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	<title>Thilo Baum &#187; Medienwelt</title>
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	<description>Thilo Baum: Klartext-Experte</description>
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		<title>G&#228;ste, bitte zahlen!</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 06:42:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Stammtisch]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[
Bei uns hier drau&#223;en gibt es ja keine Hotels. Die n&#228;chste M&#246;glichkeit, gegen Bezahlung zu &#252;bernachten, ist etwa sieben Kilometer entfernt. Doch es ist keine Option, nach einem Abend unter Freunden erst einmal auf Wanderschaft durch Nacht und Grausen zu gehen.
Was wir nun wissen: Bettina Schausten vom ZDF bezahlt, wenn sie privat bei Freunden n&#228;chtigt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><iframe frameborder="0" width="400" height="254" src="http://www.youtube.com/embed/d2IymCuxmjQ" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Bei uns hier drau&#223;en gibt es ja keine Hotels. Die n&#228;chste M&#246;glichkeit, gegen Bezahlung zu &#252;bernachten, ist etwa sieben Kilometer entfernt. Doch es ist keine Option, nach einem Abend unter Freunden erst einmal auf Wanderschaft durch Nacht und Grausen zu gehen.</p>
<p>Was wir nun wissen: Bettina Schausten vom ZDF bezahlt, wenn sie privat bei Freunden n&#228;chtigt. Das hat sie dem Bundespr&#228;sidenten gesagt, als er sie danach fragte. 150 Euro. Schade, dass Frau Schausten uns nicht verraten hat, ob das brutto oder netto ist und ob in den erforderlichen Belegen die Mehrwertsteuers&#228;tze ordentlich getrennt sind: 7 Prozent f&#252;r die &#220;bernachtung, 19 f&#252;rs Fr&#252;hst&#252;ck.</p>
<p>Und die Frage stellt sich: Wenn ein Kollege sie ein paar Kilometer im Auto mitnimmt, zahlt sie dann auch 14,80 Euro? Zahlt sie auf Privatpartys 15 Euro Eintritt und f&#252;r ein Glas Wei&#223;wein 4,50 Euro? Ich sollte Frau Schausten von nun an zu jeder Party einladen. Irgendwelche Zimmer sind hier auf dem Hof immer frei, und 150 Euro pro Nacht sind f&#252;r ein Zimmer im Status 19. Jahrhundert echt gut. Da ist das Fr&#252;hst&#252;ck sogar inklusive.</p>
<p>Es war vermutlich das erste Mal, dass ein Bundespr&#228;sident auf diese Weise im Verh&#246;r stand, und k&#246;nnte man &#8222;ein Amt besch&#228;digen&#8220;, was ich f&#252;r Unfug halte, dann w&#228;re das gestern Abend in ARD und ZDF der Fall gewesen. Eine ZDF-Journalistin fragt den Bundespr&#228;sidenten, ob er nicht bei seinen Freunden 150 Euro pro Nacht lassen k&#246;nnte, wenn er dort &#252;bernachte. Da der Bundespr&#228;sident f&#252;r sich den Anspruch erhebt, ebenso Pers&#246;nlichkeitsrechte und ein Privatleben zu haben wie andere B&#252;rger auch, drehte er den Spie&#223; um, und das war sehr klug. So entlarvte er genau die Bigotterie der Medien, die er kritisierte.</p>
<p>Unabh&#228;ngig von der Frage, ob Christian Wulff Fehler gemacht hat, ob sein &#246;ffentliches Bekenntnis dazu ausreicht und ob er nun gehen oder bleiben sollte, hat diese Geschichte eine sehr unsch&#246;ne Folge: Gute Leute werden noch seltener in die Politik gehen. Kein Mensch will sich so etwas gefallen lassen, auch dann nicht, wenn er Fehler macht.</p>
<p>Eine Merkw&#252;rdigkeit in dieser Aff&#228;re, die mich sehr gewundert hat: Alle Welt tut so, als k&#246;nne sich jemand f&#252;r einen Fehler einfach entschuldigen. Meines Wissens <em>bittet</em> man um Entschuldigung, das jedenfalls ist die rhetorische Wendung. Der Gebetene kann dann stattgeben oder nicht. Eine Konvention sagt, es geh&#246;re sich, einer Bitte um Entschuldigung stattzugeben. Und dann entschuldigt das Opfer den T&#228;ter, nicht der T&#228;ter sich selbst.</p>
<p><a href="http://www.tagesschau.de/inland/wulffinterview114.html">Das gesamte Gespr&#228;ch ist f&#252;r einige Zeit bei der ARD online.</a></p>
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		<title>Wahnsinnige im Hinterhalt</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Nov 2011 20:54:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Das Ereignis hat meine Vorurteile gegen&#252;ber dem Internet als Tummelfeld  von Wahnsinnigen und Anonymen, die aus dem Hinterhalt agieren, verst&#228;rkt  – womit ich keineswegs alle, die sich im Internet bet&#228;tigen, in  Sippenhaft nehmen m&#246;chte.&#8220;
Weltwoche-Verleger und -Chefredakteur Roger K&#246;ppel &#252;ber einen Angriff auf seine Server.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://medienwoche.ch/2011/11/25/ich-misstraue-der-masse/">&#8222;Das Ereignis hat meine Vorurteile gegen&#252;ber dem Internet als Tummelfeld  von Wahnsinnigen und Anonymen, die aus dem Hinterhalt agieren, verst&#228;rkt  – womit ich keineswegs alle, die sich im Internet bet&#228;tigen, in  Sippenhaft nehmen m&#246;chte.&#8220;</a></p>
<p>Weltwoche-Verleger und -Chefredakteur Roger K&#246;ppel &#252;ber einen Angriff auf seine Server.</p>
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		<title>KarriereSPIEGELs Weltbild</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 22:22:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mach dein Ding!]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Weil ich mal ein Buch namens &#8222;Mach dein Ding!&#8220; geschrieben habe, verfolge ich, was &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; so bei Facebook schreibt. Ich bin entsetzt! &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; festigt das Weltbild des Bewerbers – ganz so, als g&#228;be es heute noch sichere Jobs. &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; erweckt den Eindruck, die Leute m&#252;ssten Formalien beherrschen, immer sch&#246;n brav und konform sein, und d&#252;rften [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil ich mal ein Buch namens <a href="http://www.thilo-baum.de/publikationen/mach-dein-ding/">&#8222;Mach dein Ding!&#8220;</a> geschrieben habe, verfolge ich, was &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; so bei Facebook schreibt. Ich bin entsetzt! &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; festigt das Weltbild des Bewerbers – ganz so, als g&#228;be es heute noch sichere Jobs. &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; erweckt den Eindruck, die Leute m&#252;ssten Formalien beherrschen, immer sch&#246;n brav und konform sein, und d&#252;rften blo&#223; nicht daran denken, dass Angestellte selten reich werden.</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere00.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8849" title="karriere00" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere00.jpg" alt="" width="400" height="169" /></a></p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere01.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8850" title="karriere01" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere01.jpg" alt="" width="400" height="264" /></a></p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere02.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8851" title="karriere02" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere02.jpg" alt="" width="400" height="411" /></a></p>
<p>Offenbar ist f&#252;r &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; das Arbeitsrecht so wichtig, dass selbst Berufseinsteiger die Details kennen sollten. Dabei ist juristisches Denken nur eine M&#246;glichkeit von mehreren zu denken. Wie sch&#246;n w&#228;re es, w&#252;rden sich Berufseinsteiger nicht mit rechtlichen Eventualit&#228;ten befassen (&#8222;was passiert bei einer K&#252;ndigung in der Probezeit&#8220;), sondern mit der Entfaltung ihres Potenzials. Doch offenbar gibt es im Denken der &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220;-Schreiber nur &#252;berregulierte Konzerne und keine Handschlagqualit&#228;t.</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere03.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8853" title="karriere03" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere03.jpg" alt="" width="400" height="149" /></a></p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere04.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8854" title="karriere04" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere04.jpg" alt="" width="400" height="237" /></a><br />
Diesen Punkt habe ich in der Tat nicht verstanden. Der Text von &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; in Facebook macht nicht klar: Entspringt das &#8222;Sapperlot&#8220; denn nun der gespielten Verwunderung dar&#252;ber, dass eine Karriereberaterin etwas Dummes r&#228;t, oder dar&#252;ber, dass sie etwas Selbstverst&#228;ndliches r&#228;t? Gedanken lesen kann ich nicht, aber durch das Z&#228;hneputzen mutma&#223;e ich, f&#252;r &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; ist der Besuch einer betrieblichen Weihnachtsfeier selbstverst&#228;ndlich v&#246;llig normal und die Notwendigkeit dazu in keiner Weise zu hinterfragen.</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere05.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8855" title="karriere05" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere05.jpg" alt="" width="400" height="97" /></a></p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere06.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8856" title="karriere06" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere06.jpg" alt="" width="400" height="429" /></a></p>
<p>Und noch eine Erg&#228;nzung: Menschen sind dann gl&#252;cklich, wenn sie sich frei bewegen und frei kommunizieren d&#252;rfen. Wenn sie keine Angst zu haben brauchen, dass das Nennen oder das Verschweigen privater Dinge irgendwelche Folgen hat. Diesen Aspekt unterschl&#228;gt &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; v&#246;llig. Nur an Horror-Arbeitspl&#228;tzen gilt die Gedankendiktatur, die f&#252;r &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; offenbar normal ist.</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere07a.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8868" title="karriere07a" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere07a.jpg" alt="" width="400" height="155" /></a></p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere08.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8858" title="karriere08" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere08.jpg" alt="" width="400" height="190" /></a></p>
<p>&#8222;Weder zu blass wirken noch gleich anecken&#8220;. &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; festigt den Konformismus. In meiner Erinnerung war Rudolf Augstein ein Mann mit R&#252;ckgrat. Warum predigen seine heutigen Leute das Gegenteil?</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere09.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8859" title="karriere09" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere09.jpg" alt="" width="400" height="119" /></a></p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere10.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8860" title="karriere10" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere10.jpg" alt="" width="400" height="363" /></a></p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere11b.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8869" title="karriere11b" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere11b.jpg" alt="" width="400" height="148" /></a></p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere11a.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8866" title="karriere11a" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere11a.jpg" alt="" width="400" height="389" /></a></p>
<p>Eine Dame bei Facebook schreibt, sie habe einen Personaler getroffen, der sich w&#252;nschen w&#252;rde, Bewerber w&#252;rden selbstbewusster und weniger als Bittsteller auftreten:</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere13.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8871" title="karriere13" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere13.jpg" alt="" width="400" height="554" /></a></p>
<p>Ein Herr bei Facebook merkt an, es gebe sicher viele Leute, die sich in diesem Weltbild wohlf&#252;hlten. &#8222;KarriereSPIEGEL&#8220; produziere keine Haltung, sondern bediene eine Haltung. Beurteilen kann ich das nicht, aber:</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere14.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8876" title="karriere14" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/11/karriere14.jpg" alt="" width="400" height="167" /></a></p>
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		<title>Verschonen Sie mich mit Xing!</title>
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		<pubDate>Sat, 05 Nov 2011 09:10:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine wichtige Bitte an alle, sofern sie es lesen: Bitte keine Kommunikation mehr &#252;ber Xing. Xing ist f&#252;r mich v&#246;llig unbrauchbar und l&#228;stig geworden. Ich mache dort nur noch das Allerallern&#246;tigste und bin froh, wenn ich ausgeloggt bin.
Das ist mein neuer Standard-Text f&#252;r Xing-Anfragen:
Gerne, auch wenn ich Xing kaum noch nutze. Momentan habe ich 1382 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine wichtige Bitte an alle, sofern sie es lesen: Bitte <em>keine</em> Kommunikation mehr &#252;ber Xing. Xing ist f&#252;r mich v&#246;llig unbrauchbar und l&#228;stig geworden. Ich mache dort nur noch das Allerallern&#246;tigste und bin froh, wenn ich ausgeloggt bin.</p>
<p>Das ist mein neuer Standard-Text f&#252;r Xing-Anfragen:</p>
<p><em>Gerne, auch wenn ich Xing kaum noch nutze. Momentan habe ich 1382 ungelesene Nachrichten und kann sie nur in Zehnerschritten l&#246;schen, was unzumutbar ist. Xing hilft mir trotz Bitte nicht beim Ordnunghalten, sondern erkl&#228;rt, ich m&#252;sse gar nicht l&#246;schen, weil ich unbegrenzt Speicherplatz zur Verf&#252;gung h&#228;tte.</em></p>
<p><em>Au&#223;erdem ersticke ich in Gruppeneinladungen, oft von Leuten, mit denen ich gar nicht vernetzt bin – also Spam. Gruppeneinladungen kommen im E-Mail-Programm als normale Nachrichten getarnt daher, so dass man sie erst einmal &#246;ffnet. Leider lassen sich Gruppeneinladungen laut Xing nicht abstellen, was den Spam bef&#246;rdert. Xing empfiehlt, ich solle in meinem Profil vermerken, dass ich keine Gruppeneinladungen wolle. Aber kein Spammer liest vor dem Spammen alle Profile.</em></p>
<p><em>Momentan ist Xing daher nicht f&#252;r mich zu gebrauchen.</em><em> Bitte verschonen Sie mich also mit Xing. Sie finden mich unter http://www.thilo-baum.de.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Beste Gr&#252;&#223;e / Thilo Baum</em></p>
<p>In meinem Buch <a href="http://www.thilo-baum.de/publikationen/mach-dein-ding/">&#8222;Mach dein Ding!&#8220;</a> hatte ich Xing noch empfohlen, das war 2009/2010, aber diese Empfehlung werden wir angesichts der Entwicklung bei Xing zur n&#228;chsten Auflage rausnehmen. Sollte Xing wieder nutzerfreundlich werden (Gruppeneinladungen grunds&#228;tzlich deaktivierbar, gesendete Nachrichten auf einen Klick finden, &#8222;Profil drucken&#8220; sofort finden, wieder eine bessere Navigation wie fr&#252;her) bin ich gerne wieder mit dabei.<em><br />
</em></p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Liebe Zeitungsverleger!</title>
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		<pubDate>Thu, 27 Oct 2011 07:33:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn wir in der Kuckucksm&#252;hle jetzt die zust&#228;ndige Regionalzeitung abonnieren, dann solltet ihr wissen: Wir tun das alleine aufgrund der lokalen und regionalen Informationen. Alles &#220;berregionale erfahren wir &#252;ber „Spiegel“, „Tagesschau“, &#8222;Weltwoche&#8220;, &#8222;Handelsblatt&#8220;, &#8222;Wirtschaftswoche&#8220; und durch viele, viele Internet-Plattformen. Von dem, was ihr liefern k&#246;nnt, interessiert uns: Lokales in der nahen Kleinstadt und den D&#246;rfern, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn wir in der Kuckucksm&#252;hle jetzt die zust&#228;ndige Regionalzeitung abonnieren, dann solltet ihr wissen: Wir tun das alleine aufgrund der lokalen und regionalen Informationen. Alles &#220;berregionale erfahren wir &#252;ber „Spiegel“, „Tagesschau“, &#8222;Weltwoche&#8220;, &#8222;Handelsblatt&#8220;, &#8222;Wirtschaftswoche&#8220; und durch viele, viele Internet-Plattformen. Von dem, was ihr liefern k&#246;nnt, interessiert uns: Lokales in der nahen Kleinstadt und den D&#246;rfern, Regionales in Nordwest-Brandenburg, lokale und regionale Wirtschaft, lokale und regionale Kultur. Denn dar&#252;ber berichtet niemand sonst.</p>
<p>Es w&#252;rde uns daher sehr freuen, wenn ihr verstehen w&#252;rdet: Erfolgreich werdet ihr mit eurer lokalen oder regionalen Zeitung nicht, wenn ihr die Lokalredaktionen zusammenspart und euch auf Politik und Wirtschaft konzentriert. Ihr werdet nicht erfolgreich, wenn ihr das Lokale k&#252;rzt und das  &#220;berregionale verst&#228;rkt. Es ist Unsinn, sich aus Spargr&#252;nden auf Agenturen zu st&#252;tzen, die an alle das Gleiche liefern und von eurem Verbreitungsgebiet keine Ahnung haben. Im &#220;berregionalen sind &#8222;Tagesschau&#8220;, &#8222;Spiegel&#8220;  und ihre Internetangebote sowieso besser als ihr.</p>
<p>Wer Schw&#228;chen kompensiert,  wird bestenfalls Mittelma&#223;. Wer dagegen St&#228;rken st&#228;rkt, wird Spitze. Erfolgreich werdet ihr deswegen dann, wenn ihr die lokale und regionale Kompetenz eurer Redaktionen ausweitet und genau dort investiert.</p>
<p><strong>Wer liest mehrere &#252;berregionale M&#228;ntel?</strong></p>
<p>Wenn „Berliner Zeitung“ und Frankfurter Rundschau“ ihre &#252;berregionalen Teile fusionieren, finde ich das im &#220;brigen gar nicht so schlimm wie viele andere Journalisten. Als Verleger w&#252;rde ich es genauso machen, denn die Kompetenz einer Zeitung ist ja eben nicht das &#220;berregionale. Die oft eingeforderte Pluralit&#228;t vermissen nur jene Leser, die mehr als nur eine Zeitung lesen, also vor allem Branchenvertreter. Ich wei&#223; nicht, wie viele Leute das sind. Wer liest den Mantel der &#8222;Berliner Zeitung&#8220; ebenso wie jenen der &#8222;Frankfurter Rundschau&#8220;? Ich vermute, der Pluralit&#228;tsverweis ist ein Journalisten-Argument und keines aus Lesersicht. Wenn „Berliner Zeitung“ und „Frankfurter Rundschau“ &#252;berregional das Gleiche schreiben, merke ich das nicht, wenn ich nur eine von den beiden lese.</p>
<p>Schlimmer ist es, wenn Verlagsmanager oder sogar Chefredakteure die Leserperspektive nicht einzunehmen imstande sind und Informationen zusammenstreichen, f&#252;r die die Leute sich interessieren. Was konkret vor der Haust&#252;r geschieht, ist nicht zu bel&#228;cheln, sondern relevant. Es ist ein Irrtum zu glauben, relevant sei nur die Deutschland-, Europa- und Weltpolitik. Die damit befassten Journalisten behandeln das Geschehen inzwischen so selbstgerecht und abstrakt, dass es mit dem Leben der Leute kaum noch etwas zu tun hat.</p>
<p><strong>Den Mut haben, konkrete Fragen zu stellen</strong></p>
<p>Es ist mir beispielsweise unbegreiflich, warum die Presse Windows 7 bejubelt hat, als es noch nicht einmal richtig da war. Kaum jemand hatte es wirklich ausprobieren k&#246;nnen, den Wechsel von XP oder Vista zu Windows 7, und nirgendwo habe ich von den tats&#228;chlichen Problemen gelesen, die beispielsweise meine Umstellung mit sich brachte. Meine Realit&#228;t hat sich komplett anders dargestellt als der mir v&#246;llig unverst&#228;ndliche Hype in der Presse.</p>
<p>Und ich verstehe auch nicht, warum ein Reporter einem Facebook-Manager nicht die entscheidenden Fragen stellt: Wenn Facebook doch so kundenfreundlich ist, wie der Manager glauben machen will – welche Telefonnummer hat dann der Facebook-Support in Deutschland? An welche E-Mail-Adresse kann ich bei Usability-Problemen schreiben? Welche Daten &#252;bermittelt wer wodurch genau wohin? Und wie l&#228;sst sich welche Daten&#252;bertragung in den komplizierten Einstellungen konkret an welcher Stelle unterbinden? Ein Like ist doch erst einmal nur ein Like!</p>
<p>Aber nein: Der Autor begn&#252;gt sich mit der h&#246;chst abstrakten Sichtweise auf den &#8222;Datenschutz&#8220; und andere beliebige und unscharfe Gedanken. So sind wir in Deutschland, wir kreisen am Thema vorbei. Das politische Modewort &#8222;Datenschutz&#8220; ist tats&#228;chlich unkonkret, wenn es M&#246;glichkeiten gibt, Daten&#252;bertragungen zu steuern. Sie zu programmieren, d&#252;rfte kein Problem sein.</p>
<p>Das willf&#228;hrige Verhalten des Journalisten erm&#246;glicht es dem Facebook-Manager, auf das wirklich Wichtige nicht eingehen zu m&#252;ssen. Solche Journalisten, die sich zum Teil sogar selbst zu fein f&#252;r Facebook sind, verkennen, um welche Dinge es dort wirklich geht. Sie befassen sich nur mit der abgehobenen abstrakten Sichtweise von Politikern, die keine Ahnung vom Thema haben. Weite Teile der Medien sind sich zu fein f&#252;rs Konkrete und &#252;bernehmen das dumme Thema-Verfehlen unseres weitgehend j&#228;mmerlichen politischen Personals.</p>
<p><strong>Wirtschaft ist wesentlich mehr als nur B&#246;rse</strong></p>
<p>Beispielsweise verstehen die meisten Medien unter „Wirtschaft“ nur noch B&#246;rse. Als sei es relevant, wie teuer ausgerechnet Unternehmensanteile von Aktienunternehmen sind. Wo bleiben die Informationen zu Innovationen im Mittelstand? Wo bleibt die Themen Gesch&#228;ftsidee, Existenzgr&#252;ndung, Nebent&#228;tigkeit, Erfolg damit? All das ist Wirtschaft! Wirtschaft ist immer und &#252;berall. Doch die meisten Menschen rennen an ihr vorbei, weil sie von Politik und Medien indoktriniert sind und denken, Wirtschaft betr&#228;fe nur Leute in Anzug und Krawatte. Die Medien recyceln dieses fehlende Bewusstsein und f&#246;rdern es, dass Schulabg&#228;nger und Hochschulabsolventen weiterhin brav nur erfolglos „Jobs suchen“, statt selbst etwas auf die Beine zu stellen.</p>
<p>Bei uns in der Kleinstadt hat k&#252;rzlich eine Cocktailbar aufgemacht, und dort ist &#252;berhaupt nichts los. Mein Gesp&#252;r und meine Erfahrung sagen: Es d&#252;rfte vor allem an der Beleuchtung liegen. Die Macher beleuchten das Ding wie ein Sonnenstudio. In einer solchen Atmosph&#228;re, hell erleuchtet und durchs Schaufenster von au&#223;en perfekt einsehbar, will wohl kaum jemand am Abend einen Mojito trinken. Es ist so einfach! An der richtigen Schraube gedreht, k&#246;nnte der Laden laufen. Wo in der lokalen Wirtschaftsberichterstattung lese ich den Grund f&#252;r das Versagen solcher Existenzgr&#252;ndungen? Wo lese ich, wie es funktioniert? Dabei ist genau das konkret. So etwas ist wichtig. Lokale Wirtschaftskompetenz.</p>
<p><strong>K&#252;rzt ihr das Lokale, k&#252;ndigen wir das Abo!</strong></p>
<p>Wir werden jetzt also mal wieder Zeitung lesen. Denn noch einmal: Was bei uns auf den D&#246;rfern geschieht, steht nirgendwo. Nur in einer regionalen und lokalen Zeitung. Niemand anderes kann das, das ist genau euer Produkt, eure USP.</p>
<p>Aber sobald sich Anzeichen ergeben, dass jemand von euch das Lokale zusammenk&#252;rzt, egal, ob man B&#252;cher zusammenlegt oder ganz streicht, ob das Lokalbuch kleiner wird, w&#228;hrend der Mantel sch&#246;n abstrakt bleibt und den Politikern dabei hilft, das Volk immer weiter vom konkreten Denken zu entfernen, werde ich das Abo k&#252;ndigen. Denn um zu erfahren, was in Berlin, Br&#252;ssel und Washington geschieht, brauche ich keine Regionalzeitung.</p>
<p>Es w&#228;re sch&#246;n, wenn Deutschlands Zeitungsverleger diese einfache Sache verstehen und umsetzen w&#252;rden.</p>
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		<title>Auch der &#8222;Stern&#8220; versteht</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Oct 2011 20:05:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>

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Unglaublich, diese Medien. Der &#8222;Stern&#8220; stellt fest, was seit Monaten alle wissen. So gut wirkt sie, die Gehirnw&#228;sche der Kopfverdreher. Das Geld f&#252;r Griechenland reicht nicht? Im Ernst? Wer h&#228;tte das gedacht &#8230;
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-8743" title="wenwunderts2" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/wenwunderts2.jpg" alt="" width="400" height="102" /></p>
<p>Unglaublich, diese Medien. Der &#8222;Stern&#8220; stellt fest, was seit Monaten alle wissen. So gut wirkt sie, die Gehirnw&#228;sche der Kopfverdreher. Das Geld f&#252;r Griechenland reicht nicht? Im Ernst? Wer h&#228;tte das gedacht &#8230;</p>
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		<title>Gelaber statt Substanz</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Oct 2011 12:06:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Selten findet sich ein so deutlicher Versto&#223; gegen das journalistische Prinzip &#8222;Wichtiges nach vorne&#8220; wie in der Story von &#8222;Spiegel Online&#8220; &#252;ber Wolfsburg. &#220;berschrift: &#8222;Was hat die Bahn nur gegen Wolfsburg?&#8220; Dachzeile: &#8222;ICE h&#228;lt schon wieder nicht&#8220;. Thema: Schon zum dritten Mal h&#228;lt ein ICE nicht in Wolfsburg, obwohl der Stopp im Fahrplan steht. Mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,789584,00.html"><img class="alignleft size-full wp-image-8656" title="wolfsburg" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/10/wolfsburg.jpg" alt="" width="150" height="342" /></a>Selten findet sich ein so deutlicher Versto&#223; gegen das journalistische Prinzip &#8222;Wichtiges nach vorne&#8220; wie in der <a href="http://www.spiegel.de/reise/deutschland/0,1518,789584,00.html">Story von &#8222;Spiegel Online&#8220; &#252;ber Wolfsburg</a>. &#220;berschrift: &#8222;Was hat die Bahn nur gegen Wolfsburg?&#8220; Dachzeile: &#8222;ICE h&#228;lt schon wieder nicht&#8220;. Thema: Schon zum dritten Mal h&#228;lt ein ICE nicht in Wolfsburg, obwohl der Stopp im Fahrplan steht. Mir ist es neu, dass Z&#252;ge an Bahnh&#246;fen nicht halten, obwohl sie halten sollten. Also will ich hier sofort eine Antwort lesen. Warum h&#228;lt der Zug nicht? Was sagt die Bahn dazu? Plausibilit&#228;t bedeutet unter anderem, aufgeworfene Fragen sofort zu beantworten: Ist es Absicht? Warum? Und auch weitergehende Fragen zu kl&#228;ren, in denen es um Sicherheit geht: Funktioniert bei der Bahn die Kommunikation zwischen Lokomotive und Bahnhof nicht?</p>
<p>Doch statt einfach etwas Nachrichtliches zu erz&#228;hlen, n&#228;mlich die Geschichte, dass und warum Z&#252;ge fahrplanwidrig durchfahren, verf&#228;llt der Autor in die Attit&#252;de, etwas Launiges schreiben zu wollen – wozu es eines Talents bedarf, das nur wenigen Journalisten gegeben ist. Und so breitet er erst einmal jede Menge Unwichtiges aus, um am Ende alle relevanten Fragen unbeantwortet zu lassen.</p>
<p><strong>Abs&#228;tze 1 und 2: Reiseteil und Volkswagen</strong></p>
<p>Im ersten Absatz erkl&#228;rt &#8222;Spiegel Online&#8220;, es gebe Orte, die es &#8222;eigentlich nie&#8220; in die Medien schafften. Stimmt, aber na und? Eine Nicht-News &#252;ber Wolfsburg, das &#8222;neuerdings auch im Reiseteil&#8220; auftauche. Was bedeutet es, ob ein Ort oft oder selten in den Medien ist? Ist das gut oder schlecht? Keine Ahnung. Oder denkt der Autor, Orte seien unterschiedlich wichtig? Ein v&#246;llig abseitiger Gedanke. Und wenn schon: Was bedeutet das f&#252;r unsere Geschichte? Nichts. Es geht einfach nur um Wolfsburg. Relevanz dieses Absatzes: null.</p>
<p>Im zweiten Absatz folgt Blabla &#252;ber den Kontext, n&#228;mlich dass Wolfsburg mit Volkswagen zu tun hat – alles klar, alles bekannt. Wieder stellt sich die Frage: Na und? Statt die relevanten Fragen zu beantworten, qu&#228;lt uns der Text durch seinen aufgesetzten Humor. Nach wie vor ist unbeantwortet: Warum ignoriert ein ICE Wolfsburg?</p>
<p><strong>Abs&#228;tze 3 und 4: Latein, Sport und &#8222;Kraft durch Freude&#8220;</strong></p>
<p>&#8222;Tu felix Wolfsburg&#8220;, schwadroniert der Autor dann im dritten Absatz und zeigt, dass er Latein in der Schule hatte oder zumindest Asterix kennt. Daraufhin beweist er sich als historisch gebildet: Der VW K&#228;fer war n&#228;mlich fr&#252;her der &#8222;Kraft-durch-Freude-Wagen&#8220; – nur f&#252;r alle, die das bisher nicht wussten. Warum aber schon zum dritten Mal ein ICE der Deutschen Bahn nicht in Wolfsburg h&#228;lt, verr&#228;t er uns nicht.</p>
<p>Auch im vierten Absatz kommt der Autor nicht zum Punkt. Hier doziert er &#252;ber Sport und erkl&#228;rt die Abk&#252;rzung des &#8222;VfL Wolfsburg&#8220; als &#8222;Verein f&#252;r Leibes&#252;bungen&#8220;. Danke f&#252;r die Belehrung, aber warum h&#228;lt der Zug nicht? Dazu w&#228;re ja auch mal ein O-Ton eines Bahn-Sprechers h&#252;bsch. Stattdessen faselt &#8222;Spiegel Online&#8220; von Hannover 96 und Felix Magath. Wo bleiben die Abs&#228;tze &#252;ber Kultur und St&#228;dtebau?</p>
<p><strong>Absatz 5: Thema ohne Erkl&#228;rung</strong></p>
<p>Jetzt endlich, in Absatz f&#252;nf, kommt der Autor zur Sache – zu sp&#228;t f&#252;r journalistische Begriffe. &#8222;Fast schon regelm&#228;&#223;ig rauscht ein ICE der Deutschen Bahn durch den Wolfsburger Bahnhof&#8220;, hei&#223;t es.</p>
<p>In der Tat haben wir eine H&#228;ufung, und genau darum geht es. Das erste Mal kann ein Versehen sein. Das zweite Mal ist eine Geschichte, <a href="http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,784093,00.html">wie &#8222;Spiegel Online&#8220; Anfang September auch erkannt hatte</a>. Der dritte Zug aber schreit in jedem Fall nach Erkl&#228;rung. Denn nachdem die Bahn infolge des zweiten Falles Besserung gelobt hatte, geht es jetzt um kontinuierliche Ignoranz.</p>
<p>Und diese Geschichte ist es wert, einfach und ohne selbstgef&#228;lliges Schwadronieren erz&#228;hlt zu werden. Eine Regelm&#228;&#223;igkeit, die so eine schnoddrige Nachl&#228;ssigkeit gegen&#252;ber der Story wie in diesem &#8222;Spiegel-Online&#8220;-Text rechtfertigen w&#252;rde, haben wir noch lange nicht. Eher geht es jetzt darum, der Sache auf den Grund zu gehen.</p>
<p><strong>Spekulationen statt Recherche</strong></p>
<p>Es ist <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/die-wunderbare-welt-der-medien/schon-wieder-tod-ohne-ursache/">mal wieder selbstgef&#228;llige Ignoranz gegen&#252;ber dem Leser</a>, ihm die Plausibilit&#228;t zu verweigern. Statt die Geschichte zu bringen und zu kl&#228;ren, liefert man uns ein St&#252;ck, das nur gegen den Autor spricht: Er liest sich selbst offenbar lieber als zu recherchieren. Statt eindeutiger Aussagen zum Fall lesen wir Spekulationen: &#8222;Das &#252;berf&#228;llige ‚Tut uns Leid‘ an die Stadt wird sicherlich bald folgen.&#8220; Was hei&#223;t &#8222;sicherlich&#8220;? Folgt es, oder folgt es nicht? Was sagt denn die Bahn konkret zu diesem dritten Fall? Das wollen wir wissen, und zwar gleich am Anfang.</p>
<p>Wichtiges geh&#246;rt nach vorne, aber der Autor unterschl&#228;gt das Wichtige selbst hinten. Wichtig w&#228;re: Zum dritten Mal hielt ein ICE nicht in Wolfsburg, obwohl die Bahn nach dem zweiten Mal Besserung gelobt hatte. Von hier aus l&#228;sst es sich recherchieren – dann er&#252;brigen sich auch &#8222;Kraft durch Freude&#8220; und &#8222;Verein f&#252;r Leibes&#252;bungen&#8220;. So aber versucht sich der Autor mangels Substanz ins Fabulieren zu retten. Die ironische Attit&#252;de des Autors verschleiert seine journalistische Unf&#228;higkeit allerdings nicht.</p>
<p>Vielleicht sollte man ihm einmal sagen, dass Journalismus nicht die Kunst des Schreibens ist, sondern die Kunst, Informationen zu beschaffen, zu ordnen und zu kanalisieren. Und vor allem: dass ein Text nicht dem Schreiber gefallen soll, sondern den Leser informieren.</p>
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		<title>Bitte Facebook nicht zerst&#246;ren</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Sep 2011 07:20:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ein soziales Netzwerk ist in dem Moment tot, in dem es die Leute vollm&#252;llt. Xing ist aufgrund absurd vieler Gruppeneinladungen f&#252;r meine Begriffe kaum noch zu gebrauchen, und das gleiche Los droht Facebook. Dass Leute Irrelevantes auf ihrer Pinnwand schreiben, ist deren Sache, aber leider schwappt der Spam auch in die Postf&#228;cher. Jetzt habe ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/facebookschwachsinn.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8636" title="facebookschwachsinn" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/09/facebookschwachsinn.jpg" alt="" width="400" height="262" /></a></p>
<p>Ein soziales Netzwerk ist in dem Moment tot, in dem es die Leute vollm&#252;llt. Xing ist aufgrund absurd vieler Gruppeneinladungen f&#252;r meine Begriffe kaum noch zu gebrauchen, und das gleiche Los droht Facebook. Dass Leute Irrelevantes auf ihrer Pinnwand schreiben, ist deren Sache, aber leider schwappt der Spam auch in die Postf&#228;cher. Jetzt habe ich hier 58 Personen, die mit mir Kilometerstand-Weitpinkeln machen wollen. Muss ich die jetzt alle blocken? Und: Gibt es eine Chance, Facebook vor solchem Spam zu bewahren?</p>
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		<title>Schon wieder: Tod ohne Ursache</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Sep 2011 16:11:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>

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		<description><![CDATA[Schon wieder ist ein &#8222;Netzaktivist&#8220; tot, schon wieder mit achtunddrei&#223;ig Jahren, und schon wieder fehlen Hinweise auf die Todesursache. Immerhin schreibt &#8222;Welt Online&#8220;: &#8222;N&#228;here Angaben zur Todesursache gab es nicht&#8220;, und fing damit die naheliegende Frage nach der Todesursache zumindest auf, die sich bei einem Achtunddrei&#223;igj&#228;hrigen definitiv stellt.
Ich m&#246;chte hier erinnern an einen Thread, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.welt.de/politik/deutschland/article13618404/Netzaktivist-Robin-Meyer-Lucht-ist-tot.html">Schon wieder ist ein &#8222;Netzaktivist&#8220; tot</a>, schon wieder mit achtunddrei&#223;ig Jahren, und schon wieder fehlen Hinweise auf die Todesursache. Immerhin schreibt &#8222;Welt Online&#8220;: &#8222;N&#228;here Angaben zur Todesursache gab es nicht&#8220;, und fing damit die naheliegende Frage nach der Todesursache zumindest auf, die sich bei einem Achtunddrei&#223;igj&#228;hrigen definitiv stellt.</p>
<p>Ich m&#246;chte hier erinnern <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/die-wunderbare-welt-der-medien/tod-mit-38-ohne-ursache/">an einen Thread, in dessen Folge ein Internet-Mob mich beinahe gelyncht hat</a>, weil ich die naheliegende Frage nach der Todesursache gestellt hatte. Jede Menge Besserwisser und Moralapostel verurteilten mich deswegen, obwohl auch jede Menge anderer Leute sich genau diese Frage gestellt haben. Ein Jurist fuchtelte sogar mit dem Presserat (wie wir wissen, f&#252;r Print zust&#228;ndig) und erkl&#228;rte mir, der Rechtsstaat w&#252;rde meine Haltung nicht sch&#252;tzen.</p>
<p>Was geschieht nun? Beleidigt und diffamiert man mich nun wieder hier im Blog und bei Google Plus? Ich werde immer Fragen stellen. Fragen stellen darf niemals verboten sein, auch nicht durch die vorgeblich piet&#228;tvolle politische Korrektheit von Gutmenschen, deren Ansinnen im Grunde nur darin besteht, sich moralisch &#252;ber andere zu erheben. Die Meinungsfreiheit sch&#252;tzt auch Minderheitsmeinungen, und wenn eine scheinbare Mehrheit auch noch so sehr auf einem herumtrampelt.</p>
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		<title>Journalisten-Klischees</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Aug 2011 09:14:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>

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Wie flexibel die Londoner Randalierer doch sind: &#8222;Randalierer w&#252;ten jetzt auch in Loverpool und Birmingham&#8220;, meldet &#8222;Spiegel Online&#8220;. Irgendein genialer Physiker hat mal festgestellt, dass ein K&#246;rper nicht zur selben Zeit an mehreren verschiedenen Orten sein kann. Daher im Sinne einer zweifelsfreien Darstellung:
&#8222;Jetzt w&#252;ten auch in Liverpool und Birmingham Randalierer&#8220;.
Die Sinn-Kollision ist etwa vergleichbar mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/08/krawalle.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8560" title="krawalle" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/08/krawalle.jpg" alt="" width="400" height="105" /></a></p>
<p>Wie flexibel die Londoner Randalierer doch sind: &#8222;Randalierer w&#252;ten jetzt auch in Loverpool und Birmingham&#8220;, <a href="http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,779096,00.html">meldet &#8222;Spiegel Online&#8220;</a>. Irgendein genialer Physiker hat mal festgestellt, dass ein K&#246;rper nicht zur selben Zeit an mehreren verschiedenen Orten sein kann. Daher im Sinne einer zweifelsfreien Darstellung:</p>
<p>&#8222;Jetzt w&#252;ten auch in Liverpool und Birmingham Randalierer&#8220;.</p>
<p>Die Sinn-Kollision ist etwa vergleichbar mit den <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/klartext-rhetorik/wenn-fuehrungskraefte-eingehen/">eingehenden F&#252;hrungskr&#228;ften</a>: Entweder gehen auf einen Vorschlag F&#252;hrungskr&#228;fte ein, oder F&#252;hrungskr&#228;fte gehen auf einen Vorschlag ein.</p>
<p>Auch h&#252;bsch heute: Das vorauszusehende, immer gleiche verzweifelte Gesicht eines &#8222;B&#246;rsianers&#8220;, das Redaktionen<a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,779106,00.html"> </a>angesichts fallender Kurse heraussuchen. Nach diesem Journalisten-Klischee gelten hohe Kurse als gut und niedrige als schlecht, w&#228;hrend Preise ansonsten bitte m&#246;glichst gering sein sollten. Hohe Preise f&#252;r Unternehmensanteile sind super, hohe Preise f&#252;r Benzin und Diesel sind pfui.</p>
<p>Stimmungsmache und Meinungsmache funktionieren &#252;brigens besonders gut mit &#8222;Live-Ticker&#8220; – der gaukelt auf wundersame Weise Aktion vor. Ich warte auf Storys Marke &#8222;Noch zwei Tage bis Weihnachten! Lesen Sie morgen: Noch ein Tag bis Weihnachten!&#8220;</p>
<p>Sp&#228;ter hei&#223;t es dann: „Europas Aktien drehen ins Plus“. Wir sehen im Bild einen hoffnungsvollen „B&#246;rsianer“ – offenbar denken Redaktionen, sie m&#252;ssten der Welt nun Optimismus vorspielen. Um 22.30 Uhr schlie&#223;lich:</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/08/minutenprotokoll1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-8569" title="minutenprotokoll" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2011/08/minutenprotokoll1.jpg" alt="" width="400" height="56" /></a></p>
<p>Och, schaaaaade! Da wird etwas besser? Bitte nicht!</p>
<p>Die beste &#246;ffentliche Stimmungsmache und Panik gelingt durch ein  &#8222;Minutenprotokoll&#8220;. Das suggeriert, es passiere min&#252;tlich etwas. Nat&#252;rlich mit den drei Pluszeichen, die fr&#252;her ein Ticker mitunter erzeugte. Diese Anlehnung an Telex und Fernschreiber heuchelt ganz praktisch Eile und Pseudo-Aktualit&#228;t. Sorgt bestimmt f&#252;r Klicks.</p>
<p>Einige Medien machen die Leute mit ihrem Aktionismus wirklich verr&#252;ckt, statt einfach ihrer Chronistenpflicht nachzukommen. Schade, muss &#8222;Spiegel Online&#8220; denken, dass der DAX und mit ihm die Welt nicht endlich untergeht.</p>
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