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	<title>Thilo Baum &#187; Verbraucherschutz</title>
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	<description>Thilo Baum: Klartext-Experte</description>
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		<title>Das 67-Kilobit-Hotel</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 19:20:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[
&#8222;Haben Sie Internet?&#8220; Eine typische Frage kurz vor Seminarbeginn in einem Hotel – und ein Kellner bringt ein Password. Standard. So geht das vor fast jedem Seminar. Man loggt sich ein und gut. Mein Fehler, der mir Stunden raubte: Ich dachte, das sei auch im Arcotel Wimberger in Wien normal.
Das Netz war laaaaaaaaangsam! So langsam, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/arcotel1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6078" title="arcotel1" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/arcotel1.jpg" alt="" width="400" height="103" /></a></p>
<p>&#8222;Haben Sie Internet?&#8220; Eine typische Frage kurz vor Seminarbeginn in einem Hotel – und ein Kellner bringt ein Password. Standard. So geht das vor fast jedem Seminar. Man loggt sich ein und gut. Mein Fehler, der mir Stunden raubte: Ich dachte, das sei auch im Arcotel Wimberger in Wien normal.</p>
<p>Das Netz war laaaaaaaaangsam! So langsam, dass ich einen <a href="http://www.speedcheck.arcor.de/vodafone/start.jsp?k=1">Speedtest</a> machte: 68 Kilobit pro Sekunde Download, 38 Kilobit pro Sekunde Upload. Nichts, womit man Hotelg&#228;sten heute ernsthaft kommen k&#246;nnte. Ich rufe Frau H., unsere Ansprechpartnerin. Die erkl&#228;rt: &#8222;Wenn Sie eine schnellere Verbindung wollen, ist das kostenpflichtig. Kostenlos ist nur der Zugang mit 128 Kilobit pro Sekunde.&#8220;</p>
<p><strong>Unverlangt kostenlos</strong></p>
<p>Du! Dumme! Trulla! Ich! Habe! Gar! Nichts! Kostenfreies! Verlangt! Als ginge es um ein paar Euro! Wir machen hier ein Neue-Medien-Seminar mit weit mehr als hundert Teilnehmern, wir <em>arbeiten</em>, falls ihr wisst, was das ist, und ihr glaubt im Ernst, die Leute kommen mit 128 Kilobit zurecht, die bei einem echten Test sogar nur 50 Prozent davon hergeben? &#8222;Mit dieser Geschwindigkeit machen wir immer Seminare&#8220;, sagt Frau H., und ich frage mich: Was f&#252;r Seminare sollen das sein?</p>
<p>H&#252;pfgruppen?</p>
<p>Und in der Tat: Auf dem Zettel mit dem &#8222;Free Internet Access&#8220; steht unten: &#8222;F&#252;r einen schnelleren Internetzugang (1 Mbit/s) kontaktieren Sie bitte die Rezeption.&#8220; Eine Stunde 4 Euro, drei Stunden 9 Euro, 24 Stunden 19 Euro. Aha. Gutes Geld f&#252;r schlechte Leistung. Und ein Megabit pro Sekunde soll schnell sein? Na ja. Mit diesem Tempo ist es kaum m&#246;glich, ein Internet-Seminar darzustellen, in das ich Powerpoint-Pr&#228;sentationen mit Fotos hochlade. Auch der Video- und Fernsehkollege kann damit nur holprig auf Youtube zugreifen.</p>
<p>Nun erfahren wir von Frau H., dass wir f&#252;r drei Laptops drei Zug&#228;nge brauchen. Also verschiedene Logins. Und nat&#252;rlich sagen wir: &#8222;Naaaaa! Uuuuuuund?&#8220; Sie: &#8222;Das m&#252;ssten wir dann extra berechnen.&#8220; Wir: &#8222;Schei&#223;egal! Rauf auf die Rechnung!!! Aber bitte zackig!!!!&#8220; Sie will es einfach nicht kapieren, und es zeichnet sich ein Wertekonflikt am Horizont ab. Unser Ziel: Hauptsache, es funktioniert, und zwar schnell! Ziel der Hotel-Angestellten: Routinen einhalten, Regeln befolgen, &#8222;Leistungspakete&#8220; nach Preisen staffeln und damit den Kunden auf den Senkel gehen – statt einfach nur ergebnisorientiert zu arbeiten.</p>
<p><strong>Taschenrechner, die kreativ sein wollen</strong></p>
<p>Unternehmenskommunikation ist oft vollkommen schr&#228;g: Als w&#252;rde es die Kunden interessieren, welche Preisstaffelungen ein Hotel mit seinen Internet-Zug&#228;ngen aufbaut. Wir machen ein Seminar und brauchen f&#252;r die Dauer des Seminars f&#252;r drei Rechner High-Speed-DSL – ganz einfach. Mehr interessiert uns nicht. Wir pfeifen auf die Kopfgeburten betriebsblinder Marketer. Es ist selten erquicklich, wenn Taschenrechner versuchen, kreativ und originell zu sein, die halbe westliche Welt leidet darunter, nur die Marketer merken es nicht. Die scheinen nur auf dem Nummernblock zu denken, f&#252;r Sinn keine Spur von Gesp&#252;r. Auch hier zeigt sich, dass manches Unternehmen unf&#228;hig ist zu jenem Perspektivenwechsel, der eine <a href="../../lounge/business/sache-oder-bedeutung/">gute Unternehmenskommunikation</a> ausmacht.</p>
<p>Also gibt uns Frau H. neue Zettel mit neuen Zugangsdaten f&#252;r eine schnellere Verbindung. Ich starte den Rechner neu, starte Firefox – doch ich lande auf meiner Startseite statt bei der Eingabemaske des Login-Dienstes Nomadix. Das hei&#223;t, die alte, langsame Session ist noch aktiv. Wie bekomme ich die weg? Ich l&#246;sche Cookies, starte den Rechner neu, starte Airport neu, ich nehme Safari statt Firefox – ich lande immer wieder auf meiner Website statt bei der Eingabemaske f&#252;r den WLAN-Zugang. Technisch funktioniert die WLAN-Verbindung zwar, aber durch den Code zur langsamen Verbindung hat sich irgendwo irgendeine Komponente festgesetzt, die beharrlich daf&#252;r sorgen will, dass meine Netzverbindung f&#252;r die n&#228;chsten vierundzwanzig Stunden langsam ist. Nur welche Komponente ist das? Und wo sitzt diese Komponente?</p>
<p>Dass dieses Ph&#228;nomen auftritt, ist Frau H. nat&#252;rlich vollkommen neu. Nie erlebt, nie dar&#252;ber nachgedacht, keine Peilung davon und vor allem: Sie wei&#223; gar nicht, dass sie mit dem Kostenlos-Zugang durch ihr Unwissen G&#228;ste in diese Technik-Falle lockt. Sie wei&#223; keine Abhilfe, sie verspricht, einen Techniker zu schicken. Die bisherigen &#8222;Techniker&#8220; waren eher nur Beamer-Aufsteller als Techniker und verstehen ebenfalls nichts von dem Problem, daher bitte ich um jemanden mit Kompetenz, in der Hoffnung, Frau H. kennt das Wort. Ich frage Frau H. in diesem Dialog auch an einer Stelle, ob sie denn versteht, wor&#252;ber ich spreche. Technisch kam da nicht viel. Menschlich frage ich sie, ob sie den &#196;rger dar&#252;ber nachvollziehen k&#246;nne, dass sie mich in die Falle schickt mit einem unzul&#228;nglichen Zugang, durch den sich das System merkt, ich solle langsam sein. Sie kapiert es nicht.</p>
<p><strong>Sinnlose Entschuldigung ohne konkrete Hilfe</strong></p>
<p>Frau H. entschuldigt sich, aber in der Sache bleibt sie stumpf. Sie sagt: Die Kellner, die mir die Zugangsdaten gebracht h&#228;tten, k&#246;nnten das ja nicht wissen. Ich frage sie: Warum nicht? Das ist doch eine Grundfunktion des Hauses? Verst&#228;ndnis null. Frau H. beginnt zu argumentieren, wir h&#228;tten f&#252;r den Raum sowieso sehr gute Konditionen. Ich bin kurz davor, eine Straftat zu begehen. Die Frau spricht &#252;ber Geld? Als ginge es um Geld! Ich sage ihr halbwegs freundlich: &#8222;Es! Geht! Nicht! Um! Geld! Es! Geht! Darum! Dass! Das! Netz! Funktioniert!&#8220; Als seien wir Leute, die ein paar Euro sparen wollen, zumal ich nicht der Veranstalter bin, sondern der Haupt-Act. Ich habe mit dem Hotel nichts ausgedealt, ich will da einfach nur meine Show machen mit gutem Netz. Aber sie kapiert es nicht. Sie versteht nicht, dass ihr Verhalten zur Folge hat, dass ich massenhaft Zeit verschwende mit Cache-L&#246;schen und Neustart, statt einfach ganz normal effektiv arbeiten zu k&#246;nnen, und sie geht wieder ihrer Wege.</p>
<p>Der versprochene Techniker kommt nicht. Das Hotel versagt, und wir beschlie&#223;en, es nicht mehr um Rat zu bitten. W&#228;re das Seminar in Deutschland, w&#252;rde der Surfstick funktionieren, aber wir sind in Wien. Also bestellen wir einen IT-Techniker aus dem Wiener B&#252;ro des Seminarveranstalters. Der kommt her, guter Mann, klar im Kopf, Mac-Crack. Er h&#246;rt mir zu, glaubt mir meine Darstellung, versteht sofort und sagt: Das Problem liegt im Router. Der hat sich den Login gemerkt. Entweder du nimmst einen anderen Rechner, oder das Hotel muss im Router den Eintrag l&#246;schen. Ich sage: Anderer Rechner geht nicht, weil ich auf diesem Mac alles habe, weil der Klon-Rechner in meinem Hotel liegt und weil die USB-Stick-Schieberei unzumutbar ist.</p>
<p>Wir also runter zur Rezeption, verlangen nach Frau H. und sagen ihr: Bitte l&#246;schen Sie meinen Eintrag auf Ihrem Router. Frau H. sagt, sie k&#246;nne uns da nicht helfen.</p>
<p>Es wird jetzt eher unangenehm f&#252;r Frau H., da ich nun an der Rezeption f&#252;r viele G&#228;ste und Mitarbeiter sehr deutlich vernehmbar erkl&#228;re, dass sie dann keine unterschiedlichen Geschwindigkeiten anbieten sollen, wenn sie die Technik nicht beherrschen. Wir machen ein hochprofessionelles Medienseminar, und man m&#246;ge doch bitte nicht glauben, dass wir mit 128 Kilobit pro Sekunde arbeiten k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Direktorin greift durch</strong></p>
<p>Wegen des Trubels tritt die Direktorin auf den Plan.</p>
<p>Ich sage ihr, dass ich seit mehr als einer Stunde vergeblich versuche, eine L&#246;sung zu finden, ohne dass mir das Hotel hilft. Dass mir Geld egal ist, sondern dass das Seminar gleich startet und funktionieren muss. Dass ich wegen der Unf&#228;higkeit des Hauses nicht dazu komme, Teilnehmer zu begr&#252;&#223;en, weil niemand die Technik kapiert und es um meinen Rechner geht, den der Hotel-Router auf dem Kieker hat wegen der bl&#246;den langsamen Einstellung, die man uns ernsthaft zugemutet hat. Ich sage, dass wir einen externen Techniker herbestellt haben, der die Problemursache diagnostiziert hat, nachdem das Hotelpersonal dazu unf&#228;hig war. Dass ich jetzt gerne ins Taxi steigen kann, um durch halb Wien zu fahren und aus meinem Hotel meinen Zweitrechner zu holen, wenn Frau Direktorin bereit ist, die Folgen zu tragen.</p>
<p>Dann geschieht das Unglaubliche: Die Direktorin l&#246;st das Problem in zehn Minuten. Sie greift zum Telefon und ruft jemanden an, der in der Tat Zugang auf den Router hat – den externen IT-Crack des Hotels, der das IT-Chaos durchblickt. Ich habe ihn am Apparat, es geht ein wenig hin und her, er &#228;ndert was im Router, wir starten den Mac ein paar Mal neu – und wir haben endlich die Eingabemaske. Die alte Session ist vergessen. Ich logge mich in die neue ein und habe 1000 Megabit pro Sekunde. Die Direktorin bittet den Techniker, noch mehr draufzulegen, und wir bekommen 2000 Megabit pro Sekunde. Und die Direktorin sagt, unsere Internet-Zug&#228;nge seien nat&#252;rlich kostenlos.</p>
<p><strong>Empfehlung: Feuern</strong></p>
<p>Warum nicht gleich? Weil eine inkompetente Mitarbeiterin nicht zuh&#246;rt und nicht l&#246;sungsorientiert denkt, sondern in ihren betriebsinternen Abl&#228;ufen verhaftet bleibt. <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/die-dummen-intelligenten/">Weil sie konvergent denkt statt divergent</a> – sie gleicht Muster ab und befolgt Regeln, statt kreativ und originell L&#246;sungen zu finden. Aufgrund der Haltung dieser Dame also habe ich 90 Minuten Vorbereitungszeit verschwendet und arbeite w&#228;hrend der ersten Referate an den Webseiten der Teilnehmer, die ich f&#252;r meinen gleich folgenden Auftritt auf die Internet-Plattform hochlade. Und das nur, weil eine Mitarbeiterin eines Hotels nicht bereit dazu war, sich das Problem eines Gastes wirklich anzuh&#246;ren und den IT-Techniker gleich anzurufen.</p>
<p>Empfehlung des Tages: Frau H. feuern. Sie soll erst mal ergebnisorientiertes Denken lernen, bevor sie sich auf den Arbeitsmarkt zur&#252;ckwagt, der Kundeninteressen tangiert. Ich vermute zwar nicht, dass Beh&#246;rden wie Arbeits&#228;mter das zu leisten imstande sind, weil dort &#252;berwiegend regelorientierte Menschen arbeiten, aber das w&#228;re schon mal ein Ansatz, um arbeitsmarktpolitisch etwas zu ver&#228;ndern.</p>
<p>Und falls Sie Hotelier sind, ungeachtet aller Defizite Ihrer Branche ein toller Beruf:</p>
<ul>
<li>Stellen      Sie kostenloses WLAN bereit, in das sich die G&#228;ste einfach und sofort      einloggen k&#246;nnen.</li>
<li>Bieten      Sie allen die beste Geschwindigkeit, die Sie haben.</li>
<li>Behaupten      Sie nicht, 1 Megabit pro Sekunde sei schnell.</li>
<li>Sorgen      Sie daf&#252;r, dass Ihre Mitarbeiter Ihre Produkte verstehen.</li>
<li>Briefen      Sie Ihr Personal, dass es die Probleme der G&#228;ste wirklich l&#246;st.</li>
<li>Feuern Sie Idioten.</li>
</ul>
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		<title>Zu bl&#246;d zum Arbeiten</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 10:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei Hotels habe ich schon eine Menge erlebt. Leute von der Rezeption geben mir mangels WLAN ein LAN-Kabel von 40 Zentimetern L&#228;nge, Netzwerk-Steckdose am Bett statt am Schreibtisch – v&#246;llig unbrauchbar, aber die Angestellten interessieren sich halt einen Dreck f&#252;r den Laden, f&#252;r den sie arbeiten. Man sagt am Telefon, es sei ein Nichtraucherzimmer, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei Hotels habe ich schon eine Menge erlebt. Leute von der Rezeption geben mir mangels WLAN ein LAN-Kabel von 40 Zentimetern L&#228;nge, Netzwerk-Steckdose am Bett statt am Schreibtisch – v&#246;llig unbrauchbar, aber die Angestellten interessieren sich halt einen Dreck f&#252;r den Laden, f&#252;r den sie arbeiten. Man sagt am Telefon, es sei ein Nichtraucherzimmer, und verschweigt, dass es Raucherbettw&#228;sche ist. Man sagt, man habe Internet, nat&#252;rlich, aber dort angekommen erfahre ich, dass ich daf&#252;r T-Com-Hotspot-Kunde werden m&#252;sste. Man gibt mir einen WLAN-Zugang f&#252;r ein Profi-Seminar, der dann aber viel zu langsam ist und effektiv nicht funktioniert, und merkt dann an, der schnellere koste halt Geld, wobei ich weder von verschiedenen Geschwindigkeiten noch Preisen etwas wusste, sondern einfach nur einen Zugang f&#252;r ein Profi-Seminar bestellt habe. Mit der Folge, dass der Techniker meinen Login im Router umprogrammieren muss.</p>
<p>Die Dummheit im Hotelfach erscheint unermesslich. Die Ausbildungsdefizite sind exorbitant. Was lernen die Leute dort auf der Berufsschule? Wie man das Hirn schont? Vielleicht f&#228;hrt <a href="http://www.stefan-fraedrich.de">Stefan Fr&#228;drich</a> auch deswegen inzwischen Wohnmobil. Gute Entscheidung. Mache ich vielleicht auch bald.</p>
<p>Gestern dann Ankunft in Dortmund. Mein Hotel habe ich, wie so oft, &#252;bers Navi gefunden. Die Datenbank ist ganz gut – Hotels auf der Strecke oder in der N&#228;he des Zielortes samt Telefonnummern auflisten lassen, eins anrufen, buchen und gut. Ein Hotel zu bekommen, ist in aller Regel kein Problem, der Horror ist meistens das, was einen in Hotels dann erwartet.</p>
<p>Die ganze Dortmund-Geschichte werde ich bei Gelegenheit hier noch detailliert beschreiben, weil noch die Stellungnahme des Hoteleigent&#252;mers aussteht – ein Gro&#223;unternehmen, daher ist nicht zeitnah mit einer Antwort zu rechnen und auch nicht mit klaren Worten, vermutlich hei&#223;t es &#8222;bedauerlicher Einzelfall&#8220;, aber schauen wir mal. Vorab erst mal nur das Verhalten der Dame an der Rezeption.</p>
<p>Vom Telefon kennt sie meinen Namen (&#8222;Thilo Baum&#8220;). Beim Einchecken legt sie mir einen Meldezettel vor, auf dem ein &#8222;Rolf Baum&#8220; mit allen Daten voreingetragen ist, Adresse, Telefonnummer, alles. Die gute Frau hat nicht kapiert, dass der Vorschlag eines Computers nur ein Vorschlag ist, und dass sie pr&#252;fen muss, welcher Baum ich bin. Sie meint, ich soll halt streichen, was falsch sei, und die Eintr&#228;ge korrigieren. Das mache ich. Daraufhin liest sie &#8222;THILO&#8220; (von mir deppensicher in VERSALIEN geschrieben) als &#8222;THICO&#8220;, obwohl das &#8222;L&#8220; ganz klar eine Senkrechte, eine Waagerechte und dazwischen einen rechten Winkel hat und obwohl mein zugegeben seltener Vorname derzeit dank Sarrazin auf jeder Titelseite steht. Sie darf es also noch mal korrigieren. Schlie&#223;lich druckt sie alles aus, und statt &#8222;16909 Heiligengrabe-Grabow&#8220;, wie ich es hingeschrieben hatte, steht beim Wohnort &#8222;16909 Wittstock&#8220;. Wieder der gleiche Patzer – sie &#252;bernimmt einfach stumpf die Vorschl&#228;ge eines Computersystems.</p>
<p>Dass ich endlich einchecken will nach 500 Kilometern, kapiert sie nicht. Kann sie sich gar nicht vorstellen. Sie denkt nur an ihre Routinen. Um die Perspektive eines Kunden einzunehmen, dazu ist sie viel zu stumpf.</p>
<p>Ist das wirklich die MTV-Generation, das Internet? Wie kann es sein, dass solche Leute Jobs bekommen?</p>
<p>K&#252;rzlich war ich mit meiner lieben Kollegin Babette essen, am Wannsee, gediegen, und in der Karte war ein Extrablatt mit Pfifferling-Gerichten. Wir haben es eilig, w&#228;hlen schnell, wir beide wollen ein Pfifferling-Gericht. Bedienung kommt, wir bestellen, da sagt sie: &#8222;Die Pfifferlinge sind noch nicht da.&#8220; Babette sagt mit dem ihr eigenen Charme: &#8222;Andere Leute legen dann das Pfifferling-Blatt gar nicht rein.&#8220;</p>
<p>Und wissen Sie was? Die Bedienung verstand die Andeutung nicht. Zu bl&#246;d daf&#252;r. Zu bl&#246;d zum Kapieren. Zum Kommunizieren. Zum Mitdenken. Zu bl&#246;d zum Arbeiten.</p>
<p>Woher kommt das? Woher kommen die mangelnde Empathie, mangelnde Konzentration, Unf&#228;higkeit f&#252;r die richtigen Schl&#252;sse – warum werden die Leute immer bl&#246;der? Oder war das schon immer so, und wir mit unseren vielen Erwachsenenbildungsthemen und unserer Gesellschaftskritik haben daf&#252;r einfach nur ein besonders scharfes Auge? Und vor allem: Wie kann es sein, dass dieses dumme Volk Jobs hat, in denen es die Umwelt mit seiner Dummheit bel&#228;stigt?</p>
<p>Mir scheint es, als w&#252;rden die klassischen Angestellten tats&#228;chlich glauben, es sei Arbeit, was sie da machen. Zeit zubringen mit Dingen, die am Ende sinnlos sind, abgebrochen werden. Ich hatte jahrelang einen Ansprechpartner bei meiner Bank, jetzt ist der Typ pl&#246;tzlich weg, krank, und keine Sau k&#252;mmert sich um mich. Wir machen ein Projekt mit einem Gro&#223;unternehmen, da wird der Ansprechpartner versetzt, und das ganze Projekt liegt flach. Sind diese klassischen Angestellten wirklich Zeitverschwender? Weil sie nicht erkennen, dass Ergebnisse der Sinn des Arbeitens sind, sondern glauben, es gehe um Abl&#228;ufe an sich und das Zeit-Absitzen?</p>
<p>Im Hotelfach scheint es jedenfalls so zu sein. Zehn von hundert Hotels sind super, der Rest ist Mittelma&#223; oder grottig, das ist meine Erfahrung. Und der Grund ist meist das Verhalten der Angestellten. Dummheit, fehlende F&#228;higkeit zum Perspektivenwechsel.</p>
<p>Ich habe meine Liste von Hotels, in die ich in bestimmten St&#228;dten und Regionen gehe, bei denen ich einfach wei&#223;, es klappt alles. Das Risiko eines unbekannten Hotels ist letztlich einfach zu hoch. Leider nur komme ich oft in Gegenden, in denen ich schon viele Hotels probiert, aber noch keines f&#252;r gut befunden habe, beispielsweise in Dortmund.</p>
<p>Also vielleicht doch auf Dauer das Wohnmobil.</p>
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		<title>1&amp;1 inside</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 18:12:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun bin ich selbst kein 1&#38;1-Kunde. Und doch war ich schwer &#252;berrascht, als der gute Herr &#8222;Marcell D&#8216;Avis&#8220; pl&#246;tzlich &#252;ber die Schirme flimmerte und etwas erz&#228;hlte von wegen Kundenzufriedenheit.
Am Anfang habe ich gedacht: Whow, 1&#38;1 geht offenbar davon aus, dass man ein Image-Problem hat, und geht das Ganze ernsthaft an.
Und ich dachte mir zugleich: Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun bin ich selbst kein 1&amp;1-Kunde. Und doch war ich schwer &#252;berrascht, als der gute Herr <a href="http://www.youtube.com/watch?v=iranKTRu86E&amp;feature=related">&#8222;Marcell D&#8216;Avis&#8220;</a> pl&#246;tzlich &#252;ber die Schirme flimmerte und etwas erz&#228;hlte von wegen Kundenzufriedenheit.</p>
<p>Am Anfang habe ich gedacht: Whow, 1&amp;1 geht offenbar davon aus, dass man ein Image-Problem hat, und geht das Ganze ernsthaft an.</p>
<p>Und ich dachte mir zugleich: Die lehnen sich aber weit raus. Ein solches Versprechen hat nur Sinn, wenn 1&amp;1 es wirklich h&#228;lt. Das Management dort scheint wirklich eine Strategie gefunden haben, um den Service ernsthaft zu verbessern, und nicht nur medialen Budenzauber bringen. Denn kein Manager bei Verstand d&#252;rfte davon ausgehen, die frustrierten Kunden w&#252;rden dem Medienbild eher glauben als ihren eigenen Erfahrungen.</p>
<p>Nun aber bin ich mir da nicht mehr so ganz sicher. Denn auf <a href="http://www.stefan-fraedrich.de/blog/offener-brief-an-11-schluss-mit-dem-hotline-horror">Stefan Fr&#228;drichs offenen Brief an &#8222;Marcell D&#8216;Avis&#8220;</a> meldete sich in den Kommentaren <a href="http://www.stefan-fraedrich.de/blog/offener-brief-an-11-schluss-mit-dem-hotline-horror/comment-page-1#comment-4444">ein Insider. Und hiermit ergeht Lesebefehl</a>.</p>
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		<title>Zu bl&#246;d f&#252;r Klartext: Die Deutsche Post</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Jul 2010 18:50:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[
Zu bl&#246;d, um sich klar auszudr&#252;cken: die Deutsche Post AG
Ich mal wieder am Samstag mit dem Fahrrad zum Briefkasten ins Dorf, frankierte Briefe hinten drauf – und der Postkasten pr&#228;sentiert sich ohne Leerzeiten und stattdessen mit dem Spruch:
&#8222;Service-Telefon: 0180 2 3333. 0,06 € pro Anruf aus den deutschen Festnetzen, h&#246;chstens 0,42 € pro angefangene Minute [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/postkasten.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5420" title="postkasten" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/postkasten.jpg" alt="" width="400" height="220" /></a></p>
<p><strong>Zu bl&#246;d, um sich klar auszudr&#252;cken: die Deutsche Post AG</strong></p>
<p>Ich mal wieder am Samstag mit dem Fahrrad zum Briefkasten ins Dorf, frankierte Briefe hinten drauf – und der Postkasten pr&#228;sentiert sich ohne Leerzeiten und stattdessen mit dem Spruch:</p>
<p>&#8222;Service-Telefon: 0180 2 3333. 0,06 € pro Anruf aus den deutschen Festnetzen, h&#246;chstens 0,42 € pro angefangene Minute aus den deutschen Mobilfunknetzen. Weitere Hinweise finden Sie unter www.deutschepost.de&#8220;</p>
<p>Weitere Hinweise? Hinweise worauf? Was will mir dieser Kleber &#252;berhaupt sagen? Will er sagen, &#8230;</p>
<p>- dieser Briefkasten wird nicht mehr geleert?<br />
- dieser Briefkasten wird vor&#252;bergehend nicht mehr geleert?<br />
- dieser Briefkasten wird geleert, aber nicht mehr regelm&#228;&#223;ig?<br />
- wer Briefe wegschicken will, soll anrufen, die Post holt alles ab?</p>
<p>Wenn der Kleber etwas in dieser Art sagen soll – warum steht es dann nicht da? Wieso sagt die Post nicht, was sie sagen will? Ganz einfach?</p>
<p>Keine Ahnung. Ich ahne, dass gro&#223;e Unternehmen tats&#228;chlich immer d&#252;mmer werden, und dass Usability den wenigsten Mitarbeitern dort ein Begriff sein d&#252;rfte. Die F&#228;higkeit, einfach mal eine Aussage zu t&#228;tigen, um die es geht, scheint den Menschen abhanden gekommen zu sein. Stattdessen kleben sie Aufkleber mit Hotlines irgendwo hin.</p>
<p>Warum sind manche Menschen zu dumm, um eine einfache Sache klar zu benennen? Mir will das nicht ins Gehirn. Es geht doch gerade um das Einfache, nicht um das Komplizierte. Warum ist das Einfache f&#252;r viele Menschen so unerreichbar schwer?</p>
<p>Die Luke des Postkastens ist in Ordnung, ich k&#246;nnte meinen Kram also reinwerfen. Aber was wird damit geschehen? Der Kleber der Post erkl&#228;rt es mir nicht.</p>
<p>Also rufe ich die Nummer vom Handy aus an und erfahre: &#8222;Sehr geehrte Kundin, sehr geehrter Kunde! Sie erreichen das Kundentelefon der Deutschen Post au&#223;er an bundeseinheitlichen Feiertagen w&#228;hrend folgender Gesch&#228;ftszeiten: Montag bis Freitag von 7 bis 20 Uhr &#8230;&#8220; Das Versprechen, unter <a href="http://www.deutschepost.de">www.deutschepost.de</a> gebe es &#8222;weitere Hinweise&#8220; auf den toten Briefkasten im Dorf, erweist sich sp&#228;ter als L&#252;ge. Da steht nicht, was mit unserem Briefkasten im Dorf los ist oder was kryptische Aufkleber auf Briefk&#228;sten bedeuten. Viel mehr kann ich mich zu unserem Dorfbriefkasten durchklicken und finde die bisherigen gewohnten Leerzeiten. Was ist das nur f&#252;r ein merkw&#252;rdiges Unternehmen? Was ist das f&#252;r eine wirre Kommunikation?</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/postkasten2.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-5444" title="postkasten2" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/07/postkasten2.jpg" alt="" width="400" height="254" /></a></p>
<p><strong>Unser Briefkasten online: Laut www.deutschepost.de ist er gesund und munter.</strong></p>
<p>Der Lead, also die Leser- bzw. Kundenf&#252;hrung, verdient eine Sechs. Warum? Weil mal wieder Mitarbeiter es nicht schaffen, die Kundenperspektive einzunehmen. Es ist mein Pech, dass Samstag ist. Die Post juckt das nicht. Die Pr&#228;zisionsfanatiker, die m&#228;chtig wichtige und b&#252;rokratische pseudokluge &#8222;Service&#8220;-Texte auf Briefkasten kleben, &#252;berkandidelte Ansagen formulieren und dabei den Sinn einer Hotline vergessen, also den Zweck des Ganzen, sitzen im Biergarten und haben frei. Das wahre Leben ber&#252;hrt sie erst wieder am Montag.</p>
<p>Das muss ein Leben sein: In Unwichtiges, etwa bescheuerte Aufkleber zu basteln, b&#252;rokratische Formulierungen in Anrufbeantwortertexten zu verfassen oder jeden einzelnen deutschen Briefkasten im Netz abzubilden, steckt man jede Menge Ressourcen. Und das Wesentliche, n&#228;mlich Funktionalit&#228;t, Anwendbarkeit und die tats&#228;chliche Verf&#252;gbarkeit des online intakten Briefkastens in der Realit&#228;t sowie Realit&#228;tstauglichkeit der Unternehmenskommunikation, all das spielt keine Rolle. Die Priorit&#228;ten sind komplett verzerrt. Statt Realit&#228;t z&#228;hlt die b&#252;rokratische Planung. Das ist wie bei der Bahn, die akribisch ank&#252;ndigt, auf welchem Gleis ein Zug einl&#228;uft oder in welcher Reihenfolge die Wagen stehen, obwohl die Chaos-Realit&#228;t durch umgeleitete und umgedrehte Z&#252;ge den akribischen B&#252;rokratie-Perfektionisten oft genug Hohn spricht und ihre m&#252;hsame Arbeit v&#246;llig obsolet macht. Man beharrt auf Details, w&#228;hrend das gro&#223;e Ganze schon l&#228;ngst nicht mehr stimmt.</p>
<p>Und dann st&#228;ndig diese Corporate L&#252;gen: &#8222;Service&#8220;-Telefon? Schwachsinn. Das ist kein Service, das ist Bullshit, merkt das keiner bei der Post? Dem Typ, der den Kleber auf den Briefkasten klebt, dem muss doch auffallen, dass er Schwachsinn praktiziert. Wie stumpf muss man sein? Wehe euch Egozentrikern, wenn es endlich mal eine Alternative zu eurem selbstgef&#228;lligen Apparat gibt. Bei vielen von euch freue ich mich, wenn man sie feuert – denn vielleicht hat der Laden erst dann eine Chance auf Service.</p>
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		<title>Hurra! Ich liebe IT!</title>
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		<pubDate>Fri, 23 Jul 2010 19:11:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Irgendwie geht alles. Sogar mein Drucker-Chaos ist behoben. Und das war ganz einfach! Es hat nur ein paar Wochen gedauert.
Erst hatte ich einen Konica-Minolta-Farblaserdrucker am Windows-XP-Rechner. Dann kam Vista und mit Vista ein neuer PC mit eben Vista, und der Drucker ging nicht mehr. Weil der neue Rechner sowieso Murks war und st&#228;ndig in der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwie geht alles. Sogar mein Drucker-Chaos ist behoben. Und das war ganz einfach! Es hat nur ein paar Wochen gedauert.</p>
<p>Erst hatte ich einen Konica-Minolta-Farblaserdrucker am Windows-XP-Rechner. Dann kam Vista und mit Vista ein neuer PC mit eben Vista, und der Drucker ging nicht mehr. Weil <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/produktquark/windows-last-fight/">der neue Rechner</a> <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/verbraucherschutz/it-autismus-immer-schlimmer/">sowieso Murks war</a> und st&#228;ndig in der Werkstatt, kaufte ich einen Mac. W&#228;hrenddessen reparierte Acer meinen neuen Vista-Rechner, und bei Mediamarkt und in den Medien hatte man mir eingeredet, der Wechsel zu Windows 7 sei so einfach. Also setzten wir Windows 7 auf den nagelneuen Acer-Rechner, und der Konica-Minolta-Drucker ging immer noch nicht. Kein Update, hie&#223; es vom Hersteller. Auf dem Mac lief er auch nicht.</p>
<p>Aber was soll&#8217;s, arbeite ich halt eh nur noch auf Mac, vergiss Windows, kaufe ich mir eben einen neuen Farblaserdrucker – von Samsung. Der Konica-Minolta-Drucker, augenscheinlich nur mit XP kompatibel, landete in der Scheune. Und die Kombination Mac-Samsung lief wunderbar. Bis Apple das Betriebssystem Snow Leopard updatete. Von da an verschlang der Drucker Druckauftr&#228;ge. Manchmal druckte er, manchmal nicht. Apple zerschoss mir mit seinem Update die Druckfunktion, obwohl Mac ja als so nutzerfreundlich gilt. Und von Samsung hie&#223; es, man warte seitens Apple auf ein Patch. IT-Leute, darauf angesprochen, sagten: Vergiss es.</p>
<p>Bei Mediamarkt gab&#8217;s den Samsung-Drucker immer noch mit dem protzigen Mac-Aufdruck. Obwohl mir einer von der Samsung-Hotline erkl&#228;rt hatte, es sei ein bekanntes Problem, dass Mac seit seinem Update nicht mehr unbedingt mit Samsung funktioniert. Man verkauft also sehenden Auges einen Drucker, der nicht der Produktbeschreibung entspricht. Ich liebe die IT-Branche. Hier ist der Kunde noch wirklich K&#246;nig. Die Branche ist wirklich nett: Die hinterletzten empathiefreiesten Vollpfosten bekommen hier noch Jobs.</p>
<p>Ich brauchte also einen neuen Drucker f&#252;r den Mac. Der Konica-Minolta war ein Totalausfall, und der Samsung dank Apple auch. Aber was soll&#8217;s – es ist ja nur Geld. Muss eben noch ein Farblaserdrucker her. Nummer drei. Dieses Mal von HP, in weiser Voraussicht ein Netzwerkdrucker. Zun&#228;chst lief die Kiste &#252;ber USB zum Mac – war prima. Zwei Drucker standen in der Scheune. Gute, neue Hardware, v&#246;llig sinnlos produziert und verkauft, w&#228;hrend asiatische Kinder ohne Handschuhe in Schwefels&#228;ure alte Platinen putzen, die die IT-Industrie in ihrer Unf&#228;higkeit zum Mitdenken f&#252;r den Schrottplatz produziert.</p>
<p>Heute schlie&#223;lich war der IT-Fachmann da. Damit ich endlich auch &#252;ber die Luft drucken kann. Und seit heute ist der HP ein Netzwerkdrucker, auf den alle drei Rechner zugreifen: XP, Windows 7 und Mac schicken ihr Zeug auf das neue Ger&#228;t. Den &#8222;alten&#8220; Konica-Minolta-Drucker haben wir an den alten XP-Rechner geh&#228;ngt, den Samsung haben wir an den Windows-7-Rechner angeschlossen.</p>
<p>Nun lebe ich in einem Druckerparadies. Wir k&#246;nnen eine Druckerkolonne aufbauen und m&#228;chtig Druck machen.</p>
<p>Aber mal ganz ehrlich: Man sollte euch Hard- und Softwareentwickler teeren, federn, auf eine Sau binden und aus dem Dorf treiben.</p>
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		<title>ICE-Ausfall im Herbst wegen Laub?</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Jul 2010 12:37:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine BahnCard wird langsam ungeduldig: Wann darf sie mir endlich zu gem&#252;tlichen Bahnreisen zum halben Preis verhelfen? Und ich sage ihr verst&#228;ndnisvoll: Lass uns auf den Herbst warten. Denn dann ist der Sommer vorbei, f&#252;r den der ICE nicht ausgelegt ist. Und der Winter, f&#252;r den der ICE nicht ausgelegt ist, ist noch nicht da.
Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine BahnCard wird langsam ungeduldig: Wann darf sie mir endlich zu gem&#252;tlichen Bahnreisen zum halben Preis verhelfen? Und ich sage ihr verst&#228;ndnisvoll: Lass uns auf den Herbst warten. Denn dann ist der Sommer vorbei, f&#252;r den der ICE nicht ausgelegt ist. Und der Winter, f&#252;r den der ICE nicht ausgelegt ist, ist noch nicht da.</p>
<p>Und meine BahnCard antwortet: Vermutlich streiken die ICEs im Herbst wegen Regen und Laub und im Fr&#252;hjahr wegen Fliederduft.</p>
<p><strong>Meine BahnCard bringt mir nicht, was die Bahn verspricht</strong></p>
<p>Als BahnCard-Kunde f&#252;hle ich mich – pardon – komplett verarscht. &#220;ber den Tisch gezogen. F&#252;r bl&#246;d verkauft. Ich kann die Bahn definitiv nicht so nutzen, wie es das BahnCard-Abo verspricht. Ich f&#252;hle mich meiner Rechte beraubt. So gut wie nie, wenn ich die Bahn nutze, funktioniert etwas reibungslos. Zuletzt hatte ich im Winter, als ich mein aktuelles Buch zu Ende zu schreiben hatte, eine Platzreservierung mit Tisch von K&#246;ln nach Berlin gebucht mit dem Effekt, dass der ICE &#252;berf&#252;llt war, wir in Hamm in einen vollen und halbierten ICE umstiegen und ich den Rest der Reise auf meinem Koffer sa&#223;.</p>
<p>Am Abend und in den folgenden Tagen h&#246;rte und las ich st&#228;ndig, es gebe laut Bahn nur ganz wenige solche Vorkommnisse. Von meinem konkreten Zug beispielsweise war nicht die Rede. Bekommt die Bahn nicht mit, was auf ihren Gleisen und in ihren Z&#252;gen geschieht?</p>
<p>Und das ist das, was ich am wenigsten verstehe: die beharrliche Ignoranz der Wirklichkeit. <a href="http://www.wdr.de/themen/panorama/wetter02/sommer_2010/100712.jhtml">Die erb&#228;rmliche Krisenkommunikation der Deutschen Bahn</a>. Die Unf&#228;higkeit, zu sagen, was alle wissen: Der ICE ist Murks, und bei der Bahn arbeiten nicht die Kl&#252;gsten. Obwohl alle das Chaos sehen, erleben und sp&#252;ren, kommuniziert die Bahn nach dem alten, dummen Muster, stets nur das zuzugeben, was nicht mehr zu leugnen ist. Dass Millionen von Menschen eine andere Realit&#228;t erleben und damit das &#246;ffentliche Bild der Bahn extrem schief ist, scheint die Entscheider bei der Bahn nicht zu st&#246;ren. Gilt f&#252;r die nur das, was im Fernsehen ist? Und wer eine Entsch&#228;digung will, darf – ganz bahn-like – ein f&#252;rchterlich kompliziertes Formular ausf&#252;llen.</p>
<p><strong>Dumme Leute feuern, klugen eine Chance geben</strong></p>
<p>Ich frage mich, was das f&#252;r Menschen sind, die Klimaanlagen nicht f&#252;r Hitze auslegen und Eisenbahnen nicht f&#252;r K&#228;lte. Wie kann das sein? Z&#252;ge bauen, deren Fenster sich nicht &#246;ffnen lassen – was soll das? Schon der Gedanke ist dumm, wie kann es sein, dass ein Unternehmen es auch noch tut? Wie kann es sein, dass Kommunikationsprofis es &#252;bersehen, dass neben der medialen Verbreitung von Unternehmensnachrichten eine tats&#228;chliche Realit&#228;t abl&#228;uft, millionenfach, konkret erlebt, und dass man f&#252;r Erlebnisse bei der Bahn im Grunde gar keine Medien braucht? Tausende von Bahnkunden, die in &#252;berhitzten Z&#252;gen schwitzten, im Schnee festsa&#223;en, in Regionalz&#252;gen keine funktionierenden Toiletten vorfanden, in halbierten ICEs ihre Platzreservierungen verloren oder Stunden zu sp&#228;t kamen, wundern sich doch angesichts von Behauptungen, all das seien Einzelf&#228;lle. Wie kann man als Unternehmen so wirklichkeitsfremd kommunizieren?</p>
<p>Die Deutsche Bahn braucht nicht nur wie BP ein Seminar f&#252;r eine professionelle Unternehmenskommunikation. Sondern sie m&#252;sste sich sp&#228;testens jetzt hinstellen und sagen: Okay, Leute, wir haben massiv Mist gebaut. Wir haben Nieten angestellt und sie dummerweise trotz massiver Fehler weiterbesch&#228;ftigt. Wir haben uns auf schlechte Ingenieure verlassen, die sich in Hightech-Produkten verk&#252;nsteln und vor lauter filigraner Produktentwicklerei die Grundfunktionen einer Eisenbahn vergessen. Miese Eink&#228;ufer und Vorstandsentscheider, die sich schlechte K&#252;hlaggregate andrehen lassen. Wir feuern diese Leute alle. Und wir k&#252;ndigen jede Zusammenarbeit mit Zulieferern, die uns M&#252;ll liefern. Wir sind das erste Unternehmen, das dem Trend entgegenwirkt, dass sich schlechte Mitarbeiter in Unternehmen festsetzen k&#246;nnen, ohne ernste Konsequenzen zu sp&#252;ren. Wir sind Vorreiter in dem Trend, dass Mitarbeiter in Unternehmen nicht mehr immer d&#252;mmer werden m&#252;ssen, sondern dass die Dummen rausfliegen und die Klugen von au&#223;en eine Chance bekommen. Und wir pauken Schadenersatz und Schmerzensgeld bei diesen Mitarbeitern und Zulieferern durch f&#252;r alle entt&#228;uschten Bahn-Kunden.</p>
<p><strong>Wann fallen Strom und Wasser aus?</strong></p>
<p>Bis die Bahn diesen n&#246;tigen Schritt tut, verdient sie kein Vertrauen. Unter den derzeitigen Bedingungen Bahn zu fahren, ist einfach zu riskant. Die Bahn ist nicht verl&#228;sslich, sie ist kein Arbeitsplatz, und sie ist kommunikativ nicht bei Trost. Sie behandelt die Menschen nicht menschlich. Ich wei&#223; nicht, was wohl geschieht, wenn ich mich in die Bahn setze. Werde ich ger&#246;stet? Bleibt der Zug &#252;ber Stunden stehen? Gibt es Trinkwasser? Strom? Ich habe keine Ahnung, was bei der Bahn noch alles ausfallen kann. Ich will es auch nicht wissen. Wieso schaffen es Flugzeuge, bei minus 50 Grad Celsius in 10.000 Metern H&#246;he zu fliegen? Wieso gelingt der Bahn nicht das Simpelste, Normalste?</p>
<p>Und darum muss meine BahnCard noch sehr lange warten, bis sie wieder zum Einsatz kommt. Vermutlich buche ich sie ab unter Lehrgeld, verl&#228;ngere das Abo nicht und speichere in meinem Kopf die Bahn als dummes Do-not-touch-Unternehmen ab, so wie es viele Menschen und Organisationen gibt, mit denen man nichts zu tun haben will.</p>
<p>Nachtrag 16. Juli, 14 Uhr: <a href="http://www.pressetext.com/news/100716021/klimaanlagenbauer-keine-schuld-am-ice-chaos/">Mehr zur Unternehmenskommunikation und dazu, dass ein Unternehmen unter dem Schweigen der Bahn leidet.</a></p>
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		<title>Neue Entscheider braucht das Land</title>
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		<pubDate>Thu, 10 Jun 2010 10:16:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Volvo]]></category>

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		<description><![CDATA[
Das Mitmach-Internet hat f&#252;r Unternehmen eine Menge Folgen, die viele Unternehmenslenker nicht sehen oder nicht sehen wollen. Vor dem Web 2.0 lief Unternehmenskommunikation via Einbahnstra&#223;e – PR- und Marketingabteilungen schufen Images und pflegten sie. Missstimmungen unter Verbrauchern und Nutzern blieben verborgen, weil es daf&#252;r keinen Kommunikationskanal gab, und so spielten sich &#196;rgernisse mit Unternehmen vor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><object type="application/x-shockwave-flash" data="http://www.youtube.com/v/5YGc4zOqozo" width="400" height="324"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/5YGc4zOqozo" /></object></p>
<p>Das Mitmach-Internet hat f&#252;r Unternehmen eine Menge Folgen, die viele Unternehmenslenker nicht sehen oder nicht sehen wollen. Vor dem Web 2.0 lief Unternehmenskommunikation via Einbahnstra&#223;e – PR- und Marketingabteilungen schufen Images und pflegten sie. Missstimmungen unter Verbrauchern und Nutzern blieben verborgen, weil es daf&#252;r keinen Kommunikationskanal gab, und so spielten sich &#196;rgernisse mit Unternehmen vor allem unerkannt als Millionen Einzelf&#228;lle zivilrechtlich ab oder bestenfalls als Geschichte f&#252;r den Verbraucherschutz. Und dessen Verb&#228;nde, fr&#252;her einziges Sprachrohr f&#252;r &#196;rger mit Unternehmen, waren und sind chronisch &#252;berlastet.</p>
<p>Nun gibt es Youtube und die anderen Kan&#228;le und damit jede Menge Sprachrohre auch f&#252;r &#196;rger mit Unternehmen. Ein Image entsteht nicht mehr nur durch das Marketing des Unternehmens, sondern auch durch Nachrichten von Usern. Jeder kann seine Erfahrungen mit Unternehmen dokumentieren wie beispielsweise David Carroll mit seinem Lied &#8222;United breaks Guitars&#8220;. Gep&#228;cktr&#228;ger besch&#228;digten seine Gitarre beim Umladen, seine Beschwerden f&#252;hrten zu Begegnungen mit ignoranten Angestellten, das Unternehmen stellte auf stumm und stur und reagierte komplett nach dem alten Muster.</p>
<p>Ein Jahr lang versuchte Carroll nach eigenen Angaben erfolglos, den Schaden ersetzt zu bekommen und vor allem ein Signal vom Unternehmen, dass es Mist gebaut hatte und eine anst&#228;ndige L&#246;sung vorschl&#228;gt – doch da kam nichts. Es ist das &#252;bliche Unternehmensverhalten eben, wie ich es auch einmal mit Volvo erlebt hatte, <a href="http://www.amazon.de/Business-Book-Horror-Stefan-Fr%C3%A4drich/dp/3897498448/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1276161076&amp;sr=8-1">was ich in Stefan Fr&#228;drichs Buch &#8222;The Business Book of Horror&#8220; niederschrieb</a>, auch wenn ein Buch f&#252;r solche F&#228;lle heute ein wenig oldschool ist. Carroll stellte seinen Song ins Netz, bekam Millionen Zugriffe, dar&#252;ber berichtete CNN, und die Airline hatte ein Problem.</p>
<p>Das &#252;bliche Procedere von Unternehmen im Umgang mit reklamierenden Kunden besteht aus folgenden Schritten:</p>
<ul>
<li>Ignorieren. Man l&#228;sst den Kunden gegen die Wand laufen und l&#228;sst ihn verschiedenen Mitarbeitern die gleiche Sache zehn Mal erz&#228;hlen, um ihn zu zerm&#252;rben.</li>
<li>Kleinreden. Man macht den Kunden l&#228;cherlich und stellt ihn als Idioten dar, der wegen Kleinigkeiten einen Riesenaufstand macht.</li>
<li>Mit Klage drohen. Droht der Kunde mit dem einzigen ihm bleibenden Mittel, n&#228;mlich mit einer Ver&#246;ffentlichung, reagiert das Unternehmen seinerseits mit einer Klagedrohung.</li>
</ul>
<p>So gelang es Unternehmen bislang sehr gut, l&#228;stige Kunden mundtot zu machen. Heute funktioniert das nicht mehr. Denn die Klagedrohung wird sofort &#246;ffentlich, denn im Internet spricht man ja sowieso &#252;ber solche Dinge, und wieder hat das Unternehmen einen Imageschaden. Es ist heute nicht mehr unbedingt klug, Konflikte rechtlich durchzufechten. Unternehmen brauchen hier andere Routinen.</p>
<p>Und das bedeutet einen Paradigmenwechsel in der Unternehmenskommunikation: Juristen haben in vielerlei Hinsicht ausgedient. Viel wichtiger werden Leute, die etwas von Medien und &#246;ffentlicher Meinung verstehen. Es ist nicht mehr ratsam, als Unternehmenslenker bei Beschwerden auf Juristen zu h&#246;ren. Im Gegenteil: Oft ist es genau die falsche Entscheidung, den juristischen Weg einzuschlagen.</p>
<p>Nehmen wir die Firma Bohle, die meine &#8222;unplattbaren&#8220; Schwalbe-Fahrradreifen produziert. Irgendein H&#228;ndler nutzte Bilder, deren Rechte bei Bohle lagen, und handelte sich eine Abmahnung ein. Diese absurde Sache (wie muss man drauf sein, um die eigenen Vertriebspartner abzumahnen?) <a href="http://www.tomsbikecorner.de/fahrrad-tipps/abmahnung-ralf-bohle-schwalbe">ging durchs Netz</a>. Zahlreiche Schwalbe-Kunden schrieben an Bohle, so auch Blogger wie ich: &#8222;Stimmt diese Geschichte hier? Schwalbe mahnt einen H&#228;ndler ab wegen Produktfotos? Bitte geben Sie mir doch Bescheid, ob das stimmt, damit ich meine Mitmenschen dar&#252;ber informieren kann, dass ich ab sofort keine unplattbaren Reifen mehr kaufe.&#8220;</p>
<p>Und das ist der Super-GAU. Solche Blogger-Anfragen transportieren die Bedeutung der Dinge, f&#252;r die die Juristen offenbar keinen Sinn haben. Abmahnungen machen unsympathisch. Das ist viel wichtiger als die Frage, ob eine Abmahnung in der Sache korrekt ist. Unternehmen k&#246;nnen nicht mehr so selbstherrlich handeln wie zu Zeiten ohne Mitmach-Internet, sie m&#252;ssen sich heute benehmen. Und zwar unabh&#228;ngig davon, ob sie &#8222;Recht&#8220; haben.</p>
<p>Kurze Zeit sp&#228;ter kam eine Antwort, in der man sich entschuldigte – bei mir, obwohl man mir nichts getan hatte. Und es folgten einige Hinweise darauf, dass die Abmahnung in der Sache durchaus korrekt gewesen w&#228;re – was ich nie angezweifelt hatte und worum es &#252;berhaupt nicht ging. Es ist eben nicht der Punkt, ob die Abmahnung rechtlich korrekt ist. Der Verweis auf die Rechtslage zeugt vielmehr gerade von der Geisteshaltung, die Unternehmen heute nicht mehr hilfreich ist. Die rechtliche Bewertung ist v&#246;llig gleichg&#252;ltig.</p>
<p>Es geht einfach nur um die Frage, ob man so mit Partnern umgeht. Und es geht darum, dass eine coole Marke wie &#8222;Schwalbe&#8220; pl&#246;tzlich so uncool agiert. Um diese Dimension geht es, nicht ums Rechthaben. Das Know-how der Juristen ist hier schlicht nicht gefragt, sondern wichtig ist eine Qualifikation, die mit Juristerei so ziemlich gar nichts zu tun hat. Es geht um Klugheit und Sinn f&#252;r Sinn. Sicher gibt es kluge Juristen, aber f&#252;r Unternehmen sind Juristen in solchen F&#228;llen keine guten Ratgeber, wenn sie nur im Schema &#8222;juristisch korrekt&#8220; denken statt im Schema &#8222;sinnvoll&#8220;.</p>
<p>(Ich selbst kaufe weiter unplattbare Reifen von &#8222;Schwalbe&#8220;. Ich denke, dass es letztlich einzelne Menschen sind, die in Unternehmen Bockmist bauen, und dass Sp&#228;ne fallen, wo man hobelt. Und ich denke, dass immer mehr feuernswertes Dummvolk Angestelltenjobs hat, eben die bl&#246;den Tanjaanjas, die der Carroll-Film als United-Mitarbeiterinnen zeigt, und dass auch diese zunehmende Bl&#246;dheit von jungem Personal ein Problem f&#252;r Unternehmen ist, &#252;ber das man im HR-Management einmal offen sprechen sollte.)</p>
<p>W&#228;hrend Schwalbe das eigene Verhalten zumindest in der E-Mail an mich als &#8222;unangemessen&#8220; bezeichnet und damit das einzig Sinnvolle tut, n&#228;mlich den Fehler einzur&#228;umen, glauben andere Unternehmen immer noch, sie k&#246;nnten Probleme wie in Zeiten vor dem Web 2.0 aus der Welt schaffen. Das Volvo-Autohaus bot mir nach der Ver&#246;ffentlichung an, den Wagen zur&#252;ckzunehmen, wenn ich nicht weiter &#252;ber die Sache berichte – das stand so in dem Vertragsentwurf, den man f&#252;r mich aufgesetzt hatte.</p>
<p>Und genau das ist das Problem. Juristen scheinen ernsthaft zu glauben, sie k&#246;nnten mit solchen Klauseln Probleme l&#246;sen. Ihnen ist offenbar null bewusst, dass genau diese Maulkorb-Klausel wieder in der &#214;ffentlichkeit landen k&#246;nnte. Und ich frage mich, was sie davon abh&#228;lt, das vorauszusehen. Warum tun sie diesen kleinen gedanklichen Schritt nicht? Was fehlt da?</p>
<p>Das Denken vieler Leute an Entscheiderstellen in Unternehmen scheint komplett ohne jedes Vorstellungsverm&#246;gen auszukommen. Es l&#228;uft nur in der Bahn sturer Regelentsprechungen. Dabei sind heute in Unternehmen an solchen Stellen eben nicht Routiniers gefragt, sondern Leute, die zu kreativen und originellen L&#246;sungen f&#228;hig sind, also eine <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/es-lebe-die-vorstellungskraft/">andere Form von Intelligenz</a> mitbringen als die klassischen Entscheider. Es gab ein Unternehmen, das Carroll eine neue Gitarre schenkte – aber das war nicht United, sondern der Gitarrenproduzent Taylor.</p>
<p>(Der Vollst&#228;ndigkeit halber: &#220;ber meinen Anwalt lehnte ich die Maulkorbklausel ab, daraufhin entfernte das Autohaus die Maulkorbklausel. Ich habe nicht weiter dar&#252;ber geschrieben, weil durch die Ver&#246;ffentlichung im Buch die Geisteshaltung der betreffenden Personen bei Volvo schon klar wurde. Au&#223;erdem machte das Auto wie von Zauberhand pl&#246;tzlich keine Probleme mehr und lief wie eine Eins. Und ich kaufe auch in Zukunft gerne wieder einen Volvo, trotz meiner Erfahrungen mit dem f&#252;r mich v&#246;llig abstrusen Verhalten einiger Angestellter beim Importeur und im Autohaus.)</p>
<p>Die &#252;bliche falsche Routine von Unternehmen bei Ver&#246;ffentlichungen (<em>nicht</em> im Falle Volvo) ist meist diese:</p>
<ul>
<li>Man versucht, die Ver&#246;ffentlichung zu stoppen. Bei Youtube gelingt das kaum, denn was raus ist, ist raus. Bei B&#252;chern klappt das auch nicht, wenn sie, wie unser &#8222;Business Book of Horror&#8220;, juristisch wasserdicht sind. Und nat&#252;rlich m&#252;ssen sie das sein.</li>
<li>Man versucht mit Geld, weitere Ver&#246;ffentlichungen zu unterbinden. Oft nicht mal mit viel Geld, sondern nur mit der Leistung, die dem Kunden ohnehin als Entsch&#228;digung oder Schadenersatz f&#252;r Zeit- und Energieaufwand zust&#252;nde. Unternehmen bezeichnen es ja gerne als &#8222;Kulanz&#8220;, wenn sie sich einen Millimeter weiter bewegen, als sie m&#252;ssen, und nur tun, was sich geh&#246;rt.</li>
<li>Man geht als Unternehmen selbst in die &#214;ffentlichkeit und beharrt gegen&#252;ber den Medien auf dem &#8222;korrekten&#8220; juristischen Standpunkt. Wodurch alles nur noch schlimmer wird, weil die Menschen drau&#223;en im Lande diese AGB-Mentalit&#228;t hassen, mit der Unternehmen ihnen die Rechte beschneiden.</li>
</ul>
<p>Unterm Strich scheint es wieder um Denkweisen zu gehen und darum, <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/business/sache-oder-bedeutung/">die Sache und die Bedeutung zu differenzieren</a>. Es geht um die beiden Formen von Intelligenz nach Malcolm Gladwells Buch &#8222;&#220;berflieger&#8220;:</p>
<p>Die <strong>Konvergenten</strong> (Muster-Gehorcher) haben Regeln gelernt und gehen juristisch mit Abmahnungen gegen Regelverletzungen vor, was, wie im Falle Schwalbe, vielleicht rechtlich sauber ist, aber menschlich total Banane. Dieser Typus Entscheider beharrt auf absurden Rechtsstandpunkten und erkennt die Dimension des Handelns und seine Bedeutung nicht, und er ist v&#246;llig konsterniert, wenn es pl&#246;tzlich einen Image-Schaden via Internet gibt. Das k&#246;nnen sich die Konvergenten nicht vorstellen, daf&#252;r denken sie zu begrenzt.</p>
<p>Die andere Gruppe sind die <strong>Divergenten</strong> (Muster-Hinterfrager): Sie zweifeln den sturen Musterabgleich als Konzept an, sie suchen st&#228;ndig und bei allem nach dem Sinn der Dinge. Bevor sie sich zu einem Schritt entscheiden, fahnden sie nach der Bedeutung des Handelns. Sie haben Vorstellungskraft und wissen, was eine Maulkorbklausel im Falle einer Ver&#246;ffentlichung f&#252;r das Unternehmen bedeuten kann, und erkennen alleine die Idee einer solchen Klausel aufgrund ihrer m&#246;glichen Folgen nicht f&#252;r klug an. Sie sehen langfristig das Ergebnis unternehmerischen Handelns voraus und tun die richtigen Dinge, um sinnvolle Ziele zu erreichen, statt nur die falschen Dinge korrekt und nach Schema F durchzuziehen, weil das dem Muster entspricht oder weil es ein Konvergenz-Denker im Meeting vorschl&#228;gt.</p>
<p>Und das bedeutet letzten Endes: Durch das Mitmach-Internet brauchen wir in den Unternehmen einen anderen Typ Entscheider. Wir brauchen Vorstellungskraft, Phantasie und vor allem F&#228;higkeit zum Sinn. Wir brauchen Divergenz statt nur Konvergenz. Das bringt einem kein MBA-Studium bei, das lernt man nicht in der Schule. Juristen scheinen es im Studium auch nicht zu lernen. Und doch ist das divergente Denken heute eine der wichtigsten Qualifikationen &#252;berhaupt. Leider nur scheint das kaum jemand in der Unternehmenswelt zu merken.</p>
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		<title>Windows&#8216; last fight</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 19:19:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Mein Acer-Rechner ist aus der Reparatur zur&#252;ck. Tasten hatten beim Schreiben dopppeltt angescchlagen. Beim ersten Versuch einer Reparatur meldete Acer, man habe den Fehler nicht nachvollziehen k&#246;nnen, und klebte einen h&#228;sslichen Kleber auf den Rechner neben das Touchpad. Jetzt hei&#223;t es im Reparaturbericht: &#8222;Notebook getestet, Uppercover ausgetauscht, System recovered, BIOS aktualisiert&#8220;. Zur Tastatur kein Wort. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Acer-Rechner ist aus der Reparatur zur&#252;ck. Tasten hatten beim Schreiben dopppeltt angescchlagen. Beim ersten Versuch einer Reparatur meldete Acer, man habe den Fehler nicht nachvollziehen k&#246;nnen, und <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/verbraucherschutz/it-autismus-immer-schlimmer/">klebte einen h&#228;sslichen Kleber auf den Rechner neben das Touchpad</a>. Jetzt hei&#223;t es im Reparaturbericht: &#8222;Notebook getestet, Uppercover ausgetauscht, System recovered, BIOS aktualisiert&#8220;. Zur Tastatur kein Wort. Da schreibt man sich die Finger fusselig, weil die Acer-Hotline um eine exakte Fehlerbeschreibung bittet, und dann erw&#228;hnen die nicht einmal das Problem.</p>
<p>Bedeutung der kryptischen Worte: Festplatte platt, alle Software weg, Drucker weg, Vista auf Anfang, und zugleich wollte das Ger&#228;t erst 24 Dinger installieren, was ewig dauerte, dann jammerte &#8222;McAfee&#8220; nach Aktualisierung, obwohl ich das nie nutzte. AntiVir weg, so wie alles. Und Acer will, dass ich meinen Rechner erneut registriere. Ob der Fehler behoben ist, wei&#223; ich noch nicht, dazu m&#252;sste ich mal ein paar Abs&#228;tze schreiben. Aber zun&#228;chst gleicht der Rechner einem Rohbau beziehungsweise einer Ruine, was ja ungef&#228;hr das Gleiche ist.</p>
<p>Gibt man einem Kunden auf diese Weise ein repariertes Produkt zur&#252;ck? Stellen Sie sich vor, Sie holen Ihr Auto aus der Werkstatt, und Sie m&#252;ssen erst mal wieder die Sitze einbauen, die Hupe montieren und den Wagen neu zulassen. Ohne ein Wort zur Sache. Das ist etwa so, als spucke man Ihnen vor die F&#252;&#223;e.</p>
<p>Im Grunde aber ist es egal, Hauptsache, es ist der richtige Rechner. Vermute ich. Eine Schraubenabdeckung fehlt, und die fehlte auch bei dem Rechner, den ich eingeschickt habe. Die Festplatte (1 TB) ist nach wie vor partitioniert, aber die Partitionen hei&#223;en nicht mehr &#8222;System (C:)&#8220; und &#8222;Daten (D:)&#8220;, sondern &#8222;ACER (C:)&#8220; und &#8222;Daten (E:)&#8220;. Ich bin schon die Doppelpunkte und Klammern Leid, die f&#252;r eine Geisteshaltung sprechen, deren Anh&#228;nger ihre Finger auf dem Nummernblock lassen sollten, und es ist sch&#246;n, von einem Mac aus im Internet zu schauen, wie man Windows 7 installiert.</p>
<p>Als Erstes soll ich schauen, ob eine 32-Bit- oder eine 64-Bit-Version n&#246;tig ist, und das Softwarepaket von Windows 7 enth&#228;lt zwei DVDs – eine f&#252;r 32 und eine f&#252;r 64 Bit. Schaue ich bei Wikipedia, lese ich was von &#8222;Adressbus&#8220; und &#8222;Datenbus&#8220;. Es ist so krank. Alleine sich da reindenken zu m&#252;ssen, macht unendlich m&#252;de. Man will einfach nur noch sterben, g&#228;be es da nicht den Mac.</p>
<p>Die <a href="http://www.microsoft.com/germany/windows/upgradecenter/">Microsoft-Installationsanleitung</a> spricht davon, unter F12 erscheine ein &#8222;Boot Device Menu&#8220; mit der Option &#8222;Onboard or USB CD-ROM Drive&#8220;. Habe ich nicht. Ich fahre das Ding jetzt schon zum vierten Mal runter und rauf. Bei mir steht bestenfalls &#8222;IDE CD: PIONEER BD-ROM BDCTD01RS-(&#8220;. Die anderen Optionen sind nicht weniger kryptisch: &#8222;IDE HDD: TOSHIBA MK5055GSX-(S1)&#8220;, &#8222;IDE HDD: ST9500325AS-(S5)&#8220; und &#8222;PCI LAN: MBA v11.4.1 Slot 0600&#8243;.</p>
<p>In dieser Sprache reden diese Leute miteinander und sogar mit Kunden – wie sollen ihnen da kundenfreundliche Produkte gelingen?</p>
<p>Ich w&#228;hle &#8222;IDE CD: PIONEER BD-ROM BDCTD01RS-(&#8220; aus, weil ich von &#8222;CD&#8220; irgendwie darauf schlie&#223;e, dass die Ingenieure mit der begrenzten Empathie das CD-Laufwerk meinen, in dem meine Windows-7-DVD liegt. Doch der Rechner bootet nicht von der DVD, sondern von der Festplatte mit Vista. Obwohl ich gerade die Festplatte mithilfe der Windows-7-DVD formatieren will. Beim zweiten Versuch dann geht&#8217;s, der Rechner startet von der DVD.</p>
<p>Die DVD meldet drei Optionen: &#8222;Jetzt installieren&#8220;, &#8222;Wissenswertes vor der Windows-Installation&#8220; und &#8222;Computerreparaturoptionen&#8220;. Da ich die Festplatte formatieren will, gehe ich auf Letzteres, aber da habe ich nur die Wahl zwischen Wiederherstellungstools zum L&#246;sen von Problemen beim Starten von Windows und der Wiederherstellung des Computers mithilfe eines zuvor erstellten Systemabbilds.</p>
<p>H&#228;?</p>
<p>Nach der Installation von Windows 7 stellt sich der Bildschirm irgendwie dar, aber leider fehlen mal wieder der Computer und der Arbeitsplatz auf dem Schreibtisch – und nach ein wenig Gefrickel finde ich die Information, beim Acer-PC sei eine &#8222;Problembehandlung erforderlich&#8220;. Im Detail hei&#223;t es dauernd: &#8222;Die Treiber f&#252;r dieses Ger&#228;t wurden nicht installiert (Code 28)&#8220; oder &#8222;Das Ger&#228;t kann nicht gestartet werden (Code 10)&#8220;. Die Liste der nicht funktionierenden Treiber ist enorm, sie reicht vom &#8222;A 310&#8243; (was ist das?) &#252;ber den Fingerprint-Reader bis zur Grafikkarte.</p>
<p>Whow, was f&#252;r ein Ausflug in die Windows-Welt! Wer hat da gesagt, mit Windows 7 werde irgendwas besser? Ich habe den Medien entnommen, die Windows-7-Installation sei einfach. Leider nur finde ich innerhalb vern&#252;nftiger Zeit keine Chance zum Formatieren der Platte, und betriebsbereit ist der Rechner auch nicht. Ich glaube, Microsoft verschwendet meine Zeit. Also bringe ich den Rechner lieber wieder kostenpflichtig zu jemandem, der die Sprache dieser Leute und ihr Denken versteht, eine Art Windows-Deutsch-Dolmetscher.</p>
<p>Und arbeite weiter auf meinem Mac.</p>
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		<title>Webseiten-Gurke des Jahres</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Dec 2009 22:11:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Reisen]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[
Webseiten-Gurke des Jahres: Die Autoreisezugseite der Deutschen Bahn. Ich dachte, ich will mal wieder nach Lappland. Statt 3000 Kilometer mit dem Auto zu fahren, w&#228;re der Autoreisezug cool. Aber versuchen Sie mal, eine Reise nach Skandinavien zu buchen, welches dort unter &#8222;Reiseziele&#8220; steht, und welches auch im ADAC-Vorteilsprogramm erw&#228;hnt wird: &#8222;Mit Autozug ab 99 Euro [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/reisezugfail.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3477" title="reisezugfail" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/reisezugfail.jpg" alt="reisezugfail" width="400" height="275" /></a></p>
<p>Webseiten-Gurke des Jahres: Die <a href="http://www.dbautozug.de/site">Autoreisezugseite der Deutschen Bahn</a>. Ich dachte, ich will mal wieder nach Lappland. Statt 3000 Kilometer mit dem Auto zu fahren, w&#228;re der Autoreisezug cool. Aber versuchen Sie mal, eine Reise nach Skandinavien zu buchen, welches dort unter &#8222;Reiseziele&#8220; steht, und welches auch im ADAC-Vorteilsprogramm erw&#228;hnt wird: &#8222;Mit Autozug ab 99 Euro in den Sommerurlaub! Z.B. nach Skandinavien oder S&#252;deuropa&#8220;, schreibt die &#8222;Motorwelt&#8220; in ihrer Januar-Ausgabe. Die Notiz dort hat mich inspiriert, den Autoreisezug nach Skandinavien bei der Bahn zu suchen. Ich wollte buchen. Aber meinen Sie, ich fand ihn?</p>
<p>Wer glaubt, man k&#246;nne einen Autoreisezug nach Inari oder Kiruna buchen, also auf Strecken, f&#252;r die sich ein Autoreisezug lohnen w&#252;rde, wird entt&#228;uscht: Nicht einmal nach Stockholm oder Oslo bringt einen der Autoreisezug der Bahn – jedenfalls nicht nach dem, was meine beherzte Recherche zutage bringt. Wo, liebe Bahn, transportiert ihr mein Auto nach Skandinavien, wie es euer Partner ADAC behauptet?</p>
<p>Nichtsdestoweniger steht unter &#8222;Reiseziele&#8220; Skandinavien. Wer darauf klickt, dem schw&#228;rmt die Bahn was vor, wie toll das da ist im Norden – und ein kleiner Link rechts l&#228;sst einen ahnen, worauf das hinausl&#228;uft: &#8222;Verwandtes Thema: Terminalbeschreibung Autozug-Terminal Hamburg-Altona&#8220;. Ach so? Soll ich also von Hamburg aus mit dem Auto bis Kiruna weiterfahren?</p>
<p>Und so las ich noch mal nach, und dann erkannte ich den wahren Sinn des Hinweises, die Lage vieler Terminals eigne sich zur Weiterfahrt – Sie finden den Satz oben auf dem Screenshot. Erst hatte ich ihn nicht gelesen, weil ich Usability gewohnt war (nicht viel reinlesen, um eine Webseite nutzen zu k&#246;nnen), doch dann erkannte ich, dass mir mein modernes schlaglichtartiges Webseitennutzungsverhalten zur Falle geworden war. Ach, die meinen offenbar echt mit dem Auto! Ernsthaft! Und ich dachte, kurz umsteigen samt Auto und auf den n&#228;chsten Autoreisezug. In Malm&#246; oder Trelleborg beispielsweise auf einen schwedischen Autoreisezug, den ich selbstverst&#228;ndlich – wie alle internationalen Bahnreisen – &#252;ber die Deutsche Bahn buchen kann.</p>
<p>Mein Irrtum? Vielleicht. Aber vielleicht kam es mir auch einfach zu abwegig vor, dass die Bahn den Leuten Reiseziele pr&#228;sentiert, die sie nicht buchen k&#246;nnen – was sollte das auch? Cool: St&#228;dtereisen jetzt auch nach Graz! Eignet sich prima, um von dort nach Wien zu trampen. Ich meine, vielleicht gibt es ja schwedische Autoreisez&#252;ge. Aber warum verr&#228;t mir die Deutsche Bahn davon nichts?</p>
<p>Von meiner H&#252;tte aus sind es 180 Kilometer bis Hamburg, nach Berlin sind es 120. Soll ich nach Berlin fahren und den Autoreisezug von Berlin-Wannsee nach Hamburg-Altona nehmen, um dann von dort nach R&#252;gen zu d&#252;sen und die F&#228;hre nach Trelleborg zu nehmen? Die Bahn k&#246;nnte auch &#8222;Russland&#8220; als Reiseziel angeben, schlie&#223;lich kann man von Hamburg auch mit dem Auto nach Russland fahren, nachdem man mit dem Autoreisezug in Hamburg angekommen ist. Oder nach New York, schlie&#223;lich kann man sich bestimmt von Hamburg aus in die USA einschiffen.</p>
<p>Auf der Suche nach der in Aussicht gestellten Autozugreise nach Skandinavien eine Frage per E-Mail abzusetzen, das ist auf dieser Seite nach meiner Suche nicht m&#246;glich – offenbar ist DB Autozug eines dieser Unternehmen, die die Leute von sich fernhalten beziehungsweise auf &#214;ffnungszeiten ihrer Hotline verweisen. Ein No-Go in heutigen Zeiten, wenn es doch um m&#246;glichst viele sofortige Buchungen geht – entweder, die Hotline ist rund um die Uhr erreichbar, oder Widerspr&#252;che und Fragen m&#252;ssen sich per E-Mail l&#246;sen lassen. So aber, in dieser Kombination, verdient die Bahn die Usability-Note sechs. Offenbar will man keine Kunden.</p>
<p>Warum das so ist, liebe DB? Eine b&#246;se Sechs? Weil eure Restriktionen einzig euch und eurem Arbeitsalltag dienen und damit nur aus eurer Perspektive sinnvoll sind, die Kunden aber in dem Moment ihre Fragen beantwortet oder zumindest abgesetzt haben wollen, in dem die Fragen auftauchen. Einfach nur ein bisschen Perspektivenwechsel machen, k&#246;nnt ihr das? &#8222;Empathie&#8220;. Bekannt? Schon mal irgendwo Kunde gewesen? Bestimmt. Seht ihr, sollte also gehen, dass ihr den Begriff der Usability nicht auf euch bezieht, sondern auf die, die euer Gehalt finanzieren. Das ist auch geboten, wenn die weiter zahlen sollen. Macht ihr schlechte Arbeit, die Kunden fernh&#228;lt, gef&#228;hrdet ihr damit massiv eure Arbeitspl&#228;tze. Diesen Zusammenhang schon mal gesehen?</p>
<p>Skurril geht es weiter: Unter &#8222;FAQ&#8220;, beispielsweise bei &#8222;Terminals und Verbindungen&#8220;, finden sich keine &#8222;Questions&#8220;. Wo sind da Fragen? Ich finde irgendwelche rudiment&#228;re Themen zu Dingen, die nicht wirklich sinnvoll erscheinen. Beim Klick auf &#8222;Finden und Buchen&#8220; dann sto&#223;e ich nicht etwa auf eine Maske, in der ich Abfahrts- und Zielterminal eingeben kann (beispielsweise von Hamburg-Altona nach Kiruna), sondern auf jede Menge wirres Zeug, das selbst nach einem Klick auf &#8222;Finden und buchen Sie Ihre gew&#252;nschte Verbindung&#8220; nicht zu einem vern&#252;nftigen Ergebnis f&#252;hrt. Stattdessen soll ich mir Terminalpl&#228;ne anschauen. Einzig die &#8222;Europakarte mit Verbindungsanzeige&#8220;, ganz klein, macht mir Hoffnung – und auf der sehe ich schlie&#223;lich, dass es keine Verbindung nach Skandinavien gibt. Zum &#8222;Buchen&#8220; hat man mich da noch immer nicht gef&#252;hrt.</p>
<p>Fazit: Eine am Nutzer vorbeiprogrammierte Webseite, die mehr verspricht, als sie h&#228;lt; umst&#228;ndlich und offenbar von Leuten programmiert, die von Navigation nicht wirklich Ahnung haben, weil sie offenbar noch in tiefen HTML-Hierarchien denken wie vor zehn Jahren. Und es ist eine Webseite, die auf diese Weise dem Unternehmen in seinem Bestreben schadet, Tickets zu verkaufen. Es ist eine programmierte Ausgeburt einer Haltung in der Art &#8222;Was wollen die? Reisen? Warum sollte man es denen einfach machen? Die wollen doch was von uns!&#8220;.</p>
<p>Wieder einmal frage ich mich, was f&#252;r ein Typ Mensch da arbeitet. Die Antwort findet sich beim Klick auf &#8222;Hilfe&#8220;: Da erscheint nicht etwa eine Liste mit Hinweisen zum Durchkommen durch dieses Dickicht, sondern Informationen zu Computersystemen – und schon ist meine Frage beantwortet. Hier grassiert der IT-Wahn! Die Leute dort denken offenkundig, das Problem an der Seite sei nicht ihre Dummheit, sondern die ihrer Besucher. Sie schreiben allen Ernstes unter &#8222;Hilfe&#8220;:</p>
<p><em>&#8222;Die Standard Navigation ist auf allen Seiten sichtbar. Sie beinhaltet die Elemente: Suche, Startseite, Kontakt, <span lang="en-GB">Sitemap</span>, FAQ und Hilfe oben sowie Datenschutz, AGB und das Impressum im unteren Sockelelement.&#8220;</em></p>
<p>Ich wei&#223; nicht, ob Sie es schon wussten, aber wenn Sie in diesem Blog nach links schauen, finden Sie ganz oben die &#8222;Guten Links&#8220;, darunter meine &#8222;Themen&#8220; und unten schlie&#223;lich das &#8222;Archiv&#8220;. Oben, also gewisserma&#223;en quer, finden Sie die Verweise (&#8222;Links&#8220;) zu anderen Teilen meiner Webseite, die auf gleicher Ebene angesiedelt sind wie das Blog hier. &#196;hm, wer will sowas wissen? Es ist mehr als nur das &#252;bliche, Kunden nervende Konzern-Ph&#228;nomen der Egozentrik, die viele Menschen in den Konzernen f&#252;r so normal halten, dass sie externe Kritik daran nicht mehr verstehen. Es ist komplett am Thema &#8222;Hilfe&#8220; vorbei, weil vom Entwickler aus gedacht statt vom Besucher. Und insofern auch wieder konzerntypisch.</p>
<p>Auf diese Weise bleibt der Autoreisezug unattraktiv, in Sachen Skandinavien ist er eine Mogelpackung, und ich frage mich mal wieder im Zusammenhang mit der Bahn, <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/stammtisch/soll-die-bahn-weg/">ob dahinter Methode steckt</a>. Es scheint fast so, denn um ein Unternehmen und seine Produkte im Internet so wirr und verwinkelt darzustellen, bedarf es schon etwas mehr als nur des Peter-Prinzips und betriebsblinder Ignoranz. Und wenn es irgendwann um Stellenabbau geht und die Leute auf der Stra&#223;e demonstrieren, die bisher auf so eine Weise potenzielle Kunden abgeschreckt und damit Umsatz vermieden haben, dann habe ich f&#252;r diese Leute nur sehr wenig Verst&#228;ndnis.</p>
<p>Jede Billigflieger-Seite ist einfacher gebaut. Und weil die Billigflieger mir keine Reiseziele vort&#228;uschen, die es nicht gibt, und weil ich mir da gleich noch einen Mietwagen buchen kann, ziehe ich die Kombi Flug plus Mietwagen dem Autoreisezug der Bahn vor. Und wenn es da keine erschwinglichen Fl&#252;ge gibt, fahre ich eben wieder die gesamte Strecke mit dem Auto, sind ja eh nur ein paar tausend Kilometer.</p>
<p><strong>Ach ja, und noch zehn Tipps an die Bahn:</strong></p>
<p><strong>1. </strong>interaktive Karte mit Verbindungslinien auf die Startseite setzen, damit die Leute sofort verstehen, wohin die Reise geht, au&#223;erdem den ADAC richtig briefen, der sich den Text f&#252;r seine Notiz m&#246;glicherweise nur schnell aus Ihrer Webseite zusammenrecherchiert hat;<br />
<strong>2.</strong> beim Klick auf eine Stadt gleich Option zum Buchen einer Reise anbieten, ob diese Stadt nun Start ist oder Ziel;<br />
<strong>3.</strong> weg mit den Mogelpackungen aus den &#8222;Reisezielen&#8220;;<br />
<strong>4.</strong> an anderer Stelle erkl&#228;ren, dass man durch l&#228;ngere Autofahrten von den Endpunkten aus an spannende Ziele kommt, und diese Ziele dann mit exakter Reisedauer vom Endpunkt einer Autozugreise aus erw&#228;hnen (&#8222;Sie fahren nur noch 200 Kilometer bis Murmansk&#8220;);<br />
<strong>5.</strong> das l&#228;sst sich in eine weitere interaktive Karte einbetten, indem man um die Endpunkte jeweils Kreise zieht (100 km, 200 km, 300 km, 400 km, 500 km), in denen St&#228;dte verzeichnet sind;<br />
<strong>6.</strong> flachere Hierarchien auf der gesamten Webseite;<br />
<strong>7.</strong> &#8222;FAQ&#8220; mit Fragen und Antworten aufmachen und die &#8222;FAQ&#8220; vor allem redaktionell pflegen;<br />
<strong>8.</strong> dringend eine E-Mail-Adresse oder wenigstens Maske f&#252;r Fragen anbieten und s&#228;mtliche Anfragen auch am Wochenende innerhalb von 24 Stunden beantworten (immer dran denken: &#8222;Wochenende&#8220; im Sinne von Freizeit gibt es nur f&#252;r Sie, nicht f&#252;r die Nutzer, vor allem Urlaubsbucher, die ja Ihre prim&#228;re Zielgruppe zu sein scheinen, buchen in ihrer Freizeit);<br />
<strong>9.</strong> die &#8222;Hilfe&#8220; nicht technisch aufziehen, sondern inhaltlich (&#8222;Die Webseiten der DB AG erkennen meine Adresse beim Buchen nicht an, was soll ich tun?&#8220; – das nur als Beispiel f&#252;r einen DB-typischen Bug)<br />
<strong>10.</strong> Weg mit dem Hinweis auf &#8222;Urlaubsregionen&#8220; auf der Startseite – der Autoreisezug ist auch f&#252;r Business-Reisende interessant. Der Begriff &#8222;Reisen&#8220; schlie&#223;t im Unterschied zum Begriff &#8222;Urlaub&#8220; niemanden aus.</p>
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		<title>Soll die Bahn weg?</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Dec 2009 19:48:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Stammtisch]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Da habe ich doch so ein Gef&#252;hl, dass die Deutsche Bahn AG uns hier allen eine m&#228;chtige R&#228;uberpistole erz&#228;hlt von wegen, die Versp&#228;tungen und Zug-Zusammenlegungen l&#228;gen am Wetter. Kaum wird es w&#228;rmer, st&#252;rzt das System zusammen, w&#228;hrend bei den tiefen Minusgraden der vergangenen Woche keine solche Nachrichten die Lage beherrschten.
Mir scheint es eher, als habe [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Da habe ich doch so ein Gef&#252;hl, dass die Deutsche Bahn AG uns hier allen eine m&#228;chtige R&#228;uberpistole erz&#228;hlt von wegen, die Versp&#228;tungen und Zug-Zusammenlegungen l&#228;gen am Wetter. Kaum wird es w&#228;rmer, st&#252;rzt das System zusammen, w&#228;hrend bei den tiefen Minusgraden der vergangenen Woche keine solche Nachrichten die Lage beherrschten.</p>
<p>Mir scheint es eher, als habe die Bahn ein massives Management-Problem. Wie treue Leser/innen meines Blogs wissen, bin ich Vielreiser und bevorzuge das Auto. Nur ab und zu nutze ich die Bahn. Und es kam in den vergangenen zw&#246;lf Monaten <em>kein einziges Mal</em> vor, dass dabei irgendetwas reibungslos verlaufen w&#228;re. Entweder der Zug hat Versp&#228;tung – was ich nachsehe –, oder er steht genau falsch herum im Vergleich zum Wagenstandsanzeiger, so dass ich mit Gep&#228;ck in den letzten Minuten vor der Abfahrt 400 Meter sprinten darf. Der Zug f&#228;hrt von anderen Gleisen, jedenfalls anders als sonst, was auch immer: Irgendwas ist. Kleinkram vielleicht. Okay. Aber das eben vor dem Hintergrund, dass Hartmut Mehdorn mit der Bahn an die B&#246;rse wollte und mir Bahn-Mitarbeiter auf dem Bahnsteig sagen, wir sollten doch froh sein, dass in diesem kaputten Laden &#252;berhaupt noch was fahre.</p>
<p>K&#252;rzlich habe ich eine Bahncard 50 gekauft. Ich musste dazu zum Bahnhof, weil die Webseite der Bahn meine Adresse nicht als g&#252;ltig anerkennt. Keine Ahnung, warum die nicht einfach meine Adresse akzeptieren, sondern sie – so die Auskunft – mit irgendeinem Verzeichnis abgleichen m&#252;ssen, was dann beim Kauf am Bahnhof nicht n&#246;tig ist. Die Typen beim Support haben angesichts meiner Mail nicht einmal sofort kapiert, worum es ging, als ich schrieb, dass etwas falsch l&#228;uft. Die Bahn ist ein Unternehmen, in dem Support-Mitarbeiter E-Mails ohne ihren Namen als Absender verschicken, total Stulle also und weit weg von den Menschen. Ich also zum Bahnhof, Bahncard gekauft und ein paar Fahrten gebucht. Vielleicht h&#228;tte mir dieses Chaos schon Warnung sein sollen, um vom Bahncard-Kauf abzusehen.</p>
<p>Zwei Mal fuhr ich in diesem Monat mit dem Zug von K&#246;ln nach Berlin. Einmal hatte ich f&#252;r den 18. Dezember den ICE 555 von K&#246;ln nach Berlin gebucht, Abfahrt 8.48 Uhr ab K&#246;ln Hauptbahnhof. Dann hatte ich f&#252;r heute, also den 23. Dezember, den ICE 859 von K&#246;ln nach Berlin gebucht, Abfahrt 11.48 Uhr ab K&#246;ln Hauptbahnhof.</p>
<p>In beiden F&#228;llen hie&#223; es nach dem Einsteigen, der Zug sei nur ein &#8222;Ersatzzug&#8220;. In Hamm (Westfalen) durften alle umsteigen in einen anderen Zug, der am selben Bahnsteig gegen&#252;ber wartete. Heute verfiel dar&#252;ber hinaus meine Platzkarte, da der au&#223;erplanm&#228;&#223;ige Anschlusszug ab Hamm schon voll war mit Leuten aus D&#252;sseldorf. Ich gab einer Mitreisenden meinen Koffer als Sitz und setzte mich auf meinen Rechnerkoffer mit Rechner auf den Knien, um irgendwie an meinem aktuellen Projekt (Abgabe heute Abend) weiterzuarbeiten. Ich hatte einen Tisch im ICE in der Ruhezone gebucht, um diese Sache abschlie&#223;en zu k&#246;nnen. Ich dachte, so etwas gehe mit der Bahn. Es geht leider nicht. Auf das Unternehmen ist kein Verlass, es ist zu miserabel gef&#252;hrt.</p>
<p>Was treibt eigentlich die &#8222;Tagesschau&#8220;, <a href="http://www.tagesschau.de/inland/bahnchaos102.html">auf ihrer Webseite zu behaupten</a>, es treffe nur die Strecke Berlin-M&#252;nchen? Wenn sie das einem Bahn-Sprecher nachplappert, dann soll der mir mal erkl&#228;ren, warum innerhalb weniger Tage zwei Mal auf der Fahrt K&#246;ln-Berlin ein Ersatzzug f&#228;hrt.</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/bahnversagen02.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-3455" title="bahnversagen02" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2009/12/bahnversagen02.jpg" alt="bahnversagen02" width="400" height="125" /></a></p>
<p><strong>tagesschau.de f&#228;llt auf Konzern-Propaganda herein, w&#228;hrend die Wirklichkeit eine andere Sprache spricht – und ICE scheinen dann &#8222;wintertauglich&#8220; zu sein, wenn bei minus 10 Grad Celsius Leitungen einfrieren. Der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk hinterfragt das nicht</strong></p>
<p>Was erkl&#228;rt die Bahn-Durchsage? Die Kosten f&#252;r die Reservierung bek&#228;me man zur&#252;ck. Das bedeutet: Ein kafkaesk umst&#228;ndliches Formular wegen 4,50 Euro ausf&#252;llen. Der pure Hohn gegen&#252;ber den Opfern der Managementfehler – man qu&#228;lt sie mit b&#252;rokratischem Aufwand. So tickt der Staat, dem dieses Unternehmen geh&#246;rt, entsprechend gering ist die Wertsch&#228;tzung gegen&#252;ber dem Volk. Vielleicht lasse ich das Formular gleich meinen Anwalt ausf&#252;llen, dann &#252;bernimmt die Bahn auch gleich die Kosten f&#252;r den Anwalt. Ich finde, Formulare auszuf&#252;llen ist unzumutbar angesichts dessen, was die Bahn sich leistet. Ich habe keine Zeit f&#252;r sowas, wie viele andere Menschen auch nicht. W&#228;hrend Staatsbetriebe nicht mehr funktionieren, arbeiten wir wie die Hunde, ich wei&#223; nicht, ob das von denen, die die Bahn als Staatsvertreter beaufsichtigen, irgendjemand merkt.</p>
<p>Dann hei&#223;t es in der &#8222;Tagesschau&#8220; heute, die Ursache f&#252;rs Bahn-Chaos sei das Wetter. Hm. Serienm&#228;&#223;ig Ersatzz&#252;ge ab Hamm? Kann ja sein. Aber das Wetter? Ich wei&#223; nicht. Glaube ich nicht. Haben wir denn den ersten harten Winter hier seit 1944? Ich glaube nicht. Wissen ICE-Hersteller nicht, dass Deutschland auch mal Schnee und Minusgrade hat? Oder denken die, sie konstruieren einen Zug f&#252;r eine kanarische Insel? Wie dumm muss man sein, sich Z&#252;ge andrehen zu lassen, die nur im Sommer fahren, sofern diese angebliche Ursache tats&#228;chlich zutreffen sollte? Wie machen das die Schweden und Norweger? Die Russen? Die Kanadier? Alaska?</p>
<p>Dummheit ist nur ein m&#246;glicher Grund f&#252;r Managementfehler. Und wegen irgendeiner Versp&#228;tung sage ich echt nichts. Es gibt in der Tat eine Menge Idioten, die sich vor Z&#252;ge werfen, statt ihr Elend mit sich alleine auszumachen. Ein anderer m&#246;glicher Grund f&#252;r ein solches Desaster kann Berechnung sein. Soll die Bahn etwa weg? Soll der Konzern, wenn es schon mit der B&#246;rse nicht hinhaut, m&#246;glichst runtergewirtschaftet werden, damit man ihn wie Volvo an irgendein chinesisches Unternehmen verkaufen kann? Kundenservice runter, Einnahmen rauf, Reklamationen m&#246;glichst schwer machen, um Retouren zu vermeiden? Ich sehe da gewisse Muster.</p>
<p>Dann hei&#223;t es noch in der &#8222;Tagesschau&#8220;, die Bahn wolle sich vor der Kamera nicht &#228;u&#223;ern. Sp&#228;testens jetzt glaube ich der Bahn nicht mehr. Hoffentlich kommentieren die Kollegen von der ARD diese Frechheit in den &#8222;Tagesthemen&#8220;: Die Bahn ist nach wie vor ein Unternehmen, das der Bundesrepublik Deutschland geh&#246;rt, also uns allen. Also haben die gef&#228;lligst geradezustehen f&#252;r den Mist, den sie bauen, und der &#214;ffentlichkeit zu erkl&#228;ren, was da geschieht, und zwar viel klarer als die Umst&#228;nde des Tanklastzug-Bombardements in Afghanistan, denn anders als dort gibt es in puncto Bahn keinerlei Geheimnisse. Was ist das denn f&#252;r eine &#8222;Demokratie&#8220;, wenn die Politik es duldet, dass ein staatseigenes Unternehmen die &#214;ffentlichkeit, also den Staat selbst, nicht &#252;ber die Geschehnisse informiert, die den Laden ruinieren? Was ist denn das f&#252;r ein Schuppen, der seine Eigent&#252;mer f&#252;r dumm verkauft? Das Ganze n&#228;hrt den Verdacht, dass hier eine Minderheit von Staatsfeinden dabei ist, dem Staat massiv zu schaden.</p>
<p>Der einzelne Bahnkunde denkt sich: Mein Gott, was soll die Aufregung. Hast du eben Geld ausgegeben und bekommst daf&#252;r eine miserable Leistung. Bist du ja eh gewohnt. Immer, wenn du der Bahn eine Chance gibst, ist was. Mehdorn wollte sogar die Speisewagen abschaffen, wie man h&#246;rt. Lohnt es sich, den Schadenersatz einzutreiben? Nein. Und damit macht die Bahn einen Millionengewinn. Indem sie die Kundenrechte beschneidet und nicht liefert, was sie liefern soll, der Einzelne aber Wichtigeres zu tun hat, als sich um die offenkundigen Managementfehler eines heruntergewirtschafteten Staatsbetriebs zu k&#252;mmern und die Politik trotz Zust&#228;ndigkeit kein Wort dazu sagt, geht das eben so weiter. Es ist die pure Missachtung der Politik gegen&#252;ber dem Volk.</p>
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