buch f&#252;r ein Buch von Autoren mit wissenschaftlichem Hintergrund merkw&#252;rdig ungeordnet: Auf ein Kapitel &#8222;F&#252;hrerglaube&#8220; folgt auf gleicher Ebene ein Kapitel &#8222;Der F&#252;hrer&#8220;. Auch w&#228;re es lesefreundlicher und &#252;bersichtlicher, h&#228;tten die Autoren einige Wiederholungen ausged&#252;nnt. Denn vieles, beispielsweise ihre Gedanken &#252;ber Krieg als Arbeit, bringen sie schlicht doppelt.</p>
<p>Nichtsdestoweniger ist das Buch trotz seiner mehr als eintausend Fu&#223;noten ein gelungenes Werk, einfach aufgrund der Protokolle. Interessanter Gedanke am Ende: &#8222;Man sollte sich (&#8230;) fragen, ob und unter welchen sozialen Bedingungen Menschen vom T&#246;ten ablassen k&#246;nnen. Dann k&#246;nnte man aufh&#246;ren, jedes Mal (&#8230;) in ostentative Ersch&#252;tterung dar&#252;ber zu verfallen, dass es dabei Verbrechen und Gewalt gegen Unbeteiligte gibt. (&#8230;) Wenn man aufh&#246;rt, Gewalt als Abweichung zu definieren, lernt man mehr &#252;ber unsere Gesellschaft und wie sie funktioniert, als wenn man ihre Illusionen &#252;ber sich selbst weiter teilt.&#8220;</p>
<p>Trotz der mitunter selbstgef&#228;lligen und schwerf&#228;lligen akademischen Sprache, &#252;ber die man mit etwas gutem Willen hinwegsehen kann: Unbedingt lesenswert. Kaufen hier:</p>
<p><iframe src="http://rcm-de.amazon.de/e/cm?t=thibau-21&#038;o=3&#038;p=8&#038;l=as1&#038;asins=3100894340&#038;ref=qf_sp_asin_til&#038;fc1=000000&#038;IS2=1&#038;lt1=_blank&#038;m=amazon&#038;lc1=0000FF&#038;bc1=000000&#038;bg1=FFFFFF&#038;f=ifr" style="width:120px;height:240px;" scrolling="no" marginwidth="0" marginheight="0" frameborder="0"></iframe></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/soldaten/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Kein Abschluss, kein Wissen?</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/kein-abschluss-kein-wissen/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/kein-abschluss-kein-wissen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 16:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Mach dein Ding!]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/?p=8461</guid>
		<description><![CDATA[Eine sehr spannende und sch&#246;ne Lekt&#252;re: &#8222;Underground&#8220; von Julian Assange und Suelette Dreyfus. Untertitel: &#8222;Die Geschichte der fr&#252;hen Hacker-Elite&#8220;.
Ein Hacker namens &#8222;Par&#8220; (Kurzform f&#252;r &#8222;The Parmaster&#8220;) ist zwei Jahre auf der Flucht vor dem Geheimdienst, landet in Haft und kommt durch einen geschickten Winkelzug seines Anwalts und eine L&#252;cke im kalifornischen Recht frei. Desorientiert irrt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine sehr spannende und sch&#246;ne Lekt&#252;re: &#8222;Underground&#8220; von Julian Assange und Suelette Dreyfus. Untertitel: &#8222;Die Geschichte der fr&#252;hen Hacker-Elite&#8220;.</p>
<p>Ein Hacker namens &#8222;Par&#8220; (Kurzform f&#252;r &#8222;The Parmaster&#8220;) ist zwei Jahre auf der Flucht vor dem Geheimdienst, landet in Haft und kommt durch einen geschickten Winkelzug seines Anwalts und eine L&#252;cke im kalifornischen Recht frei. Desorientiert irrt er durch die USA und ist auf der Suche nach Jobs, um f&#252;r die Flucht geliehenes Geld zur&#252;ckzahlen zu k&#246;nnen.</p>
<p><em>&#8222;Sie haben keine Computerkenntnisse&#8220;, sagte man ihm. Er erkl&#228;rte in aller Ruhe, dass er durchaus &#252;ber Computerkenntnisse verf&#252;ge.<br />
</em><em>&#8222;Ach ja? An welchem College haben Sie denn Ihr Diplom gemacht?&#8220;, fragten sie.</em><em><br />
Er hatte kein Diplom. Sein Wissen stammte nicht von der Universit&#228;t.</em><em><br />
&#8222;In welcher Firma haben Sie denn gelernt?&#8220;<br />
Nein, was er konnte, hatte er auch nicht in einer Firma gelernt.</em></p>
<p>Das ist das Angestelltendenken, das Nine-to-five-Denken. Es ist das Denken in Prozessen statt in Nutzen, in Formalien statt in Inhalten, in Qualifikationen statt in Qualit&#228;t, <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/es-lebe-die-vorstellungskraft/">in konvergenten Ensprechungsmustern statt in divergenten L&#246;sungen</a>, es ist Papier- und Obrigkeitsgl&#228;ubigkeit. Nur was dokumentiert ist, existiert. Was nicht dokumentiert ist, existiert nicht. Es ist ein Denken in Theorie statt in Praxis. Es ist ein Denken in Normen, die in der Realit&#228;t irrelevant sind. Doch solange in einem System praxisferne Theoretiker das Sagen haben, gelten eben auch deren Weltbilder.</p>
<p>Ein Buch &#252;ber Hacker ist nicht unbedingt ein Buch &#252;ber Kriminelle, es ist in allererster Linie ein Buch &#252;ber Selberdenker und Querdenker, &#252;ber Nonkonformisten.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Underground-Geschichte-fr%C3%BChen-Hacker-Elite-Tatsachenroman/dp/394298900X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1309883876&amp;sr=8-1">Unbedingt lesen</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/kein-abschluss-kein-wissen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schenke und teile!</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/schenke-und-teile/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/schenke-und-teile/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 08:56:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/?p=8430</guid>
		<description><![CDATA[Wer mich einmal im Workshop erlebt hat, wei&#223;, wie kritisch ich gegen&#252;ber den meisten Newslettern bin. Die meisten Unternehmen schreiben in ihren Newslettern (wie auch auf Homepage, in Facebook und Twitter) nur von sich. Dabei ist eine Unternehmensnachricht aus Sicht des Unternehmens m&#246;glicherweise gar nicht relevant f&#252;r die Leute drau&#223;en im Lande. Und die selbstverliebten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer mich einmal im Workshop erlebt hat, wei&#223;, wie kritisch ich gegen&#252;ber den meisten Newslettern bin. Die meisten Unternehmen schreiben in ihren Newslettern (wie auch auf Homepage, in Facebook und Twitter) nur von sich. Dabei ist eine Unternehmensnachricht aus Sicht des Unternehmens m&#246;glicherweise gar nicht relevant f&#252;r die Leute drau&#223;en im Lande. Und die selbstverliebten und betriebsblinden Absender wundern sich &#252;ber den ausbleibenden Erfolg.</p>
<p><strong>Nutzen und Unterhaltung</strong></p>
<p>Eine gute Newsletter-Betreffzeile macht niemals die Nummer des Newsletters zur Hauptsache, das ist schon mal wichtig. Denn welchen Nachrichtenwert hat der Ausdruck &#8222;Newsletter 12/2011&#8243; f&#252;r die Zielgruppe? Keinen. Also brauchen wir inhaltliche &#220;berschriften, die einen reinziehen. Letztlich also emotionale Anker, weil der Mensch durch Emotion ansprechbar ist. Sch&#246;ne Gef&#252;hle, &#220;berraschung, Verbl&#252;ffung – das sind Anker. Die Relevanz besteht in der Regel aus Nutzen oder Unterhaltung. Mit diesen einfachen Regeln fliegen 90 Prozent der Newsletter in den M&#252;ll, weil sie zu ego-zentriert sind.</p>
<p>Es gibt wenige Newsletter, die ich wirklich gerne lese. Einer stammt vom <a href="http://www.detektive-kocks.de/new/b2010l/startup.html">Detektiv Kocks</a>. Der erz&#228;hlt in seinem Newsletter nicht das langweilige Zeug, das wir erwarten w&#252;rden Marke &#8222;neue Infrarot-Techniken&#8220; oder &#8222;Wir ermitteln auch in Russland&#8220;. Was sollte ich auch damit anfangen? Was f&#252;r ihn wichtig ist, ist f&#252;r mich nicht unbedingt wichtig. Au&#223;erdem brauche ich gar keinen Detektiv. Also was macht er? Krimi-Ratespiele. Regelm&#228;&#223;ig lese ich seine R&#228;tsel und muss herausbekommen, wie es der Frau gelungen ist, aus einer verplombten Spendenb&#252;chse Geld zu entwenden. Irgendwo im Text schlummert die L&#246;sung. Und brauche ich mal einen Detektiv, ist schnell klar, welchen ich nehme. Durch seine Ratespiele habe ich Kocks immer auf dem Schirm. Ich werde nie ein Detektivb&#252;ro recherchieren m&#252;ssen.</p>
<p><strong>&#220;bers Lesen lesen</strong></p>
<p>Der zweite Newsletter, den ich wirklich gerne lese, ist der von <a href="http://www.stefan-fraedrich.de/newsletter/">Stefan Fr&#228;drich</a>. Auch er beherrscht die Kunst, Relevanz aus Sicht des Publikums zu erzeugen. Heute gestattet er uns einen Blick in seine B&#252;cherregale und schreibt vor allem &#252;ber das Lesen an sich:</p>
<p><em>&#220;berlegen Sie mal: Person 1 liest jede Woche ein Buch, Person 2 hingegen maximal den Sportteil der Lokalzeitung. Wer wird wohl nach einem Jahrzehnt mehr draufhaben? (&#8230;) Alle Guten lesen andauernd irgendwelche B&#252;cher, besuchen Seminare und Fortbildungen – und wachsen dabei nonstop. Sie suchen sie ihre Weiterbildungsthemen sehr genau selbst aus und werden so zu immer besseren und schlaueren Top-Leuten. Wow!</em></p>
<p>Und f&#252;r alle Faulen empfiehlt er Podcasts:</p>
<p><em>Meine derzeitigen Lieblingspodcasts sind „Freakonomics Radio“, „TED Talks“, „Neuropod“, der „Nature Podcast“ sowie „Die Profis – der Benecke“ (die finden Sie alle umsonst im iTunes-Store). Und nat&#252;rlich h&#246;re ich „Voices of experience“, unsere monatliche brancheninterne Speakerfortbildung, die von der amerikanischen NSA (National Speakers Association) produziert wird.</em></p>
<p><strong>Prinzip &#8222;Schenken und teilen&#8220;</strong></p>
<p>So wie Detektiv Kocks die Leute &#252;berwiegend mit Unterhaltung gewinnt, gewinnt sie Stefan Fr&#228;drich in seinem Newsletter vor allem mit Nutzen. Sein Prinzip ist &#8222;schenken und teilen&#8220;. Nur sehr wenige Menschen kapieren dieses Prinzip.</p>
<p>Eine Information zur&#252;ckzuhalten, obwohl sie anderen etwas bringen k&#246;nnte, entspricht der alten Ignoranz aus Zeiten vor Facebook und Twitter. Konkurrenzk&#228;mpfe haben sich auf weitgehend intransparenten M&#228;rkten entschieden – wir wussten oft von alternativen Angeboten gar nichts, weil wir gerade das Wochenbl&#228;ttle nicht da hatten.</p>
<p>Heute ist der Markt durchsichtiger: Wer nicht bei Google zu finden ist, existiert nicht. Durch die differenzierten Filterfunktionen des Internets, beispielsweise auf meiner Lieblings-Musikdatenbank <a href="http://www.soundtaxi.net">Soundtaxi</a>, findet jeder Anh&#228;nger eines Nischenproduktes, was er sucht. Umgekehrt bedeutet das: Auch Anbieter von Nischenprodukten finden ihre K&#228;ufer. Wer wertvolle Informationen weitergibt, schafft sich einen Ruf als Geber und bleibt wie Detektiv Kocks im Ged&#228;chtnis der Leute.</p>
<p>Das Prinzip &#8222;Schenken und teilen&#8220; findet sich auch in meinem derzeitigen Lieblingsfilm bei Youtube, &#8222;The Future of Publishing&#8220;:</p>
<p><iframe frameborder="0" width="400" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/Weq_sHxghcg" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Dessen Kernbotschaft: H&#246;ren Sie auf, Kunden f&#252;r Ihre Produkte zu suchen, sondern finden Sie Produkte f&#252;r Ihre Kunden. Bei dem Perspektivenwechsel, f&#252;r den ich in meinen Vortr&#228;gen und Seminaren eintrete, geht es genau darum. Welche Botschaft ist aus Sicht der Zielgruppe wichtig? Eine nummerierte Newsletter-Betreffzeile offenbart im Grunde nichts anderes, als dass das Absender-Unternehmen die Zeit nicht versteht.</p>
<p>Die Business-Landschaft teilt sich also (das tut sie schon l&#228;nger) in Geber und Nehmer, Schenker und Zur&#252;ckhalter, Konstruktive und Destruktive, Neue und Alte. Altes Denken hei&#223;t raffen, raffen, raffen und dabei gute Kunden verlieren und gute Mitarbeiter, weil heute kaum noch jemand unter derartigen Bedingungen arbeiten will – <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/business/der-business-luegner/">beispielsweise wird der &#8222;Business-L&#252;gner&#8220; heute mit seiner Tour nicht mehr so erfolgreich sein wie fr&#252;her</a>. Neues Denken hei&#223;t geben, geben, geben und dabei gute Menschen anziehen wie ein Magnet.</p>
<p>Wichtig ist heute, die gebenden Unternehmen zu erkennen und sie von den nehmenden klar unterscheiden zu k&#246;nnen. Das ist wichtig f&#252;r Kunden, Projektpartner, Investoren. Die Geber werden auf Dauer eine starke Community bilden, die den Geist der Zukunft vorgibt, w&#228;hrend die Nehmer weiterhin mit ihren Problemen k&#228;mpfen werden, die das Nehmen langfristig mit sich bringt.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/schenke-und-teile/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die gest&#246;rte F&#252;hrungskraft</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/die-gestoerte-fuehrungskraft/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/die-gestoerte-fuehrungskraft/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 06:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/die-gestoerte-fuehrungskraft/</guid>
		<description><![CDATA[Wer seinen Job hinwirft, tut das oft genug aufgrund seiner Chefs. Das Problem: mangelnde Wertsch&#228;tzung, Abwertung, Ignoranz guter Leistungen – und viele weitere narzisstische Pers&#246;nlichkeitsmerkmale. Sind Chefs gest&#246;rt?
Nicht grunds&#228;tzlich nat&#252;rlich. Aber zum einen forcieren F&#252;hrungspositionen den einen oder anderen extremen Charakter, und zum anderen ziehen F&#252;hrungspositionen extreme Charaktere an. Sie sind fachlich oft hoch gebildet, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer seinen Job hinwirft, tut das oft genug aufgrund seiner Chefs. Das Problem: mangelnde Wertsch&#228;tzung, Abwertung, Ignoranz guter Leistungen – und viele weitere narzisstische Pers&#246;nlichkeitsmerkmale. Sind Chefs gest&#246;rt?</p>
<p>Nicht grunds&#228;tzlich nat&#252;rlich. Aber zum einen forcieren F&#252;hrungspositionen den einen oder anderen extremen Charakter, und zum anderen ziehen F&#252;hrungspositionen extreme Charaktere an. Sie sind fachlich oft hoch gebildet, aber es mangelt ihnen gerne an der F&#228;higkeit, die Welt und die Dinge aus einer anderen als ihrer Perspektive zu sehen.</p>
<p>Ein tolles Buch f&#252;r alle, die ihre wahnsinnigen Chefs und die mitunter kranken Entscheidungen von Unternehmen verstehen wollen: <a href="http://www.amazon.de/Narzissten-Egomanen-Psychopathen-F%C3%BChrungsetage-Fallbeispiele/dp/3258072264/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1308120142&amp;sr=8-1">&#8222;Narzissten, Egomanen, Psychopathen in der F&#252;hrungsetage&#8220; von Gerhard Dammann</a>. Diese Art F&#252;hrungskraft gibt viel vor, h&#228;lt aber wenig (der Blender), gibt fremde Erfolge als eigene aus (Fremde-Federn-Schmuck) und f&#228;hrt Unternehmen gerne vor die Wand, weil ihm das eigene Image wichtiger ist als nachhaltiges Wirtschaften.</p>
<p>Und diesen Typen zeichnet zumindest meiner Erfahrung nach die Salamitaktik aus, die st&#252;ckweise Annexion der Zustimmung anderer zu irgendwelchen Ideen, die Ignoranz derer Einw&#228;nde, das Kleinreden von Gegenargumenten und die Ignoranz anderer Meinungen. Dieser Typ F&#252;hrungskraft spricht die L&#252;ge einfach so oft aus, bis man sie f&#252;r die Wahrheit h&#228;lt.</p>
<p>Ein wirklich grandioses Buch, &#252;ber das ich gewiss bei Gelegenheit mehr schreibe. Jetzt muss ich erst mal zum Kunden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/die-gestoerte-fuehrungskraft/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Ihr Konsumenten, produziert!</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/ihr-konsumenten-produziert/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/ihr-konsumenten-produziert/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Jun 2011 18:03:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Mach dein Ding!]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/?p=8296</guid>
		<description><![CDATA[Einige Gedanken aus meinem Buch &#8222;Mach dein Ding!&#8220; finde ich in dem wunderbaren Buch &#8222;Investment Punk&#8220; von Gerald H&#246;rhan wieder: &#8222;Wir sind Konsumidioten&#8220;, &#8222;wahrer Leistungswille fehlt&#8220;. Eine sch&#246;ne Erg&#228;nzung und sehr n&#246;tig f&#252;r die Debatte &#252;ber das weitere Auseinanderklaffen von Arm und Reich und die Zukunft unserer Arbeitswelt. Unbedingt lesenswert!
Das grundlegende Problem ist: Die Mehrzahl [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einige Gedanken aus meinem Buch <a href="http://www.thilo-baum.de/publikationen/mach-dein-ding/">&#8222;Mach dein Ding!&#8220;</a> finde ich in dem wunderbaren Buch <a href="http://www.amazon.de/Investment-Punk-Warum-schuftet-werden/dp/3548373844/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1307293991&amp;sr=8-1">&#8222;Investment Punk&#8220; </a>von Gerald H&#246;rhan wieder: &#8222;Wir sind Konsumidioten&#8220;, &#8222;wahrer Leistungswille fehlt&#8220;. Eine sch&#246;ne Erg&#228;nzung und sehr n&#246;tig f&#252;r die Debatte &#252;ber das weitere Auseinanderklaffen von Arm und Reich und die Zukunft unserer Arbeitswelt. Unbedingt lesenswert!</p>
<p>Das grundlegende Problem ist: Die Mehrzahl der Arbeitnehmer glaubt, man verdiene nur mit Arbeit Geld. Sie tauschen Zeit beziehungsweise Arbeit gegen Geld. Die Zeit fehlt ihnen dann, um individuell eine Existenz aufzubauen. Und statt einen Plan B zu erstellen f&#252;r den wahrscheinlichen Fall, dass man sie feuert, sind sie alle paar Wochen im Urlaub.</p>
<p><strong>Alternativen zum fremdbestimmten Arbeiten</strong></p>
<p>Dass es Alternativen zum fremdbestimmten Arbeiten gibt, ist den Leuten nicht klar, weil uns die Schule fast nur auf die abh&#228;ngige Besch&#228;ftigung drillt. Wer das &#8222;Berufsinformationszentrum&#8220; des Arbeitsamtes besucht, bekommt Kataloge zu sehen. Statt Ideen zu entwickeln, wie sich neue Kategorien schaffen lassen, zwingt uns das System, uns in eine bestehende Kategorie einzuordnen. Daraus resultiert ein mitunter irrwitziger Qualifikationsfetischismus, ein sinnloser Glaube an Zeugnisse, Zertifikate, Bescheinigungen, mithin eine kranke Inflation des Akademischen, obwohl akademisches Denken nur f&#252;r eine verschwindend geringe Minderheit relevant ist. Und es resultiert daraus ein ersch&#252;tternder Mangel an Vorstellungskraft und Ideen.</p>
<p>Die Folge dieses grundlegenden Problems ist: Nur eine Minderheit versteht es, Geld zu verdienen, indem sie Leistungen anbietet beziehungsweise Dinge, die gefragt sind. Die Mehrheit versteht es nicht. Die Mehrheit h&#228;lt es f&#252;r normal, im Dienste eines anderen zu rackern. Darum der treffende Untertitel von H&#246;rhans Buch: &#8222;Warum ihr schuftet und wir reich werden&#8220;. Antwort: Weil die Mehrheit &#246;konomisches Denken und Handeln nicht versteht und schon gar nicht beherrscht.</p>
<p><strong>Warum das Geld von den Arbeitnehmern wegflie&#223;t</strong></p>
<p>Das Geld verh&#228;lt sich dabei nach einem System, das vor allem Robert T. Kiyosaki in seinem Buch <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3442217784/ref=s9_simh_gw_p14_d0_i3?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;pf_rd_s=center-2&amp;pf_rd_r=0XYN3EPHNXBQSD98M69Z&amp;pf_rd_t=101&amp;pf_rd_p=463375173&amp;pf_rd_i=301128">&#8222;Rich dad, poor dad&#8220;</a> beschreibt: Die Unternehmer nehmen viel Geld ein, und die Arbeitnehmer nehmen wenig Geld ein. Das Geld der Unternehmer flie&#223;t dabei nur selten in den Konsum, die meisten ihrer Ausgaben sind Investitionen und vergr&#246;&#223;ern so das Verm&#246;gen der Unternehmer. Das Geld der Arbeitnehmer dagegen flie&#223;t meist nur in den Konsum, bis auf ein paar Kleinigkeiten wie Eigenheim und die eine oder andere Geldanlage (die H&#246;rhan ebenfalls als Abzocke der Kleinanleger zerpfl&#252;ckt). Darum werden Arbeitnehmer selten Million&#228;re.</p>
<p>Und es gibt noch einen weiteren, existenzielleren Grund. Arbeitnehmer sind grunds&#228;tzlich schlecht bezahlt. In &#8222;Mach dein Ding!&#8220; erw&#228;hne ich unter anderem, dass Arbeitnehmer per se nicht gut verdienen, weil es sonst f&#252;r ihre Arbeitgeber keinen Sinn h&#228;tte, sie zu besch&#228;ftigen. Und bis auf ein paar Ausnahmen stimmt das vermutlich.</p>
<p>W&#252;rden Arbeitnehmer verstehen, dass sie selbst Unternehmer sind, deren Nutzen jemand abzieht, w&#252;rden sie m&#246;glicherweise selbstbewusster auftreten. Und w&#252;rde die Schule uns nicht auf das Leben in abh&#228;ngiger Besch&#228;ftigung drillen, sondern uns helfen, aus unseren individuellen F&#228;higkeiten individuelle Positionierungen abzuleiten und aufzubauen, m&#252;sste sich auch niemand einen Dumpinglohn gefallen lassen.</p>
<p><strong>Warum den Chef um Erlaubnis f&#252;r Nebent&#228;tigkeit bitten?</strong></p>
<p>Hinzu kommt: Arbeitnehmer haben in der Regel nur eine Geldquelle. Um weitere zu erschlie&#223;en, m&#252;ssen sie ihren Chef um Erlaubnis fragen – was eine Frechheit ist in einem freien Land mit grundgesetzlich verbriefter Berufsfreiheit.</p>
<p>Doch es gibt offenbar Kr&#228;fte, die genau diesen Zustand aufrechterhalten wollen. Die Ohnmacht der Arbeitnehmer; die Unf&#228;higkeit der Schule, &#252;ber das Leben zu sprechen; die Pflicht, den Chef um Erlaubnis f&#252;r eine Nebent&#228;tigkeit zu bitten; das Nicht-Aufbegehren von Arbeitnehmern gegen&#252;ber dem schiefen Weltbild in unserer Gesellschaft. Es ist ein Zwangssystem, ein Paralleluniversum der Unterdr&#252;ckung, das dem Freiheitsgedanken unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung extrem zuwiderl&#228;uft, und dennoch k&#252;mmert es niemanden. Niemand muss sich diesem Wahnsinn unterwerfen, aber die Menschen tun es, weil sie nichts anderes kennen.</p>
<p><strong>Bei 1500 Euro brutto um 5 Prozent mehr k&#228;mpfen?</strong></p>
<p>Bisher haben die Arbeitnehmer nicht verstanden, wie Geld wirklich funktioniert. Sie k&#228;mpfen bei einem Bruttogehalt von 1500 Euro im Monat f&#252;r 5 Prozent mehr. Und gewinnen sie einen solchen l&#228;cherlichen Kampf, glauben sie allen Ernstes, es sei ein Erfolg.</p>
<p>Die Gewerkschaften, nicht unbedingt Hochburgen unternehmerischen Denkens, unterst&#252;tzen die Menschen dabei und zementieren das Denken in Kategorien der abh&#228;ngigen Besch&#228;ftigung. Indem sich die Gewerkschaften f&#252;r den einzelnen unterjochten Arbeitnehmer einsetzen, erwecken sie den Eindruck, Arbeitnehmer zu sein, sei selbstverst&#228;ndlich. Und sie festigen den schiefen Glauben, ein wenig Geld mehr werde den Leistungen gerecht. Statt dem Individuum dabei zu helfen, seine individuellen F&#228;higkeiten herauszuarbeiten und angemessen zu verkaufen.</p>
<p><strong>Wir leben in einer Leistungsgesellschaft? L&#252;ge!</strong></p>
<p>Dabei ist das, was wir hier haben, gar keine &#8222;Leistungsgesellschaft&#8220;: Menschen bekommen Geld daf&#252;r, dass sie ihren Job machen, nicht daf&#252;r, was sie leisten. Arbeitgeber stecken in aller Regel die Leistungen ein, ohne ihre Mitarbeiter daf&#252;r besonders zu entlohnen. Manche Unternehmer behandeln sogar selbstst&#228;ndige, unternehmerisch denkende Partner so, als seien sie Arbeitnehmer: &#8222;Ihr habt zu funktionieren&#8220;. Man gibt jemandem einen bestimmten Betrag (pro Monat, pro Tag, pro Auftritt) und verlangt immer mehr, mehr, mehr und ignoriert dabei, dass der Partner m&#246;glicherweise seine eigenen Priorit&#228;ten hat. Was er einwendet, wird ignoriert.</p>
<p>Private Radiosender verk&#252;nden freitags fr&#246;hlich: &#8222;Endlich Wochenende!&#8220;, und festigen so das Denken der Mehrheit in Kategorien wie Feierabend, Wochenende, Urlaub und Ruhestand – statt endlich mal ein Gesp&#252;r f&#252;r individuelle Entwicklung und individuellen Erfolg zu schaffen.</p>
<p>Beim Tanken fragt man uns nach der &#8222;Payback&#8220;-Karte und redet uns so ein, wir k&#246;nnten durch ein wenig Sammlerwut ein &#8222;Schn&#228;ppchen&#8220; machen. Und das, obwohl wir alleine durch die Aufmerksamkeit f&#252;r derlei Marketing-Schnickschnack unsere Zeit verschwenden, die wir f&#252;r unsere individuelle Entwicklung brauchen.</p>
<p><strong>Arbeitnehmer leasen ihr Leben</strong></p>
<p>Indem Arbeitnehmer f&#252;r den Geldbeutel anderer Menschen arbeiten, leasen sie ihr ganzes Leben, statt es zu besitzen. Allein, sie halten es f&#252;r normal.</p>
<p>Nach meiner Wahrnehmung &#228;ndern sich diese Verh&#228;ltnisse derzeit. Immer mehr Menschen merken, dass sie mit ihren individuellen F&#228;higkeiten etwas bieten k&#246;nnen, was gefragt ist. Immer mehr Menschen entdecken die Selbstst&#228;ndigkeit. Immer weniger Arbeitnehmer auch lassen sich die alte arrogante Haltung von Arbeitgebern gefallen und w&#252;nschen sich mehr Freiraum und Gestaltungsm&#246;glichkeiten. Das ist ein sch&#246;nes Zeichen.</p>
<p><strong>Auch Manager sind nur Arbeitnehmer<br />
</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Ein unsch&#246;nes Zeichen ist der Selbstbetrug weiter Teile des Managements. Da sitzen teilweise Leute, die die herablassende Arbeitgeberhaltung gegen&#252;ber ihren Mitarbeitern praktizieren, selbst aber ebenfalls nur Arbeitnehmer sind. Der Widerspruch ist ein so derma&#223;en eklatanter Selbstbetrug, dass mir in der deutschen Geschichte nur sehr unsch&#246;ne Beispiele einfallen, bei denen jemand gegen&#252;ber Ohnm&#228;chtigen brutal ist, weil er selbst ansonsten von oben Brutalit&#228;t erf&#228;hrt. Eine bestimmte Geisteshaltung brauche ich eben, um mich auf bestimmte Weise zu benehmen.</p>
<p>Wer also sind die Unternehmen, f&#252;r die wir ackern? Es sind die Eigent&#252;mer, also entweder Menschen aus Fleisch und Blut (wobei diese nach meiner Erfahrung durchaus menschlich handeln), oder es sind Anteilseigner in Form von Gesellschaften, die in der Regie von Managern laufen. Manager sind keine Unternehmer. Manager sind Arbeitnehmer, die dabei allerdings nat&#252;rlich schauen, dass sie vom Geldfluss ein wenig mehr abbekommen als andere Arbeitnehmer.</p>
<p><strong>L&#246;sung? Konsumenten schaffen Werte!</strong></p>
<p>Eine L&#246;sung f&#252;r dieses Problem skizziert &#8222;Mach dein Ding!&#8220;, und auch &#8222;Investment Punk&#8220; skizziert es: Ihr Konsumenten, werdet Produzenten! Das ist das Gegenteil der linken Umverteilung. Wir m&#252;ssen nicht Geld von den Reichen weg- und zu den Armen hinschaufeln, sondern wir m&#252;ssen den Armen helfen, selbst Wertsch&#246;pfung zu betreiben, also Werte zu schaffen.</p>
<p>Wie von Zauberhand entsprechen bislang die Arbeitnehmer den Konsumenten (haben keine Betriebsausgaben, nur Konsumausgaben, machen Konsumschulden und verarmen dadurch), und die Arbeitgeber den Produzenten (schaffen Werte und erh&#246;hen dadurch flexibel ihre Einnahmen aus mehreren Quellen, haben kaum Konsumausgaben und investieren stattdessen). Der Ausweg kann nur sein, dass die bisherigen Konsumenten verstehen, selbst Produzenten zu werden.</p>
<p>In &#8222;Mach dein Ding!&#8220; skizziere ich die dazu n&#246;tigen drei Fragen, die bereits Anthony Robbins formuliert hat:</p>
<p>1. Was kann ich?<br />
2. Was will ich?<br />
3. Was kann und will ich, was anderen etwas bringt?</p>
<p><strong>F&#246;rdern wir individuelle F&#228;higkeiten!</strong></p>
<p>Diese Frage geh&#246;rt in die Schulen. Nicht die Frage, wie ich am besten einem der vorgegebenen Kriterien entspreche. Und vielleicht kapieren dadurch auch die Gewerkschaften, dass es nicht um 5 Prozent mehr Lohn geht, sondern darum, die individuellen F&#228;higkeiten jedes einzelnen Menschen so zu finden und herauszuarbeiten, dass jeder und jede daraus selbst Wertsch&#246;pfung entwickeln kann.</p>
<p>Nur wenn wir diesen Zusammenhang kapieren, werden wir auf Dauer die Probleme um Billigjobs, Zuwanderer, Zusammenbruch der sozialen Sicherungssysteme, Steuergerechtigkeit und Arbeitslosigkeit l&#246;sen. Reden wir in Talkshows weiter &#252;ber Hirngespinste und Phantome, geht alles so weiter wie bisher, und wir haben bald keine Mittelschicht mehr.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/ihr-konsumenten-produziert/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>9</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Der fr&#252;he Vogel kann mich mal!</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/der-fruehe-vogel-kann-mich-mal/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/der-fruehe-vogel-kann-mich-mal/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 18 May 2011 08:10:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/?p=8099</guid>
		<description><![CDATA[
Das Team Stefan Fr&#228;drich, Timo Wuerz und GABAL ist einfach ein Dream-Team! Anders kann ich es nicht sagen. &#8222;Der fr&#252;he Vogel kann mich mal!&#8220; ist der Text auf der Postkarte zu Stefan Fr&#228;drichs neuem Buch &#8222;Das G&#252;nter-Prinzip. So motivieren Sie Ihren inneren Schweinehund&#8220; – und der von Timo Wuerz grandios gezeichnete G&#252;nter reckt uns mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/gprinzip.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-8104" title="gprinzip" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/gprinzip.jpg" alt="" width="200" height="298" /></a></p>
<p>Das Team <a href="http://www.stefan-fraedrich.de">Stefan Fr&#228;drich</a>, <a href="http://www.timowuerz.com">Timo Wuerz</a> und <a href="https://www.gabal-verlag.de/">GABAL</a> ist einfach ein Dream-Team! Anders kann ich es nicht sagen. &#8222;Der fr&#252;he Vogel kann mich mal!&#8220; ist der Text auf der Postkarte zu Stefan Fr&#228;drichs neuem Buch <a href="http://www.amazon.de/Das-G%C3%BCnter-Prinzip-motivieren-inneren-Schweinehund/dp/3869361697/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1305705702&amp;sr=1-1">&#8222;Das G&#252;nter-Prinzip. So motivieren Sie Ihren inneren Schweinehund&#8220;</a> – und der von Timo Wuerz grandios gezeichnete G&#252;nter reckt uns mit der Decke &#252;ber dem Kopf den Stinkefinger entgegen. Freche Ideen und ungewohnte Perspektiven machen den Erfolg von Stefan Fr&#228;drichs B&#252;chern aus: Statt ernst zu dozieren, zielt G&#252;nter auf den Bauch.<span id="more-8099"></span></p>
<p>Erschienen ist das Buch zum Buch beziehungsweise das Buch zu den B&#252;chern – nach Titeln wie <a href="http://www.amazon.de/G%C3%BCnter-innere-Schweinehund-tierisches-Motivationsbuch/dp/3897494574/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1305705563&amp;sr=8-1">&#8222;G&#252;nter, der innere Schweinehund&#8220;</a> (das Basis-Buch quasi, das Motivation, Ziele und Verhaltens&#228;nderung prinzipiell vermittelt), <a href="http://www.amazon.de/G%C3%BCnter-wird-Nichtraucher-tierisches-Gesundheitsbuch/dp/3897496259/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1305705868&amp;sr=1-1">&#8222;G&#252;nter wird Nichtraucher&#8220;</a> (Disclaimer: aus meiner Feder, Stefan Fr&#228;drich und ich sind befreundet), <a href="http://www.amazon.de/G%C3%BCnter-innere-Schweinehund-lernt-flirten/dp/3897496658/ref=pd_sim_b_9">&#8222;G&#252;nter lernt flirten&#8220;</a> (dto.), <a href="http://www.amazon.de/G%C3%BCnter-Schweinehund-Erfolg-tierisches-Coachingbuch/dp/389749731X/ref=pd_bxgy_b_img_b">&#8222;G&#252;nter hat Erfolg&#8220;</a>, <a href="http://www.amazon.de/G%C3%BCnter-innere-Schweinehund-wird-Chef/dp/3869360194/ref=pd_sim_b_3">&#8222;G&#252;nter wird Chef&#8220;</a>, <a href="http://www.amazon.de/G%C3%BCnter-innere-Schweinehund-wird-fit/dp/3897498537/ref=pd_sim_b_5">&#8222;G&#252;nter wird fit&#8220;</a> und vielen anderen. In &#8222;Das G&#252;nter-Prinzip&#8220; zieht Stefan Fr&#228;drich den gro&#223;en Bogen und b&#252;ndelt das Wesentliche zum Verh&#228;ltnis des Individuums zur Welt. Er liefert die Grundlage. Anwenden l&#228;sst sich die von Stefan Fr&#228;drich vermittelte Haltung dann nahezu auf alles.</p>
<p>Das Buch spart nicht mit lockerem und spielererischem Einsatz aus  Textbausteinen, was es im besten Sinne sehr amerikanisch und lesbar  macht. Und Stefan sagt, was heute wichtig ist, sehr deutlich, was er meint. Er l&#228;sst keine Interpretationen offen und gibt uns ein klares Gel&#228;nder – keine Chance f&#252;r Weichmacher und Zerreder. &#8222;Achtung, Achtung: Falsche Informationen verm&#252;llen unser Denken!&#8220;, lautet eine Zwischenzeile. Mit klarem Urteilsverm&#246;gen zwischen &#8222;sinnvoll&#8220; und &#8222;sinnlos&#8220; warnt Stefan Fr&#228;drich vor fatalen Denkmustern wie &#8222;Schuster, bleib bei deinem Leisten!&#8220;, die Menschen von der Initiative abhalten:</p>
<p><em>Betrachten wir zum Beispiel einen Menschen, der sich &#8222;eigentlich&#8220; selbstst&#228;ndig machen will, aber nicht wei&#223;, wie das geht. Wenn das dumm l&#228;uft, verbringt er seine wertvolle Zeit mit der Familie, die Selbstst&#228;ndigkeit f&#252;r zu riskant h&#228;lt (aber sich vielleicht auch nicht n&#228;her damit besch&#228;ftigen m&#246;chte), mit den immer gleichen Moser-Kollegen oder vor dem Fernseher. Wie auch sonst? Wo doch (&#8230;) Arbeitslosigkeit und Zukunftsangst herrschen &#8230;</em></p>
<p>Ich finde es sch&#246;n, dass Stefan Fr&#228;drich nicht relativiert, sondern selbstbewusst von &#8222;falschen&#8220; Informationen spricht. Nat&#252;rlich haben alle Menschen ihren way of life, aber die Relativiererei hat unsere Gesellschaft viel zu lange gel&#228;hmt. <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/machdeinding/per-aspera-ad-astra/">Nahezu bei allen Gelegenheiten, wo wir als Autoren und Coachs versuchen, Denkmuster zu hinterfragen, bekommen wir Gegenwind von Bewahrern des Status Quo, oft mit den wirresten Ausreden und Herleitungen.</a> Es scheint, als wolle eine Heerschar von Verfechtern &#252;berholter Denkstrukturen verhindern, dass das Individuum zu Selbstbestimmung und Selbstbewusstsein findet. Stattdessen diskreditieren sie jeden, der neue Denkans&#228;tze liefert, gerne mit Kritik an irrelevanten Details, ohne das gro&#223;e Ganze zu sehen und zu erkennen, worum es geht.</p>
<p>Im Kopf solcher Leute – und im Kopf von Menschen, die unbewusst sinnlosen Regeln und Denkmustern folgen – herrscht das GIGO-Prinzip, das Stefan Fr&#228;drich erkl&#228;rt. Dieses Prinzip aus der Informatik (&#8222;Garbage in – garbage out!&#8220;), wonach ein System Unsinn produziert, wenn man es mit Unsinn f&#252;ttert, gilt auch f&#252;r unser Denken. Und solange wir M&#252;ll lernen – ob von Lehrern, Eltern, Medien oder Politikern –, denken wir M&#252;ll, reden wir M&#252;ll und handeln wir vor allem auch M&#252;ll, wenn es diese Formulierung g&#228;be. Das Ergebnis ist unter anderem, dass zahlreiche orientierungslose junge Menschen die Schulen verlassen und so gut wie alle glauben, sie m&#252;ssten sich selbstverst&#228;ndlich bewerben und anstellen lassen. Die meisten f&#252;hren ein Leben nach Schema F, und Stefan liefert das Know-how, um das zu &#252;berdenken.</p>
<p>Stefan Fr&#228;drich k&#228;mpft gegen den M&#252;ll in unserem Denken, gegen den M&#252;ll in unserer Welt. Er setzt sich, wie ich in &#8222;Mach dein Ding!&#8220;, ein f&#252;r mehr divergentes Denken, das Denken in L&#246;sungen statt nur in Entsprechungen (Sie finden hier im Blog zahlreiche Beitr&#228;ge zu diesem Thema: <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/machdeinding/sinnlose-bildungsberichte/">Wie die Wissenschaft in Sachen Bildung mit akademischen Nebenschaupl&#228;tzen ihre Zeit verschwendet</a>, <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/es-lebe-die-vorstellungskraft/">warum wir Kreative brauchen statt nur Fachidioten</a>,  <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/unvorstellbar-kernkraft-ist-gefaehrlich/">warum deutsche Politiker anl&#228;sslich von Fukushima ihren Mangel an Vorstellungskraft beweisen</a> u.a.). Wie ich auch, kritisiert Stefan Fr&#228;drich das dumme und falsche Postulat des Schul- und Wissenschaftsbetriebes, Bildung sei vor allem akademisch. Aufgrund all dieser Gedanken ist Stefan Fr&#228;drich einer der ma&#223;geblichen Autoren im deutschsprachigen Raum, die nachhaltig f&#252;r ein besseres Bildungssystem sorgen k&#246;nnen, das wir so dringend brauchen.</p>
<p>F&#252;r den pers&#246;nlichen Erfolg einfach und jederzeit anwendbar ist Stefan Fr&#228;drichs &#8222;Einser-Regel&#8220;, die f&#252;r mich pers&#246;nlich der sch&#246;nste Denkansatz ist. Stefan Fr&#228;drich hat mir die Einser-Regel einmal bei einem Seminar in Los Angeles erkl&#228;rt, eine Sache von zwanzig Sekunden, und ich habe sofort kapiert. Es ist wirklich sch&#246;n einfach und daher einfach sch&#246;n. Mit Hilfe der Einser-Regel k&#246;nnen Menschen, die ihr Leben ver&#228;ndern wollen, den gedanklichen Berg vor sich in Luft aufl&#246;sen. Statt sich mit gro&#223;er Anstrengung zu &#252;berwinden und bei jeder Entscheidung mit Gewalt gegen sich beziehungsweise gegen den inneren Schweinehund vorzugehen, empfiehlt Stefan Fr&#228;drich den l&#228;ngerfristigen Blick. &#8222;Fragen Sie sich konkret: Was bedeutet mein Handeln f&#252;r mich in einer Minute, in einer Stunde, einem Tag, einer Woche, einem Monat, einem Jahr, einem Jahrzehnt?&#8220; Wer sich an diese einfache Regel h&#228;lt, handelt nicht mehr kurzfristig. Und da sich das Leben verbessert, wenn wir die richtigen Dinge tun statt die falschen, sorgt genau dieses Handeln dauerhaft f&#252;r Wohlbefinden.</p>
<p>Stefan Fr&#228;drich hat hier ein wunderbares Buch komponiert. Es ist das &#8222;Best of&#8220; seiner bisherigen Ver&#246;ffentlichungen. Von allem ist was drin – Motivation, Ern&#228;hrung, Bewegung, Geld, Beziehungen, Selbstbewusstsein, Kommunikation u.v.m. –, ohne dass es beliebig w&#252;rde. Denn der Schl&#252;ssel ist allen diesen Lebensbereichen gemeinsam: mein Verh&#228;ltnis zu meinen bisherigen Denkmustern und meine Bereitschaft, fatale beziehungsweise falsche Prinzipien zu hinterfragen und zu korrigieren. Dieses Buch macht das Leben besser. Nun m&#252;ssen sich nur noch die Entscheider aus P&#228;dagogik und Didaktik darauf einlassen.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/der-fruehe-vogel-kann-mich-mal/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Veit</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/veit/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/veit/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Apr 2011 10:33:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/?p=7940</guid>
		<description><![CDATA[Wer sich f&#252;r Propaganda interessiert, kommt an &#8222;Jud S&#252;&#223;&#8220; nicht vorbei, an &#8222;Jud S&#252;&#223;&#8220; von 1940 in der Version von Veit Harlan. Der Film, den wir zu Uni-Zeiten auf irgendeinem seltenen Video-Format aus den USA organisiert haben, erz&#228;hlt die Geschichte von Joseph S&#252;&#223;kind Oppenheimer (Ferdinand Marian), der sich nach Darstellung des Harlan-Filmes an den Hof [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer sich f&#252;r Propaganda interessiert, kommt an &#8222;Jud S&#252;&#223;&#8220; nicht vorbei, an <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Jud_S%C3%BC%C3%9F_%28Film%29">&#8222;Jud S&#252;&#223;&#8220; von 1940 in der Version von Veit Harlan</a>. Der Film, den wir zu Uni-Zeiten auf irgendeinem seltenen Video-Format aus den USA organisiert haben, erz&#228;hlt die Geschichte von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%BC%C3%9F_Oppenheimer">Joseph S&#252;&#223;kind Oppenheimer</a> (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_Marian">Ferdinand Marian</a>), der sich nach Darstellung des Harlan-Filmes an den Hof des w&#252;rttembergischen Herzogs Karl Alexander (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_George">Heinrich George</a>) schlich, um das damals &#8222;judenfreie&#8220; Stuttgart f&#252;r die Juden zu &#246;ffnen. Hinzu kommt eine Eifersuchtsgeschichte samt Vergewaltigung der Dorothea Sturm (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kristina_S%C3%B6derbaum">Kristina S&#246;derbaum</a>), Tochter des Landschaftskonsulenten Sturm (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Kl%C3%B6pfer">Eugen Kl&#246;pfer</a>) und erbitterten Oppenheimer-Gegners.</p>
<p>Die Hinrichtung Oppenheimers aus Gr&#252;nden der – in sp&#228;terem Nazi-Vokabular – &#8222;Rassenschande&#8220; nach dem Tode des Herzogs stellt Harlans Film als folgerichtig dar und als Warnung f&#252;r alle k&#252;nftigen Generationen: &#8222;F&#252;r ganz W&#252;rttemberg gilt hiermit der Judenbann&#8220;, verk&#252;ndet Sturm am Ende des Films. &#8222;M&#246;gen unsere Nachfahren an diesem Gesetz ehern festhalten, auf dass  ihnen viel Leid erspart bleibe an ihrem Gut und Leben und am Blut ihrer  Kinder und Kindeskinder.&#8220;</p>
<p>Dieser Film gilt als wesentliches Element der antisemitischen Propaganda der Nazis. Harlan rekrutierte polnische Juden f&#252;r eine Synagogenszene und den Einzug der Juden nach Stuttgart – Menschen, die das Regime kurze Zeit sp&#228;ter ermordete. Propagandaminister Joseph Goebbels selbst &#228;nderte das Drehbuch, beispielsweise indem er Oppenheimer kurz vor seiner Hinrichtung nicht mehr fluchen lie&#223;, sondern jammern. Das Bild des Juden an sich sollte m&#246;glichst abscheulich wirken, und das auch, indem etwa der Schauspieler <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Werner_Krau%C3%9F_%28Schauspieler%29">Werner Krauss</a>, nach dem Krieg Tr&#228;ger von Bundesverdienstkreuz und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Iffland-Ring">Iffland-Ring</a>, gleich mehrere negativ inszenierte Figuren spielte.</p>
<p>Die wissenschaftliche Literatur zum Film und zur Geschichte Veit Harlans d&#252;rfte die meisten Winkel ausgeleuchtet haben, eine Menge ist bekannt. Nun ist ein spannendes Buch erschienen, das das Geschehen aus einer &#228;u&#223;erst emotionalen Perspektive darstellt: Veit Harlans Sohn Thomas Harlan hat es diktiert, bevor er im Oktober 2010 starb. Die atemlose Sprache erschl&#228;gt einen sofort:</p>
<p><em>Das ist nichts, gemessen an der Not, die du zu verwalten hast, gemessen an dem auch, was du anrichten musstest, auf Befehl, sagst du, deines Reichsministers f&#252;r Volksaufkl&#228;rung und Propaganda, der dich in Ruhe deine Blutspur ziehen lie&#223;, mordbeladen gl&#252;cklich, der du nicht nach Auschwitz kamst, der du nirgends hinkamst au&#223;er in die Wonne deiner Filme (&#8230;)</em></p>
<p>Die Sprache ist wuchtig und gewaltig, es ist die pers&#246;nliche Auseinandersetzung des Sohnes mit dem Gedanken der Schuld. Veit Harlan wurde ja zwei Mal freigesprochen vom Vorwurf des Verbrechens gegen die Menschlichkeit, von einem Richter, der als Staatsanwalt &#8222;dem Sondergericht Hamburg mit &#252;ber zwanzig Todesurteilen und f&#252;nfzehn Vollstreckungen wegen Bagatellen, insbesondere wegen Pl&#252;nderungen nach Luftangriffen, wegen Diebstahls von Feldpost-P&#228;ckchen, von Enten, G&#228;nsen und Kaninchen aus Schreberg&#228;rten&#8220;, diente, wie Thomas Harlan schreibt. Der Sohn, voller Abscheu der Linken zugewandt, litt unter dem Namen Harlan, weil ihn die falschen Leute hofierten. Thomas&#8216; Schwester Maria nahm den Namen ihrer Mutter wieder an und wurde mit ihrem M&#228;dchennamen Maria K&#246;rber erfolgreich.</p>
<p>Die Sprache in diesem kleinen Buch erinnert mich an Veit Harlans schwerm&#252;tige Melodramen &#8222;Opfergang&#8220; und &#8222;Immensee&#8220;, in denen eine bedr&#252;ckende Atmosph&#228;re herrscht, unentrinnbar, einschn&#252;rend, die Welt kalt und herzlos, einzig die fruchtbare Erde Heimat bietend, endlose Moore und karge Landschaften mit Birken, und in denen die weibliche Hauptrolle in Gestalt von Veit Harlans Frau Kristina S&#246;derbaum stets ins Wasser ging, was ihr bald den Kosenamen &#8222;Reichswasserleiche&#8220; einhandelte. Es war eine fatale und depressive Filmsprache, die keinen Ausweg l&#228;sst, und genauso unerbittlich formuliert nun Harlans Sohn seine Prosa-Berichte in epischer Breite.</p>
<p>Am Anfang dachte ich: Was ist das denn f&#252;r ein opulenter Schwulst? Mich interessieren nicht die viel zu deutlichen Aufschreie des Sohns in verzweifelter Hassliebe gegen&#252;ber dem Vater, oft erschien es mir aufgesetzt, sehr gewollt und eben inszeniert. Aber schnell mausert sich das Buch zu einem der seltenen Werke, die man an einem St&#252;ck durchliest, weil es sich als Fundgrube f&#252;r unerwartete Episoden der deutschen (Film-) Geschichte erweist.</p>
<p>Thomas Harlans Freundschaft mit Klaus Kinski zum Beispiel:</p>
<p><em>Kinskis Gesang (&#8230;) h&#246;rte sich, von Lebenswut und Sanftmut getrieben, wie eine Klage an, die mit den G&#246;ttern zu tun haben musste und der Anbetung des unendlichen Sch&#246;nen. Wer Kinski damals h&#246;rte, wer ihn als Prinz Heinrich fl&#252;stern sah, der hatte Tr&#228;nen in den Augen und ein abgeschn&#252;rtes Herz; der begriff nicht, wie es m&#246;glich war, mit einer menschlichen Stimme so weit in den Urschall des inneren Lebens vorzudringen (&#8230;). So grausam waren wir, Kinski, Klaus, und ich, dass wir ein M&#252;nchner Kino anz&#252;ndeten, in dem Filme meines Vaters gespielt wurden.<br />
</em></p>
<p>Oder die alten Nazis in der Bundesrepublik:</p>
<p><em>(Mein Vater) traf sich mit Herren der &#228;lteren Art, Herrenreitern, Rechtsanw&#228;lten der rechten Szene, Verteidigern, die er von den N&#252;rnberger Prozessen her kannte, nationalen Erbschleichern, die am Tropf der alten Herrschaft hingen und das Vaterland molken. Dr. Laternser war ein solcher, Kurt Georg Kiesinger ein anderer (&#8230;). Jahre sp&#228;ter (&#8230;) wurde Weirauch Bundesgesch&#228;ftsf&#252;hrer der Freien Demokraten, jener Hochburg f&#252;r Nationalsozialisten der Nachkriegszeit, unter die er sich gemengt hatte.&#8220;</em></p>
<p>Es ist ein zwiesp&#228;ltiges Buch, einerseits unbedingt lesenswert aufgrund der F&#252;lle an erstaunlichen Nebens&#228;chlichkeiten, andererseits durch die schwere Sprache sicherlich &#8222;Literatur&#8220;, aber eben auch ein wenig zu schwer, zu sehr der Vater. Vielleicht tue ich dem Buch damit Unrecht, aber in meinem Gef&#252;hl dringt das gleiche Schwerbl&#252;tige durch die Seiten, wie es bei Veit Harlans Melodramen von der Leinwand tropft.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Veit-Thomas-Harlan/dp/3498030124/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1303899515&amp;sr=8-1">&#8222;Veit&#8220; von Thomas Harlan finden Sie bei Amazon</a>.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/veit/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Guttenberg-Rhetorik</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/die-guttenberg-rhetorik/</link>
		<comments>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/die-guttenberg-rhetorik/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Mar 2011 10:32:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.thilo-baum.de/?p=7745</guid>
		<description><![CDATA[Ganz gleich, ob Sie zu-Guttenberg-Fan oder zu-Guttenberg-Gegner sind: Dieses Buch ist ein Muss. Eckart Lohse und Markus Wehner beschreiben das Leben und erkl&#228;ren das Handeln von Karl-Theodor zu Guttenberg – sein Denken, seine Werte, seine Priorit&#228;ten. Die Erg&#228;nzungen in puncto Plagiatsaff&#228;re sind eilig eingeflickt, aber das macht nichts. Wichtig ist: Diese Biografie zeigt uns, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.amazon.de/Guttenberg-Biographie-Eckart-Lohse/dp/3426275546/ref=amb_link_159275167_1?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;pf_rd_s=auto-sparkle&amp;pf_rd_r=1F642PNSPW1B6PHNTTQA&amp;pf_rd_t=301&amp;pf_rd_p=232616107&amp;pf_rd_i=guttenberg"><img class="alignnone size-full wp-image-7744" title="ktcover1" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/03/ktcover1.jpg" alt="" width="195" height="299" /></a>Ganz gleich, ob Sie zu-Guttenberg-Fan oder zu-Guttenberg-Gegner sind: Dieses Buch ist ein Muss. <a href="http://www.amazon.de/Guttenberg-Biographie-Eckart-Lohse/dp/3426275546/ref=amb_link_159275167_1?pf_rd_m=A3JWKAKR8XB7XF&amp;pf_rd_s=auto-sparkle&amp;pf_rd_r=1F642PNSPW1B6PHNTTQA&amp;pf_rd_t=301&amp;pf_rd_p=232616107&amp;pf_rd_i=guttenberg">Eckart Lohse und Markus Wehner</a> beschreiben das Leben und erkl&#228;ren das Handeln von Karl-Theodor zu Guttenberg – sein Denken, seine Werte, seine Priorit&#228;ten. Die Erg&#228;nzungen in puncto Plagiatsaff&#228;re sind eilig eingeflickt, aber das macht nichts. Wichtig ist: Diese Biografie zeigt uns, wie die Guttenberg-Rhetorik funktioniert. Wer dieses Buch liest, versteht, warum zu Guttenberg so verf&#252;hrerisch ist.<span id="more-7745"></span></p>
<p>Schon Karl-Theodor zu Guttenbergs auf das Jahr 1158 zur&#252;ckgehende Familiengeschichte ist spannend, und sie erkl&#228;rt einiges. Alter Adel, Verbindungen zu allen m&#246;glichen Adelsgeschlechtern, zu dem Hitler-Attent&#228;ter Claus Schenk Graf von Stauffenberg, gro&#223;e Verwandte in hohen &#196;mtern – das ist die Sozialisation, und sie ist f&#252;r den Sozialisierten normal. Der gedankliche Fokus scheint seit jeher auf das &#8222;Gro&#223;e&#8220; ausgerichtet zu sein, und das so selbstverst&#228;ndlich, wie es in anderen Familien das mont&#228;gliche Zur-Arbeit-Gehen ist.</p>
<p>Das Normale im Schloss und in den K&#246;pfen seiner Bewohner ist v&#246;llig anders als das Denken und Leben der meisten Menschen, und doch gelingt der Familie Volksn&#228;he. Die Familie setzt sich vom Volk nicht durch Arroganz ab (&#8222;wir da oben, die da unten&#8220;) und auch nicht durch Wertungen (&#8222;wir sind die Guten, die anderen die Schlechten&#8220;), wie das vielleicht manches Vorurteil verlangen w&#252;rde. Sondern sie setzt sich eben durch Gr&#246;&#223;e ab: Wir befassen uns mit den wirklich wichtigen Dingen mit den gro&#223;en Bedeutungen. Und weil das schon immer so war, ist es auch v&#246;llig normal. So wie manche Positivdenker das Negative ausblenden, blenden manche Gro&#223;denker das Kleine aus.</p>
<p>Die Orientierung an Gr&#246;&#223;e zieht sich durch zu Guttenbergs Worte und Taten: Er ist der Wirtschaftsminister, der in Sachen Opel die Wahrheit ausspricht. Er ist der Verteidigungsminister, der keine Intrige duldet. &#8222;Klarheit und Wahrheit&#8220; sind die Werte, die er hochh&#228;lt. Es besteht kein Grund, dass ein Minister die Spielchen der Ministerialb&#252;rokratie und des politischen Alltagsgesch&#228;fts mitmacht. Sondern er kann diese Gepflogenheiten auch hinterfragen. Das kommt super an.</p>
<p>Zugleich ist es dabei aber auch n&#246;tig, dass das Volk bei m&#246;glichst vielen Gelegenheiten erkennt, dass zu Guttenberg gro&#223; denkt. Die Autoren seiner Biografie zeigen, dass ihm das vor allem durch die Abgrenzung von den anderen im Politikbetrieb gelingt. Dass zu Guttenberg von Seitenhieben zu leben scheint, wird deutlich, wenn man den Ausf&#252;hrungen der Autoren zur Rhetorik zu Guttenbergs folgt:</p>
<p><em>&#8222;(&#8230;) damit setzt man hoffentlich den einen oder anderen Ma&#223;stab auch f&#252;r die Kollegen.&#8220; Mit dem &#8222;Blick Richtung Griechenland&#8220; weist er auf die finanziellen B&#252;rden (&#8230;) hin, warnt vor &#8222;Weichzeichnen&#8220;, bringt die Verantwortung wieder ins Spiel und warnt schlie&#223;lich vor &#8222;politischer Nostalgie&#8220;. Die Botschaft ist klar: Wenn es alle so machen w&#252;rden wie ich, ginge es dem Land besser!</em></p>
<p>Oder:<em><br />
</em></p>
<p><em>Guttenberg h&#228;lt seine Reden in der Regel frei. Damit kokettiert er gern, indem er von seinem Redemanuskript spricht, das sich aber, als er es hochhebt, blo&#223; als eine wei&#223;e Serviette entpuppt, die neben dem Wasserglas lag. Ich brauche so etwas nicht, soll das hei&#223;en.</em></p>
<p>Das ist eine Kleinigkeit, aber in ihrer Bedeutung nichts anderes als suggestives Bashing. Vor einem Fan-Publikum wirken solche Dinge nat&#252;rlich grandios, vor allem wenn die Leute zu Guttenbergs Anspielungen als Seitenhiebe auf den politischen Gegner interpretieren oder auch gerne auf die T&#246;lpel im eigenen Lager. Das feixende Gef&#252;hl, Anh&#228;nger des einen, Besseren zu sein, entsteht in den K&#246;pfen der Leute. Durch seine indirekte Rhetorik steht zu Guttenberg selbst als Saubermann dar und niemals als jemand, der sich unfairer Mittel bedient oder gar andere diskreditiert. Sein Bashing ist charmant.</p>
<p>Dieses Spannungsfeld ist es, was die zu-Guttenberg-Rhetorik ausmacht: Auf der einen Seite vertritt er seine hehren Ideale von Anstand und Gr&#246;&#223;e, auf der anderen Seite nutzt er zahlreiche suggestive Botschaften, um zwischen den Zeilen auszuteilen. Dass das nicht immer anst&#228;ndig ist, zeigen die Autoren anhand des &#246;ffentlichen Nachtretens gegen den geschassten Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan, der zu Guttenberg Informationen &#8222;vorenthalten&#8220; habe. Gewiss ist Nachtreten nicht unbedingt stilvoll. Aber angesichts des bevorstehenden Untersuchungsausschusses muss die &#246;ffentliche Meinung davon &#252;berzeugt sein, dass zu Guttenberg selbst in dieser Sache v&#246;llig sauber ist. Und das ist es, was zu Guttenberg wirklich kann: durch die richtigen Informationen an der richtigen Stelle bewirken, dass die Leute genau das denken, was sie im Sinne zu Guttenbergs denken sollen.</p>
<p>Das Spiel mit dem Publikum scheint nur in dem Moment schwierig zu werden, in dem zu Guttenberg Skeptikern gegen&#252;bertritt, wie etwa bei einer Rede vor Kommunalpolitikern in Berlin, die ihm eben nicht schon beim Auftritt stehend Beifall klatschten. Die Autoren der Biografie beschreiben solcherlei Schl&#252;sselsituationen akribisch und daher hervorragend nachvollziehbar:</p>
<p><em>Die Kommunalpolitiker pflegen den alten Stil, man will erst einmal sehen und h&#246;ren. Der Abend ist kein Selbstl&#228;ufer f&#252;r Guttenberg. Das verunsichert den Minister etwas. (&#8230;) Erst als Guttenberg nach zwanzig Minuten des Satz sagt: &#8222;Meine Meinung war es immer, dass es noch keinem jungen Menschen geschadet hat, wenn er sich f&#252;r diese Gesellschaft engagiert&#8220;, bekommt er den ersten Beifall. (&#8230;) Er legt rhetorisch nach – und &#252;berzieht. &#8222;Wenn mir einer vor einem Jahr gesagt h&#228;tte: Guttenberg, du musst einmal die Wehrpflicht aussetzen, ich h&#228;tte ihn aus dem Raum getreten.&#8220; Hoppla, ein Gewaltmensch? &#8222;Sonst bin ich schon zu h&#246;flicheren Formen der Kommunikation f&#228;hig&#8220;, f&#252;gt er rasch hinzu.</em></p>
<p>Und damit sind wir beim zweiten Spannungsverh&#228;ltnis, das die Biografie offenlegt: Einerseits wohlgew&#228;hlte Worte, andererseits Schnellsch&#252;sse. Deutliche Vorsicht auf unbekanntem Terrain, aber sobald er sich sicherer f&#252;hlt, neigt er zum &#220;berdrehen. Ein Hei&#223;sporn, der sich selbst kontrollieren muss?</p>
<p>Die Biografie liest sich spannend, und sie erkl&#228;rt nicht nur zu Guttenberg, sondern auch seine Fans und seinen Abgang. Es ist v&#246;llig klar, dass Menschen sich an ihm festhalten, weil endlich mal einer den Kleinkram ablehnt und die wichtigen Dinge benennt. Es ist aber auch v&#246;llig klar, dass Menschen sich von ihm abwenden, wenn sie hinter der durchdachten Rhetorik keine Substanz entdecken.</p>
<p>Und zweiteres ist es, worauf die Autoren hinweisen:</p>
<p><em>Viele halten ihn f&#252;r einen brillanten Redner. Das kann im Ernst aber nur sagen, wer ihm ein-, h&#246;chstens zweimal zugeh&#246;rt hat. (&#8230;) Wenn der Verteidigungsminister aber diesen sicheren Boden verl&#228;sst, kann es mit der inhaltlichen Trittfestigkeit schnell vorbei sein. (&#8230;) Dann reiht er eine halbe Stunde Gemeinpl&#228;tze aneinander (&#8230;).&#8220;</em></p>
<p>Der Skandal um seine zusammenkopierte Doktorarbeit, in deren Zusammenhang er von &#8222;Fehlern&#8220; spricht, statt zu erkl&#228;ren, wie diese Arbeit zustandekam – all das f&#252;gt sich laut den Autoren in das Bild, das sie infolge ihrer Recherchen auch bisher von zu Guttenberg hatten. Wobei ich als Leser keine Hinweise darauf finde, dass die Autoren voreingenommen an das Thema herangegangen w&#228;ren, um zu Guttenberg niederzuschreiben. zu Guttenberg hat das Bild, das man sich von ihm macht, selbst gezeichnet. Die Biografen stellen es dar.</p>
<p>Gemessen an Karl-Theodor zu Guttenbergs Strategie der &#246;ffentlichen Kommunikation ist sein Verhalten angesichts der Plagiatsvorw&#252;rfe nur konsequent. Es folgt seiner gewohnten Strategie, mit Klarheit und Wahrheit zu jonglieren, die schlie&#223;lich auch zuvor erfolgreich war. Es gelang ihm wieder, den Blick der &#214;ffentlichkeit vom Wesentlichen wegzulenken, indem er weiter vorgab, was seiner Auffassung nach das wirklich Wichtige, das Gro&#223;e war. Bei Opel war wichtig, keine Steuergelder einzusetzen – unwichtig war in aller Bescheidenheit sein Bed&#252;rfnis, im Amt zu bleiben. In Sachen Doktorarbeit hafteten an zu Guttenberg schlimmstenfalls ein paar fehlerhaft gesetzte Fu&#223;noten – wer sich angesichts toter deutscher Soldaten dar&#252;ber echauffierte, musste ja ein Kleingeist sein. Diese populistische Form von Relativismus scheinen nur wenige zu durchschauen, im Gegenteil: <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/die-wunderbare-welt-der-medien/wir-sind-nicht-besser-als-die-da-oben/">Viele Leute machen sich diese Logik sogar zu eigen</a>. Unterm Strich funktioniert das demagogische Spiel, indem Millionen Deutsche dieser &#228;u&#223;erst perfide konstruierten Gedankenf&#252;hrung folgen.</p>
<p>Die Autoren der Biografie beleuchten die Karriere Karl-Theodor zu Guttenbergs im Detail. Und wer alles liest, in dessen Kopf wird klar: Karl-Theodor zu Guttenberg spielt rhetorisch Schach. Die in jeder Hinsicht lesenswerte Biografie entlarvt seine Taktik.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/die-guttenberg-rhetorik/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

