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	<title>Thilo Baum &#187; Film-Tipps</title>
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	<description>Thilo Baum: Klartext-Experte</description>
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		<title>Ich bin der Held der Welt!</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 16:33:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film-Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[In eigener Sache]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[
Es tut sehr gut, wenn man nach langer Zeit der gesellschaftlichen Missachtung endlich die W&#252;rdigung erh&#228;lt, die man verdient &#8230;

&#8230; als Held f&#252;r die Menschen &#252;berall auf der Welt, die in dem&#252;tiger Dankbarkeit endlich einmal zu w&#252;rdigen wissen, was jemand wie ich alles so leistet, vor allem wenn es darum geht, den Menschen Orientierung und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-3646" title="001hero01" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/001hero01.jpg" alt="001hero01" width="400" height="257" /></p>
<p>Es tut sehr gut, wenn man nach langer Zeit der gesellschaftlichen Missachtung endlich die W&#252;rdigung erh&#228;lt, die man verdient &#8230;</p>
<p><span id="more-3650"></span><img class="alignnone size-full wp-image-3647" title="001hero03" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/001hero03.jpg" alt="001hero03" width="400" height="258" /></p>
<p>&#8230; als Held f&#252;r die Menschen &#252;berall auf der Welt, die in dem&#252;tiger Dankbarkeit endlich einmal zu w&#252;rdigen wissen, was jemand wie ich alles so leistet, vor allem wenn es darum geht, den Menschen Orientierung und eine Perspektive zu schenken, &#8230;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3658" title="001hero05" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/001hero051.jpg" alt="001hero05" width="400" height="263" /></p>
<p>&#8230; ob als gesellschaftliches Vorbild f&#252;r jung und alt, Arbeitnehmer und Selbstst&#228;ndige, konvergent und divergent denkende Menschen, &#8230;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3648" title="001hero04" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/001hero04.jpg" alt="001hero04" width="400" height="208" /></p>
<p>&#8230; Kunstliebhaber und Freunde moderner Abstraktionen, &#8230;</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3649" title="001hero02" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/001hero02.jpg" alt="001hero02" width="400" height="219" /></p>
<p>&#8230; und auch als Gro&#223;er Bruder, der &#252;ber den Frieden in der Stadt wacht, &#252;bereifrige Juristen in die Schranken weist und auf jeder Werbetafel und in jedem privat gesprochenen Wort auf Klartext achtet.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3653" title="001hero06" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/001hero06.jpg" alt="001hero06" width="400" height="224" /></p>
<p>Und das nur, weil ich in Schweden brav Rundfunkgeb&#252;hren bezahle, wie man <a href="http://en.tackfilm.se/?id=1263924238946RA83">in diesem Image-Film hier</a> sieht.</p>
<p><img class="alignnone size-full wp-image-3654" title="001hero07" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/001hero07.jpg" alt="001hero07" width="400" height="259" /></p>
<p>Ist es nicht eine sch&#246;ne Idee f&#252;r virales Marketing, in so einen Film einfach Fotos von Menschen reinzuladen, die man kennt? Danke an <a href="http://schroeter-entwicklung.de">Linda</a> f&#252;r den Hinweis! Wer selbst sein Konterfei oder das eines lieben Menschen in dem schwedischen &#8222;Danke-Film&#8220; sehen will, <a href="http://en.tackfilm.se/">kann es hier in den Film an Stelle meiner reinladen</a>.</p>
<p>Oder eben <a href="http://www.worldsgreatestbusinessmind.com/20081209-Thilo-Baum-create.html&amp;WT.mc_id=WGBM">so</a>:</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/000hero08.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3727" title="000hero08" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/01/000hero08.jpg" alt="000hero08" width="400" height="233" /></a></p>
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		<title>H&#246;r-, Lese- und Sehstoff</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 14:36:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Buchtipps]]></category>
		<category><![CDATA[Film-Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind grandios. Nichts ist los. Es hat geschneit, es ist Stille. Die Katze war die Nacht drau&#223;en und kam heute fr&#252;h verfroren durchs Fenster. Jetzt liegt sie auf der Ofenbank und schl&#228;ft.
Von einigen Dingen abgesehen, die zu erledigen sind – das eine oder andere Konzept formulieren, zwei Seminare vorbereiten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/winterscheune.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3518" title="winterscheune" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/winterscheune.jpg" alt="winterscheune" width="400" height="267" /></a></p>
<p>Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind grandios. Nichts ist los. Es hat geschneit, es ist Stille. Die Katze war die Nacht drau&#223;en und kam heute fr&#252;h verfroren durchs Fenster. Jetzt liegt sie auf der Ofenbank und schl&#228;ft.</p>
<p>Von einigen Dingen abgesehen, die zu erledigen sind – das eine oder andere Konzept formulieren, zwei Seminare vorbereiten und anderes –, ist die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr perfekt zum Musikh&#246;ren, Lesen und Filmeschauen:</p>
<p>Meine Musikempfehlung ist <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Arvo_P%C3%A4rt">Arvo P&#228;rt</a> f&#252;r alle, die zeitgen&#246;ssische Komponisten m&#246;gen, die kein affektiertes Zeug glauben machen zu m&#252;ssen, um modern zu sein – und sowieso f&#252;r alle Freunde ernster Musik, denen Bachs &#8222;Matth&#228;uspassion&#8220; inklusive solcher Super-Hits wie &#8222;O Haupt voll Blut und Wunden&#8220; oder Verdis &#8222;Requiem&#8220; wie fr&#246;hliche K&#246;lner Karnevals-Schenkelklopfer vorkommen. Vor allem empfehlenswert sind Arvo P&#228;rts Alben <a href="http://www.amazon.de/Fratres-Cantus-Spiegel-Festina-Little/dp/B000005GQC/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=music&amp;qid=1262176311&amp;sr=1-2">&#8222;Fratres&#8220;</a>, <a href="http://www.amazon.de/Profundis-Theatre-Voices/dp/B0000007FL/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=music&amp;qid=1262176285&amp;sr=1-2">&#8222;De profundis&#8220;</a>, <a href="http://www.amazon.de/Lamentate-Hilliard-Ensemble-Boreyko-Lubimow/dp/B000A69QCW/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=music&amp;qid=1262176259&amp;sr=8-1">&#8222;Lamentate&#8220;</a> und <a href="http://www.amazon.de/Passio-Antony-Pitts/dp/B00008IHVX/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=music&amp;qid=1262176358&amp;sr=1-1">&#8222;Passio&#8220;</a>. Soeben h&#246;re ich &#8222;Passio&#8220;, sehr d&#252;ster. Neu und eben erst bestellt ist <a href="http://www.amazon.de/Principio-P%C3%A4rt/dp/B001O2BR5K/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=music&amp;qid=1262176390&amp;sr=1-1">&#8222;In principio&#8220;</a>, ich bin gespannt. Das Video unter dem letzten Link gibt einen Vorgeschmack f&#252;r alle, die P&#228;rt noch nicht kennen, au&#223;erdem findet man P&#228;rt auch bei iTunes.</p>
<p>In Sachen Lesen habe ich <a href="http://www.amazon.de/Maus-Art-Spiegelman/dp/3596180945/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1262177017&amp;sr=8-1-catcorr">&#8222;Maus&#8220; von Art Spiegelman</a> wieder ausgegraben: Die Geschichte eines Holocaust-&#220;berlebenden, dem Sohn berichtet und von diesem als Comic gezeichnet – das Buch, das &#252;ber Nacht die Geschichte des Comics &#228;nderte, wie der Verlag schreibt. &#8222;Art Spiegelman verwendet den Comic-Strip und sprechende Tiere, um das Unbeschreibliche auch jenen nahezubringen, f&#252;r die der Holocaust Geschichte ist – und eine Geschichte unter vielen – geworden ist&#8220;, schreibt The New York Times Book Review. &#8222;Ein Epos in winzigen Bildern.&#8220; Sicher gibt es &#8222;Maus&#8220; auch im amerikanischen Original, aber gerade die deutsche &#220;bersetzung ist hier bemerkenswert, auch wegen der teilweise jiddischen Grammatik.</p>
<p>Dann empfehle ich <a href="http://www.amazon.de/Kaltbl%C3%BCtig-Roman-Truman-Capote/dp/3442469031/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1262179285&amp;sr=1-2">&#8222;Kaltbl&#252;tig&#8220; von Truman Capote</a>. Es ist kein Thriller im landl&#228;ufigen Sinne, kein Whodunit, sondern das Buch erz&#228;hlt die Geschichte eines authentischen Vierfach-Mordes im Jahr 1959 in Kansas und die folgenden Ermittlungen bis zur Hinrichtung der T&#228;ter. Das Buch ist trotz seiner mehr als 500 Seiten sehr rasch zu lesen, und Spa&#223; macht die Erz&#228;hlung in jeder Hinsicht: &#8222;Er war ein guter Wachhund, achtsam, tapfer und jederzeit zum Anschlagen bereit; er hatte nur einen Fehler: Kaum erblickte er, wie jetzt, ein Gewehr – denn die Eindringlinge waren bewaffnet –, senkte er auch schon den Kopf und zog den Schwanz ein.&#8220; – &#8222;Ich wollte dem Mann nichts tun. Ich fand ihn eigentlich sehr nett. H&#246;flich. Bis ich ihm die Kehle durchschnitt.&#8220; – &#8222;Green hilet inne und betastete ein Furunkel in seinem Nacken, ein entz&#252;ndetes Geschw&#252;r, das, wie sein zorniger Tr&#228;ger, jeden Augenblick zu platzen drohte.&#8220; Kaltbl&#252;tig ist auch die stupide Regelorientierung des Richters, der eine Menge entlastender Aussagen nicht h&#246;rt, weil er sich strikt an die Gesetze des Staates Kansas h&#228;lt: Die Frage &#8222;K&#246;nnen Sie das n&#228;her erl&#228;utern?&#8220; ist eine Entscheidungsfrage, alle Antworten au&#223;er Ja oder Nein sind unzul&#228;ssig, und der Zeuge wird entlassen.</p>
<p>In Sachen Film schlie&#223;lich: die Krimis von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wolfgang_Murnberger">Wolfgang Murnberger</a>, ein Geschenk von <a href="http://www.stefan-fraedrich.de">Stefan Fr&#228;drich</a>, vor allem h&#252;bsch der Thriller <a href="http://www.amazon.de/Silentium-Josef-Hader/dp/B000V2SGOY/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=dvd&amp;qid=1262183331&amp;sr=8-1-catcorr">&#8222;Silentium&#8220;</a>. Hinter der strengen &#246;sterreichisch-religi&#246;sen Fassade Salzburgs und der Salzburger Festspiele schanzt der Festspielleiter mithilfe eines Geistlichen den B&#252;hnenstars Frischfleisch zu, und hier besticht nicht nur der trockene Humor (&#8222;Wir brauchen hier keine Schn&#252;ffler.&#8220; – &#8222;Ich bin nur aus touristischen Gr&#252;nden hier.&#8220; – &#8222;Wehe, wenn ich Sie mal abseits irgendwelcher Sehensw&#252;rdigkeiten treffe.&#8220; – &#8222;Das kann nicht passieren, ich habe einen Reisef&#252;hrer.&#8220;), sondern auch die Besetzung mit Josef Hader (der gute Verlierer), Joachim Król (der korrupte Pfaffe), J&#252;rgen Tarrach (der perverse Operns&#228;nger) und Christoph Schlingensief (der Opernregisseur). Unbedingt sehenswert.</p>
<p>Seltsame Entdeckung in dem Zusammenhang: Viele alte Filme lassen sich nicht mehr sehen, andere doch. Beispielsweise &#8222;Schtonk&#8220; erscheint mir heute langatmig und bem&#252;ht, ebenso &#8222;Kottan ermittelt&#8220;, und zwar ebenso wie &#8222;Sissi&#8220; und &#8222;Kir Royal&#8220;, es gibt viele weitere Beispiele. Die Filmsprache hat sich ver&#228;ndert, das Hollywood-Prinzip &#8222;Sp&#228;t rein, fr&#252;h raus&#8220; gilt heute mehr denn je, und erz&#228;hlerische Redundanzen nerven – ich habe etwas begriffen, wenn ich es begriffen habe, und dann brauche ich nicht noch weitere f&#252;nf Sekunden zum Kapieren, sondern will, dass es weitergeht. (Auch manche heutigen Filme ignorieren diesen zunehmenden Anspruch an Verdichtung komplett, etwa der in meinen Augen v&#246;llig misslungene Til-Schweiger-Film &#8222;Keinohrhasen&#8220;, in dem es vor unmotivierten und dramaturgisch nichtssagenden Episoden nur so wimmelt). Andere alte Werke sind noch immer ansehnlich und zeitlos wie beispielsweise &#8222;Michel aus L&#246;nneberga&#8220; oder die &#8222;Tatort&#8220;-Folgen mit Schimanksi. Storylining ist eben noch immer eine seltene Kunst in Deutschland.</p>
<p>Au&#223;erdem freue ich mich auf einen Film, den ich – ich wei&#223;, unverzeihlich – bis heute nicht gesehen habe, mir aber irgendwann die Tage g&#246;nne: &#8222;E.T.&#8220;.</p>
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		<title>MRR-Biografie: Gro&#223;e Klasse</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Apr 2009 20:51:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film-Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Einen gro&#223;en Stoff an einem Abend zu erz&#228;hlen, ist eine Aufgabe, die gute Dramaturgen wie Aristoteles und Shakespeare noch beherrschten, an der heutige Filmemacher in Deutschland aber reihenweise scheitern. Und so denken sie, gro&#223;e Stoffe auch &#252;berdimensioniert erz&#228;hlen zu m&#252;ssen, ob &#8222;Die Manns&#8220;, &#8222;Buddenbrooks&#8220; oder die Geschichte der Familie Krupp.
In den vergangenen Monaten verlangte jeder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einen gro&#223;en Stoff an einem Abend zu erz&#228;hlen, ist eine Aufgabe, die gute Dramaturgen wie Aristoteles und Shakespeare noch beherrschten, an der heutige Filmemacher in Deutschland aber reihenweise scheitern. Und so denken sie, gro&#223;e Stoffe auch &#252;berdimensioniert erz&#228;hlen zu m&#252;ssen, ob &#8222;Die Manns&#8220;, &#8222;Buddenbrooks&#8220; oder die Geschichte der Familie Krupp.</p>
<p>In den vergangenen Monaten verlangte jeder gro&#223;e deutsche Stoff dem TV-Publikum die Unzumutbarkeit ab, den Fernseher zu festen Zeiten mehrmals einzuschalten, damit man dann allerhand weitschweifiges und redundantes Zeug sah, das f&#252;r die Erz&#228;hlung selbst nicht wichtig war. Es scheint, als w&#252;rden deutsche Filmemacher nicht verstehen, dass jeder Stoff an einem Abend zu erz&#228;hlen ist, und als w&#252;rde es das Fernsehen selbst heute angesichts schneller Erz&#228;hlungen nicht verstehen.</p>
<p>Beim Leben Marcel Reich-Ranickis kann es das Fernsehen pl&#246;tzlich. Was nicht vom Stoff abh&#228;ngt. Bei jedem Stoff geht das. Auch wenn die Biografie mit MRRs Anfang in der alten BRD endet, h&#228;tten andere Filmemacher mehrere Teile daraus gestrickt, dazu br&#228;uchten sie nur das Stichwort &#8222;Zweiter Weltkrieg&#8220; zu h&#246;ren. Insofern war die K&#252;rze der Darstellung f&#252;r mich v&#246;llig &#252;berraschend. Bei der Verfilmung von Reich-Ranickis Leben bis Anfang der 50er ist alles klar und kurz erz&#228;hlt, keine Einleitungen, kein &#252;berfl&#252;ssiger Schmuck, es ist fast ein Hollywood-Schnitt, in der jede Sekunde z&#228;hlt. Und die Hauptperson des Geschehenes dieser Verfilmung, Reich-Ranicki, hat f&#252;r diesen Film <a href="http://www.koeln.de/koeln/nachrichten/lokales/premiere_marcel_reichranicki_mein_leben_im_cinenova_143215.html" target="_blank">nur Lobesworte</a>.</p>
<p>Es gibt viel, was mir an diesem Film gef&#228;llt. Regie, Darsteller, Montage. Und es gibt fast nichts, was mich an diesem Film st&#246;rt. Zu wenig, um es zu erw&#228;hnen, daher erw&#228;hne ich es nicht. Erst dachte ich, mich st&#246;rt die Erz&#228;hlung anhand der R&#252;ckblenden, weil ich nichts f&#252;r R&#252;ckblenden &#252;brig habe. Doch hier erkenne ich die R&#252;ckblenden an, weil MRRs T&#228;tigkeit beim polnischen Geheimdienst erst in j&#252;ngster Zeit zum Thema wurde und daher zu Recht das Leitmotiv der Biografie des gr&#246;&#223;ten Literaturkritikers Deutschlands darstellt.</p>
<p>Es ist dramaturgisch in jeder Hinsicht sinnvoll, Reich-Ranickis Leben als Erkl&#228;rung aus dieser Perspektive darzustellen. Und es ist viel spannender und lebendiger, als wenn man hochvergeistigt Reich-Ranickis Leben als das Leben eines Literatur- und Theaterkenners aus rein intellektueller Sicht dargestellt h&#228;tte, mit seinen oft geh&#246;rten Argumenten f&#252;r Kleist, Thomas Mann, Tucholsky und all die anderen Gr&#246;&#223;en, mit deren Verehrung Reich-Ranicki im &#8222;Literarischen Quartett&#8220; und in &#8222;FAZ&#8220;-Beilagen das breite Publikum oft von sich ferngehalten und selbst die Akademiker zeitweise genervt hat. Literatur ist wichtig, aber hier geht es weniger um Reich-Ranickis Passion, sondern um sein Leben. Die Abwesenheit gro&#223;er Literatur und stattdessen die Anwesenheit konkreten Erlebens machen diesen Film zu mehr als nur sehenswert und wichtig. Er ist gro&#223;e Klasse.</p>
<p>Mittwoch, 15. April 2009, ARD, 20.15 Uhr</p>
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		<title>Herrschaft der Deppen</title>
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		<pubDate>Sun, 15 Jun 2008 15:51:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film-Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Was f&#252;r ein wundersch&#246;ner Film: &#8222;Idiocracy&#8220; von 2006 beschreibt die USA im Jahre 2505. Weil dumme Paare mehr Kinder bekommen als intelligente und sich die Denkmuster dummer Menschen daher st&#228;rker verbreiten als die intelligenter Menschen, ist der durchschnittliche Intelligenzquotient in der Zwischenzeit auf das Niveau von Weinbergschnecken gesunken. Die Menschen sind strunzbl&#246;d, aber da es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was f&#252;r ein wundersch&#246;ner Film: &#8222;Idiocracy&#8220; von 2006 beschreibt die USA im Jahre 2505. Weil dumme Paare mehr Kinder bekommen als intelligente und sich die Denkmuster dummer Menschen daher st&#228;rker verbreiten als die intelligenter Menschen, ist der durchschnittliche Intelligenzquotient in der Zwischenzeit auf das Niveau von Weinbergschnecken gesunken. Die Menschen sind strunzbl&#246;d, aber da es keine anderen gibt, sind sie Entscheider und an der Regierung.</p>
<p>Der US-Soldat Joe Bauer und die prostituierte Zivilistin Rita werden f&#252;r ein Experiment eingefroren und leider vergessen. Durch einen Erdrutsch auf einer M&#252;llhalde f&#252;nfhundert Jahre sp&#228;ter &#246;ffnen sich ihre Metalls&#228;rge, und beide sehen sich einem verbl&#246;deten, verslumten und von einer Inflation gequ&#228;lten Amerika entgegen.</p>
<p>Die Parallelen zur heutigen Welt sind beeindruckend: Eine m&#228;chtige Industrie vermarktet unn&#252;tze Energydrinks. Man hat vergessen, dass Wasser zum Trinken ausreicht und Pflanzen beim Wachsen hilft. Die Landwirtschaft ist tot, weil gr&#252;ne Energydrinks kein Getreide wachsen lassen, und obwohl nichts funktioniert, verteidigt die bl&#246;de Masse von PR-L&#252;gen eingeseifter Idioten das gr&#252;ne Zeug, weil es Elektrolyten beinhalte und weil die Energydrink-Industrie Arbeitspl&#228;tze schaffe. Joe Bauer, der sich f&#252;r Wasser auf Feldern einsetzt, wird Opfer des spottenden P&#246;bels und verliert bei einer Brot-und-Spiele-Veranstaltung fast sein Leben. Nur durch Zufall schwenken Fernsehkameras auf zarte Keimlinge, die dank Joe Bauers Wasser-Einsatz wachsen.</p>
<p>Ein Zur&#252;ck ins Amerika der Gegenwart gibt es f&#252;r die beiden leider nicht: Zum Bauen funktionierender Zeitmaschinen sind die Menschen der Zukunft zu bl&#246;d. Also wird Joe Bauer, einst f&#252;r das Experiment als Durchschnitts-Amerikaner ausgew&#228;hlt, wegen seines extrem hohen IQ Pr&#228;sident der USA. Rita, die zun&#228;chst CEO bei Starbucks werden will, wird First Lady.</p>
<p>Und leider ist es wie am Anfang: Das intelligente Paar zeugt wiederum weniger Kinder als all die dummen Paare, und wieder zeigt sich die Tendenz, dass sich die Denkmuster dummer Menschen st&#228;rker durchsetzen als die Denkmuster intelligenter Menschen. Das Niveau strebt unaufhaltsam nach unten.</p>
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		<title>Good bye, Hollywood</title>
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		<pubDate>Mon, 26 May 2008 07:46:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film-Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>

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		<description><![CDATA[Leider hatte ich heute Abend meine Kamera nicht dabei. Ich h&#228;tte das Motorrad aus &#8222;Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull&#8220; fotografiert, den Stefan und ich heute Abend endlich mal gesehen haben, nachdem die Karten gestern ausverkauft waren. Aber es w&#228;re ja auch nur ein Foto einer Filmrequisite, der man vor allem nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Leider hatte ich heute Abend meine Kamera nicht dabei. Ich h&#228;tte das Motorrad aus &#8222;Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull&#8220; fotografiert, den Stefan und ich heute Abend endlich mal gesehen haben, nachdem die Karten gestern ausverkauft waren. Aber es w&#228;re ja auch nur ein Foto einer Filmrequisite, der man vor allem nicht ansieht, dass sie in einer Hochschulbibliothek gest&#252;rzt und &#252;ber den Fu&#223;boden gekratzt ist. Insofern: egal! Es w&#228;re nur ein Motorrad gewesen, das da im Foyer des Arclight-Kinos am Sunset Boulevard stand. Eine Harley eben mit einem Sozius-Sattel voll von Schwei&#223;spuren der erlauchten Hinterbacken eines gewissen Harrison Ford, die &#196;lteren werden sich erinnern.</p>
<p>Ein Film mit absurder Handlung, aber das ist v&#246;llig gleichg&#252;ltig, es geht nur um die Bilder, die Effekte und die Spannung. Steven Spielberg konstruiert Kunst, und Film ist Kunst, Film ist nicht realistisch oder naturalistisch, oder muss es zumindest nicht sein. Der Vergleich mit &#8222;Munich&#8220;, dem in meinen Augen besten Spielberg-Film, zeigt mir mal wieder, zu welch verschiedenen Genres der Mann f&#228;hig ist. Manche Bands bestehen zwar aus wundervollen Musikern, spielen aber immer das Gleiche, immer dasselbe Genre. Spielberg macht, was er will, und jeweils kann er es.</p>
<p>Anders als gewohnt, au&#223;er Berlinale: Die Leute im Kino klatschen wie im Theater. Bei den Auftritten von Ford, Cate Blanchett, Karen Allen – und bei gelungenen Drehbuchpassagen in Dialog oder Handlung. Man sp&#252;rt, das Publikum hat Filmahnung. Aber das ist am Sunset Boulevard vielleicht nicht unbedingt Zufall. Auch w&#228;hrend der Abspann mit den Noname-Mitwirkenden l&#228;uft, brandet in der einen oder anderen Ecke des Kinosaals immer mal wieder Applaus von f&#252;nf bis zwanzig Leuten auf. Man ist da. Man sieht seinen Film.</p>
<p>Danach in einen Laden namens <a href="http://www.citizensmith.com/" target="_blank">&#8222;Citizen Smith&#8220;</a>, einer wundersch&#246;nen Open-Air-Location im Hinterhof mit Blick auf Nachthimmel, entlegene Werbetafeln, einer pomp&#246;sen Treppe zu einer pomp&#246;sen Dachterrasse, Kronleuchtern, Stahltr&#228;gern, roten und gelben Lichtern. &#8222;Das Schweigen der L&#228;mmer&#8220; auf dem Spielfilm-Channel und jede Menge sch&#246;ner und unaufgeregter Menschen.</p>
<p>Hollywood ist relaxt. Es ist up-to-date und modern, in guten L&#228;den l&#228;uft House oder Rock, und die guten alten Rocktitel Amerikas laufen in Superm&#228;rkten, Boutiquen, Friseurl&#228;den und Zeitschriftenl&#228;den.</p>
<p>In 16 Stunden geht es weg von hier und eine elend lange Strecke im Flieger heimw&#228;rts. Dort werde ich im Auto Rockradio einstellen und mich auf die n&#228;chste Reise hierher freuen.</p>
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		<title>Du bist nicht allein</title>
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		<pubDate>Thu, 26 Jul 2007 07:13:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film-Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Neues aus dem Plattenbau: &#8222;Du bist nicht allein&#8220; spielt wie der &#228;sthetische und inhaltliche Vorg&#228;nger &#8222;Halbe Treppe&#8220; im Ost-Milieu der kleinen Leute, und es geht um Liebe, Treue und Zukunft. Axel Prahl spielt den Arbeitslosen Hans Moll, der sich in die neue russische Nachbarin verliebt (Katerina Medvedeva) und zwischen der Sehnsucht nach Neuem und dem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Neues aus dem Plattenbau: <a target="_blank" href="http://www.ikdb.de/filme/film_du_bist_nicht_allein.html">&#8222;Du bist nicht allein&#8220;</a><span id="intelliTXT"> spielt wie der &#228;sthetische und inhaltliche Vorg&#228;nger &#8222;Halbe Treppe&#8220; im Ost-Milieu der kleinen Leute, und es geht um Liebe, Treue und Zukunft. <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Axel_Prahl">Axel Prahl</a> spielt den Arbeitslosen Hans Moll, der sich in die neue russische Nachbarin verliebt (Katerina Medvedeva) und zwischen der Sehnsucht nach Neuem und dem War-schon-immer-so mit seiner Frau (<a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Katharina_Thalbach">Katharina Thalbach</a>) hin- und herpendelt.</span></p>
<p><span id="intelliTXT">Dabei macht er allerhand Dummheiten: Er schenkt der neuen Nachbarin eine Waschmaschine vom gemeinsamen Ehe-Geld, er verschenkt den Gummibaum aus der gemeinsamen Wohnung mit seiner Frau. Alles durchsichtig und nicht hinterh&#228;ltig, und darum wird die Figur in dem Moment unglaubw&#252;rdig, wo sich Moll gegen&#252;ber seiner Frau eine L&#252;ge ausdenkt, warum die 200 Euro (f&#252;r die Waschmaschine) fehlen. Er mache einen Holl&#228;ndisch-Kurs, l&#252;gt Prahl, nicht nur aus Perspektive der Figur v&#246;llig aus der Luft gegriffen, sondern offenkundig auch aus Sicht des Drehbuchs. Und das macht die Figur kaputt, denn Prahl ist Charakterdarsteller f&#252;r einfache, ehrliche Figuren. Den L&#252;gner nehme zumindest ich ihm nicht ab.</span></p>
<p><span id="intelliTXT">Drehbuch und Regie in Personalunion zu packen (Bernd B&#246;hlich) ist &#252;blicherweise ein Garant f&#252;r ein Misslingen eines Films, da die Regie die Ungereimtheiten aus der Feder einer K&#252;nstlerseele nicht zu gl&#228;tten wei&#223;, wenn der Produzent zu schwach ist, um das Missverh&#228;ltnis auszugleichen und offenbar kein Gesp&#252;r f&#252;r den wirtschaftlichen Erfolg eines Plots hat. Arm, wenn &#252;berdies die Grundidee aus Andreas Dresens &#8222;Halbe Treppe&#8220; geklaut ist. Und so nimmt das dramaturgische Unheil aus lauter halbgaren Einf&#228;llen seinen Lauf: jede Menge angerissene Motive und tote Handlungsf&#228;den, schlie&#223;lich kein sauberes Ende der vielen angefangenen Ideen &#8211; eine dramaturgische Qualit&#228;t, die mancher Filmhochschul-Streifen schl&#228;gt.</span></p>
<p><span id="intelliTXT">Wozu die Nebenstory mit dem arbeitslosen Physiker (Herbert Knaup) und seiner Ex (Karoline Eichhorn), die zwar nichts mehr von ihm h&#246;ren will und ihn weder liebt noch hasst, aber dennoch in seinem Namen und ohne sein Wissen Zettel &#8222;Gebe kostenlos Mathe- und Physik-Nachhilfe&#8220; an Laternenpf&#228;hle pappt? Wozu der Aufstand des Physikers beim Arbeitsamt, warum sucht er pl&#246;tzlich einen Job, obwohl er vorher vorgerechnet hat, dass er ausgesorgt hat? Fehlende Motive, tote Motive &#8211; lauter wirre Einf&#228;lle, die der Autor der Geschichte wohl h&#252;bsch fand und die der Regisseur nicht rauswerfen konnte, weil er eben auch der Autor ist.</span></p>
<p>Schlie&#223;lich l&#246;st der Film den angerissenen Konflikt nicht einmal. Moll f&#228;hrt mit der Bahn nach Holland (warum?), obwohl er beim Abschied am Telefon am lauten Bahnsteig irrt&#252;mlicherweise glauben muss, seine geliebte Russin habe ihm ein &#8222;Ich liebe dich&#8220; ins Ohr gehaucht.</p>
<p>&#8222;Halbe Treppe&#8220; war wesentlich besser, dort fand der Plot eine Aufl&#246;sung, wie man das vom Erz&#228;hlkino erwartet (und die angerissenen Motive bei &#8222;Du bist nicht allein&#8220; finden nicht aus k&#252;nstlerischen Erw&#228;gungen kein Ende, sondern aus dramaturgischer Hilflosigkeit). Ging das Geld aus, weil der Autor-Regisseur &#252;ber zu viele Nebensachen plaudern wollte, wurde der Streifen etwa gar nicht zu Ende gedreht? Diesen Eindruck hat man am Schluss, wenn mitten in der Handlung der Abspann kommt und der Film die Zuschauer sitzen l&#228;sst wie bei einem Coitus Interruptus.</p>
<p>Keine erwachsene Erz&#228;hlkunst, bestenfalls eine Finger&#252;bung und ein Negativbeispiel f&#252;r angehende Drehbuchautoren, Dramaturgen und Regisseure, dank der Schauspieler und der Drehorte immerhin eine Projektionsfl&#228;che f&#252;r Ost-Erinnerungen, aber wesentlich weniger gut und nur halb erz&#228;hlt wie &#8222;Halbe Treppe&#8220;. &#8222;Viertel Treppe&#8220; sozusagen.</p>
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		<title>Filmappell</title>
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		<pubDate>Fri, 18 May 2007 20:47:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film-Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[&#220;blicherweise spricht man von &#8222;Filmkritiken&#8220;. Man schaut sich einen Film an und erz&#228;hlt weiter, wie man ihn fand, wie gut oder schlecht er war, und das m&#246;glichst noch in Differenzierung der Unterschiede zwischen Buch und Regie, Schauspiel, Montage und Effekten und anderen Elementen, die das Gesamtkunstwerk &#8222;Film&#8220; ausmachen.
Der klassische Filmkritiker ist ein &#252;berern&#228;hrter, satter Medienheini, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#220;blicherweise spricht man von &#8222;Filmkritiken&#8220;. Man schaut sich einen Film an und erz&#228;hlt weiter, wie man ihn fand, wie gut oder schlecht er war, und das m&#246;glichst noch in Differenzierung der Unterschiede zwischen Buch und Regie, Schauspiel, Montage und Effekten und anderen Elementen, die das Gesamtkunstwerk &#8222;Film&#8220; ausmachen.</p>
<p>Der klassische Filmkritiker ist ein &#252;berern&#228;hrter, satter Medienheini, der sich Wochen vor den Filmstarts die Pressevorf&#252;hrungen reinzieht, etwa fast t&#228;glich 10.30 Uhr im Filmpalast am Kurf&#252;rstendamm, und der dann entsprechend Wochen Zeit hat, seine Story zu schreiben, die dann als Vorprodukt irgendwann im Blatt landet oder im H&#246;rfunk verlesen wird &#8211; und der den Job seit Jahren macht und aufgrund der Kontinuit&#228;t in den entsprechend gleich bleibenden Schemata denkt.</p>
<p>Selten brechen Filmkritiken aus diesem gewohnten klischeehaften Raster aus. Einen solchen Ausbrecher bringt <a target="_blank" href="http://www.spreeblick.com/2007/05/16/shooting-dogs/">Spreeblick</a>. Es geht um <a target="_blank" href="http://www.shootingdogs-derfilm.de/">&#8222;Shooting Dogs&#8220;</a>. Sicherlich kein &#8222;sch&#246;ner&#8220; Film &#8211; und ihn zu &#8222;kritisieren&#8220; mag aufgrund seines ber&#252;hrenden und auf Fakten beruhenden Inhaltes kaum m&#246;glich sein. Aber es ist auf jeden Fall ein Film, den ich aufgrund dieses Textes anschauen werde, der so weise ist, dass er eben nicht kritisiert. Und das hat schon lang keine Filmkritik mehr geschafft. Ins Kino bekommen mich meistens nur Vorschauen, also Produktproben. So wie jemand ein Parfum beschreiben kann, wie er will &#8211; &#252;berzeugend ist die Probe, die in einer Zeitschrift eingeklebt ist oder die ich in der T&#252;te finde.</p>
<p>Wenn es nicht nur Filmkritiken, sondern auch Kritikenkritiken gibt, dann ist das hier eine. Ich finde Talkys ber&#252;hrenden Text &#252;ber &#8222;Shooting Dogs&#8220; grandios, weil er nicht nur Gef&#252;hle erzeugt, sondern auch emotional beweist, dass die Gef&#252;hle im Kritiker authentisch sind. Sie sind nicht &#8211; wie bei Buchbesprechungen und Filmkritiken &#252;blich &#8211; der Abdruck des xten vorsichtig vorgebrachten Aufgusses eines emotionalen Themas, leserheischende Masche oder schwulstig-kitschige Attit&#252;de. Wobei ich &#8222;Kitsch&#8220; hier als &#8222;falsches Gef&#252;hl&#8220; und &#8222;falsches Sentiment&#8220; im Sinne von Sinn verstanden wissen will, wodurch &#8222;Kitsch&#8220; auch unehrliche Gef&#252;hle zum Zwecke der Quoten- oder Auflagensteigerung in seinen Begriff mit einbezieht.</p>
<p>Was mich an dieser Stelle au&#223;erdem wieder dazu motiviert, die k&#252;hne These ins weltweite Gewebe zu werfen, dass Blogs, sind sie gut gemacht, das Zeug haben, den saturierten und beh&#228;bigen klassischen Journalismus zumindest zum Teil und zumindest mittelfristig abzul&#246;sen. Ein sehr ber&#252;hrendes Beispiel hat Spreeblick f&#252;r den Kulturjournalismus gerade gegeben.</p>
<p>Der ehrliche und ohne journalistische Floskeln auskommende Text m&#252;sste f&#252;r Feuilletonisten jedweder Gattung eine Warnung sein. Denn es gibt Dinge, die st&#228;rker sind als publizistische Standard-Klischees, verlogener Weichsp&#252;ler und Marketing-Gags. Es gibt Dinge, die sich dem klassischen Denken des Journalismus nicht unterordnen lassen. Und das sind interessanterweise die Dinge, die die Menschen ber&#252;hren. Und Menschen wollen keine Klischees. Sie wollen Fakten und Gef&#252;hle. Das k&#246;nnen die herk&#246;mmlichen Medien nicht mehr leisten, weil sie zu sehr in ihren eigenen Schranken befangen sind. Blogs k&#246;nnen das. Blogger sollten das wissen und nutzen.</p>
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		<title>Wirkt wie ein harmloser Hase &#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 12 Mar 2007 08:06:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film-Tipps]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[
&#8230; wie er Kindern gef&#228;llt. Ist aber beim genauen Hinsehen ein Monster. Gesehen in den H&#228;nden eines gl&#252;cklichen Kleinkindes.

Aus welchem Film stammt dieses Tier?
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image980" alt="haserl1.jpg" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2007/03/haserl1.jpg" /></p>
<p>&#8230; wie er Kindern gef&#228;llt. Ist aber beim genauen Hinsehen ein <span id="more-982"></span>Monster. Gesehen in den H&#228;nden eines gl&#252;cklichen Kleinkindes.</p>
<p><img alt="haserl2.jpg" id="image981" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2007/03/haserl2.jpg" /></p>
<p>Aus welchem Film stammt dieses Tier?</p>
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		<title>&#8222;Das wilde Leben&#8220;</title>
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		<pubDate>Tue, 06 Feb 2007 13:16:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film-Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Wirklich ein sch&#246;ner und von &#252;berzeugenden Darstellern glaubw&#252;rdig gespielter Film &#252;ber eine spannende Biografie: &#8222;Das wilde Leben&#8220; &#252;ber zehn Jahre im Leben der Uschi Obermaier.
Uschi Obermaier gilt zwar als Gef&#228;hrtin von Kommune-1-Gr&#252;nder Rainer Langhans. Doch zum Gl&#252;ck orientiert sich der Film nicht an den Erinnerungen der Kommunarden, die Uschi Obermaier als Ikone vereinnahmt haben. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wirklich ein sch&#246;ner und <a target="_blank" href="http://www.zelluloid.de/person/index.php3?id=4610">von</a> <a target="_blank" href="http://www.zelluloid.de/person/index.php3?id=40097">&#252;berzeugenden</a> <a target="_blank" href="http://www.zelluloid.de/person/index.php3?id=8259">Darstellern</a> <a target="_blank" href="http://www.filmportal.de/df/25/Uebersicht,,,,,,,,6324FFBD0E564DE397CA05086AE8C932,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html">glaubw&#252;rdig</a> gespielter Film &#252;ber eine spannende Biografie: <a target="_blank" href="http://www.zelluloid.de/filme/index.php3?id=9028">&#8222;Das wilde Leben&#8220;</a> &#252;ber zehn Jahre im Leben der <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Uschi_Obermaier">Uschi Obermaier</a>.</p>
<p>Uschi Obermaier gilt zwar als Gef&#228;hrtin von <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kommune_1">Kommune-1</a>-Gr&#252;nder <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rainer_Langhans">Rainer Langhans</a>. Doch zum Gl&#252;ck orientiert sich der Film nicht an den Erinnerungen der Kommunarden, die Uschi Obermaier als Ikone vereinnahmt haben. Und zum Gl&#252;ck geht es im Film kaum um die Kommune. Sondern indem sich der Film an die Erinnerungen von Uschi Obermaier h&#228;lt, ergibt sich auf wohltuende Weise, dass Uschi Obermaier mehr war als die Freundin von Langhans. Sie war ein vom spie&#223;igen M&#252;nchen-Sendling frustriertes Kind, das abgehauen ist, und Kommune 1 war nur eine von mehreren Stationen.</p>
<p>Laut &#8222;Spiegel&#8220; kam Langhans aus der Pressevorf&#252;hrung des Films mit der Bemerkung, Uschi Obermaier k&#228;me im Film als bindungsunf&#228;hig r&#252;ber. Den Eindruck habe ich nicht: Sie kommt als einfaches, normales M&#228;dchen r&#252;ber, das im Film weitaus mehr Bodenhaftung, Sinn f&#252;rs Konkrete und emotionale Intelligenz zeigt als Langhans, den der Film als hoffnungslosen Theoretiker darstellt, der einzig mit dem Kopf zu denken im Stande ist. Die Uschi Obermaier im Film w&#252;nscht sich Bindung und Geborgenheit, kann es aber einfach nicht leiden, wenn ihr ein Ideologe ein Ohr abkaut.</p>
<p>Und wenn manche Kinog&#228;nger mit &#228;u&#223;erer Alt-68er-Anmutung die Abgekl&#228;rten spielen, indem sie bei jedem bisschen Sonnenuntergang und Heroin ob des Klischees demonstrativ st&#246;hnen: Klischees finden in den K&#246;pfen jener statt, die Klischees zulassen. Und die Zudringlichkeit, mit der Alt-68er-Kinog&#228;nger den anderen zeigen wollen &#8222;Ich war dabei&#8220;, zeigt mir, dass die Wichtigtuerei noch anh&#228;lt. Es ist ein hilfloser Kampf um Deutungshoheit der Geschichte.</p>
<p>Der gleiche arrogante Gestus haftet dem &#8222;Spiegel&#8220; an, wenn er in Ausgabe 5/2007 auf Seite 139 Obermaiers Zitat &#8222;Zum Fr&#252;hst&#252;ck gab&#8217;s bei mir Apfelsaft, Heroin und Sex&#8220; niederm&#228;ht: &#8222;Ach, ehrlich? G&#228;hn.&#8220; Wenn die Zeit damals so war, dann war sie so. Wenn der &#8222;Spiegel&#8220; &#252;ber die Autos der 60er berichtet, schreibt er sicher nicht: &#8222;140 km/h? G&#228;hn.&#8220; Wie w&#228;r&#8217;s damit: &#8222;Spiegel? G&#228;hn.&#8220;</p>
<p>Das aus meiner Sicht wichtigste Filmzitat ist ein Tipp der Hamburger Kiez-Gr&#246;&#223;e Dieter Bockhorn, der zeitweise Uschi Obermaiers gro&#223;e Liebe war: &#8222;Wenn du Angst hast, dann schau genau hin.&#8220;</p>
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		<title>Die Blume des B&#246;sen</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Jan 2007 08:11:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Film-Tipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Hat jemand gestern den &#8222;Tatort&#8220; gesehen und kann mir bei den Ermittlungen helfen?
Warum startet Kuschmann (J&#252;rgen Schornagel) seinen Rachefeldzug gegen Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) erst zehn Jahre nach dem Tod seiner Tochter, die Ballauf damals in einer un&#252;bersichtlichen Notwehrsituation erschossen hat?
Dass Kuschmann zehn Jahre brauchte, um das synthetische Gift zu besorgen, kann offenbar nicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hat jemand gestern den <a target="_blank" href="http://www.daserste.de/tatort/sendung_dyn~actid,2778~cm.asp">&#8222;Tatort&#8220;</a> gesehen und kann mir bei den Ermittlungen helfen?</p>
<p>Warum startet Kuschmann (J&#252;rgen Schornagel) seinen Rachefeldzug gegen Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) erst zehn Jahre nach dem Tod seiner Tochter, die Ballauf damals in einer un&#252;bersichtlichen Notwehrsituation erschossen hat?</p>
<p>Dass Kuschmann zehn Jahre brauchte, um das synthetische Gift zu besorgen, kann offenbar nicht die Antwort sein &#8211; schlie&#223;lich arbeitete Kuschmann nach dem Tod seiner Tochter noch sieben Jahre in dem Labor, aus dem das Gift stammte, und erst ein Jahr vor Beginn der Handlung war der Einbruch im Labor, bei dem das Gift vermutlich gestohlen wurde.</p>
<p>Insgesamt ein wenig zusammengestrickte Story mit einigen dramaturgisch ungeschickten, weil nicht plausiblen Unwahrscheinlichkeiten: Warum l&#228;sst ein Wachpolizist einen Unbekannten ins Krankenzimmer? Warum rufen die Ermittler eben diesen Wachpolizisten nicht an, als sie Beatrice (Nadeshda Brennicke) nicht erreichen? Oder warum rufen sie nicht einfach im Krankenhaus an? Warum hat Ballauf Kuschmann nicht sofort bei der Begegnung auf der Krankenhaustreppe festgenommen? Warum sind die Polizisten so fahrl&#228;ssig und unvorsichtig beim &#214;ffnen der Post, wenn sie doch wissen, dass sie von einem Irren kommt?</p>
<p>Zudem viel geklaut von <a target="_blank" href="http://www.imdb.com/title/tt0114369/">&#8222;Sieben&#8220;</a>, wo der T&#228;ter (Kevin Spacey) einen der Ermittler (Brad Pitt) ebenso provoziert und zum Ziel hat, dass der Ermittler ihn t&#246;tet (aufgrund der zuletzt noch nicht abgehakten <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tods%C3%BCnden">Tods&#252;nde</a> &#8222;Zorn&#8220;). Die Bibliothek, in der Brad Pitt und sein Kollege (Morgan Freeman) auf den Hinweis auf die sieben Tods&#252;nden sto&#223;en, entspricht im Tatort &#8222;Die Blume des B&#246;sen&#8220; den alten Ermittlungsakten aus Ballaufs D&#252;sseldorfer Zeit, in denen das alte R&#228;tsel lauern muss.</p>
<p>Und nur der Umstand, dass ein Handlungsgeflecht aus Schuld, S&#252;hne, Erinnerung und Vergangenheit eben alter Geschichten bedarf, erkl&#228;rt die Versp&#228;tung bei Kuschmanns Rache &#8211; sie ist nicht aus der Figur heraus motiviert, sondern aus einer dramaturgischen Notwendigkeit, weil ansonsten die Story nicht funktioniert.</p>
<p>Und als Ausrede nimmt sich der Drehbuchautor (Buch und Regie: Thomas Stiller) den zehnten Todestag der Tochter als Aufh&#228;nger. Als s&#228;&#223;en verletzte, ungl&#252;ckliche, gekr&#228;nkte V&#228;ter nach dem Tod ihrer T&#246;chter jahrelang in ihrer Bude, um wie Zeitungsredakteure auf einen Aufh&#228;nger wie einen Jahrestag zu warten. Na ja.</p>
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