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	<title>Thilo Baum &#187; Coaching</title>
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	<description>Thilo Baum: Klartext-Experte</description>
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		<title>Komm zum Punkt und denk mit!</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 13:05:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Einfache Erkenntnisse]]></category>
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Im M&#228;rz 2012 erscheint es, und es ist auch schon vorbestellbar: mein neues Buch „Denk mit!“. Es ist die logische Folge in der bisherigen Reihe meiner B&#252;cher.
In „Komm zum Punkt!“ ging es darum, wie wir uns klar ausdr&#252;cken und sagen, was wir meinen. In „Mach dein Ding!“ ging es darum, wie wir klar ausdr&#252;cken, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe frameborder="0" width="400" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/Fs15vIejNtI" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Im M&#228;rz 2012 erscheint es, und es ist auch <a href="https://www.amazon.de/Werden-erfolgreich-erkennen-Gegen%C3%BCber-wirklich/dp/386668567X/ref=sr_1_1?s=books&amp;ie=UTF8&amp;qid=1316004810&amp;sr=1-1">schon vorbestellbar</a>: mein neues Buch „Denk mit!“. Es ist die logische Folge in der bisherigen Reihe meiner B&#252;cher.</p>
<p>In <a href="http://www.thilo-baum.de/publikationen/komm-zum-punkt-das-rhetorik-buch-mit-der-anti-laber-formel/">„Komm zum Punkt!“</a> ging es darum, wie wir uns klar ausdr&#252;cken und sagen, was wir meinen. In <a href="http://www.thilo-baum.de/publikationen/mach-dein-ding/">„Mach dein Ding!“</a> ging es darum, wie wir klar ausdr&#252;cken, was uns ausmacht, und wie wir die Schlagzeile f&#252;rs Arbeitsleben finden. Der n&#228;chste Schritt ist die Frage: Wie bekommen wir heraus, was von dem, was wir k&#246;nnen und lieben, anderen n&#252;tzlich ist? Und das ist ganz einfach: indem wir uns in die Perspektive unserer Mitmenschen versetzen und mitdenken.</p>
<p>Mitdenken ist ein riesiges Thema, und es taucht bislang nirgends entsprechend auf. Es gibt eine Menge Literatur &#252;ber Empathie, Altruismus und soziale Kompetenz, es gibt eine Menge Zeug &#252;ber Werteverfall und abnehmende R&#252;cksicht, aber das Thema Mitdenken ist unterrepr&#228;sentiert. Vielleicht, weil unsere Gesellschaft dazu neigt, die Realit&#228;t zu theoretisch anzugehen.</p>
<p>Die meisten Leute verbinden „mitdenken“ mit Mitgef&#252;hl und sind schnell beim moralischen Anspruch der emotionalen Intelligenz. Was ihnen den Zugang zum Thema versperrt. Wenn wir die Z&#252;ge unseres Schachpartners voraussehen und &#252;berlegen, wie er wohl reagieren wird, wenn wir den L&#228;ufer ziehen, brauchen wir keinerlei Empathie. Wir brauchen Geistesgegenwart.</p>
<p>Und wenn ein Hotel nicht mitdenkt, weil es uns ein vierzig Zentimeter langes Netzwerkkabel zumutet, wobei die Steckdose am Bett ist, hilft keine empathische Entschuldigung. Denn es geht nicht um die Korrektur des Patzers oder um eine nette Atmosph&#228;re, sondern ums Mitdenken von Anfang an. Mitdenken ist eine Form von Gehirnaktivit&#228;t, die uns zu dem bef&#228;higt, was das Mitdenken ausmacht: zum Wechsel der Perspektive, weg aus unserer Binnensicht hin zum externen Blick auf uns und unser Business.</p>
<p>Die meisten Unternehmen suchen Kunden f&#252;r ihre Produkte. Kl&#252;ger ist es, Produkte zu finden f&#252;r die Kunden. Es ist immer klug, die Perspektive seiner Mitmenschen einzunehmen. Doch die allerwenigsten Unternehmen tun das. Seltsam, denn die meisten Menschen, die in Unternehmen arbeiten, sind doch selbst in vielerlei Hinsicht Kunden!</p>
<p>Und die Egozentrik zieht sich durch die Unternehmenskommunikation. Die meisten Unternehmen denken im Warum-Schema. Warum tun wir etwas? Weil wir es schon immer so gemacht haben. Statt dass sie im Wozu-Schema denken: Was ist das Ergebnis, was steht am Ende unseres Handelns, was wollen wir bewirken? Statt zu &#252;berlegen, was Kunden interessiert, schreiben die meisten nur von sich.</p>
<p>Wer im Wozu-Schema denkt, wird kaum einen so egozentrischen Newsletter verschicken wie das Hotel aus meinem kurzen Film. Man stelle sich vor: Die Top-Story des Newsletters eines Hotels ist die neue Direktorin. Doch eine intern sicher relevante Nachricht muss drau&#223;en noch lange nicht relevant sein. Besser ist da der Newsletter der <a href="http://www.detektive-kocks.de">Detektive Kocks</a>. Lassen Sie sich &#252;berraschen!</p>
<p>Der Film zeigt Ausschnitte aus meinem Auftritt am 12. September 2011 beim <a href="http://www.vip-bc.ch/">VIP-Business-Club </a>in St. Gallen. Viel Spa&#223;!</p>
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		<title>Kein Abschluss, kein Wissen?</title>
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		<pubDate>Tue, 05 Jul 2011 16:40:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine sehr spannende und sch&#246;ne Lekt&#252;re: &#8222;Underground&#8220; von Julian Assange und Suelette Dreyfus. Untertitel: &#8222;Die Geschichte der fr&#252;hen Hacker-Elite&#8220;.
Ein Hacker namens &#8222;Par&#8220; (Kurzform f&#252;r &#8222;The Parmaster&#8220;) ist zwei Jahre auf der Flucht vor dem Geheimdienst, landet in Haft und kommt durch einen geschickten Winkelzug seines Anwalts und eine L&#252;cke im kalifornischen Recht frei. Desorientiert irrt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine sehr spannende und sch&#246;ne Lekt&#252;re: &#8222;Underground&#8220; von Julian Assange und Suelette Dreyfus. Untertitel: &#8222;Die Geschichte der fr&#252;hen Hacker-Elite&#8220;.</p>
<p>Ein Hacker namens &#8222;Par&#8220; (Kurzform f&#252;r &#8222;The Parmaster&#8220;) ist zwei Jahre auf der Flucht vor dem Geheimdienst, landet in Haft und kommt durch einen geschickten Winkelzug seines Anwalts und eine L&#252;cke im kalifornischen Recht frei. Desorientiert irrt er durch die USA und ist auf der Suche nach Jobs, um f&#252;r die Flucht geliehenes Geld zur&#252;ckzahlen zu k&#246;nnen.</p>
<p><em>&#8222;Sie haben keine Computerkenntnisse&#8220;, sagte man ihm. Er erkl&#228;rte in aller Ruhe, dass er durchaus &#252;ber Computerkenntnisse verf&#252;ge.<br />
</em><em>&#8222;Ach ja? An welchem College haben Sie denn Ihr Diplom gemacht?&#8220;, fragten sie.</em><em><br />
Er hatte kein Diplom. Sein Wissen stammte nicht von der Universit&#228;t.</em><em><br />
&#8222;In welcher Firma haben Sie denn gelernt?&#8220;<br />
Nein, was er konnte, hatte er auch nicht in einer Firma gelernt.</em></p>
<p>Das ist das Angestelltendenken, das Nine-to-five-Denken. Es ist das Denken in Prozessen statt in Nutzen, in Formalien statt in Inhalten, in Qualifikationen statt in Qualit&#228;t, <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/es-lebe-die-vorstellungskraft/">in konvergenten Ensprechungsmustern statt in divergenten L&#246;sungen</a>, es ist Papier- und Obrigkeitsgl&#228;ubigkeit. Nur was dokumentiert ist, existiert. Was nicht dokumentiert ist, existiert nicht. Es ist ein Denken in Theorie statt in Praxis. Es ist ein Denken in Normen, die in der Realit&#228;t irrelevant sind. Doch solange in einem System praxisferne Theoretiker das Sagen haben, gelten eben auch deren Weltbilder.</p>
<p>Ein Buch &#252;ber Hacker ist nicht unbedingt ein Buch &#252;ber Kriminelle, es ist in allererster Linie ein Buch &#252;ber Selberdenker und Querdenker, &#252;ber Nonkonformisten.</p>
<p><a href="http://www.amazon.de/Underground-Geschichte-fr%C3%BChen-Hacker-Elite-Tatsachenroman/dp/394298900X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1309883876&amp;sr=8-1">Unbedingt lesen</a>.</p>
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		<title>Schenke und teile!</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 08:56:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
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		<description><![CDATA[Wer mich einmal im Workshop erlebt hat, wei&#223;, wie kritisch ich gegen&#252;ber den meisten Newslettern bin. Die meisten Unternehmen schreiben in ihren Newslettern (wie auch auf Homepage, in Facebook und Twitter) nur von sich. Dabei ist eine Unternehmensnachricht aus Sicht des Unternehmens m&#246;glicherweise gar nicht relevant f&#252;r die Leute drau&#223;en im Lande. Und die selbstverliebten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer mich einmal im Workshop erlebt hat, wei&#223;, wie kritisch ich gegen&#252;ber den meisten Newslettern bin. Die meisten Unternehmen schreiben in ihren Newslettern (wie auch auf Homepage, in Facebook und Twitter) nur von sich. Dabei ist eine Unternehmensnachricht aus Sicht des Unternehmens m&#246;glicherweise gar nicht relevant f&#252;r die Leute drau&#223;en im Lande. Und die selbstverliebten und betriebsblinden Absender wundern sich &#252;ber den ausbleibenden Erfolg.</p>
<p><strong>Nutzen und Unterhaltung</strong></p>
<p>Eine gute Newsletter-Betreffzeile macht niemals die Nummer des Newsletters zur Hauptsache, das ist schon mal wichtig. Denn welchen Nachrichtenwert hat der Ausdruck &#8222;Newsletter 12/2011&#8243; f&#252;r die Zielgruppe? Keinen. Also brauchen wir inhaltliche &#220;berschriften, die einen reinziehen. Letztlich also emotionale Anker, weil der Mensch durch Emotion ansprechbar ist. Sch&#246;ne Gef&#252;hle, &#220;berraschung, Verbl&#252;ffung – das sind Anker. Die Relevanz besteht in der Regel aus Nutzen oder Unterhaltung. Mit diesen einfachen Regeln fliegen 90 Prozent der Newsletter in den M&#252;ll, weil sie zu ego-zentriert sind.</p>
<p>Es gibt wenige Newsletter, die ich wirklich gerne lese. Einer stammt vom <a href="http://www.detektive-kocks.de/new/b2010l/startup.html">Detektiv Kocks</a>. Der erz&#228;hlt in seinem Newsletter nicht das langweilige Zeug, das wir erwarten w&#252;rden Marke &#8222;neue Infrarot-Techniken&#8220; oder &#8222;Wir ermitteln auch in Russland&#8220;. Was sollte ich auch damit anfangen? Was f&#252;r ihn wichtig ist, ist f&#252;r mich nicht unbedingt wichtig. Au&#223;erdem brauche ich gar keinen Detektiv. Also was macht er? Krimi-Ratespiele. Regelm&#228;&#223;ig lese ich seine R&#228;tsel und muss herausbekommen, wie es der Frau gelungen ist, aus einer verplombten Spendenb&#252;chse Geld zu entwenden. Irgendwo im Text schlummert die L&#246;sung. Und brauche ich mal einen Detektiv, ist schnell klar, welchen ich nehme. Durch seine Ratespiele habe ich Kocks immer auf dem Schirm. Ich werde nie ein Detektivb&#252;ro recherchieren m&#252;ssen.</p>
<p><strong>&#220;bers Lesen lesen</strong></p>
<p>Der zweite Newsletter, den ich wirklich gerne lese, ist der von <a href="http://www.stefan-fraedrich.de/newsletter/">Stefan Fr&#228;drich</a>. Auch er beherrscht die Kunst, Relevanz aus Sicht des Publikums zu erzeugen. Heute gestattet er uns einen Blick in seine B&#252;cherregale und schreibt vor allem &#252;ber das Lesen an sich:</p>
<p><em>&#220;berlegen Sie mal: Person 1 liest jede Woche ein Buch, Person 2 hingegen maximal den Sportteil der Lokalzeitung. Wer wird wohl nach einem Jahrzehnt mehr draufhaben? (&#8230;) Alle Guten lesen andauernd irgendwelche B&#252;cher, besuchen Seminare und Fortbildungen – und wachsen dabei nonstop. Sie suchen sie ihre Weiterbildungsthemen sehr genau selbst aus und werden so zu immer besseren und schlaueren Top-Leuten. Wow!</em></p>
<p>Und f&#252;r alle Faulen empfiehlt er Podcasts:</p>
<p><em>Meine derzeitigen Lieblingspodcasts sind „Freakonomics Radio“, „TED Talks“, „Neuropod“, der „Nature Podcast“ sowie „Die Profis – der Benecke“ (die finden Sie alle umsonst im iTunes-Store). Und nat&#252;rlich h&#246;re ich „Voices of experience“, unsere monatliche brancheninterne Speakerfortbildung, die von der amerikanischen NSA (National Speakers Association) produziert wird.</em></p>
<p><strong>Prinzip &#8222;Schenken und teilen&#8220;</strong></p>
<p>So wie Detektiv Kocks die Leute &#252;berwiegend mit Unterhaltung gewinnt, gewinnt sie Stefan Fr&#228;drich in seinem Newsletter vor allem mit Nutzen. Sein Prinzip ist &#8222;schenken und teilen&#8220;. Nur sehr wenige Menschen kapieren dieses Prinzip.</p>
<p>Eine Information zur&#252;ckzuhalten, obwohl sie anderen etwas bringen k&#246;nnte, entspricht der alten Ignoranz aus Zeiten vor Facebook und Twitter. Konkurrenzk&#228;mpfe haben sich auf weitgehend intransparenten M&#228;rkten entschieden – wir wussten oft von alternativen Angeboten gar nichts, weil wir gerade das Wochenbl&#228;ttle nicht da hatten.</p>
<p>Heute ist der Markt durchsichtiger: Wer nicht bei Google zu finden ist, existiert nicht. Durch die differenzierten Filterfunktionen des Internets, beispielsweise auf meiner Lieblings-Musikdatenbank <a href="http://www.soundtaxi.net">Soundtaxi</a>, findet jeder Anh&#228;nger eines Nischenproduktes, was er sucht. Umgekehrt bedeutet das: Auch Anbieter von Nischenprodukten finden ihre K&#228;ufer. Wer wertvolle Informationen weitergibt, schafft sich einen Ruf als Geber und bleibt wie Detektiv Kocks im Ged&#228;chtnis der Leute.</p>
<p>Das Prinzip &#8222;Schenken und teilen&#8220; findet sich auch in meinem derzeitigen Lieblingsfilm bei Youtube, &#8222;The Future of Publishing&#8220;:</p>
<p><iframe frameborder="0" width="400" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/Weq_sHxghcg" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Dessen Kernbotschaft: H&#246;ren Sie auf, Kunden f&#252;r Ihre Produkte zu suchen, sondern finden Sie Produkte f&#252;r Ihre Kunden. Bei dem Perspektivenwechsel, f&#252;r den ich in meinen Vortr&#228;gen und Seminaren eintrete, geht es genau darum. Welche Botschaft ist aus Sicht der Zielgruppe wichtig? Eine nummerierte Newsletter-Betreffzeile offenbart im Grunde nichts anderes, als dass das Absender-Unternehmen die Zeit nicht versteht.</p>
<p>Die Business-Landschaft teilt sich also (das tut sie schon l&#228;nger) in Geber und Nehmer, Schenker und Zur&#252;ckhalter, Konstruktive und Destruktive, Neue und Alte. Altes Denken hei&#223;t raffen, raffen, raffen und dabei gute Kunden verlieren und gute Mitarbeiter, weil heute kaum noch jemand unter derartigen Bedingungen arbeiten will – <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/business/der-business-luegner/">beispielsweise wird der &#8222;Business-L&#252;gner&#8220; heute mit seiner Tour nicht mehr so erfolgreich sein wie fr&#252;her</a>. Neues Denken hei&#223;t geben, geben, geben und dabei gute Menschen anziehen wie ein Magnet.</p>
<p>Wichtig ist heute, die gebenden Unternehmen zu erkennen und sie von den nehmenden klar unterscheiden zu k&#246;nnen. Das ist wichtig f&#252;r Kunden, Projektpartner, Investoren. Die Geber werden auf Dauer eine starke Community bilden, die den Geist der Zukunft vorgibt, w&#228;hrend die Nehmer weiterhin mit ihren Problemen k&#228;mpfen werden, die das Nehmen langfristig mit sich bringt.</p>
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		<title>Die gest&#246;rte F&#252;hrungskraft</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/die-gestoerte-fuehrungskraft/</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Jun 2011 06:49:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wer seinen Job hinwirft, tut das oft genug aufgrund seiner Chefs. Das Problem: mangelnde Wertsch&#228;tzung, Abwertung, Ignoranz guter Leistungen – und viele weitere narzisstische Pers&#246;nlichkeitsmerkmale. Sind Chefs gest&#246;rt?
Nicht grunds&#228;tzlich nat&#252;rlich. Aber zum einen forcieren F&#252;hrungspositionen den einen oder anderen extremen Charakter, und zum anderen ziehen F&#252;hrungspositionen extreme Charaktere an. Sie sind fachlich oft hoch gebildet, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer seinen Job hinwirft, tut das oft genug aufgrund seiner Chefs. Das Problem: mangelnde Wertsch&#228;tzung, Abwertung, Ignoranz guter Leistungen – und viele weitere narzisstische Pers&#246;nlichkeitsmerkmale. Sind Chefs gest&#246;rt?</p>
<p>Nicht grunds&#228;tzlich nat&#252;rlich. Aber zum einen forcieren F&#252;hrungspositionen den einen oder anderen extremen Charakter, und zum anderen ziehen F&#252;hrungspositionen extreme Charaktere an. Sie sind fachlich oft hoch gebildet, aber es mangelt ihnen gerne an der F&#228;higkeit, die Welt und die Dinge aus einer anderen als ihrer Perspektive zu sehen.</p>
<p>Ein tolles Buch f&#252;r alle, die ihre wahnsinnigen Chefs und die mitunter kranken Entscheidungen von Unternehmen verstehen wollen: <a href="http://www.amazon.de/Narzissten-Egomanen-Psychopathen-F%C3%BChrungsetage-Fallbeispiele/dp/3258072264/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1308120142&amp;sr=8-1">&#8222;Narzissten, Egomanen, Psychopathen in der F&#252;hrungsetage&#8220; von Gerhard Dammann</a>. Diese Art F&#252;hrungskraft gibt viel vor, h&#228;lt aber wenig (der Blender), gibt fremde Erfolge als eigene aus (Fremde-Federn-Schmuck) und f&#228;hrt Unternehmen gerne vor die Wand, weil ihm das eigene Image wichtiger ist als nachhaltiges Wirtschaften.</p>
<p>Und diesen Typen zeichnet zumindest meiner Erfahrung nach die Salamitaktik aus, die st&#252;ckweise Annexion der Zustimmung anderer zu irgendwelchen Ideen, die Ignoranz derer Einw&#228;nde, das Kleinreden von Gegenargumenten und die Ignoranz anderer Meinungen. Dieser Typ F&#252;hrungskraft spricht die L&#252;ge einfach so oft aus, bis man sie f&#252;r die Wahrheit h&#228;lt.</p>
<p>Ein wirklich grandioses Buch, &#252;ber das ich gewiss bei Gelegenheit mehr schreibe. Jetzt muss ich erst mal zum Kunden.</p>
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		<title>Gef&#252;hle schaffen Fakten</title>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 22:36:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Einfache Erkenntnisse]]></category>
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		<description><![CDATA[
Nein, nicht Fakten z&#228;hlen, nicht Genauigkeit, ersch&#246;pfende  Beschreibung. Menschen denken nicht mit dem Kopf. Nur eine Minderheit  von Theoretikern denkt abstrakt. Theoretiker m&#246;gen unsere Welt  beherrschen, aber sie sind eine Minderheit. Und meist unf&#228;hig, Menschen zu ber&#252;hren. Obwohl es genau darum geht.
Die meisten Menschen f&#252;hlen  konkret. Und sie denken direkt statt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe frameborder="0" width="400" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/BhywSsvowW4" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Nein, nicht Fakten z&#228;hlen, nicht Genauigkeit, ersch&#246;pfende  Beschreibung. Menschen denken nicht mit dem Kopf. Nur eine Minderheit  von Theoretikern denkt abstrakt. Theoretiker m&#246;gen unsere Welt  beherrschen, aber sie sind eine Minderheit. Und meist unf&#228;hig, Menschen zu ber&#252;hren. Obwohl es genau darum geht.</p>
<p>Die meisten Menschen f&#252;hlen  konkret. Und sie denken direkt statt um Ecken. Und darum sind Menschen  ber&#252;hrbar. Menschen sind anf&#228;llig f&#252;r die Bedeutung der Dinge.</p>
<p>Wenn Sie mit Ihrer Botschaft Menschen erreichen wollen, hat es keinen  Sinn, sie mit Details zu bel&#228;stigen. Es ist nicht klug, sich nur an  eine Minderheit zu richten, etwa an die Theoretiker. Kl&#252;ger ist es, die Bedeutung der Dinge zu vermitteln.</p>
<p>Wenn Sie die Menschen erreichen wollen, dann geben Sie ihnen einen  Rahmen und einen emotionalen Anker! Nur dann werden die Menschen sich  mit Ihren Fakten befassen. Ob es dabei um wissenschaftliche Studien geht  (die in Ermangelung griffiger Sprache bisher einer Minderheit  vorbehalten bleiben) oder um Unternehmensbotschaften (die aufgrund  verknoteter Management-Sprache bisher Unternehmen eher von den Kunden  entfernen, statt beide miteinander zu verbinden) – sofern Sie in  einfacher Sprache sagen, worum es geht, werden die Menschen Ihnen  folgen.</p>
<p>Eine gute Schlagzeile (Newsletter-Betreffzeile, Twitter-Tweet,  &#220;berschrift in Ihrer Pressemitteilung) vermittelt nie Ihre Fakten in  ihrer ersch&#246;pfenden Pr&#228;zision – auch wenn Ihnen Schule und Universit&#228;t  das beigebracht haben. Sondern sie vermittelt die Bedeutung.</p>
<p>Vergessen Sie nicht: Akademiker sind eine  Minderheit, die ihr akademisches Bildungsideal auf die gesamte Bildung  &#252;berst&#252;lpen mit der Folge, dass Arbeitgeber von Schulabg&#228;ngern nichts  halten.</p>
<p>Und eine gute Schlagzeile vermittelt auch nicht das, was Sie wollen. &#8222;Kauf mich!&#8220; ist eine schlechte Schlagzeile. Denn sie ist egozentriert und vermittelt nicht, was Ihre Leistung Ihrem Publikum bringt. Kaufappelle sind Spam.</p>
<p>Vermitteln Sie lieber, was Sie den Menschen bringen! Eine gute Schlagzeile transportiert darum die  Bedeutung dessen, was Sie sagen wollen.</p>
<p>Was also bedeutet Ihre Nachricht? Und vor allem: Worin besteht der  emotionale Anker? Wie ber&#252;hren Sie die Menschen, genau wie die junge  Dame mit ihrem Text f&#252;r den Blinden? Es geht um eine F&#228;higkeit, die die  Korrektdenker nicht beherrschen. Denn hier geht es um Gestaltung,  Vorstellungskraft und Einf&#252;hlungsverm&#246;gen!</p>
<p>Wenn Sie diese Fragen  klar beantworten – und &#8222;klar&#8220; bedeutet: keine theoretischen Exkurse,  keine akademischen Definitionen, sondern nur konkrete und greifbare  Anwendbarkeit –, dann sind Sie auf dem besten Weg!</p>
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		<item>
		<title>Danke, liebes Social-Media-Publikum!</title>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 10:45:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>

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Wertsch&#228;tzung ist etwas wirklich Tolles! Und ich danke unserem Roadshow-Publikum f&#252;r die tollen Feedbacks. Einer meinte k&#252;rzlich, er habe einmal den Social-Media-Workshop einer gro&#223;en deutschen Nachrichtenagentur besucht, und den w&#252;rden wir locker in die Tasche stecken. Es hagelt Xing-Anfragen und E-Mails in dem Stil: &#8222;Hallo Herr Baum! Ich bedanke mich ganz herzlich f&#252;r die vielen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/superlob1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8040" title="superlob" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/superlob1.jpg" alt="" width="400" height="67" /></a></p>
<p>Wertsch&#228;tzung ist etwas wirklich Tolles! Und ich danke unserem Roadshow-Publikum f&#252;r die tollen Feedbacks. Einer meinte k&#252;rzlich, er habe einmal den Social-Media-Workshop einer gro&#223;en deutschen Nachrichtenagentur besucht, und den w&#252;rden wir locker in die Tasche stecken. Es hagelt Xing-Anfragen und E-Mails in dem Stil: &#8222;Hallo Herr Baum! Ich bedanke mich ganz herzlich f&#252;r die vielen Inputs, die ich aus Ihren Vortr&#228;gen mitnehmen durfte!&#8220; Das geht im Minutentakt so: &#8222;Hallo Herr Baum, ihr Auftritt gestern in Luzern hat mich nachhaltig beeindruckt. Vielen Dank daf&#252;r! Viele Gr&#252;sse aus Z&#252;rich!&#8220;</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/fassbender.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8046" title="fassbender" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/fassbender.jpg" alt="" width="400" height="281" /></a></p>
<p>Die Show mit Pressetext hat sich zu einem klasse Intensivkurs entwickelt, in dem wir unseren G&#228;sten konkrete Tipps und Anleitungen geben, um mit ihren Unternehmensbotschaften im Netz erfolgreich zu sein. Anders als viele andere Workshops bel&#228;stigen wir niemanden mit langweiligen Zahlen und Statistiken. Altersverteilung bei Facebook? Studien f&#252;r &#214;sterreich? Irrelevant, weil sich bei Facebook Zielgruppen nach Altersfiltern finden lassen – und weil es nicht um akademische Diskurse geht, sondern um anwendbare Praxis. Feuilletonistische Debatten dar&#252;ber, wann wohl die Info-Flut so gro&#223; ist, dass die Leute darin ersaufen? F&#252;hren wir nicht, denn diese Situation haben wir seit zwanzig Jahren. Wie viele Videos werden t&#228;glich bei Youtube hochgeladen? Uninteressant – es hat auch fr&#252;her niemanden interessiert, wie viele Sendungen in einer Woche im Fernsehen laufen. Wir vollziehen den Perspektivenwechsel hin auf den User: Niemand kann mehr als vierundzwanzig Stunden am Tag fernsehen.</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/referenz1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8051" title="referenz1" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/05/referenz1.jpg" alt="" width="400" height="114" /></a></p>
<p>Und darum lassen wir solche theoretischen und irrelevanten Dinge weg – sie w&#252;rden die Zeit rauben, die wir f&#252;r Substanz und greifbaren Content brauchen. Es geht um die Frage: Wie gelingt es jedem einzelnen Seminarteilnehmer, den Blick seiner Zielgruppe auf die f&#252;r sie relevanten Botschaften zu richten – ungeachtet allen L&#228;rms darum herum? Und daf&#252;r entwickeln wir anwendbare Ideen.</p>
<p>Statt irgendwelcher Nebenschaupl&#228;tze sprechen mein lieber Co-Referent Alexander Maria Fa&#223;bender und ich konkret &#252;ber Ziele: Was soll das Ergebnis einer Strategie sein, was soll die Zielgruppe tun? &#220;ber Wege: Auf welchen Kan&#228;len f&#252;hre ich mein Publikum ins Ziel? &#220;ber Medien: Welche Inhalte eignen sich f&#252;r Text, Bewegtbild, Foto, Film und App? &#220;ber emotionale Zug&#228;nge: Wie formuliere ich den Nutzen meines Produktes und meiner Marke so, dass ich damit Menschen einfange? &#220;ber trojanische Pferde: Mit welchen Services begeistere ich Leute, damit sie en passant meine Botschaft erfassen? &#220;ber Text: Wie formuliere ich eine Schlagzeile? &#220;ber Appetizer: Wie gelingt eine gute Statuszeile bei Xing, ein guter Tweet?</p>
<p>Selbstverst&#228;ndlich stehen wir beide auch selbst als Produkte bereit: Alexander als Crack f&#252;r Netzwerke, Marketing und den &#220;berblick &#252;ber s&#228;mtliche Entwicklungen bei Facebook &amp; Co., und ich als Crack f&#252;r Zuspitzung, Botschaften und Kan&#228;le. Referenzen finden Sie auf der <a href="http://www.pressetext.com/workshops/sm-praxis/">Pressetext-Seite</a>. Anfragen f&#252;r Inhouse-Schulungen einfach <a href="mailto:thilo@thilo-baum.de">per E-Mail</a>.</p>
<p>Gesammelte Audio-Eindr&#252;cke hier:</p>
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		<title>Nur das Richtige tun</title>
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		<pubDate>Thu, 12 May 2011 05:29:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Coaching]]></category>

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		<description><![CDATA[Der heutige Erfolgstipp von Martin Betschart ist wirklich wertvoll:
Bevor Sie sich an eine Aufgabe setzen, sollten Sie sich einmal &#252;ber Folgendes klar werden: Muss das, was Sie tun m&#252;ssen, wirklich getan werden? Manchmal sperren wir uns gegen eine Aufgabe, weil wir unbewusst das Gef&#252;hl haben, dass diese Aufgabe nicht so wichtig und unn&#246;tig ist oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der heutige Erfolgstipp von Martin Betschart ist wirklich wertvoll:</p>
<p><em>Bevor Sie sich an eine Aufgabe setzen, sollten Sie sich einmal &#252;ber Folgendes klar werden: Muss das, was Sie tun m&#252;ssen, wirklich getan werden? Manchmal sperren wir uns gegen eine Aufgabe, weil wir unbewusst das Gef&#252;hl haben, dass diese Aufgabe nicht so wichtig und unn&#246;tig ist oder dass es doch gef&#228;lligst jemand anders machen sollte.</em></p>
<p>Martin Betscharts Erfolgstipps kommen t&#228;glich fr&#252;hmorgens per E-Mail. <a href="http://www.365erfolgstipps.com/">Abonnieren.</a></p>
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		<title>Wir sind frei</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Feb 2011 10:28:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Mach dein Ding!]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn man einmal wirklich verstanden hat, dass die Gegenwart das Ergebnis der Vergangenheit ist, kann sich ein Leben ziemlich schnell &#228;ndern. Denn wer das versteht, versteht auch: Die Zukunft wird das Ergebnis der Gegenwart sein.
Wir sind frei in unserem freien Land. Wir d&#252;rfen selbst entscheiden, was wir tun. Ob wir vor der Glotze sitzen oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man einmal wirklich verstanden hat, dass die Gegenwart das Ergebnis der Vergangenheit ist, kann sich ein Leben ziemlich schnell &#228;ndern. Denn wer das versteht, versteht auch: Die Zukunft wird das Ergebnis der Gegenwart sein.</p>
<p>Wir sind frei in unserem freien Land. Wir d&#252;rfen selbst entscheiden, was wir tun. Ob wir vor der Glotze sitzen oder unser Leben in die Hand nehmen &#8211; all das entscheiden wir selbst.</p>
<p>Menschen, die ihr Leben verschwenden, indem sie ziellos und wie nach einem externen Autopiloten nur auf Ereignisse und Handlungen anderer reagieren, verstehe ich nicht. Es ist mir nicht begreiflich, wie jemand so tun kann, als sei er oder sie fremdbestimmt.</p>
<p><strong>Was sagen Freiheitsk&#228;mpfer, wenn wir jammern?</strong></p>
<p>Was wir gerade in Nordafrika erleben, ist der Drang zu der Freiheit, die wir in der westlichen Welt schon lange haben, und die die Menschen im Osten Deutschlands und in den fr&#252;heren Warschauer-Pakt-Staaten seit nun zwanzig Jahren haben.</p>
<p>In einer Diktatur, okay, da hat das Individuum nicht unbedingt die Freiheit zu entscheiden, was es tut. Und deswegen k&#228;mpfen Menschen in Diktaturen eben hin und wieder auch einmal genau um diese Freiheit. Diese Menschen wollen nicht fremdbestimmt sein, sondern sie wollen ihr Leben in die Hand nehmen d&#252;rfen, wenn sie sich dazu entscheiden. Die Menschen dort wollen die gleiche Freiheit wie wir. Sie wollen sagen d&#252;rfen, was sie meinen, und sie wollen auch gedanklich ebenso frei agieren k&#246;nnen wie wir. Diktaturen bringen selten Nobelpreise zustande oder auch erfolgreiche Selfmade-Gesch&#228;ftsleute aus dem Volk, weil zur Pers&#246;nlichkeitsentwicklung die Freiheit geh&#246;rt.</p>
<p>Sehen diese jungen nordafrikanischen K&#228;mpfer f&#252;r die Freiheit eigentlich, wie manche Menschen in Wohlstandsl&#228;ndern ihr Leben verschwenden, und wie sie sich ihre Unt&#228;tigkeit mit einer angeblichen Ohnmacht sch&#246;nreden? Was sollen die jungen Leute denken, die in Tunesien, &#196;gypten und Algerien f&#252;r ein selbstbestimmtes Leben k&#228;mpfen, wenn sie Mitteleurop&#228;er sehen, die, oft seit Jahren arbeitslos, Gelegenheit um Gelegenheit vorbeirauschen lassen, selbst nicht wirklich aktiv werden und zugleich &#252;ber ihr Leben klagen? Was empfindet so ein Freiheitsk&#228;mpfer, wenn wir hier &#252;ber das System schimpfen oder die b&#246;se Wirtschaft, weil wir keinen Job haben?</p>
<p><strong>Ich habe keinen Job! Und ich bin gl&#252;cklich damit</strong></p>
<p>Hierzulande k&#246;nnen wir weitestgehend tun, was wir wollen. Ich habe seit Jahren keinen Job mehr, weil ich keinen mehr will. <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/coaching/machen-sie-das-richtige-richtig/">W&#228;hrend die meisten Menschen glauben</a>, sie <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/business/kein-job-klar-bei-dem-selbstbetrug/">br&#228;uchten einen Job</a>, habe ich mich dagegen entschieden. Ich will keinen Job. Und niemand kann mich in einen Job zwingen. Das ist meine Freiheit. Unbegreiflich f&#252;r manche ist: Trotz der Entscheidung, keinen Job mehr zu haben, geht es mir gut. Ich habe keinen Grund zu jammern. Und ich wei&#223; genau: H&#228;tte ich einen Grund zu jammern, dann l&#228;ge das nur an mir. Und zwar in jedem Fall. Ob ich in einem Job jammern w&#252;rde oder eben ohne einen Job.</p>
<p>Ich arbeite, was ich will, daran kann mich niemand hindern. Wenn ich mich frage, was ich in zwanzig Jahren tun m&#246;chte, dann ist es genau das, was ich jetzt schon tue. Das bedeutet, dass ich meine Freiheit nicht nur habe, sondern auch nutze. F&#252;r viele in meiner Umgebung ist das vollkommen selbstverst&#228;ndlich, sie leben genauso. F&#252;r andere aber ist es nicht selbstverst&#228;ndlich. Ist das, was jemand tut, das, was er tun will? Wenn nein, k&#246;nnte es an der Zeit sein zu fragen, inwieweit die bisherigen Strategien jemanden zum Ziel f&#252;hren oder nicht.</p>
<p>Dass meist abh&#228;ngig Besch&#228;ftigte nicht gl&#252;cklich mit ihrer T&#228;tigkeit sind, erkl&#228;rt sich ganz einfach: Unser Bildungssystem sozialisiert den Nachwuchs mit dem Mantra &#8222;Such dir einen sicheren Job&#8220;. Und so denken die Menschen eben, sie m&#252;ssten Kompromisse eingehen. Die Leute denken tats&#228;chlich, es g&#228;be nichts anderes. Sie sind fest davon &#252;berzeugt, sie h&#228;tten sich auf die f&#252;r sie vorgesehene Spur zu begeben, weil sonst F&#252;rchterliches drohe.</p>
<p><strong>Bewusst oder unbewusst – wir haben uns entschieden</strong></p>
<p>Aber ich wei&#223; auch, dass sich alle diese Menschen dazu entschieden haben, das zu glauben. Ob bewusst oder unbewusst: Sie folgen einem gedanklichen Muster, einem Glaubenssatz. Der lautet in etwa so: &#8222;Ich glaube, dass ich nur dann ein gesichertes Einkommen habe, wenn ich mich in eine abh&#228;ngige Besch&#228;ftigung begebe.&#8220;</p>
<p>Ist ein Arbeitnehmer ungl&#252;cklich in seinem Job, wird er gemobbt oder gebasht oder was auch immer, dann ist auch in seinem Leben seine heutige Lage das Resultat seiner gestrigen Entscheidungen. Niemand hat ihn oder sie gezwungen, den Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Er oder sie muss sich nicht von &#252;blen Chefs das Leben vermiesen lassen. Er oder sie muss es auch nicht jahrelang vers&#228;umen, eine Alternative vorzubereiten. Niemand muss alles auf eine Karte setzen, seine finanzielle Lage von nur einer Quelle abh&#228;ngig machen und im Fall der F&#228;lle ohne Alternative dastehen. Wir m&#252;ssen uns nicht mit einhundert Prozent unserer Zeit, Energie und Aufmerksamkeit mit den Inhalten unseres Jobs befassen und uns damit die Zeit rauben, den Absprung vorzubereiten. Wir m&#252;ssen &#252;berhaupt nichts.</p>
<p>Aber was wir wollen, d&#252;rfen wir. Wir d&#252;rfen unsere Alternativen schon w&#228;hrend unseres Jobs entwickeln – auch wenn die meisten Menschen in sogenannten festen Jobs das nicht tun und wenn es in manchen Kreisen als ungew&#246;hnlich gilt. In jedem Fall ist es eine Entscheidung, es nicht zu tun. Viele sind schlicht zu bequem, um sich nach Alternativen umzuschauen und einen Plan B zu entwickeln f&#252;r eine alternative Existenz. Doch selbst das ist eine Entscheidung: Mir ist die Bequemlichkeit wichtiger, als den unsch&#246;nen Verh&#228;ltnissen zu entfliehen. Vielleicht entscheide ich mich auch, die Augen vor der Realit&#228;t zu verschlie&#223;en – auch das ist meine Entscheidung.</p>
<p>Das Bewusstsein, dass wir heute entscheiden, wo wir morgen stehen, fehlt ein wenig in unserer Gesellschaft, um das einmal zur&#252;ckhaltend zu formulieren. In den Schulen fehlt ein Schulfach namens &#8222;Pers&#246;nlichkeitsentwicklung&#8220;. Die Bildungsdebatte ist in ihrer momentanen Form v&#246;llig sinnfrei, da wir derzeit nur dar&#252;ber diskutieren, wie lange und mit wem wir in die Schule gehen sollen. Solange wir in der Schule aber nicht lernen, wie wir Ideen entwickeln und bewerten, wie wir zielf&#252;hrende Entscheidungen treffen, wie wir ergebnisorientiert handeln statt nur ablauforientiert, ist es auch egal, wie lange und mit wem wir diese Dinge nicht lernen.</p>
<p><strong>Die Bildungsdebatte l&#228;uft am Thema vorbei</strong></p>
<p>Momentan diskutieren wir &#252;ber Erziehungsmethoden: Wie streng d&#252;rfen wir zu Kindern sein? Und schon wieder ist es gelungen, die Aufmerksamkeit der &#214;ffentlichkeit von den inhaltlichen Defiziten wegzulenken. Solange wir jungen Menschen nicht beibringen, dass sie weitaus mehr M&#246;glichkeiten haben, als das System bisher vorgibt, und solange in der Wissensvermittlung jede Menge Inhalte zu kurz kommen, verdient jede Diskussion &#252;ber P&#228;dagogik die Bemerkung &#8222;Thema verfehlt&#8220;, weil sie die Frage nach den Inhalten unterschl&#228;gt.</p>
<p>Alles in unserem Leben ist so, wie wir es uns ausgesucht haben. Wir haben uns dazu entschieden. Also ist es heute geboten, die richtigen Dinge f&#252;r morgen zu entscheiden. Vielleicht haben wir uns f&#252;r unser heutiges Leben nicht bewusst entschieden, sondern aufgrund scheinbar bindender Denkmuster und Glaubenss&#228;tze. Dann k&#246;nnen wir jetzt, in der Gegenwart, entscheiden, ob wir uns weiterhin von diesen Denkmustern und Glaubenss&#228;tzen leiten lassen, oder ob wir sie hinterfragen oder gar hinter uns lassen.</p>
<p><strong>Entscheiden wir uns f&#252;r die richtigen Strategien!</strong></p>
<p>Offenbar haben die bisherigen Strategien bei manchen von uns nicht dazu gef&#252;hrt, dass sie gl&#252;cklich sind. Offenbar haben sie uns eher ungl&#252;cklich gemacht, pleite, krank, was auch immer. Wichtig ist nun zu erkennen, dass die Schritte zu diesem Zustand allesamt unseren Entscheidungen folgten. Niemand hat uns gezwungen, in diese oder jene Stadt zu ziehen, mit diesem oder jenem Partner zusammenzusein, unser Geld in dieses oder jenes Projekt zu stecken, ein Haus zu bauen, einen Kredit aufzunehmen, einen &#252;berteuerten Urlaub zu machen oder uns dieses oder jenes Problem ans Bein zu binden. Niemand hat uns gezwungen, S&#252;&#223;igkeiten zu essen, niemand hat uns gezwungen, dummes Zeug im Fernsehen zu sehen. Das alles haben wir selbst entschieden. Dummes Zeug im Fernsehen zu sehen, war f&#252;r uns in dem Augenblick wichtiger, als unser Leben in die Hand zu nehmen.</p>
<p>Allerdings kann uns auch niemand zwingen, den alten Mustern weiterhin zu folgen. Wenn wir erkannt haben, wohin uns unsere alten Strategien gef&#252;hrt haben und wir dieses Ergebnis nicht l&#228;nger wollen, k&#246;nnen wir heute entscheiden, die Strategien zu w&#228;hlen, die uns zu dem Ergebnis f&#252;hren, das wir uns f&#252;r unsere Zukunft w&#252;nschen. Um morgen ein Ziel zu erreichen, m&#252;ssen wir nur heute die Dinge tun, die uns zu diesem Ziel f&#252;hren.</p>
<p>Wir haben dazu jede Freiheit der Welt.</p>
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		<title>Denkfehler Frauenquoten-Diskussion</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/buchtipps/denkfehler-frauenquoten-diskussion/</link>
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		<pubDate>Sun, 06 Feb 2011 11:48:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Mach dein Ding!]]></category>
		<category><![CDATA[Stammtisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Um eines vorwegzunehmen: Ich habe im Grunde nichts gegen Forderungen einer Frauenquote in F&#252;hrungsetagen. Aber sofern man mich fragen w&#252;rde, ob ich f&#252;r oder gegen eine solche Quote sei, m&#252;sste ich mit &#8222;Weder noch&#8220; antworten. Denn f&#252;r meine Begriffe geht die Diskussion am Thema vorbei.
Es ist im Kern &#252;berhaupt nicht wichtig, ob wir eine solche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um eines vorwegzunehmen: Ich habe im Grunde nichts gegen Forderungen einer Frauenquote in F&#252;hrungsetagen. Aber sofern man mich fragen w&#252;rde, ob ich f&#252;r oder gegen eine solche Quote sei, m&#252;sste ich mit &#8222;Weder noch&#8220; antworten. Denn f&#252;r meine Begriffe geht die Diskussion am Thema vorbei.</p>
<p>Es ist im Kern &#252;berhaupt nicht wichtig, ob wir eine solche Quote haben, solange die gedankliche Basis der Debatte schief h&#228;ngt. Und das tut sie, solange die Masse der Menschen sich nicht inhaltlich profiliert und wir diese vielen austauschbaren Managertypen haben. Wer ein Profil entwickelt und sich unabh&#228;ngig jeder Besch&#228;ftigungsform klar positioniert – und damit die Leute das lernen, bedarf es eines Umdenkens in der Bildungs- und Arbeitsmarktpolitik – braucht sich &#252;ber Benachteiligungen keine Gedanken zu machen.</p>
<p><strong>Quoten-Diskussion ist Angestellten-Diskussion<br />
</strong></p>
<p>Die Quoten-Diskussion bezieht sich vor allem auf Unternehmen, auf F&#252;hrungsetagen. Dort sind M&#228;nner ohne Frage &#252;berrepr&#228;sentiert. Nun denken viele Menschen in Dimensionen ausgleichender Gerechtigkeit, und aus deren Logik heraus mag es zwangsl&#228;ufig erscheinen, eine Quote zu fordern. Das w&#228;re dann nachvollziehbar, wenn es tats&#228;chlich nur die Option g&#228;be, in gro&#223;en Unternehmen eine Karriere als Manager zu machen. Es w&#228;re dann sinnvoll, wenn das erstrebenswert w&#228;re.</p>
<p>Aber ist es das? Ich denke, gerade aus Sicht der Bef&#252;rworterinnen der Frauenquote ist es das nicht. Denn will ich in einem Unternehmen, das mir aufgrund meines Geschlechtes oder sonst einer Eigenschaft die Karriere erschwert, &#252;berhaupt arbeiten? W&#252;nsche ich mir ein Arbeitsumfeld, in dem gesellschaftliche Mechanismen herrschen, die ich nicht gut finde? Definitiv nein. Im Gegenteil: Menschen, die sich um Jobs in Systemen rei&#223;en, die sie schon vom Setting her diskriminieren, sind mir eher suspekt. Die kapiere ich nicht. Warum wollen sie da hin?</p>
<p>Der gro&#223;e Denkfehler bei der Sache ist: Die Debatte um die Frauenquote bezieht sich ausschlie&#223;lich auf Jobs in abh&#228;ngiger Besch&#228;ftigung. Ich habe den Eindruck, alle Welt rei&#223;e sich um Arbeitnehmerjobs und um ein Leben, in dem die einzige Geldquelle der gute Wille eines Unternehmens ist. Mir scheint, die Leute w&#252;nschen sich wie wahnsinnig Manager-Jobs, also Posten, die f&#252;r den Job viel zu gering bezahlt sind und aufgrund ihrer engen Definitionen innerhalb der Organigramme kaum kreativen Handlungsspielraum lassen. Aber wollen wir wirklich mit Gewalt nur diese typischen Arbeitnehmerkarrieren machen, die irgendwann in irgendwelchen Managerposten m&#252;nden? Ich verstehe die Frauen, die eine Quote fordern, in diesem Punkt nicht.</p>
<p><strong>Wer etwas auf dem Kasten hat, kann erfolgreich werden</strong></p>
<p>Jeder Mensch, also auch jede Frau, hat in einem freien Land jederzeit die Chance, selbst eine Existenz aufzubauen, in der es nicht n&#246;tig ist, Quoten zu fordern und andere Dinge, die das Leben reglementieren und b&#252;rokratisieren. Wenn eine Frau zum Gewerbeamt geht und ihr Business anmeldet, steht ihr nichts im Weg, auch keine Quote. Sie muss nicht gegen Bremser k&#228;mpfen, und sie kann sogar, wenn sie will, eine hundertprozentig weibliche Belegschaft aufbauen. Aus meiner Sicht sollte sie das auch d&#252;rfen.</p>
<p>Wir sind grunds&#228;tzlich frei. Wir alle k&#246;nnen unsere F&#228;higkeiten und unsere Zeit nehmen und &#252;berlegen, mit welchem Produkt wir unseren Mitmenschen beim Leben helfen k&#246;nnen. Wir m&#252;ssen uns gar nicht wie fremdgesteuert ins Arbeitnehmerleben st&#252;rzen, als g&#228;be es nichts anderes. Wir m&#252;ssen gar nicht glauben, wir k&#246;nnten nur in m&#228;nnerdominierten Unternehmen arbeiten. Die vielen Frauen, die sich an m&#228;nnlichen Managern die Z&#228;hne ausbei&#223;en und unter den Verh&#228;ltnissen leiden, sind in Wirklichkeit gar nicht auf diese M&#228;nner angewiesen. Sie k&#246;nnten auch ihr Ding machen. Sie wissen es nur nicht, weil sie einigen fatalen Denkmustern ihrer Sozialisation folgen.</p>
<p><strong>Quoten-Diskussion unterschl&#228;gt individuelle Alternativen<br />
</strong></p>
<p>&#8222;Such dir einen festen Job&#8220;, &#8222;Dein Lebenslauf muss l&#252;ckenlos sein&#8220;, &#8222;Mach Karriere&#8220; – alles von Elternh&#228;usern, Schulen und Hochschulen multiplizierter Bullshit, wenn jemand wirklich was auf dem Kasten hat. Wer etwas kann, kann erfolgreich werden, und er ist dabei nicht zwingend auf Bremser in F&#252;hrungsetagen angewiesen, die es zu &#252;berzeugen oder per Quote zu zwingen g&#228;lte.</p>
<p>Wie gesagt: Innerhalb des Denkmusters &#8222;abh&#228;ngige Besch&#228;ftigung&#8220; verstehe ich die Quoten-Forderung sehr gut, weil dort in der Tat Saboteure sitzen, die gute weibliche F&#252;hrungskr&#228;fte verhindern. Wenn wir wirklich nur die Option h&#228;tten, in einem Konzern zu arbeiten, w&#252;rde ich die Diskussion verstehen. Ich w&#252;rde vielleicht zu bedenken geben, dass wir dann bald auch Ausl&#228;nder- und Behindertenquoten haben und Quoten f&#252;r Tr&#228;ger seltener Haut- und Haarfarben – denn auch die sind ja schlie&#223;lich innerhalb des Settings benachteiligt.</p>
<p>Aber ich wei&#223; eben, dass das Setting des Nine-to-five-Lebens nur eine von mehreren M&#246;glichkeiten ist, ein Einkommen zu generieren, und ich wundere mich, warum alle in diese Strukturen reinwollen. Wer die Diskussion verfolgt, glaubt bald, Menschen k&#246;nnten sich nur anstellen lassen. Dass wir Alternativen haben, geht unter.</p>
<p>Angesichts der Quotendiskussion frage ich mich, warum die Leute wie die Wahnsinnigen darum k&#228;mpfen, in m&#228;nnlich dominierten Unternehmen einen Job zu bekommen und bei Gegenwind aufgrund der Strukturen m&#252;hevoll Karriere zu machen, statt auf die Verh&#228;ltnisse zu pfeifen und selbst etwas aufzuziehen. Ich vermisse den Gestaltungswillen, durch Unternehmensgr&#252;ndungen die Verh&#228;ltnisse zu ver&#228;ndern. Ich vermisse das Vertrauen ins eigene Potenzial. Ich hinterfrage vor allem die Selbstverst&#228;ndlichkeit, nur in Nine-to-five-Kriterien zu denken, denn dieses Denken ist die Ursache des &#220;bels. Ich hinterfrage das scheinbar selbstverst&#228;ndliche Arbeitnehmerdasein. Und damit auch alles, was aus ihm folgt.</p>
<p><strong>Sich schlecht behandeln zu lassen, gilt als normal</strong></p>
<p>Was mich an der Quoten-Diskussion am meisten st&#246;rt, ist die angeblich selbstverst&#228;ndliche Akzeptanz der eigenen Ohnmacht. Weil wir nur im Setting des Arbeitnehmerdaseins denken, tun wir so, als seien wir auf das Wohlwollen von Chefs angewiesen, obwohl wir das ganze System hinterfragen k&#246;nnten. Wir k&#228;mpfen innerhalb von Strukturen, die wir auch hinter uns lassen k&#246;nnten. Wir glauben, wir seien zur Passivit&#228;t verurteilt. Wir glauben, beruflich gut dazustehen, l&#228;ge au&#223;erhalb unserer Entscheidung. Wir halten es f&#252;r normal, uns unter Chefs wegzuducken, und wir halten es f&#252;r normal, grenzdebile Entscheidungen von Vorgesetzten umzusetzen. Wir denken allen Ernstes, unser Leben sei das Ergebnis von Entscheidungen anderer. Das ist ein ziemlich krasser kollektiver Selbstbetrug.</p>
<p>Stattdessen k&#246;nnten wir uns auch auf unser Potenzial besinnen und das ausbauen. Wenn ich etwas wirklich gut kann, was gebraucht wird, kommen die anderen nicht umhin, mit mir zu arbeiten. Wer mein Produkt braucht, kauft. Wer mich als Typ gut findet, bucht mich. Und das gilt auch f&#252;r alle anderen Menschen: Wir sind dann erfolgreich, wenn wir etwas bieten, was andere brauchen. Bevor wir eine Quote f&#252;r wen auch immer fordern, sollten wir gesellschaftlich durchdringen lassen, dass wir selbst entscheiden, wo wir stehen. Wir entscheiden, was wir essen und wen wir heiraten. Aber wie wir arbeiten und unser Geld verdienen, das &#252;berlassen wir dem Wohlwollen anderer? Nein.</p>
<p>Und genau diese angeblich selbstverst&#228;ndliche Passivit&#228;t ist der Denkfehler in der Quotendiskussion. Wir sind nicht passiv. Wir k&#246;nnen aktiv sein. Kein vern&#252;nftiger Mensch will f&#252;r Leute arbeiten, die ihn mies behandeln. Ein selbstbewusster Mensch duldet kein Management &#252;ber sich, das ihn aus welchen Gr&#252;nden auch immer diskriminiert und ihm die Entfaltungschancen nimmt. Ein selbstbewusster Mensch duldet es nicht, wenn irgendwelche Chefs oder Strukturen ihm die Wertsch&#228;tzung versagen. Dieser selbstbewusste Mensch kommt deswegen auch nicht mit einer Quoten-Forderung daher, sondern er steigt aus dem unfairen System aus und besinnt sich auf sich selbst. Er legt alle seine Ressourcen in die Frage, wie er unabh&#228;ngig jeglicher menschenverachtenden Systeme etwas aus seinem Leben machen und der Menschheit einen Nutzen bieten kann.</p>
<p><strong>Schluss mit der falschen Passivit&#228;t!</strong></p>
<p>Wie ich mich selbst aufstelle, beschreibe ich in meinem Buch <a href="http://www.thilo-baum.de/publikationen/mach-dein-ding/">&#8222;Mach dein Ding!&#8220;</a>, das den meisten meiner Blogleser bekannt sein d&#252;rfte. Es hinterfragt die klassischen Muster unserer Arbeitswelt. Es zeigt, dass es heute mitunter fahrl&#228;ssig ist, seine Existenz in die H&#228;nde fremder Leute zu legen, von denen wir nicht wissen, ob sie das Unternehmen morgen an einen britischen Hedgefonds verkaufen. Es ist eine Kampfansage an die Vertreter des Nine-to-five-Daseins, deren Horizont nicht ausreicht, um zu erkennen, dass es weitaus mehr gibt.</p>
<p>Ich glaube schlichtweg nicht, dass Menschen in Unternehmen arbeiten wollen, die sie mal eben in eine Servicegesellschaft auslagern, damit sie nur noch das halbe Gehalt bekommen. Ich glaube nicht, dass Menschen Angst haben wollen vor Anrufen der Personalabteilung. Ich glaube nicht, dass Menschen ein Leben in Schizophrenie f&#252;hren wollen, in dem sie montags missmutig zur Arbeit gehen und nur f&#252;r Feierabend, Wochenende, Urlaub und Ruhestand leben. Und ich k&#228;me im Traum nicht auf die Idee, f&#252;r ein solches Dasein auch noch mit einer Quote zu k&#228;mpfen. Das verstehe ich nur insofern, als die K&#228;mpfer/innen f&#252;r die Quote das Nine-to-five-Leben offensichtlich f&#252;r den Ma&#223;stab halten.</p>
<p><strong>Erst Positionierung kl&#228;ren, dann Form w&#228;hlen</strong></p>
<p>Im Grunde geht es wie immer um drei Fragen: Was tue ich gerne? Was kann ich gut? Was davon n&#252;tzt anderen? Wenn ich diese Fragen nach eingehendem Nachdenken wirklich sinnvoll und schl&#252;ssig beantwortet habe, kenne ich mein Produkt und wei&#223;, was ich anbiete. Darauf aufbauend werde ich den Markt finden, der genau mich mit diesem Produkt braucht. Denn dann ist meine Positionierung sonnenklar.</p>
<p>Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, sollte ich mir &#252;berlegen, in welcher Form ich mein Potenzial umsetze. Erst muss der Inhalt klar sein, dann entscheide ich die Form. Solange Menschen andersrum denken (sie suchen erst einen Job und schauen dann, wie sie ihn ausf&#252;llen), ist klar, dass niemand wirklich gl&#252;cklich damit wird. Also beantworte ich zuerst die Fragen und schaue dann, ob ich mit meinem Potenzial selbstst&#228;ndig arbeite, ein Unternehmen gr&#252;nde oder mich einem Unternehmen als Arbeitnehmer anbiete. Erst Inhalt, dann Form.</p>
<p><strong>Quote? Bei austauschbaren No-Names auf dem Arbeitsmarkt ja!</strong></p>
<p>Arbeitnehmer sind ja im Grunde Anbieter einer Leistung und damit Unternehmer – sie haben es nur nicht auf dem Schirm. Und ist jemand nicht klar fokussiert auf eine Leistung und nicht klar positioniert als Typ mit einer Aussage, haben wir es eh mit einem der vielen unscharf profilierten und nichtssagenden Manager-Typen zu tun, an die man sich mangels Format nicht erinnert. Um Stellen nur irgendwie zu besetzen, eignen sich mangels inhaltlicher Positionierungen der Individuen und angesichts gro&#223;er Beliebigkeit der Bewerber und Bewerberinnen nat&#252;rlich Quoten. Bei den vielen austauschbaren No-Names auf dem Arbeitsmarkt ist es schlie&#223;lich v&#246;llig wurscht, wen man einstellt.</p>
<p>Eine Frau aber, die ihre drei Fragen sinnvoll beantwortet hat und ihr Ding macht, agiert jenseits jeder Quoten-Forderung. Sie kann in ihrem Unternehmen mit allen Menschen arbeiten, mit denen sie arbeiten will. Jegliche Quoten w&#252;rde diese selbstbestimmte Frau als Unternehmerin vermutlich eher als b&#252;rokratische Last erachten. Zugleich w&#252;rde sie verstehen, dass die im Arbeitnehmer-Schema gefangenen Menschen mit ihrer Forderung nach einer Quote aus einer extremen selektiven Wahrnehmung heraus agieren.</p>
<p>Insofern ist die Debatte um die Quote nur aus einer Binnensicht heraus vern&#252;nftig. Von au&#223;en betrachtet ist sie ein Zeichen daf&#252;r, dass wir arbeitsmarktpolitisch am Thema vorbeireden. Wir sollten lieber dar&#252;ber sprechen, wie wir jedem Menschen dabei helfen, das Potenzial ausfindig zu machen und zu entwickeln, das ihn einzigartig und damit unverzichtbar macht, und zwar unabh&#228;ngig vom Geschlecht.</p>
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		<title>Vermehrtes Blogbeitragsaufkommen</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Dec 2010 04:20:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer Nachrichten konsumiert und auch nur das geringste Gef&#252;hl f&#252;r Sprache hat, bekommt zwangsl&#228;ufig den Eindruck, dass zunehmend sprachlich unbedarfte Menschen &#246;ffentlich kommunizieren. Ein Grund mag die Sparerei bei Verlagen sein, die die Journalistenweiterbildung herunterschrauben. Ein anderer die Hybris zu glauben, wir h&#228;tten Sprechen und Schreiben in der Schule gelernt. Ein Irrtum.
K&#252;rzlich h&#246;rte ich im [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer Nachrichten konsumiert und auch nur das geringste Gef&#252;hl f&#252;r Sprache hat, bekommt zwangsl&#228;ufig den Eindruck, dass zunehmend sprachlich unbedarfte Menschen &#246;ffentlich kommunizieren. Ein Grund mag die Sparerei bei Verlagen sein, die die Journalistenweiterbildung herunterschrauben. Ein anderer die Hybris zu glauben, wir h&#228;tten Sprechen und Schreiben in der Schule gelernt. Ein Irrtum.</p>
<p>K&#252;rzlich h&#246;rte ich im Radio, <em>&#8222;Einsatzkr&#228;fte seien im Einsatz&#8220;</em>. Die Leinfelder B&#252;rger f&#252;rchten <em>&#8222;vermehrtes Zugaufkommen&#8220;</em>. Radio eins spricht im Verkehrsfunk vom <em>&#8222;Bereich Sachsen-Anhalt&#8220;</em> und vom <em>&#8222;Bereich Brandenburg&#8220;</em>. Ich bin &#252;berzeugt: Wer so kommuniziert, schickt seine Kinder morgens in den Schulbereich und w&#252;nscht seinen Lieben zu Neujahr einen guten neuen Jahresbereich. Irgendwas l&#228;uft schief in solchen Gehirnen.</p>
<p>Es mag ja sein, dass eine Polizeipressestelle kn&#246;cherne Sprache liefert, daf&#252;r ist der &#246;ffentliche Dienst schlie&#223;lich ber&#252;hmt. Seine Aufgabe scheint es zu sein, konkretes Geschehen gedanklich m&#246;glichst weit von uns zu entfernen, damit wir nicht den Eindruck bekommen, Nachrichten h&#228;tten etwas mit der Realit&#228;t zu tun. Der &#246;ffentliche Dienst bem&#252;ht sich seit jeher um eine Abstraktion der Dinge, warum auch immer.</p>
<p>Aber weshalb Journalisten diesen Quark nicht mehr ins Deutsche &#252;bersetzen, ist mir ein R&#228;tsel.</p>
<p>Nehmen wir die allseits beliebte <em>&#8222;Verz&#246;gerung im Betriebsablauf&#8220; </em>der Deutschen Bahn. Ehemals &#246;ffentlicher Dienst. Wir wissen: Ein Zug kommt zu sp&#228;t wegen &#8222;PuZ&#8220; (Polizeideutsch f&#252;r &#8222;Person unter Zug&#8220;), was die Bahn als &#8222;Personenschaden&#8220; betitelt, wegen eingefrorener Weichen oder auch mal wegen einer &#8222;Verz&#246;gerung im Betriebsablauf&#8220;. Die &#8222;Verz&#246;gerung im Betriebsablauf&#8220;, von Bahn-Neulingen auch gerne mal f&#228;lschlicherweise als <em>&#8222;St&#246;rung im Betriebsablauf&#8220; </em>wiedergegeben, kommt daher wie ein Grund. Und l&#228;sst uns fragen: Wie soll ein Unternehmen, das nicht einmal einfachste Dinge konkret benennen kann, <span style="text-decoration: line-through;">den winterlichen Zugbetrieb aufrechterhalten</span> mit Schnee klarkommen?</p>
<p>Ein Betriebsablauf ist nichts anderes als der Betrieb, denn in diesem besteht der Ablauf. So wie ein Heilungsprozess die Heilung ist und der Ver&#228;nderungsprozess die Ver&#228;nderung. Also &#8222;Verz&#246;gerung im Betrieb&#8220;.</p>
<p>Diese wiederum ist eine Betriebsverz&#246;gerung oder ein verz&#246;gerter Betrieb. Wobei sich die Frage stellt, was denn verz&#246;gert sein soll, wenn nicht der Betrieb, also bleibt das Substantiv &#8222;Verz&#246;gerung&#8220;.</p>
<p>Der knallwache Sprachkonsument wittert bei solchen Substantiven einen verschwiegenen Zusammenhang und fragt sofort: Was ist verz&#246;gert? Der &#8222;Betrieb&#8220; ist daf&#252;r nur eine unzureichende Antwort – darin besteht ja das Phrasenhafte. Doch wenn man uns verschweigt, was verz&#246;gert ist, brauchen wir gleich den ganzen Begriff nicht mehr. Im Gegenteil: Vermittelt ein Unternehmen seinen unzufriedenen Kunden st&#228;ndig Phrasen, klagen die nat&#252;rlich &#252;ber mangelnde Kommunikation. Was ganz logisch ist, denn wir wollen nicht nur einen Wortteppich als Antwort, sondern Substanz. Was wiederum die nicht verstehen, die ihre Phrasen nicht als Phrasen erkennen, weil sie ebenso abstrakt und unkonkret denken, wie sie sprechen.</p>
<p>Nichts sagen – das scheint Intention vieler Organisationen zu sein. Oder sie lassen sich von Sprach-Bl&#246;dsinn leiten, etwa indem eine Wiederaufbereitungsanlage f&#252;r Kernbrennst&#228;be zu einer <em>&#8222;Wiederaufarbeitungsanlage&#8220;</em> f&#252;r M&#252;ll wird, in memoriam s&#228;mtlicher linker Psychotherapeuten, die m&#246;glichst alles &#8222;aufarbeiten&#8220;, darunter ja auch gerne M&#252;ll. Die &#8222;Wiederaufarbeitungsanlage&#8220;, deren &#8222;Wieder&#8220; unterstellt, dass das Aufgearbeitete bereits zuvor einmal aufgearbeitet worden sein muss, ist in Sachen Dummheitsinfektion noch einen Zacken sch&#228;rfer als die inzwischen gewohnte <em>&#8222;Mund-zu-Mund-Propaganda&#8220;</em> (Mundpropaganda), die <em>&#8222;Bundestagswahlen 2009&#8243;</em> (Bundestagswahl 2009), das <em>&#8222;Wahlkampfprogramm&#8220; </em>(Wahlprogramm) oder die <em>&#8222;IAEO&#8220;</em> (IAEA) – und das v&#246;llig losgel&#246;st von der Frage, wieso man M&#252;ll &#8222;aufbereitet&#8220;. Was soll das f&#252;r eine Aufbereitung sein, wenn man den M&#252;ll hernach in einem Zwischen- oder Endlager verschwinden l&#228;sst? Man seift uns ein, wo es geht. Der Euphemismus &#8222;aufbereiten&#8220; klingt h&#252;bsch, dagegen kann niemand ernsthaft etwas haben. W&#252;ssten wir nicht, dass es um die Aufbereitung von Brennst&#228;ben geht und nicht um die von M&#252;ll, w&#252;rde ich nachher mal meine alte Autobatterie aufbereiten – h&#252;bsch poliert werfe ich sie anschlie&#223;end in den Wald.</p>
<p>Ich bin gespannt, was der Tag heute bringt. Gewiss bringt er <em>&#8222;vermehrtes Glatteisaufkommen&#8220;</em>, <em>&#8222;R&#252;ckstau im Kurvenbereich&#8220;</em> und <em>&#8222;erneute Ann&#228;herungen zwischen dem Iran und dem Westen&#8220;</em>. Ich gehe schon davon aus, dass der Sprach-Bullshit normal ist. Ich rechne damit, dass Journalisten dieses seltsame Spiel mitmachen, die Realit&#228;t durch eine m&#246;glichst abstrakte Sprache von uns fernzuhalten. Sie merken nicht, dass sie sich damit instrumentalisieren lassen, weil ihnen niemand das daf&#252;r n&#246;tige Gesp&#252;r vermittelt.</p>
<p>Seltsamerweise sind sehr viele Menschen gegen die Infektion mit Dummheit immun. Der Mangel an Sensibilit&#228;t steckt die meisten Leute gar nicht erst an. &#8222;Vor wenigen Tagen kam es zu Weihnachten&#8220;, sagt kein Mensch, und auch nicht: &#8222;Ich nehme die Anheiratung einer Frau vor&#8220; oder &#8222;Wir kommen jetzt zur Umsetzung der Durchf&#252;hrung der Silvesterfeier&#8220;. Normale Menschen mit Bodenhaftung sprechen in aller Regel normal, und die Phrasendrescherei bewirkt bei ihnen Befremden. Sie sp&#252;ren, vielleicht ohne die Gr&#252;nde daf&#252;r artikulieren zu k&#246;nnen, dass sich Organisationen und Medien mit ihren Formulierungen von ihnen entfernen. Sie misstrauen daher Unternehmen wie der Bahn und gehen nicht mehr w&#228;hlen.</p>
<p>Warum aber haben so wenige Journalisten die n&#246;tige Bodenhaftung? Wieso fehlt sie dem &#246;ffentlichen Dienst? Irgendeine dunkle Macht scheint den Menschen dort das Mitdenken in Sachen Sprache ausgetrieben zu haben. Wie kann es sein, dass einem Redakteur diese Schizophrenie der Sprache nicht bewusst wird in dem Moment, in dem er das Wort &#8222;Verkehrsaufkommen&#8220; schreibt oder spricht? Welche Gehirnwindung fehlt ihm, mit der er diese offenkundige Diskrepanz zum normalen Leben sofort feststellen m&#252;sste und das, was er meint, umgehend treffend <span style="text-decoration: line-through;">zum Ausdruck bringen</span> sagen w&#252;rde? Es gibt doch nichts Einfacheres, als das, was man meint, zu sagen – schlie&#223;lich meint man es bereits. Warum sagen so viele Leute etwas anderes?</p>
<p>Die einzige Waffe in diesem Kampf ist Sprachgef&#252;hl. Wenn das heute selbst Journalisten nicht mehr haben, sollten wir vielleicht &#252;berlegen, den Deutsch-Unterricht in der Schule so umzugestalten, dass es dort endlich wirklich um Sprache geht. Und was auch noch hilft, sind viele, viele Blogbeitr&#228;ge zu diesem Thema – vermehrtes Blogbeitragsaufkommen.</p>
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