Egozentriker

Sie sind der größte Feind des frei denkenden, offenen Menschen, für den jede Sekunde des Lebens eine neue Sekunde ist: die Egozentriker. Von ihnen gibt es viel zu viele. Wie erkennt man sie? Wie wehrt man sich gegen sie?

So wie es einmal das geozentrische Weltbild gab (die Erde ist der Mittelpunkt der Welt) und wie es das heliozentrische Weltbild immer noch gibt (die Sonne ist der Mittelpunkt der Welt), gilt heute bei einer zunehmenden Zahl von Menschen das egozentrische Weltbild (ich, ich, ich!). Anders als andere Weltbilder hat das egozentrische Weltbild nicht mehr nur ein Zentrum, sondern mehrere – denn alle Menschen sind der Mittelpunkt der Welt. Dies hat zumindest astronomisch gesehen seinen gutem Grund: Angesichts der Unendlichkeit des Weltalls ist jeder beliebige Punkt der Mittelpunkt. Doch statt aus dieser Beliebigkeit Toleranz abzuleiten, ist es beim Egozentrismus so, dass jedes einzelne der Zentren jedes andere ignoriert.

Egozentriker gehen davon aus, dass andere ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen. Dies tun sie, ohne ihr Wissen und das Wissen anderer zu prüfen und beides abzugleichen. Das heißt: Egozentriker sind im Grundsatz dumm. Sie wissen wenig und – noch schlimmer – sie ignorieren verfügbare Informationen.

Egozentriker sind leicht an ihrem eingeschränkten Horizont und daran zu erkennen, dass sie nicht mitdenken. Sie denken nicht mit, weil sie andere Menschen stets in einer ähnlichen Situation wie sich selbst wähnen. Egozentriker schreiben unleserlich, sie lassen Nachfolgenden die Tür ins Gesicht fallen. Egozentriker blinken nicht, sie fahren langsam auf der linken Spur und wechseln Spuren, ohne es zu merken. Egozentriker merken nicht, wenn sie jemandem den Rücken zudrehen. Egozentriker vergessen, dass sie Rucksäcke tragen und schlagen sie anderen ins Gesicht. Egozentriker glauben es einem nicht, wenn man ein freieres und zwangloseres Leben führt als sie, weil sie es nicht für möglich halten. Egozentriker bleiben am Ende von Rolltreppen und hinter Türen stehen. Egozentriker nuscheln oder sind unangemessen laut. Egozentriker sagen „Hallo, ich bin’s“ am Telefon. Egozentriker vergessen Zeitverschiebungen, Feiertage in anderen Bundesländern und arbeitsfreie Tage in anderen Kulturen. Manche Egozentriker riechen aus dem Mund, weil sie ihre Außenwirkung nicht kontrollieren. Egozentriker verwenden Fachwörter und nur in ihrer kleinen Welt gebräuchliche Abkürzungen. Wobei natürlich jeder in der Reisebranche protestieren wird, wenn wir behaupten, die Abkürzung „RVK“ sei nicht allgemein verständlich – während die Leute außerhalb der Reisebranche raten, bis ihnen jemand sagt, dass „Reiseverkehrskaufmann“ gemeint ist. Betriebsblindheit ist eine besonders zeitgemäße Form von Egozentrik.

Egozentriker wenden ihre Maßstäbe auf andere an. Handelt jemand gegen den Rat, die Ästhetik oder eine Konvention eines Egozentrikers, ist der Egozentriker verwundert, enttäuscht, pikiert oder empört. Meist tut er so, als geschehe dieser Konventionsbruch zum ersten Mal – ein Zeichen dafür, dass er alle bisherigen Kollisionen seines eingeschränkten Denkens mit anderen Menschen ausblendet, weil sie nicht in sein Weltbild passen. Was in seinem Verständnis nicht sein darf, ist für ihn undenkbar. Er sieht nur sich.

Indem Egozentriker in allem von sich auf andere schließen, sind sie intolerant. Dies sind sie nicht in böser Absicht, sondern aus Unfähigkeit: Ihnen fehlt die nötige soziale Intelligenz. Egozentriker können sich selbst nicht von außen sehen, sie können sich unter einem Perspektivenwechsel oder einem Schritt auf eine Meta-Ebene nichts vorstellen, und somit sind sie auch minder begabt für abstraktes Denken. Kein Egozentriker erkennt sich daher selbst als Egozentriker. Denn sobald ein Egozentriker einen Außenblick auf sich entwickelt, müsste er sein Verhalten erschrocken korrigieren – wenn er es nicht bewusst weiterpflegt und damit nicht mehr nur ein Egozentriker ist, sondern ein ausgewachsener Egoist. Während es massenhaft Egozentriker aus Fahrlässigkeit gibt, gibt es nur Egoisten aus Vorsatz. Was bei Egozentrikern die Dummheit ist, ist bei Egoisten die Charakterlosigkeit.

Egozentriker bringen niemanden weiter, auch nicht sich selbst. Da sie unfähig sind, sich selbst zu hinterfragen, und weil sie ihr Leben zum Maßstab erklären, ist ihnen jede Entwicklung verwehrt. Egozentrikern entgeht der Genuss, fremdes Denken kennen zu lernen; ihr Horizont bleibt stets beschränkt, ihr Weltbild dumm. Wer einen Egozentriker erkennt, sollte daher einen weiten Bogen um ihn machen.

65 Kommentare zu „Egozentriker“

  1. ich ...haha

    ich bin auch einer von diesen bösen menschen und wissen sie was:
    ich habe es mir nicht ausgesucht!!!!!

  2. Thilo

    Wer statt „Ich bin so“ zu sich sagt: „Bisher habe ich so gehandelt“, eröffnet sich eine große Chance. Ich will hier ein Buch empfehlen: „Der kleine Taschentherapeut“ von Lazarus und Lazarus, ein Buch aus den USA. Das Schöne an diesem Buch ist, dass es nicht problematisiert, sondern lösungsorientiert denkt. Statt des alten, fatalen Ansatzes in der Psychologie Marke „Ich habe Fehler“ hilft das Buch bei der Erkenntnis „Ich mache immer wieder die gleichen Fehler“. Es eröffnet dadurch die Perspektive, bisheriges Handeln abzuhaken und durch eine Entscheidung künftig anders zu machen. Damit werden Dinge, die einen an sich stören, änderbar, und man kommt sich auch nicht so psychopathologisch vor. :-)

  3. Gisela

    ist ja alles ganz gut und schön, wie der Egozentriker hier beschrieben wird, aber mir stellt sich die Frage: Gibt es nur die Möglichkeit, einen großen Bogen um solch einen Menschen zu machen ? Wie kann denn dem Betroffenen klar gemacht werden, das seine Denkweise nicht nur verletzt, sondern einfach falsch ist und in die totale Vereinsamung führt? So krass, wie hier beschrieben treten ja nun mal nicht gleich alle Symtome auf, oder? Es gibt immer Abstufungen und ich denke, das genau darin die Möglichkeit eines Eingreifens besteht. Bin ich zu „blauäugig“?

  4. Thilo

    Aus meiner Sicht zunächst eine Frage der Entscheidung. Will ich mit diesem Menschen eine Beziehung (gleich welcher Art) haben? Wenn ja, ordne ich alles Folgende dieser Entscheidung unter, soweit ich mir dadurch nicht allzu sehr schade und ich mir selbst nicht untreu werde. Wenn nein, dann wähle ich den Bogen um ihn herum. Dann ist es nicht mein Auftrag, auf ihn einzuwirken.

    Zweiter Ansatz aus deinem Kommentar: Menschen ändern. Muss ich jemanden ändern? Hat es Sinn? Steht es mir zu? Oder ist gerade das arrogant? Kann man jemanden überhaupt ändern bzw. ihn dazu bewegen, Muster abzulegen? Da sage ich mir: Nein, das ist nicht meine Aufgabe. Selbst in einer Beziehung. Ich gehe davon aus, dass Menschen so, wie sie leben, leben wollen – ob sie sich dazu bewusst oder unbewusst entschieden haben (wenn jemand immer wieder die gleiche Treppe runterfällt, kann er die Schuld irgendwann nicht mehr auf die Treppe schieben). Will jemand Muster ändern, wird er es selbst in Angriff nehmen.

    Dann dein dritter Gedanke, die Denkweise des Egozentrikers sei „falsch“. Ich denke, „falsch“ und „richtig“ sind relativ und subjektiv unterschiedlich. Der Egozentriker hält sein Verhalten vermutlich nicht für falsch. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass er eine Befreiung empfindet, wenn er seine Muster ändert. Denn ich schätze, viele Zwänge und viel Druck sind plötzlich wie weggeblasen.

  5. Betroffene

    Dieser kurze Artikel hat mir die Augen über meinen Ex-Freund geöffnet. Ich habe so etwas vermutet, doch erst als ich diese Zeilen las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, worunter ich eineinhalb Jahre gelitten und krampfhaft versucht habe, in eine andere Spur zu leiten. Gott sei Dank, hab ich meine Grenzen erkannt und mich aus der Beziehung gelöst. Selbstverständlich ist es nur, ausschliesslich nur, MEINE Schuld, dass die Beziehung in die Brüche ging. Danke für diesen wunderbaren Artikel.

  6. Thilo

    Ja, es gibt tatsächlich Menschen, die waren die vergangenen Jahrzehnte an nichts schuld. ;-)

    Kleine Anmerkung: Gedanklich ein Schritt vor der Schuld findet sich die „Verantwortung“, noch ein Schritt davor der schlichte „Grund“. Diese Wörter beinhalten weit weniger von der extremen moralischen Bewertung des Wortes „Schuld“. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass wir an so vielen Dingen „schuld“ sind, wie es der Volksmund unterstellt. Vielleicht einfach nicht in Kategorien wie „Schuld“ denken? :-)

    Ach ja: Willkommen in der Freiheit! :-)

  7. Sebastian

    Wer in unserer heutigen Zeit nicht sich selbst der Nächste ist, hat meiner Meinung nach schon verloren. Denn unsere heutige Gesellschaft gibt uns nichts mehr, also muss man sich selber das nehmen was man will bzw. braucht. Wer sich selbst versteckt und aus Rücksicht vor Dritten meint, er hält sich zurück, kann lange warten bis er etwas erreicht. Ich wurde auch schon als Egozentriker bezeichnet. Warum? Vielleicht, weil ich ein Ego hab von dem viele Träumen, Selbstbewusstsein und das sage was mir im Kopf herumschwirrt. Das Leben hat mich so gemacht und nicht ich selber. Heute ohne Panzer zu Leben ist zu „gefährlich“ Und?! Lieber schwimme auf auf dem Meer als darin unter zu gehen.

  8. Yukio

    Ich finde, daß der Egozentriker im Artikel von Thilo nicht schlimm genug gezeichnet ist. In Wahrheit sind sie noch viel schlimmer. Ich bin 37 Jahre und bin mehr als betroffen, wieviele Egozentriker frei herumlaufen und sozialen Schaden über Jahre anrichten. Mir hat das Buch von Uta Hess „Die Ich-Gesellschaft“ sehr geholfen, diese Menschen frühzeitig zu erkennen, mich zu schützen, aber das ging nur, nach dem ich selber ein Opfer wurde. „Nur“ Egoistisch zu sein oder ein Egozentriker, das ist ein riesiger Unterschied. Ein Ego brauchen wir, auch eine dazugehörige Portion Energie, um unsere persönlichen Ziele zu erreichen, d.h. aber nicht auf Kosten anderer Menschen. Ich kann nur sagen: Egozentriker sind alle gleich. Das mag sich ungeheurlich ausnehmen, aber die haben alle die selbe Stanzung: aggressiv, ungeduldig, gierig, unzuverlässig etc. , als die bösen kleinen Dinge, die einem noch so einfallen. Für jeden Menschen mit Veranwortung und Zuverlässigkeit, all jene Tugenden, die das miteinander so angenehm machen, platzt der Egozentriker mit seiner Räuberhorde ein. Die Japaner haben einen guten Trick: immer erst mal Nein sagen.
    Warten was passiert. Ein Egozentriker hat keine Zeit, da ihn seine Unruhe und seine Gier immer weiter vorantreibt.
    Ein Forum für Opfer von Egozentrikern, und den sozialen Schaden den sie anrichten, das wäre eine Idee, um die immer gleichen Tricks und Mechanismen aufzudecken. Ich selbst habe sieben Jahre gebraucht, um zu erkennen, wie mich ein Egozentriker ausgenutzt hat. So geschickt getarnt, das es schon eine Kunst der Täuschung ist. Besorgt Euch das Buch von Uta Hess – ich kann es wirklich nur empfehlen.
    Seid wachsam.

  9. Mutter eines Egozentrikers

    Wie soll ich einen Bogen um den Egozentriker in unserer Familie machen, wenn es meine eigene Tochter ist?????
    Es hat auch bei mir gedauert, bis ich das gemerkt habe. Und ich habe mich nicht selten gefragt, wie groß meine Schuld ist, dass mein Kind so geworden ist. Ich bin schon der Meinung, dass ich auf sie einwirken und versuchen soll, sie zu ändern. Denn wenn ich das nicht schaffe, wird sie meiner Meinung nach teures „Lehrgeld“ dafür bezahlen müssen, weil sie mit ihren Mitmenschen immer wieder in Konflikte geraten wird. Das will eine Mutter ihrem Kind doch ersparen, ist doch verständlich, oder?
    Meine Tochter ist jetzt 18, sie hat mit 15-16 ein Jahr im Ausland verbracht und wir hofften, dass sie dort durch die Anpassung an andere Familien mehr über sich selbst lernt und sich vielleicht ändert, eben erwachsener und reifer wird. Aber weil sie Egozentrikerin ist, hat dieser Reifeprozess nicht stattgefunden. Sie kam eben mit der Familie nicht klar, fühlte sich zu wenig beachtet, hat in der Darstellung ganz sicher auch übertrieben. Und letztlich hat sie die Familie gewechselt. Die neue Familie war natürlich viel besser, hat sich ihre Klagen über die erste Familie angehört, sie bemitleidet, ihr erst einmal fast jeden Wunsch erfüllt, bis……ja, bis auch dort sich derselbe Zustand einstellte. Kein Wunder – weil es ihr immer nur um sich ging, um die Erfüllung ihrer Wünsche. Dass man geben muss, um etwas zu bekommen, ist bei ihr einfach nich angekommen. Und inzwischen handeln mein Mann und ich genauso, wir sind einfach nicht mehr bereit, auf ihre Wünsche einzugehen, weil sie sich selbst nicht als Teil unserer Familie sieht, sondern wir uns als Dienstleister und Geldgeber vorkommen. Sie hingegen erbringt aber keine Dienste, auf keinen Fall freiwillig. Und nicht selten kommt es vor, dass sie uns deutlich macht, wie sehr sie sogar unsere bloße Anwesenheit in der Wohnung stört.
    Was soll man da machen? Es ist doch unser Kind!!!

  10. Yukio

    Ich kann nur von einem schweren Fall und meinen Erfahrungen mit Egozentrikern erzählen.
    Die betroffene Familie hatte Schlösser an allen Telefonen und Lebensmittelschränken, sogar am Kühlschrank. Das Geld und der Autoschlüssel wurden versteckt. Kam der Egozentriker zu Besuch, traf er auf eine Wand von Gleichgültigkeit. Anders konnte die betroffene Familie mit ihm nicht mehr umgehen. Ich dachte damals, wir sind durch die falsche Tür gegangen…

    Wie zu jeder Sucht, gibt es Co-Abhängigkeiten, so auch bei der Ich-Sucht: Co-Egozentriker, die mit ihrem Verhalten den Ichsüchtigen direkt oder indirekt unterstützen – besonders, wenn es sich dabei um das eigene Kind handelt. Alle Co-Abhängigen sind mit ihrem Größenwahn davon überzeugt, mit genügend Geduld und Liebe, denjenigen zur Aufgabe und Einsicht von jeglicher Sucht zu bewegen und funktioniert das nicht, wird eine noch größere Selbstaufgabe mobilisiert, was aber auch nichts bringt und das geht dann bis zur eigenen Selbstzerstörung. Aber bei nicht genügender Selbsteinsicht des Egomanen, hat das alles keinen Sinn. Bei einem Alkoholentzug wird die ganze Familie therapiert, um die Mechanismen aufzudecken, die die Sucht hervorgebracht und gefördert haben. Das gleiche gilt auch für Egozentriker und seine Dienstboten, die darunter gelitten und Schaden genommen haben. Ein Egozentriker wird sich niemals ändern, was sich ändert, ist lediglich die Taktik (die mit den Jahren immer besser wird).

    Familie bedeutet Gemeinschaft und Verantwortung und Menschen, die daran noch glauben, sind für jeden Egozentriker überlebenswichtig und Gold wert. Was könnte er schon anfangen, wenn man ihn mit den eigenen Waffen schlagen würde? Mit notorischer Unverlässigkeit? Und man selbst ständig nach Gefälligkeiten fragt? Doch ein Egozentriker lässt sich niemals „abziehen“ und wird er selber einmal mit aller Macht vor den Karren gespannt, gibt das Klagegesänge und Vorhaltungen, die über Jahre andauern. Geübte Kritik an ihm wird niemals verziehen und vergessen. Wird der Geldhahn abgedreht, geht er und dreht sich nicht mal mehr um.
    Er wird sich immer neue Opfer suchen, doch nach meinen Erfahrungen und Beobachtungen, hört das auch mal auf: genau dann, wenn niemand mehr auf ihn reinfällt.
    Uta Hess hat mit der Behauptung völlig recht, das das Ende eines jeden Egozentrikers die Vereinsamung ist. Das deckt sich mehrmals mit dem was ich gesehen habe: am Ende haben sie weder Familie, noch Freunde, da ist niemand mehr, alle sind verbraucht – das ist alles nur noch verbrannte Erde.

    Wenn das eigene Kind unaufhaltsam zum Egozentriker geworden ist, ist es zu spät, sich zu fragen, was man verkehrt gemacht haben könnte. Es bleibt das eigene Kind, aber ich würde die egozentrischen Höhenflüge auf keinen Fall mehr unterstützen. Eine andere Möglichkeit sehe ich da auch nicht, als den Familienstecker auf weiteres zu ziehen. Das Kind wird erwachsen werden und wird gehen. Ist es ein Egozentriker und dies im fortgeschrittenen Stadium, kennt es ohnehin keine Gnade mehr und zieht alle Register, wenn es sein muss und hämmert unaufhörlich auf den Familiennotknopf.

    Ich habe vor kurzem durch Zufall einen Film auf 3Sat gesehen: „Tanguy – Der Nesthocker“.
    Ein egozentrischer Sineologe, der mit weisen Konfuzius-Sprüchen seine Eltern zum Narren hält und partout nicht ausziehen will. Da es ein Film ist und man nicht ewig Zeit hat, ist vieles überzogen, trifft aber doch mit seinem Schuss ins Blaue, genau ins Schwarze. Die Eltern lassen sich einiges einfallen, um den Sohn aus dem Haus zu kriegen… Der Film ist lustig und konsequent bitter.

  11. Mutter eines Egozentrikers

    Ich hab meiner Tochter mal die Frage gestellt, ob es ihr lieber wäre, auszuziehen (auch wenn wir das Zimmer oder die Wohnung dann finanzieren müssten, solange sie noch zur Schule geht). Als Antwort hatte ich die Vermutung, dass sie NEIN sagt, aber keine vernünftige Begündung anbringen könnte. Die Vermutung hat sich fast bestätigt. Als Begründung kam zwar nicht: weil ich euch so lieb habe oder weil ich gern mit euch zusammen wohnen möchte – mir war schon klar, dass das nicht ihre Gründe sein würden –, sondern „weil ICH noch nicht so weit bin, ICH brauche eben immer noch eure Hilfe.“
    Aber dass sie eben nicht einfach mal dieses oder jenes Ding, welches sie gerade benötigt, einfach nehmen kann, ohne zu fragen, wäre die Lösung. Man, sie ist 19! Und wenn sie mal unseren Rat braucht, wären wir doch nicht aus der Welt. Geld würde sie zugeteilt bekommen, so dass es zum Leben reicht, aber auch nicht mehr. So stell ich es mir vor und ich denke, dass das eine HILFE wäre. Ihr konsequent die Grenzen aufzuzeigen und die gesetzten Limits einzuhalten bedeutet in dem Fall Erziehung.
    Allerdings würde mein Mann da nicht mitspielen. Er versucht es noch immer mit Reden und Hoffen.

  12. Mutter eines Egozentrikers

    Und übrigens, in vielen Fällen hat die Ignoranz wirklich geholfen. Zum Beispiel hat sie am Anfang immer darüber geklagt, dass ihr Computer nicht richtig funktioniert. Wir hatten versucht, durch einen Techniker das Problem beheben zu lassen, das sie geschildert hat, bis wir einsehen mussten, dass sie einfach lieber unseren PC benutzte, weil der neuer und besser war. Dann haben wir unseren PC mit Passwort versehen und immer dann, wenn sie ankam und fragte, ob sie mal randürfe, weil es für die Schule wichtig sei, habe ich gesagt, sie solle mal zeigen, worum es gehe, und ich probiere, ob es bei ihr am Rechner vielleicht doch klappt. Meist klappte es und nach einer Weile hat sie schon abgewinkt und gesagt, sie würde es an ihrem Rechner nochmal probieren und dann wurde es immer besser für uns, denn es kamen einfach überhaupt keine Anfragen mehr und später auch nie wieder Klagen über ihren ach so schlechten Computer. Man durfte allerdings auch nicht nachfragen, ob der Rechner jetzt funktionieren würde, denn die Antwort wäre dann doch eine Klage gewesen.
    Ein anderer Fall ist, dass sie immer über Krankheiten geklagt hat, und wenn man das dann ernst genommen hat und mit ihr zum Arzt gegangen ist, hatte sie nach einer Weile keine Lust mehr auf die begonnene Behandlung, mit der Begründung, es würde ja eh nicht helfen. Nach einiger Zeit war es ein neues Leiden, mit dem sie uns das Ohr abkaute, und wieder ging es von vorn los. Man nimmt es doch erst einmal ernst als Mutter. Aber es hat mich aufgeregt, dass sie dann gar keine Lust oder eben „keine Zeit“ für die Arztbeduche hatte. Irgendwann habe ich gesagt, du bist alt genug, dort und dort ist ein Arzt, zu dem du gehen kannst. Und ich habe auch nicht nachgefragt, ob die Behandlung denn hilft. Und sieher da, jetzt klagt sie überhaupt nicht mehr über irgendwelche Wehwehchen.
    Ignoranz hilft.

  13. Alberich

    Jeder geht von sich aus. Wovon auch sonst? Man selbst ist doch die allererste Quelle, und das gilt für dich, Thilo, genauso wie für jeden Anderen.
    Deshalb umfasst deine Definition soweit den Exzentriker mit.
    Meines Erachtens gehen Egozentriker auch nicht davon aus, dass andere ihr Wissen teilen, im Gegenteil. Der Egozentriker lässt andere nur über die eigene Klinge springen, sie ist sein Zollstock, anhand dessen er ihre Qualität misst. Dass andere Vorzüge haben könnten, die er nicht sieht, geht ihm nicht ein.
    Es ist noch nicht das Zeichen von Egozentrik, wenn Menschen unleserlich schreiben, links langsam fahren oder sich mit „Hallo, ich bin’s“ melden. Das zeigt nur einen Irrtum im Konsens, die eigenen Selbstverständlichkeiten glaubt man für den anderen ebenfalls gültig. Egozentrik zeigt sich, wenn es den Menschen nicht interessiert, wie der andere denkt. Der Egoist merkt es, und ändert seine Verhaltensweise, wenn es ihm zum Vorteil gereicht. Dem Zerstreuten, mit sich Beschäftigten, der im Unterschied zum Egozentriker mit sich nicht im Reinen ist, mag eine Verhaltensänderung nicht gelingen, aber es ist ihm wenigstens peinlich.
    Egozentriker befassen sich nicht mit sich. Das ist für Menschen, die sich für perfekt halten, unnötig.
    Bei Egozentrikern ist mir aufgefallen, dass sie andere intensiv beobachten, ihre Aufmerksamkeit aber nur nach außen, nicht nach innen gerichtet ist. Ihre Beobachtungen sind nie auf ein faires Werturteil gerichtet, sondern nur ausnutzungsbestimmt. Sie unterscheiden sich von dem Egoisten, der das Gleiche tut, dadurch, dass sie sich im Recht wähnen, der Egoist wähnt sich im Vorteil. Sie haben etwas von einem Leuchtturm an sich, der alles rundherum beleuchtet, nur nicht sich selbst. Egozentriker sind nach außen gerichtet. Sie können gute Unterhalter sein, verachten aber ihr Publikum. Mir zumindest ist noch kein introvertierter Egozentriker begegnet.
    Egozentriker halten sich für perfekt. Also kann nach dieser Logik alle Kritik an ihnen nicht sachlich sein, sondern muss ein bösartiger Versuch sein, sie persönlich runterzumachen.
    Versuche, Egozentrikern ihr Fehlverhalten vorzuwerfen, müssen erfolglos sein, weil der Egozentriker sich für unfehlbar hält. Als Variante gibt es noch den Fiktiven („Ich weiß zwar, dass ich Unrecht habe, aber musste doch das Gegenteil annehmen“). Man beachte aber, dass das völlige Fehlen von Selbstzweifeln in dieser Gesellschaft als Stärke angesehen wird, von daher ist das vermehrte Auftauchen von Egozentrikern logisch.

  14. Alexander

    Werden wir nicht alle zu solchen Menschen erzogen ?
    Es gibt immer mehr Befreiungsseminare , wo dieser
    Wahnsinn noch gefördert wird. Ein wahre Fundgrube
    für Egozentriker ist das Buch plus DVD
    The Secret – Das Geheimnis.
    Ich wäre selber fast drauf reingefallen.
    Hier werden die Menschen zum richtigem Denken
    gezwungen. extremes positives Denken wird vorausgesetzt.
    Bei diesen Lehren kommen alle anderen Menschen unter
    die Räder – wer nicht richtig denkt fällt durch.
    Wer hat hier etwas davon – die Produzenten?
    Wie alles aus den USA ein Schauspiel ( Hollywood)
    Man kann nur hoffen, dass die Menschheit dieses
    Treiben bald durchschaut !

    LG Alexander

  15. Thilo

    Ja, die Secret-DVD ist schon merkwürdig. Ich denke ja, dass sie grundsätzlich sehr viele sinnvolle Dinge enthält, aber nicht sehr geschickt vermittelt. Es kann der Eindruck entstehen, es laufe auf egozentrisches Handeln hinaus.

  16. Melian

    Erst in einem Gespräch mit einem lieben Bekannten vor einer Woche fiel das Wort Egozentriker, als ich ihm von meinem Vater erzählte. Daraufhin habe ich mich mehr mit diesem Thema beschäftigt, und diese Seite hat mir noch einmal die Augen geöffnet. Ich bin sehr froh, das Verhalten, welches mich jahrelang beeinflußt hat, benennen zu können, und eine Erklärung zu haben, warum von der Seite meines Vaters kein positives Verhalten, kein Interesse und auch kein Verständnis kommt. Er redet nur von sich. Er ist der Mittelpunkt seines Lebens. Und mehr noch ist mir klar geworden: Dadurch dass mein egozentrischer Vater mich allein erzogen hat, bin ich nur dieses Verhalten gewohnt. Ich habe mich als erwachsene Frau oft in ähnliche Männer verliebt, weil mir dieses Verhalten vertraut war. Nun endlich erkenne ich die Muster, und ich fühle mich befreit.

    Und noch etwas ist mir klar geworden: Dass man ständig an sich arbeiten und sich selbst immer wieder hinterfragen sollte, vor allem dann, wenn man sich über andere ärgert oder sie bewertet. Sich in die Lage eines anderen Menschen versetzen zu können, hilft ungemein, zu verzeihen und zu verstehen.

  17. Romy

    Auch ich bin eine betroffene Mutter und habe das jahrelang nicht wahrhaben wollen. Erst jetzt, als ich im Internet recherchiert habe und unter anderem hier gelandet bin, weiß ich das. Sie wird übrigens heute 19 Jahre alt. Auch sie war drei Jahre im Ausland bei ihrem leiblichen Vater, in der Hoffnung unser Verhältnis würde dadurch wieder besser. Zum einen wegen der Zeit, die ja bekanntlich alle Wunden heilt und zum anderen, damit sie diese, unsere Familie schätzen lernt.
    Es hatte dann auch den Anschein, als würde das klappen. Plötzlich waren wir diejenigen, bei denen sie sich am Telefon ausgeheult hat, weil es ihr dort „so schlecht „ging.
    Seit August 2006 ist sie wieder in Deutschland, hat mit unserer Hilfe eine Lehrstelle als Hotelfachfrau in einem 4,5 Sterne Hotel angefangen, bekam von uns den vorgezogenen Führerschein bezahlt und ein Auto usw. Alles ganz selbstverständlich. Nur das mit der „Familie“ hat sie bis heute nicht verstanden oder verstehen wollen? Es kommt von ihr gar nichts zurück. Seit sie ein neues „Opfer“, einen neuen Freund gefunden hat und dessen herzensgute Familie dazu, kennt sie uns nicht mehr. Da gibt es keine Nachfrage, ob es uns gut geht , ob wir Hilfe brauchen oder ähnliches. Wir sind für sie nicht mehr existent. Ihr Freund ist sehr ordnungsliebend und das kommt ihr sehr gelegen. Die Mutter wäscht (inzwischen auch ihre Sachen), putzt, kocht, und unsere Tochter braucht keine Hand zu rühren. Sie lebt wie die Made im Speck. Zudem wird sie bemitleidet und bedauert. Ich habe mich immer gefragt, was ich falsch gemacht habe. Ich glaube inzwischen, dass ich tatsächlich keine Schuld habe und das alle Mühen sie ändern zu wollen vergeblich sind. Das tut verdammt weh. Aber sie muss ihren Weg gehen, den sie gehen will. Wir sind einfach nur hilflos.

  18. Pete

    Hallo alle,

    @ Ronny, und alle die anderen Mütter die sich fragen „was sie falsch gemacht haben..:“
    Die Antwort habt ihr Euch im Grunde bereits selber gegeben: ihr habt ALLES MITgemacht! Alle Eskapaden Eurer Zöglinge wurden ständig toleriert und noch unterstützt.
    Es gab keinerlei Konsequenz (warum auch immer) aus einer Handlung, einem Verhalten die den Kindern gezeigt hätte wo Grenzen sind die nicht überschritten werden sollten…

    Ich frage mich allen Ernstes warum ihr alle so erstaunt seid dass es mittlerweile so viele „Egozentriker“ gibt?
    Es ist doch gar kein Wunder wenn Eltern ihren Kindern alles durchgehen lassen, wenn KEINERLEI Grenzen aufgezeigt und gesetzt bzw. geschweige denn eingehalten werden.
    Ja, ja die 70er Jahre, „Love and Peace“, Antiautoritäre Erziehung lassen grüssen. Bitte, ich bin nicht für die Prügelstrafe, falls das jemand meint. Aber ohne Konsequenz, ohne dass ein Kind lenrt dass es im Leben natürliche Grenzen gibt die eingehalten werden MÜSSEN damit ein Zusammenleben mit anderen funktioniert – ohne das geht es nunmal nicht.

    Dass das dann sonst eine ganze Generation (und dadurch die Gesellschaft) voll mit Egozentrikern wird – wen wunderts? Mich nicht, ich finde es nur traurig.

    Auch ich träumte von einer Welt (wer nicht?) voll von verständnisvollen, sich liebenden Menschen die allgemein tolerant sind und nach dem Motto „Leben und leben lassen“ agieren. Dass das nicht die Realität ist liegt u.a. in der menschlichen Natur.
    Es gibt immer solche und solche, Menschen die gieriger, geiziger, brutaler, berechnender, freundlicher, liebender was auch immer sind…

    Nur mit dem einen Unterschied dass das Verhalten was Eltern heute an den Tag legen (was ich oft genug selbst beobachte) nicht dazu beiträgt solche gewünschten verantwortungsvollen, toleranten, nicht ICH-bezogenen, sozialkompetenten Menschen hervorzubringen.

    Wenn täglich immer noch jede Menge Kinder geboren werden die anschliessend ohne jegliche Liebe, ohne sanfte oder auch mal harte konsequente „Führung bzw. Anleitung“ in die Welt geschickt werden – was soll man sich über o.g. Egozentriker wundern?

    Liebe Eltern, Väter und Mütter fasst Euch an die eigene Nase und hört auf zu jammern. Steckt Euren Kindern klare Grenzen, sagt Ihnen wo es lang geht und seid selbst Vorbild indem ihr Euch konsequent an das haltet was ihr sagt. Und nicht erst wenn sie 18/19 Jahre alt sind, dann ist es zu spät. „Währet den Anfängen“ wie es so schön heisst.

    Wenn Kinder heute schon mit 8-9 Jahren frech wie Rotz sind, zu Erwachsenen „Du Arschloch, verpiss Dich“ sagen dürfen(!) ohne dass Ihnen jegliche Konsequenz droht müssen wir uns über zu viele „Linksfahrer, FDP-Wähler, selbstverliebte Egomanen jeglicher Coleur“ nicht wundern!

  19. Jocko

    Schon harter Tobak den ich hier zu lesen bekomme.

    Befasse mich seit einiger Zeit mit dem Thema, nicht zuletzt weil ich mich selbst als Betroffenen erkenne.
    Einige Statements sind zutreffend, andere eher an den negativen Auswirkungen der Egozentrik orientiert. Bewerten kann das jemand anders.

    Schwierig diesen Egozentriker einmal von ‚innen‘ zu beschreiben, doch ich werde es mal versuchen in der Hoffnung die hier vorherrschende Meinung der ‚malignen‘ also bösartigen Egozentrik vielleicht etwas abzuschwächen. Wobei ich durchaus nachvollziehen kann dass es verschiedene Ausprägungen gibt.

    Das größte Problem das sich stellt ist, dass man seine eigene Person nicht wirklich von der Umwelt zu trennen vermag. Habe mir in langer harter Arbeit eine Sichtweise erkämpft die diesem vorherrschenden Bild völlig widerspricht indem ich hypothetisch davon ausgehe dass andere Personen (?) abweichende Sichtweisen als meine haben können da sie auf anderer Logik basiert.

    Ich bin immer davon ausgegangen, dass wenn ich einen Zusammenhang logisch begreife, der auch allen anderen so offensichtlich zur Verfügung steht. Dadurch bedingt kann man sich die Verwirrung vorstellen die durch meine ‚logische‘ aber irrige Vorgabe entsteht. Man wird nicht verstanden, als intolerant oder gar dumm gesehen was erstens überhaupt nicht stimmt und zweitens die Situation nochmals verschärft. Für mich äußerst hilfreich in solchen Fällen war, wenn jemand die unterschiedliche Sicht klar artikulieren konnte ohne persönlich zu werden. Damit kann ich wieder etwas anfangen und mein ‚egozentrisches‘ Weltbild um diese neue Sicht erweitern.

    Es ist als ob man Scheuklappen aufgezwungen bekommt und erst wenn man die Bandbreite erhöht kann man damit anfangen aus dieser Falle zu entkommen. Nach und nach gelingt es manchmal das Konzept der unterschiedlichen Persönlichkeiten zu erfassen die nach anderen Maßstäben leben als ich, auch wenn es sich völlig daneben anfühlt.

    Die Hintergründe sind mir bekannt und liegen klar in der Kindheit. Mit genügend Intelligenz kommt man selbst als Egozentriker gut durchs leben, doch man ist in erster Linie einsam weil zum ‚Ich‘ irgendwie das ‚Du‘ fehlt. Bin auch nicht unsensibel und schon gar nicht geistig zurückgeblieben, eher das Gegenteil. Für mich war es nur immer unverständlich wie andere Menschen auf Grundlagen Entscheidungen treffen die -> ich

  20. Jocko

    Und hier der Rest:

    …-> ich

  21. Fidelio

    Ich glaube Egozentriker gibt es viele, weil ihre unverrücktbare Art und Weise früher als Überlebensstrategie galt. Man stellt sich doch einmal eine Familie mt, wie es damals üblich war, 10 Kindern und möglicherweise eine Frau, welche gern und dauernd widerspricht.

    Er käme ja gar nicht mehr zum arbeiten bzw. zur Ruhe, wenn er nicht diesen dicken Panzer hätte.

    Das mag auch der Grund mit sein, warum die meisten Frauen ein coabhängiges Dasein führen mussten.

    Sonst wären wohl auch die Fetzen geflogen. Es gibt ja auch heute noch Männer, die keine Emanzipation dulden.

  22. Fidelio

    Ergänzend zu meinem vorigen Beitrag möchte ich hinzufügen, dass dieses keine Entschuldigung für das Verhalten der einzelnen Egozentrikerl, weiterhin ungehindert ihr Ego auch in der heutigen Zeit auszuleben, sondern vielmehr ein neutraler Hinweis sein sollte.

    Trotzdem behaupte ich, dass gerade in der heutigen kapitalistischen Ellenbogengesellschaft gerade dieser Typus wieder zunehmend seinen Platz findet, weil sich dieser natürgemäß nunmal auch als Führungskraft und somit Besserverdiener nicht zuletzt auch zur Fortpflanzung eignet.

    Zwar bin ich kein Hirnforscher, aber Verhaltensweisen, welche sich über Generationen etabliert haben, sind sicher nicht nur durch erziehungsbedingte Lernprozesse zu beeinflussen, sondern haben möglicherweise einen völlig anderen Hirnstoffwechsel entwickelt. Die Gesellschaft spiegelt immer das wieder, was sie letztendlich selber über Jahrhunderte produziert hat.

    Warum sollten sich jetzt Mütter bzw. Partner Vorwürfe machen, dass sie dieses gar unterstützen oder zugelassen, wenn ein Umdenkungsprozess in dieser Gesellschaft möglicherweise nicht einmal Bedarf bzw. Gehör findet bzw. je gefunden hat ?

    Moralapostel haben schließlich auch ihre negative wie jede Medaille (zwei) ihre Seiten hat.

    Auch Schreiberlinge sollten gerade in der heutigen Zeit hinterfragt werden, zumal sie meistens auch nur ein Produkt der zensierten Gesellschaft sind.

  23. Peggy

    eigentlich war meine Fragestellung bei Google: Kann ein Egozentriker sich ändern?
    Dann bin ich auf diese Seiete gestoßen und einigermaßen überrascht, wie präzise diese Menschen beschrieben werden können und diese Verhaltensmuster auch tatsächlich in erschreckender Weise stimmen. Ich bin nach 21 Jahren inzwischen Co- Abhängige und hatte jetzt endlich die Kraft, mich trennen zu wollen. Aber auch das stellt sich mit einem Egozentriker nach 21 Jahren Ehe sehr schwierig dar. Ich bin schon immer finanziell unabhängig gewesen und beruflich sehr erfolgreich. Dennoch hat er es geschafft, mich immer wieder zu überzeugen, dass es ohne ihn nicht gehen würde. Was folgte waren Angststörungen, Panikattacken etc.Aus diedem Sumpf bin ich aber , wahrscheinlich dank meiner Kraft, raus. Heute weiß ich, dass ich stets die Stärkere war und dass mir trotzdem noch ein langer Weg bevor steht. Inzwischen Leben wir im Trennungsjahr, leider aber nur durch eine Etage in meinem Haus getrennt. Wir haben eine 13-jährige Tochter, die diese Trennung erleichtert aufgenommen hat und mir sogar noch Mut macht das durchzuziehen. Mein Gott, was habe ich auch meinem Kind angetan?? Und was habe ich für ein Glück mit diesem Kind!! Obwohl ich unmissverständlich bei meinem Trennungsentschluss bleibe und ihn auch in jeder Situation unterstreiche, glaubt er immer noch, mich umstimmen zu können. Das reicht vom Weinanfall über Beteuerungen, dass er sich ändert und eine Therapie machen will. Aber nach diesen Beiträgen weiß ich auch, und ich glaube, das wusste ich auch schon vorher, dass das wohl eine Illusion ist. Nun muss ich nur noch heil aus der ganzen Geschichte rauskommen, was , wie geagt, bestimmt nicht einfach wird. Vielleicht hat jemand ähnliche Efahrungen im Leben gemacht oder Thilo hat noch ein paar Anregungen für mich, damit mein Kind und ich wirklich wieder in absehbarer Zeit frei sein können.

  24. Pit

    Hallo zusammen,

    schoen, dass ich auf diese Seite gestossen bin.
    Ich bin schon seit etwa 5 Jahren der Meinung, mit einer Egozentrikerin zusammenzuleben. Zusammen leben wir allerdings schon seit 6 Jahren. Irgendwie habe ich das Ganze aber nicht von Anfang an ernst genug genommen. Man meint ja auch immer, man koenne dem anderen in einem Gespraech beibringen, dass es auch anders gehen kann. Nach dem, was ich hier lese, komme ich mir einerseits wie ein Idiot vor, andererseits weiss ich natuerlich auch nicht, wie fachlich fundiert Eure Meinungen sind.
    Grundsaetzlich bin ich schon der Meinung, dass Menschen sich aendern koennen – auch wenn diese Meinung in den letzten Jahren immer schwaecher wird.
    Ich bin gerade wieder einmal kurz davor, einen Schlussstrich zu ziehen. Und wieder einmal machen sich Zweifel breit, ob man nicht wenigstens noch ein einziges Mal drueber reden sollte – vielleicht habe ich es beim letzten Mal doch nicht richtig gemacht.
    Das Schlimme ist, dass ich nicht einmal mit Ihr reden kann.
    Sobald etwas fuer sie Unangenehmes zur Sprache kommt, werde ich unterbrochen und es gibt fadenscheinige Argumentationen und Gegenbeschuldigungen, gegen deren Gewalt ich erst einmal machtlos bin. Solche Gespraeche haben frueher immer im totalen Streit mit Anschreien und ernsthaften Drohungen geendet. Heute endet es meist nur noch darin, dass ich ein-, zweimal darauf hinweise, dass ich auf diese Art nicht diskutieren will. Dann hoert sie aber nicht auf, ich selbst sage gar nichts mehr und ich lasse mich in der Regel noch 45 bis 90 min vollsuelzen mit unglaublichen Verknuepfungen von Realitaet, Mutmassungen und Unterstellungen. Letztendlich reicht ihr das dann, um sich selbst wieder fuer sich ins rechte Licht zu reden und das Gefuehl zu haben, alles sei richtig. Sie kann ueberhaupt nicht verstehen, dass ich nicht mehr gerne mit ihr diskutiere oder dass ich ihr vorwerfe, gewaltvoll zu diskutieren. Sie schafft es sogar, mich in jedem meiner Saetze zu unterbrechen und wenn ich dann einen Ihrer in der Regel sehr, sehr langen Redefluesse unterbreche, um wenigstens auf das ein oder andere Gesagte einzugehen, bittet sie mich voellig verstaendnislos darum, sie einmal ausreden zu lassen.
    Was sagt man so einem Menschen, der ansonsten durchaus intelligent ist, um einmal ins Zweifeln zu kommen, einmal mehr zuzuhoeren, als zu senden?
    Es hat in all den Jahren vielleicht 4 Gelegenheiten gegeben, in denen ich einmal „zu ihr durchgekommen“ bin.
    Da kamen Aeusserungen, wie „mein Gott, manchmal bin ich aber auch ein A***loch – ich werde das nicht mehr tun …“
    Man haelt es nicht fuer moeglich, aber das ist auch nur einen Tag spaeter wieder voellig vergessen.
    Wie kann so etwas sein?
    Was macht man da?
    Wie geht man damit um, dass man vorgeworfen bekommt, dass man nicht selbstkritisch genug ist, dass man immer nur anderen die Schuld zuweist etc. Das sind die Dinge, die ich eigentlich ihr vorwerfe – da steht eindeutig Aussage gegen Aussage. Ganz objektiv muss ich auch zugeben, dass die Frage berechtigt ist, ausser dass ich natuerlich weiss, welche Gedanken ich mir mache, sie aber nicht.
    Wahrscheinlich bin ich auch einfach zu wenig schlagfertig.
    Als Aussenstehende werdet Ihr mir raten, zu gehen – wuerde ich auch tun. Leider ist das nicht so einfach, wenn man selbst drinsteckt und denkt, es gaebe ja vielleicht doch noch etwas, was man nicht versucht hat.

    Zumindest habe ich mir jetzt mal ein wenig Frust von der Seele geschrieben – danke dafuer …

    Viele Gruesse
    Pit

  25. Janette

    Hallo,

    ich habe 17 Jahre mit einem Egozentriker zusammengelebt. Keiner wollte mir glauben wie unerträglich das Leben mit meinem Mann ist. 4 Jahre hat es gedauert bis ich endgültig die Nase voll hatte und ihn rausgeschmissen habe. Vorwürfe, Anschuligungen und Verleumdungen waren an der Tagesordnung. Ich habe sogar schon geglaubt ich müsse zum Phsychater gehen. Jetzt lebe ich mit meinen 2 Kindern bei einem neuen verständnisvollen Mann und wir müssen feststellen, das mein Sohn (8 Jahre) genauso ein Egozentriker ist wie mein Ex-Mann. welch ein anstrengendes Marthyrium uns noch bevorsteht wissen wir nicht. Ein Kinderphsychater ist schon eingeschaltet. Ich hoffe nur das alles gut wird.

    Danke für eure Artikel, sie haben mir all das bestätigt was ich miterlebt habe.

    LG Janette

  26. Manfred

    An alle durch einen Egozentriker geschädigte.

    Mit großem Interesse habe ich hier, erst nur Thilos Einführung, dann auch alle anderen Beiträge verfolgt.
    Ich hatte eine Beziehung mit einer Egozentrikerin über 7 Jahre. Wie perfekt es diese Räuber (besonders im vortgeschrittenen Alter – sie jetzt 50 ) verstehen den anderen zu benutzen mußte ich am eigenen Leib erfahren. Das erste Kennenlernen war vor 30 Jahren. Ich habe damals diese Beziehung beendet weil ich überhaupt nicht mit dieser sehr ich bezogenen Frau klar kam.
    Dann der Fehler:
    Ich nahm Kontakt zu ihr auf- einfach nur um zu hören wie es ihr denn so ergangen ist- nur rein freundschaftlich.
    Man mag es nicht glauben, eine Stunde später stand sie auf der Matte und das Drama begann.
    Mein Fehler war einfach das ich mich auf sie eingelassen hab. Die Warnungen der Vergangenheit waren leider schon verblasst und ich hab eben auch gedacht das Menschen wenn sie älter werden eben auch besonnener und klüger werden.
    Ja klüger ist sie geworden- im benutzen des anderen-
    Als ich das erkannt hatte, war es leider schon zu spät. Da waren schon beträchtliche Summen in € geflossen und Arbeitsleistung im Bereich von ca. 300 Std. von mir getätigt worden.
    Als mehr gefordert wurde und ich nicht mehr wollte weil von ihr garnichts kam, peng „ich will nicht mehr“. Ich danke dir für alles, bitte belästige mich nicht mehr.

    Dies soll eine Warnung sein an alle die das Gefühl haben benutzt zu werden. Prüft genau und lasst es nicht zu das euer Gegenüber für euch garnichts macht. Das nur ihr der Gebende seit.
    Für mich sind Egozentriker mit das Übelste auf dieser doch im Grunde so schönen, wunderbaren Welt.

    Sollte dieser Beitrag einem aufrichtigen ehrlichen Menschen die Augen geöffnet haben, so sollte er schnell handeln und sich befreien.

    Liebe Grüße an alle Geschädigten und aufrichtigen Menschen

  27. Manfred

    Nachtrag:

    Natürlich bin ich, als ich mich zurückgezogen hatte, beschimpft und beleidigt worden. Der Unfähigkeit ebenso wie des Diebstahls bezichtigt worden.

    Was diese persönlichkeitsgestörten Menschen in dir anrichten können!!!!!! Ich rate dir, verzichte im Vorwege auf diese Erkenntniss und ergreife die Flucht. Mache wie Thilo es schreibt einen großen Bogen um sie.

    Viel Glück

  28. Carola

    Das habe ich alles schon selbst erlebt, und war sehr erstaunt, das zu lesen – und ich bin schon seit 40 Jahren mit so einem Mann zusammen! Ich war auf dem Weg der Selbstzerstörung. Ich habe ALLES versucht, weil ich glaubte, wenn ich GUT bin, wird alles besser… erst jetzt, im Alter, wo mein Mann mit immer mehr Leuten immer weniger auskommt, wo ich fest stelle, es geht nur um seine Probleme, um seine Krankheiten, um seine Vorlieben z. B. beim Essen, gehen mir jeden Tag mehr Lichter auf… ich werde es ändern, ich weiß nur nicht wie. Den Rest meines Lebens will ich jedenfalls mein eigenes Leben leben und nicht mehr als Haussklavin. Meine kulturellen Interessen habe ich all die Jahre zurück gestellt, nicht weil ich nicht wollte, sondern weil er mich so mit seinem Programm beschäftigte, dass ich einfach zu müde war. Sein Programm: Seine Bedürfnisse, und das Geld. Er verwaltet mein Geld, ich habe noch nicht mal das Recht, die Zinsen aus meinem Erbe zu verwenden. Ich werde auf jeden Fall in Zukunft tun, was ICH brauche. Weitgehend alle Beiträge haben mir geholfen, auch der Tip mit der Ignoranz, der von Thilo am Meisten, weil ich dadurch auf die ganze Problematik aufmerksam wurde und es nicht nur als MEIN Problem erkannte. Ein guter Freund hat mich darauf gebracht… ich wünsche allen Co-Abhängigen, dass sie solche Freunde finden…wer dem Egozentriker nachgibt und auch noch alle Freundschaften beendet, ist verloren.

  29. Petra

    Nehmt die Beine in die Hand und lauft um eurer Leben!

    Der Kontakt zum Egozentriker ist extrem schädigend. Natürlich nur für die potenziellen Opfer, zu denen ich auch gehörte. Erkennt euer Muster! Menschen die sich nach Liebe und (Be)Achtung sehnen, sitzen am Ende schwer geschädigt an Nerven, Psyche, Physis und Geldbeutel im ganz tiefen Loch.
    Etwas anderes zu erwarten ist SELBSTBETRUG.
    An der Angel, die der Egozentriker zunächst einmal auswirft, hängen Köder wie:

    Retter der Jungfrau
    Robin Hood (der mit der grünen Strumpfhose)
    Ich will nur Dich
    Du bist die Schönste und die Beste
    usw.

    Während ihr euch noch in der Anbetung sonnt, zieht ER euch den Teppich unter den Füßen weg. Und wenn man ihn läßt, geht das endlos so weiter. Manchmal verliert er jedoch auch die Lust. Wie die Katze an der Maus, weil sie totgespielt ist.

  30. Dekanda

    Mmmhh, wenn ich das so lese, erinnern mich manche von euch beschriebenen, extremen Verhaltensweisen an Borderliner… vor denen flüchte ich wenn sie nur am Horizont auftauchen.

    … trotzdem, auch ich bin ein Egozentriker. Ich erkenne mich im Unverständnis der Anderen wieder, die sich fragen, wie es sein kann das der Egozentriker es nicht sieht wie blöd er ist. Meine Egozentrik äußert sich im Mangel an Empathie, dem Fehlen der Frage: „wie fühlt sich der Andere“. Ebenso in dem Erkennen, warum ich immer wieder auf Ablehnung stoße und wann ich mich selbst auf meine Mitmenschen projeziere.
    Seit ca. drei Jahren arbeite ich daran mein aufgeblasenes, empfindliches Ego, meine Intoleranz und meine Blödheit abzubauen.

    Die Entscheidung diesen Weg zu gehen und mich zu ändern und andere in ihrem gesamten Sein wahrnehmen zu lernen, kommt aus mir heraus und ist verdammt schwer und steinig. Hier wurde schon oft der Rat gegeben, Egozentriker einfach nicht mehr in das eigene Leben zu lassen und sie schlicht und ergreifend auflaufen zu lassen. Diesem Rat kann ich mich eigentlich nur anschließen. Ich bin selbst, obwohl ich an mir arbeite, manchmal noch schwer zu ertragen. Bei mir führte erst der Leidensdruck von außen dazu, mich mit der Problematik auseinander zu setzen.
    Bringt ihnen kein Verständnis entgegen, zeigt ihnen wie unerträglich sie sind, dann könntet ihr vielleicht helfen, wenn ihr es denn wollt.

  31. gromu

    Ja also: Ich bin das 42 Jahr mit so einem Typ verheiratet und erst vor ca. 1 1/2 Jahren ist mir nach jahrelngem seelischem Martyrium der Begriff „Egozentriker“ in den Sinn gekommen (nachdem ich an dem Wort „Egoist herumgerätselt hatte). sofort ins Internet und bei Thilo Baum fast unverzüglich fündig geworden. Nun schildere ich euch den Zustand eines solchen Menschen, so weit ich ihn von außen beurteilen kann. Nach einem langen Leben als Egozentriker (65 Jahre), in dem er beruflich, persönlich, und anderweitig vieles geleistet hat steht er heute in fast allem nur noch mit dem Rücken zur Wand. Hoher Blutdruck, weil er sich dauern aufregen muss, dass nicht alles nach seinem Willen geschieht, in dauerndem Kampf mit den Nachbarn, weil die auch eine eigene Meinung haben, im Schweigemarsch gegen die Ehefrau, die es nun endlich wagt, sich zu behaupten (warst du zu viel mit der Hildegard beisammen – als ob ich keine eigene Meinung hätte!!) usw.,usw. Der Blutdruck macht ihm ernstliche Sorgen, aber die Borniertheit ist größer als die Angst vor einem Schlaganfall: Er lässt sich nicht sagen, dass mit weniger Druck auf die anderen auch vielleicht sein innerer Druck sinken würde. Die Frau ist nicht schnell genug ins Auto eingestiegen, weil er es – wieder mal- eilig hatte, erlaubte sich zu sagen, dass er sich ihr gegenüber freundlicher äußern könnte, kurz und gut (oder schlecht), es ging nicht alles nach seinem Plan. So will er mit seinem schönen Auto in die Garage reversieren und übersieht dabei, dass der Anhänger davor steht. Bumm, krach. Da war mal ein Teil, das nicht gleich auf die Seite gesprungen ist wie ich, wenn er in der Küche zu tun hat oder auf dem Wiesenpfad entgegen kommt. Lange habe ich gebraucht, bis ich diese Mentalität erkannt habe. Aber ich habe auch erkannt, wie sehr er selbst darunter leidet ohne zu wissen, mit welchem Leiden er belastet ist. Dekanda vor mir hat von diesem Leidensdruck aus subjektiver Sicht gesprochen. Ich glaube ihr das aufs Wort. Man braucht soeinem Menschen nur ins Gesicht zu sehen und man erkennt, dass er ein Gequälter ist.

    Mein Fazit: Heute kann ich ihn kaum mehr verlassen und will es auch nicht. Aber eines kann ich sagen: Ich persönlich habe eine mächtige Entwicklung neben ihm durchgemacht, während er auf der Stufe der Pubertät stehen geblieben ist. Schade um einen so gescheiten und fähigen Menschen, der sich selbst im Wege steht. Leider kann ich ihn nicht mehr ernst nehmen. Ich will nicht gleich reagieren, wie er, denn ich will nicht so sein wie er. Aber in aller Ruhe behaupte ich meinen Standpunkt und bei Anderen eckt er ohnedies an. Sein Nachbar sagte zu ihm: „Sie sind ein unangenehmer Mensch!“, aber das registrierte er nicht einmal. Zum Glück, und das hat mir eine überlegne Gelassenheit beschert, habe ich eingesehen, dass nur ich selbst mich ändern kann. Was ER aus sich macht, das ist seine Sache. Aber ich weiß, dass err sich einsam fühlt. – So, genug, vielleicht erzähle ich euch ein ander Mal mehr. Tschüss

  32. gromu

    Wie undwodurch und wann wird er freigegeben?

  33. Doreen

    Hi ihr die ihr auch gelitten habt, ich fasse zusammen Egozentriker = Familie kaputt, Seele kaputt, Kinder gestört, Schulden. Aber ich habs geschafft hab mich getrennt und bin froh hänge aber innerlich noch an diesem Ego. Hat mir erst gestern schlechtes Gewissen bereitet und keine Einsicht in vergangene Geschichten die ich lieber nicht erzähle echt egozentrisch sag ich euch.Das der immer noch Macht ausübt aber nicht mit mir einfach ignorieren.Schade dass er noch Schulden bei mir hat. Das macht die Sache für den Ego wieder spannend.Mal sehen wies weitergeht

  34. gromu

    Es geht immer weiter. Leider hänge ich auch an diesem eigensüchtigen Menschen. Er behauptet zwar, er bemühe sich, aber man merkt nichts dvon, weil es immer nur Dinge sind, die in s e i n Weltbild passen. Sich die Bedürfnisse eines anderen vorzustellen, das ist ihm unmöglich. So tut er, ach , so viel Gutes und keiner merkt oder honoriert es. Wenn er einmal ein kleines Bisschen nett ist, bin ich gleich dankbar und hege Hoffnung. Aber wenn es ihm nicht mehr gefällt, „nett“ zu sein, dann kann ich wieder baden gehen. Der „Ich“ bildet sich jedoch ein, „immer“ nett zu sein. Hat er einmal außertourlich Geld verdient, bekomme ich „einmalig“ € 15.- davon und ich, ich sage noch herzlich danke, weil ich mich wirklich freue, bei ihm einmal so eine „gute Tat“ zu erleben. Naja, tschüss.

  35. gromu

    Kann ich eigentlich hier in diesem forum mich ein Bisschen ausjammern, dann ist mir leichter? Denn ändern kann ich nicht mehr viel. Wenn meine Beiträge nicht ins forum passen, kann man mir das dann vielleicht persönlich durch eine E-Mail mitteilen? Danke

  36. Thilo

    Sie dürfen sich natürlich ausjammern. Insgesamt betrachte ich Kommentare wie Leserbriefe, d.h. ich muss sie nicht bringen. Aber solange die Leute nichts Rechtswidriges treiben und niemanden boshaft angreifen, spricht nichts dagegen.

    Zur Freigabe: Die Kommentare gebe ich persönlich frei, und das dauert manchmal, wenn ich beispielsweise nicht am Rechner sitze. Dann bitte ich einfach um Geduld. Aber wie gesagt: Solange niemand wirklichen Müll schreibt, gebe ich Kommentare frei.

  37. gromu

    Danke für Ihre Antworten. Für mich klingt daraus Güte und Wärme. Das dürfen Sie ruhig Freigeben. LG Gromu

  38. caroline

    Vielleicht sollte man noch ergänzen, dass Egozentriker sich gerne einer Psychoanalyse unterziehen, weil sich hier alles nur um sie und ihre Bedürfnisse dreht und jegliche Verfehlungen in charakterlicher Hinsicht auf die „bösen“ Eltern abgewälzt werden können. Eine Psychiaterin hat mir jedenfalls mal im Vertrauen gebeichtet, dass ihr Analysanden in der Regel sehr unsympathisch wären, da total egozentrisch nur um sich und ihre Bedürfnisse kreiselnd. Auch die Psychoanalytiker selbst sind ja häufig völlig versponnen in ihr borniertes dogmatisches Weltbild und lassen neuer Erkenntnisse der Hirnforschung kaum an sich heran. Im Grunde auch dies ein Hinweis auf Egezentrik.

  39. gromu

    Mit deiner Ansicht. dass sich Egozentriker gern analysieren lassen, weil sich dabei alles um sie selbst dreht, dürftest du Recht haben. Meiner allerdings ist g e g e n eine psychotherapeutische Behandlung, da er sich dadurch in seinem Innersten bezüglich seiner ach so heiligen Eigensinnigkeiten, über die er schon oft genug gehört hat, dass er sie ändern müsste, bedroht fühlt. Und ä n d e r n ist ein Feindwort für ihn, denn da müsste er heraustreten aus seinem Bannkreis und menschlich und damit verletzlich werden. Andere verletzen, ja; aber selbst verletzt werden – nein! Andere beleidigen, ja; aber sich selbst für etwas entschuldigen – nein! Er ist arm und einsam. Aber was hilft das mir?

  40. caroline

    Also ich habe schon einige höchst egozentrische Männer getroffen, die gar nicht mehr runter wollten von der Analytiker-Couch. Ich habe jedenfalls noch nie einen analysierten Patienten getroffen, dessen Fähigkeit zur Empathie durch die Behandlung gefördert worden wäre. Über kurz oder lang sehen sich diese Patienten als arme Opfer ihrer Partner oder Eltern und so Qualitäten wie Wut, Aufbegehren werden gefördert. Eine reife, erwachsene Haltung wie die zu verstehen, dass auch die Eltern Opfer waren, habe ich noch nie in diesen Kreisen angetroffen.

  41. Mimam

    Egozentriker = Familie kaputt, Seele kaputt, Kinder gestört, Schulden.. habe ich hier gelesen..
    Wie sieht es Eurer Meinung nach aus, wenn ein Egozentriker wie o.g. -aber ohne Schulden- eine weitere feste Beziehung eingeht. Kann eine andere Partnerin, die selbstständig ihren eigenen Weg geht, sich nicht alles vorschreiben lässt und selbstsicher Ihre eigene Meinung bewahrt mit seinen egozentrischen Eigenschaften leben und sogar daran wachsen? Kann sie durch diese Beziehung sogar lernen, ihre eigenen Grenzen besser zu sehen und für sich selbst emotional zu sorgen, denn er tut es ja nicht?

  42. gromu

    Liebe Mimam, das ist nicht von der Hand zu weisen, was du da schreibst. Am wirkungsvollsten wird es sein, wenn die Partnerin dieses Verhalten gleich am Anfang der Beziehung an den Tag legt (wenn die Liebe noch groß genug ist), bzw. wenn sie von Haus aus so eine starke Persönlichkeit ist. Dann könnte man ihr nur gratulieren.Genzen sind dann gesetzt und die 50%-Marke kann nicht überschritten werden. Wenn er nicht durchkommt mit seinen Allüren, wird er sie wohl im Laufe der Zeit zugunsten der Beziehung aufgeben müssen, d.h. – wenn ihm die Beziehung mehr wert ist als sein Ego.

  43. gromu

    Seine Einschätzung aus seiner Sicht: Von mir meint er, ich bin dümmer bin als ich bin (und behandelt mich auch dementsprechend) und sich selbst hält er für gescheiter als er ist (und verhält sich auch so)! Seine Kinder haben ihn gefragt: „Papa, glaubst du, du weißt a l l e s?“

  44. Mimam

    Oha, das egozentrische Verhalten zugunten einer Beziehung aufgeben… das scheint mir doch fast unmöglich. Wie soll das denn gehen, wer der Egozentriker sein Verhalten idealisiert und es als durchweg „richtig“ ansieht?

  45. caroline

    Der allerbeste Schutz gegen Egozentriker scheint mir zu sein, sich weniger Gedanken um ihn zu machen, sondern mal mit sich selbst gut umzugehen und in Kontakt zu kommen mit seinen eigenen Bedürfnissen. Im nächsten Schritt sollte man lernen, diese Bedürfnisse nett und sympathisch rüberzubringen. Das ist die schnellste kräfteschonendste Weise, rauszukriegen, ob dem anderen wirklich was an mir liegt oder ob er mich nur ausnützen will. Ich glaube, bei solchen Frauentypen suchen Egozentriker ganz schnell das Weite und das ist auch gut so. Auch ist es gar nicht nötig, dass eine Frau immer so stark sein muss. Menschliche Bedürfnisse zu haben gehört zum Menschsein und dazu gehört auch, dass man mal schwach ist und Zuwendung braucht und sie adäquat einfordert.

  46. Alexb

    Meine Frau und ich hatten in den letzten Jahren immer wieder mal heftigen Streit, in dem Sie mir dann sagte, dass Sie nichts mehr für mich empfindet und sich trennen will. Vor ein paar Tagen hatten wir wieder Streit, diesmal sagte sie, dass jetzt endgültig Schluss ist. Bisher lief es immer so, dass ich versprach, mich zu bessern, nach ein paar Tagen hatte es sich wieder eingerenkt und ich veränderte mich NICHT. Ich bekomme es einfach nicht auf die Reihe.

    Mir fehlt zum Teil der Blick für das „Ganze“, ich habe kaum Einfühlungsvermögen und erscheine nach außen gefühlskalt. Aufgaben, die nicht unmittelbar mich selbst betreffen, lasse ich oft lange liegen, bevor ich sie erledige (Dinge, die mir selbst wichtig sind, erledige ich oft sofort). Ich nehme vieles, was meine Frau für mich und unsere Kinder macht, als selbstverständlich hin, verliere kaum ein Wort des Lobes oder der Aufmerksamkeit, sondern kritisiere eher mal. Ich kümmere mich nur nachrangig um Dinge, die mir weniger wichtig sind, anderen aber schon. Versprechen oder manche Dinge, die wir gemeinsam besprochen haben, sind nach kurzer Zeit einfach wieder vergessen – einfach weg! Außerdem neige ich manchmal zum Perfektionismus, und ich habe gerne Recht.

    Alle diese Eigenschaften wurden mir in der Vergangenheit immer mal wieder bewusst – und mir auch von meiner Frau gesagt. Aber ich habe es nicht geschafft, es abzustellen. Nach kurzer Zeit war es wieder vergessen.

    Meine Frau sagt, früher wäre ich anders gewesen. Ich habe sie gefragt „Wie war ich denn?“, aber sie kann mir keine Antwort darauf geben, und ich selbst weiß es auch nicht.

    Es muss schrecklich für meine Frau und auch meine Kinder sein, mit mir zusammenzuleben. Ich kann verstehen, dass sie sich trennen will, um sich endlich zu befreien.

    Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, mich nun endlich zu ändern, nachdem ich mir das alles bewusst gemacht und darüber nachgedacht habe (darüber bin ich übrigens auf diese Seite gestossen). Ich befürchte, dass meine Frau mir inzwischen nicht nochmal eine weiter Chance geben wird. Die Situation ist schlimm, denn wir leben allein von meinem Geld und wir haben hohe Schulden (uns steht evtl. eine Privatinsolvenz bevor, wenn wir uns mit der Bank nicht auf einen Vergleich einigen können).

    Ich habe mir ein paar „Leitsätze“ notiert und ausgedruckt, welche ich mir jeden Tag anschauen werde, in der Hoffnung, dass ich das verinnerliche und mich vielleicht doch noch ändere. Hier sind sie:

    Nehme nicht nur, sondern gebe auch täglich – vor allem Unterstützung und Hilfe.

    Sei nett und freundlich – sage jeden Tag etwas nettes. Versuche, zu lächeln.

    Denke immer daran, was Deine Mitmenschen Dir geben. Sei dankbar dafür und zeige dies auch.

    Stelle Deine Bedürfnisse hinter die Deiner Familie. Nicht nur Du, sondern jeder strebt nach Glück.

    Nimm die Probleme anderer ernst, auch wenn sie für Dich kein Problem darstellen. Wische Sie nicht einfach mit einer Bemerkung beiseite.

    Höre anderen wirklich zu. Denke nach, was der andere sagen will.

    Jeder fühlt und denkt anders. Sei nicht voreingenommen, sondern rede und teile Dich mit.

    Gib Fehler zu und entschuldige Dich, anstatt Ausreden zu erfinden.

    Schreibe Deine Versprechen, Ziele usw. auf und schaue sie Dir oft an – vor allem, was Du gemeinsam mit anderen besprochen hast.

    Lerne aus Deinen Fehlern. Schreibe auch sie auf und rufe sie Dir regelmäßig ins Gedächtnis.

    Es kann nicht alles nach Deinem Willen geschehen und Du wirst nicht immer Recht haben.

    Thilo, Du hattest ganz am Anfang das Buch „Der kleine Taschentherapeut“ empfohlen. Kann das wirklich unterstützen? Gibt es evtl. noch ein spezielles „Selbsthilfebuch“ für Egozentriker?

  47. Thilo

    Hallo Alexb, ich bin weder Psychologe noch Psychiater, und ich empfinde mich auch in meinem Selbstverständnis weit weg vom „Therapeuten“.

    Ich bin Journalist, Autor und Seminarentwickler und -dramaturg. Ich versuche, komplexe Zusammenhänge auf den Punkt zu bringen, so dass sie die Mehrheit der Menschen erreichen. Insofern bin ich keiner, der individuelle Lösungsvorschläge macht.

    Den „Taschentherapeuten“ empfehle ich einfach als Buch, das die moderne Psychologie jenseits der Freudschen Interpretiererei und jenseits der sonst handelsüblichen Verhaltenstherapie vermittelt. Ob es „unterstützen“ kann, weiß ich nicht. Lies es einfach. Wenn es deiner Meinung nach Unsinn ist, wirf es in den Müll. Es ist einfach nur ein Buchtipp, an dem ich keine Aktien habe.

    Ich bin hier nur einer, der ein Thema in den Raum wirft. Ich bin bestenfalls Moderator der Kommentare.

  48. gromu

    „Der kleine Taschentherapeut“ ist leicht zu lesen und gibt kurze eindringliche und einleuchtende Ratschläge für spezielle Situationen. Ich empfinde das Buch als echte Lebenshilfe für einsichtige Menschen.

  49. Inge

    Hallo,
    der Bericht ist evt. zu wenig variabel?
    Ein Egozentriker kann evt. auch sehr erfolgreich sein, wenn sich alle mehr nach ihm richten müssen?
    Er kann auch sehr schlau sein, nicht in allem, in verschiedentlichen Eigenschaften?
    Wir alle sollten mehr mit unseren Stärken leben um erfolgreich zu sein, an den Schwächen kostet es zu viel Kraft. Der macht das soo.
    Was sagt ihr zu meinen Gedanken?
    Ich Finde, dass Varianten verschiedener sind als oben mir zu einseitig beschrieben?
    LG

  50. Doris

    Im Radio kam vor Weihnachteng, Bln., glaube 91,4:
    Egozentriker sagen des öfteren: „das interessiert mich nicht.“ zu den Mitmenschen.
    Sie sagen offen: „das scheckt mir nicht.“
    Die anderen essen höflich ohne neg. Aussage.
    Sie seien nicht beziehungsfähig.
    Das ist jetzt von der Radiosprecherin wieder gegeben von mir.

  51. kal

    Irgendwie kommen mir viele Antworten auf diesen (gründlich durchdachten) Beitrag selbst äußerst egozentrisch vor. Kann es egozentrisch sein, andere als egozentrisch zu bezeichnen?

    >> „Sie sagen offen: „das scheckt mir nicht.““

  52. kal

    (Rest vom Beitrag)

    Zu: „Sie sagen offen: „das scheckt mir nicht.““

    Gut so. Wir erziehen viel zu viele Kinder zu fetten Gewohnheits-/Höflichkeits-/Gefühlsbetäubungsfressern, die ein gestörtes Verhältnis zu ihren biologischen Körpersignalen haben (häufig aufgrund von anderen, meist weiblichen Egozentrikern, die sich tiefbeleidigt fühlen, wenn jemand gerade schlicht und einfach keine Nahrung benötigt).

  53. Gudrun

    Es dauert lange, bis man die Erkenntnis hat: Du bist nur der Arsch! Dazu biete ich mich aber auch regelrecht an: Ich will GUT sein, kann nicht NEIN sagen, erledige alles nach Wunsch und Auftrag, messe Blutdruck, gebe Spritzen, gehe auf den sterbenden Schwan ein etc.
    Im Gegenzug gilt es aber, keine Erwartungshaltungen zu haben. Mir geht es ausnahmsweise mal nicht gut. Auf die Bemerkung, die ganze Nacht nicht geschlafen zu haben und innerlich unruhig zu sein (Schilddrüsenproblem) die Antwort: „Dann gehe ich halt alleine auf Reisen“. Den ganzen Tag nicht die Frage, wie es mir geht oder ob ich etwas essen möchte.
    „Du tust doch für mich gar nichts, kochst Du mir etwa ein 5Gänge Menue“ Eine von den netten Anschuldigungen.
    Natürlich früher auch die Komplimente und Schmeicheleien wie weiter oben beschrieben.
    Natürlich auch, dass er von meinem wesentlich höheren Einkommen gut gelebt hat.
    Und heute habe ich IHN vor die Tür gesetzt. Lieber alleine…

  54. Doreen

    Nun hab ich mich hier durchgelesen und fühle mich tatsächlich sehr bestätigt in meinem Entschluss, den Schlussstrich zu ziehen.

    Dass Egozentriker sehr geschickt sein können, ihre Mitmenschen zu blenden, sollte auch erwähnt werden. Es ist erschreckend zu sehen, wie leicht sich Menschen beeinflussen lassen.

    Hier gehts um meine Schwester und jeder weiß wie jähzornig sie werden kann. Jeder geht einer evtl. ernsthaften Konfrontation mit ihr aus dem Weg. Es hat ja eh keinen Sinn. Wer brüllt hat eben Recht!

    Es ist mit den Jahren immer schlimmer geworden. Ich denke zum Teil „perfektioniert“, denn die Taktik hat sich geändert. Anfangs wars „Schuld sind immer die anderen“, heute gibts nur noch „und ich bin wieder Schuld“ nur um dem anderen den Wind aus den Segeln zu nehmen und womöglich noch ein schlechtes Gewissen zu machen.

    Wenn man früher noch ansatzweise diskutieren konnte, ist man heute, wenn man es wagt eine Frage zu einer ihrer Aussagen zu stellen, zickig oder hysterisch oder oder oder…

    Sie hat aber auch eine andere Seite, sie kann tatsächlich hilfsbereit sein. Im Nachhinein betrachtet vielleicht nicht immer uneigennützig. Aber manchmal eben doch ;)

    Vielleicht ist da noch nicht alles verloren. Wenn alle anderen um sie rum, nur mal Aussagen von ihr hinterfragen, sie zum Nachdenken anregen würden. Nur das tut eben keiner oder so kleinlaut, dass es glatt überhört wird.

    Vor einiger Zeit kam von ihr die Aussage „Ich weiß, dass ich Fehler mache, aber ich kann sie nicht eingestehen“. Das sollte wohl einiges in den vorangegangen Jahren entschuldigen…

    Ich mag nicht mehr die Worte von Bekannten bei der Begrüßung hören „Ich wusste ja gar nicht, dass Du so bösartig bist“. Ich habe keine Kraft mehr dafür.

    Und ich bin auch nicht gern ihr Feindbild. Dass ich das bin, merke ich wenn ich auf Menschen treffe, die sehr oft und gern mit ihr reden.

    Vielleicht sind wir uns in einigen Punkten auch ähnlich. Das ist gut möglich. Denn ich habe auch meine Meinung, die ich vertrete. Und zwar genau so lange, bis wirkliche Argumente mich vom Gegenteil überzeugen. Und das ist ein Punkt, der uns unterscheidet. Ich kann noch zuhören. Sie nicht, es ist als prallt das einfach ab.

    Tut gut, das raus zu lassen :)

    LG Doreen

  55. Ein Egozentriker

    Hallo Thilo,
    ich danke Dir für deine interessanten Anmerkungen. Leider hat mir das Leben böse mitgespielt. Denn es hat aus mir einen Egozentriker gemacht. Allerdings sollte ich eher mir die Schuld daran geben ein Egozentriker zu sein. Denn da ich es erkannt habe, könnte ich es ja abstellen, das egozentrische Dasein. Allerdings versuche ich nicht meine Voteile zum Nachteil anderer auszuspielen. Das wäre ja egoistisch und nicht egozentrisch. Das was Du hier beschreibst ist demnach ein Egoist. (Ich, ich, ich) Ein Egozentiker sieht sich gerne im Mittelpunkt, keine Frage. Aber er gönnt, im Gegensatz zum Egoisten auch Anderen Ruhm und Ehre. Das es uns schwer fällt enge Bindungen einzugehen ist richtig. Leider. Aber eine Beziehung sollte von einem Gemeischaftssinn geprägt sein. Bei einem Egoisten sollte die Partnerin möglichst hübsch sein. Ein Vorzeigeobjekt. Danach ist seine ,,Wahl,, ausgerichtet. Demnach zur Selbstbestätigung. Natürlich spielt dieses Denken bei vielen Personen eine Rolle. Ich für meinen Teil gönne Jedem Alles. Ich teile gerne und habe schon ein schlechtes Gewissen weil ich hier so oft das Wörtchen ,,ich,, benutze. Aber im übertragenen Sinne ist ja jeder ein echter Egozentriker der im Internet einen Blog schaltet. Denn er steht damit im Mittelpunkt. Darauf bin ich als kleiner 08/15 Egozentriker noch gar nicht gekommen. Mein Vorteil ist jedenfalls, dass ich weiß, dass ich egozentrisch bin. Und ich bin sehr froh darüber, kein Egoist oder Egomane zu sein. Und Egozentrismus hat nichts mit egozentrischem Verhalten zu tun. Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Allerdings lässt sich Dies in Zeiten des WWW sehr leicht recherchieren… (zB. Wikipedia)

    Beste Grüße
    Sven

  56. Thilo

    Kann es eigentlich sein, dass im Schlepp meines Beitrags in den Kommentaren sichtbar wird, dass vor allem Frauen unter egozentrischen Männern leiden? Oder täusche ich mich mit meinem Eindruck?

  57. Alex

    Hallo ihr Leidgeprüften (auf beiden Seiten),

    durch meine Frage:Wie geht man mit egozentrischen und selbstherrlichen Menschen um? kam ich auf diese Seite. Es tut gut zu sehen, dass ich nicht alleine dastehe mit dem Problem. :D Bis jetzt habe ich noch nie mit einem Menschen darüber geredet aber mitlerweile bin ich psychisch und nervlich ziemlich am Ende. Darum möchte ich mich mal ein wenig ausheulen.

    Mein Partner ist einfach nur eine Katastrophe. Ich bin seit ca. 10 Jahren mit ihm zusammen und verstehe seine Wutausbrüche, die erst in den letzten 16 Monaten aufgetreten sind, überhaupt nicht. wir haben im letzten Jahr ein kleines Haus gekauft und seitdem wir dort eingezogen sind fing die ganze Katastrophe an. In den ersten sieben Monaten war ich nur ein überflüssiger Klotz am Bein, den er nicht auf die Schnelle los werden konnte. Dann ging es zeitweilig wieder etwas ruhiger zu aber: Egal was ich gemacht oder gesagt habe war falsch. z. b. wenn ich ein bestimmtes Brot kaufen sollte (was ich auch getan habe) war es das falsche weil er wollte dieses Brot nicht sondern ein anderes. Habe ich dann vor dem nächsten Einkauf gezielt abgefragt und genau das mitgebracht was besprochen war, war es natürlich wieder falsch. Habe ich „seine Anweisungen“ befolgt bis ins kleinste, war selbstverständlich auch alles falsch weil er das nie so gesagt hat.

    Und das war ein alltägliche Ablauf. Es wird also nicht verwundern, dass es jeden Tag Streit gab der einmal sogar handgreiflich auslief. Und das, wie sollte es anders sein, kurz vor Weihnachten 08. Selbst in diesem Augenblick war klar, dass er recht hatte und ich eine dumme ….. bin.

    Irgendwann ist mir dann der „Kragen geplatzt“ und ich habe ihn gefragt ob bei ihm im Kopf noch alles in Ordnung sei. Er sah mich an und fragte warum ich das sage? Ich versuchte ihm klar zu machen, dass er ein selbstherrlicher Egozentriker ist, der nichts und niemand akzeptiert. Anhand von Beispielen führte ich ihm auf wie es mir in seiner Gegenwart geht (in der Hoffnung das er lernfähig ist).
    Hier einige Beispiele:

    Er will ein bestimmtes Teppichmesser und bekommt genau was er will, aber das hat er nie gesagt, dass er genau dieses Messer haben will sondern es sollte genau das Gegenteil sein. Oder er will eine ganz bestimmte Sorte Cammenbert (Rotkäppchen) die es aber scheinbar nicht mehr gibt, dann bin ich unfähig einkaufen zu gehen. Oder es gab eine Zahncreme von Signal in der „kleinen“ Tube, (die aber mittlerweile aus dem Sortiment genommen wurde), daher kann ich sie auch nicht mehr mitbringen und bin daher überflüssiger Weise immer noch am Leben. Da ich nicht verstehe, erahne oder weiß was er denkt, bin ich kopfmäßig nur „hohl“. Das gute daran ist seiner Meinung nach, dass er sich traut mir das ins Gesicht zu sagen aber alle anderen Menschen eben nicht. Die lachen sich, wie er behauptet, hinter meinem Rücken schief wie dumm ich bin. Wenn er ein blaues Teil bestellt und auch bekommt wollte er natürlich ein gelbes. Hat er das gelbe bestellt und bekommen ist es logischer Weise ein grünes gewesen. Gut, dann bekommt er das grüne Teil ist doch klar, dass er das nie bestellt hat weil er grün haßt. Grins… Freu… er hat wieder einmal Recht und andere sind im Unrecht womit er einen weiteren Grund hat die anderen verbal zusammen zu stauchen. Was ich damit sagen will ist, egal was er sagt, es ist immer genau das Gegenteil von was er sagt was er will u.s.w. u.s.w….. Er ist immer im Recht und er hat immer Recht egal wie es gedreht wird.

    Ich habe mittlerweile sehr viel versucht um ihm klar zu machen wie mies er sich verhält. Ich habe genauso reagiert wie er, oder habe meine Meinung genauso schnell und wiedersprüchlich geändert oder habe ihm einfach nur einen Spiegel vorgehalten. Ich habe sogar mit ihm darüber gesprochen in aller Ruhe. Aber ohne Erfolg. Ist doch klar oder? Das Recht hat er gebucht und die besseren Argumente natürlich auch. Angeblich hat das Leben ihn so gemacht. Im „Kern“ ist er ja ein guter Mensch, er gibt was er kann, hilft wo immer Hilfe gebraucht wird und unterstützt in hohem Maß. Aber wie kann ich ihm helfen sich zu ändern wenn er keine Einsicht zeigt? Würde mich freuen wenn ihr ein paar tipps für mich habt. LG eure Alex.

  58. Alex

    Hallo ihr Leidgeprüften (auf beiden Seiten),

    durch meine Frage:Wie geht man mit egozentrischen und selbstherrlichen Menschen um? kam ich auf diese Seite. Es tut gut zu sehen, dass ich nicht alleine dastehe mit dem Problem. :D Bis jetzt habe ich noch nie mit einem Menschen darüber geredet aber mitlerweile bin ich psychisch und nervlich ziemlich am Ende. Darum möchte ich mich mal ein wenig ausheulen.

    Mein Partner ist einfach nur eine Katastrophe. Ich bin seit ca. 10 Jahren mit ihm zusammen und verstehe seine Wutausbrüche, die erst in den letzten 16 Monaten aufgetreten sind, überhaupt nicht. wir haben im letzten Jahr ein kleines Haus gekauft und seitdem wir dort eingezogen sind fing die ganze Katastrophe an. In den ersten sieben Monaten war ich nur ein überflüssiger Klotz am Bein, den er nicht auf die Schnelle los werden konnte. Dann ging es zeitweilig wieder etwas ruhiger zu aber: Egal was ich gemacht oder gesagt habe war falsch. z. b. wenn ich ein bestimmtes Brot kaufen sollte (was ich auch getan habe) war es das falsche weil er wollte dieses Brot nicht sondern ein anderes. Habe ich dann vor dem nächsten Einkauf gezielt abgefragt und genau das mitgebracht was besprochen war, war es natürlich wieder falsch. Habe ich „seine Anweisungen“ befolgt bis ins kleinste, war selbstverständlich auch alles falsch weil er das nie so gesagt hat.

    Und das war ein alltägliche Ablauf. Es wird also nicht verwundern, dass es jeden Tag Streit gab der einmal sogar handgreiflich auslief. Und das, wie sollte es anders sein, kurz vor Weihnachten 08. Selbst in diesem Augenblick war klar, dass er recht hatte und ich eine dumme ….. bin.

    Irgendwann ist mir dann der „Kragen geplatzt“ und ich habe ihn gefragt ob bei ihm im Kopf noch alles in Ordnung sei. Er sah mich an und fragte warum ich das sage? Ich versuchte ihm klar zu machen, dass er ein selbstherrlicher Egozentriker ist, der nichts und niemand akzeptiert. Anhand von Beispielen führte ich ihm auf wie es mir in seiner Gegenwart geht (in der Hoffnung das er lernfähig ist).
    Hier einige Beispiele:

    Er will ein bestimmtes Teppichmesser und bekommt genau was er will, aber das hat er nie gesagt, dass er genau dieses Messer haben will sondern es sollte genau das Gegenteil sein. Oder er will eine ganz bestimmte Sorte Cammenbert (Rotkäppchen) die es aber scheinbar nicht mehr gibt, dann bin ich unfähig einkaufen zu gehen. Oder es gab eine Zahncreme von Signal in der „kleinen“ Tube, (die aber mittlerweile aus dem Sortiment genommen wurde), daher kann ich sie auch nicht mehr mitbringen und bin daher überflüssiger Weise immer noch am Leben. Da ich nicht verstehe, erahne oder weiß was er denkt, bin ich kopfmäßig nur „hohl“. Das gute daran ist seiner Meinung nach, dass er sich traut mir das ins Gesicht zu sagen aber alle anderen Menschen eben nicht. Die lachen sich, wie er behauptet, hinter meinem Rücken schief wie dumm ich bin. Wenn er ein blaues Teil bestellt und auch bekommt wollte er natürlich ein gelbes. Hat er das gelbe bestellt und bekommen ist es logischer Weise ein grünes gewesen. Gut, dann bekommt er das grüne Teil ist doch klar, dass er das nie bestellt hat weil er grün haßt. Grins… Freu… er hat wieder einmal Recht und andere sind im Unrecht womit er einen weiteren Grund hat die anderen verbal zusammen zu stauchen. Was ich damit sagen will ist, egal was er sagt, es ist immer genau das Gegenteil von was er sagt was er will u.s.w. u.s.w….. Er ist immer im Recht und er hat immer Recht egal wie es gedreht wird.

    Ich habe mittlerweile sehr viel versucht um ihm klar zu machen wie mies er sich verhält. Ich habe genauso reagiert wie er, oder habe meine Meinung genauso schnell und wiedersprüchlich geändert oder habe ihm einfach nur einen Spiegel vorgehalten. Ich habe sogar mit ihm darüber gesprochen in aller Ruhe. Aber ohne Erfolg. Ist doch klar oder? Das Recht hat er gebucht und die besseren Argumente natürlich auch. Angeblich hat das Leben ihn so gemacht. Im „Kern“ ist er ja ein guter Mensch, er gibt was er kann, hilft wo immer Hilfe gebraucht wird und unterstützt in hohem Maß. Aber wie kann ich ihm helfen sich zu ändern wenn er keine Einsicht zeigt? Würde mich freuen wenn ihr ein paar tipps für mich habt. LG eure Alex.

  59. gime

    Ich habe 4 Jahre versucht mit meiner Partnerin über ihr egozentrisches Verhalten zu reden. Habe immer gedacht ein Mensch könne sich ändern. Letztlich bin ich zur Einsicht gekommen. Bei ihr ging das nicht. Sie kann sich nicht änderen. Ihr Verhalten ist absolut zerstörerisch für micht.
    Sie ist nicht diskussionsfähig und ihre Ansicht resp. ihr Verhalten in einer Beziehung ist auf dem Niveau einer Pupertierenden. Einfach schrecklich. Etliche Male habe ich auf meine eigene Bedürfnisse verzichtet um es ihr recht zu machen. Immer hatte sie recht. Anschuldigungen, Verdächtigungen, Lügen und banalisieren von Tatsachen. Unglaublich.
    Obschon sie äusserst intelligent ist, freundlich zu Mitmenschen usw. habe ich sie nach all der Zeit durchschaut. Uneigennützig war das nie. Ihre eigenen Vorteile hat sie gekonnt ausgenützt, ihre Anliegen waren immer die wichtigsten und die richtigen.
    Ich habe immer versucht auf jegliche erdenkliche Art und Weise ihre Gedankengänge und ihre Beweggründe zu verstehen… bis ich, endlich und zum Glück, damit aufgehört habe. Es ist einfach unmöglich, so lieb man diesen Menschen auch hat, mit ihm zusammen zu leben.
    Auf Beispiele habe ich bewusst verzichtet, könnte aber endlos viele nennen.
    Letztlich ist es einfach nur traurig mit an zu sehen wie der geliebte Mensch nicht fähig ist sich selbst zu hinterfragen, sich einmal für etwas unrechtes zu entschuldigen, Verständnis für den andern zu zeigen und ein einziges Mal einsichtig zu sein!

  60. Theresa

    Zu meinem größten Erstaunen sind die Probleme mit einem Egozentriker, Trennung inklusive, ganz schnell zu lösen. Eine Trennung von diesen hochmanipulativen Menschen schien mir bisher sehr schwierig, da ja meist Schuldgefühle erweckt werden, sobald der Egozentriker eine Trennungsabsicht spürt. Auch bessert er sich vorübergehend, um einen zu halten (solange noch was zu holen ist!!!!). Dann ist man oft verunsichert, inwiefern man selbst zu den Konflikten beiträgt. Aber seitdem ich das Buch von M. Rosenberg „Gewaltfreie Kommunikation“ gelesen habe, lösen sich die Probleme mit den Egozentrikern von ganz alleine. Rosenberg ist ein international bekannter Konfliktmediator und in zeitgemäßen Psycho-Praxen sehr präsent. Im Wesentlichen geht es bei dieser Kommunikationsform darum, mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen in Kontakt zu kommen aber auch empathisch die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen und sich darüber auszutauschen ohne Wertung. Da der Egozentriker an einem wechselseitigen, differenzierten, empathischen Austausch ja überhaupt nicht interessiert ist, verabschiedet er sich schnellstmöglich von ganz alleine. Das ist ein großer Gewinn, denn Schuldgefühle, den so armen Egozentriker verlassen zu haben, bleiben einem nun erspart. Er hat nun keinerlei Handhabe mehr, um einen zu manipulieren. Sobald diese blutsaugerischen Zecken merken, man ist bei sich, nimmt sich selbst auch ernst, verlieren die jegliches Interesse an einem. Man eignet sich einfach nicht mehr als Opfer. Allerdings ist es für einen selbst natürlich mühsamer, sich mal mit sich selbst auseinanderzusetzen, an seiner Weiterentwicklung zu arbeiten, als sich damit abzulenken, über intellektuelle und emotionale Blindschleichen nachzudenken und warum und weshalb die so sind, wie sie sind. Bücher von D. Goleman über emotionale Intelligenz helfen auch sehr weiter bei der eigenen Weiterentwicklung.

  61. roo

    1. ich fürchte ich bin Egozentrikerin
    2. Beim Durchlesen der Beiträge scheint es mir, als sei die Feststellung „er/sie ist Egozentrikerin, desshalb ging´s mir so schlecht“ Erklärung für gescheiterte Beziehungen.

    Ist es jetzt egozentrisch gedacht, wenn mir eineige Zeilen aus Beiträgen, wie Ausreden klingen?
    „ich bin sauer auf Ihn/Sie und kann dem Ganzen sogar einen (Fach)Ausdruck verleihen??????

    Ist es nicht auch egozentrisch zu sagen meine Beziehung war Sch*** und die andre Seite egozentrisch.

    Ps. was Kinder Egozentrik angeht stimme ich weitestgehend zu.
    Wobei die „sozaile “ Sicht und Emphatieentwicklung
    bei Kindern frühestens mit 5Jahren einstellt ….
    was man bis dahin und danach verpasst – wird ein Leidensweg.
    Allerdings gebe ich hier auch zu bedenken, dass es nicht die allgemeinen Grenzen sind , die man Kindern zeigen muss –
    sondern das sie sich an MEINE Grenzen zu halten haben.
    Bedeutet das, dass zur Kindererziehung auch wohlsdosierte Egozentrik, wenn nicht sogar Egoismus gehört????

    ich bin verwirrt ….
    naja Egozentriker halt ;o)

  62. roo

    ps…wer Fehler findet kann sie behalten …ich habe nicht nochmal „Korrektur gelesen“ …
    sorry ;o)

  63. Shay

    Hallo ihr,

    bisher wurden nur freundschaftliche oder familiäre Verhältnisse zu Egozentrikern beschrieben, doch ich habe eine andere Lebensaufgabe:

    Ich liebe meine Kollegen, meinen Beruf und mein Chef ist Egozentriker.

    Nach allem, was ich auf dieser Website gelesen habe, ist es nur möglich, mit Egozentrikern auszukommen, wenn man die gleichen Ziele und Verhaltensweisen hat, wie sie. Denn es gibt nur zwei Farben, schwarz oder weiß. Es gibt nur zwei Weisen, etwas zu sehen: es ist genauso wie ich, also akzeptabel oder es unterscheidet sich in einem Punkt, dann ist aber das Gesamte negativ, auch wenn es sich nur in einem Teilbereich unterscheidet. Jedoch ist es nicht ausgeschlossen, daß sich diese Sichtweise nach einiger Zeit wieder ändert, also daß, Katze aus dem Sack, ich nicht mehr der schlechteste Mitarbeiter des Universums bin und auf ner Skala von 0-1000 eine glatte -100000 erhalte.
    So, jetzt zum Knackpunkt: Die Absichten meines Chefs widersprechen den Anforderungen einer erfolgreichen Unternehmensführung in vielen Teilbereichen.
    Sowohl im Fachlichen (er ist nicht „vom Fach“) als auch in Sachen Personalführung (In unnachahmlicher Weise versteht er es, das gesamte Kollegium zu demotivieren. Eine ehemalige Kollegin beschrieb es so: Ich fühle mich wie eine ausgequetschte Zitrone. Und wenn man mal wieder, man will ja auch nicht so sein, verziehen hat, kommt zeitnah der nächste Schlag ins Kontor.). Er hat auch schon 80% der Kunden vergrault. Ich könnte ein Buch schreiben, wie ungeschickt er sich verhält. Nicht how2 sondern howpleasenot2oryouwilldriveagainstthewall. Und so weiter und so weiter. Wenn er und seine Famile nicht so finanzkräftig wären, wäre das Unternehmen schon längst pleite. Nur das mit den Kunden, ich denke, irgendwann haben wir mal alle durch.
    Nun meine Frage: wie gehen diese Menschen mit Mißerfolg um? Ich bin mir bewußt, das wird nach mir sein, aber irgendwann, wenn der letzte Mitarbeiter zum 100sten Mal ausgetauscht und das letzte Vermögen aufgebraucht ist, wird sich Mr. 100% doch seinem eigenene Versagen stellen müssen, oder sehe ich das falsch?

    Liebe Grüße

    Shay

  64. michelle

    Hallo Ihr,

    zufälligerweise bin ich auf diese Seite gestossen, da mir seit längerer Zeit der Verdacht gekommen ist, dass ich mit einem Egozentriker zusammenlebe. Anfangs fiel mir dies überhaupt nicht auf, da er stets freundlich, hilfsbereit und liebevoll war. Doch diese Eigenschaften wandelten sich nach und nach im Laufe unserer Beziehung. Wir sind seit 6 Jahren zusammen und seit 5 Jahren verheiratet. Er gibt zwar immer vor, dass jeder bei ihm sein dürfe wie er wolle, aber wenn man dann nicht dieselbe Meinung vertritt wie er wird er äusserst beleidigend und aggressiv. Permanent behauptet er, die besseren Argumente zu haben und wenn er keine mehr hat, sucht er stundenlang im Internet, um einen Beweis zu finden, um die Argumente der anderen doch wieder widerlegen und auseinander nehmen zu können. Ich habe dann keinerlei Zugang mehr zu ihm und wenn ich versuche, einigermassen normal mit ihm zu reden, erklärt er mir jedesmal, ich sei dumm und würde nichts verstehen und im Übrigen hielten mich sowieso alle für blöd und meine Freunde wären alle Speichellecker, wir würden uns nur ständig selbstbeweihräuchern und uns etwas vormachen. Es ist einfach unglaublich, immer versucht er in solchen Situationen, den Spiess umzudrehen um kein einziges Mal über sich nachdenken zu müssen. Er verhält sich wie ein pubertierender Junge, der mit seinen Trotzreaktionen versucht, einen „klein zu bekommen“. Mit der Zeit begann ich mehr und mehr darunter zu leiden, da der psychische Druck enorm ist. Ich wurde selbst zusehends aggressiver, da es anders nicht mehr erträglich war und dachte, dass ich es nur noch mit einer Eskalation schaffen kann, ihn vielleicht zu einer Paartherapie zu bewegen, von der ich mir in irgendeiner Weise Hoffnung versprach, da ich ihn trotzalledem noch sehr liebe. Man ist ja selbst auch in keinster Weise fehlerfrei, aber wehe, man gibt das zu, dann wird es einem bei nächstbester Gelegenheit vorgehalten oder gegen einen verwendet, so dass ich es irgendwann aufgegeben habe, mich zu entschuldigen. Was und wie auch immer ich etwas tue, es ist ganz sicher verkehrt. Sogar jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und mir vorgeworfen, falls die Formulierung nur zu 99% korrekt ist (und was korrekt ist, wird natürlich von meinem Partner definiert)…. Leider war die Paartherapie jedoch nicht wirklich erfolgreich, denn nach einigen gemeinsamen sowie einzelnen Sitzungen stellte die Therapeutin fest, dass keinerlei Konstruktivität bei ihm vorhanden ist, alles drehte sich nur im Kreis und um seine Gedanken. Als sie diese nicht zu 100% teilen wollte, wurde auch sie als inkompetent tituliert und ihr und mir wurde vorgeworfen, wir hätten uns quasi gegen ihn verbündet. Was macht man da, wenn der Partner selbst dann nicht wenigstens ein wenig zum Nachdenken angeregt wird? Die Situation ist seither derart eskaliert, dass ich mir wirklich keinen Rat mehr weiss und es wohl danach aussieht, als würde nur mehr die Trennung in Frage kommen. Ganz sicher nicht das, was man sich wünscht, wenn man einen Menschen liebt. Ich kann nur sagen, ich bin in dieser Zeit sehr gewachsen, habe gelernt, viel über mich nachzudenken und auch darüber, was mein Anteil war, wo ich wahrscheinlich schon viel früher hätte klare Grenzen aufzeigen müssen. Warscheinlich habe ich viel zu lange versucht, mich in ihn hineinzuversetzen, um sein Tun und Lassen zu verstehen und sehr oft auch zu entschuldigen, selbst wenn er wieder ganz deutlich Grenzen überschritten hat. Darüber würde ich doch so gerne mit ihm reden, da ich üblicherweise nicht so schnell die Hoffnung aufgebe, dass Dinge sich zum Guten entwickeln können. Aber leider fruchtet kein Versuch, er blockt komplett ab und schiebt mir für alles den schwarzen Peter zu. Selbst wenn ich sage, dass wir doch beide Dinge besser machen und verändern könnten, höre ich als Antwort nur noch „fass Dich an Deiner Nase, alles liegt nur an Dir.“ Dieser Zustand ist mehr als unerträglich und verletzt einen jedesmal sehr. Es tut mir unendlich leid zu sehen, dass mit dem geliebten Partner auf diese Art, wenn sich nicht wirklich etwas ändert, eine gemeinsame Zukunft sehr schwierig oder vielleicht unmöglich ist. Aber noch habe ich nicht ganz aufgegeben, ich werde noch ein wenig darum kämpfen….

  65. Judy

    meine Frage an alle Egozentriker lautet: Seid ihr denn in der Lage zu Lieben? Oder geht es euch in einer Liebesbeziehung nur darum, die Liebe und Zuneigung von dem Partner zu bekommen?

    Wahre Liebe drückt sich für mein Empfinden nämlich dadurch aus, dass man möchte, dass es dem Partner gut geht…dass man ihm auch Zuneigung zeigt und bedingungslos GIBT….nicht nur nimmt….Was genau empfindet ihr also, wenn ihr „liebt“?

    Ich habe gerade eine Beziehung zu einem Menschen beendet, der im Nachhinein betrachtet ein Egozentriker war…ist mir erst durch diese Beiträge hier klar geworden…es ging meistens nur um ihn und seine Bedürfnisse..er konnte stundenlang über sich sprechen, aber wenn ich mal was hatte, hatter auf einmal „keine Zeit“. Beim Zärtlichkeiten Austausch nahm er immer meine Hand, und wollte gestreichelt werden…wenn ich nicht seinen Vorstellungen entsprechend geantwortet oder reagiert habe, ist er immer agressiv und laut geworden. Auch tut er ungern was für Freunde oder andere…und gibt das auch immer direkt und ohne umschweife zu. Dabei ist er oft nicht sehr freundlich bzw. höflich. Aber eine Einsicht, dass da was nicht ganz ok läuft…Fehlanzeige…Nur ein kleiner Abriss aus dem „Miteinander“….habe ich das richtig erkannt: ist er ein Egozentriker?

    Ich danke für Meinungen hierzu….sind mir solche Umgangsformen doch völligst neu…

Beitrag kommentieren