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	<title>Thilo Baum &#187; Klartext-Rhetorik</title>
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	<description>Thilo Baum: Klartext-Experte</description>
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		<title>Gute Titel spitzen zu</title>
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		<pubDate>Wed, 11 Aug 2010 20:08:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Der A unter dem Einfluss von B unter Ber&#252;cksichtigung von C im Spannungsfeld zwischen D und E&#8220; – so lauten &#220;berschriften in der Wissenschaft. Deren Ziel ist es offenbar, ersch&#246;pfend zu sein. M&#246;glichst alles soll rein. Obwohl eine &#220;berschrift schon aufgrund ihrer K&#252;rze nie s&#228;mtliche Aspekte eines Textes ber&#252;cksichtigen kann (sie w&#228;re sonst ebenso identisch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8222;Der A unter dem Einfluss von B unter Ber&#252;cksichtigung von C im Spannungsfeld zwischen D und E&#8220; – so lauten &#220;berschriften in der Wissenschaft. Deren Ziel ist es offenbar, ersch&#246;pfend zu sein. M&#246;glichst alles soll rein. Obwohl eine &#220;berschrift schon aufgrund ihrer K&#252;rze nie s&#228;mtliche Aspekte eines Textes ber&#252;cksichtigen kann (sie w&#228;re sonst ebenso identisch mit dem Text wie eine Karte mit der Landschaft), versuchen viele Menschen, m&#246;glichst viel darin unterzubringen. Lesbarkeit, Popularit&#228;t, Massentauglichkeit? Nahezu null.</p>
<p>Ich denke, heute helfen solche &#220;berschriften nicht mehr weiter. In Zeiten, in denen wir Menschen zum Lesen zwingen konnten, in Schule und Uni, oder auch in Zeiten vor dem Netz f&#252;r alle, mag diese Form der &#220;berschrift einen gewissen institutionellen Zwang ausge&#252;bt haben, vor dem die Leute gekuscht haben. Wobei wir in Schule und Uni nicht einmal lernen, wie man gute &#220;berschriften formuliert. &#8222;Textgebundene Er&#246;rterung&#8220; hei&#223;en &#220;berschriften in Schulen. Das ist etwa so, als w&#252;rde Rilke &#252;ber seinen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Rainer_Maria_Rilke_Herbsttag_Hans_Joerg_Grosse.ogg">&#8222;Herbsttag&#8220;</a> die &#220;berschrift schreiben: &#8222;Gedicht&#8220;.</p>
<p>Heute l&#228;sst es sich kaum noch jemand gefallen, dass &#220;berschriften entweder nur das Genre bezeichnen oder zu langatmig und ausufernd sind. Heute brauchen wir – wie im Journalismus schon lange &#252;blich und auch verdient gesagt Handwerk – zuspitzende &#220;berschriften. Eine gute &#220;berschrift umfasst ohnehin nie s&#228;mtliche Gedanken, sondern sie selektiert und bewertet bereits im Vorhinein. Sie gibt dem Leser ein Gedanken-Gel&#228;nder und macht den Text dadurch attraktiv. Auch deswegen vermutlich finden die klassisch wissenschaftlichen Texte nur in Ausnahmef&#228;llen ein gr&#246;&#223;eres Publikum. Man bleibt eben unter sich mit den ausufernden &#220;berschriften.</p>
<p>Auch Definitionen zu Beginn eines Textes oder Vortrags sind passé. Nichts gegen Definitionen in Texten von Fachleuten f&#252;r Fachleute – wer unter sich bleiben will, bitte. In manchen F&#228;llen ist es auch spannend zu erfahren, was ein &#8222;Schwarzes Loch&#8220; denn nun ist. Aber beliebige Gemeinpl&#228;tze und Selbstverst&#228;ndlichkeiten definieren? Na ja. Es gibt sogar Marketing-Leute, die meinen, mit sprachlich h&#246;lzernen und kruden Definitionen auf ihrer Startseite Kunden f&#252;r sich zu gewinnen. Sollen sie machen. Aber wer Menschen au&#223;erhalb des eigenen Denkens erreichen will, m&#246;ge seine Definitionen f&#252;r sich behalten. Beispielsweise in einem Vortrag &#252;ber Liebe.</p>
<p>&#8222;Liebe ist, meine sehr verehrten Damen und Herren, ein emotionaler Zustand. Liebe ist, wenn wir Platon fragen, etwas v&#246;llig anderes, als wenn wir Shakespeare fragen.&#8220; Sicher mag dem einen oder anderen Texter auf dieser Basis etwas Spannendes gelingen, doch es bleibt ein sinnloser akademischer Diskurs. Denn was ist denn jetzt nun Sache? Es geht halt &#252;ber Liebe. Wir wissen, was gemeint ist. Und? Was weiter?</p>
<p>Die meisten akademischen Denker beginnen ihren Vortrag zudem nicht mit einer eigenen Interpretation, sondern mit dem Zitat der Definition aus dem Brockhaus oder aus Wikipedia. Wie langweilig! Wie einfallslos! Wie regelgerecht! Schlimm dabei ist allerdings vor allem der Denkfehler &#252;berhaupt zu glauben, zu Beginn eines Vortrages m&#252;sse man die Definition abstecken. Falsch! Denn wer braucht schon eine Definition?</p>
<p>&#8222;Haaalt!&#8220;, schreien die Besserwisser. &#8222;Wir m&#252;ssen doch wissen, wor&#252;ber wir sprechen!&#8220; Ja, okay. Dann steigt bitte bei jedem journalistischen Text aus und weigert euch, ihn zu verstehen, liebe Definitionsfetischisten. Was ist eine &#8222;Krise&#8220;? Was ist eine &#8222;Milit&#228;raktion&#8220;? Was ist der &#8222;Finanzmarkt&#8220;?</p>
<p>Oder fragen wir mal nach der Uhrzeit. Jetzt ist es 22 Uhr? Falsch! In den meisten Teilen dieser Welt ist es jetzt nicht 22 Uhr. <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/irrtumer-an-die-wir-glauben/die-sonne-steht-mittags-im-suden/">Es ist selbst innerhalb unserer Zeitzone momentan nicht &#252;berall 22 Uhr.</a> Schon so etwas Banales wie die Uhrzeit ist f&#252;r einen Geografen etwas v&#246;llig anderes als f&#252;r einen Astronomen. Oder zetteln wir im Auto, wenn die Ampel auf Rot schaltet, eine Diskussion dar&#252;ber an, was &#8222;Rot&#8220; ist und was die Beifahrerin eigentlich mit &#8222;Bremsen&#8220; meint. Sprechen wir in der Politik erst mal dar&#252;ber, was &#8222;Parteien&#8220; sind, und verweigern wir jedes Gespr&#228;ch &#252;ber den Einkauf im Supermarkt, solange nicht gekl&#228;rt ist, was &#8222;Butter&#8220; genau ist. Ihr Typen seid bestimmt super gl&#252;cklich.</p>
<p>Nein, wir brauchen meistens keine Definitionen. In aller Regel wissen kluge Menschen schon, worum es geht. Sie wissen ohne Debatte, was &#8222;Rot&#8220; ist und was &#8222;Bremsen&#8220; hei&#223;t. Sie haben eine Vorstellung vom Wort &#8222;Liebe&#8220;. Die wirklich klugen Menschen haben davon nicht nur eine intellektuelle Vorstellung, sondern auch eine emotionale und eine affektive. Was den Definitionsfetischisten durchaus fremd sein mag, die ohne Definitionen und allumfassende &#220;berschriften den Halt zu verlieren scheinen, weil sie nur mit dem Kopf denken k&#246;nnen.</p>
<p>Wie auch immer: Wer bei klaren Themen so tut, als bed&#252;rfe es irgendwelcher Definitionen, spielt Spielchen und ist ein Troll. Dieser Typ von Mensch will jetzt diesen Blogbeitrag kommentieren mit den Worten: &#8222;Was ist ein klares Thema?&#8220; Oder: &#8222;Was hei&#223;t Spielchen?&#8220; Oder: &#8222;Wie definieren Sie Troll?&#8220; Sollten Sie sich dazu bem&#252;&#223;igt sehen, schauen Sie einfach in den Spiegel. Dann wissen Sie, was ein Troll ist.</p>
<p>Das gro&#223;e Ganze ist wichtiger als die Definitionen der Details. Also nicht fragen: Was sind die Details? Sondern fragen: Worum geht es? Nicht schauen: Was ist das Kleine? Sondern &#252;berlegen: Was ist das Gro&#223;e? Nicht fragen: Wie habe ich m&#246;glichst Recht? Sondern: Was ergibt Sinn? Nicht fragen: Wie rechtfertige ich meine sinnlosen Semester? Sondern: Wie gewinne ich die Menschen f&#252;r meine Gedanken? Nicht fragen: Was ist das Korrekte, Allumfassende an meinen &#220;berlegungen? Sondern fragen: Welche Bedeutung, welche Relevanz haben diese Gedanken f&#252;r andere und f&#252;r die Welt?</p>
<p>Im modernen Business beginnt ein Vortrag zum Thema Liebe m&#246;glicherweise mit einer kleinen Geschichte: &#8222;K&#252;rzlich traf ich an der Hotelbar einen Inder. Wir haben uns &#252;bers Verlieben unterhalten. Er sagte: In India, we do not fall in love. We rise in love.&#8220;</p>
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		<title>Wer gegen wen?</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Aug 2010 21:35:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[
Ein 42-J&#228;hriger (kein Oberhausener, Schweizer, B&#228;cker, Rechtsanwalt, sondern ein 42-J&#228;hriger), so sagt der zweite Absatz, stie&#223; mit einem 48-j&#228;hrigen Fahrer zusammen. Ah, ok. Ich dachte, vielleicht sei das (oder der oder die) Quad mit dem Ford-Lieferwagen zusammengesto&#223;en. Aber nein, die Fahrer h&#246;chstselbst stie&#223;en zusammen. Obwohl der 48-J&#228;hrige in einem Lieferwagen sa&#223;. Wie das wohl geht? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.bz-berlin.de/bezirk/tempelhof/quad-fahrer-crash-auf-der-a-100-article942138.html#bzRSS"><img class="alignnone size-full wp-image-5740" title="quad-1" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/quad-1.jpg" alt="" width="400" height="182" /></a></p>
<p>Ein 42-J&#228;hriger (kein Oberhausener, Schweizer, B&#228;cker, Rechtsanwalt, sondern ein 42-J&#228;hriger), so sagt der zweite Absatz, stie&#223; mit einem 48-j&#228;hrigen Fahrer zusammen. Ah, ok. Ich dachte, vielleicht sei das (oder der oder die) Quad mit dem Ford-Lieferwagen zusammengesto&#223;en. Aber nein, die Fahrer h&#246;chstselbst stie&#223;en zusammen. Obwohl der 48-J&#228;hrige in einem Lieferwagen sa&#223;. Wie das wohl geht? Egal! Hoffentlich hat&#8217;s Spa&#223; gemacht.</p>
<p>Immerhin verdanken wir der <a href="http://www.bz-berlin.de/bezirk/tempelhof/quad-fahrer-crash-auf-der-a-100-article942138.html#bzRSS">&#8222;B.Z.&#8220;</a> aus dem ersten Absatz die Erkenntnis, dass der &#8222;Fahrer eines Quads&#8220; ein &#8222;vierr&#228;driges Motorrad&#8220; ist. Ich dachte immer, ich sei ein Mensch, egal, was ich fahre.</p>
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		<title>Die dummen Intelligenten</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 09:33:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alltagsphilosophie]]></category>
		<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Mach dein Ding!]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass die soziale Mauer auf kurz oder lang nicht mehr zwischen &#8222;arm&#8220; und &#8222;reich&#8220; verl&#228;uft, sondern zwischen &#8222;dumm&#8220; und &#8222;klug&#8220;, d&#252;rfte ausgemachte Sache sein. &#8222;Klug&#8220; zu sein, bedeutet, das Leben in die Reihe zu bekommen, die eigene Position realistisch zu bestimmen und etwas Konstruktives daraus zu machen. &#8222;Dumm&#8220; zu sein, bedeutet, das Geschehen den anderen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass die soziale Mauer auf kurz oder lang nicht mehr zwischen &#8222;arm&#8220; und &#8222;reich&#8220; verl&#228;uft, sondern zwischen <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/klug-oder-dumm/">&#8222;dumm&#8220; und &#8222;klug&#8220;</a>, d&#252;rfte ausgemachte Sache sein. &#8222;Klug&#8220; zu sein, bedeutet, das Leben in die Reihe zu bekommen, die eigene Position realistisch zu bestimmen und etwas Konstruktives daraus zu machen. &#8222;Dumm&#8220; zu sein, bedeutet, das Geschehen den anderen, dem Zufall oder dem so genannten Schicksal zu &#252;berlassen, und sich dann &#252;ber die Folgen zu wundern, oder blind zu sein f&#252;r das Potenzial eines jeden Menschen, die Realit&#228;t zu bestimmen, statt sie nur zu beschreiben. Auf Dauer werden vermutlich vor allem jene erfolgreich sein, die die Realit&#228;t ver&#228;ndern.</p>
<p>Gerade in Zeiten, in denen eine technische Revolution die andere abl&#246;st und dadurch jede Menge neue Potenziale entstehen, ist Klugheit zudem mehr gefragt als Intelligenz im klassischen Sinne. Intelligenz im klassischen Sinne, wie sie uns die Schule und weite Teile der Hochschule beibringen, d&#252;rfte auf Dauer ausgedient haben. Wir brauchen nicht mehr nur die F&#228;higkeit, von drei aufeinander folgenden Zeichen auf das vierte zu schlie&#223;en, <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/es-lebe-die-vorstellungskraft/">nach Malcolm Gladwell die &#8222;konvergente Intelligenz&#8220;. Sondern wir brauchen zunehmen Menschen mit originellen Ideen und &#8222;divergenter Intelligenz&#8220;</a>.</p>
<p><strong>Es mangelt an Originalit&#228;t und Kreativit&#228;t</strong></p>
<p>Nun sind Originalit&#228;t und Kreativit&#228;t nicht jedem gegeben, und die Gesellschaft braucht f&#252;r einige ihrer Aufgaben gewiss auch ein paar Regelabgleicher. Sch&#246;n w&#228;re es aber, die F&#228;higkeit zu Originalit&#228;t und Kreativit&#228;t bereits in der Schule viel st&#228;rker zu f&#246;rdern, <a href="http://www.ted.com/talks/ken_robinson_says_schools_kill_creativity.html">statt sie wie bisher zu unterdr&#252;cken</a>. Damit nicht mehr Horden von Orientierungslosen die Schulen verlassen und Medizin nur deswegen studieren, weil sie mit ihrer Note halt den Numerus Clausus knacken. Sondern damit Menschen mit Ideen und klaren Vorstellungen ein spannendes Leben in Angriff nehmen, um etwas m&#246;glichst Sinnvolles zu tun. Der Wechsel ist n&#246;tig zwischen der Perspektive: &#8222;Was aus dem bunten Blumenstrau&#223; der M&#246;glichkeiten suche ich mir aus?&#8220; hin zur Perspektive: &#8222;Was liegt mir, was will ich, was ist mein Ding?&#8220;.</p>
<p>Bisher beeindruckt nur eine Minderheit mit klugen Gedanken zur Welt und zum Leben. Das k&#246;nnten mehr sein. Sehr viele kluge Menschen fristen in gesellschaftlich wirkungslosen Jobs ihr Dasein, die ihnen nicht mal Spa&#223; machen, statt ihren Grips dem Wohlergehen der Welt und der Menschheit zur Verf&#252;gung zu stellen und dadurch Erf&#252;llung zu finden. Dass der gesellschaftliche Fortgang die Aufgabe eines jeden ist, hat offenbar nur eine Minderheit erkannt. Diese Minderheit schreibt B&#252;cher, entwickelt Seminare und entwirft Konzepte und Rezepte jenseits der traditionellen Wege der Wissensvermittlung. Und was geschieht mit dieser Minderheit? Eine Truppe von dummen Intelligenten greift sie an. Selbst unf&#228;hig zu jeder Form von Vorstellungsverm&#246;gen und nur am Musterabgleich mit der Wirklichkeit orientiert. Vermutlich weil die Originellen das Denkmuster der dummen Intelligenten angreift und denen das nicht schmeckt.</p>
<p>Sicher sind nicht alle Ideenentwickler top. Einige sind Schaumschl&#228;ger. Andere recyceln bereits vorhandenes Wissen und geben ihm einen neuen Dreh. Doch wenn unserer Welt beispielsweise die dramaturgischen Gedanken von Aristoteles fehlen, weil nun mal kein Praktiker Aristoteles liest, <a href="http://www.amazon.de/Poetik-Aristoteles/dp/3150078288/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1280738466&amp;sr=8-1">weil das zu kompliziert, zu zeitraubend und daher un&#246;konomisch ist</a>, dann ist es immer noch besser, Aristoteles&#8216; Gedanken <a href="http://www.amazon.de/Das-Drehbuch-Grundlagen-Drehbuchschreibens-fertigen/dp/3866710194/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1280738667&amp;sr=8-1">neu aufzubereiten</a>, als zu sagen: &#8222;Das hat doch alles schon Aristoteles gesagt.&#8220; Wichtiger, als solchen alten Wein in neuen Schl&#228;uchen anzugreifen oder einzelne Defizite, w&#228;re es, diese spannende Entwicklung einer neuen Wissensvermittlung nach Kr&#228;ften zu f&#246;rdern. Aber dieser Blick auf die Realit&#228;t passt den dummen Intelligenten nicht. Sie halten sich auf eine Weise an den Defiziten auf, als bezahle sie jemand daf&#252;r, die Menschheitsentwicklung zu bremsen.</p>
<p><strong>Mismatcher und Wadenbei&#223;er</strong></p>
<p>Aus solchen und anderen Gr&#252;nden ist man es als Entwickler spannender Ideen gewohnt, von <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/no-more-mismatcher/">Mismatchern</a> und <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/klartext-rhetorik/wadenbeisser/">Wadenbei&#223;ern</a> in einem Fort bl&#246;d angemacht zu werden, denen es nicht gelingt, Gedanken nachzuvollziehen oder sich auf Ideen einzulassen. Die Motivation liegt offenbar darin, der Welt den Aristoteles lieber zu verschweigen. Sollen die Leute ihn doch bitte im Original lesen, finden die dummen Intelligenten. Als w&#252;rden Macher und Praktiker sich wie Uni-Leute hinsetzen und tage- und wochenlang akribisch Details in sich reinsaugen! Und dass sie das nicht tun, k&#246;nnen die dummen Intelligenten nun einmal nicht begreifen. Es passt nicht in ihr Weltbild. Diese Leute halten nur f&#252;r m&#246;glich, was sie selbst tun. Und darum entwickeln die dummen Intelligenten nichts Originelles, nichts, was ihren bisherigen Denkrahmen infrage stellt oder sprengt. Sie f&#252;llen in ihrem Denken nur K&#228;stchen aus nach dem Muster &#8222;Gibt es / gibt es nicht&#8220;, weil sie das in unserem fatal aufgestellten Bildungssystem genau so gelernt haben und f&#252;r eine richtige Methode halten. Und sie glauben, danach funktioniere die Welt. Dass nicht z&#228;hlt, ob etwas nach wissenschaftlichen Ma&#223;st&#228;ben &#8222;richtig&#8220; ist, sondern ob etwas funktioniert, erkennen sie nicht.</p>
<p>Nein, wir brauchen die Vereinfachung und die Zuspitzung, nicht die Verkomplizierung. Und darum ist es wichtig, das Wissen der Welt in seinen wandelnden Bedeutungen immer wieder neu darzustellen. Die Halbwertzeit von Wissen wird immer k&#252;rzer.</p>
<p>Ich erinnere mich an einen Vortrag vor Sch&#252;lern, Thema &#8222;Mach dein Ding!&#8220;. Eine tolle Sache, es hagelte viele neue Coaching-Gedanken f&#252;r junge Menschen, von denen die meisten noch nie etwas geh&#246;rt hatten, eben weil die Schule die meisten wichtigen Inhalte ja bislang verschweigt. Und was entspinnt sich im Blog? Eine <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/coaching/mach-dein-ding-fuer-die-schule/">nahezu uferlose Diskussion</a> mit einem Mismatcher, der es nicht begreifen wollte. Nun muss ich nicht jeden &#252;berzeugen, selbstbestimmt zu denken, und jeder darf denken und leben, wie er m&#246;chte. Mir ist das letzten Endes wurscht. Aber in dieser Kommentarschlacht kam es mir schon so vor, als wehre sich jemand gegen sehr einfache Rezepte des Erfolgs und des Gl&#252;cks, einfach nur, um sich dagegen zu wehren. Es ging um Rezepte, die im Leben anderer durchaus taugen. Warum wehrt er sich? Mir ist es doch egal, ob er meinen Gedanken folgt, das ist allein seine Sache. Es muss ja keiner. Und trotzdem brach er eine v&#246;llig sinnlose akademische Debatte vom Zaun.</p>
<p><strong>Der Unkreative bek&#228;mpft den Kreativen</strong></p>
<p>Der dumme Intelligente ist oft ein <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/der-fachidiot/">Fachidiot</a>, also ein Spezialist ohne Bodenhaftung und Realit&#228;tstauglichkeit, oft ist er frei von jeglicher Originalit&#228;t und daher sehr feindlich eingestellt gegen&#252;ber jenen, die Ideen entwickeln und damit nat&#252;rlich auch gerne mal Irrt&#252;mer begehen, Fehler machen und Misserfolge einfahren. Die Dummheit des dummen Intelligenten besteht unter anderem darin, dass er von der Realit&#228;t ausgeht und neue Gedanken mit ihr abgleicht, statt zu erkennen, dass wir mit neuen Gedanken eine neue Realit&#228;t schaffen k&#246;nnen. Neue Gedanken akzeptiert er nicht, sofern es f&#252;r sie noch keinen Abgleich mit der Realit&#228;t gibt, und genau darin besteht seine Dummheit. Ihm mangelt es schlicht an Vorstellungsverm&#246;gen. Ginge es nach diesen Leuten, w&#228;re die deutsche Einheit nicht m&#246;glich gewesen, die &#214;ffnung der europ&#228;ischen Grenzen nicht, der Euro nicht und vieles andere auch nicht. Denn sie gehen im Denken von den Verh&#228;ltnissen aus und nicht von den Visionen.</p>
<p>Nun w&#228;re all das nicht schlimm, w&#252;rde der dumme Intelligente seine destruktive Haltung f&#252;r sich behalten. Doch da er in der &#214;ffentlichkeit vor allem als Bedenkentr&#228;ger und Korinthenkacker in Erscheinung tritt, ist er gef&#228;hrlich f&#252;r den Fortgang der Welt und der Menschheit.</p>
<p><strong>Absurde Anspr&#252;che</strong></p>
<p>Im Internet beispielsweise tritt der dumme Intelligente gerne als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Troll_%28Netzkultur%29">Troll</a> auf, der selbst selten etwas erkennbar Sinnvolles geleistet hat, zumindest zeigt er nichts davon. Er versteckt sich gerne in der Anonymit&#228;t oder mit Pseudonym, um aus der Deckung heraus Menschen anzugreifen, die selbst ohne Visier in der &#214;ffentlichkeit stehen und Gedanken formulieren, um die Gesellschaft voranzubringen. Inhaltlich sind manche ihrer Einw&#228;nde sicher richtig, andere aber zugleich grotesk falsch, weil eben die F&#228;higkeit zum Perspektivenwechsel und jegliches Vorstellungsverm&#246;gen fehlen. Was solche Typen schreiben, liest sich oft wie ein Protokoll des Geredes eines verwirrten Menschen, dem hin und wieder kluge Gedanken durchrutschen. Diese Trolle sind Leute, die die originellen und kreativen Menschen in einer Tour mit kleingeistigen Bemerkungen stalken und &#252;blicherweise stets mit denselben absurden Anspr&#252;chen angreifen:</p>
<p>- Eine Behauptung m&#252;sse wissenschaftlich bewiesen sein, sonst gelte sie nicht;<br />
- Gedanken-Entwicklungen seien wertlos ohne Belege;<br />
- ein ganzes Buch sei schlecht, wenn einige Details darin unstimmig sind.</p>
<p>Diese Forderungen sind abstrus, da sie jede Gedankenentwicklung behindern und uns rein auf das festnageln, was wir schon haben und wissen. Nehmen wir ein paar Beispiele, in denen das konvergente Fachidioten-Denken des Trolls versagt:</p>
<p>- Ich schreibe hier, die Kluft der Zukunft liege zwischen &#8222;klug&#8220; und &#8222;dumm&#8220;. Der Troll fragt: &#8222;Wo sind die Belege dazu?&#8220; Ich sage: Es gibt keine Belege. Es ist eine Beobachtung, die Kluft ist eine Folge der technischen Entwicklung und der Frage, inwieweit jemand nur die alten Denkmuster unseres Bildungssystems anwendet oder offen ist f&#252;r neue. Geh&#246;rt jemand zu dem Teil der Gesellschaft, der den Wandel hin zur divergenten Intelligenz vollzieht, oder beharrt er auf dem klassischen konvergenten Denken? Daf&#252;r gibt es keine Belege – es ist eine gesellschaftliche Entwicklung, vor der wir stehen. Momentan scheiden sich hier die Geister, auch wenn das noch nicht alle sehen. Der rein konvergent denkende Troll indessen kann mit so einer Prognose nichts anfangen, weil er sie weder versteht noch nachvollzieht. Er braucht seine Regularien, sonst denkt sein Gehirn nicht.</p>
<p>- Ich schreibe hier, Originalit&#228;t sei nicht jedem gegeben. Der Troll fragt: &#8222;Wo ist die Studie dazu? Wie viel Prozent der Leute sind originell, wie viel Prozent nicht? Und wer definiert, was originell ist?&#8220; Dabei sind all das Dinge, zu der wir keine Studie brauchen – der Kluge versteht es, der Dumme schreit nach einer Studie. Wenn es regnet, brauche ich keine Studie dazu, um zu sagen, dass es regnet – einzig der braucht eine Studie, der den Regen nicht erkennt. Wer selbst originell ist, erkennt nat&#252;rlich das Ph&#228;nomen der fehlenden Originalit&#228;t in unserer Gesellschaft – kreative Menschen leiden die ganze Zeit darunter. Und was gesch&#228;he, w&#252;rden wir dem Troll eine Studie pr&#228;sentieren? Er w&#252;rde sie nicht anerkennen, sondern sie als manipuliert angreifen. Warum? Weil es ihm nicht darum geht, Gedanken nachzuvollziehen, sondern darum, sie zu st&#246;ren.</p>
<p>- Im Lufthansa-Magazin (07/10) ist ein Interview mit dem Frankfurter Hotelier Micky Rosen &#252;ber die Hotels der Zukunft. Rosen sagt: &#8222;Die G&#228;ste sind erfahrener, selbstbewusster und kritischer als fr&#252;her.&#8220; Der Troll fragt: &#8222;Welche Studien belegen das? Wie viele Leute habt ihr wann befragt?&#8220; Rosen: &#8222;Ein schlechter Auftritt im Netz ist eine echte Katastrophe.&#8220; Der Troll fragt: &#8222;Wo ist der Beleg f&#252;r einen Zusammenhang zwischen schlechter Website und geringen Buchungszahlen? Wer definiert, was ein schlechter Auftritt ist?&#8220; Rosen: &#8222;V&#246;llig out sind Hotels, in denen alles austauschbar wirkt.&#8220; Der Troll: &#8222;Wo sind die Untersuchungen dazu?&#8220; Rosen: &#8222;Musik aus der Konserve will heute keiner mehr.&#8220; Der Troll wendet ein: &#8222;Welche repr&#228;sentative Studie belegt das?&#8220; Rosen hat in allem Recht, was er sagt. Alles stimmt. Wer Hotels besucht und Hoteliers kennt, wei&#223; das. Nur der dumme Intelligente, der Troll, ist nicht dazu in der Lage, das zu erkennen. Weil ihm s&#228;mtliches Gesp&#252;r daf&#252;r abgeht, dass die wichtigsten Entscheidungen auf der Welt nicht auf Studien basieren, sondern emotionale Entscheidungen sind. Und dass es dabei auch um Erfahrungen geht, die sich mitunter nicht objektivieren lassen.</p>
<p>- Nehmen wir das Herren-Outfit: Wei&#223;e Socken gehen au&#223;erhalb des Sports nicht, zu einer Hose geh&#246;rt ein guter G&#252;rtel, ans Handgelenk geh&#246;rt eine wertige Uhr. Lauter wissenschaftlich nicht fundierte Imperative. Der dumme Intelligente scheitert auch hier schon an der unm&#246;glichen Objektivierbarkeit der Kriterien und fragt: &#8222;Aufgrund welcher Daten gelten diese Regeln?&#8220; Denn ihm ist jeglicher Zugang zu emotionalen Entscheidungen unter anderem in puncto Stil versagt, da Stil eine Geschmacksfrage und mithin trotzdem generalisierbar ist – und das kapiert der Troll nicht. Das geht ihm nicht ins Gehirn. Aus seiner Sicht entbehren diese Codes jeglicher wissenschaftlicher Basis. Es ist, als fehle dem dummen Intelligenten, der an jeder Stelle nach Belegen ruft, die eine oder andere Gehirnwindung.</p>
<p>- <a href="http://www.stefan-fraedrich.de">Stefan Fr&#228;drich</a> erkl&#228;rt in einem Film, der bald ver&#246;ffentlicht wird: Die Menschen glauben gemeinhin, sich mit Top-Noten und Top-Qualifikationen nach oben arbeiten zu m&#252;ssen. Der Troll fragt: &#8222;Wo sind die Belege? Wie viel Prozent der Menschen denken so? Wo ist die Studie dazu?&#8220;. Stefan Fr&#228;drich selbst hat nach seinen Worten die Perspektive gedreht und nicht &#252;berlegt: &#8222;Wie kommt man da rauf?&#8220;, sondern: &#8222;Was haben die da oben f&#252;r Qualifikationen und F&#228;higkeiten?&#8220; Und er war erstaunt: &#8222;Die da oben haben gar nicht die Top-Ausbildungen und Top-Noten. Sondern die da oben sind meist Pers&#246;nlichkeiten, die f&#252;r ihre Visionen brennen.&#8220; Man finde an der Spitze an der Gesellschaft Menschen, die ihre Pers&#246;nlichkeit unabh&#228;ngig von ihren Ausbildungen entwickelt haben. Daraus folge, es sei weniger sinnvoll, dem lemminghaften Ausbildungssystem hinterherzulaufen, sondern viel kl&#252;ger, seine Pers&#246;nlichkeit zu entwickeln. Der dumme Intelligente hat leider meist Jahrzehnte seines Lebens in Qualifikationen gesteckt und wurde immer mehr zum Spezialisten, und darum schmeckt ihm so ein Gedanke gar nicht. &#8222;Welche repr&#228;sentative Studie belegt das?&#8220;, fragt er also und verwehrt sich damit die M&#246;glichkeit, Stefan Fr&#228;drichs Gedanken zu folgen und sie einfach nur nachzuvollziehen.</p>
<p>- &#8222;Sie hat sich stets bem&#252;ht&#8220; ist laut &#8222;Berliner Zeitung&#8220; vom Wochenende eine negative Bewertung im Arbeitszeugnis. Der Troll fragt: &#8222;Wer behauptet das? Wo sind die Belege?&#8220; Dabei ist es ein Code, den jeder kennt. Der Troll hakt ein: &#8222;Wer ist jeder?&#8220; Und scheitert angesichts der Realit&#228;t, in der einige Dinge einfach so sind, wie sie sind, auch wenn es niemand beweisen kann.</p>
<p><strong>Wie macht man destruktive Menschen konstruktiv?</strong></p>
<p>Auf klassische Weise intelligent sind diese Trolls mitunter schon, aber sie wenden ihr Potenzial eben leider nur eingleisig an. Sie halten sich fest an ihrem Lebenslauf und ihrer Qualifikation. Ihre Intelligenz reicht nicht aus, um zu begreifen, dass neue Gedanken und Weiterentwicklungen bisheriger Gedanken selten fehlerlos sind und das auch nicht sein m&#252;ssen. Sie sehen nicht, dass wir in einer Entwicklung begriffen sind, einem konstruktiven Prozess, an dem teilzunehmen alle Menschen dieser Erde eingeladen sind. Die heutige Realit&#228;t ist zum gro&#223;en Teil Ergebnis der Ideen von gestern – Ideen, die der Troll zuerst als Spinnerei abgewertet hat mit seinen Bedenken, Regeln und absurden Anspr&#252;chen.</p>
<p>Die Toleranz der dummen Intelligenten ist zu gering, um tats&#228;chlich zum Lauf der Welt sinnvoll beizutragen, und darum greifen sie jene an, die aktiv qua ihrer Wassersuppe zum Fortgang der Menschheit beitragen. Und das, obwohl sie eigentlich intelligent sind.</p>
<p>Zwei Fragen stellen sich:</p>
<p>1. Wie bekommen wir diese Destruktion gestoppt, so dass sie nicht mehr st&#246;rt? Und:<br />
2. Wie gelingt es uns, die Intelligenz dieser Leute in konstruktive Bahnen zu lenken?</p>
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		<title>Was ist &#8222;Aufarbeitung&#8220;?</title>
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		<pubDate>Sun, 01 Aug 2010 04:32:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[
Lieber Herr Bundespr&#228;sident beziehungsweise liebe &#8222;Tagesschau&#8220;,
was ist eigentlich &#8222;Aufarbeitung&#8220;?
Gespannte Gr&#252;&#223;e
Ihr Thilo Baum
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.tagesschau.de/inland/loveparade314.html"><img class="alignnone size-full wp-image-5672" title="aufarbeitung" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/08/aufarbeitung.jpg" alt="" width="400" height="72" /></a></p>
<p>Lieber Herr Bundespr&#228;sident beziehungsweise liebe <a href="http://www.tagesschau.de/inland/loveparade314.html">&#8222;Tagesschau&#8220;</a>,</p>
<p>was ist eigentlich &#8222;Aufarbeitung&#8220;?</p>
<p>Gespannte Gr&#252;&#223;e</p>
<p>Ihr Thilo Baum</p>
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		<title>Besprechungen effektiv machen &#8230;</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 19:35:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Coaching]]></category>
		<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8230; geht das? Ja, verr&#228;t der Meeting-Coach André Hagenbuch im Klartext-Talk. Wer ihn verpasst hat, genie&#223;e die Aufzeichnung.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230; geht das? Ja, verr&#228;t der Meeting-Coach <a href="http://www.aha-coach.ch">André Hagenbuch</a> im Klartext-Talk. Wer ihn verpasst hat, <a href="https://xing1.spreed.com/checkin/jc/480322718">genie&#223;e die Aufzeichnung</a>.</p>
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		<title>Cat Communication</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Jul 2010 19:15:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/z3U0udLH974&amp;feature=related" width="400" height="324"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/z3U0udLH974&amp;feature=related" /></object></p>
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		<title>Bitte kapieren: Sprache ist Handwerk!</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 06:31:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
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		<description><![CDATA[Lassen Sie Ihre Z&#228;hne bei Ihrem Nachbarn machen, weil der eine Bohrmaschine hat? Sicher nicht. Oder vertreten Sie sich als Nicht-Jurist vor Gericht selbst, weil Sie den Unterschied zwischen Besitz und Eigentum kennen? Vermutlich auch nicht.
Aber Texte und Layouts, das machen die Leute mal kurzerhand selbst. Schlie&#223;lich haben wir Schreiben in der Schule gelernt, denken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Lassen Sie Ihre Z&#228;hne bei Ihrem Nachbarn machen, weil der eine Bohrmaschine hat? Sicher nicht. Oder vertreten Sie sich als Nicht-Jurist vor Gericht selbst, weil Sie den Unterschied zwischen Besitz und Eigentum kennen? Vermutlich auch nicht.</p>
<p>Aber Texte und Layouts, das machen die Leute mal kurzerhand selbst. Schlie&#223;lich haben wir Schreiben in der Schule gelernt, denken wir, Powerpoint l&#228;sst sich prima als Layoutprogramm missbrauchen, Datei speichern als PDF, und fertig ist der Lack.</p>
<p>Warum bringen wir Berufen wie dem Zahnarzt und dem Rechtsanwalt Wertsch&#228;tzung entgegen, nicht aber Textern und Grafikern?</p>
<p>Mir scheint, als halte jeder seine Profession f&#252;r ein unbedingtes Experten-Thema. Handwerker gr&#252;nden sogar Kammern, damit niemand in ihr Revier eindringt. Sicher montieren wir zu Hause auch mal ohne Elektriker eine Lampe. Ab einem bestimmten Punkt aber akzeptieren wir es, dass sich ein Profi darum k&#252;mmern sollte. Weil die Aufgabe zu gef&#228;hrlich wird oder auch einfach zu knifflig.</p>
<p><strong>„Text? Layout? Das kann ich auch!“</strong></p>
<p>Nur bei Texten und Layouts scheinen Unternehmen von heute zu denken: Das kann ich auch. Obwohl es auch da diesen entscheidenden Punkt gibt, von dem an wir die Profis machen lassen sollten, weil es schlicht um Handwerk geht.</p>
<p>Sobald ich beispielsweise mit einem Flyer ein Produkt bewerbe, sollte dieser Flyer handwerklich gut sein. Nicht aus Perfektionismus, sondern weil ich nur mit gutem Handwerk Menschen erreiche. Die Abst&#228;nde sollten stimmen, das Layout sollte klar sein, Schwerpunkte klug gesetzt, &#220;berschriften aussagekr&#228;ftig. Der Text sollte die Leser emotional in sich reinziehen und durch sich durchleiten.</p>
<p>Damit das gelingt, ist mehr Hingabe n&#246;tig als daf&#252;r, nur die Fakten hinzuschreiben und das Layout den Default-Einstellungen von Powerpoint zu &#252;berlassen. Gute Texte zu formulieren und zu gestalten, das kann nicht jeder. Es ist eine Profession, die kaum jemand beherrscht. Nur ganz wenige Menschen haben das n&#246;tige Gesp&#252;r f&#252;r Sprache und Redaktion. Man muss diese Leute suchen. Sie sind sehr selten. Und zu wenig gew&#252;rdigt.</p>
<p>K&#252;rzlich hatte ich einen Flyer in der Hand, aus dem sehr viel Unverst&#228;ndnis gegen&#252;ber meiner Profession sprach. Es war eine dieser typischen Xing-Begegnungen: Erst fragt einer um meinen Kontakt an, er kenne auch diesen und jenen, den ich kenne. Ich denke mir: Klar, ich kenne auch eine Menge Leute. Aber egal, best&#228;tigen wir den Kontakt. Wenige Minuten sp&#228;ter dann die Nachricht: „Was sagen Sie als Klartext-Experte eigentlich zu meinem Flyer?“ Link dazu.</p>
<p>Aus Neugier schaute ich mir den Flyer an. Er war die totale Katastrophe. Hier war ein Mensch ohne jedes Gesp&#252;r f&#252;r Optik und Gewichtung am Werk. Alle Schriften gleich gro&#223;. Fettungen im Text. Manche W&#246;rter fett und kursiv zugleich, die als Pseudo-&#220;berschriften herhielten. Einz&#252;ge falsch. Zeilenabstand zu dicht. Alles vollgestopft, Angst vor der Leere. Eine Menge unwesentliche Informationen im Text.</p>
<p>Der Mann bewarb ein Zwei-Tage-Seminar f&#252;r F&#252;hrungskr&#228;fte und hatte kein bisschen Hingabe und Handwerk f&#252;r seinen Flyer &#252;brig. Ohne Ahnung von Layout und Text hat er das Ding mal kurz selber gebastelt, denn schreiben kann ja jeder. Er hielt seinen Flyer f&#252;r gut und berief sich sogar auf einen gemeinsamen Bekannten, der ihn aus mir unerkl&#228;rlichen Gr&#252;nden ebenfalls gut fand.</p>
<p><strong>Rechenfehler im Preis auf dem Flyer</strong></p>
<p>Was fand er gut? Einen Flyer ohne Fotos der Referenten. Umst&#228;ndlich erkl&#228;rt der Flyer, dass das Seminar an beiden Tagen jeweils zu unterschiedlichen Zeiten endet, an Tag eins um 19 Uhr und an Tag zwei um 17 Uhr – v&#246;llig irrelevant zu dem Zeitpunkt, wo jemand erst mal checkt, ob er an den beiden Seminar-Tagen &#252;berhaupt in der entsprechenden Stadt sein kann.</p>
<p>Dann stand dort „Kursbeitrag:<strong><em> </em></strong>1990 € + 19% Mwst., gesamt 2368 € einschl. Workshopunterlagen“. Ich sehe auf einen Blick, dass der Bruttobetrag keine ganze Zahl sein kann. 9 Prozent von 90 Euro sind 8,10 Euro, also steht hinterm Komma eine Zehn. Aber ist ja egal, Hauptsache, es passt ungef&#228;hr, gerundet gen&#252;gt, denkt sich der Seminaranbieter offenbar. No way! Von der zu vermutenden Abmahnf&#228;higkeit abgesehen: Die Zielgruppe kennt den Standard „1990 Euro zzgl. MwSt.“. Niemand macht auf einem Flyer die ganze Netto-Brutto-Rechnung auf. Und vor allem nicht falsch.</p>
<p>Oder die &#220;berschrift. Komplett verschwendet, weil er darin zwei Claims gleichberechtigt unterbringt, und selbst das in der gleichen Schriftgr&#246;&#223;e wie der Lauftext. Dass zwischen beiden Aspekten ein Bindestrich (-) statt eines Gedankenstrichs (–) steht, l&#246;st bei allen mit Ahnung von Text Billigheimer-Alarm aus. Die Doppel&#252;berschrift zeigt zudem jedem PR-Profi, dass der Flyer-Macher keinen Text-Profi rangelassen hat – er entscheidet sich nicht f&#252;r eine klare Story und verst&#246;&#223;t damit krass gegen die Regel &#8222;Tell one Message!&#8220;.</p>
<p>Au&#223;erdem sprechen absurder Perfektionismus und &#252;bertriebene Korrektheit aus den Zeilen: So, wie er den Seminarpreis mit „Kursbeitrag“ und einem Doppelpunkt ank&#252;ndigt, k&#252;ndigt er in der &#220;berschrift das Seminar mit dem Begriff &#8222;Seminar&#8220; und einem Doppelpunkt an, was die &#220;berschrift noch mehr zerfasert. Dabei kapiere ich schon, dass das ein Seminar ist – und wenn schon, dann geh&#246;rt der Begriff in eine Unter&#252;berschrift. Die Hauptzeile selbst muss knallen. Schrieb Rilke eine &#220;berschrift wie: &#8222;Gedicht: Herbsttag&#8220;? Nein, er lie&#223; die Ank&#252;ndigung weg und kam sofort zur Sache. Eine gute &#220;berschrift ist nicht &#252;berfrachtet, sondern reduziert und pr&#228;gnant. Sie entscheidet sich f&#252;r eine Aussage.</p>
<p><strong>Form und Inhalt m&#252;ssen ein stimmiges Bild ergeben</strong></p>
<p>Der Ank&#252;ndigungswahn zieht sich durch, sogar vor dem Datum steht „Termin:“. Einige Skepsis erzeugt zudem, dass der Flyer-Macher seine Aufz&#228;hlungspunkte nicht untereinander reiht, sondern zentriert setzt – ein No-Go bei Aufz&#228;hlungen, das die &#220;bersichtlichkeit zerschie&#223;t. Dort also, wo das Technische und Akkurate n&#246;tig w&#228;re, fehlt es, und wo es dagegen unangebracht ist, finden wir es: Eine Formulierung im Lauftext wie „F&#252;r 8-10 Seminarteilnehmer“ mit einem Strich zwischen beiden Zahlen erregt den Verdacht, dass da ein Fleisch gewordener Taschenrechner meint, texten zu k&#246;nnen. Sonst st&#252;nden da ausgeschriebene W&#246;rter mit dem ebenfalls ausgeschriebenen W&#246;rtchen „bis“ (wenn Sie zwischen Zahlen- und Sprachmodus unterscheiden, erkennen Sie sehr schnell, dass es nur in Beitexten wie Tabellen, Aufz&#228;hlungen und Infok&#228;sten &#8222;€&#8220; und &#8222;km&#8220; hei&#223;t, in Flie&#223;texten dagegen &#8222;Euro&#8220; und &#8222;Kilometer&#8220;).</p>
<p>Damit Form und Inhalt ein stimmiges Bild ergeben, ist es wichtig, sich in Fragen der Unternehmenskommunikation Profis anzuvertrauen. Profis, die etwas von Text und Redaktion verstehen und davon, wie man Menschen emotional erreicht und zugleich klar Informationen &#252;bermittelt. Das zu beherrschen, ist Handwerk.</p>
<p>Und es w&#228;re sch&#246;n, wenn die Menschen diesem Handwerk ein wenig mehr Respekt entgegenbringen w&#252;rden, statt nur zu sagen: „Das kann ich auch.“ Klar kann ich Ihnen einen Zahn reparieren. So schwer ist das nicht. Werkzeug und Material dazu gibt’s im Baumarkt: aufbohren, Dreck rauspusten, Kitt rein, trocknen lassen. Sie sollten halt still halten. Was soll daran ein besonderes Handwerk sein? Ich kann Ihnen auch einen Finger amputieren, wenn Sie wollen. Der Amateur vergisst ja gerne, vor dem Abhacken einen Hautlappen auszuschneiden, den er hinterher &#252;ber die Wunde klappen kann. Ich vergesse das nicht, ich wei&#223; so etwas. Aber macht mich das zum Profi?</p>
<p>Nein, macht es nicht. Und das ist sonnenklar und nicht diskutabel. Ebenso klar ist: Der Flyer ist handwerklich eine Katastrophe. Das ist ebenso wenig Ansichtssache wie ein verpfuschter Zahn. Und nur weil manche Leute von einem Handwerk nichts verstehen, ist das Handwerk nicht relativierbar. Es gibt da nichts zu diskutieren. Es sind krasse handwerkliche Fehler, die alles andere als „egal“ sind. Nicht nur Menschen mit Sinn f&#252;rs Optische st&#246;ren sich daran – und davon gibt es viele. Sondern auch auf die Unwissenden wirken solche dilettantischen Selfmade-Flyer suggestiv unklar, unruhig und wenig entschieden und sind daher nicht besonders attraktiv.</p>
<p><strong>Ein Werkzeug macht noch keinen Profi</strong></p>
<p>Eines sollten wir endlich kapieren: Die Tatsache, dass ich ein Textbearbeitungsprogramm habe, macht mich nicht zu einem Texter oder Redakteur. Dass ich mit meinem Rechner Seiten layouten und PDFs machen kann, macht mich nicht zu einem Layouter. Dass ich einen USB-Stift mit Grafik-Tablett habe, macht mich nicht zu einem Zeichner. Diese Hilfsmittel sind nur Medien, sie sind nicht das Handwerk selbst. Manche Menschen besitzen Hightech-Kameras und machen f&#252;rchterlich schlechte Fotos, weil sie keine Ahnung von Fotografie haben. Videokameras und Schnittprogramme verf&#252;hren zum Selbermachen, aber deswegen haben diese Amateure noch keine Ahnung von Bildgestaltung und Achsenspr&#252;ngen.</p>
<p>Wahres Handwerk zeigt sich vielmehr ohne Hilfsmittel: Ein guter Zeichner zeichnet auch mit dem Bleistift gut. Ein guter Fotograf macht auch mit der Lochkamera gute Bilder. Ein guter Cutter beweist sein Handwerk ohne Elektrizit&#228;t mit einem Daumenkino. Und was das Schreiben betrifft, haben die Menschen es eben doch nicht in der Schule gelernt. In der Schule haben wir gelernt, Texte m&#252;ssten korrekt sein, also fehlerlos. Wir haben nicht gelernt, dass Texte vor allem gut sein m&#252;ssen, wenn wir Menschen gewinnen wollen.</p>
<p>Und das ist der Denkfehler sehr vieler Unternehmen: Sie denken, wenn der Germanist alle Komma- und Grammatikfehler korrigiert hat, ist der Text in Ordnung und kann raus. Sie glauben, einzig der „Duden“ sei noch relevant, sobald ein Textentwurf steht. Eine fatale Sicht, durch die wir massenhaft fachlich ersch&#246;pfende Unterlagen und Webseiten haben, die die Leute erschlagen, ohne Sinn und Verstand zusammengeschmiert, das Layout geradezu Sabotage. Was v&#246;llig fehlt, ist der Aspekt der Redaktion: Welche Gedanken sind wichtig, und in welcher Folge bringen wir sie wie? Ber&#252;hren wir die Menschen, oder bel&#228;stigen wir sie mit &#252;bertrieben vielen unwichtigen Details, schlecht geschrieben und layoutet? Sind &#220;berschriften knackig, sprechen die Abst&#228;nde f&#252;r gestalterischen Sachverstand und f&#252;r Geschmack und Stil? Sind Aufz&#228;hlungen logisch?</p>
<p>Es scheint Berufe zu geben, die ernst zu nehmen sind – das sind meist die Berufe dieser Leute selbst. Und es scheint Berufe zu geben, die nichts wert sind – das sind die anderen und vor allem Texter, Grafiker, Redakteure, &#220;berschriftenmacher, Layouter. Deren Aufgaben &#252;bernimmt man eben mal selbst und frickelt.</p>
<p>Was die Bastler mit ihrer Selfmade-Unternehmenskommunikation betrifft, bin ich daf&#252;r, dass diese Leute ab sofort ihre Z&#228;hne beim Nachbarn machen lassen. Schlie&#223;lich hat der eine Bohrmaschine.</p>
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		<title>Hilfe, ich bin ein Piefke!</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 15:36:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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Hilfe, ich bin Piefke! Dennoch danke f&#252;rs Feedback! Mir machen die Vortr&#228;ge in &#214;sterreich auch immer wieder viel Spa&#223;.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/deutsch.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5179" title="deutsch" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/06/deutsch.jpg" alt="" width="400" height="167" /></a></p>
<p>Hilfe, ich bin Piefke! Dennoch danke f&#252;rs Feedback! Mir machen die Vortr&#228;ge in &#214;sterreich auch immer wieder viel Spa&#223;.</p>
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		<title>Sache oder Bedeutung?</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 09:18:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Klartext-Rhetorik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wenn Unternehmen &#246;ffentlich kommunizieren, neigen sie gerne dazu, Botschaften aus ihrer Perspektive zu formulieren. Das klingt zwar zun&#228;chst v&#246;llig normal, und es wird sicher auch der Regelfall sein, aber einen Gefallen tun sich diese Unternehmen dabei nicht.
Wenn Sie die Menschen da abholen wollen, wo sie stehen, um mal diese Wendung zu bem&#252;hen, gelingt Ihnen das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn Unternehmen &#246;ffentlich kommunizieren, neigen sie gerne dazu, Botschaften aus ihrer Perspektive zu formulieren. Das klingt zwar zun&#228;chst v&#246;llig normal, und es wird sicher auch der Regelfall sein, aber einen Gefallen tun sich diese Unternehmen dabei nicht.</p>
<p>Wenn Sie die Menschen da abholen wollen, wo sie stehen, um mal diese Wendung zu bem&#252;hen, gelingt Ihnen das nicht, wenn Sie aus Ihrer Sicht kommunizieren. Und damit Ihnen der Wechsel in die Sicht Ihrer Zielgruppe gelingt, habe ich ein einfaches Gedankenmodell f&#252;r Sie: Unterscheiden Sie zwischen Sache und Bedeutung.</p>
<p>Die <strong>Sache</strong> ist das, was Sie sind, tun und sagen. Die Sache, das sind alle korrekten Details, alle wesentlichen Fakten. All das Zeug, das Ihre Leute in ihrer Betriebsblindheit an den Anfang einer Pressemitteilung stellen, um sich dann zu wundern, dass Journalisten damit nichts anfangen k&#246;nnen.</p>
<p>Die <strong>Bedeutung</strong> ist das, was Ihre Sache f&#252;r die Menschen bedeutet. Die Bedeutung ist die Relevanz. Und die formulieren Sie automatisch aus Sicht Ihrer Zuh&#246;rer, Leser, Webseitenbesucher und Zuschauer, wenn Sie sich fragen, was Ihre Sache von au&#223;en betrachtet bedeutet.</p>
<p>Hei&#223;t: Beginnen Sie Ihre Pressemitteilung (und Webseiten-Aufmacher, Newsletter-Texte und alles andere) mit der Bedeutung Ihrer Sache f&#252;r die Menschen. Niemand will am Anfang all die vielen Details lesen, die Sie wichtig finden. Ein einfacher, klarer Eindruck gen&#252;gt. Und wenn Sie ein Schlaglicht geworfen haben, das die Bedeutung transportiert, k&#246;nnen Sie immer noch mit Ihren vielen Fakten kommen und der Welt zeigen, dass sie korrekt sind und pr&#228;zise denken k&#246;nnen. Nur bringt Ihnen das alles nichts, wenn Sie die Menschen nicht zuvor einfangen.</p>
<p>Viele Fachleute f&#252;hlen sich unverstanden, obwohl sie gute Arbeit machen – dabei ist ihr Gegenstand so toll, fachlich so korrekt, inhaltlich so spannend. Aber sie verstehen es einfach nicht, die Dinge klar und einfach aus der Publikumsperspektive zu vermitteln. Kein Wunder, dass die Presse die Inhalte dann ungenau wiedergibt – die Kollegen dort sind ja geradezu gezwungen zu interpretieren, wenn ihnen die Quelle keine klaren Angaben macht. All das w&#228;re kein Problem, wenn die Fachleute sich gleich klar und gef&#228;llig ausdr&#252;cken w&#252;rden.</p>
<p>In einem PR-Seminar sa&#223; eine Ingenieurin, deren Unternehmen eine neue Legierung aus Aluminium und Stahl entwickelt hatte. Offen gesagt, ein f&#252;rchterlich langweiliges Thema f&#252;r die Publikumspresse. Aber wenn Sie die Menschen daf&#252;r interessieren wollen, landen Sie nicht mit einer &#220;berschrift, wie sie PR-Leute solcher Unternehmen meistens formulieren, etwa in der Art:</p>
<p><em><strong>Max M&#252;tze GmbH entwickelt neue Legierung aus Aluminium und Stahl</strong></em></p>
<p>Nicht nur ist die &#220;berschrift viel zu lang, sondern sie ist auch g&#228;hn&#246;de. Es ist das typische sachliche und fachlich korrekte Sachebenen-Deutsch derer, denen das Korrekte &#252;ber das Relevante geht. Die Flie&#223;texte beginnen dann meistens so:</p>
<p><em>Wissenschaftlern der Max M&#252;tze GmbH in Musterstadt ist es nach f&#252;nf Jahren Entwicklungszeit unter Mitarbeit eines interdisziplin&#228;ren Teams aus mehr als zwanzig internationalen Wissenschaftlern gelungen, eine neuartige Legierung aus dem Leichtmetall Aluminium mit Stahl zu entwickeln und zu produzieren.</em></p>
<p>&#220;blicherweise meinen die Verfasser solcher Texte, ihnen sei etwas Tolles gelungen, weil viele Gedanken in nur einem Satz stehen. Die ganze Angeberei mit international und Wissenschaftlern, tolle Vokabeln, beeindruckender Wortbombast – aber unterm Strich komplett egoistische Selbstgef&#228;lligkeit, was die Leute merken und ablehnen, weil dieses Fachidiotenges&#252;lze l&#228;ngst inflation&#228;r ist. Die Fehler dabei: Satz zu lang, zu viele Nebensachen eingebaut, statt die Hauptsache herauszuholen, und dann steht der Hauptgedanke auch noch in einem Nebensatz. Von Kommunikation keine Ahnung!</p>
<p>Statt der Sache die Bedeutung in den Vordergrund zu r&#252;cken, ist ganz einfach:</p>
<p><em><strong>Stahluminium</strong></em></p>
<p><em>Eine neue Legierung aus Aluminium und Stahl k&#246;nnte den Fahrzeugbau revolutionieren.</em></p>
<p>Eine &#220;berschrift, die zwar falsch ist (es gibt das Wort &#8222;Stahluminium&#8220; nicht), die aber zugleich Aufmerksamkeit erzeugt, &#228;hnlich wie die ebenfalls falsche &#8222;Bild&#8220;-Zeile &#8222;Wir sind Papst&#8220;. Und wenn Ihr emotionaler Aufrei&#223;er die Aufmerksamkeit der Menschen gewonnen hat, k&#246;nnen Sie immer noch mit Ihren korrekten Fakten kommen.</p>
<p>Damit Ihnen das k&#252;nftig konsequent gelingt, hier noch ein paar Merks&#228;tze:</p>
<ol>
<li>Kommunizieren Sie ab sofort vor allem die Bedeutung Ihrer Botschaft statt nur die Sache an sich.</li>
<li>Beginnen Sie mit einem emotionalen Aufrei&#223;er. Die allermeisten Menschen ticken emotional.</li>
<li>Verbinden Sie die Bedeutung Ihrer Botschaft mit einer Emotion. So helfen Sie den Menschen, Ihre Botschaft schneller als relevant bewerten zu k&#246;nnen. Nur die allerwenigsten Menschen nehmen alle Informationen gleichrangig auf.</li>
<li>Verlieben Sie sich niemals in Formulierungen, nur weil Sie sich damit ach so toll darstellen. F&#252;r Au&#223;enstehende ist das oft platte Angeberei.</li>
<li>Sprechen Sie nicht &#252;ber sich und das, was Sie tun, sondern dar&#252;ber, worin Sie den Menschen n&#252;tzen und dienen.</li>
<li>Gestalten Sie Haupt&#252;berschriften emotional und Unter&#252;berschriften rational. So wie in <a href="http://www.thilo-baum.de/podcast/wie-buecher-machen/">guten Buchtiteln</a>.</li>
<li>Nutzen Sie <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/business/newsletter-nur-bei-news/">die Betreffzeile Ihres Newsletters</a> nicht f&#252;r eine laufende Nummer, sondern f&#252;r eine Nachricht.</li>
<li>Glauben Sie nicht, Sie m&#252;ssten alles Wichtige in den ersten Satz stopfen, nur weil Sie mal geh&#246;rt haben, dass das Wichtige an den Anfang geh&#246;rt.</li>
<li>Akzeptieren Sie, dass nicht an den Anfang geh&#246;rt, was f&#252;r Sie wichtig ist, sondern was f&#252;r Ihre Zielgruppe wichtig ist.</li>
<li>Haben Sie den Mut, die Bedeutung f&#252;r die Leute in der Sprache der Leute zu kommunizieren.</li>
</ol>
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		<title>Unbedingt dabei sein!</title>
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		<pubDate>Wed, 02 Jun 2010 09:56:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Mach dein Ding!]]></category>

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