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	<title>Thilo Baum &#187; Coaching</title>
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	<description>Thilo Baum: Klartext-Experte</description>
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		<title>Klartext-Talk mit Stefan Fr&#228;drich</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 19:41:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
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Der Talk mit Stefan Fr&#228;drich, der GSA-Pr&#228;sident werden will, ist online: Einfach anklicken und Aufzeichnung anschauen!
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="https://xing1.spreed.com/checkin/jc/624324413"><img class="alignnone size-full wp-image-6066" title="fraedrichtalk" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/fraedrichtalk.jpg" alt="" width="400" height="288" /></a></p>
<p>Der Talk mit <a href="http://www.stefan-fraedrich.de">Stefan Fr&#228;drich</a>, der <a href="http://www.germanspeakers.org">GSA-Pr&#228;sident</a> werden will, ist online: <a href="https://xing1.spreed.com/checkin/jc/624324413">Einfach anklicken und Aufzeichnung anschauen</a>!</p>
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		<title>Stefan for president</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Aug 2010 11:19:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
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		<title>Stoppt die Theoretiker!</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 20:25:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Stammtisch]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Zusammenhang mit der Love Parade und dem Ungl&#252;ck in Duisburg f&#228;llt mir ein Medium besonders ins Auge: &#8222;DerWesten&#8220; beschreibt wie kaum jemand anderes detailliert und erhellend &#252;ber das Geschehen. &#8222;Spiegel Online&#8220; belegt Platz zwei, auch nicht schlecht in Sachen Scoops, dann kommt der WDR.
Mir ist auch klar, dass sich in diesen Tagen die Berichte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zusammenhang mit der Love Parade und dem Ungl&#252;ck in Duisburg f&#228;llt mir ein Medium besonders ins Auge: <a href="http://www.derwesten.de">&#8222;DerWesten&#8220;</a> beschreibt wie kaum jemand anderes detailliert und erhellend &#252;ber das Geschehen. <a href="http://www.spiegel.de">&#8222;Spiegel Online&#8220;</a> belegt Platz zwei, auch nicht schlecht in Sachen Scoops, dann kommt der <a href="http://www.wdr.de">WDR</a>.</p>
<p>Mir ist auch klar, dass sich in diesen Tagen die Berichte &#252;berschlagen, dass Informationen erst brandhei&#223; sind und sich kurz darauf als obsolet erweisen, damit andere, neuere Informationen und Augenzeugenberichte und Filme kommen, die dann wieder brandhei&#223; sind. Die Nachrichtenlage der vergangenen Tage war so aufgew&#252;hlt und spannend, dass die Redaktionen kaum hinterher kamen.</p>
<p>Den ersten O-Ton eines &#8222;Experten&#8220;, den ich nach der Katastrophe mitbekam, lieferte der Stauforscher Michael Schreckenberg. Er soll eine Webseite haben, aber entweder war die schon von Anfang an schlecht bei Google gelistet, und das selbst bei Eingabe seines Namens, oder aber die Ereignisse haben sie heruntergeratet – keine Ahnung. Die nahe liegenden URLs <a href="http://www.michael-schreckenberg.de">http://www.michael-schreckenberg.de</a> und <a href="http://www.michaelschreckenberg.de">http://www.michaelschreckenberg.de</a> jedenfalls sind merkw&#252;rdigerweise noch zu haben, als sei er selbst in Duisburg erdr&#252;ckt worden, und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Schreckenberg">Wikipedia</a> liefert auch keine direkte Homepage. Damit sind wir schon beim ersten Punkt, der hier merkw&#252;rdig l&#228;uft: Ein Praktiker in der &#214;ffentlichkeit w&#252;rde dem Publikum in aller Regel einen nutzerfreundlichen Weg bieten, um ihn zu finden.</p>
<p>Wir haben es aber mit einem Wissenschaftler zu tun. Im Netz finden wir ihn nicht etwa unter einer einfachen Adresse, sondern wir finden ihn (oder zumindest ich finde ihn) in vern&#252;nftiger Zeit nur unter einer f&#252;r Universit&#228;ten typisch kryptischen Adresse wie <a href="http://www.ptt.uni-duisburg.de/mitglieder/schreckenberg/">http://www.ptt.uni-duisburg.de/mitglieder/schreckenberg/</a>. &#8222;PTT&#8220; – was ist das? Die franz&#246;sische Post? Keine Ahnung. Aber so sind Fachleute: Sie sind oft egozentrisch. Sie gehen davon aus, Au&#223;enstehende w&#252;rden ihre Abk&#252;rzungen verstehen, weil sie ihre Gedankenwelt f&#252;r zentral halten. Und versteht man sie nicht, ist das eben egal. Und dann haben sie eben zwei Unterabteilungen im Pfad. Wie es eben die Unis halten seit Anfang der Neunziger.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich habe ich nichts gegen Wissenschaftler und Akademiker, und das nicht nur, weil ich selbst einen akademischen Hintergrund habe. Nichts gegen Spezialisten – viele sind wichtig, damit wir die Welt verstehen und einsch&#228;tzen. Wir brauchen sie auch ab und zu als Experten und Gutachter. Aber das Geschehen um die Love Parade zwingt mich dazu, meine Forderung zu wiederholen: Wir brauchen in der Realit&#228;t nicht in erste Linie Gelehrte, sondern vor allem Erfahrene. Den <a href="../../lounge/alltagsphilosophie/der-fachidiot/">Fachidioten</a> brauchen wir &#252;berhaupt nicht. Er ist das Gegenteil von Usability, und er kann auch massiv schaden.</p>
<p>&#8222;DerWesten&#8220; bringt in seinem <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/im-westen/Der-Theoretiker-Michael-Schreckenberg-id3291640.html">Portr&#228;t &#252;ber Schreckenberg</a> die erschreckende Erkenntnis, dass der gute Mann selbst so gut wie keine Erfahrungen mit Gro&#223;ereignissen hat. Sofern das stimmt, scheint es: Jemand ohne jede Ahnung von Massenveranstaltungen ma&#223;t sich an, die Sicherheitsma&#223;nahmen einer Love Parade zu beurteilen. Warum? Nur weil er Professor ist und einen Lehrstuhl hat? Ein Professor ohne jede Erfahrung mit Baugittern, Polizeibeamten unter Stress, Jugendlichen auf Droge, Schiebereien und vor allem dem Irrationalen bei einer solchen Veranstaltung erkl&#228;rt uns, das &#8222;Sicherheitskonzept&#8220; sei schon okay mit nur einem Zugangsweg, der zugleich Ausgang und noch dazu ein Tunnel ist? &#8222;Professor Panik&#8220; stand offenbar noch nie am 1. Mai am Kottbusser Tor im Tr&#228;nengas, er war vermutlich noch nie Opfer der &#8222;Stillen Post&#8220; von verz&#246;gerten Einsatzbefehlen der Polizei, er hat laut &#8222;DerWesten&#8220; offenbar noch nie eine Love Parade besucht und glaubt, eine Millionenveranstaltung beurteilen zu k&#246;nnen?</p>
<p>Es war vielleicht ein Fehler der Stadt Duisburg, einen in Sachen Massenveranstaltungen jungfr&#228;ulichen Massenveranstaltungsexperten heranzuziehen. Genauso k&#246;nnte die Lufthansa einen Ornithologen damit beauftragen, Piloten das Fliegen beizubringen. Das Defizit an Praxis schien allerdings kein Problem f&#252;r die Stadt Duisburg zu sein. Wie &#252;blich f&#252;r staatliche Stellen ging man davon aus, theoretisches Wissen und akademischer Grad seien Expertise. Kein Wunder, dass der Mann, der offenbar alles theoretisch berechnen zu k&#246;nnen glaubt, der Presse erz&#228;hlt, man habe nicht damit rechnen k&#246;nnen, dass &#8222;Einzelne&#8220; die Wand hinaufklettern und abst&#252;rzen. Er scheint wirklich so zu ticken, er glaubt offenbar wirklich, seine theoretischen Studien seien sinnvoll, und Qualifikation sei gleich Qualit&#228;t. Aber mal im Ernst: Ein &#8222;Panikforscher&#8220; glaubt offenkundig allen Ernstes, Panik sei berechenbar? Der &#8222;Panikforscher&#8220; unterschl&#228;gt blau&#228;ugig das Irrationale, das Unberechenbare, mithin ein entscheidendes Element seines Forschungsgegenstands – und <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/panikforscher-rationalisiert-panik/">sp&#228;testens dieser O-Ton in &#8222;Spiegel Online&#8220;</a> zerst&#246;rt f&#252;r mich seine Expertise. Und unser aller Denkfehler, der Denkfehler unserer Gesellschaft ist: Wir verlassen uns in Gutachten auf Theoretiker. Was mitunter aberwitzige Folgen hat.</p>
<p>In meinen <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/fragen-zur-love-parade/">Fragen zur Love Parade</a> hatte ich gefragt, ohne diesen Hintergrund &#252;ber Schreckenberg zu kennen, wie um alles in der Welt es sein k&#246;nne, dass vernunftbegabte Menschen eine Love Parade ernsthaft planen k&#246;nnten, bei der ein 16 Meter breiter Tunnel der einzige Zu- und Abgang sei. Jedem Laien mit ein wenig gesundem Menschenverstand leuchtet ein, dass das nicht funktioniert. F&#252;r eine solche Erkenntnis braucht man keinen Experten, kein Studium, kein Abitur. Eine solche Planung verbietet sich von selbst, das erkennt jeder mit ein wenig Grips. Das Netz ist voll von entsprechenden Statements. Jeder, der den Lageplan betrachtet und sich nichts vormacht, erkennt das Problem.</p>
<p>Es gibt noch mehr Fragen: Wie um alles in der Welt kann man bei einer Love Parade auf ein Massen-Informationssystem via Polizei-Megafon setzen, wenn Musik dr&#246;hnt, Tausende akustisch nicht erreichbar sind und ein Gro&#223;teil der Besucher kein Deutsch versteht und das scheppernde Englisch mit einem Einschlag von Ruhrpott-Platt eventuell auch nicht? Das erkl&#228;rt sich nur durch mangelndes Praxiswissen und mangelnde Erfahrung.</p>
<p>Und deswegen war diese dilettantische Planung m&#246;glich: Weil nicht Praktiker das Geschehen bestimmt haben, sondern Theoretiker ohne jedes Vorstellungsverm&#246;gen. Regelabgleicher. Schema-Denker, die sagen, man k&#246;nne mit kletternden Menschen nicht rechnen. Planer ohne Ahnung, die das Naheliegende so lange weggedacht und wegargumentiert haben, bis es weg war. B&#252;rokraten und Wissenschaftler. Leute, die die Bedenken vielleicht weggerechnet haben, so wie Fachleute oft die Realit&#228;t wegrechnen. Es war schlicht die v&#246;llige Abwesenheit von Klugheit und Vernunft. Und in diesem Falle wird die Justiz zu kl&#228;ren haben, inwieweit das Urteil des Stauforschers juristisch eine Verantwortung f&#252;r ihn selbst nach sich zieht. Dass andere Theoretiker im Nachhinein per Gutachten festlegen, seine Einsch&#228;tzung sei richtig gewesen, glaube ich angesichts dieses enormen &#246;ffentlichen Drucks vor allem im Netz nicht. Vor dem wird auch der Corpsgeist der Wissenschaftler kapitulieren m&#252;ssen, was ein Erfolg insbesondere von &#8222;DerWesten&#8220; und von Twitter ist.</p>
<p>Vielleicht werden wir in der Entscheidung eines Gerichtes lesen, dass akademische Bildung alleine nicht gen&#252;gt, um die Realit&#228;t einsch&#228;tzen zu k&#246;nnen. Vielleicht sogar, dass akademische Bildung und auch Intelligenz vor Dummheit nicht sch&#252;tzen. Das w&#252;rde ich mir w&#252;nschen, und es w&#228;re auch denkbar, w&#252;rde nicht das gesamte Rechtssystem davon ausgehen, dass Bildung zu Klugheit und Entscheidungskompetenz f&#252;hrt. Ein Denkfehler, denn Dummheit ist nicht die Abwesenheit von Bildung und Fachwissen, sondern Dummheit ist die Abwesenheit von Klugheit. Und zur Klugheit ben&#246;tigt es keiner Schulbildung und auch keiner akademischen Bildung. Mancher Ungebildete handelt kl&#252;ger und entscheidet besser als mancher, der in akademischen Titeln ertrinkt und die Theorie kennt.</p>
<p>Insgesamt k&#246;nnte eine Folgerung aus dem Geschehen in Duisburg lauten: Es gen&#252;gt nicht mehr, sich nur auf Theoretiker und ihre Studien zu st&#252;tzen. Und: Erfahrung ist wichtiger als Lehre. Wesentlich wichtiger. Die Lehre, die akademische Bildung, ohnehin f&#252;r viele l&#228;ngst eher ein Freifahrtschein in die Arbeitslosigkeit, wird grandios &#252;bersch&#228;tzt. Die Erfahrung, das Wissen-wie, die Bauernschl&#228;ue, der Pragmatismus, diese Rezepte f&#252;r den Erfolg kehren die Gebildeten unter den Teppich. Umgekehrt sollte es sein. Die Theoretiker m&#246;gen schweigen und den Praktikern erlauben, ihre Ansichten und Konzepte kundzutun. Geh&#246;rt zu werden. In den Schulen. In den Unis. Als Fachleute vor Gericht und in den Parlamenten.</p>
<p>Zu den oft gescholtenen B&#252;rokraten noch ein wichtiges Wort: Der Duisburger Planungsdezernent J&#252;rgen Dressler, mithin ein Amtsmensch, hat das fragliche Protokoll offenkundig mit der Weigerung quittiert, sich an dieser Schlamperei zu beteiligen. Es mag sein, dass er sich dabei an Vorschriften orientiert hat und dabei regelkonform gedacht hat, aber er hat sich damit offenbar zugleich &#252;ber den mutma&#223;lichen Willen der Duisburger Stadtoberen hinweggesetzt, die Vorschriften zugunsten einer preiswerten Publicity zu umgehen. Es gibt also auch gute Leute in den Beh&#246;rden. Und Dressler ist sicher nicht der einzige.</p>
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		<title>Besprechungen effektiv machen &#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 19:35:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; geht das? Ja, verr&#228;t der Meeting-Coach André Hagenbuch im Klartext-Talk. Wer ihn verpasst hat, genie&#223;e die Aufzeichnung.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; geht das? Ja, verr&#228;t der Meeting-Coach <a href="http://www.aha-coach.ch">André Hagenbuch</a> im Klartext-Talk. Wer ihn verpasst hat, <a href="https://xing1.spreed.com/checkin/jc/480322718">genie&#223;e die Aufzeichnung</a>.</p>
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		<title>Seien Sie kreativ statt kritisch!</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 10:29:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>

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		<description><![CDATA[Von Ralf Senftleben
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
heute f&#252;hle ich mich ein wenig polemisch. Deswegen erlauben Sie es mir bitte, Menschen f&#252;r den Moment mal grob in zwei Gruppen zu unterteilen:
Die eine Gruppe von Menschen erschafft etwas, sie produziert, sie bringt Dinge in die Welt. Das sind die kreativen Macher.
Und dann gibt es die anderen, die das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Von Ralf Senftleben</strong></p>
<p>Liebe Leserinnen, liebe Leser,</p>
<p>heute f&#252;hle ich mich ein wenig polemisch. Deswegen erlauben Sie es mir bitte, Menschen f&#252;r den Moment mal grob in zwei Gruppen zu unterteilen:</p>
<p>Die eine Gruppe von Menschen erschafft etwas, sie produziert, sie bringt Dinge in die Welt. Das sind die kreativen Macher.</p>
<p>Und dann gibt es die anderen, die das kritisieren, was andere produzieren und erschaffen. Das sind die Kritiker.</p>
<p>Ja, ja, ich wei&#223;. Das ist nat&#252;rlich stark vereinfacht. Aber ich habe heute meinen differenzierungsfreien Tag :-)</p>
<p>Also &#8230; Die kreativen Macher in unserer Gesellschaft erschaffen Werte. Sie schreiben B&#252;cher, komponieren Musik, sie bauen Unternehmen auf, sie betreiben Blogs und sie entwickeln neue Autos, die weniger Benzin verbrauchen. Oder im Kleinen stricken sie Socken f&#252;r ihre Lieben, sie machen ihren Garten zu einem Ort der Freude, oder sie erzeugen durch ihre liebevolle Pr&#228;senz f&#252;r ihre Familie einen Ort der Geborgenheit.</p>
<p>W&#228;hrend ich das schreibe, leuchtet mir wirklich ein bisschen das Herz. Ich pers&#246;nlich glaube n&#228;mlich daran, dass es der Sinn des Lebens ist, Dinge zu erschaffen und in die Welt zu bringen. Dinge, die ein Ausdruck meiner selbst sind, und die das Leben st&#228;rken und bereichern.</p>
<p>Auf der anderen Seite haben wir die Kritiker. Das sind diejenigen, die die Werke der anderen bewerten, kritisieren, manchmal loben, aber meist zerpfl&#252;cken, oft madig machen und kleinreden.</p>
<p>Ja … Was w&#228;ren die kreativen Macher nur ohne die Kritiker?</p>
<p>&#196;hm … Vielleicht gl&#252;cklicher?</p>
<p>Kritiker kritisieren erstaunlich oft, ohne es selbst besser zu k&#246;nnen. Manchmal kann man sogar den Neid und die Mi&#223;gunst sp&#252;ren und die Ent&#228;uschung &#252;ber sich selbst, weil der Kritiker es selbst nicht geschafft hat. Oder weil er nicht die Traute hatte, sich mit dem eigenen Schaffen selbst aus dem Fenster zu lehnen.</p>
<p>Aber seien wir fair. Haben die Kritiker nicht auch oft Recht mit ihren Bewertungen?</p>
<p>Ohne Frage! Na klar haben sie das!</p>
<p>Denn, wenn wir Dinge erschaffen, dann ist nicht jeder Wurf ein kreatives Meisterwerk. Meister werden meisterlich, indem sie sich von ihrer anf&#228;nglichen Mittelm&#228;&#223;igkeit nicht aufhalten lassen. Und man kann an allem etwas finden, das nicht perfekt ist, wenn man nur lange genug sucht. Genauso, wie man an allem etwas Gutes finden kann, wenn man sich die M&#252;he macht.</p>
<p>Oft ist ein Arbeitsergebnis, ein Werk oder eine Idee auch einfach Geschmackssache. Was einer gut findet, ist f&#252;r jemand anderen ganz f&#252;rchterlich. Und umgekehrt.</p>
<p>Und h&#228;ufig werden Dinge kritisiert, weil sie nicht zu den eigenen egozentrischen W&#252;nschen und Bed&#252;rfnissen passen. Aber wenn ich als Fleisch-Fan in ein Vegetarierkaufhaus gehe und mich dann aufrege, was sagt das dann &#252;ber meine Intelligenz aus?</p>
<p>Das Problem mit Kritik ist, dass sie oft Mut, Kraft und Energie bei den Schaffenden zerst&#246;rt. Wer anf&#228;ngt, sich kreativ auszudr&#252;cken, ist oft verletzlich und unsicher. Hier kann eine kritische Bemerkung das Ende der Schaffenskraft bedeuten, die vielleicht sonst nach einiger Zeit wunderbare Ergebnisse hervorgebracht h&#228;tte.</p>
<p>Gerade Anf&#228;nger in ihrem kreativen Schaffen zu bewerten, zu kritisieren und zu verurteilen, das ist beinahe schon K&#246;rperverletzung. Da werden zarte Pfl&#228;nzchen zertrampelt, bevor sie die Chance haben, gro&#223; und stark zu werden.</p>
<p>Kritik, auch wenn sie oft gut gemeint ist, richtet Schaden an. Sie entmutigt, sie zieht einem Kraft ab und sie s&#228;t Zweifel. Kritik macht die Welt nicht besser. Sie macht die Welt schlechter.</p>
<p>Nat&#252;rlich kann uns eine konstruktive, positive Kritik in unserem Schaffen wirklich manchmal weiterbringen. Aber das gilt nach meiner Erfahrung in erster Linie f&#252;r die Fortgeschrittenen, die Profis und die wirklichen K&#246;nner. Ich muss erst einen gewissen Stand erreicht haben, damit ich Kritik einordnen und nutzen kann. Und selbst dann kommt es auf die Form der Kritik an.</p>
<p>Ich schreibe diese Zeilen nat&#252;rlich nicht nur, um mal ein bisschen Dampf abzulassen. Ich schreibe hier auch, weil ich Sie dazu einladen will, &#246;fter ein kreativer Macher und seltener ein Kritiker zu sein. Denn es ist meine &#220;berzeugung, dass die Welt dadurch ein bisschen besser wird.</p>
<p>Investieren Sie also bitte Ihre Lebenskraft darin, Dinge in die Welt zu bringen, die Ihr Leben und das Ihrer Mitmenschen bereichern. Erschaffen Sie etwas, anstatt das zu bemosern, was andere tun.</p>
<p>Seien Sie eine kreative Kraft in dieser Welt, die Dinge hervorbringt, die andere erfreut, deren Leben bereichert oder die anderen weiterhilft.</p>
<p>Seien Sie ein kreativer Macher, denn dadurch machen Sie die Welt besser.</p>
<p>Sind Sie eher Macher oder Kritiker?</p>
<p>Herzliche Gr&#252;&#223;e an Sie!<br />
<em><br />
Quelle:<br />
<a href="http://www.zeitzuleben.de/">Zeit zu leben-Newsletter</a><br />
Ausgabe: 517<br />
Datum: 27.06.2010<br />
Redaktion:<br />
Tania Konnerth &amp;<br />
Ralf Senftleben<br />
ISSN 1615-0953</em></p>
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		<item>
		<title>Anschauen: Wo die Schulbildung versagt</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jun 2010 09:52:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Mach dein Ding!]]></category>

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		<description><![CDATA[
Unbedingte Video-Empfehlung: Cameron Herold, COO von Backpocket, verr&#228;tbei TED, warum wir Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler mit unternehmerischem Denken dazu motivieren sollten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Wir sollten St&#228;rken st&#228;rken und uns von dem Bild verabschieden, Absolventen des Bildungssystems m&#252;ssten ganz selbstverst&#228;ndlich brave Nine-to-five-Schafe werden.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/nx3GuO41Jyg&amp;feature=player_embedded#!" width="400" height="324"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/nx3GuO41Jyg&amp;feature=player_embedded#!" /></object></p>
<p>Unbedingte Video-Empfehlung: Cameron Herold, COO von Backpocket, verr&#228;tbei <a href="http://www.ted.com">TED</a>, warum wir Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler mit unternehmerischem Denken dazu motivieren sollten, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Wir sollten St&#228;rken st&#228;rken und uns von dem Bild verabschieden, Absolventen des Bildungssystems m&#252;ssten ganz selbstverst&#228;ndlich brave Nine-to-five-Schafe werden.</p>
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		<item>
		<title>Bitte kapieren: Sprache ist Handwerk!</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/business/bitte-kapieren-sprache-ist-handwerk/</link>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 06:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[Lassen Sie Ihre Z&#228;hne bei Ihrem Nachbarn machen, weil der eine Bohrmaschine hat? Sicher nicht. Oder vertreten Sie sich als Nicht-Jurist vor Gericht selbst, weil Sie den Unterschied zwischen Besitz und Eigentum kennen? Vermutlich auch nicht.
Aber Texte und Layouts, das machen die Leute mal kurzerhand selbst. Schlie&#223;lich haben wir Schreiben in der Schule gelernt, denken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lassen Sie Ihre Z&#228;hne bei Ihrem Nachbarn machen, weil der eine Bohrmaschine hat? Sicher nicht. Oder vertreten Sie sich als Nicht-Jurist vor Gericht selbst, weil Sie den Unterschied zwischen Besitz und Eigentum kennen? Vermutlich auch nicht.</p>
<p>Aber Texte und Layouts, das machen die Leute mal kurzerhand selbst. Schlie&#223;lich haben wir Schreiben in der Schule gelernt, denken wir, Powerpoint l&#228;sst sich prima als Layoutprogramm missbrauchen, Datei speichern als PDF, und fertig ist der Lack.</p>
<p>Warum bringen wir Berufen wie dem Zahnarzt und dem Rechtsanwalt Wertsch&#228;tzung entgegen, nicht aber Textern und Grafikern?</p>
<p>Mir scheint, als halte jeder seine Profession f&#252;r ein unbedingtes Experten-Thema. Handwerker gr&#252;nden sogar Kammern, damit niemand in ihr Revier eindringt. Sicher montieren wir zu Hause auch mal ohne Elektriker eine Lampe. Ab einem bestimmten Punkt aber akzeptieren wir es, dass sich ein Profi darum k&#252;mmern sollte. Weil die Aufgabe zu gef&#228;hrlich wird oder auch einfach zu knifflig.</p>
<p><strong>„Text? Layout? Das kann ich auch!“</strong></p>
<p>Nur bei Texten und Layouts scheinen Unternehmen von heute zu denken: Das kann ich auch. Obwohl es auch da diesen entscheidenden Punkt gibt, von dem an wir die Profis machen lassen sollten, weil es schlicht um Handwerk geht.</p>
<p>Sobald ich beispielsweise mit einem Flyer ein Produkt bewerbe, sollte dieser Flyer handwerklich gut sein. Nicht aus Perfektionismus, sondern weil ich nur mit gutem Handwerk Menschen erreiche. Die Abst&#228;nde sollten stimmen, das Layout sollte klar sein, Schwerpunkte klug gesetzt, &#220;berschriften aussagekr&#228;ftig. Der Text sollte die Leser emotional in sich reinziehen und durch sich durchleiten.</p>
<p>Damit das gelingt, ist mehr Hingabe n&#246;tig als daf&#252;r, nur die Fakten hinzuschreiben und das Layout den Default-Einstellungen von Powerpoint zu &#252;berlassen. Gute Texte zu formulieren und zu gestalten, das kann nicht jeder. Es ist eine Profession, die kaum jemand beherrscht. Nur ganz wenige Menschen haben das n&#246;tige Gesp&#252;r f&#252;r Sprache und Redaktion. Man muss diese Leute suchen. Sie sind sehr selten. Und zu wenig gew&#252;rdigt.</p>
<p>K&#252;rzlich hatte ich einen Flyer in der Hand, aus dem sehr viel Unverst&#228;ndnis gegen&#252;ber meiner Profession sprach. Es war eine dieser typischen Xing-Begegnungen: Erst fragt einer um meinen Kontakt an, er kenne auch diesen und jenen, den ich kenne. Ich denke mir: Klar, ich kenne auch eine Menge Leute. Aber egal, best&#228;tigen wir den Kontakt. Wenige Minuten sp&#228;ter dann die Nachricht: „Was sagen Sie als Klartext-Experte eigentlich zu meinem Flyer?“ Link dazu.</p>
<p>Aus Neugier schaute ich mir den Flyer an. Er war die totale Katastrophe. Hier war ein Mensch ohne jedes Gesp&#252;r f&#252;r Optik und Gewichtung am Werk. Alle Schriften gleich gro&#223;. Fettungen im Text. Manche W&#246;rter fett und kursiv zugleich, die als Pseudo-&#220;berschriften herhielten. Einz&#252;ge falsch. Zeilenabstand zu dicht. Alles vollgestopft, Angst vor der Leere. Eine Menge unwesentliche Informationen im Text.</p>
<p>Der Mann bewarb ein Zwei-Tage-Seminar f&#252;r F&#252;hrungskr&#228;fte und hatte kein bisschen Hingabe und Handwerk f&#252;r seinen Flyer &#252;brig. Ohne Ahnung von Layout und Text hat er das Ding mal kurz selber gebastelt, denn schreiben kann ja jeder. Er hielt seinen Flyer f&#252;r gut und berief sich sogar auf einen gemeinsamen Bekannten, der ihn aus mir unerkl&#228;rlichen Gr&#252;nden ebenfalls gut fand.</p>
<p><strong>Rechenfehler im Preis auf dem Flyer</strong></p>
<p>Was fand er gut? Einen Flyer ohne Fotos der Referenten. Umst&#228;ndlich erkl&#228;rt der Flyer, dass das Seminar an beiden Tagen jeweils zu unterschiedlichen Zeiten endet, an Tag eins um 19 Uhr und an Tag zwei um 17 Uhr – v&#246;llig irrelevant zu dem Zeitpunkt, wo jemand erst mal checkt, ob er an den beiden Seminar-Tagen &#252;berhaupt in der entsprechenden Stadt sein kann.</p>
<p>Dann stand dort „Kursbeitrag:<strong><em> </em></strong>1990 € + 19% Mwst., gesamt 2368 € einschl. Workshopunterlagen“. Ich sehe auf einen Blick, dass der Bruttobetrag keine ganze Zahl sein kann. 9 Prozent von 90 Euro sind 8,10 Euro, also steht hinterm Komma eine Zehn. Aber ist ja egal, Hauptsache, es passt ungef&#228;hr, gerundet gen&#252;gt, denkt sich der Seminaranbieter offenbar. No way! Von der zu vermutenden Abmahnf&#228;higkeit abgesehen: Die Zielgruppe kennt den Standard „1990 Euro zzgl. MwSt.“. Niemand macht auf einem Flyer die ganze Netto-Brutto-Rechnung auf. Und vor allem nicht falsch.</p>
<p>Oder die &#220;berschrift. Komplett verschwendet, weil er darin zwei Claims gleichberechtigt unterbringt, und selbst das in der gleichen Schriftgr&#246;&#223;e wie der Lauftext. Dass zwischen beiden Aspekten ein Bindestrich (-) statt eines Gedankenstrichs (–) steht, l&#246;st bei allen mit Ahnung von Text Billigheimer-Alarm aus. Die Doppel&#252;berschrift zeigt zudem jedem PR-Profi, dass der Flyer-Macher keinen Text-Profi rangelassen hat – er entscheidet sich nicht f&#252;r eine klare Story und verst&#246;&#223;t damit krass gegen die Regel &#8222;Tell one Message!&#8220;.</p>
<p>Au&#223;erdem sprechen absurder Perfektionismus und &#252;bertriebene Korrektheit aus den Zeilen: So, wie er den Seminarpreis mit „Kursbeitrag“ und einem Doppelpunkt ank&#252;ndigt, k&#252;ndigt er in der &#220;berschrift das Seminar mit dem Begriff &#8222;Seminar&#8220; und einem Doppelpunkt an, was die &#220;berschrift noch mehr zerfasert. Dabei kapiere ich schon, dass das ein Seminar ist – und wenn schon, dann geh&#246;rt der Begriff in eine Unter&#252;berschrift. Die Hauptzeile selbst muss knallen. Schrieb Rilke eine &#220;berschrift wie: &#8222;Gedicht: Herbsttag&#8220;? Nein, er lie&#223; die Ank&#252;ndigung weg und kam sofort zur Sache. Eine gute &#220;berschrift ist nicht &#252;berfrachtet, sondern reduziert und pr&#228;gnant. Sie entscheidet sich f&#252;r eine Aussage.</p>
<p><strong>Form und Inhalt m&#252;ssen ein stimmiges Bild ergeben</strong></p>
<p>Der Ank&#252;ndigungswahn zieht sich durch, sogar vor dem Datum steht „Termin:“. Einige Skepsis erzeugt zudem, dass der Flyer-Macher seine Aufz&#228;hlungspunkte nicht untereinander reiht, sondern zentriert setzt – ein No-Go bei Aufz&#228;hlungen, das die &#220;bersichtlichkeit zerschie&#223;t. Dort also, wo das Technische und Akkurate n&#246;tig w&#228;re, fehlt es, und wo es dagegen unangebracht ist, finden wir es: Eine Formulierung im Lauftext wie „F&#252;r 8-10 Seminarteilnehmer“ mit einem Strich zwischen beiden Zahlen erregt den Verdacht, dass da ein Fleisch gewordener Taschenrechner meint, texten zu k&#246;nnen. Sonst st&#252;nden da ausgeschriebene W&#246;rter mit dem ebenfalls ausgeschriebenen W&#246;rtchen „bis“ (wenn Sie zwischen Zahlen- und Sprachmodus unterscheiden, erkennen Sie sehr schnell, dass es nur in Beitexten wie Tabellen, Aufz&#228;hlungen und Infok&#228;sten &#8222;€&#8220; und &#8222;km&#8220; hei&#223;t, in Flie&#223;texten dagegen &#8222;Euro&#8220; und &#8222;Kilometer&#8220;).</p>
<p>Damit Form und Inhalt ein stimmiges Bild ergeben, ist es wichtig, sich in Fragen der Unternehmenskommunikation Profis anzuvertrauen. Profis, die etwas von Text und Redaktion verstehen und davon, wie man Menschen emotional erreicht und zugleich klar Informationen &#252;bermittelt. Das zu beherrschen, ist Handwerk.</p>
<p>Und es w&#228;re sch&#246;n, wenn die Menschen diesem Handwerk ein wenig mehr Respekt entgegenbringen w&#252;rden, statt nur zu sagen: „Das kann ich auch.“ Klar kann ich Ihnen einen Zahn reparieren. So schwer ist das nicht. Werkzeug und Material dazu gibt’s im Baumarkt: aufbohren, Dreck rauspusten, Kitt rein, trocknen lassen. Sie sollten halt still halten. Was soll daran ein besonderes Handwerk sein? Ich kann Ihnen auch einen Finger amputieren, wenn Sie wollen. Der Amateur vergisst ja gerne, vor dem Abhacken einen Hautlappen auszuschneiden, den er hinterher &#252;ber die Wunde klappen kann. Ich vergesse das nicht, ich wei&#223; so etwas. Aber macht mich das zum Profi?</p>
<p>Nein, macht es nicht. Und das ist sonnenklar und nicht diskutabel. Ebenso klar ist: Der Flyer ist handwerklich eine Katastrophe. Das ist ebenso wenig Ansichtssache wie ein verpfuschter Zahn. Und nur weil manche Leute von einem Handwerk nichts verstehen, ist das Handwerk nicht relativierbar. Es gibt da nichts zu diskutieren. Es sind krasse handwerkliche Fehler, die alles andere als „egal“ sind. Nicht nur Menschen mit Sinn f&#252;rs Optische st&#246;ren sich daran – und davon gibt es viele. Sondern auch auf die Unwissenden wirken solche dilettantischen Selfmade-Flyer suggestiv unklar, unruhig und wenig entschieden und sind daher nicht besonders attraktiv.</p>
<p><strong>Ein Werkzeug macht noch keinen Profi</strong></p>
<p>Eines sollten wir endlich kapieren: Die Tatsache, dass ich ein Textbearbeitungsprogramm habe, macht mich nicht zu einem Texter oder Redakteur. Dass ich mit meinem Rechner Seiten layouten und PDFs machen kann, macht mich nicht zu einem Layouter. Dass ich einen USB-Stift mit Grafik-Tablett habe, macht mich nicht zu einem Zeichner. Diese Hilfsmittel sind nur Medien, sie sind nicht das Handwerk selbst. Manche Menschen besitzen Hightech-Kameras und machen f&#252;rchterlich schlechte Fotos, weil sie keine Ahnung von Fotografie haben. Videokameras und Schnittprogramme verf&#252;hren zum Selbermachen, aber deswegen haben diese Amateure noch keine Ahnung von Bildgestaltung und Achsenspr&#252;ngen.</p>
<p>Wahres Handwerk zeigt sich vielmehr ohne Hilfsmittel: Ein guter Zeichner zeichnet auch mit dem Bleistift gut. Ein guter Fotograf macht auch mit der Lochkamera gute Bilder. Ein guter Cutter beweist sein Handwerk ohne Elektrizit&#228;t mit einem Daumenkino. Und was das Schreiben betrifft, haben die Menschen es eben doch nicht in der Schule gelernt. In der Schule haben wir gelernt, Texte m&#252;ssten korrekt sein, also fehlerlos. Wir haben nicht gelernt, dass Texte vor allem gut sein m&#252;ssen, wenn wir Menschen gewinnen wollen.</p>
<p>Und das ist der Denkfehler sehr vieler Unternehmen: Sie denken, wenn der Germanist alle Komma- und Grammatikfehler korrigiert hat, ist der Text in Ordnung und kann raus. Sie glauben, einzig der „Duden“ sei noch relevant, sobald ein Textentwurf steht. Eine fatale Sicht, durch die wir massenhaft fachlich ersch&#246;pfende Unterlagen und Webseiten haben, die die Leute erschlagen, ohne Sinn und Verstand zusammengeschmiert, das Layout geradezu Sabotage. Was v&#246;llig fehlt, ist der Aspekt der Redaktion: Welche Gedanken sind wichtig, und in welcher Folge bringen wir sie wie? Ber&#252;hren wir die Menschen, oder bel&#228;stigen wir sie mit &#252;bertrieben vielen unwichtigen Details, schlecht geschrieben und layoutet? Sind &#220;berschriften knackig, sprechen die Abst&#228;nde f&#252;r gestalterischen Sachverstand und f&#252;r Geschmack und Stil? Sind Aufz&#228;hlungen logisch?</p>
<p>Es scheint Berufe zu geben, die ernst zu nehmen sind – das sind meist die Berufe dieser Leute selbst. Und es scheint Berufe zu geben, die nichts wert sind – das sind die anderen und vor allem Texter, Grafiker, Redakteure, &#220;berschriftenmacher, Layouter. Deren Aufgaben &#252;bernimmt man eben mal selbst und frickelt.</p>
<p>Was die Bastler mit ihrer Selfmade-Unternehmenskommunikation betrifft, bin ich daf&#252;r, dass diese Leute ab sofort ihre Z&#228;hne beim Nachbarn machen lassen. Schlie&#223;lich hat der eine Bohrmaschine.</p>
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		<title>Ausgezeichnet: &#8222;Mach dein Ding!&#8220;</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 13:47:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Mach dein Ding!]]></category>
		<category><![CDATA[News]]></category>

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		<description><![CDATA[ Ausgezeichnet! Mein Buch &#8222;Mach dein Ding!&#8220; (Eichborn Verlag 2010) hat seinen ersten Preis. Die Redaktion von managementbuch.de hat es als &#8222;Empfehlung&#8220; gew&#252;rdigt.
Die Redaktion schreibt &#252;ber das Buch: &#8222;Das Buch f&#252;r alle, die etwas vorhaben. Die mit dem Gedanken spielen, sich beruflich zu ver&#228;ndern und zu verbessern. Die nicht mehr darauf gespannt sind, was andere [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/BE_Neuorientierung.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-5266" title="BE_Neuorientierung" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/BE_Neuorientierung.jpg" alt="" width="145" height="73" /></a> Ausgezeichnet! Mein Buch <a href="http://www.thilo-baum.de/publikationen/mach-dein-ding/">&#8222;Mach dein Ding!&#8220; (Eichborn Verlag 2010)</a> hat seinen ersten Preis. <a href="https://www.managementbuch.de/shop/action/magazine/42483/neuorientierung.html?aUrl=90007985">Die Redaktion von managementbuch.de hat es als &#8222;Empfehlung&#8220; gew&#252;rdigt</a>.</p>
<p>Die Redaktion schreibt &#252;ber das Buch: &#8222;Das Buch f&#252;r alle, die etwas vorhaben. Die mit dem Gedanken spielen, sich beruflich zu ver&#228;ndern und zu verbessern. Die nicht mehr darauf gespannt sind, was andere mit ihnen vorhaben, sondern selbst aktiv werden wollen. <strong>Ein Buch f&#252;r den Aufbruch.</strong> Frech geschrieben, ohne falsche R&#252;cksichten und mit einer Riesenportion gesundem Pragmatismus.&#8220;</p>
<p>&#220;ber mich schreiben die Kollegen: &#8222;Der Autor Thilo Baum ist ein undogmatischer Ideengeber und kreativer Inspirator.&#8220;</p>
<p>Vielen lieben Dank!</p>
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		<title>&#8222;Mach dein Ding!&#8220; f&#252;r die Schule</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 12:17:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Mach dein Ding!]]></category>

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Orga-Raum des Sch&#252;lerkongresses
Premiere von &#8222;Mach dein Ding!&#8220; vor Real-Life-Publikum: Am Samstagabend war ich der Hauptredner auf dem &#8222;Hessischen Sch&#252;lerkongress&#8220; in Kirchhain, organisiert von der Landessch&#252;lervertretung Hessen. Eine Stunde mit Powerpoint und Whiteboard. Ein Test, ob es klappt, einige der wesentlichen Erfolgskonzepte der Coaching-Welt in die Schule zu bringen. Ist es zu komplex? Zu &#246;konomisch? Zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/orgateam.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5159" title="orgateam" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/orgateam.jpg" alt="" width="400" height="280" /></a></p>
<p><strong>Orga-Raum des Sch&#252;lerkongresses</strong></p>
<p>Premiere von &#8222;Mach dein Ding!&#8220; vor Real-Life-Publikum: Am Samstagabend war ich der Hauptredner auf dem &#8222;Hessischen Sch&#252;lerkongress&#8220; in Kirchhain, organisiert von der Landessch&#252;lervertretung Hessen. Eine Stunde mit Powerpoint und Whiteboard. Ein Test, ob es klappt, einige der wesentlichen Erfolgskonzepte der Coaching-Welt in die Schule zu bringen. Ist es zu komplex? Zu &#246;konomisch? Zu akademisch? Oder funktioniert&#8217;s?</p>
<p>Das Publikum: etwa einhundert h&#246;chst engagierte und politische Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler aus verschiedenen Schulen Hessens, die Themen beackern wie &#8222;Gender&#8220; und &#8222;Drogen&#8220; und &#8222;Homosexualit&#228;t&#8220;, die in der Mensa &#8222;Vegan&#8220; bestellen (was ist der &#8222;Vegan&#8220; eigentlich f&#252;r ein Tier?), die gerne das i in &#8222;Sch&#252;lerInnen&#8220; gro&#223; schreiben und Flugbl&#228;tter zur Abschaffung des Notensystems auslegen. Ein Publikum mit hoher Ethik und klaren Werten, das in weiten Teilen nicht sehr zufrieden ist mit Schule und Bildungssystem.</p>
<p>&#8222;Mir wurde w&#228;hrend Thilos Vortrag bewusst, dass die von der Sch&#252;lervertretung geforderte individuelle F&#246;rderung nicht durch Institutionen, wie die Schule eine ist, umgesetzt werden kann&#8220;, schrieb Anna-Ruth Wenz (18) als Referenz. &#8222;Wir m&#252;ssen selbst die F&#228;higkeit erkennen, uns individuell zu f&#246;rdern.&#8220; Julia Fesser (16) schreibt: &#8222;Thilo Baum bringt meine Generation in eine verzwickte Lage. Einerseits wird uns von konservativen Lehrern gepredigt, perfekte Lebensl&#228;ufe aufzubauen und uns in das althergebrachte Schema einzugliedern. Andererseits erkl&#228;rt Thilo Baum uns voller Elan, wie unwichtig es ist, konventionelle Figuren auszuf&#252;hren. Was z&#228;hle, sei eine individuelle Entwicklung. Sein Vortrag brachte viele von uns zum Nachdenken. Mich auch.&#8220;</p>
<p>Im Vortrag zeigte sich mir, dass viele Sch&#252;lerinnen und Sch&#252;ler den Themen &#8222;Arbeit&#8220; und &#8222;Geld&#8220; noch nicht den Wert zumessen, den diese Themen sp&#228;ter haben werden – offenbar haben einige ausgesorgt. Oder ihnen ist das Thema &#8222;Geld&#8220; suspekt. Dass man mit Geld Gutes tun kann und dass es daher in die H&#228;nde guter Menschen geh&#246;rt statt nur in die H&#228;nde egoistischer B&#246;sewichter, w&#228;re m&#246;glicherweise ein eigenes Thema. Denn gerade die hoch politisierte Sch&#252;lerszene, die in b&#252;rokratischen Abstimmungen &#252;ber die Erstattung von Auslagen entscheidet und f&#252;rs Ministerium kafkaese Formulare ausf&#252;llt, leidet ja gerade unter der Abwesenheit von Geld, und viele Projekte kommen daher nur mit Ach und Krach zustande. Diese Einstellung erinnert mich ein wenig an mein altes Dilemma als Arbeitnehmerkind mit Gewerkschaftsneigung: Obwohl Unternehmen tendenziell suspekt waren, war es Aufgabe von Schulabg&#228;ngern und Uniabsolventen, sich bei diesen suspekten Unternehmen zu bewerben und devot um einen Job und ein bisschen Geld zu bitten.</p>
<p>Auch war es n&#246;tig zu betonen, dass &#8222;Erfolg&#8220; nicht nur finanzieller Erfolg ist, sondern zun&#228;chst einmal nur das Erreichen von Zielen. Etwas &#8222;erfolgt&#8220;, ist die &#8222;Folge&#8220;. Ein Sch&#252;ler mit enormen Vorurteilen gegen&#252;ber dem Gedanken, Geld zu verdienen, verlie&#223; sogar den Raum, und sp&#228;ter entschuldigten sich andere, dass eine Minderheit den Vortrag durch sinnlose Diskussionen zu zerreden versuchte. Auf mich wirkte das Ganze spannend, da sehr viele sozial gepr&#228;gte Vorurteile, die die Menschen letztlich vom gro&#223;en Denken und ihrer Selbstverwirklichung abhalten, in einigen K&#246;pfen so tief sitzen, dass man diese Leute fragen m&#246;chte: &#8222;W&#228;ren 3000 Euro pro Monat mehr auf deinem Konto nun gut oder nicht?&#8220; Wenn ja, muss er ja nicht zum fiesen Geldsack werden, sondern kann Gutes tun. Und wenn nein, dann soll er es eben f&#252;r normal halten, dass er seine Projekte nicht finanzieren kann.</p>
<p>Irina Marijke van Kleef (15) schrieb: &#8222;Was sind die Werte von heute? Geld? Nein! Erfolg bedeutet mehr als reich zu sein. Erfolg bedeutet, unsere W&#252;nsche zu verwirklichen und uns individuell zu entwickeln. Gerade heutzutage! Das hat mir Thilo Baum vor Augen gef&#252;hrt, danke daf&#252;r!&#8220; Und genau das stimmt: Wenn jemand manche Dinge von alleine tut, weil sie Spa&#223; machen, ist er m&#246;glicherweise schon auf der Spur. Und daraus kann sich ein Lebensinhalt entwickeln, der v&#246;llig m&#252;helos l&#228;uft. Geht damit noch einher, dass jemand anderes etwas davon hat, entsteht das Einkommen von ganz alleine. Und das widerspricht so ziemlich allem, was Lehrer einem traditionellerweise erz&#228;hlen. Von wegen Arbeit sei m&#252;hsam, man m&#252;sse Schw&#228;chen kompensieren, statt St&#228;rken zu st&#228;rken – all die alten Muster ignorieren das relevante Wissen, das viele F&#252;hrungskr&#228;fte und Unternehmer erst als Erwachsene nachgeholt haben, nachdem das Bildungssystem es vers&#228;umt hat, sie zu vermitteln.</p>
<p>Ich selbst bin daf&#252;r das beste Beispiel: Wir hatten so schlechte und auch so unkreative Musiklehrer, dass der Musikunterricht schlicht grottig war. Aus Langeweile textete ich die Texte in den Liederb&#252;chern um. Das empfanden unsere Lehrer als st&#246;rend, statt zu erkennen, dass da ein Kreativer sa&#223;. Und Mathe zerschoss mir die Abiturnote, obwohl ich sp&#228;ter nie mehr Ableitungen brauchte. Ich wartete wegen meiner Abinote l&#228;nger auf ein Studium, in dem Mathe keine Rolle spielte, und mogelte mich &#252;ber das Nebenfach rein. Dieser Bug im Bildungssystem ist pervers. Aber er st&#246;rt niemanden von den P&#228;dagogen und Politikern, die Bildungspolitik machen. Dummheit? Absicht?</p>
<p>Nach meinem Vortrag in Kirchhain kamen sehr viele Sch&#252;ler mit Ideen auf mich zu, unter anderem ein Programmierer und ein Musiker. Beide f&#252;hlten sich best&#228;tigt in ihrem Verdacht, dass die f&#252;r sie vorgesehenen Wege vielleicht in die falsche Richtung f&#252;hrten. Die gesellschaftliche Norm sieht vor, dass man einen Nine-to-five-Job macht, aber das Herz will kreativ sein.</p>
<p>Der Programmierer meinte, ihm fehle das betriebswirtschaftliche Know-how, und das halte ihn bislang davon ab, sein Business aufzubauen. Ich riet ihm, einfach unter MBA-Absolventen zu schauen: Dort gibt es jede Menge Zahlenmenschen, die Kreativlinge wie ihn suchen, und im Team erg&#228;nzt man sich m&#246;glicherweise hervorragend. Eine nahe liegende Idee, auf die die Sch&#252;ler aber oft nicht von alleine kommen, weil man ihnen beibringt, sie m&#252;ssten Schw&#228;chen kompensieren, statt ihnen zu verraten, dass man auch durch Gedanken wie Outsourcing und Synergie erfolgreich werden kann.</p>
<p>Nun geht es nat&#252;rlich nicht darum, Geld zu scheffeln um des Geldes Willen. Sondern es geht um die Gesetze, die zum Erfolg f&#252;hren – beispielsweise nicht &#8222;eins nach dem anderen&#8220; tun, wie das viele von uns gelernt haben, sondern das Wichtigste zuerst. Womit nat&#252;rlich die F&#228;higkeit einhergeht zu entscheiden, was wichtig ist. Auch Priorit&#228;tensetzen geh&#246;rt als Lerninhalt in die Schulen. Es geht darum, &#8222;Geber&#8220; zu sein statt &#8222;Nehmer&#8220; und <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/no-more-mismatcher/">&#8222;Matcher&#8220; statt &#8222;Mismatcher&#8220;</a>.</p>
<p>Und prompt meldete sich ein Lehramtsstudent, der als Gast dabei war: Er lerne im Studium genau die Mismatcher-Konzepte und erkenne in meinem Vortrag das ganze Elend des Bildungssystems wieder, das ihn so st&#246;re. Es sei immer noch das alte Programm.</p>
<p>Mir wurde nach diesem Auftritt klar: Die Schule bugsiert Jugendliche noch heute r&#252;cksichtslos und ohne Verantwortungsgef&#252;hl gegen die Wand. Noch heute lehren Lehrer Versagenskonzepte. Solange niemand das vorhandene Coaching-Wissen bereits an dieser Stelle ins Bildungssystem einpflanzt, ergreifen Jugendliche Jobs, die ihnen nicht passen, studieren unrealistisches Zeug und kommen erst nach Jahren darauf, dass sie vielleicht fr&#252;her mal durch ein etwas gr&#246;&#223;eres und umfassenderes Denken eine andere Richtung h&#228;tten einschlagen k&#246;nnen. Und das nur, weil das Bildungssystem die falschen Denkmuster vermittelt: Es ist im <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/die-wunderbare-welt-der-medien/schluss-mit-dem-gejammer-hoert-zu/">Arbeitnehmer-Dogma verhaftet</a> und lehrt, dass man Jobs finden solle statt ein Einkommen.</p>
<p>Auch dass sich die leidige Diskussion dar&#252;ber er&#252;brigt, ob Geld gut ist oder schlecht, ignoriert das System. Es verkennt, dass automatisch ein Einkommen flie&#223;t, wenn man sein Ding macht und sich nach den Prinzipien richtet &#8222;Was will ich? Was kann ich? Wer braucht mich?&#8220;. Stattdessen produziert es nach wie vor <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/business/relevant-statt-richtig/">konvergent denkende Regelabgleicher</a>, die nicht zielorientiert denken.</p>
<p>Und wer kann daran etwas &#228;ndern? Einige Lehrer sind vielleicht klug, aber gefesselt durch die Regularien (ich gehe davon aus, dass es in jedem Beruf in etwa gleich viele sehr gute, gute, durchschnittliche und schlechte Vertreter gibt). Sch&#252;ler sind auch sehr klug, aber kein relevanter Entscheider mit Einfluss auf die Gestaltung des Bildungssystems h&#246;rt auf sie. Beamte in Ministerien? Da bleibt nur ein m&#252;des L&#228;cheln, dort herrscht das Hochamt der Regelorientierung. Die gro&#223;e Politik? Viel zu weit weg, viel zu wenig Ahnung von der Wirklichkeit. Was bleibt, sind Trainer und Coachs. Die meist selbstst&#228;ndige Unternehmer und Gesch&#228;ftsleute sind und zugleich durch ihre B&#252;cher sinnvolle Inhalte vermitteln. Wir brauchen eine Initiative, um die Lehrinhalte in den Schulen auf die Realit&#228;t und den wahren Bedarf junger Menschen abzustimmen.</p>
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		<title>Sache oder Bedeutung?</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 09:18:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Unternehmen &#246;ffentlich kommunizieren, neigen sie gerne dazu, Botschaften aus ihrer Perspektive zu formulieren. Das klingt zwar zun&#228;chst v&#246;llig normal, und es wird sicher auch der Regelfall sein, aber einen Gefallen tun sich diese Unternehmen dabei nicht.
Wenn Sie die Menschen da abholen wollen, wo sie stehen, um mal diese Wendung zu bem&#252;hen, gelingt Ihnen das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Unternehmen &#246;ffentlich kommunizieren, neigen sie gerne dazu, Botschaften aus ihrer Perspektive zu formulieren. Das klingt zwar zun&#228;chst v&#246;llig normal, und es wird sicher auch der Regelfall sein, aber einen Gefallen tun sich diese Unternehmen dabei nicht.</p>
<p>Wenn Sie die Menschen da abholen wollen, wo sie stehen, um mal diese Wendung zu bem&#252;hen, gelingt Ihnen das nicht, wenn Sie aus Ihrer Sicht kommunizieren. Und damit Ihnen der Wechsel in die Sicht Ihrer Zielgruppe gelingt, habe ich ein einfaches Gedankenmodell f&#252;r Sie: Unterscheiden Sie zwischen Sache und Bedeutung.</p>
<p>Die <strong>Sache</strong> ist das, was Sie sind, tun und sagen. Die Sache, das sind alle korrekten Details, alle wesentlichen Fakten. All das Zeug, das Ihre Leute in ihrer Betriebsblindheit an den Anfang einer Pressemitteilung stellen, um sich dann zu wundern, dass Journalisten damit nichts anfangen k&#246;nnen.</p>
<p>Die <strong>Bedeutung</strong> ist das, was Ihre Sache f&#252;r die Menschen bedeutet. Die Bedeutung ist die Relevanz. Und die formulieren Sie automatisch aus Sicht Ihrer Zuh&#246;rer, Leser, Webseitenbesucher und Zuschauer, wenn Sie sich fragen, was Ihre Sache von au&#223;en betrachtet bedeutet.</p>
<p>Hei&#223;t: Beginnen Sie Ihre Pressemitteilung (und Webseiten-Aufmacher, Newsletter-Texte und alles andere) mit der Bedeutung Ihrer Sache f&#252;r die Menschen. Niemand will am Anfang all die vielen Details lesen, die Sie wichtig finden. Ein einfacher, klarer Eindruck gen&#252;gt. Und wenn Sie ein Schlaglicht geworfen haben, das die Bedeutung transportiert, k&#246;nnen Sie immer noch mit Ihren vielen Fakten kommen und der Welt zeigen, dass sie korrekt sind und pr&#228;zise denken k&#246;nnen. Nur bringt Ihnen das alles nichts, wenn Sie die Menschen nicht zuvor einfangen.</p>
<p>Viele Fachleute f&#252;hlen sich unverstanden, obwohl sie gute Arbeit machen – dabei ist ihr Gegenstand so toll, fachlich so korrekt, inhaltlich so spannend. Aber sie verstehen es einfach nicht, die Dinge klar und einfach aus der Publikumsperspektive zu vermitteln. Kein Wunder, dass die Presse die Inhalte dann ungenau wiedergibt – die Kollegen dort sind ja geradezu gezwungen zu interpretieren, wenn ihnen die Quelle keine klaren Angaben macht. All das w&#228;re kein Problem, wenn die Fachleute sich gleich klar und gef&#228;llig ausdr&#252;cken w&#252;rden.</p>
<p>In einem PR-Seminar sa&#223; eine Ingenieurin, deren Unternehmen eine neue Legierung aus Aluminium und Stahl entwickelt hatte. Offen gesagt, ein f&#252;rchterlich langweiliges Thema f&#252;r die Publikumspresse. Aber wenn Sie die Menschen daf&#252;r interessieren wollen, landen Sie nicht mit einer &#220;berschrift, wie sie PR-Leute solcher Unternehmen meistens formulieren, etwa in der Art:</p>
<p><em><strong>Max M&#252;tze GmbH entwickelt neue Legierung aus Aluminium und Stahl</strong></em></p>
<p>Nicht nur ist die &#220;berschrift viel zu lang, sondern sie ist auch g&#228;hn&#246;de. Es ist das typische sachliche und fachlich korrekte Sachebenen-Deutsch derer, denen das Korrekte &#252;ber das Relevante geht. Die Flie&#223;texte beginnen dann meistens so:</p>
<p><em>Wissenschaftlern der Max M&#252;tze GmbH in Musterstadt ist es nach f&#252;nf Jahren Entwicklungszeit unter Mitarbeit eines interdisziplin&#228;ren Teams aus mehr als zwanzig internationalen Wissenschaftlern gelungen, eine neuartige Legierung aus dem Leichtmetall Aluminium mit Stahl zu entwickeln und zu produzieren.</em></p>
<p>&#220;blicherweise meinen die Verfasser solcher Texte, ihnen sei etwas Tolles gelungen, weil viele Gedanken in nur einem Satz stehen. Die ganze Angeberei mit international und Wissenschaftlern, tolle Vokabeln, beeindruckender Wortbombast – aber unterm Strich komplett egoistische Selbstgef&#228;lligkeit, was die Leute merken und ablehnen, weil dieses Fachidiotenges&#252;lze l&#228;ngst inflation&#228;r ist. Die Fehler dabei: Satz zu lang, zu viele Nebensachen eingebaut, statt die Hauptsache herauszuholen, und dann steht der Hauptgedanke auch noch in einem Nebensatz. Von Kommunikation keine Ahnung!</p>
<p>Statt der Sache die Bedeutung in den Vordergrund zu r&#252;cken, ist ganz einfach:</p>
<p><em><strong>Stahluminium</strong></em></p>
<p><em>Eine neue Legierung aus Aluminium und Stahl k&#246;nnte den Fahrzeugbau revolutionieren.</em></p>
<p>Eine &#220;berschrift, die zwar falsch ist (es gibt das Wort &#8222;Stahluminium&#8220; nicht), die aber zugleich Aufmerksamkeit erzeugt, &#228;hnlich wie die ebenfalls falsche &#8222;Bild&#8220;-Zeile &#8222;Wir sind Papst&#8220;. Und wenn Ihr emotionaler Aufrei&#223;er die Aufmerksamkeit der Menschen gewonnen hat, k&#246;nnen Sie immer noch mit Ihren korrekten Fakten kommen.</p>
<p>Damit Ihnen das k&#252;nftig konsequent gelingt, hier noch ein paar Merks&#228;tze:</p>
<ol>
<li>Kommunizieren Sie ab sofort vor allem die Bedeutung Ihrer Botschaft statt nur die Sache an sich.</li>
<li>Beginnen Sie mit einem emotionalen Aufrei&#223;er. Die allermeisten Menschen ticken emotional.</li>
<li>Verbinden Sie die Bedeutung Ihrer Botschaft mit einer Emotion. So helfen Sie den Menschen, Ihre Botschaft schneller als relevant bewerten zu k&#246;nnen. Nur die allerwenigsten Menschen nehmen alle Informationen gleichrangig auf.</li>
<li>Verlieben Sie sich niemals in Formulierungen, nur weil Sie sich damit ach so toll darstellen. F&#252;r Au&#223;enstehende ist das oft platte Angeberei.</li>
<li>Sprechen Sie nicht &#252;ber sich und das, was Sie tun, sondern dar&#252;ber, worin Sie den Menschen n&#252;tzen und dienen.</li>
<li>Gestalten Sie Haupt&#252;berschriften emotional und Unter&#252;berschriften rational. So wie in <a href="http://www.thilo-baum.de/podcast/wie-buecher-machen/">guten Buchtiteln</a>.</li>
<li>Nutzen Sie <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/business/newsletter-nur-bei-news/">die Betreffzeile Ihres Newsletters</a> nicht f&#252;r eine laufende Nummer, sondern f&#252;r eine Nachricht.</li>
<li>Glauben Sie nicht, Sie m&#252;ssten alles Wichtige in den ersten Satz stopfen, nur weil Sie mal geh&#246;rt haben, dass das Wichtige an den Anfang geh&#246;rt.</li>
<li>Akzeptieren Sie, dass nicht an den Anfang geh&#246;rt, was f&#252;r Sie wichtig ist, sondern was f&#252;r Ihre Zielgruppe wichtig ist.</li>
<li>Haben Sie den Mut, die Bedeutung f&#252;r die Leute in der Sprache der Leute zu kommunizieren.</li>
</ol>
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