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	<title>Thilo Baum &#187; Verbraucherschutz</title>
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	<description>Thilo Baum: Klartext-Experte</description>
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		<title>Brachial-IT-Lyrik</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Sep 2011 20:38:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mitdenken]]></category>
		<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Vermischtes]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8222;Es passiert oft, dass wenn aus irgendeinem Grund Korruption tritt in  Entourage, Sie weigern sich einfach, Client verwenden Sie es als E-Mail.  Nun, es ist ziemlich schlecht gelaunt. Es ist eine wahre Tatsache, dass bei Korruption Ruinen jeder  Softwareanwendung, ob es m&#246;glicherweise andere werden Ihre E-Mail-Client  wie Entourage, Outlook Express oder [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>&#8222;Es passiert oft, dass wenn aus irgendeinem Grund Korruption tritt in  Entourage, Sie weigern sich einfach, Client verwenden Sie es als E-Mail.  Nun, es ist ziemlich schlecht gelaunt. Es ist eine wahre Tatsache, dass bei Korruption Ruinen jeder  Softwareanwendung, ob es m&#246;glicherweise andere werden Ihre E-Mail-Client  wie Entourage, Outlook Express oder einige. Daten, die er wohnt in wird  v&#246;llig unzug&#228;nglich.&#8220;</em></p>
<p>Diese brachiale IT-Lyrik habe ich im Netz gefunden, weil wieder einmal ein Microsoft-Problem die Performance meines Macs st&#246;rt. Viel Spa&#223; beim Genuss: <a href="http://entourage-datenbank-reparieren.blogspot.com/">Hier weiterlesen</a>.</p>
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		<title>Ich w&#252;rde Sie feuern!</title>
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		<pubDate>Fri, 27 May 2011 12:42:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein gutes Hotel in Freiburg am Hauptbahnhof. Ich stehe mit meinem Auto vor der T&#252;r im Parkverbot, um kurz den Parkplatz zu kl&#228;ren, und gehe hinein.
&#8222;Ich w&#252;rde gerne in der Tiefgarage parken und zwar so, dass der Weg vom Auto zum Aufzug m&#246;glichst kurz ist&#8220;, sage ich der Dame an der Rezeption. &#8222;K&#246;nnen Sie mir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein gutes Hotel in Freiburg am Hauptbahnhof. Ich stehe mit meinem Auto vor der T&#252;r im Parkverbot, um kurz den Parkplatz zu kl&#228;ren, und gehe hinein.</p>
<p>&#8222;Ich w&#252;rde gerne in der Tiefgarage parken und zwar so, dass der Weg vom Auto zum Aufzug m&#246;glichst kurz ist&#8220;, sage ich der Dame an der Rezeption. &#8222;K&#246;nnen Sie mir bitte sagen, wo ich da am besten parke?&#8220;</p>
<p>&#8222;Ja, nat&#252;rlich&#8220;, antwortet sie. &#8222;Sie fahren in die Tiefgarage, dann ist da alles ausgeschildert.&#8220; – &#8222;&#196;hm, in die Tiefgarage? Welche meinen Sie? Ich habe da drau&#223;en zwei gesehen. Es gibt eine Bahnhofsgarage und eine Konzerthausgarage. Von welchem Parkhaus sprechen Sie?&#8220;</p>
<p>Offenbar ist der Rezeptionistin nicht klar, dass manche G&#228;ste zum ersten Mal in ihrem Leben hier stehen und nach Orientierung fragen. Das passt offenbar nicht in ihr Weltbild. Dieser Mangel wird klar, indem sie von &#8222;der Tiefgarage&#8220; spricht, obwohl es mehrere gibt.</p>
<p>Immerhin erkl&#228;rt sie es auf meine Frage hin: &#8222;Sie fahren in die Bahnhofsgarage. Sie fahren einfach runter, dann rechts, und dann ist alles ausgeschildert.&#8220;</p>
<p>Ich fahre also runter, cruise zwei Runden durchs erste Kellergeschoss, eine Hotel-Ausschilderung finde ich erst mal nicht, aber da ich auf Ebene -1 sowieso keinen Parkplatz finde, brauche ich hier nicht nach einer Beschilderung zu suchen. Also fahre ich noch eine Etage tiefer und cruise dort. Es gibt Parkpl&#228;tze! Wunderbar – jetzt kann ich einen Parkplatz suchen, der m&#246;glichst nah am Hoteleingang ist. Wo also ist die Beschilderung, von der die Dame sprach?</p>
<p>Ich finde keinen Hinweis. Kein Schild. Nichts.</p>
<p>Also parke ich irgendwo in der N&#228;he eines Ausgangs (ohne Hinweis auf ein Hotel) und nehme meinen Koffer und meine Tasche aus dem Kofferraum. Die Treppe, die ich sehe, liegt hinter einer Glast&#252;r. Ich gehe durch und hinauf und lande im Hauptbahnhof Freiburg. Ich schlage mich durchs Get&#252;mmel, mein Hotel ist nirgendwo ausgeschildert. Am Ende eines Tunnels gehe ich nach oben und lande auf der gegen&#252;berliegenden Stra&#223;enseite meines Hotels. Ich &#252;berquere mit meinem Gep&#228;ck die Hauptverkehrsstra&#223;e und trete durch die Glast&#252;r ins Hotel und gehe zur Rezeption.</p>
<p>&#8222;Wissen Sie was? Ich w&#252;rde Sie feuern&#8220;, fl&#246;te ich die Dame an. Die Dame err&#246;tet. Zumal noch andere Leute umherstehen. &#8222;Sie sagen mir, alles sei ausgeschildert, aber ich finde keinen Wegweiser zum Hotel.&#8220;</p>
<p>Ihre Antwort pustet mich fast weg: &#8222;Es tut mir Leid, aber ich war noch nie da unten.&#8220; – &#8222;Dann w&#252;rde ich Sie erst recht feuern&#8220;, erwidere ich. &#8222;Sie arbeiten hier und kennen die Tiefgarage nicht? Wie k&#246;nnen Sie mir denn so einen Unsinn erz&#228;hlen und mich erst mit dem Auto ins Nichts schicken und dann zu Fu&#223; mit Gep&#228;ck durch den ganzen Bahnhof? Ich habe Sie ausdr&#252;cklich nach dem k&#252;rzesten Weg vom Auto zum Aufzug gefragt, und Sie erz&#228;hlen mir so eine Gr&#252;tze.&#8220;</p>
<p>&#8222;Entschuldigung, aber der Weg zum Hotel <em>ist</em> ausgeschildert&#8220;, sagt die Dame hinter dem Tresen. &#8222;Okay&#8220;, sage ich. &#8222;Dann k&#246;nnen Sie mir das bestimmt gleich zeigen. Ich w&#252;rde jetzt erstmal einchecken.&#8220;</p>
<p>Ich checke ein, beziehe mein Zimmer und will nun das restliche Gep&#228;ck aus dem Auto holen. An der Rezeption frage ich: &#8222;Wo ist denn eigentlich der Aufzug, der in die  Tiefgarage f&#252;hrt? Vielleicht finde ich es von dieser Seite aus.&#8220; Denn es gab mehrere Aufz&#252;ge. Sie wies mir den Weg zu einem Aufzug.</p>
<p>Der Aufzug hat einen Knopf &#8222;-1&#8243;, aber keinen Knopf &#8222;-2&#8243;. Ich beginne zu ahnen. Ich fahre auf Ebene -1, gehe durch zwei T&#252;ren und stehe auf der vollgeparkten Ebene, auf der ich keinen Parkplatz gefunden habe. Zur&#252;ck am Aufzug, habe ich keine Chance, nach unten zu fahren. Ich gehe zur&#252;ck, orientiere mich und finde die gro&#223;e Treppe beim Bahnhof. Dort gehe ich eine Etage runter und finde irgendwo auf Ebene -2 mein Auto. Ein etwa zehn Minuten sinnloser Ausflug inklusive Besichtigung des Freiburger Hauptbahnhofes.</p>
<p>Zur&#252;ck an der Rezeption, sage ich der Dame: &#8222;Es tut mir wirklich Leid, aber ich bleibe dabei. Ich w&#252;rde Sie feuern. Sie wissen nicht, dass der Aufzug nur eine Etage runtergeht. Und Sie erz&#228;hlen Leuten, die eine Etage tiefer parken, der Weg sei ausgeschildert.&#8220; Sie begann zu diskutieren, sie k&#246;nne ja nicht wissen, dass ich auf Ebene -2 parke.</p>
<p>Im Grunde kann man so etwas auf sich beruhen lassen: Die Frau ist einfach nicht in der Lage, aus der Perspektive eines anderen Menschen zu denken, da sie offenkundig <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/egozentriker/">Egozentrikerin</a> ist. Egozentriker k&#246;nnen nicht aus der Sicht anderer denken, das zeichnet sie aus. Sie denken, alle n&#228;hmen die Welt nur aus ihrer Sicht wahr. Dass es anderes Denken gibt, passt nicht in das Weltbild von Egozentrikern. Okay, k&#246;nnte ich sagen, dieses Krankheitsbild scheint in der Hotellerie stark repr&#228;sentiert zu sein. Ich k&#246;nnte es hinnehmen, und gut ist.</p>
<p>Aber solange Gastroleute und Hoteliers freundlich l&#228;chelnd hohle Floskeln verwenden, kann ich es nicht auf sich beruhen lassen. Die Bankett-Chefin fragte mich n&#228;mlich: &#8222;Wie war Ihre Anreise?&#8220; Das Spiel &#8222;Du fragst – ich antworte&#8220; geh&#246;rt zu den einfachsten der Welt. Also erz&#228;hlte ich ihr, wie meine Anreise war. Sie versprach, sich Madame von der Rezeption mal vorzunehmen.</p>
<p>Oft genug bin ich wirklich sehr fassungslos angesichts der Dummheit in dieser Branche.</p>
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		<title>Usability in Unternehmen</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Apr 2011 09:29:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Stammtisch]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Gro&#223;es Thema: Nur ganz wenige Unternehmen scheinen in der Lage zu sein, aus Kundensicht zu kommunizieren. Die Usability ist oft mangelhaft.
Das eine Hotel mutet einem einen engen Schlauch als Seminarraum zu, so dass man in ein anderes Hotel wechseln muss. Das andere Hotel schaltet das &#252;berfrachtete System eines &#252;bertechnisierten Netz-Anbieters zwischen Internet und Gast. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gro&#223;es Thema: Nur ganz wenige Unternehmen scheinen in der Lage zu sein, aus Kundensicht zu kommunizieren. Die Usability ist oft mangelhaft.</p>
<p>Das eine Hotel mutet einem einen engen Schlauch als Seminarraum zu, so dass man in ein anderes Hotel wechseln muss. Das andere Hotel schaltet das &#252;berfrachtete System eines &#252;bertechnisierten Netz-Anbieters zwischen Internet und Gast. Die Accounts funktionieren f&#252;nf Minuten, dann hei&#223;t es &#8222;Account deaktiviert&#8220;.</p>
<p>Eine Angestellte des Hotels erkl&#228;rt, sie sei den ersten Tag hier. Der Techniker hat sich verkrochen. Der Hotliner des Netz-Anbieters will die Schuld auf meinen Rechner schieben, doch als wir den Anbieter umgehen und die IP-Adressen unserer Rechner dort freischalten, geht es. Die Rezeption erkl&#228;rt, dass sich Kunden st&#228;ndig &#252;ber das Internet beschweren und dass man nicht aus dem Vertrag mit dem Netz-Anbieter rauskomme.</p>
<p>Ein anderes Hotel leidet unter seinem Anbieter von Zimmerkarten und will aus dem festen Vertrag raus. St&#228;ndig beschweren sich Kunden dar&#252;ber, dass die Karten nicht funktionieren.</p>
<p>Warum nur kommunizieren so wenige Unternehmen aus Kundensicht? Warum trauen sich so viele Unternehmen mit unausgereiftem Schrott auf den Markt?</p>
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		<title>&#214;fter mal &#8222;Nein&#8220; sagen</title>
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		<pubDate>Wed, 27 Oct 2010 08:17:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Mach dein Ding!]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Dideldideld&#252;.
&#8222;Ja, Baum?&#8220;
&#8222;Guten Tag, Herr Baum! Hier ist NAME von der Firma NAME. Erstmal wollen wir uns ganz herzlich bei Ihnen f&#252;r Ihre erste Bestellung bedanken, die Sie als Neukunde bei unserem Unternehmen vorgenommen haben.&#8220;
&#8222;Lesen Sie mir jetzt einen Text vor?&#8220;
&#8222;Nein, ich rufe nur an wegen der Kundenzufriedenheit. Ich wollte Sie fragen, ob Sie mir kurz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dideldideld&#252;.</p>
<p>&#8222;Ja, Baum?&#8220;</p>
<p>&#8222;Guten Tag, Herr Baum! Hier ist NAME von der Firma NAME. Erstmal wollen wir uns ganz herzlich bei Ihnen f&#252;r Ihre erste Bestellung bedanken, die Sie als Neukunde bei unserem Unternehmen vorgenommen haben.&#8220;</p>
<p>&#8222;Lesen Sie mir jetzt einen Text vor?&#8220;</p>
<p>&#8222;Nein, ich rufe nur an wegen der Kundenzufriedenheit. Ich wollte Sie fragen, ob Sie mir kurz ein paar Fragen beantworten k&#246;nnten.&#8220;</p>
<p>&#8222;Nein, sorry, no way. Stellen Sie sich bitte vor, Sie bestellen irgendwo was im Internet, und hinterher ruft jede Firma an und belagert Ihre Zeit. Sie fahren mit dem Taxi zum Bahnhof, und sp&#228;ter ruft das Taxiunternehmen an und fragt, wie&#8217;s war. Entschuldigen Sie bitte, aber ich habe hier wirklich zu tun.&#8220;</p>
<p>&#8222;Aber die bestellte Ware ist ordnungsgem&#228;&#223; angekommen?&#8220;</p>
<p>&#8222;Sonst h&#228;tte ich mich ganz sicher bei Ihnen gemeldet, oder was denken Sie? Sie machen mit Verlaub einen v&#246;llig sinnlosen Job. Ich w&#252;rde mir an Ihrer Stelle was Neues suchen, denn sinnlose Stellen streichen Unternehmen ganz besonders gern.&#8220;</p>
<p>&#8222;Gut, danke, dann war&#8217;s das schon.&#8220;</p>
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		<title>Marketing: Die Kunst der Verkomplizierung</title>
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		<pubDate>Mon, 25 Oct 2010 09:12:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Business]]></category>
		<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[
Die Bahn: Regeln, Bedingungen, kompliziertes Zeug
Marketing soll ja den Verkauf f&#246;rdern. Und Menschen kaufen dann besonders gerne, wenn sie verstehen, worum es geht. Je einfacher etwas ist, desto besser ist es. Je komplizierter etwas ist, desto mehr Ressourcen verschwenden die Anbieter bei sich selbst durch vermeidbare Beratungen und bei den Kunden in Form von vermeidbarem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/10/marketing.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6657" title="marketing" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/10/marketing.jpg" alt="" width="400" height="70" /></a></p>
<p><strong>Die Bahn: Regeln, Bedingungen, kompliziertes Zeug</strong></p>
<p>Marketing soll ja den Verkauf f&#246;rdern. Und Menschen kaufen dann besonders gerne, wenn sie verstehen, worum es geht. Je einfacher etwas ist, desto besser ist es. Je komplizierter etwas ist, desto mehr Ressourcen verschwenden die Anbieter bei sich selbst durch vermeidbare Beratungen und bei den Kunden in Form von vermeidbarem Zeitaufwand. Aber sehr viele Unternehmen wollen es den Menschen offenbar nicht einfach machen.</p>
<p>Die Deutsche Bahn bietet jetzt <a href="http://www.facebook.com/chefticket#!/chefticket?v=wall">in Facebook das &#8222;Chef-Ticket&#8220;</a> an. Es ist skurrilerweise zuggebunden und damit ohne die f&#252;r Chefs n&#246;tige Flexibilit&#228;t, falls sich mal ein Gesch&#228;ftstreffen verz&#246;gert – ganz offenbar von Angestellten so ausgedacht. Au&#223;erdem sind die Tickets offenbar an die zweite Klasse gebunden und insofern ebenso wenig cheflike. Wer eine Fahrt f&#252;r den 12. Dezember oder sp&#228;ter buchen will, muss zudem bis zum neuen Fahrplan warten. Erst dann gelingt die Buchung.</p>
<p>Mit so einem Ged&#246;ns wagt sich die Bahn raus. Wie kann das sein? Das ist doch so ziemlich das Gegenteil von klugem Marketing. Vielmehr entsteht der Eindruck, bei der Bahn sitzen Leute zusammen, die uns das Leben durch m&#246;glichst komplizierte Algorithmen und Bedingungen in ihren Abl&#228;ufen schwer machen m&#246;chten. Aber die Antwort d&#252;rfte relativ einfach sein. Wir m&#252;ssen fragen, welcher Menschenschlag mit welchem Weltbild bei der Bahn arbeitet.</p>
<p><a href="http://www.seiwert.de/">Lothar Seiwert</a> beschreibt in seinem neuen Buch <a href="http://www.amazon.de/simplify-your-time-Einfach-haben/dp/359339121X/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;qid=1287993986&amp;sr=8-1">&#8222;Simplify your time&#8220;</a> den &#8222;Exakt-Typen&#8220;. Er ist &#8222;genau&#8220;, &#8222;logisch&#8220; und &#8222;ordnungsliebend&#8220;: &#8222;Bevor er zum St&#228;dtetrip  aufbricht, m&#246;chte er erst mal in aller Ruhe in diversen Reisef&#252;hrern  schm&#246;kern und ein ausgekl&#252;geltes Besichtigungsprogramm zusammenstellen.&#8220; Der Exakt-Typ selbst h&#228;lt es, wie viele andere Menschen auch, f&#252;r  v&#246;llig normal, dass er so tickt, wie er tickt. Und er geht davon aus,  und hier fehlt ihm die Empathie, andere Menschen w&#252;rden sich ebenso &#252;ber  eine &#252;bertrieben detaillierte Planung freuen. Arbeitet er nun im  Marketing eines Gro&#223;unternehmens, leiden unter seiner Haltung sehr viele  Menschen.</p>
<p>Bei einem Unternehmen wie der Bahn dominiert h&#246;chstwahrscheinlich der &#8222;Exakt-Typ&#8220;. Das bringt schon die n&#246;tige Affinit&#228;t zum Thema Fahrplan mit sich. Positiv formuliert empfinden diese Menschen eine tiefe Liebe zu allen Abl&#228;ufen, die perfekt funktionieren. Das Ideal des ablauforientierten Perfektionisten ist die Modelleisenbahn, die ohne Ziel um Kunstberge herumf&#228;hrt. Abl&#228;ufe m&#252;ssen ablaufen, dann ist der &#8222;Exakt-Typ&#8220; gl&#252;cklich. Er ist umso gl&#252;cklicher, je komplizierter ein Ablauf ist, der aus seiner Sicht reibungslos l&#228;uft, dadurch empfindet er die kindliche Genugtuung, dass er sauber gearbeitet hat. Kommen also Buchungen rein, sagt er sofort: &#8222;Klappt doch!&#8220;, und freut sich &#252;ber  seinen perfekten Ablauf. Weil jemand bucht, und das ist fatal, sagt er auch gleich: &#8222;Die Leute lieben unsere Routine! Wir haben alles richtig gemacht!&#8220;</p>
<p>Bleibt dagegen eine Buchung aus, weil das Procedere  manche Menschen drau&#223;en verzweifeln l&#228;sst, bekommt er das nicht mit. Dass jemand Abl&#228;ufe uninteressant findet und lieber Ziele verfolgt, versteht dieser  Typ nicht. Er findet es einfach nur unfassbar gro&#223;artig, sich in komplizierte  Abl&#228;ufe und Buchungsbedingungen hineinzudenken, und er glaubt, alle Menschen seien so.</p>
<p>(Diesen Typen gibt es nat&#252;rlich nicht nur bei der Bahn. Er bestimmt fast unser gesamtes Gemeinwesen, wor&#252;ber wir an anderer Stelle einmal sprechen sollten. Er hat das Steuersystem verbockt, er hat das Bildungswesen versaut, er hat das Gesundheitssystem zu einem Monster aufgeblasen. Wir sollten ihm dringend das Zepter entrei&#223;en und Sinn- statt Regelorientierung einf&#252;hren.)</p>
<p>Wenn nun die Bahn bei Facebook ist, kommt zur gewohnten Einbahnstra&#223;en-Unternehmenskommunikation ein ziemlich kritischer R&#252;ckkanal hinzu. Facebook zwingt Unternehmen, die Perspektive ihrer Kunden einzunehmen und ihre Produkte aus deren Sicht nachzuvollziehen. Ohne dieses Korrektiv wird uns die Bahn auch k&#252;nftig mit komplizierten  Abl&#228;ufen das  Leben schwer machen, solange dort offenkundig dieser  Menschenschlag  dominiert. Das Mitmach-Internet ist hier eine gro&#223;e Chance. Wir d&#252;rfen also Hoffnung haben. Sollte die Bahn durch Facebook lernen, d&#252;rfte sie attraktiver werden.</p>
<p>Zugleich reagieren Menschen unterschiedlich auf die unn&#246;tige Verkomplizierung von Marketing. Lassen Sie uns die Menschen in zwei Kundentypen aufteilen:</p>
<p>- <strong>Typ 1 </strong>schaut sich bei Angeboten um und vollzieht alles nach, was die Industrie vorschl&#228;gt. Er definiert eine &#8222;Anwendung&#8220; als das, was die Softwareindustrie verkauft. Er liest Handb&#252;cher und vollzieht alle Denkschleifen der Entwickler nach. Dass sich beispielsweise beim Blackberry die Tastensperre durch &#8222;alt-enter&#8220; aktivieren und durch &#8222;Stern-gr&#252;n&#8220; deaktivieren l&#228;sst, empfindet er nicht als Kundenfeindlichkeit oder Dummheit der Entwickler, sondern als Produkteigenschaft, die man nun einmal kennen m&#252;sse. Er denkt sich auch in die Regularien der Bahn hinein und befolgt sie brav.</p>
<p>- <strong>Typ 2</strong> schaut sich bei seinem Bedarf um und sucht Produkte, die seine Probleme l&#246;sen. Eine &#8222;Anwendung&#8220; sieht er als das, was ihm hilft. Er liest keine Handb&#252;cher, sondern erwartet, dass ein Produkt einfach funktioniert. Er erwartet, dass sich Produktentwickler und Marketing-Leute in ihren Weltbildern an einem Kunden orientieren, der sich nicht in die internen Abl&#228;ufe jedes Unternehmens und ihre zahlreichen absurden Bedingungen f&#252;r Funktionen hineindenkt. F&#252;r ihn ist es Aufgabe der Anbieter, sich in den Kunden hineinzudenken, nicht umgekehrt. Einem Unternehmen, das ihn mit Ansagen bel&#228;stigt wie &#8222;Bis auf die aufpreispflichtigen ICE-Sprinter-Z&#252;ge k&#246;nnen alle Z&#252;ge, in denen das Chef-Ticket gilt, ohne Reservierung genutzt werden&#8220;, kehrt er den R&#252;cken. Zu kompliziert, da doch die wirklich wichtigen Dinge einfach sein sollten. Und zu anma&#223;end, diese Selbstverst&#228;ndlichkeit, der Kunde werde den wirren Gedanken schon folgen.</p>
<p>Wenn nun Typ 1 in einem Unternehmen arbeitet, und das ist ja eben meist der regelorientierte &#8222;Exakt-Typ&#8220;, &#252;bertr&#228;gt er im Falle mangelnder Empathie sein Menschenbild auf die Kunden. Er versteht in keiner Weise, wieso jemand da drau&#223;en meint, die vielen Algorithmen seien kompliziert. Warum kompliziert? Es ist doch alles bis ins kleinste Detail durchdacht! Und so ist die Kombination von Marketing und ablauforientiertem Denken mitunter fatal.</p>
<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/10/shell.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6661" title="shell" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/10/shell.jpg" alt="" width="400" height="277" /></a></p>
<p><strong>Shell: Industrie zwingt Konsumenten zu Unsinn im Hirn<br />
</strong></p>
<p>Ebenfalls ein sch&#246;nes Beispiel f&#252;r nicht mitdenkendes Marketing ist Shell. Shell bekommt es nicht einmal mehr hin, Diesel einfach zu kennzeichnen. Wer Diesel sucht, findet an Shell-Tankstellen &#8222;Shell FuelSave Diesel&#8220;, mit der f&#252;r marketingversaute Gehirne typischen &#8222;BinnenVersalie&#8220;, einem Gro&#223;buchstaben mitten im Wort, und au&#223;erdem noch &#8222;Shell V-Power Diesel&#8220;, wobei die Bedeutung des &#8222;V&#8220; unklar bleibt. &#8222;FuelSave&#8220; hei&#223;t f&#252;r mich &#8222;Sprit sparen&#8220;, also denke ich, das ist die teurere Variante mit der angeblich h&#246;heren Reichweite. Aber nein, es ist genau umgekehrt, und der Kunde f&#252;hlt sich irregef&#252;hrt.</p>
<p>Und was macht Shell? Muss anerkennen, dass das Management dem Volk drau&#223;en seine Wortsch&#246;pfungen nicht einfach so befehlen kann wie intern den Mitarbeitern. Muss zur Kenntnis nehmen, dass das &#8222;V&#8220; unklar bleibt, so stolz man intern auch darauf ist. Muss einsehen, dass es nur ein Unternehmen unter mehreren ist. Muss Aufkleber produzieren, um das vers&#228;umte Mitdenken nachzuholen. &#8222;Aus Shell Diesel wird Shell FuelSave Diesel – der Preis bleibt gleich&#8220;. Ein Riesen-Aufwand und Personaleinsatz, um einen Denkfehler zu korrigieren, der aus mangelnder F&#228;higkeit zur Einf&#252;hlung herr&#252;hrt. Warum man Diesel umbenennen muss, bleibt schleierhaft. In der Folge ist der Tankwart an unserer Shell-Tanke v&#246;llig entnervt, weil ihn die Kunden regelm&#228;&#223;ig fragen: &#8222;Was ist denn bei euch der normale Diesel?&#8220;</p>
<p>Kunden-Typ 1 macht diesen Schwachsinn mit. Er sieht nicht, dass wir es hier mit vermeidbarem Aufwand zu tun haben, sondern er akzeptiert jede Pirouette, die ein Marketinggehirn so dreht. Kunden-Typ 1 liest den Aufkleber und lernt brav: &#8222;Bei Shell hei&#223;t jetzt alles FuelSave&#8220;. Das merkt er sich ebenso wie das Kleingedruckte der Bahn, die Klauseln von Versicherungsvertr&#228;gen, die Details in Tarifen seines Mobilfunkanbieters. Kunden-Typ 1 knallt seine Zeit und seine Denkkapazit&#228;t mit Nebens&#228;chlichkeiten zu und kommt vor lauter Detail-Orientierung kaum noch dazu, die gro&#223;en Brocken zu bewegen. Diesem Kundentypen verkauft man jeden Bl&#246;dsinn. Und das mag das Ziel von verkomplizierendem Marketing ja m&#246;glicherweise sein. Typ 1 dient der Industrie  und spielt ihre Spielchen mit. Dass  die Wortwahl jedem Fremden das Leben schwer macht, daran denkt er nicht.</p>
<p>Kunden-Typ 2 dagegen stellt die Sinnfrage und weigert sich, sein Denken mit Ballast zu verstopfen. &#8222;Nein, ich merke mir die Kunstbegriffe irgendwelcher Unternehmen nicht, weil es unwichtig ist&#8220;, ist die Haltung, und die einfachste L&#246;sung f&#252;rs Gehirn lautet &#8222;Shell? Nein!&#8220;. &#8222;In die Bahn reindenken? Nein, das Auto nehmen!&#8220; Oder er merkt sich: &#8222;Diesel bei Shell ist schwarz-gelb&#8220;. Und nimmt im Falle der Bahn stets das gleiche Ticket nach dem Motto &#8222;einmal reindenken, dann immer anwenden&#8220;. Jedenfalls l&#228;sst er sich nicht ins Denken pfuschen und &#252;bernimmt grenzdebile Wortsch&#246;pfungen. Typ 2 findet es  bescheuert, Produkte nicht klar zu kennzeichnen, und er fragt sich,  warum ein Unternehmen so etwas tut. Typ 2 wundert sich dar&#252;ber, dass Menschen sich auf diese Weise von Unternehmen mit irrelevantem Kleinkram auf Trab halten lassen.</p>
<p>Ich bin sicher: Wenn wir das Mitdenken und die Empathie st&#228;rker in unserer Wirtschaft verankern wollen, sollten wir dem &#8222;Exakt-Typen&#8220; nicht mehr l&#228;nger die Regie &#252;berlassen. Statt Ablauf-Fanatismus k&#246;nnten wir k&#252;nftigen Managern auch Zielorientierung beibringen.</p>
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		<title>Nicht kaufen!</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Oct 2010 19:21:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[
Unglaublich, was man f&#252;r grenzdebile E-Mails von Leuten bekommt, die von sich selbst sagen, dass sie in ihren neuen B&#252;chern nichts kluges Neues mehr schreiben. &#8222;Die Inhalte sind weitgehend dieselben&#8220;. Ts &#8230; Dieses Armutszeugnis soll wohl &#8222;Marketing&#8220; sein. Schr&#228;g.
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			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone size-full wp-image-6592" title="buchspam1" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/10/buchspam1.jpg" alt="" width="400" height="198" /></p>
<p>Unglaublich, was man f&#252;r grenzdebile E-Mails von Leuten bekommt, die von sich selbst sagen, dass sie in ihren neuen B&#252;chern nichts kluges Neues mehr schreiben. &#8222;Die Inhalte sind weitgehend dieselben&#8220;. Ts &#8230; Dieses Armutszeugnis soll wohl &#8222;Marketing&#8220; sein. Schr&#228;g.</p>
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		<title>Misstrauen Sie Produktbewertungen!</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Oct 2010 20:15:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Warum? Weil Unternehmen beispielsweise aus dem Telekom-Reich auch mal eine Agentur damit beauftragen, in Foren Texte zu schreiben.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Warum? Weil Unternehmen beispielsweise aus dem Telekom-Reich auch mal <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/0,1518,722255,00.html">eine Agentur damit beauftragen, in Foren Texte zu schreiben</a>.</p>
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		<title>Das 67-Kilobit-Hotel</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 19:20:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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&#8222;Haben Sie Internet?&#8220; Eine typische Frage kurz vor Seminarbeginn in einem Hotel – und ein Kellner bringt ein Password. Standard. So geht das vor fast jedem Seminar. Man loggt sich ein und gut. Mein Fehler, der mir Stunden raubte: Ich dachte, das sei auch im Arcotel Wimberger in Wien normal.
Das Netz war laaaaaaaaangsam! So langsam, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/arcotel1.jpg"><img class="alignnone size-full wp-image-6078" title="arcotel1" src="http://www.thilo-baum.de/wordpress/wp-content/uploads/2010/09/arcotel1.jpg" alt="" width="400" height="103" /></a></p>
<p>&#8222;Haben Sie Internet?&#8220; Eine typische Frage kurz vor Seminarbeginn in einem Hotel – und ein Kellner bringt ein Password. Standard. So geht das vor fast jedem Seminar. Man loggt sich ein und gut. Mein Fehler, der mir Stunden raubte: Ich dachte, das sei auch im Arcotel Wimberger in Wien normal.</p>
<p>Das Netz war laaaaaaaaangsam! So langsam, dass ich einen <a href="http://www.speedcheck.arcor.de/vodafone/start.jsp?k=1">Speedtest</a> machte: 68 Kilobit pro Sekunde Download, 38 Kilobit pro Sekunde Upload. Nichts, womit man Hotelg&#228;sten heute ernsthaft kommen k&#246;nnte. Ich rufe Frau H., unsere Ansprechpartnerin. Die erkl&#228;rt: &#8222;Wenn Sie eine schnellere Verbindung wollen, ist das kostenpflichtig. Kostenlos ist nur der Zugang mit 128 Kilobit pro Sekunde.&#8220;</p>
<p><strong>Unverlangt kostenlos</strong></p>
<p>Du! Dumme! Trulla! Ich! Habe! Gar! Nichts! Kostenfreies! Verlangt! Als ginge es um ein paar Euro! Wir machen hier ein Neue-Medien-Seminar mit weit mehr als hundert Teilnehmern, wir <em>arbeiten</em>, falls ihr wisst, was das ist, und ihr glaubt im Ernst, die Leute kommen mit 128 Kilobit zurecht, die bei einem echten Test sogar nur 50 Prozent davon hergeben? &#8222;Mit dieser Geschwindigkeit machen wir immer Seminare&#8220;, sagt Frau H., und ich frage mich: Was f&#252;r Seminare sollen das sein?</p>
<p>H&#252;pfgruppen?</p>
<p>Und in der Tat: Auf dem Zettel mit dem &#8222;Free Internet Access&#8220; steht unten: &#8222;F&#252;r einen schnelleren Internetzugang (1 Mbit/s) kontaktieren Sie bitte die Rezeption.&#8220; Eine Stunde 4 Euro, drei Stunden 9 Euro, 24 Stunden 19 Euro. Aha. Gutes Geld f&#252;r schlechte Leistung. Und ein Megabit pro Sekunde soll schnell sein? Na ja. Mit diesem Tempo ist es kaum m&#246;glich, ein Internet-Seminar darzustellen, in das ich Powerpoint-Pr&#228;sentationen mit Fotos hochlade. Auch der Video- und Fernsehkollege kann damit nur holprig auf Youtube zugreifen.</p>
<p>Nun erfahren wir von Frau H., dass wir f&#252;r drei Laptops drei Zug&#228;nge brauchen. Also verschiedene Logins. Und nat&#252;rlich sagen wir: &#8222;Naaaaa! Uuuuuuund?&#8220; Sie: &#8222;Das m&#252;ssten wir dann extra berechnen.&#8220; Wir: &#8222;Schei&#223;egal! Rauf auf die Rechnung!!! Aber bitte zackig!!!!&#8220; Sie will es einfach nicht kapieren, und es zeichnet sich ein Wertekonflikt am Horizont ab. Unser Ziel: Hauptsache, es funktioniert, und zwar schnell! Ziel der Hotel-Angestellten: Routinen einhalten, Regeln befolgen, &#8222;Leistungspakete&#8220; nach Preisen staffeln und damit den Kunden auf den Senkel gehen – statt einfach nur ergebnisorientiert zu arbeiten.</p>
<p><strong>Taschenrechner, die kreativ sein wollen</strong></p>
<p>Unternehmenskommunikation ist oft vollkommen schr&#228;g: Als w&#252;rde es die Kunden interessieren, welche Preisstaffelungen ein Hotel mit seinen Internet-Zug&#228;ngen aufbaut. Wir machen ein Seminar und brauchen f&#252;r die Dauer des Seminars f&#252;r drei Rechner High-Speed-DSL – ganz einfach. Mehr interessiert uns nicht. Wir pfeifen auf die Kopfgeburten betriebsblinder Marketer. Es ist selten erquicklich, wenn Taschenrechner versuchen, kreativ und originell zu sein, die halbe westliche Welt leidet darunter, nur die Marketer merken es nicht. Die scheinen nur auf dem Nummernblock zu denken, f&#252;r Sinn keine Spur von Gesp&#252;r. Auch hier zeigt sich, dass manches Unternehmen unf&#228;hig ist zu jenem Perspektivenwechsel, der eine <a href="../../lounge/business/sache-oder-bedeutung/">gute Unternehmenskommunikation</a> ausmacht.</p>
<p>Also gibt uns Frau H. neue Zettel mit neuen Zugangsdaten f&#252;r eine schnellere Verbindung. Ich starte den Rechner neu, starte Firefox – doch ich lande auf meiner Startseite statt bei der Eingabemaske des Login-Dienstes Nomadix. Das hei&#223;t, die alte, langsame Session ist noch aktiv. Wie bekomme ich die weg? Ich l&#246;sche Cookies, starte den Rechner neu, starte Airport neu, ich nehme Safari statt Firefox – ich lande immer wieder auf meiner Website statt bei der Eingabemaske f&#252;r den WLAN-Zugang. Technisch funktioniert die WLAN-Verbindung zwar, aber durch den Code zur langsamen Verbindung hat sich irgendwo irgendeine Komponente festgesetzt, die beharrlich daf&#252;r sorgen will, dass meine Netzverbindung f&#252;r die n&#228;chsten vierundzwanzig Stunden langsam ist. Nur welche Komponente ist das? Und wo sitzt diese Komponente?</p>
<p>Dass dieses Ph&#228;nomen auftritt, ist Frau H. nat&#252;rlich vollkommen neu. Nie erlebt, nie dar&#252;ber nachgedacht, keine Peilung davon und vor allem: Sie wei&#223; gar nicht, dass sie mit dem Kostenlos-Zugang durch ihr Unwissen G&#228;ste in diese Technik-Falle lockt. Sie wei&#223; keine Abhilfe, sie verspricht, einen Techniker zu schicken. Die bisherigen &#8222;Techniker&#8220; waren eher nur Beamer-Aufsteller als Techniker und verstehen ebenfalls nichts von dem Problem, daher bitte ich um jemanden mit Kompetenz, in der Hoffnung, Frau H. kennt das Wort. Ich frage Frau H. in diesem Dialog auch an einer Stelle, ob sie denn versteht, wor&#252;ber ich spreche. Technisch kam da nicht viel. Menschlich frage ich sie, ob sie den &#196;rger dar&#252;ber nachvollziehen k&#246;nne, dass sie mich in die Falle schickt mit einem unzul&#228;nglichen Zugang, durch den sich das System merkt, ich solle langsam sein. Sie kapiert es nicht.</p>
<p><strong>Sinnlose Entschuldigung ohne konkrete Hilfe</strong></p>
<p>Frau H. entschuldigt sich, aber in der Sache bleibt sie stumpf. Sie sagt: Die Kellner, die mir die Zugangsdaten gebracht h&#228;tten, k&#246;nnten das ja nicht wissen. Ich frage sie: Warum nicht? Das ist doch eine Grundfunktion des Hauses? Verst&#228;ndnis null. Frau H. beginnt zu argumentieren, wir h&#228;tten f&#252;r den Raum sowieso sehr gute Konditionen. Ich bin kurz davor, eine Straftat zu begehen. Die Frau spricht &#252;ber Geld? Als ginge es um Geld! Ich sage ihr halbwegs freundlich: &#8222;Es! Geht! Nicht! Um! Geld! Es! Geht! Darum! Dass! Das! Netz! Funktioniert!&#8220; Als seien wir Leute, die ein paar Euro sparen wollen, zumal ich nicht der Veranstalter bin, sondern der Haupt-Act. Ich habe mit dem Hotel nichts ausgedealt, ich will da einfach nur meine Show machen mit gutem Netz. Aber sie kapiert es nicht. Sie versteht nicht, dass ihr Verhalten zur Folge hat, dass ich massenhaft Zeit verschwende mit Cache-L&#246;schen und Neustart, statt einfach ganz normal effektiv arbeiten zu k&#246;nnen, und sie geht wieder ihrer Wege.</p>
<p>Der versprochene Techniker kommt nicht. Das Hotel versagt, und wir beschlie&#223;en, es nicht mehr um Rat zu bitten. W&#228;re das Seminar in Deutschland, w&#252;rde der Surfstick funktionieren, aber wir sind in Wien. Also bestellen wir einen IT-Techniker aus dem Wiener B&#252;ro des Seminarveranstalters. Der kommt her, guter Mann, klar im Kopf, Mac-Crack. Er h&#246;rt mir zu, glaubt mir meine Darstellung, versteht sofort und sagt: Das Problem liegt im Router. Der hat sich den Login gemerkt. Entweder du nimmst einen anderen Rechner, oder das Hotel muss im Router den Eintrag l&#246;schen. Ich sage: Anderer Rechner geht nicht, weil ich auf diesem Mac alles habe, weil der Klon-Rechner in meinem Hotel liegt und weil die USB-Stick-Schieberei unzumutbar ist.</p>
<p>Wir also runter zur Rezeption, verlangen nach Frau H. und sagen ihr: Bitte l&#246;schen Sie meinen Eintrag auf Ihrem Router. Frau H. sagt, sie k&#246;nne uns da nicht helfen.</p>
<p>Es wird jetzt eher unangenehm f&#252;r Frau H., da ich nun an der Rezeption f&#252;r viele G&#228;ste und Mitarbeiter sehr deutlich vernehmbar erkl&#228;re, dass sie dann keine unterschiedlichen Geschwindigkeiten anbieten sollen, wenn sie die Technik nicht beherrschen. Wir machen ein hochprofessionelles Medienseminar, und man m&#246;ge doch bitte nicht glauben, dass wir mit 128 Kilobit pro Sekunde arbeiten k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Direktorin greift durch</strong></p>
<p>Wegen des Trubels tritt die Direktorin auf den Plan.</p>
<p>Ich sage ihr, dass ich seit mehr als einer Stunde vergeblich versuche, eine L&#246;sung zu finden, ohne dass mir das Hotel hilft. Dass mir Geld egal ist, sondern dass das Seminar gleich startet und funktionieren muss. Dass ich wegen der Unf&#228;higkeit des Hauses nicht dazu komme, Teilnehmer zu begr&#252;&#223;en, weil niemand die Technik kapiert und es um meinen Rechner geht, den der Hotel-Router auf dem Kieker hat wegen der bl&#246;den langsamen Einstellung, die man uns ernsthaft zugemutet hat. Ich sage, dass wir einen externen Techniker herbestellt haben, der die Problemursache diagnostiziert hat, nachdem das Hotelpersonal dazu unf&#228;hig war. Dass ich jetzt gerne ins Taxi steigen kann, um durch halb Wien zu fahren und aus meinem Hotel meinen Zweitrechner zu holen, wenn Frau Direktorin bereit ist, die Folgen zu tragen.</p>
<p>Dann geschieht das Unglaubliche: Die Direktorin l&#246;st das Problem in zehn Minuten. Sie greift zum Telefon und ruft jemanden an, der in der Tat Zugang auf den Router hat – den externen IT-Crack des Hotels, der das IT-Chaos durchblickt. Ich habe ihn am Apparat, es geht ein wenig hin und her, er &#228;ndert was im Router, wir starten den Mac ein paar Mal neu – und wir haben endlich die Eingabemaske. Die alte Session ist vergessen. Ich logge mich in die neue ein und habe 1000 Megabit pro Sekunde. Die Direktorin bittet den Techniker, noch mehr draufzulegen, und wir bekommen 2000 Megabit pro Sekunde. Und die Direktorin sagt, unsere Internet-Zug&#228;nge seien nat&#252;rlich kostenlos.</p>
<p><strong>Empfehlung: Feuern</strong></p>
<p>Warum nicht gleich? Weil eine inkompetente Mitarbeiterin nicht zuh&#246;rt und nicht l&#246;sungsorientiert denkt, sondern in ihren betriebsinternen Abl&#228;ufen verhaftet bleibt. <a href="http://www.thilo-baum.de/lounge/alltagsphilosophie/die-dummen-intelligenten/">Weil sie konvergent denkt statt divergent</a> – sie gleicht Muster ab und befolgt Regeln, statt kreativ und originell L&#246;sungen zu finden. Aufgrund der Haltung dieser Dame also habe ich 90 Minuten Vorbereitungszeit verschwendet und arbeite w&#228;hrend der ersten Referate an den Webseiten der Teilnehmer, die ich f&#252;r meinen gleich folgenden Auftritt auf die Internet-Plattform hochlade. Und das nur, weil eine Mitarbeiterin eines Hotels nicht bereit dazu war, sich das Problem eines Gastes wirklich anzuh&#246;ren und den IT-Techniker gleich anzurufen.</p>
<p>Empfehlung des Tages: Frau H. feuern. Sie soll erst mal ergebnisorientiertes Denken lernen, bevor sie sich auf den Arbeitsmarkt zur&#252;ckwagt, der Kundeninteressen tangiert. Ich vermute zwar nicht, dass Beh&#246;rden wie Arbeits&#228;mter das zu leisten imstande sind, weil dort &#252;berwiegend regelorientierte Menschen arbeiten, aber das w&#228;re schon mal ein Ansatz, um arbeitsmarktpolitisch etwas zu ver&#228;ndern.</p>
<p>Und falls Sie Hotelier sind, ungeachtet aller Defizite Ihrer Branche ein toller Beruf:</p>
<ul>
<li>Stellen      Sie kostenloses WLAN bereit, in das sich die G&#228;ste einfach und sofort      einloggen k&#246;nnen.</li>
<li>Bieten      Sie allen die beste Geschwindigkeit, die Sie haben.</li>
<li>Behaupten      Sie nicht, 1 Megabit pro Sekunde sei schnell.</li>
<li>Sorgen      Sie daf&#252;r, dass Ihre Mitarbeiter Ihre Produkte verstehen.</li>
<li>Briefen      Sie Ihr Personal, dass es die Probleme der G&#228;ste wirklich l&#246;st.</li>
<li>Feuern Sie Idioten.</li>
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Zu bl&#246;d zum Arbeiten</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/produktquark/zu-bloed-zum-arbeiten/</link>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 10:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
				<category><![CDATA[Produktquark]]></category>
		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei Hotels habe ich schon eine Menge erlebt. Leute von der Rezeption geben mir mangels WLAN ein LAN-Kabel von 40 Zentimetern L&#228;nge, Netzwerk-Steckdose am Bett statt am Schreibtisch – v&#246;llig unbrauchbar, aber die Angestellten interessieren sich halt einen Dreck f&#252;r den Laden, f&#252;r den sie arbeiten. Man sagt am Telefon, es sei ein Nichtraucherzimmer, und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bei Hotels habe ich schon eine Menge erlebt. Leute von der Rezeption geben mir mangels WLAN ein LAN-Kabel von 40 Zentimetern L&#228;nge, Netzwerk-Steckdose am Bett statt am Schreibtisch – v&#246;llig unbrauchbar, aber die Angestellten interessieren sich halt einen Dreck f&#252;r den Laden, f&#252;r den sie arbeiten. Man sagt am Telefon, es sei ein Nichtraucherzimmer, und verschweigt, dass es Raucherbettw&#228;sche ist. Man sagt, man habe Internet, nat&#252;rlich, aber dort angekommen erfahre ich, dass ich daf&#252;r T-Com-Hotspot-Kunde werden m&#252;sste. Man gibt mir einen WLAN-Zugang f&#252;r ein Profi-Seminar, der dann aber viel zu langsam ist und effektiv nicht funktioniert, und merkt dann an, der schnellere koste halt Geld, wobei ich weder von verschiedenen Geschwindigkeiten noch Preisen etwas wusste, sondern einfach nur einen Zugang f&#252;r ein Profi-Seminar bestellt habe. Mit der Folge, dass der Techniker meinen Login im Router umprogrammieren muss.</p>
<p>Die Dummheit im Hotelfach erscheint unermesslich. Die Ausbildungsdefizite sind exorbitant. Was lernen die Leute dort auf der Berufsschule? Wie man das Hirn schont? Vielleicht f&#228;hrt <a href="http://www.stefan-fraedrich.de">Stefan Fr&#228;drich</a> auch deswegen inzwischen Wohnmobil. Gute Entscheidung. Mache ich vielleicht auch bald.</p>
<p>Gestern dann Ankunft in Dortmund. Mein Hotel habe ich, wie so oft, &#252;bers Navi gefunden. Die Datenbank ist ganz gut – Hotels auf der Strecke oder in der N&#228;he des Zielortes samt Telefonnummern auflisten lassen, eins anrufen, buchen und gut. Ein Hotel zu bekommen, ist in aller Regel kein Problem, der Horror ist meistens das, was einen in Hotels dann erwartet.</p>
<p>Die ganze Dortmund-Geschichte werde ich bei Gelegenheit hier noch detailliert beschreiben, weil noch die Stellungnahme des Hoteleigent&#252;mers aussteht – ein Gro&#223;unternehmen, daher ist nicht zeitnah mit einer Antwort zu rechnen und auch nicht mit klaren Worten, vermutlich hei&#223;t es &#8222;bedauerlicher Einzelfall&#8220;, aber schauen wir mal. Vorab erst mal nur das Verhalten der Dame an der Rezeption.</p>
<p>Vom Telefon kennt sie meinen Namen (&#8222;Thilo Baum&#8220;). Beim Einchecken legt sie mir einen Meldezettel vor, auf dem ein &#8222;Rolf Baum&#8220; mit allen Daten voreingetragen ist, Adresse, Telefonnummer, alles. Die gute Frau hat nicht kapiert, dass der Vorschlag eines Computers nur ein Vorschlag ist, und dass sie pr&#252;fen muss, welcher Baum ich bin. Sie meint, ich soll halt streichen, was falsch sei, und die Eintr&#228;ge korrigieren. Das mache ich. Daraufhin liest sie &#8222;THILO&#8220; (von mir deppensicher in VERSALIEN geschrieben) als &#8222;THICO&#8220;, obwohl das &#8222;L&#8220; ganz klar eine Senkrechte, eine Waagerechte und dazwischen einen rechten Winkel hat und obwohl mein zugegeben seltener Vorname derzeit dank Sarrazin auf jeder Titelseite steht. Sie darf es also noch mal korrigieren. Schlie&#223;lich druckt sie alles aus, und statt &#8222;16909 Heiligengrabe-Grabow&#8220;, wie ich es hingeschrieben hatte, steht beim Wohnort &#8222;16909 Wittstock&#8220;. Wieder der gleiche Patzer – sie &#252;bernimmt einfach stumpf die Vorschl&#228;ge eines Computersystems.</p>
<p>Dass ich endlich einchecken will nach 500 Kilometern, kapiert sie nicht. Kann sie sich gar nicht vorstellen. Sie denkt nur an ihre Routinen. Um die Perspektive eines Kunden einzunehmen, dazu ist sie viel zu stumpf.</p>
<p>Ist das wirklich die MTV-Generation, das Internet? Wie kann es sein, dass solche Leute Jobs bekommen?</p>
<p>K&#252;rzlich war ich mit meiner lieben Kollegin Babette essen, am Wannsee, gediegen, und in der Karte war ein Extrablatt mit Pfifferling-Gerichten. Wir haben es eilig, w&#228;hlen schnell, wir beide wollen ein Pfifferling-Gericht. Bedienung kommt, wir bestellen, da sagt sie: &#8222;Die Pfifferlinge sind noch nicht da.&#8220; Babette sagt mit dem ihr eigenen Charme: &#8222;Andere Leute legen dann das Pfifferling-Blatt gar nicht rein.&#8220;</p>
<p>Und wissen Sie was? Die Bedienung verstand die Andeutung nicht. Zu bl&#246;d daf&#252;r. Zu bl&#246;d zum Kapieren. Zum Kommunizieren. Zum Mitdenken. Zu bl&#246;d zum Arbeiten.</p>
<p>Woher kommt das? Woher kommen die mangelnde Empathie, mangelnde Konzentration, Unf&#228;higkeit f&#252;r die richtigen Schl&#252;sse – warum werden die Leute immer bl&#246;der? Oder war das schon immer so, und wir mit unseren vielen Erwachsenenbildungsthemen und unserer Gesellschaftskritik haben daf&#252;r einfach nur ein besonders scharfes Auge? Und vor allem: Wie kann es sein, dass dieses dumme Volk Jobs hat, in denen es die Umwelt mit seiner Dummheit bel&#228;stigt?</p>
<p>Mir scheint es, als w&#252;rden die klassischen Angestellten tats&#228;chlich glauben, es sei Arbeit, was sie da machen. Zeit zubringen mit Dingen, die am Ende sinnlos sind, abgebrochen werden. Ich hatte jahrelang einen Ansprechpartner bei meiner Bank, jetzt ist der Typ pl&#246;tzlich weg, krank, und keine Sau k&#252;mmert sich um mich. Wir machen ein Projekt mit einem Gro&#223;unternehmen, da wird der Ansprechpartner versetzt, und das ganze Projekt liegt flach. Sind diese klassischen Angestellten wirklich Zeitverschwender? Weil sie nicht erkennen, dass Ergebnisse der Sinn des Arbeitens sind, sondern glauben, es gehe um Abl&#228;ufe an sich und das Zeit-Absitzen?</p>
<p>Im Hotelfach scheint es jedenfalls so zu sein. Zehn von hundert Hotels sind super, der Rest ist Mittelma&#223; oder grottig, das ist meine Erfahrung. Und der Grund ist meist das Verhalten der Angestellten. Dummheit, fehlende F&#228;higkeit zum Perspektivenwechsel.</p>
<p>Ich habe meine Liste von Hotels, in die ich in bestimmten St&#228;dten und Regionen gehe, bei denen ich einfach wei&#223;, es klappt alles. Das Risiko eines unbekannten Hotels ist letztlich einfach zu hoch. Leider nur komme ich oft in Gegenden, in denen ich schon viele Hotels probiert, aber noch keines f&#252;r gut befunden habe, beispielsweise in Dortmund.</p>
<p>Also vielleicht doch auf Dauer das Wohnmobil.</p>
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		<title>1&amp;1 inside</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Aug 2010 18:12:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Thilo Baum</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Verbraucherschutz]]></category>

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		<description><![CDATA[Nun bin ich selbst kein 1&#38;1-Kunde. Und doch war ich schwer &#252;berrascht, als der gute Herr &#8222;Marcell D&#8216;Avis&#8220; pl&#246;tzlich &#252;ber die Schirme flimmerte und etwas erz&#228;hlte von wegen Kundenzufriedenheit.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun bin ich selbst kein 1&amp;1-Kunde. Und doch war ich schwer &#252;berrascht, als der gute Herr <a href="http://www.youtube.com/watch?v=iranKTRu86E&amp;feature=related">&#8222;Marcell D&#8216;Avis&#8220;</a> pl&#246;tzlich &#252;ber die Schirme flimmerte und etwas erz&#228;hlte von wegen Kundenzufriedenheit.</p>
<p>Am Anfang habe ich gedacht: Whow, 1&amp;1 geht offenbar davon aus, dass man ein Image-Problem hat, und geht das Ganze ernsthaft an.</p>
<p>Und ich dachte mir zugleich: Die lehnen sich aber weit raus. Ein solches Versprechen hat nur Sinn, wenn 1&amp;1 es wirklich h&#228;lt. Das Management dort scheint wirklich eine Strategie gefunden haben, um den Service ernsthaft zu verbessern, und nicht nur medialen Budenzauber bringen. Denn kein Manager bei Verstand d&#252;rfte davon ausgehen, die frustrierten Kunden w&#252;rden dem Medienbild eher glauben als ihren eigenen Erfahrungen.</p>
<p>Nun aber bin ich mir da nicht mehr so ganz sicher. Denn auf <a href="http://www.stefan-fraedrich.de/blog/offener-brief-an-11-schluss-mit-dem-hotline-horror">Stefan Fr&#228;drichs offenen Brief an &#8222;Marcell D&#8216;Avis&#8220;</a> meldete sich in den Kommentaren <a href="http://www.stefan-fraedrich.de/blog/offener-brief-an-11-schluss-mit-dem-hotline-horror/comment-page-1#comment-4444">ein Insider. Und hiermit ergeht Lesebefehl</a>.</p>
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