Egozentriker

 

Sie sind der größte Feind des frei denkenden, offenen Menschen, für den jede Sekunde des Lebens eine neue Sekunde ist: die Egozentriker. Von ihnen gibt es viel zu viele. Wie erkennt man sie? Wie wehrt man sich gegen sie?

So wie es einmal das geozentrische Weltbild gab (die Erde ist der Mittelpunkt der Welt) und wie es das heliozentrische Weltbild immer noch gibt (die Sonne ist der Mittelpunkt der Welt), gilt heute bei einer zunehmenden Zahl von Menschen das egozentrische Weltbild (ich, ich, ich!). Anders als andere Weltbilder hat das egozentrische Weltbild nicht mehr nur ein Zentrum, sondern mehrere – denn alle Menschen sind der Mittelpunkt der Welt. Dies hat zumindest astronomisch gesehen seinen gutem Grund: Angesichts der Unendlichkeit des Weltalls ist jeder beliebige Punkt der Mittelpunkt. Doch statt aus dieser Beliebigkeit Toleranz abzuleiten, ist es beim Egozentrismus so, dass jedes einzelne der Zentren jedes andere ignoriert.

Egozentriker gehen davon aus, dass andere ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen. Dies tun sie, ohne ihr Wissen und das Wissen anderer zu prüfen und beides abzugleichen. Das heißt: Egozentriker sind im Grundsatz dumm. Sie wissen wenig und – noch schlimmer – sie ignorieren verfügbare Informationen.

Egozentriker sind leicht an ihrem eingeschränkten Horizont und daran zu erkennen, dass sie nicht mitdenken. Sie denken nicht mit, weil sie andere Menschen stets in einer ähnlichen Situation wie sich selbst wähnen. Egozentriker schreiben unleserlich, sie lassen Nachfolgenden die Tür ins Gesicht fallen. Egozentriker blinken nicht, sie fahren langsam auf der linken Spur und wechseln Spuren, ohne es zu merken. Egozentriker merken nicht, wenn sie jemandem den Rücken zudrehen. Egozentriker vergessen, dass sie Rucksäcke tragen und schlagen sie anderen ins Gesicht. Egozentriker glauben es einem nicht, wenn man ein freieres und zwangloseres Leben führt als sie, weil sie es nicht für möglich halten. Egozentriker bleiben am Ende von Rolltreppen und hinter Türen stehen. Egozentriker nuscheln oder sind unangemessen laut. Egozentriker sagen „Hallo, ich bin’s“ am Telefon. Egozentriker vergessen Zeitverschiebungen, Feiertage in anderen Bundesländern und arbeitsfreie Tage in anderen Kulturen. Manche Egozentriker riechen aus dem Mund, weil sie ihre Außenwirkung nicht kontrollieren. Egozentriker verwenden Fachwörter und nur in ihrer kleinen Welt gebräuchliche Abkürzungen. Wobei natürlich jeder in der Reisebranche protestieren wird, wenn wir behaupten, die Abkürzung „RVK“ sei nicht allgemein verständlich – während die Leute außerhalb der Reisebranche raten, bis ihnen jemand sagt, dass „Reiseverkehrskaufmann“ gemeint ist. Betriebsblindheit ist eine besonders zeitgemäße Form von Egozentrik.

Egozentriker wenden ihre Maßstäbe auf andere an. Handelt jemand gegen den Rat, die Ästhetik oder eine Konvention eines Egozentrikers, ist der Egozentriker verwundert, enttäuscht, pikiert oder empört. Meist tut er so, als geschehe dieser Konventionsbruch zum ersten Mal – ein Zeichen dafür, dass er alle bisherigen Kollisionen seines eingeschränkten Denkens mit anderen Menschen ausblendet, weil sie nicht in sein Weltbild passen. Was in seinem Verständnis nicht sein darf, ist für ihn undenkbar. Er sieht nur sich.

Indem Egozentriker in allem von sich auf andere schließen, sind sie intolerant. Dies sind sie nicht in böser Absicht, sondern aus Unfähigkeit: Ihnen fehlt die nötige soziale Intelligenz. Egozentriker können sich selbst nicht von außen sehen, sie können sich unter einem Perspektivenwechsel oder einem Schritt auf eine Meta-Ebene nichts vorstellen, und somit sind sie auch minder begabt für abstraktes Denken. Kein Egozentriker erkennt sich daher selbst als Egozentriker. Denn sobald ein Egozentriker einen Außenblick auf sich entwickelt, müsste er sein Verhalten erschrocken korrigieren – wenn er es nicht bewusst weiterpflegt und damit nicht mehr nur ein Egozentriker ist, sondern ein ausgewachsener Egoist. Während es massenhaft Egozentriker aus Fahrlässigkeit gibt, gibt es nur Egoisten aus Vorsatz. Was bei Egozentrikern die Dummheit ist, ist bei Egoisten die Charakterlosigkeit.

Egozentriker bringen niemanden weiter, auch nicht sich selbst. Da sie unfähig sind, sich selbst zu hinterfragen, und weil sie ihr Leben zum Maßstab erklären, ist ihnen jede Entwicklung verwehrt. Egozentrikern entgeht der Genuss, fremdes Denken kennen zu lernen; ihr Horizont bleibt stets beschränkt, ihr Weltbild dumm. Wer einen Egozentriker erkennt, sollte daher einen weiten Bogen um ihn machen.

107 Kommentare zu „Egozentriker“

  1. ich ...haha

    ich bin auch einer von diesen bösen menschen und wissen sie was:
    ich habe es mir nicht ausgesucht!!!!!

  2. Thilo

    Wer statt „Ich bin so“ zu sich sagt: „Bisher habe ich so gehandelt“, eröffnet sich eine große Chance. Ich will hier ein Buch empfehlen: „Der kleine Taschentherapeut“ von Lazarus und Lazarus, ein Buch aus den USA. Das Schöne an diesem Buch ist, dass es nicht problematisiert, sondern lösungsorientiert denkt. Statt des alten, fatalen Ansatzes in der Psychologie Marke „Ich habe Fehler“ hilft das Buch bei der Erkenntnis „Ich mache immer wieder die gleichen Fehler“. Es eröffnet dadurch die Perspektive, bisheriges Handeln abzuhaken und durch eine Entscheidung künftig anders zu machen. Damit werden Dinge, die einen an sich stören, änderbar, und man kommt sich auch nicht so psychopathologisch vor. :-)

  3. Gisela

    ist ja alles ganz gut und schön, wie der Egozentriker hier beschrieben wird, aber mir stellt sich die Frage: Gibt es nur die Möglichkeit, einen großen Bogen um solch einen Menschen zu machen ? Wie kann denn dem Betroffenen klar gemacht werden, das seine Denkweise nicht nur verletzt, sondern einfach falsch ist und in die totale Vereinsamung führt? So krass, wie hier beschrieben treten ja nun mal nicht gleich alle Symtome auf, oder? Es gibt immer Abstufungen und ich denke, das genau darin die Möglichkeit eines Eingreifens besteht. Bin ich zu „blauäugig“?

  4. Thilo

    Aus meiner Sicht zunächst eine Frage der Entscheidung. Will ich mit diesem Menschen eine Beziehung (gleich welcher Art) haben? Wenn ja, ordne ich alles Folgende dieser Entscheidung unter, soweit ich mir dadurch nicht allzu sehr schade und ich mir selbst nicht untreu werde. Wenn nein, dann wähle ich den Bogen um ihn herum. Dann ist es nicht mein Auftrag, auf ihn einzuwirken.

    Zweiter Ansatz aus deinem Kommentar: Menschen ändern. Muss ich jemanden ändern? Hat es Sinn? Steht es mir zu? Oder ist gerade das arrogant? Kann man jemanden überhaupt ändern bzw. ihn dazu bewegen, Muster abzulegen? Da sage ich mir: Nein, das ist nicht meine Aufgabe. Selbst in einer Beziehung. Ich gehe davon aus, dass Menschen so, wie sie leben, leben wollen – ob sie sich dazu bewusst oder unbewusst entschieden haben (wenn jemand immer wieder die gleiche Treppe runterfällt, kann er die Schuld irgendwann nicht mehr auf die Treppe schieben). Will jemand Muster ändern, wird er es selbst in Angriff nehmen.

    Dann dein dritter Gedanke, die Denkweise des Egozentrikers sei „falsch“. Ich denke, „falsch“ und „richtig“ sind relativ und subjektiv unterschiedlich. Der Egozentriker hält sein Verhalten vermutlich nicht für falsch. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass er eine Befreiung empfindet, wenn er seine Muster ändert. Denn ich schätze, viele Zwänge und viel Druck sind plötzlich wie weggeblasen.

  5. Betroffene

    Dieser kurze Artikel hat mir die Augen über meinen Ex-Freund geöffnet. Ich habe so etwas vermutet, doch erst als ich diese Zeilen las, fiel es mir wie Schuppen von den Augen, worunter ich eineinhalb Jahre gelitten und krampfhaft versucht habe, in eine andere Spur zu leiten. Gott sei Dank, hab ich meine Grenzen erkannt und mich aus der Beziehung gelöst. Selbstverständlich ist es nur, ausschliesslich nur, MEINE Schuld, dass die Beziehung in die Brüche ging. Danke für diesen wunderbaren Artikel.

  6. Thilo

    Ja, es gibt tatsächlich Menschen, die waren die vergangenen Jahrzehnte an nichts schuld. ;-)

    Kleine Anmerkung: Gedanklich ein Schritt vor der Schuld findet sich die „Verantwortung“, noch ein Schritt davor der schlichte „Grund“. Diese Wörter beinhalten weit weniger von der extremen moralischen Bewertung des Wortes „Schuld“. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass wir an so vielen Dingen „schuld“ sind, wie es der Volksmund unterstellt. Vielleicht einfach nicht in Kategorien wie „Schuld“ denken? :-)

    Ach ja: Willkommen in der Freiheit! :-)

  7. Sebastian

    Wer in unserer heutigen Zeit nicht sich selbst der Nächste ist, hat meiner Meinung nach schon verloren. Denn unsere heutige Gesellschaft gibt uns nichts mehr, also muss man sich selber das nehmen was man will bzw. braucht. Wer sich selbst versteckt und aus Rücksicht vor Dritten meint, er hält sich zurück, kann lange warten bis er etwas erreicht. Ich wurde auch schon als Egozentriker bezeichnet. Warum? Vielleicht, weil ich ein Ego hab von dem viele Träumen, Selbstbewusstsein und das sage was mir im Kopf herumschwirrt. Das Leben hat mich so gemacht und nicht ich selber. Heute ohne Panzer zu Leben ist zu „gefährlich“ Und?! Lieber schwimme auf auf dem Meer als darin unter zu gehen.

  8. Yukio

    Ich finde, daß der Egozentriker im Artikel von Thilo nicht schlimm genug gezeichnet ist. In Wahrheit sind sie noch viel schlimmer. Ich bin 37 Jahre und bin mehr als betroffen, wieviele Egozentriker frei herumlaufen und sozialen Schaden über Jahre anrichten. Mir hat das Buch von Uta Hess „Die Ich-Gesellschaft“ sehr geholfen, diese Menschen frühzeitig zu erkennen, mich zu schützen, aber das ging nur, nach dem ich selber ein Opfer wurde. „Nur“ Egoistisch zu sein oder ein Egozentriker, das ist ein riesiger Unterschied. Ein Ego brauchen wir, auch eine dazugehörige Portion Energie, um unsere persönlichen Ziele zu erreichen, d.h. aber nicht auf Kosten anderer Menschen. Ich kann nur sagen: Egozentriker sind alle gleich. Das mag sich ungeheurlich ausnehmen, aber die haben alle die selbe Stanzung: aggressiv, ungeduldig, gierig, unzuverlässig etc. , als die bösen kleinen Dinge, die einem noch so einfallen. Für jeden Menschen mit Veranwortung und Zuverlässigkeit, all jene Tugenden, die das miteinander so angenehm machen, platzt der Egozentriker mit seiner Räuberhorde ein. Die Japaner haben einen guten Trick: immer erst mal Nein sagen.
    Warten was passiert. Ein Egozentriker hat keine Zeit, da ihn seine Unruhe und seine Gier immer weiter vorantreibt.
    Ein Forum für Opfer von Egozentrikern, und den sozialen Schaden den sie anrichten, das wäre eine Idee, um die immer gleichen Tricks und Mechanismen aufzudecken. Ich selbst habe sieben Jahre gebraucht, um zu erkennen, wie mich ein Egozentriker ausgenutzt hat. So geschickt getarnt, das es schon eine Kunst der Täuschung ist. Besorgt Euch das Buch von Uta Hess – ich kann es wirklich nur empfehlen.
    Seid wachsam.

  9. Mutter eines Egozentrikers

    Wie soll ich einen Bogen um den Egozentriker in unserer Familie machen, wenn es meine eigene Tochter ist?????
    Es hat auch bei mir gedauert, bis ich das gemerkt habe. Und ich habe mich nicht selten gefragt, wie groß meine Schuld ist, dass mein Kind so geworden ist. Ich bin schon der Meinung, dass ich auf sie einwirken und versuchen soll, sie zu ändern. Denn wenn ich das nicht schaffe, wird sie meiner Meinung nach teures „Lehrgeld“ dafür bezahlen müssen, weil sie mit ihren Mitmenschen immer wieder in Konflikte geraten wird. Das will eine Mutter ihrem Kind doch ersparen, ist doch verständlich, oder?
    Meine Tochter ist jetzt 18, sie hat mit 15-16 ein Jahr im Ausland verbracht und wir hofften, dass sie dort durch die Anpassung an andere Familien mehr über sich selbst lernt und sich vielleicht ändert, eben erwachsener und reifer wird. Aber weil sie Egozentrikerin ist, hat dieser Reifeprozess nicht stattgefunden. Sie kam eben mit der Familie nicht klar, fühlte sich zu wenig beachtet, hat in der Darstellung ganz sicher auch übertrieben. Und letztlich hat sie die Familie gewechselt. Die neue Familie war natürlich viel besser, hat sich ihre Klagen über die erste Familie angehört, sie bemitleidet, ihr erst einmal fast jeden Wunsch erfüllt, bis……ja, bis auch dort sich derselbe Zustand einstellte. Kein Wunder – weil es ihr immer nur um sich ging, um die Erfüllung ihrer Wünsche. Dass man geben muss, um etwas zu bekommen, ist bei ihr einfach nich angekommen. Und inzwischen handeln mein Mann und ich genauso, wir sind einfach nicht mehr bereit, auf ihre Wünsche einzugehen, weil sie sich selbst nicht als Teil unserer Familie sieht, sondern wir uns als Dienstleister und Geldgeber vorkommen. Sie hingegen erbringt aber keine Dienste, auf keinen Fall freiwillig. Und nicht selten kommt es vor, dass sie uns deutlich macht, wie sehr sie sogar unsere bloße Anwesenheit in der Wohnung stört.
    Was soll man da machen? Es ist doch unser Kind!!!

  10. Yukio

    Ich kann nur von einem schweren Fall und meinen Erfahrungen mit Egozentrikern erzählen.
    Die betroffene Familie hatte Schlösser an allen Telefonen und Lebensmittelschränken, sogar am Kühlschrank. Das Geld und der Autoschlüssel wurden versteckt. Kam der Egozentriker zu Besuch, traf er auf eine Wand von Gleichgültigkeit. Anders konnte die betroffene Familie mit ihm nicht mehr umgehen. Ich dachte damals, wir sind durch die falsche Tür gegangen…

    Wie zu jeder Sucht, gibt es Co-Abhängigkeiten, so auch bei der Ich-Sucht: Co-Egozentriker, die mit ihrem Verhalten den Ichsüchtigen direkt oder indirekt unterstützen – besonders, wenn es sich dabei um das eigene Kind handelt. Alle Co-Abhängigen sind mit ihrem Größenwahn davon überzeugt, mit genügend Geduld und Liebe, denjenigen zur Aufgabe und Einsicht von jeglicher Sucht zu bewegen und funktioniert das nicht, wird eine noch größere Selbstaufgabe mobilisiert, was aber auch nichts bringt und das geht dann bis zur eigenen Selbstzerstörung. Aber bei nicht genügender Selbsteinsicht des Egomanen, hat das alles keinen Sinn. Bei einem Alkoholentzug wird die ganze Familie therapiert, um die Mechanismen aufzudecken, die die Sucht hervorgebracht und gefördert haben. Das gleiche gilt auch für Egozentriker und seine Dienstboten, die darunter gelitten und Schaden genommen haben. Ein Egozentriker wird sich niemals ändern, was sich ändert, ist lediglich die Taktik (die mit den Jahren immer besser wird).

    Familie bedeutet Gemeinschaft und Verantwortung und Menschen, die daran noch glauben, sind für jeden Egozentriker überlebenswichtig und Gold wert. Was könnte er schon anfangen, wenn man ihn mit den eigenen Waffen schlagen würde? Mit notorischer Unverlässigkeit? Und man selbst ständig nach Gefälligkeiten fragt? Doch ein Egozentriker lässt sich niemals „abziehen“ und wird er selber einmal mit aller Macht vor den Karren gespannt, gibt das Klagegesänge und Vorhaltungen, die über Jahre andauern. Geübte Kritik an ihm wird niemals verziehen und vergessen. Wird der Geldhahn abgedreht, geht er und dreht sich nicht mal mehr um.
    Er wird sich immer neue Opfer suchen, doch nach meinen Erfahrungen und Beobachtungen, hört das auch mal auf: genau dann, wenn niemand mehr auf ihn reinfällt.
    Uta Hess hat mit der Behauptung völlig recht, das das Ende eines jeden Egozentrikers die Vereinsamung ist. Das deckt sich mehrmals mit dem was ich gesehen habe: am Ende haben sie weder Familie, noch Freunde, da ist niemand mehr, alle sind verbraucht – das ist alles nur noch verbrannte Erde.

    Wenn das eigene Kind unaufhaltsam zum Egozentriker geworden ist, ist es zu spät, sich zu fragen, was man verkehrt gemacht haben könnte. Es bleibt das eigene Kind, aber ich würde die egozentrischen Höhenflüge auf keinen Fall mehr unterstützen. Eine andere Möglichkeit sehe ich da auch nicht, als den Familienstecker auf weiteres zu ziehen. Das Kind wird erwachsen werden und wird gehen. Ist es ein Egozentriker und dies im fortgeschrittenen Stadium, kennt es ohnehin keine Gnade mehr und zieht alle Register, wenn es sein muss und hämmert unaufhörlich auf den Familiennotknopf.

    Ich habe vor kurzem durch Zufall einen Film auf 3Sat gesehen: „Tanguy – Der Nesthocker“.
    Ein egozentrischer Sineologe, der mit weisen Konfuzius-Sprüchen seine Eltern zum Narren hält und partout nicht ausziehen will. Da es ein Film ist und man nicht ewig Zeit hat, ist vieles überzogen, trifft aber doch mit seinem Schuss ins Blaue, genau ins Schwarze. Die Eltern lassen sich einiges einfallen, um den Sohn aus dem Haus zu kriegen… Der Film ist lustig und konsequent bitter.

  11. Mutter eines Egozentrikers

    Ich hab meiner Tochter mal die Frage gestellt, ob es ihr lieber wäre, auszuziehen (auch wenn wir das Zimmer oder die Wohnung dann finanzieren müssten, solange sie noch zur Schule geht). Als Antwort hatte ich die Vermutung, dass sie NEIN sagt, aber keine vernünftige Begündung anbringen könnte. Die Vermutung hat sich fast bestätigt. Als Begründung kam zwar nicht: weil ich euch so lieb habe oder weil ich gern mit euch zusammen wohnen möchte – mir war schon klar, dass das nicht ihre Gründe sein würden –, sondern „weil ICH noch nicht so weit bin, ICH brauche eben immer noch eure Hilfe.“
    Aber dass sie eben nicht einfach mal dieses oder jenes Ding, welches sie gerade benötigt, einfach nehmen kann, ohne zu fragen, wäre die Lösung. Man, sie ist 19! Und wenn sie mal unseren Rat braucht, wären wir doch nicht aus der Welt. Geld würde sie zugeteilt bekommen, so dass es zum Leben reicht, aber auch nicht mehr. So stell ich es mir vor und ich denke, dass das eine HILFE wäre. Ihr konsequent die Grenzen aufzuzeigen und die gesetzten Limits einzuhalten bedeutet in dem Fall Erziehung.
    Allerdings würde mein Mann da nicht mitspielen. Er versucht es noch immer mit Reden und Hoffen.

  12. Mutter eines Egozentrikers

    Und übrigens, in vielen Fällen hat die Ignoranz wirklich geholfen. Zum Beispiel hat sie am Anfang immer darüber geklagt, dass ihr Computer nicht richtig funktioniert. Wir hatten versucht, durch einen Techniker das Problem beheben zu lassen, das sie geschildert hat, bis wir einsehen mussten, dass sie einfach lieber unseren PC benutzte, weil der neuer und besser war. Dann haben wir unseren PC mit Passwort versehen und immer dann, wenn sie ankam und fragte, ob sie mal randürfe, weil es für die Schule wichtig sei, habe ich gesagt, sie solle mal zeigen, worum es gehe, und ich probiere, ob es bei ihr am Rechner vielleicht doch klappt. Meist klappte es und nach einer Weile hat sie schon abgewinkt und gesagt, sie würde es an ihrem Rechner nochmal probieren und dann wurde es immer besser für uns, denn es kamen einfach überhaupt keine Anfragen mehr und später auch nie wieder Klagen über ihren ach so schlechten Computer. Man durfte allerdings auch nicht nachfragen, ob der Rechner jetzt funktionieren würde, denn die Antwort wäre dann doch eine Klage gewesen.
    Ein anderer Fall ist, dass sie immer über Krankheiten geklagt hat, und wenn man das dann ernst genommen hat und mit ihr zum Arzt gegangen ist, hatte sie nach einer Weile keine Lust mehr auf die begonnene Behandlung, mit der Begründung, es würde ja eh nicht helfen. Nach einiger Zeit war es ein neues Leiden, mit dem sie uns das Ohr abkaute, und wieder ging es von vorn los. Man nimmt es doch erst einmal ernst als Mutter. Aber es hat mich aufgeregt, dass sie dann gar keine Lust oder eben „keine Zeit“ für die Arztbeduche hatte. Irgendwann habe ich gesagt, du bist alt genug, dort und dort ist ein Arzt, zu dem du gehen kannst. Und ich habe auch nicht nachgefragt, ob die Behandlung denn hilft. Und sieher da, jetzt klagt sie überhaupt nicht mehr über irgendwelche Wehwehchen.
    Ignoranz hilft.

  13. Alberich

    Jeder geht von sich aus. Wovon auch sonst? Man selbst ist doch die allererste Quelle, und das gilt für dich, Thilo, genauso wie für jeden Anderen.
    Deshalb umfasst deine Definition soweit den Exzentriker mit.
    Meines Erachtens gehen Egozentriker auch nicht davon aus, dass andere ihr Wissen teilen, im Gegenteil. Der Egozentriker lässt andere nur über die eigene Klinge springen, sie ist sein Zollstock, anhand dessen er ihre Qualität misst. Dass andere Vorzüge haben könnten, die er nicht sieht, geht ihm nicht ein.
    Es ist noch nicht das Zeichen von Egozentrik, wenn Menschen unleserlich schreiben, links langsam fahren oder sich mit „Hallo, ich bin’s“ melden. Das zeigt nur einen Irrtum im Konsens, die eigenen Selbstverständlichkeiten glaubt man für den anderen ebenfalls gültig. Egozentrik zeigt sich, wenn es den Menschen nicht interessiert, wie der andere denkt. Der Egoist merkt es, und ändert seine Verhaltensweise, wenn es ihm zum Vorteil gereicht. Dem Zerstreuten, mit sich Beschäftigten, der im Unterschied zum Egozentriker mit sich nicht im Reinen ist, mag eine Verhaltensänderung nicht gelingen, aber es ist ihm wenigstens peinlich.
    Egozentriker befassen sich nicht mit sich. Das ist für Menschen, die sich für perfekt halten, unnötig.
    Bei Egozentrikern ist mir aufgefallen, dass sie andere intensiv beobachten, ihre Aufmerksamkeit aber nur nach außen, nicht nach innen gerichtet ist. Ihre Beobachtungen sind nie auf ein faires Werturteil gerichtet, sondern nur ausnutzungsbestimmt. Sie unterscheiden sich von dem Egoisten, der das Gleiche tut, dadurch, dass sie sich im Recht wähnen, der Egoist wähnt sich im Vorteil. Sie haben etwas von einem Leuchtturm an sich, der alles rundherum beleuchtet, nur nicht sich selbst. Egozentriker sind nach außen gerichtet. Sie können gute Unterhalter sein, verachten aber ihr Publikum. Mir zumindest ist noch kein introvertierter Egozentriker begegnet.
    Egozentriker halten sich für perfekt. Also kann nach dieser Logik alle Kritik an ihnen nicht sachlich sein, sondern muss ein bösartiger Versuch sein, sie persönlich runterzumachen.
    Versuche, Egozentrikern ihr Fehlverhalten vorzuwerfen, müssen erfolglos sein, weil der Egozentriker sich für unfehlbar hält. Als Variante gibt es noch den Fiktiven („Ich weiß zwar, dass ich Unrecht habe, aber musste doch das Gegenteil annehmen“). Man beachte aber, dass das völlige Fehlen von Selbstzweifeln in dieser Gesellschaft als Stärke angesehen wird, von daher ist das vermehrte Auftauchen von Egozentrikern logisch.

  14. Alexander

    Werden wir nicht alle zu solchen Menschen erzogen ?
    Es gibt immer mehr Befreiungsseminare , wo dieser
    Wahnsinn noch gefördert wird. Ein wahre Fundgrube
    für Egozentriker ist das Buch plus DVD
    The Secret – Das Geheimnis.
    Ich wäre selber fast drauf reingefallen.
    Hier werden die Menschen zum richtigem Denken
    gezwungen. extremes positives Denken wird vorausgesetzt.
    Bei diesen Lehren kommen alle anderen Menschen unter
    die Räder – wer nicht richtig denkt fällt durch.
    Wer hat hier etwas davon – die Produzenten?
    Wie alles aus den USA ein Schauspiel ( Hollywood)
    Man kann nur hoffen, dass die Menschheit dieses
    Treiben bald durchschaut !

    LG Alexander

  15. Thilo

    Ja, die Secret-DVD ist schon merkwürdig. Ich denke ja, dass sie grundsätzlich sehr viele sinnvolle Dinge enthält, aber nicht sehr geschickt vermittelt. Es kann der Eindruck entstehen, es laufe auf egozentrisches Handeln hinaus.

  16. Melian

    Erst in einem Gespräch mit einem lieben Bekannten vor einer Woche fiel das Wort Egozentriker, als ich ihm von meinem Vater erzählte. Daraufhin habe ich mich mehr mit diesem Thema beschäftigt, und diese Seite hat mir noch einmal die Augen geöffnet. Ich bin sehr froh, das Verhalten, welches mich jahrelang beeinflußt hat, benennen zu können, und eine Erklärung zu haben, warum von der Seite meines Vaters kein positives Verhalten, kein Interesse und auch kein Verständnis kommt. Er redet nur von sich. Er ist der Mittelpunkt seines Lebens. Und mehr noch ist mir klar geworden: Dadurch dass mein egozentrischer Vater mich allein erzogen hat, bin ich nur dieses Verhalten gewohnt. Ich habe mich als erwachsene Frau oft in ähnliche Männer verliebt, weil mir dieses Verhalten vertraut war. Nun endlich erkenne ich die Muster, und ich fühle mich befreit.

    Und noch etwas ist mir klar geworden: Dass man ständig an sich arbeiten und sich selbst immer wieder hinterfragen sollte, vor allem dann, wenn man sich über andere ärgert oder sie bewertet. Sich in die Lage eines anderen Menschen versetzen zu können, hilft ungemein, zu verzeihen und zu verstehen.

  17. Romy

    Auch ich bin eine betroffene Mutter und habe das jahrelang nicht wahrhaben wollen. Erst jetzt, als ich im Internet recherchiert habe und unter anderem hier gelandet bin, weiß ich das. Sie wird übrigens heute 19 Jahre alt. Auch sie war drei Jahre im Ausland bei ihrem leiblichen Vater, in der Hoffnung unser Verhältnis würde dadurch wieder besser. Zum einen wegen der Zeit, die ja bekanntlich alle Wunden heilt und zum anderen, damit sie diese, unsere Familie schätzen lernt.
    Es hatte dann auch den Anschein, als würde das klappen. Plötzlich waren wir diejenigen, bei denen sie sich am Telefon ausgeheult hat, weil es ihr dort „so schlecht „ging.
    Seit August 2006 ist sie wieder in Deutschland, hat mit unserer Hilfe eine Lehrstelle als Hotelfachfrau in einem 4,5 Sterne Hotel angefangen, bekam von uns den vorgezogenen Führerschein bezahlt und ein Auto usw. Alles ganz selbstverständlich. Nur das mit der „Familie“ hat sie bis heute nicht verstanden oder verstehen wollen? Es kommt von ihr gar nichts zurück. Seit sie ein neues „Opfer“, einen neuen Freund gefunden hat und dessen herzensgute Familie dazu, kennt sie uns nicht mehr. Da gibt es keine Nachfrage, ob es uns gut geht , ob wir Hilfe brauchen oder ähnliches. Wir sind für sie nicht mehr existent. Ihr Freund ist sehr ordnungsliebend und das kommt ihr sehr gelegen. Die Mutter wäscht (inzwischen auch ihre Sachen), putzt, kocht, und unsere Tochter braucht keine Hand zu rühren. Sie lebt wie die Made im Speck. Zudem wird sie bemitleidet und bedauert. Ich habe mich immer gefragt, was ich falsch gemacht habe. Ich glaube inzwischen, dass ich tatsächlich keine Schuld habe und das alle Mühen sie ändern zu wollen vergeblich sind. Das tut verdammt weh. Aber sie muss ihren Weg gehen, den sie gehen will. Wir sind einfach nur hilflos.

  18. Pete

    Hallo alle,

    @ Ronny, und alle die anderen Mütter die sich fragen „was sie falsch gemacht haben..:“
    Die Antwort habt ihr Euch im Grunde bereits selber gegeben: ihr habt ALLES MITgemacht! Alle Eskapaden Eurer Zöglinge wurden ständig toleriert und noch unterstützt.
    Es gab keinerlei Konsequenz (warum auch immer) aus einer Handlung, einem Verhalten die den Kindern gezeigt hätte wo Grenzen sind die nicht überschritten werden sollten…

    Ich frage mich allen Ernstes warum ihr alle so erstaunt seid dass es mittlerweile so viele „Egozentriker“ gibt?
    Es ist doch gar kein Wunder wenn Eltern ihren Kindern alles durchgehen lassen, wenn KEINERLEI Grenzen aufgezeigt und gesetzt bzw. geschweige denn eingehalten werden.
    Ja, ja die 70er Jahre, „Love and Peace“, Antiautoritäre Erziehung lassen grüssen. Bitte, ich bin nicht für die Prügelstrafe, falls das jemand meint. Aber ohne Konsequenz, ohne dass ein Kind lenrt dass es im Leben natürliche Grenzen gibt die eingehalten werden MÜSSEN damit ein Zusammenleben mit anderen funktioniert – ohne das geht es nunmal nicht.

    Dass das dann sonst eine ganze Generation (und dadurch die Gesellschaft) voll mit Egozentrikern wird – wen wunderts? Mich nicht, ich finde es nur traurig.

    Auch ich träumte von einer Welt (wer nicht?) voll von verständnisvollen, sich liebenden Menschen die allgemein tolerant sind und nach dem Motto „Leben und leben lassen“ agieren. Dass das nicht die Realität ist liegt u.a. in der menschlichen Natur.
    Es gibt immer solche und solche, Menschen die gieriger, geiziger, brutaler, berechnender, freundlicher, liebender was auch immer sind…

    Nur mit dem einen Unterschied dass das Verhalten was Eltern heute an den Tag legen (was ich oft genug selbst beobachte) nicht dazu beiträgt solche gewünschten verantwortungsvollen, toleranten, nicht ICH-bezogenen, sozialkompetenten Menschen hervorzubringen.

    Wenn täglich immer noch jede Menge Kinder geboren werden die anschliessend ohne jegliche Liebe, ohne sanfte oder auch mal harte konsequente „Führung bzw. Anleitung“ in die Welt geschickt werden – was soll man sich über o.g. Egozentriker wundern?

    Liebe Eltern, Väter und Mütter fasst Euch an die eigene Nase und hört auf zu jammern. Steckt Euren Kindern klare Grenzen, sagt Ihnen wo es lang geht und seid selbst Vorbild indem ihr Euch konsequent an das haltet was ihr sagt. Und nicht erst wenn sie 18/19 Jahre alt sind, dann ist es zu spät. „Währet den Anfängen“ wie es so schön heisst.

    Wenn Kinder heute schon mit 8-9 Jahren frech wie Rotz sind, zu Erwachsenen „Du Arschloch, verpiss Dich“ sagen dürfen(!) ohne dass Ihnen jegliche Konsequenz droht müssen wir uns über zu viele „Linksfahrer, FDP-Wähler, selbstverliebte Egomanen jeglicher Coleur“ nicht wundern!

  19. Jocko

    Schon harter Tobak den ich hier zu lesen bekomme.

    Befasse mich seit einiger Zeit mit dem Thema, nicht zuletzt weil ich mich selbst als Betroffenen erkenne.
    Einige Statements sind zutreffend, andere eher an den negativen Auswirkungen der Egozentrik orientiert. Bewerten kann das jemand anders.

    Schwierig diesen Egozentriker einmal von ‚innen‘ zu beschreiben, doch ich werde es mal versuchen in der Hoffnung die hier vorherrschende Meinung der ‚malignen‘ also bösartigen Egozentrik vielleicht etwas abzuschwächen. Wobei ich durchaus nachvollziehen kann dass es verschiedene Ausprägungen gibt.

    Das größte Problem das sich stellt ist, dass man seine eigene Person nicht wirklich von der Umwelt zu trennen vermag. Habe mir in langer harter Arbeit eine Sichtweise erkämpft die diesem vorherrschenden Bild völlig widerspricht indem ich hypothetisch davon ausgehe dass andere Personen (?) abweichende Sichtweisen als meine haben können da sie auf anderer Logik basiert.

    Ich bin immer davon ausgegangen, dass wenn ich einen Zusammenhang logisch begreife, der auch allen anderen so offensichtlich zur Verfügung steht. Dadurch bedingt kann man sich die Verwirrung vorstellen die durch meine ‚logische‘ aber irrige Vorgabe entsteht. Man wird nicht verstanden, als intolerant oder gar dumm gesehen was erstens überhaupt nicht stimmt und zweitens die Situation nochmals verschärft. Für mich äußerst hilfreich in solchen Fällen war, wenn jemand die unterschiedliche Sicht klar artikulieren konnte ohne persönlich zu werden. Damit kann ich wieder etwas anfangen und mein ‚egozentrisches‘ Weltbild um diese neue Sicht erweitern.

    Es ist als ob man Scheuklappen aufgezwungen bekommt und erst wenn man die Bandbreite erhöht kann man damit anfangen aus dieser Falle zu entkommen. Nach und nach gelingt es manchmal das Konzept der unterschiedlichen Persönlichkeiten zu erfassen die nach anderen Maßstäben leben als ich, auch wenn es sich völlig daneben anfühlt.

    Die Hintergründe sind mir bekannt und liegen klar in der Kindheit. Mit genügend Intelligenz kommt man selbst als Egozentriker gut durchs leben, doch man ist in erster Linie einsam weil zum ‚Ich‘ irgendwie das ‚Du‘ fehlt. Bin auch nicht unsensibel und schon gar nicht geistig zurückgeblieben, eher das Gegenteil. Für mich war es nur immer unverständlich wie andere Menschen auf Grundlagen Entscheidungen treffen die -> ich

  20. Jocko

    Und hier der Rest:

    …-> ich

  21. Fidelio

    Ich glaube Egozentriker gibt es viele, weil ihre unverrücktbare Art und Weise früher als Überlebensstrategie galt. Man stellt sich doch einmal eine Familie mt, wie es damals üblich war, 10 Kindern und möglicherweise eine Frau, welche gern und dauernd widerspricht.

    Er käme ja gar nicht mehr zum arbeiten bzw. zur Ruhe, wenn er nicht diesen dicken Panzer hätte.

    Das mag auch der Grund mit sein, warum die meisten Frauen ein coabhängiges Dasein führen mussten.

    Sonst wären wohl auch die Fetzen geflogen. Es gibt ja auch heute noch Männer, die keine Emanzipation dulden.

  22. Fidelio

    Ergänzend zu meinem vorigen Beitrag möchte ich hinzufügen, dass dieses keine Entschuldigung für das Verhalten der einzelnen Egozentrikerl, weiterhin ungehindert ihr Ego auch in der heutigen Zeit auszuleben, sondern vielmehr ein neutraler Hinweis sein sollte.

    Trotzdem behaupte ich, dass gerade in der heutigen kapitalistischen Ellenbogengesellschaft gerade dieser Typus wieder zunehmend seinen Platz findet, weil sich dieser natürgemäß nunmal auch als Führungskraft und somit Besserverdiener nicht zuletzt auch zur Fortpflanzung eignet.

    Zwar bin ich kein Hirnforscher, aber Verhaltensweisen, welche sich über Generationen etabliert haben, sind sicher nicht nur durch erziehungsbedingte Lernprozesse zu beeinflussen, sondern haben möglicherweise einen völlig anderen Hirnstoffwechsel entwickelt. Die Gesellschaft spiegelt immer das wieder, was sie letztendlich selber über Jahrhunderte produziert hat.

    Warum sollten sich jetzt Mütter bzw. Partner Vorwürfe machen, dass sie dieses gar unterstützen oder zugelassen, wenn ein Umdenkungsprozess in dieser Gesellschaft möglicherweise nicht einmal Bedarf bzw. Gehör findet bzw. je gefunden hat ?

    Moralapostel haben schließlich auch ihre negative wie jede Medaille (zwei) ihre Seiten hat.

    Auch Schreiberlinge sollten gerade in der heutigen Zeit hinterfragt werden, zumal sie meistens auch nur ein Produkt der zensierten Gesellschaft sind.

  23. Peggy

    eigentlich war meine Fragestellung bei Google: Kann ein Egozentriker sich ändern?
    Dann bin ich auf diese Seiete gestoßen und einigermaßen überrascht, wie präzise diese Menschen beschrieben werden können und diese Verhaltensmuster auch tatsächlich in erschreckender Weise stimmen. Ich bin nach 21 Jahren inzwischen Co- Abhängige und hatte jetzt endlich die Kraft, mich trennen zu wollen. Aber auch das stellt sich mit einem Egozentriker nach 21 Jahren Ehe sehr schwierig dar. Ich bin schon immer finanziell unabhängig gewesen und beruflich sehr erfolgreich. Dennoch hat er es geschafft, mich immer wieder zu überzeugen, dass es ohne ihn nicht gehen würde. Was folgte waren Angststörungen, Panikattacken etc.Aus diedem Sumpf bin ich aber , wahrscheinlich dank meiner Kraft, raus. Heute weiß ich, dass ich stets die Stärkere war und dass mir trotzdem noch ein langer Weg bevor steht. Inzwischen Leben wir im Trennungsjahr, leider aber nur durch eine Etage in meinem Haus getrennt. Wir haben eine 13-jährige Tochter, die diese Trennung erleichtert aufgenommen hat und mir sogar noch Mut macht das durchzuziehen. Mein Gott, was habe ich auch meinem Kind angetan?? Und was habe ich für ein Glück mit diesem Kind!! Obwohl ich unmissverständlich bei meinem Trennungsentschluss bleibe und ihn auch in jeder Situation unterstreiche, glaubt er immer noch, mich umstimmen zu können. Das reicht vom Weinanfall über Beteuerungen, dass er sich ändert und eine Therapie machen will. Aber nach diesen Beiträgen weiß ich auch, und ich glaube, das wusste ich auch schon vorher, dass das wohl eine Illusion ist. Nun muss ich nur noch heil aus der ganzen Geschichte rauskommen, was , wie geagt, bestimmt nicht einfach wird. Vielleicht hat jemand ähnliche Efahrungen im Leben gemacht oder Thilo hat noch ein paar Anregungen für mich, damit mein Kind und ich wirklich wieder in absehbarer Zeit frei sein können.

  24. Pit

    Hallo zusammen,

    schoen, dass ich auf diese Seite gestossen bin.
    Ich bin schon seit etwa 5 Jahren der Meinung, mit einer Egozentrikerin zusammenzuleben. Zusammen leben wir allerdings schon seit 6 Jahren. Irgendwie habe ich das Ganze aber nicht von Anfang an ernst genug genommen. Man meint ja auch immer, man koenne dem anderen in einem Gespraech beibringen, dass es auch anders gehen kann. Nach dem, was ich hier lese, komme ich mir einerseits wie ein Idiot vor, andererseits weiss ich natuerlich auch nicht, wie fachlich fundiert Eure Meinungen sind.
    Grundsaetzlich bin ich schon der Meinung, dass Menschen sich aendern koennen – auch wenn diese Meinung in den letzten Jahren immer schwaecher wird.
    Ich bin gerade wieder einmal kurz davor, einen Schlussstrich zu ziehen. Und wieder einmal machen sich Zweifel breit, ob man nicht wenigstens noch ein einziges Mal drueber reden sollte – vielleicht habe ich es beim letzten Mal doch nicht richtig gemacht.
    Das Schlimme ist, dass ich nicht einmal mit Ihr reden kann.
    Sobald etwas fuer sie Unangenehmes zur Sprache kommt, werde ich unterbrochen und es gibt fadenscheinige Argumentationen und Gegenbeschuldigungen, gegen deren Gewalt ich erst einmal machtlos bin. Solche Gespraeche haben frueher immer im totalen Streit mit Anschreien und ernsthaften Drohungen geendet. Heute endet es meist nur noch darin, dass ich ein-, zweimal darauf hinweise, dass ich auf diese Art nicht diskutieren will. Dann hoert sie aber nicht auf, ich selbst sage gar nichts mehr und ich lasse mich in der Regel noch 45 bis 90 min vollsuelzen mit unglaublichen Verknuepfungen von Realitaet, Mutmassungen und Unterstellungen. Letztendlich reicht ihr das dann, um sich selbst wieder fuer sich ins rechte Licht zu reden und das Gefuehl zu haben, alles sei richtig. Sie kann ueberhaupt nicht verstehen, dass ich nicht mehr gerne mit ihr diskutiere oder dass ich ihr vorwerfe, gewaltvoll zu diskutieren. Sie schafft es sogar, mich in jedem meiner Saetze zu unterbrechen und wenn ich dann einen Ihrer in der Regel sehr, sehr langen Redefluesse unterbreche, um wenigstens auf das ein oder andere Gesagte einzugehen, bittet sie mich voellig verstaendnislos darum, sie einmal ausreden zu lassen.
    Was sagt man so einem Menschen, der ansonsten durchaus intelligent ist, um einmal ins Zweifeln zu kommen, einmal mehr zuzuhoeren, als zu senden?
    Es hat in all den Jahren vielleicht 4 Gelegenheiten gegeben, in denen ich einmal „zu ihr durchgekommen“ bin.
    Da kamen Aeusserungen, wie „mein Gott, manchmal bin ich aber auch ein A***loch – ich werde das nicht mehr tun …“
    Man haelt es nicht fuer moeglich, aber das ist auch nur einen Tag spaeter wieder voellig vergessen.
    Wie kann so etwas sein?
    Was macht man da?
    Wie geht man damit um, dass man vorgeworfen bekommt, dass man nicht selbstkritisch genug ist, dass man immer nur anderen die Schuld zuweist etc. Das sind die Dinge, die ich eigentlich ihr vorwerfe – da steht eindeutig Aussage gegen Aussage. Ganz objektiv muss ich auch zugeben, dass die Frage berechtigt ist, ausser dass ich natuerlich weiss, welche Gedanken ich mir mache, sie aber nicht.
    Wahrscheinlich bin ich auch einfach zu wenig schlagfertig.
    Als Aussenstehende werdet Ihr mir raten, zu gehen – wuerde ich auch tun. Leider ist das nicht so einfach, wenn man selbst drinsteckt und denkt, es gaebe ja vielleicht doch noch etwas, was man nicht versucht hat.

    Zumindest habe ich mir jetzt mal ein wenig Frust von der Seele geschrieben – danke dafuer …

    Viele Gruesse
    Pit

  25. Janette

    Hallo,

    ich habe 17 Jahre mit einem Egozentriker zusammengelebt. Keiner wollte mir glauben wie unerträglich das Leben mit meinem Mann ist. 4 Jahre hat es gedauert bis ich endgültig die Nase voll hatte und ihn rausgeschmissen habe. Vorwürfe, Anschuligungen und Verleumdungen waren an der Tagesordnung. Ich habe sogar schon geglaubt ich müsse zum Phsychater gehen. Jetzt lebe ich mit meinen 2 Kindern bei einem neuen verständnisvollen Mann und wir müssen feststellen, das mein Sohn (8 Jahre) genauso ein Egozentriker ist wie mein Ex-Mann. welch ein anstrengendes Marthyrium uns noch bevorsteht wissen wir nicht. Ein Kinderphsychater ist schon eingeschaltet. Ich hoffe nur das alles gut wird.

    Danke für eure Artikel, sie haben mir all das bestätigt was ich miterlebt habe.

    LG Janette

  26. Manfred

    An alle durch einen Egozentriker geschädigte.

    Mit großem Interesse habe ich hier, erst nur Thilos Einführung, dann auch alle anderen Beiträge verfolgt.
    Ich hatte eine Beziehung mit einer Egozentrikerin über 7 Jahre. Wie perfekt es diese Räuber (besonders im vortgeschrittenen Alter – sie jetzt 50 ) verstehen den anderen zu benutzen mußte ich am eigenen Leib erfahren. Das erste Kennenlernen war vor 30 Jahren. Ich habe damals diese Beziehung beendet weil ich überhaupt nicht mit dieser sehr ich bezogenen Frau klar kam.
    Dann der Fehler:
    Ich nahm Kontakt zu ihr auf- einfach nur um zu hören wie es ihr denn so ergangen ist- nur rein freundschaftlich.
    Man mag es nicht glauben, eine Stunde später stand sie auf der Matte und das Drama begann.
    Mein Fehler war einfach das ich mich auf sie eingelassen hab. Die Warnungen der Vergangenheit waren leider schon verblasst und ich hab eben auch gedacht das Menschen wenn sie älter werden eben auch besonnener und klüger werden.
    Ja klüger ist sie geworden- im benutzen des anderen-
    Als ich das erkannt hatte, war es leider schon zu spät. Da waren schon beträchtliche Summen in € geflossen und Arbeitsleistung im Bereich von ca. 300 Std. von mir getätigt worden.
    Als mehr gefordert wurde und ich nicht mehr wollte weil von ihr garnichts kam, peng „ich will nicht mehr“. Ich danke dir für alles, bitte belästige mich nicht mehr.

    Dies soll eine Warnung sein an alle die das Gefühl haben benutzt zu werden. Prüft genau und lasst es nicht zu das euer Gegenüber für euch garnichts macht. Das nur ihr der Gebende seit.
    Für mich sind Egozentriker mit das Übelste auf dieser doch im Grunde so schönen, wunderbaren Welt.

    Sollte dieser Beitrag einem aufrichtigen ehrlichen Menschen die Augen geöffnet haben, so sollte er schnell handeln und sich befreien.

    Liebe Grüße an alle Geschädigten und aufrichtigen Menschen

  27. Manfred

    Nachtrag:

    Natürlich bin ich, als ich mich zurückgezogen hatte, beschimpft und beleidigt worden. Der Unfähigkeit ebenso wie des Diebstahls bezichtigt worden.

    Was diese persönlichkeitsgestörten Menschen in dir anrichten können!!!!!! Ich rate dir, verzichte im Vorwege auf diese Erkenntniss und ergreife die Flucht. Mache wie Thilo es schreibt einen großen Bogen um sie.

    Viel Glück

  28. Carola

    Das habe ich alles schon selbst erlebt, und war sehr erstaunt, das zu lesen – und ich bin schon seit 40 Jahren mit so einem Mann zusammen! Ich war auf dem Weg der Selbstzerstörung. Ich habe ALLES versucht, weil ich glaubte, wenn ich GUT bin, wird alles besser… erst jetzt, im Alter, wo mein Mann mit immer mehr Leuten immer weniger auskommt, wo ich fest stelle, es geht nur um seine Probleme, um seine Krankheiten, um seine Vorlieben z. B. beim Essen, gehen mir jeden Tag mehr Lichter auf… ich werde es ändern, ich weiß nur nicht wie. Den Rest meines Lebens will ich jedenfalls mein eigenes Leben leben und nicht mehr als Haussklavin. Meine kulturellen Interessen habe ich all die Jahre zurück gestellt, nicht weil ich nicht wollte, sondern weil er mich so mit seinem Programm beschäftigte, dass ich einfach zu müde war. Sein Programm: Seine Bedürfnisse, und das Geld. Er verwaltet mein Geld, ich habe noch nicht mal das Recht, die Zinsen aus meinem Erbe zu verwenden. Ich werde auf jeden Fall in Zukunft tun, was ICH brauche. Weitgehend alle Beiträge haben mir geholfen, auch der Tip mit der Ignoranz, der von Thilo am Meisten, weil ich dadurch auf die ganze Problematik aufmerksam wurde und es nicht nur als MEIN Problem erkannte. Ein guter Freund hat mich darauf gebracht… ich wünsche allen Co-Abhängigen, dass sie solche Freunde finden…wer dem Egozentriker nachgibt und auch noch alle Freundschaften beendet, ist verloren.

  29. Petra

    Nehmt die Beine in die Hand und lauft um eurer Leben!

    Der Kontakt zum Egozentriker ist extrem schädigend. Natürlich nur für die potenziellen Opfer, zu denen ich auch gehörte. Erkennt euer Muster! Menschen die sich nach Liebe und (Be)Achtung sehnen, sitzen am Ende schwer geschädigt an Nerven, Psyche, Physis und Geldbeutel im ganz tiefen Loch.
    Etwas anderes zu erwarten ist SELBSTBETRUG.
    An der Angel, die der Egozentriker zunächst einmal auswirft, hängen Köder wie:

    Retter der Jungfrau
    Robin Hood (der mit der grünen Strumpfhose)
    Ich will nur Dich
    Du bist die Schönste und die Beste
    usw.

    Während ihr euch noch in der Anbetung sonnt, zieht ER euch den Teppich unter den Füßen weg. Und wenn man ihn läßt, geht das endlos so weiter. Manchmal verliert er jedoch auch die Lust. Wie die Katze an der Maus, weil sie totgespielt ist.

  30. Dekanda

    Mmmhh, wenn ich das so lese, erinnern mich manche von euch beschriebenen, extremen Verhaltensweisen an Borderliner… vor denen flüchte ich wenn sie nur am Horizont auftauchen.

    … trotzdem, auch ich bin ein Egozentriker. Ich erkenne mich im Unverständnis der Anderen wieder, die sich fragen, wie es sein kann das der Egozentriker es nicht sieht wie blöd er ist. Meine Egozentrik äußert sich im Mangel an Empathie, dem Fehlen der Frage: „wie fühlt sich der Andere“. Ebenso in dem Erkennen, warum ich immer wieder auf Ablehnung stoße und wann ich mich selbst auf meine Mitmenschen projeziere.
    Seit ca. drei Jahren arbeite ich daran mein aufgeblasenes, empfindliches Ego, meine Intoleranz und meine Blödheit abzubauen.

    Die Entscheidung diesen Weg zu gehen und mich zu ändern und andere in ihrem gesamten Sein wahrnehmen zu lernen, kommt aus mir heraus und ist verdammt schwer und steinig. Hier wurde schon oft der Rat gegeben, Egozentriker einfach nicht mehr in das eigene Leben zu lassen und sie schlicht und ergreifend auflaufen zu lassen. Diesem Rat kann ich mich eigentlich nur anschließen. Ich bin selbst, obwohl ich an mir arbeite, manchmal noch schwer zu ertragen. Bei mir führte erst der Leidensdruck von außen dazu, mich mit der Problematik auseinander zu setzen.
    Bringt ihnen kein Verständnis entgegen, zeigt ihnen wie unerträglich sie sind, dann könntet ihr vielleicht helfen, wenn ihr es denn wollt.

  31. gromu

    Ja also: Ich bin das 42 Jahr mit so einem Typ verheiratet und erst vor ca. 1 1/2 Jahren ist mir nach jahrelngem seelischem Martyrium der Begriff „Egozentriker“ in den Sinn gekommen (nachdem ich an dem Wort „Egoist herumgerätselt hatte). sofort ins Internet und bei Thilo Baum fast unverzüglich fündig geworden. Nun schildere ich euch den Zustand eines solchen Menschen, so weit ich ihn von außen beurteilen kann. Nach einem langen Leben als Egozentriker (65 Jahre), in dem er beruflich, persönlich, und anderweitig vieles geleistet hat steht er heute in fast allem nur noch mit dem Rücken zur Wand. Hoher Blutdruck, weil er sich dauern aufregen muss, dass nicht alles nach seinem Willen geschieht, in dauerndem Kampf mit den Nachbarn, weil die auch eine eigene Meinung haben, im Schweigemarsch gegen die Ehefrau, die es nun endlich wagt, sich zu behaupten (warst du zu viel mit der Hildegard beisammen – als ob ich keine eigene Meinung hätte!!) usw.,usw. Der Blutdruck macht ihm ernstliche Sorgen, aber die Borniertheit ist größer als die Angst vor einem Schlaganfall: Er lässt sich nicht sagen, dass mit weniger Druck auf die anderen auch vielleicht sein innerer Druck sinken würde. Die Frau ist nicht schnell genug ins Auto eingestiegen, weil er es – wieder mal- eilig hatte, erlaubte sich zu sagen, dass er sich ihr gegenüber freundlicher äußern könnte, kurz und gut (oder schlecht), es ging nicht alles nach seinem Plan. So will er mit seinem schönen Auto in die Garage reversieren und übersieht dabei, dass der Anhänger davor steht. Bumm, krach. Da war mal ein Teil, das nicht gleich auf die Seite gesprungen ist wie ich, wenn er in der Küche zu tun hat oder auf dem Wiesenpfad entgegen kommt. Lange habe ich gebraucht, bis ich diese Mentalität erkannt habe. Aber ich habe auch erkannt, wie sehr er selbst darunter leidet ohne zu wissen, mit welchem Leiden er belastet ist. Dekanda vor mir hat von diesem Leidensdruck aus subjektiver Sicht gesprochen. Ich glaube ihr das aufs Wort. Man braucht soeinem Menschen nur ins Gesicht zu sehen und man erkennt, dass er ein Gequälter ist.

    Mein Fazit: Heute kann ich ihn kaum mehr verlassen und will es auch nicht. Aber eines kann ich sagen: Ich persönlich habe eine mächtige Entwicklung neben ihm durchgemacht, während er auf der Stufe der Pubertät stehen geblieben ist. Schade um einen so gescheiten und fähigen Menschen, der sich selbst im Wege steht. Leider kann ich ihn nicht mehr ernst nehmen. Ich will nicht gleich reagieren, wie er, denn ich will nicht so sein wie er. Aber in aller Ruhe behaupte ich meinen Standpunkt und bei Anderen eckt er ohnedies an. Sein Nachbar sagte zu ihm: „Sie sind ein unangenehmer Mensch!“, aber das registrierte er nicht einmal. Zum Glück, und das hat mir eine überlegne Gelassenheit beschert, habe ich eingesehen, dass nur ich selbst mich ändern kann. Was ER aus sich macht, das ist seine Sache. Aber ich weiß, dass err sich einsam fühlt. – So, genug, vielleicht erzähle ich euch ein ander Mal mehr. Tschüss

  32. gromu

    Wie undwodurch und wann wird er freigegeben?

  33. Doreen

    Hi ihr die ihr auch gelitten habt, ich fasse zusammen Egozentriker = Familie kaputt, Seele kaputt, Kinder gestört, Schulden. Aber ich habs geschafft hab mich getrennt und bin froh hänge aber innerlich noch an diesem Ego. Hat mir erst gestern schlechtes Gewissen bereitet und keine Einsicht in vergangene Geschichten die ich lieber nicht erzähle echt egozentrisch sag ich euch.Das der immer noch Macht ausübt aber nicht mit mir einfach ignorieren.Schade dass er noch Schulden bei mir hat. Das macht die Sache für den Ego wieder spannend.Mal sehen wies weitergeht

  34. gromu

    Es geht immer weiter. Leider hänge ich auch an diesem eigensüchtigen Menschen. Er behauptet zwar, er bemühe sich, aber man merkt nichts dvon, weil es immer nur Dinge sind, die in s e i n Weltbild passen. Sich die Bedürfnisse eines anderen vorzustellen, das ist ihm unmöglich. So tut er, ach , so viel Gutes und keiner merkt oder honoriert es. Wenn er einmal ein kleines Bisschen nett ist, bin ich gleich dankbar und hege Hoffnung. Aber wenn es ihm nicht mehr gefällt, „nett“ zu sein, dann kann ich wieder baden gehen. Der „Ich“ bildet sich jedoch ein, „immer“ nett zu sein. Hat er einmal außertourlich Geld verdient, bekomme ich „einmalig“ € 15.- davon und ich, ich sage noch herzlich danke, weil ich mich wirklich freue, bei ihm einmal so eine „gute Tat“ zu erleben. Naja, tschüss.

  35. gromu

    Kann ich eigentlich hier in diesem forum mich ein Bisschen ausjammern, dann ist mir leichter? Denn ändern kann ich nicht mehr viel. Wenn meine Beiträge nicht ins forum passen, kann man mir das dann vielleicht persönlich durch eine E-Mail mitteilen? Danke

  36. Thilo

    Sie dürfen sich natürlich ausjammern. Insgesamt betrachte ich Kommentare wie Leserbriefe, d.h. ich muss sie nicht bringen. Aber solange die Leute nichts Rechtswidriges treiben und niemanden boshaft angreifen, spricht nichts dagegen.

    Zur Freigabe: Die Kommentare gebe ich persönlich frei, und das dauert manchmal, wenn ich beispielsweise nicht am Rechner sitze. Dann bitte ich einfach um Geduld. Aber wie gesagt: Solange niemand wirklichen Müll schreibt, gebe ich Kommentare frei.

  37. gromu

    Danke für Ihre Antworten. Für mich klingt daraus Güte und Wärme. Das dürfen Sie ruhig Freigeben. LG Gromu

  38. caroline

    Vielleicht sollte man noch ergänzen, dass Egozentriker sich gerne einer Psychoanalyse unterziehen, weil sich hier alles nur um sie und ihre Bedürfnisse dreht und jegliche Verfehlungen in charakterlicher Hinsicht auf die „bösen“ Eltern abgewälzt werden können. Eine Psychiaterin hat mir jedenfalls mal im Vertrauen gebeichtet, dass ihr Analysanden in der Regel sehr unsympathisch wären, da total egozentrisch nur um sich und ihre Bedürfnisse kreiselnd. Auch die Psychoanalytiker selbst sind ja häufig völlig versponnen in ihr borniertes dogmatisches Weltbild und lassen neuer Erkenntnisse der Hirnforschung kaum an sich heran. Im Grunde auch dies ein Hinweis auf Egezentrik.

  39. gromu

    Mit deiner Ansicht. dass sich Egozentriker gern analysieren lassen, weil sich dabei alles um sie selbst dreht, dürftest du Recht haben. Meiner allerdings ist g e g e n eine psychotherapeutische Behandlung, da er sich dadurch in seinem Innersten bezüglich seiner ach so heiligen Eigensinnigkeiten, über die er schon oft genug gehört hat, dass er sie ändern müsste, bedroht fühlt. Und ä n d e r n ist ein Feindwort für ihn, denn da müsste er heraustreten aus seinem Bannkreis und menschlich und damit verletzlich werden. Andere verletzen, ja; aber selbst verletzt werden – nein! Andere beleidigen, ja; aber sich selbst für etwas entschuldigen – nein! Er ist arm und einsam. Aber was hilft das mir?

  40. caroline

    Also ich habe schon einige höchst egozentrische Männer getroffen, die gar nicht mehr runter wollten von der Analytiker-Couch. Ich habe jedenfalls noch nie einen analysierten Patienten getroffen, dessen Fähigkeit zur Empathie durch die Behandlung gefördert worden wäre. Über kurz oder lang sehen sich diese Patienten als arme Opfer ihrer Partner oder Eltern und so Qualitäten wie Wut, Aufbegehren werden gefördert. Eine reife, erwachsene Haltung wie die zu verstehen, dass auch die Eltern Opfer waren, habe ich noch nie in diesen Kreisen angetroffen.

  41. Mimam

    Egozentriker = Familie kaputt, Seele kaputt, Kinder gestört, Schulden.. habe ich hier gelesen..
    Wie sieht es Eurer Meinung nach aus, wenn ein Egozentriker wie o.g. -aber ohne Schulden- eine weitere feste Beziehung eingeht. Kann eine andere Partnerin, die selbstständig ihren eigenen Weg geht, sich nicht alles vorschreiben lässt und selbstsicher Ihre eigene Meinung bewahrt mit seinen egozentrischen Eigenschaften leben und sogar daran wachsen? Kann sie durch diese Beziehung sogar lernen, ihre eigenen Grenzen besser zu sehen und für sich selbst emotional zu sorgen, denn er tut es ja nicht?

  42. gromu

    Liebe Mimam, das ist nicht von der Hand zu weisen, was du da schreibst. Am wirkungsvollsten wird es sein, wenn die Partnerin dieses Verhalten gleich am Anfang der Beziehung an den Tag legt (wenn die Liebe noch groß genug ist), bzw. wenn sie von Haus aus so eine starke Persönlichkeit ist. Dann könnte man ihr nur gratulieren.Genzen sind dann gesetzt und die 50%-Marke kann nicht überschritten werden. Wenn er nicht durchkommt mit seinen Allüren, wird er sie wohl im Laufe der Zeit zugunsten der Beziehung aufgeben müssen, d.h. – wenn ihm die Beziehung mehr wert ist als sein Ego.

  43. gromu

    Seine Einschätzung aus seiner Sicht: Von mir meint er, ich bin dümmer bin als ich bin (und behandelt mich auch dementsprechend) und sich selbst hält er für gescheiter als er ist (und verhält sich auch so)! Seine Kinder haben ihn gefragt: „Papa, glaubst du, du weißt a l l e s?“

  44. Mimam

    Oha, das egozentrische Verhalten zugunten einer Beziehung aufgeben… das scheint mir doch fast unmöglich. Wie soll das denn gehen, wer der Egozentriker sein Verhalten idealisiert und es als durchweg „richtig“ ansieht?

  45. caroline

    Der allerbeste Schutz gegen Egozentriker scheint mir zu sein, sich weniger Gedanken um ihn zu machen, sondern mal mit sich selbst gut umzugehen und in Kontakt zu kommen mit seinen eigenen Bedürfnissen. Im nächsten Schritt sollte man lernen, diese Bedürfnisse nett und sympathisch rüberzubringen. Das ist die schnellste kräfteschonendste Weise, rauszukriegen, ob dem anderen wirklich was an mir liegt oder ob er mich nur ausnützen will. Ich glaube, bei solchen Frauentypen suchen Egozentriker ganz schnell das Weite und das ist auch gut so. Auch ist es gar nicht nötig, dass eine Frau immer so stark sein muss. Menschliche Bedürfnisse zu haben gehört zum Menschsein und dazu gehört auch, dass man mal schwach ist und Zuwendung braucht und sie adäquat einfordert.

  46. Alexb

    Meine Frau und ich hatten in den letzten Jahren immer wieder mal heftigen Streit, in dem Sie mir dann sagte, dass Sie nichts mehr für mich empfindet und sich trennen will. Vor ein paar Tagen hatten wir wieder Streit, diesmal sagte sie, dass jetzt endgültig Schluss ist. Bisher lief es immer so, dass ich versprach, mich zu bessern, nach ein paar Tagen hatte es sich wieder eingerenkt und ich veränderte mich NICHT. Ich bekomme es einfach nicht auf die Reihe.

    Mir fehlt zum Teil der Blick für das „Ganze“, ich habe kaum Einfühlungsvermögen und erscheine nach außen gefühlskalt. Aufgaben, die nicht unmittelbar mich selbst betreffen, lasse ich oft lange liegen, bevor ich sie erledige (Dinge, die mir selbst wichtig sind, erledige ich oft sofort). Ich nehme vieles, was meine Frau für mich und unsere Kinder macht, als selbstverständlich hin, verliere kaum ein Wort des Lobes oder der Aufmerksamkeit, sondern kritisiere eher mal. Ich kümmere mich nur nachrangig um Dinge, die mir weniger wichtig sind, anderen aber schon. Versprechen oder manche Dinge, die wir gemeinsam besprochen haben, sind nach kurzer Zeit einfach wieder vergessen – einfach weg! Außerdem neige ich manchmal zum Perfektionismus, und ich habe gerne Recht.

    Alle diese Eigenschaften wurden mir in der Vergangenheit immer mal wieder bewusst – und mir auch von meiner Frau gesagt. Aber ich habe es nicht geschafft, es abzustellen. Nach kurzer Zeit war es wieder vergessen.

    Meine Frau sagt, früher wäre ich anders gewesen. Ich habe sie gefragt „Wie war ich denn?“, aber sie kann mir keine Antwort darauf geben, und ich selbst weiß es auch nicht.

    Es muss schrecklich für meine Frau und auch meine Kinder sein, mit mir zusammenzuleben. Ich kann verstehen, dass sie sich trennen will, um sich endlich zu befreien.

    Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, mich nun endlich zu ändern, nachdem ich mir das alles bewusst gemacht und darüber nachgedacht habe (darüber bin ich übrigens auf diese Seite gestossen). Ich befürchte, dass meine Frau mir inzwischen nicht nochmal eine weiter Chance geben wird. Die Situation ist schlimm, denn wir leben allein von meinem Geld und wir haben hohe Schulden (uns steht evtl. eine Privatinsolvenz bevor, wenn wir uns mit der Bank nicht auf einen Vergleich einigen können).

    Ich habe mir ein paar „Leitsätze“ notiert und ausgedruckt, welche ich mir jeden Tag anschauen werde, in der Hoffnung, dass ich das verinnerliche und mich vielleicht doch noch ändere. Hier sind sie:

    Nehme nicht nur, sondern gebe auch täglich – vor allem Unterstützung und Hilfe.

    Sei nett und freundlich – sage jeden Tag etwas nettes. Versuche, zu lächeln.

    Denke immer daran, was Deine Mitmenschen Dir geben. Sei dankbar dafür und zeige dies auch.

    Stelle Deine Bedürfnisse hinter die Deiner Familie. Nicht nur Du, sondern jeder strebt nach Glück.

    Nimm die Probleme anderer ernst, auch wenn sie für Dich kein Problem darstellen. Wische Sie nicht einfach mit einer Bemerkung beiseite.

    Höre anderen wirklich zu. Denke nach, was der andere sagen will.

    Jeder fühlt und denkt anders. Sei nicht voreingenommen, sondern rede und teile Dich mit.

    Gib Fehler zu und entschuldige Dich, anstatt Ausreden zu erfinden.

    Schreibe Deine Versprechen, Ziele usw. auf und schaue sie Dir oft an – vor allem, was Du gemeinsam mit anderen besprochen hast.

    Lerne aus Deinen Fehlern. Schreibe auch sie auf und rufe sie Dir regelmäßig ins Gedächtnis.

    Es kann nicht alles nach Deinem Willen geschehen und Du wirst nicht immer Recht haben.

    Thilo, Du hattest ganz am Anfang das Buch „Der kleine Taschentherapeut“ empfohlen. Kann das wirklich unterstützen? Gibt es evtl. noch ein spezielles „Selbsthilfebuch“ für Egozentriker?

  47. Thilo

    Hallo Alexb, ich bin weder Psychologe noch Psychiater, und ich empfinde mich auch in meinem Selbstverständnis weit weg vom „Therapeuten“.

    Ich bin Journalist, Autor und Seminarentwickler und -dramaturg. Ich versuche, komplexe Zusammenhänge auf den Punkt zu bringen, so dass sie die Mehrheit der Menschen erreichen. Insofern bin ich keiner, der individuelle Lösungsvorschläge macht.

    Den „Taschentherapeuten“ empfehle ich einfach als Buch, das die moderne Psychologie jenseits der Freudschen Interpretiererei und jenseits der sonst handelsüblichen Verhaltenstherapie vermittelt. Ob es „unterstützen“ kann, weiß ich nicht. Lies es einfach. Wenn es deiner Meinung nach Unsinn ist, wirf es in den Müll. Es ist einfach nur ein Buchtipp, an dem ich keine Aktien habe.

    Ich bin hier nur einer, der ein Thema in den Raum wirft. Ich bin bestenfalls Moderator der Kommentare.

  48. gromu

    „Der kleine Taschentherapeut“ ist leicht zu lesen und gibt kurze eindringliche und einleuchtende Ratschläge für spezielle Situationen. Ich empfinde das Buch als echte Lebenshilfe für einsichtige Menschen.

  49. Inge

    Hallo,
    der Bericht ist evt. zu wenig variabel?
    Ein Egozentriker kann evt. auch sehr erfolgreich sein, wenn sich alle mehr nach ihm richten müssen?
    Er kann auch sehr schlau sein, nicht in allem, in verschiedentlichen Eigenschaften?
    Wir alle sollten mehr mit unseren Stärken leben um erfolgreich zu sein, an den Schwächen kostet es zu viel Kraft. Der macht das soo.
    Was sagt ihr zu meinen Gedanken?
    Ich Finde, dass Varianten verschiedener sind als oben mir zu einseitig beschrieben?
    LG

  50. Doris

    Im Radio kam vor Weihnachteng, Bln., glaube 91,4:
    Egozentriker sagen des öfteren: „das interessiert mich nicht.“ zu den Mitmenschen.
    Sie sagen offen: „das scheckt mir nicht.“
    Die anderen essen höflich ohne neg. Aussage.
    Sie seien nicht beziehungsfähig.
    Das ist jetzt von der Radiosprecherin wieder gegeben von mir.

  51. kal

    Irgendwie kommen mir viele Antworten auf diesen (gründlich durchdachten) Beitrag selbst äußerst egozentrisch vor. Kann es egozentrisch sein, andere als egozentrisch zu bezeichnen?

    >> „Sie sagen offen: „das scheckt mir nicht.““

  52. kal

    (Rest vom Beitrag)

    Zu: „Sie sagen offen: „das scheckt mir nicht.““

    Gut so. Wir erziehen viel zu viele Kinder zu fetten Gewohnheits-/Höflichkeits-/Gefühlsbetäubungsfressern, die ein gestörtes Verhältnis zu ihren biologischen Körpersignalen haben (häufig aufgrund von anderen, meist weiblichen Egozentrikern, die sich tiefbeleidigt fühlen, wenn jemand gerade schlicht und einfach keine Nahrung benötigt).

  53. Gudrun

    Es dauert lange, bis man die Erkenntnis hat: Du bist nur der Arsch! Dazu biete ich mich aber auch regelrecht an: Ich will GUT sein, kann nicht NEIN sagen, erledige alles nach Wunsch und Auftrag, messe Blutdruck, gebe Spritzen, gehe auf den sterbenden Schwan ein etc.
    Im Gegenzug gilt es aber, keine Erwartungshaltungen zu haben. Mir geht es ausnahmsweise mal nicht gut. Auf die Bemerkung, die ganze Nacht nicht geschlafen zu haben und innerlich unruhig zu sein (Schilddrüsenproblem) die Antwort: „Dann gehe ich halt alleine auf Reisen“. Den ganzen Tag nicht die Frage, wie es mir geht oder ob ich etwas essen möchte.
    „Du tust doch für mich gar nichts, kochst Du mir etwa ein 5Gänge Menue“ Eine von den netten Anschuldigungen.
    Natürlich früher auch die Komplimente und Schmeicheleien wie weiter oben beschrieben.
    Natürlich auch, dass er von meinem wesentlich höheren Einkommen gut gelebt hat.
    Und heute habe ich IHN vor die Tür gesetzt. Lieber alleine…

  54. Doreen

    Nun hab ich mich hier durchgelesen und fühle mich tatsächlich sehr bestätigt in meinem Entschluss, den Schlussstrich zu ziehen.

    Dass Egozentriker sehr geschickt sein können, ihre Mitmenschen zu blenden, sollte auch erwähnt werden. Es ist erschreckend zu sehen, wie leicht sich Menschen beeinflussen lassen.

    Hier gehts um meine Schwester und jeder weiß wie jähzornig sie werden kann. Jeder geht einer evtl. ernsthaften Konfrontation mit ihr aus dem Weg. Es hat ja eh keinen Sinn. Wer brüllt hat eben Recht!

    Es ist mit den Jahren immer schlimmer geworden. Ich denke zum Teil „perfektioniert“, denn die Taktik hat sich geändert. Anfangs wars „Schuld sind immer die anderen“, heute gibts nur noch „und ich bin wieder Schuld“ nur um dem anderen den Wind aus den Segeln zu nehmen und womöglich noch ein schlechtes Gewissen zu machen.

    Wenn man früher noch ansatzweise diskutieren konnte, ist man heute, wenn man es wagt eine Frage zu einer ihrer Aussagen zu stellen, zickig oder hysterisch oder oder oder…

    Sie hat aber auch eine andere Seite, sie kann tatsächlich hilfsbereit sein. Im Nachhinein betrachtet vielleicht nicht immer uneigennützig. Aber manchmal eben doch ;)

    Vielleicht ist da noch nicht alles verloren. Wenn alle anderen um sie rum, nur mal Aussagen von ihr hinterfragen, sie zum Nachdenken anregen würden. Nur das tut eben keiner oder so kleinlaut, dass es glatt überhört wird.

    Vor einiger Zeit kam von ihr die Aussage „Ich weiß, dass ich Fehler mache, aber ich kann sie nicht eingestehen“. Das sollte wohl einiges in den vorangegangen Jahren entschuldigen…

    Ich mag nicht mehr die Worte von Bekannten bei der Begrüßung hören „Ich wusste ja gar nicht, dass Du so bösartig bist“. Ich habe keine Kraft mehr dafür.

    Und ich bin auch nicht gern ihr Feindbild. Dass ich das bin, merke ich wenn ich auf Menschen treffe, die sehr oft und gern mit ihr reden.

    Vielleicht sind wir uns in einigen Punkten auch ähnlich. Das ist gut möglich. Denn ich habe auch meine Meinung, die ich vertrete. Und zwar genau so lange, bis wirkliche Argumente mich vom Gegenteil überzeugen. Und das ist ein Punkt, der uns unterscheidet. Ich kann noch zuhören. Sie nicht, es ist als prallt das einfach ab.

    Tut gut, das raus zu lassen :)

    LG Doreen

  55. Ein Egozentriker

    Hallo Thilo,
    ich danke Dir für deine interessanten Anmerkungen. Leider hat mir das Leben böse mitgespielt. Denn es hat aus mir einen Egozentriker gemacht. Allerdings sollte ich eher mir die Schuld daran geben ein Egozentriker zu sein. Denn da ich es erkannt habe, könnte ich es ja abstellen, das egozentrische Dasein. Allerdings versuche ich nicht meine Voteile zum Nachteil anderer auszuspielen. Das wäre ja egoistisch und nicht egozentrisch. Das was Du hier beschreibst ist demnach ein Egoist. (Ich, ich, ich) Ein Egozentiker sieht sich gerne im Mittelpunkt, keine Frage. Aber er gönnt, im Gegensatz zum Egoisten auch Anderen Ruhm und Ehre. Das es uns schwer fällt enge Bindungen einzugehen ist richtig. Leider. Aber eine Beziehung sollte von einem Gemeischaftssinn geprägt sein. Bei einem Egoisten sollte die Partnerin möglichst hübsch sein. Ein Vorzeigeobjekt. Danach ist seine ,,Wahl,, ausgerichtet. Demnach zur Selbstbestätigung. Natürlich spielt dieses Denken bei vielen Personen eine Rolle. Ich für meinen Teil gönne Jedem Alles. Ich teile gerne und habe schon ein schlechtes Gewissen weil ich hier so oft das Wörtchen ,,ich,, benutze. Aber im übertragenen Sinne ist ja jeder ein echter Egozentriker der im Internet einen Blog schaltet. Denn er steht damit im Mittelpunkt. Darauf bin ich als kleiner 08/15 Egozentriker noch gar nicht gekommen. Mein Vorteil ist jedenfalls, dass ich weiß, dass ich egozentrisch bin. Und ich bin sehr froh darüber, kein Egoist oder Egomane zu sein. Und Egozentrismus hat nichts mit egozentrischem Verhalten zu tun. Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Allerdings lässt sich Dies in Zeiten des WWW sehr leicht recherchieren… (zB. Wikipedia)

    Beste Grüße
    Sven

  56. Thilo

    Kann es eigentlich sein, dass im Schlepp meines Beitrags in den Kommentaren sichtbar wird, dass vor allem Frauen unter egozentrischen Männern leiden? Oder täusche ich mich mit meinem Eindruck?

  57. Alex

    Hallo ihr Leidgeprüften (auf beiden Seiten),

    durch meine Frage:Wie geht man mit egozentrischen und selbstherrlichen Menschen um? kam ich auf diese Seite. Es tut gut zu sehen, dass ich nicht alleine dastehe mit dem Problem. :D Bis jetzt habe ich noch nie mit einem Menschen darüber geredet aber mitlerweile bin ich psychisch und nervlich ziemlich am Ende. Darum möchte ich mich mal ein wenig ausheulen.

    Mein Partner ist einfach nur eine Katastrophe. Ich bin seit ca. 10 Jahren mit ihm zusammen und verstehe seine Wutausbrüche, die erst in den letzten 16 Monaten aufgetreten sind, überhaupt nicht. wir haben im letzten Jahr ein kleines Haus gekauft und seitdem wir dort eingezogen sind fing die ganze Katastrophe an. In den ersten sieben Monaten war ich nur ein überflüssiger Klotz am Bein, den er nicht auf die Schnelle los werden konnte. Dann ging es zeitweilig wieder etwas ruhiger zu aber: Egal was ich gemacht oder gesagt habe war falsch. z. b. wenn ich ein bestimmtes Brot kaufen sollte (was ich auch getan habe) war es das falsche weil er wollte dieses Brot nicht sondern ein anderes. Habe ich dann vor dem nächsten Einkauf gezielt abgefragt und genau das mitgebracht was besprochen war, war es natürlich wieder falsch. Habe ich „seine Anweisungen“ befolgt bis ins kleinste, war selbstverständlich auch alles falsch weil er das nie so gesagt hat.

    Und das war ein alltägliche Ablauf. Es wird also nicht verwundern, dass es jeden Tag Streit gab der einmal sogar handgreiflich auslief. Und das, wie sollte es anders sein, kurz vor Weihnachten 08. Selbst in diesem Augenblick war klar, dass er recht hatte und ich eine dumme ….. bin.

    Irgendwann ist mir dann der „Kragen geplatzt“ und ich habe ihn gefragt ob bei ihm im Kopf noch alles in Ordnung sei. Er sah mich an und fragte warum ich das sage? Ich versuchte ihm klar zu machen, dass er ein selbstherrlicher Egozentriker ist, der nichts und niemand akzeptiert. Anhand von Beispielen führte ich ihm auf wie es mir in seiner Gegenwart geht (in der Hoffnung das er lernfähig ist).
    Hier einige Beispiele:

    Er will ein bestimmtes Teppichmesser und bekommt genau was er will, aber das hat er nie gesagt, dass er genau dieses Messer haben will sondern es sollte genau das Gegenteil sein. Oder er will eine ganz bestimmte Sorte Cammenbert (Rotkäppchen) die es aber scheinbar nicht mehr gibt, dann bin ich unfähig einkaufen zu gehen. Oder es gab eine Zahncreme von Signal in der „kleinen“ Tube, (die aber mittlerweile aus dem Sortiment genommen wurde), daher kann ich sie auch nicht mehr mitbringen und bin daher überflüssiger Weise immer noch am Leben. Da ich nicht verstehe, erahne oder weiß was er denkt, bin ich kopfmäßig nur „hohl“. Das gute daran ist seiner Meinung nach, dass er sich traut mir das ins Gesicht zu sagen aber alle anderen Menschen eben nicht. Die lachen sich, wie er behauptet, hinter meinem Rücken schief wie dumm ich bin. Wenn er ein blaues Teil bestellt und auch bekommt wollte er natürlich ein gelbes. Hat er das gelbe bestellt und bekommen ist es logischer Weise ein grünes gewesen. Gut, dann bekommt er das grüne Teil ist doch klar, dass er das nie bestellt hat weil er grün haßt. Grins… Freu… er hat wieder einmal Recht und andere sind im Unrecht womit er einen weiteren Grund hat die anderen verbal zusammen zu stauchen. Was ich damit sagen will ist, egal was er sagt, es ist immer genau das Gegenteil von was er sagt was er will u.s.w. u.s.w….. Er ist immer im Recht und er hat immer Recht egal wie es gedreht wird.

    Ich habe mittlerweile sehr viel versucht um ihm klar zu machen wie mies er sich verhält. Ich habe genauso reagiert wie er, oder habe meine Meinung genauso schnell und wiedersprüchlich geändert oder habe ihm einfach nur einen Spiegel vorgehalten. Ich habe sogar mit ihm darüber gesprochen in aller Ruhe. Aber ohne Erfolg. Ist doch klar oder? Das Recht hat er gebucht und die besseren Argumente natürlich auch. Angeblich hat das Leben ihn so gemacht. Im „Kern“ ist er ja ein guter Mensch, er gibt was er kann, hilft wo immer Hilfe gebraucht wird und unterstützt in hohem Maß. Aber wie kann ich ihm helfen sich zu ändern wenn er keine Einsicht zeigt? Würde mich freuen wenn ihr ein paar tipps für mich habt. LG eure Alex.

  58. Alex

    Hallo ihr Leidgeprüften (auf beiden Seiten),

    durch meine Frage:Wie geht man mit egozentrischen und selbstherrlichen Menschen um? kam ich auf diese Seite. Es tut gut zu sehen, dass ich nicht alleine dastehe mit dem Problem. :D Bis jetzt habe ich noch nie mit einem Menschen darüber geredet aber mitlerweile bin ich psychisch und nervlich ziemlich am Ende. Darum möchte ich mich mal ein wenig ausheulen.

    Mein Partner ist einfach nur eine Katastrophe. Ich bin seit ca. 10 Jahren mit ihm zusammen und verstehe seine Wutausbrüche, die erst in den letzten 16 Monaten aufgetreten sind, überhaupt nicht. wir haben im letzten Jahr ein kleines Haus gekauft und seitdem wir dort eingezogen sind fing die ganze Katastrophe an. In den ersten sieben Monaten war ich nur ein überflüssiger Klotz am Bein, den er nicht auf die Schnelle los werden konnte. Dann ging es zeitweilig wieder etwas ruhiger zu aber: Egal was ich gemacht oder gesagt habe war falsch. z. b. wenn ich ein bestimmtes Brot kaufen sollte (was ich auch getan habe) war es das falsche weil er wollte dieses Brot nicht sondern ein anderes. Habe ich dann vor dem nächsten Einkauf gezielt abgefragt und genau das mitgebracht was besprochen war, war es natürlich wieder falsch. Habe ich „seine Anweisungen“ befolgt bis ins kleinste, war selbstverständlich auch alles falsch weil er das nie so gesagt hat.

    Und das war ein alltägliche Ablauf. Es wird also nicht verwundern, dass es jeden Tag Streit gab der einmal sogar handgreiflich auslief. Und das, wie sollte es anders sein, kurz vor Weihnachten 08. Selbst in diesem Augenblick war klar, dass er recht hatte und ich eine dumme ….. bin.

    Irgendwann ist mir dann der „Kragen geplatzt“ und ich habe ihn gefragt ob bei ihm im Kopf noch alles in Ordnung sei. Er sah mich an und fragte warum ich das sage? Ich versuchte ihm klar zu machen, dass er ein selbstherrlicher Egozentriker ist, der nichts und niemand akzeptiert. Anhand von Beispielen führte ich ihm auf wie es mir in seiner Gegenwart geht (in der Hoffnung das er lernfähig ist).
    Hier einige Beispiele:

    Er will ein bestimmtes Teppichmesser und bekommt genau was er will, aber das hat er nie gesagt, dass er genau dieses Messer haben will sondern es sollte genau das Gegenteil sein. Oder er will eine ganz bestimmte Sorte Cammenbert (Rotkäppchen) die es aber scheinbar nicht mehr gibt, dann bin ich unfähig einkaufen zu gehen. Oder es gab eine Zahncreme von Signal in der „kleinen“ Tube, (die aber mittlerweile aus dem Sortiment genommen wurde), daher kann ich sie auch nicht mehr mitbringen und bin daher überflüssiger Weise immer noch am Leben. Da ich nicht verstehe, erahne oder weiß was er denkt, bin ich kopfmäßig nur „hohl“. Das gute daran ist seiner Meinung nach, dass er sich traut mir das ins Gesicht zu sagen aber alle anderen Menschen eben nicht. Die lachen sich, wie er behauptet, hinter meinem Rücken schief wie dumm ich bin. Wenn er ein blaues Teil bestellt und auch bekommt wollte er natürlich ein gelbes. Hat er das gelbe bestellt und bekommen ist es logischer Weise ein grünes gewesen. Gut, dann bekommt er das grüne Teil ist doch klar, dass er das nie bestellt hat weil er grün haßt. Grins… Freu… er hat wieder einmal Recht und andere sind im Unrecht womit er einen weiteren Grund hat die anderen verbal zusammen zu stauchen. Was ich damit sagen will ist, egal was er sagt, es ist immer genau das Gegenteil von was er sagt was er will u.s.w. u.s.w….. Er ist immer im Recht und er hat immer Recht egal wie es gedreht wird.

    Ich habe mittlerweile sehr viel versucht um ihm klar zu machen wie mies er sich verhält. Ich habe genauso reagiert wie er, oder habe meine Meinung genauso schnell und wiedersprüchlich geändert oder habe ihm einfach nur einen Spiegel vorgehalten. Ich habe sogar mit ihm darüber gesprochen in aller Ruhe. Aber ohne Erfolg. Ist doch klar oder? Das Recht hat er gebucht und die besseren Argumente natürlich auch. Angeblich hat das Leben ihn so gemacht. Im „Kern“ ist er ja ein guter Mensch, er gibt was er kann, hilft wo immer Hilfe gebraucht wird und unterstützt in hohem Maß. Aber wie kann ich ihm helfen sich zu ändern wenn er keine Einsicht zeigt? Würde mich freuen wenn ihr ein paar tipps für mich habt. LG eure Alex.

  59. gime

    Ich habe 4 Jahre versucht mit meiner Partnerin über ihr egozentrisches Verhalten zu reden. Habe immer gedacht ein Mensch könne sich ändern. Letztlich bin ich zur Einsicht gekommen. Bei ihr ging das nicht. Sie kann sich nicht änderen. Ihr Verhalten ist absolut zerstörerisch für micht.
    Sie ist nicht diskussionsfähig und ihre Ansicht resp. ihr Verhalten in einer Beziehung ist auf dem Niveau einer Pupertierenden. Einfach schrecklich. Etliche Male habe ich auf meine eigene Bedürfnisse verzichtet um es ihr recht zu machen. Immer hatte sie recht. Anschuldigungen, Verdächtigungen, Lügen und banalisieren von Tatsachen. Unglaublich.
    Obschon sie äusserst intelligent ist, freundlich zu Mitmenschen usw. habe ich sie nach all der Zeit durchschaut. Uneigennützig war das nie. Ihre eigenen Vorteile hat sie gekonnt ausgenützt, ihre Anliegen waren immer die wichtigsten und die richtigen.
    Ich habe immer versucht auf jegliche erdenkliche Art und Weise ihre Gedankengänge und ihre Beweggründe zu verstehen… bis ich, endlich und zum Glück, damit aufgehört habe. Es ist einfach unmöglich, so lieb man diesen Menschen auch hat, mit ihm zusammen zu leben.
    Auf Beispiele habe ich bewusst verzichtet, könnte aber endlos viele nennen.
    Letztlich ist es einfach nur traurig mit an zu sehen wie der geliebte Mensch nicht fähig ist sich selbst zu hinterfragen, sich einmal für etwas unrechtes zu entschuldigen, Verständnis für den andern zu zeigen und ein einziges Mal einsichtig zu sein!

  60. Theresa

    Zu meinem größten Erstaunen sind die Probleme mit einem Egozentriker, Trennung inklusive, ganz schnell zu lösen. Eine Trennung von diesen hochmanipulativen Menschen schien mir bisher sehr schwierig, da ja meist Schuldgefühle erweckt werden, sobald der Egozentriker eine Trennungsabsicht spürt. Auch bessert er sich vorübergehend, um einen zu halten (solange noch was zu holen ist!!!!). Dann ist man oft verunsichert, inwiefern man selbst zu den Konflikten beiträgt. Aber seitdem ich das Buch von M. Rosenberg „Gewaltfreie Kommunikation“ gelesen habe, lösen sich die Probleme mit den Egozentrikern von ganz alleine. Rosenberg ist ein international bekannter Konfliktmediator und in zeitgemäßen Psycho-Praxen sehr präsent. Im Wesentlichen geht es bei dieser Kommunikationsform darum, mit seinen Gefühlen und Bedürfnissen in Kontakt zu kommen aber auch empathisch die Bedürfnisse des anderen wahrzunehmen und sich darüber auszutauschen ohne Wertung. Da der Egozentriker an einem wechselseitigen, differenzierten, empathischen Austausch ja überhaupt nicht interessiert ist, verabschiedet er sich schnellstmöglich von ganz alleine. Das ist ein großer Gewinn, denn Schuldgefühle, den so armen Egozentriker verlassen zu haben, bleiben einem nun erspart. Er hat nun keinerlei Handhabe mehr, um einen zu manipulieren. Sobald diese blutsaugerischen Zecken merken, man ist bei sich, nimmt sich selbst auch ernst, verlieren die jegliches Interesse an einem. Man eignet sich einfach nicht mehr als Opfer. Allerdings ist es für einen selbst natürlich mühsamer, sich mal mit sich selbst auseinanderzusetzen, an seiner Weiterentwicklung zu arbeiten, als sich damit abzulenken, über intellektuelle und emotionale Blindschleichen nachzudenken und warum und weshalb die so sind, wie sie sind. Bücher von D. Goleman über emotionale Intelligenz helfen auch sehr weiter bei der eigenen Weiterentwicklung.

  61. roo

    1. ich fürchte ich bin Egozentrikerin
    2. Beim Durchlesen der Beiträge scheint es mir, als sei die Feststellung „er/sie ist Egozentrikerin, desshalb ging´s mir so schlecht“ Erklärung für gescheiterte Beziehungen.

    Ist es jetzt egozentrisch gedacht, wenn mir eineige Zeilen aus Beiträgen, wie Ausreden klingen?
    „ich bin sauer auf Ihn/Sie und kann dem Ganzen sogar einen (Fach)Ausdruck verleihen??????

    Ist es nicht auch egozentrisch zu sagen meine Beziehung war Sch*** und die andre Seite egozentrisch.

    Ps. was Kinder Egozentrik angeht stimme ich weitestgehend zu.
    Wobei die „sozaile “ Sicht und Emphatieentwicklung
    bei Kindern frühestens mit 5Jahren einstellt ….
    was man bis dahin und danach verpasst – wird ein Leidensweg.
    Allerdings gebe ich hier auch zu bedenken, dass es nicht die allgemeinen Grenzen sind , die man Kindern zeigen muss –
    sondern das sie sich an MEINE Grenzen zu halten haben.
    Bedeutet das, dass zur Kindererziehung auch wohlsdosierte Egozentrik, wenn nicht sogar Egoismus gehört????

    ich bin verwirrt ….
    naja Egozentriker halt ;o)

  62. roo

    ps…wer Fehler findet kann sie behalten …ich habe nicht nochmal „Korrektur gelesen“ …
    sorry ;o)

  63. Shay

    Hallo ihr,

    bisher wurden nur freundschaftliche oder familiäre Verhältnisse zu Egozentrikern beschrieben, doch ich habe eine andere Lebensaufgabe:

    Ich liebe meine Kollegen, meinen Beruf und mein Chef ist Egozentriker.

    Nach allem, was ich auf dieser Website gelesen habe, ist es nur möglich, mit Egozentrikern auszukommen, wenn man die gleichen Ziele und Verhaltensweisen hat, wie sie. Denn es gibt nur zwei Farben, schwarz oder weiß. Es gibt nur zwei Weisen, etwas zu sehen: es ist genauso wie ich, also akzeptabel oder es unterscheidet sich in einem Punkt, dann ist aber das Gesamte negativ, auch wenn es sich nur in einem Teilbereich unterscheidet. Jedoch ist es nicht ausgeschlossen, daß sich diese Sichtweise nach einiger Zeit wieder ändert, also daß, Katze aus dem Sack, ich nicht mehr der schlechteste Mitarbeiter des Universums bin und auf ner Skala von 0-1000 eine glatte -100000 erhalte.
    So, jetzt zum Knackpunkt: Die Absichten meines Chefs widersprechen den Anforderungen einer erfolgreichen Unternehmensführung in vielen Teilbereichen.
    Sowohl im Fachlichen (er ist nicht „vom Fach“) als auch in Sachen Personalführung (In unnachahmlicher Weise versteht er es, das gesamte Kollegium zu demotivieren. Eine ehemalige Kollegin beschrieb es so: Ich fühle mich wie eine ausgequetschte Zitrone. Und wenn man mal wieder, man will ja auch nicht so sein, verziehen hat, kommt zeitnah der nächste Schlag ins Kontor.). Er hat auch schon 80% der Kunden vergrault. Ich könnte ein Buch schreiben, wie ungeschickt er sich verhält. Nicht how2 sondern howpleasenot2oryouwilldriveagainstthewall. Und so weiter und so weiter. Wenn er und seine Famile nicht so finanzkräftig wären, wäre das Unternehmen schon längst pleite. Nur das mit den Kunden, ich denke, irgendwann haben wir mal alle durch.
    Nun meine Frage: wie gehen diese Menschen mit Mißerfolg um? Ich bin mir bewußt, das wird nach mir sein, aber irgendwann, wenn der letzte Mitarbeiter zum 100sten Mal ausgetauscht und das letzte Vermögen aufgebraucht ist, wird sich Mr. 100% doch seinem eigenene Versagen stellen müssen, oder sehe ich das falsch?

    Liebe Grüße

    Shay

  64. michelle

    Hallo Ihr,

    zufälligerweise bin ich auf diese Seite gestossen, da mir seit längerer Zeit der Verdacht gekommen ist, dass ich mit einem Egozentriker zusammenlebe. Anfangs fiel mir dies überhaupt nicht auf, da er stets freundlich, hilfsbereit und liebevoll war. Doch diese Eigenschaften wandelten sich nach und nach im Laufe unserer Beziehung. Wir sind seit 6 Jahren zusammen und seit 5 Jahren verheiratet. Er gibt zwar immer vor, dass jeder bei ihm sein dürfe wie er wolle, aber wenn man dann nicht dieselbe Meinung vertritt wie er wird er äusserst beleidigend und aggressiv. Permanent behauptet er, die besseren Argumente zu haben und wenn er keine mehr hat, sucht er stundenlang im Internet, um einen Beweis zu finden, um die Argumente der anderen doch wieder widerlegen und auseinander nehmen zu können. Ich habe dann keinerlei Zugang mehr zu ihm und wenn ich versuche, einigermassen normal mit ihm zu reden, erklärt er mir jedesmal, ich sei dumm und würde nichts verstehen und im Übrigen hielten mich sowieso alle für blöd und meine Freunde wären alle Speichellecker, wir würden uns nur ständig selbstbeweihräuchern und uns etwas vormachen. Es ist einfach unglaublich, immer versucht er in solchen Situationen, den Spiess umzudrehen um kein einziges Mal über sich nachdenken zu müssen. Er verhält sich wie ein pubertierender Junge, der mit seinen Trotzreaktionen versucht, einen „klein zu bekommen“. Mit der Zeit begann ich mehr und mehr darunter zu leiden, da der psychische Druck enorm ist. Ich wurde selbst zusehends aggressiver, da es anders nicht mehr erträglich war und dachte, dass ich es nur noch mit einer Eskalation schaffen kann, ihn vielleicht zu einer Paartherapie zu bewegen, von der ich mir in irgendeiner Weise Hoffnung versprach, da ich ihn trotzalledem noch sehr liebe. Man ist ja selbst auch in keinster Weise fehlerfrei, aber wehe, man gibt das zu, dann wird es einem bei nächstbester Gelegenheit vorgehalten oder gegen einen verwendet, so dass ich es irgendwann aufgegeben habe, mich zu entschuldigen. Was und wie auch immer ich etwas tue, es ist ganz sicher verkehrt. Sogar jedes Wort wird auf die Goldwaage gelegt und mir vorgeworfen, falls die Formulierung nur zu 99% korrekt ist (und was korrekt ist, wird natürlich von meinem Partner definiert)…. Leider war die Paartherapie jedoch nicht wirklich erfolgreich, denn nach einigen gemeinsamen sowie einzelnen Sitzungen stellte die Therapeutin fest, dass keinerlei Konstruktivität bei ihm vorhanden ist, alles drehte sich nur im Kreis und um seine Gedanken. Als sie diese nicht zu 100% teilen wollte, wurde auch sie als inkompetent tituliert und ihr und mir wurde vorgeworfen, wir hätten uns quasi gegen ihn verbündet. Was macht man da, wenn der Partner selbst dann nicht wenigstens ein wenig zum Nachdenken angeregt wird? Die Situation ist seither derart eskaliert, dass ich mir wirklich keinen Rat mehr weiss und es wohl danach aussieht, als würde nur mehr die Trennung in Frage kommen. Ganz sicher nicht das, was man sich wünscht, wenn man einen Menschen liebt. Ich kann nur sagen, ich bin in dieser Zeit sehr gewachsen, habe gelernt, viel über mich nachzudenken und auch darüber, was mein Anteil war, wo ich wahrscheinlich schon viel früher hätte klare Grenzen aufzeigen müssen. Warscheinlich habe ich viel zu lange versucht, mich in ihn hineinzuversetzen, um sein Tun und Lassen zu verstehen und sehr oft auch zu entschuldigen, selbst wenn er wieder ganz deutlich Grenzen überschritten hat. Darüber würde ich doch so gerne mit ihm reden, da ich üblicherweise nicht so schnell die Hoffnung aufgebe, dass Dinge sich zum Guten entwickeln können. Aber leider fruchtet kein Versuch, er blockt komplett ab und schiebt mir für alles den schwarzen Peter zu. Selbst wenn ich sage, dass wir doch beide Dinge besser machen und verändern könnten, höre ich als Antwort nur noch „fass Dich an Deiner Nase, alles liegt nur an Dir.“ Dieser Zustand ist mehr als unerträglich und verletzt einen jedesmal sehr. Es tut mir unendlich leid zu sehen, dass mit dem geliebten Partner auf diese Art, wenn sich nicht wirklich etwas ändert, eine gemeinsame Zukunft sehr schwierig oder vielleicht unmöglich ist. Aber noch habe ich nicht ganz aufgegeben, ich werde noch ein wenig darum kämpfen….

  65. Judy

    meine Frage an alle Egozentriker lautet: Seid ihr denn in der Lage zu Lieben? Oder geht es euch in einer Liebesbeziehung nur darum, die Liebe und Zuneigung von dem Partner zu bekommen?

    Wahre Liebe drückt sich für mein Empfinden nämlich dadurch aus, dass man möchte, dass es dem Partner gut geht…dass man ihm auch Zuneigung zeigt und bedingungslos GIBT….nicht nur nimmt….Was genau empfindet ihr also, wenn ihr „liebt“?

    Ich habe gerade eine Beziehung zu einem Menschen beendet, der im Nachhinein betrachtet ein Egozentriker war…ist mir erst durch diese Beiträge hier klar geworden…es ging meistens nur um ihn und seine Bedürfnisse..er konnte stundenlang über sich sprechen, aber wenn ich mal was hatte, hatter auf einmal „keine Zeit“. Beim Zärtlichkeiten Austausch nahm er immer meine Hand, und wollte gestreichelt werden…wenn ich nicht seinen Vorstellungen entsprechend geantwortet oder reagiert habe, ist er immer agressiv und laut geworden. Auch tut er ungern was für Freunde oder andere…und gibt das auch immer direkt und ohne umschweife zu. Dabei ist er oft nicht sehr freundlich bzw. höflich. Aber eine Einsicht, dass da was nicht ganz ok läuft…Fehlanzeige…Nur ein kleiner Abriss aus dem „Miteinander“….habe ich das richtig erkannt: ist er ein Egozentriker?

    Ich danke für Meinungen hierzu….sind mir solche Umgangsformen doch völligst neu…

  66. christine

    Man könnte denken, Judy beschreibt meinen Freund. Ich beginne langsam zu begreifen, dass ich einen Egozentriker liebe. Wenn man die Verhaltensweisen zugrunde legt und den Verstand benutzt, müsste man zu dem Schluss kommen, schnellstens alles zu beenden. Gefühle sehen da anders aus. Ich denke, bei mir haben sich Selbstzweifel und Unsicherheit eingestellt, da das was ich tue, denke, empfinde meistens in seinen Augen falsch ist. Man landet in einer Abhängigkeit des eigenen Selbstbewußtseins, hofft jeden Tag, dass der Partner etwas Gutes feststellt und ist himmelhochjauchzend, wenn das geschieht, was dann wieder einiges an Bindung erzeugt. Total grotesk. Mich zu lösen fällt mir unendlich schwer.

  67. Regina

    …eine interessante Frage ist doch: Warum fällt es fast allen Leidensgenossen schwer sich vom egozentrischen Partner zu trennen?
    Auch ich bin seit einem halben Jahr mit einem waschechten Egozentriker liiert nachdem ich 10 Jahre lang mit meinen Kindern alleine gelebt habe.
    Sämtliche Eigenschaften eines Egozentrikers die ich hier gelesen habe vereint mein Partner in sich, und er hat sich nicht eine Sekunde die Mühe gemacht etwas davon zu verstecken.
    Nach Aussen tritt er als extrem nett, hilfsbereit und freundlich auf, bei mir verhält er sich wie ein kleiner Kotzbrocken.
    Da ich sehr selbstbewusst bin habe ich mich ziemlich schnell gewehrt, ihn z. B. gefragt warum er mich denn so herablassend behandelt. Er diskutiert nicht mit mir, blockt alle Kritik von mir mit Schweigen ab (wahrscheinlich weil ich ihm verbal weit überlegen bin und er sich die Blöse niemals eingestehen kann!),
    interessiert sich nicht dafür wie ich mich fühle wenn er mich attackiert, und würde im Leben nicht darauf kommen sich zu entschuldigen, selbst dann nicht wenn ich ihn dazu auffordere.
    Er kommt auch überhaupt nicht damit klar, dass es Dinge gibt die ich nun mal besser kann oder weiss als er. Dann fühlt er sich seiner Macht beraubt und fängt aus irgendeinem fadenscheinigen Grund das Streiten mit mir an.
    Ich habe in diesem halben Jahr schon so manches ausgehalten, habe zwischendurch auch immer wieder überlegt ob ich nicht irgendetwas getan oder gesagt habe das ihn veranlassen konnte so zu reagieren.
    Ich habe momentan auch noch die Hoffnung das ich bald zu ihm durchdringen werde, aber diese Hoffnung schwindet von Tag zu Tag mehr, denn es gibt jeden Tag irgendeine Situation in der er mir das Leben und somit meine Liebe zu ihm schwer macht.

    Eines noch wollte ich loswerden, denn es ist einfach zu skurril: Dauernd fragt er mich: Liebst du mich? Liebst du mich, liebst du mich, usw. Wie sehr liebst du mich??
    Vermisst du mich? Vermisst du mich? usw. Wie sehr vermisst du mich?
    Und das ganze manchmal innerhalb 2 Minuten 4-5 mal. Wie ein Papagei. Unfassbar!

  68. hase

    Hallo miteinander!
    Egozentriker sind mit Dinosauriern vergleichbar, ihre Hirne fahren im Reptilienmodus. Zwar können sie sich gut durchsetzen, aber der Preis ist hoch: 100% Konkurrenz = 100% Einsamkeit.
    Der Gegenentwurf lautet :100% Kooperation = Frieden, Freude, Eierkuchen. Aber bis dorthin hat die Menschheit noch ein stattliches Stück des Weges vor sich. Freut euch also über jeden noch so kleinen Fortschritt…

  69. milla

    hallo, auch ich war wohl mit einem sehr ich bezogenen Menschen zusammen und was ich dabei letztlich gelernt habe war,dass auch ich immer weniger bereit war zu geben- allerdings erst gegen ende der beziehung, weil ich immer mehr das Gefühl hatte ausgenommen zu werden.. Und jetzt hat mein Ex Partner einen guten Grund mir die Schuld in die Schuhe zu schieben.. :( Irgendwie ist es so traurig, weil es darum doch eigentlich nicht geht. Wegen der Sache mit dem ‚hast Du mich lieb‘ – auch ich habe das gegen Ende der Beziehung oft gefragt,weil er es kaum gesagt hat und ich kaum noch Liebe aber dafür unglaublich viel Nörgelei zu spüren bekommen habe- bin ich deshalb auch egozentrisch? :(

  70. Agnetha

    Ich bin so froh diese Seite gefunden zu haben! Thilo und einige andere haben eine Person in meinem Leben sehr gut beschrieben und ich weiß jetzt das sie ein Egozentriker (nicht Egoist) ist. Ich verstehe jetzt endlich die Situation. Es ist als ob ein Licht aufgegangen ist! Vielen Dank!

  71. Theresa

    Dass Thilo den Aspekt der Dumnheit beim Egozentriker so herausstreicht, öffnet wohl manchem die Augen.
    Ich möchte hier mal ein ganz beklemmendes Beispiel für Egozentrik im Psychotherapie-Gewerbe anführen.
    In einem Psychotherapie-Blog bin ich auf eine Psychoanalalytikerin gestoßen, die sich stark macht für Analysen von 4 bis 5 mal die Woche und das über Jahre hinweg. Auf die kritische Frage einer Patienten, wie die Länge zu rechtfertigen sei, antwortet diese:
    „Ich habe keine Lust auf Ihre Angriffslust zu reagieren. Sie geht an mir und an dem was ich denke voll vorbei …!“
    Da fühlt man nur noch ohnmächtige Wut!

  72. Thilo Baum

    Ich glaube, Psychologie ist vor allem deswegen eine Geld-Maschine, weil es sehr oft um endlose „Therapien“ mit zahlreichen „Sitzungen“ geht. An einem Termin ist nix gelöst, aber es wird der nächste Termin nötig, dann der übernächste und so weiter. Das ist wie bei einem Abo oder wie bei einer süchtig machenden Droge. Oft schwebt die subtile Drohung im Raum: „Wenn du diesen langen Prozess jetzt abbrichst, war alles umsonst.“ Das ist pure Geldmacherei.

    Das schönste Beispiel für das Versagen dieses psychologischen Lang-Frist-Ansatzes ist für mich die klassische Verhaltenstherapie in der Raucherentwöhnung. Obwohl die allermeisten Ex-Raucher von jetzt auf gleich mit dem Rauchen aufgehört haben, tut die Psychologie so, als sei der Rauchstopp ein mehrwöchiger Prozess. Die offizielle Wissenschaftsmeinung steht insofern in krassem Widerspruch zur Realität, und die Pharmaindustrie verdient sich dabei eine goldene Nase, aber das interessiert offenbar niemanden.

    Statt zu zeigen, wie man einfach mit dem Rauchen aufhören kann – wie etwa durch Seminare wie http://www.nichtraucher-in-5-stunden.de, es geht ja selbst durch Bücher –, pathologisiert die herkömmliche Verhaltenstherapie aufhörwillige Raucher und problematisiert das Thema wie im schlechten Feuilleton mit einer Heruminterpretiererei, die an der Sache selbst vorbeigeht.

    Die BZgA, die traditionell das „Rauchfrei-Programm“ des IFT unterstützt, welches massiv Pharmaprodukte bewirbt, schreibt in einem ihrer vielen sinnlosen Heftchen, als Ex-Raucher solle man an Trinkhalmen nuckeln. So ein Blödsinn. Das IFT-Kursleitermanual schreibt, es sei normal, dass die Teilnehmer zur vierten Kursstunde „verunsichert“ und „ängstlich“ erscheinen würden – obwohl es ein toller Zugewinn ist, nicht mehr rauchen zu müssen. Da sieht man, was unsere offiziellen Psychologen von Motivation verstehen und wie sie mit Menschen umgehen. Und das Ganze läuft als offizielles Programm einer Regierungsbehörde.

    Nein, wir sollten manche Lösungen unserer Probleme vielleicht besser weder Juristen noch Psychologen überlassen … ;-)

  73. Barbara

    Wie auch hier schon von einigen Beobachtern und Opfern bemerkt, treten Egozentriker leider immer häufiger in Erscheinung. Eine Begegnung zu vermeiden ist leider nicht immer möglich, schon alleine weil Egozentriker nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen sind. Ganz im Gegenteil, als EQ-befähigter und insbesondere egozentrik-jungfräulicher Mensch tappt man auf Grund der vermeintlichen Freundlichkeit und Kooperationsbereitschaft eines Egozentrikers mal schnell in die Falle.

    Der leichte Zynismus in meinen Zeilen beruht auf meine geballten Egozentriker-Begegnungen in den letzten 12 Mon. im privaten aber insbesondere auch im geschäftlichen Umfeld. Solche Begegnungen hatte ich schon auch vorher ab nicht soviele verhängnisvolle in so kurzer Zeit. Diese nervenaufreibenden Erlebnisse sollen aber für mich nicht umsonst gewesen sein und ich denke darüber nach eine bittersüße Satire darüber zu schreiben. Denn mit Humor lässt sich das alles wesentlich besser ertragen :-)

    Ich wage von mir selbst zu behaupten, dass meine soziale Intelligenz überdurchschnittlich ausgeprägt ist, was im Übrigen ziemlich anstrengend sein kann und zuweilen dazu führt, dass ich mir wünsche selbst etwas egozentrisch zu sein. Einfach nur um mir über diese Spezies nicht soviele Gedanken machen oder ärgern zu müssen. Denn Egozentrikern bleibt sowas ja bekannter weise erspart, da sie ja eh nur sich selbst wahr- bzw. wichtig nehmen ;-)

    Genau hier ist der Casus Knacktus: Wenn Egozentrik und soziale Intelligenz aufeinandertreffen dann naht die Katastrophe …

    Ich persönlich glaube nicht daran, dass man (wirkliche!) Egozentriker mit einer qualifizierten Verhaltenstherapie behandeln kann. Ich bin zwar kein Mediziner, aber ich denke die Wurzel des Übels sind hier physische Aspekte wie fehlende Botenstoffe oder womöglich eine Art Blinddarm in den Gehirnwindungen. Die Veranlagung zum Egozentriker ist wahrscheinlich angeboren und die Egozentrik bricht teilweise viell. auch erst durch diverse Ereignisse aus bzw. nimmt dann das ganze Ausmaß an. Ob einmal ausgebrochen, das mit Medikamenten oder Skalpell zu behandeln wäre? Sollte man mal in Erfahrung bringen.

    Nichts desto trotz sind Egozentriker für mich jetzt keine Monster. Das können – wenn eben diese Egozentrik nicht wäre – genauso liebenswerte und interessante Menschen sein wie andere Menschen auch. Es ist eben nur die Symptomatik dieser Krankheit welche ein Zusammenleben und -arbeiten auf kurz oder lang für Nicht-Egozentriker unerträglich macht – gleichermaßen wie Alkoholismus, Drogensucht, Depressionen etc.

    Meine persönliche Strategie ist nun eine Spezial-Infrarotbrille um Egozentriker schon von Weitem und auch bei Nacht rechtzeitig zu entlarven. Sollte ich einen entdecken, folgt ein Triathlon einschl. Hürdenlauf ;-) Aber irgendwie ist mir das eigentlich zu blöd, schon alleine weil ich in meinem Naturell ein überzeugter Ursachenforscher und –beheber bin. Doch exakt aus diesem Grund bleibt mir nichts anderes übrig weil ich mir ansonsten noch die Zähne an dieser Gattung ausbeißen werde – außer ich versuch auf eigene Faust mal mit ner Spritze oder dem Skalpell die Ursache zu „reparieren“ ;-)

    In diesem Sinne, lieber Thilo, ich würde mich gigantisch freuen wenn Sie ein weiteres Buch ihrer Reihe „Günter“ auf dem Markt bringen würden:

    „Günter, der innere Schweinehund, lernt den richtigen Umgang mit Egozentrikern“

  74. Makru

    also: ich weiss ja gar nicht, ob jemals jemand diese Zeilen lesen wird, aber da ich auch Leidensgenossin bin, würde ich auch gerne was beitragen. Also ich bin seit ca. 6 Jahren mit einem wahnsinnig egoistischen Menschen zusammen, wir haben eine 4-jährige Tochter und das macht die Sache wirklich spannend. Letztes Jahr wollten wir uns fast trennen (ich, weil ich den Egoismus nicht mehr etrug, er, weil er das Genörgel nicht mehr ertrug). Irgendwie haben wir uns eben doch eines besseren besonnen, vielleicht auch wegen des Kindes, es wurde natürlich nicht gross besprochen. Unsere Tochter ist wirklich zauberhaft, allerdings bekommt auch sie seine Egoismusparaden zu spüren, die ihr nicht gefallen. Sie reagiert genau richtig, nämlich mit Ignoranz, wenn er mal wieder nichts anderes tut als arbeiten oder surfen, skifahren, radeln. Das merkt er dann auch (trotzdem macht er es immer wieder! Komisch, oder?) Und das ist eigentlich das traurige. Es hilft eben alles nichts und man darf es nicht persönlich nehmen, es richtet sich auch in diesem Fall gegen sein so sehr geliebtes Kind. Ich hab ihm gesagt, dass ich sein Verhalten ihr gegenüber durchaus grenzwertig finde, weil er einfach zu weit geht und wirklich nur in seiner Sache unterwegs ist). Übrigens handelt es sich bei meinem Exemplar nicht um eine aggressive Spezies, sondern eher friedliebend und auch ziemlich gelassen und sorglos. Zum Thema es hilft alles nix: wir führen z.B. ein Gespräch, indem ich ihm sein asoziales Verhalten beschreibe (und ihm auch sage, dass ich nicht möchte, dass unser Kind so wird), weil er eben permanent unterwegs ist und immer auf Alleintrip, eigentlich keine Familienausflüge, im Familienurlaub wird ebenfalls geradelt und gesurft usw. Ergebnis: er fragt mich am nächsten Morgen, ob ich unser Kind vom Kiga abholen kann (obwohl wir ausgemacht haben, dass er sie am 1. Tag nach den Ferien früher abholt, damit der Tag nicht so lang wird für sie). Er wollte surfen gehen. Da ich arbeite und einen langen Fahrtweg habe kann ich eben nicht einfach mittags los, während er in unserer Heimatstadt arbeitet. Lange Rede kurzer Sinn: es ist schon unglaublich, wenn man mit so einer Lebensform konfrontiert wird und sich irgendwie „verarscht“ vorkommt und auch abhängig (wovon auch immer), weil es kein Miteinander gibt. Und für mich persönlich wird es jetzt wirklich schwierig, weil ich mein Kind gerne davor schützen möchte, obwohl sie sich ja selbst ganz gut wehrt. Was uns betrifft ist trotzdem folgendes zu bemerken: das, was ihm an Empathie völlig fehlt, fehlt mir an Abgrenzung. Ich müsste gelassener sein, weniger diskutieren und einfach deutlicher meine Grenzen ziehen und mich auch abgrenzen! Es ist auch eine Form von sich rar machen, dann wird man auf einmal wieder interessant. Ich bin nicht glücklich mit meiner Situation und kann überhaupt nicht sagen wie es weiter geht, denn an und für sich verstehen wir uns ziemlich gut. Er ist kulturell interessiert (wenn man ihn dazu bewegt), an Sport sowieso und hat auch ein gutes Verhältnis zu unserem Kind und er hat was in der Birne. Er spielt mit seinem Kind und ist an ihr interessiert. Das finde ich sehr gut. Was mich betrifft, so hab ich oft das Gefühl, dass ich eigentlich austauschbar bin, schlimm! Vielleicht noch zu seiner Vergangenheit: seine Mutter ist ein Goldschatz, sie hat 3 Kinder (er ist das Nesthäkchen) und sie macht alles für andere, eigentlich habe ich noch nie ein böses Wort von ihr gehört. WEnn man etwas möchte (also auch ich) dann steht es sicher auf dem Tisch. Sie hat ihn wahnsinnig verwöhnt und wohl niemals etwas erwartet und tut es bis heute nicht und das war sicher ein grosser Fehler. Er benimmt sich wie ein Prinz und auch wie ein Pubertierender oder wie ein Kind. Es wurde ihm eben nie beigebracht auch nur 1x an den anderen zu denken. Übrigens sein Vater benimmt sich auch so und Mama managt und spielt graue Eminenz. Übrigens ist „meiner“ absurderweise Anwalt für Familienrecht (und kein schlechter, denn da muss man Gesetze anwenden und auf den speziellen FAll anwenden und kann ja trotzdem draussen bleiben – und das macht er ja sehr gerne: draussen bleiben, bloss nicht involviert sein). Naja, ich finde dieses Thema sehr interessant, aber auch wahnsinnig schwierig. Ich hoffe auch, dass ich da irgendwie rauskomme, am besten unfallfrei. Rauskommen muss nicht Trennung bedeuten, obwohl ich wenig Alternativen sehe. Dass er sich ändert , kann ich vergessen und das sehe ich jetzt an seinem Verhalten unserem Kind gegenüber.

  75. Iris

    Sehr gut, sehr treffend der Artikel über den Egoisten. Habe ich mich immer mit dem krankheitsbedingten Aspekt, dem Narzismus beschäftigt, so lockert diese Sichtweise, die auf den Egozentriker, meine Verzweiflung auf. Der Egozentriker als Normalität und die Pathologie der Normalität, der Narzist, als die Manifestierung des Egomanen. Im Egoisten als Vorstufe sehe ich noch eine Chance zur Besserung. Sollte dies allerding schon eine gentechnische Veränderung sein, dann so Gnade der Menschheit Gott. Danke für den Artikel.

  76. corinna

    DANKE! auch ich habe die letzten monate mit einem solchen mann verbracht – und lese nun alle seine verhaltensmuster hier im blog. bis heute glaubte ich (in einem langsamen prozess), dass ich schuld an seiner schlechten laune, seinem asozialen verhalten, seinem starrsinn, seiner aggressivität, seiner ungerechtigkeit, seinem mangelndem interesse, …, sei. auch diese vereinsamung, der äerger mit all seinen nachbarn, aber auch der erfolg im beruf treffen auf ihn zu. er ertränkt nun seine einsamkeit in alkohol und ist für das thema natürlich nicht zugänglich. ich empfinde auch sorge und mitleid für ihn … aber,
    ich frage mich jedoch auch, was ich an diesem mann denn liebe, warum ich überhaupt auf so jemanden treffe und er mich begeistern kann … wo oder was ist der spiegel, den er mir zeigen kann/soll? ich gehöre sicherlich auch zu den sehr sozial denkenden und lebenden menschen. ich weiss nicht, wie ich diese beziehung weiter führen kann. das macht mich alles unendlich traurig … l

  77. Falko

    Hallo an alle:
    Hier fiel mal die „Emotionale Blindschleiche“ :D genial Applaus dafür !!

    Zu meiner Ex Freundin sagte ich mal kurz bevor ich ging: Schatz, eine Biologische Maschine mit defekter Software, dass ist alles was mir zu Dir noch einfällt.

    Ich hatte das Vergnügen kurz ihren Vater kennenzulernen, der hat alles getoppt, ein dermassen selbstverliebter, arroganter Gockel ist mir noch nie begegnet. Den konntest Du nur ansprechen, wenn Du vorher wirklich alles für und wieder abgewogen hast und selbst dann konnte es sein, dass es Dir verübelt wurde, weshalb Du den Herrn angetalkt hast. Heute lache ich darüber, doch damals wusste ich echt nicht, was das für einer ist. Und der Apfel fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm …Die Ehe mit ihrer Mutter war dementsprechend das Papier nicht mehr wert auf dem sie besiegelt wurde. Doch in dem Alter weit über 60 trennt man sich halt nicht mehr, man erträgt still und leidet.

    Egozentriker sind ganz arme und in ihrer Seele sehr verletzte Geschöpfe. Sie haben sich emotional verbarrikadiert, daher sehen sie nur noch ihre Linie. Sie haben extreme Angst, ja Panik von ihrem Weg abzuweichen, es könnten ja eneute Verletzungen auftreten, denen sie nicht gewachsen sind. Es könnten ja Auseinandersetzungen drohen. Sie lassen sich auf Nichts wirklich ein, was nicht in ihr Weltbild passt ! Dazu zählt auch ein neuer Partner der in ihr Singleleben tritt. Dieser wird unendlichen, strapaziösen Prüfungen unterworfen, was Jahre dauern kann, wird in der Schwebe gehalten, womit die Liebesfähigkeit des neuen Partners zerstört werden kann, bis er nicht mehr kann und aufgibt. Der Egozentriker fühlt sich dann bestätigt, ja er triumphiert, es war der falsche Partner, er hat es gleich gewusst, und zieht weiter zum nächsten, gleiche Dramaturgie mit anderen Darstellern… den Partner eiskalt verbraucht und ausgesaugt, gewissenlos zurück gelassen, man fühlt sich wie seelisch vergewaltigt !

    Egozentriker sind nach aussen offen, zugewandt und charmant, innerlich sind sie Kleinkinder !! Ein Egozentriker macht keine Fehler, er wird alles, bis aufs letzte abschreiben, nur um sein falsches Selbst zu verteidigen, sie müssen es, denn es ist ihr Lebenscredo, denn dahinter ist nichts entspechendes !!! Wie im Western die Häuser, schaut man aus ihnen nach hinten raus, ist Wüste !

    Menschen interessieren Egozenriker nur insofern, dass sie für ihre eigenen Vorstellungen, Wünsche und Bedürfnisse, nutzbar sind. Ansonsten sind Menschen für den Egozentriker definitivaustauschbar, auch der Partner !!! Selbst zu ihren eigenen Kindern bauen sie keine wirklichen Bindungen auf !! Um das zu verstehen muss man sich vergegenwärtigen, das sie keine verschmelzenden Gefühle kennen, bei ihnen läuft alles kopflastig rational ab. Das Kopfkino was bei denen abgeht muss immens sein.

    Meine Ex fragte mich mal, als wir auf der Terasse waren und die Sonne auf die Haut schien: Fühlt sich so Liebe an ? Ich wusste nicht, ob ich heulen sollte, oder wie ich überhaupt reagieren sollte. Erkläre einem Farbenblinden Rot, Blau und Grün …
    Sie können nicht lieben, sie haben keine Empatie, drehen sich nur um sich selbst und sehen nur sich und ihre Bedürfnisse, und kommen sich dabei noch wer weiss wie wichtig vor, was daneben ist noch einer, oh womit nutze ich denn den so ganz subtil zu meinen Gunsten aus …

    Hier kam oft die Frage hoch, warum es viele nicht schaffen aus einer Beziehung mit einem Egozentriker herauszukommen: Ganz einfach, weil sie Euch emotional so kanppp halten, das ihr kurz vor dem emotionalen Verhungern seid. Kurz vor dem emotionalen Hungertod bekommt ihr dann wider ein Häppchen. Dieses On OFF Spiel, diese gewaltige Amplitude im emotionalen Hoch und Runter lässt einen nicht ruhig werden, mann weiss nicht woran ist man bei ihm. Kaum hat man sich das eine Bild von ihm gemacht, kippt er ins andere Extrem.

    Nur wer autark und charakterstark ist, Grenzen setzen kann kommt mit diesen Menschen zurecht, denn sie brauchen eine Elternfigur fürs Kleinkind, eine Partnerfigur, für den Erwachsenen und einen Therapeuten für die verletzte Seele in einem. Doch wer schafft das schon ??

  78. Stefan Meier

    Ein Egozentriker ist jemand, der niemals reflektiert. Auch wenn sich alle Welt von ihm abwendet, er nach und nach gute Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen verliert, weil sie es schlicht und ergreifend nicht aushalten mit ihm, überlegt er nie, ob es vorsichtig gesagt auch mal an ihm liegen könnte. Es sind immer die anderen, die unfähig sind, niemals er selbst. Da er nicht reflektiert und nicht in der Lage, die Landkarte anderer Menschen (weil sie ihn schlichtweg auch nicht interessiert) zu erkunden, sich wirklich für sie zu interessieren, bleiben ihm ebenfalls tiefe und verbindliche Freundschaften „erspart“. Die er sowieso in die Tonne tritt, wenn sein kleines Ego mal wieder angekratzt wird. Bei solchen Typen hilft nur eines: Flucht ergreifen und alle Kontakte abbrechen

  79. Alex

    Hallo an alle…

    mir fällt es hier sehr schwer das niederzuschreiben. Ich bin jetzt ca. frisch 3 wochen von meiner Freundin( Livia) getrennt und der Schmerz fühlt sich immer noch wie am 1.Tag an. Es ist alles wie ein ganz schlechter Alptraum, was passiert ist. Es hat sich herausgestellt, dass meine Ex freundin eine Egozentrikerin ist, was auch ihre Mutter mir bestätigt hat.Wir haben für das Jahr 2011 uns soviel vorgenommen..sprich wir wollten die Saison in Österreich beenden,danach eine gemeinsame wohnung beziehen und auch eine Familie gründen.Weihnachten und Silvester hatte sie mir noch ihre wünsche diesbezüglich geäußert und das nur ich der Mann bin, mit dem sie ein Kind möchte und ihr Leben verbringen will.DIe große Liebe hat sie mir beteuert und das ich für sie ihr ein und alles bin und immer sein werde.Ich bin der Mann ihres Lebens und das größte Geschenk für sie.Das hat sie mir immer beteuert.Ich habe ihre Liebe und Zuneigung so extrem gespürt, so dass ich nicht glaube, dass sie mir das vorgespielt hat. Darum versteh ich es bis heute nicht, dass sie schon zur selben Zeit jemand anderen kennengelernt hat und mir fremd gegangen ist.Es ist für mich unbegreiflich, warum sie mir soetwas angetan hat.Auf der einen Seite beteuert sie mir noch ihre große Liebe und das ich der Mann ihres Lebens sei, auf der anderen Seite hat sie schon jemand neuen und betrügt mich.Ich, wo sie mich angeblich über alles geliebt hat, betrügt mich mit jemanden, den sie erst 3 wochen kennt. Sie wusste was sie alles aufs spiel setzt, was wir für gemeinsame Zukunftspläne hattent und betrügt mich trotzdem. Für uns war alles geebnet. Ich habe ein super Verhältnis zu Ihren Eltern, Geschwister und Oma und Opa, sprich zu ihrer ganzen Familie gehabt. Alles war perfekt in meinen Augen.Das schlimmste jedoch an dieser ganzen geschichte ist.., dass sie jetzt mit diesem Kerl zusammen ist und wieder neu verliebt ist, als ob es mich nie gegeben hätte.Sie hat mich total aus ihrem Leben gelöscht. Von ihr kommt kein Lebenszeichen mehr.Kein Interesse für mich. ICh wollte diese Beziehung um alles in der Welt retten, hätte ihr sogar den Fehltritt verziehen, um nochmal von vorne zu beginnen. Ich liebe diese Frau immer noch über alles auf der Welt, leider ist bei ihr nur noch die totale Ignoranz vorhanden.Ich kann es nicht verstehen, dass ich mich sooo total in einem Menschen, den in 4 jahre kenne getäuscht haben soll.Warum kann mir da keiner helfen, dass zu vertshen und zu verkraften. Es tut so weh :-( Ihre Mutter hat mir ein wenig die Augen geöffnet und mir zu verstehen gegeben, das Egozentrikerinnen so sind und sich von einer Sekunde zur anderen sich von dir abwenden, und dich im regen stehen lassen als ob es dich und die Vergangenheit nie gegeben hätte. Für mich ist das total unverständlich, weil ich so niemals handeln und reagieren würde. Ich sehne und erinnere mich jeden Tag an unsere Vergangenheit zurück und würde am liebsten aus diesem Alptraum aufwachen.Ich möchte einfach wieder meine kleine Livi, so wie ich sie gekannt habe zurück:-(. Doch ich weiß, dss es leider kein Zurück mehr gibt und das fällt mir so schwer alles zu verkraften.
    Vielen Dank aber das musste mal aus mir raus.
    lg Alex

  80. Romy

    Tja, da bin ich wieder. Mein erster Beitrag zu diesem Thema stammt vom 01.02.2008. Nun wird meine Tochter bereits 22 Jahre und wollte sich mit Alex ( sein Beitrag steht über meinem und ist vom 27.01.2011 ) eine gemeinsame Zukunft aufbauen. Von Wohnung und Kindern war noch vor 4 Wochen die Rede. Und von jetzt auf gleich „hat sie keine Gefühle mehr für ihn“! Das „Opfer“ ist blutleer, hat seine Pflicht und Schuldigkeit getan und wird eiskalt abserviert. Den Nächsten hat sie schon im Schlepptau.
    Alex habe ich auf Thilos Seite gebracht, um ihm die Augen zu öffnen und ihm den Schmerz ein wenig zu erleichtern. Jetzt, wo er versteht, dass er nie eine Chance hatte, tuts hoffentlich nur noch halb so weh!! Er wäre ein wirklich toller Schwiegersohn geworden! Habe in den 2 Jahren, die die beiden zusammen waren oft gedacht, ob ich ihr nicht doch Unrecht getan und sie verkannt habe.
    Ich bin eines Besseren belehrt worden. Meine Meinung, dass unsere Tochter nicht beziehungsfähig ist, ist gestärkt. Damit müssen wir uns alle abfinden. Wir werden sie nicht ändern, solange sie sich nicht selbst als Egozentrikerin erkennt und etwas ändern will. ( Das kommt wohl nur sehr sehr sehr selten vor! )Ich habe bis jetzt nicht den Mut, sie mit dieser Wahrheit zu konfrontieren, denn ich habe Angst vor der Reaktion! Sie ist schließlich trotzdem unsere Tochter.

  81. Theresa

    Ich glaube der Egozentriker hat es deshalb so leicht, seine Partner um den Finger zu wickeln, weil er sich meist der Mitleidstour bedient. Mir geht es zumindest so, dass bei mir der Verstand aussetzt, wenn ich – trotz völlig rücksichtslosen Verhaltens meiner egozentrischen Geschwister – die leidenden Gesichter der beiden sehe. Aber diese Leidensattitüde bzw. Selbstdarstellung als armes Opfer ist wahrscheinlich reine Maniupulation. Ich glaube, dass die Mitleidsmasche des
    Egozentrikers bei vielen Menschen ihr Ziel erreicht. Deswegen haben sie es auch sehr leicht, schnell Ersatz zu finden, wenn man selbst die Beziehung abbricht.
    Der beste Schutz ist immer noch, eigene Ressourcen zu entwickeln, eigene Bedürfnisse zuzulassen. Dann hört man von selbst auf, sich mit diesen Blutsaugern zu beschäftigen. Denn die beschäftigen sich bestimmt nicht lange mit uns – allenfalls mit der Frage, wie vielleicht noch mehr aus uns rauszuholen ist.

  82. Christine

    Ich habe vor knapp einem Jahr schon einen Beitrag in dieser Runde geleistet. Heute stehe ich an derselben Stelle. Ich habe es ein weiteres Jahr lang versucht und weiß jetzt, dass es keinen anderen Weg gibt als Trennung. Mein egozentrischer Freund kann mich nicht glücklich machen und ich ihn schon gar nicht. Ich bin die ewig Schuldige, die nicht versteht, bei der es doch mal „Klick“ machen muss usw.
    Wenn ich die ganzen Beiträge hier lese, und das Gemeinsame betrachte, dann ist es offenbar tatsächlich so, dass der Egozentriker an und für sich, offenbar bedingt durch seine Weltanschauung, immer ein und derselbe Typ ist. Sicherlich gibt es Ausprägungen. Der eine ist halt schlauer als der andere usw. Aber im Grunde läuft es immer auf das selbe hinaus. In all diesen Beiträgen lese ich meine eigene Geschichte mit einem egozentrischen Freund. Das meiste Genannte habe ich erlebt. Es würde ihm wohl nicht sehr gefallen, dass er einer Kategorie angehört. Gehören wir alle in eine Kategorie? Bin ich das typische Opfer? Ein Typ Mensch, der sich von einem Egozentriker einnehmen lässt und sich selbst dabei völlig aus dem Augen verliert. Etwas zu weich, etwas zu ehrlich, etwas zu inkonsequent und nachsichtig, etwas zu selbstzweifelnd…???
    Ich habe es Stand heute noch nicht geschafft, Schluss zu machen. Ich weiß aber, dass es der einzige Weg ist.
    L.G. Christine
    P.S. Wie kriegt man sein Selbstbewußtsein, seine Sicherheit und seine Schutzmauer wieder zurück??

  83. Theresa

    Ich glaube nicht, dass es viel bringt, sich immer zu fragen, warum und weshalb die Dinge so sind wie sie sind. Wichtig ist die Feststellung, dass die Dinge so sind, wie sie sind und wie ich am besten mit der Situation umgehe. Der effizienteste Weg, um aus dem Schlamassel rauszukommen, ist eigene Interessen zu entwicklen, seine eigenen Ressourcen zu fördern und den Egozentriker so sein zu lassen, wie er eben ist. Kein Mensch der Welt wird ihn ändern, dafür hat er viel zu viel Vorteile durch seinen parasitären Lebensstil. Sollen andere sich mit ihm herumschlagen und sich über seine Verhaltensmuster grämen und grübeln. Er wird schnell Ersatz finden, da braucht man sich beim Egozentriker keine Sorgen zu machen.
    P.S.: In Psycho-Therapie-Blogs kann man Egozentriker zuhauf finden. Da beschweren sich doch tatsächlich Leute, die seit Jahren in Therapie sind, beim Fernseh-Sender, dass er auf ihre persönlichen Sendungswüsnche nicht eingeht. Da geht auch mir der Adrenalinpegel hoch.

  84. Xardonas

    Ich bin also dumm ja? Weil ich mich nicht von euch verarschen lasse und ein ich-zentriertes Leben führe? Was soll ich in eurer Welt? Mich einfügen in euer krankes System, nach euren Regeln spielen, mich von euch versklaven lassen um einen erbärmlichen Liebe-Ersatz zu bekommen, den ihr scheinbar so nötig habt? Ich brauche das Gefühl nicht zu euch zu gehören, ich würde mich übergeben bis ich an meinem eigenen Erbrochenen ersticken würde. Was brauche ich EUER Wissen? Das könnt ihr gerne behalten und hört auf es Leuten wir mir aufschwatzen zu wollen, wir wollen es NICHT! Wir sind intelligenter als ihr Herdenschafe es auch nur im geringsten erahnen könntet. Denn wir sind FREI und UNABHÄNGIG und habe ich schon FREI erwähnt? So FREI wie ihr niemals sein werdet, denn ihr seid Sklaven und ihr seid Masochisten, ihr liebt es Sklaven zu sein, denn währt ihr das nicht würde euch keiner mehr lieb haben! Ihr geilt euch daran auf euch zu erniedrigen, vor euren Chefs zu kriechen oh ja daraus bezieht ihr euer Selbstwertgefühl. Das ist dermaßen erbärmlich, ein wahrer Egozentriker würde sich niemals so erniedrigen denn wir sind die Meister des SEINS. Niemand steht über mir nicht einmal GOTT. Was interessiert mich fremdes Denken? Was interessieren mich andere Menschen? ICH bin der Mittelpunkt des Universums und das ist GUT so! Ihr habt doch keinen blassen Schimmer, ihr seid genauso Egozentriker im Grunde, das was für EUCH richtig ist, dass ist der Mittelpunkt eures Universums. EURE Vorstellungen von Richtig und Falsch lol… ihr denkt ihr seid so schlau und hättet die Weisheit mit dem Schöpflöffel gefressen. Ihr seid echt lustig, wenn ihr mich nur nicht so NERVEN würdet, könnt ich sogar über euch lachen. Aber ihr versteht überhaupt nichts, ihr denkt jetzt sicher wieder ich würde mich über euch aufregen, dabei ist dem gar nicht so. Ach wozu das alles, ihr glaubt ja eh was ihr wollt. HAHAHA ihr seid alle wahnsinnig nicht nur ich!!

  85. verlobte eines Egozentrikers

    Hallo, ich bin die Verlobte eines Egozentrikers und es scheint mir immer schwieriger zu werden mit dieser Sache umzugehen.

    Er ist krank und ich muss für ihn dasein.
    Ich bin krank und er kommt wie ein Postbote vor die Tür, zieht weder Sonnenbrille noch Helm aus drückt mir einen Riegel in die Hand und will schon flüchten, weil er ja absolut keine Zeit hat, um nach meinem Befinden zu fragen. Dann ist er eingeschnappt, weil ich den Riegel nicht annehme und ihm die zu spät eingefallene Frage „wie geht es dir überhaupt?“ nicht beantworten möchte.

    Am Tag darauf ist alles vergessen oder besser IGNORIERT, denn das kann er besonders gut. Er schreibt mir eine liebe SMS und will was mit mir unternehmen (Er hat wohl auch vergessen, dass ich krank bin)! Sobald ich ihn daran erinnere fühlt er sich selbst nicht gut.

    Das läuft so überall… jede Arbeit ist anstrengend, alles, was man machen soll wird zur Qual, man muss sich immer die Zeit für sich nehmen und jeden Tag beispielsweise 4 Stunden spielen… weswegen man ja auch nur den Riegel abgeben konnte und nicht da blieb um der Liebsten Gesellschaft zu leisten.

    Ich denke ernsthaft darüber nach, ob ich das nach 5 Jahren weiterhin aushalten kann und den Bund fürs Leben schließen soll.

    Seiner Meinung nach, habe ich vor Jahren „JA“ gesagt und muss mich daran halten… er hingegen hat tatsächlich einmal versucht Schluss zu machen.
    Aber das Eine hat schließlich nichts mit dem Anderen zu tun.

    Achso… ich denke nicht, dass Egozentriker dumme Menschen sind… ich denke vielmehr, dass ihre Soziale Intelligenz im Miteinander nicht funktioniert.

  86. Stefan Lindner

    ^Zum Topic; ich bin leider seit längerer zeit ein egozentriker! und wollte mal was zum topic sagen!!

    Das Ansehen was hier von einen Egozentriker gezeigt wird, ist zwar nicht grundsätzlich falsch, zeigt aber nur eine *ART* Egozentrik.

    Ich z.b. neige dazu überhaupt nicht egoistisch zusein, sogar ein philantropisches Verhalten an den Tag zu legen. Gebe grundsätzlich mehr *für* andere aus; als für mich selbst;

    Das mache ich weil die mich die Schlussfolgerung von allem immer etwas in den Mittelpunkt rückt. Das brauche ich indirekt einwenig; weil ich aus dem elternhaus keine liebe mitgekriegt habe;

    ist ein teufelskreislauf aus dem mann nicht rauskommt; weil man nunmal nicht kaltherzig ist!!!!

    was die *dummehit* angeht; –> beleidigend; vorallem weil ich beim abitur bin; eigenes denken habe, und mir sehr gut nützliche/s informationen/wissen von anderen rausfiltern kann und aneignen kann.

    „Ich“ bin sehr selbstkritisch und immer Verbesserungen gegenüber aufgeschlossen, versuche immer an mir zu arbeiten, ums besser zu machen!! Aber sowas wie diese *egozentrik* macke, bekomme ich einfach nicht los ;(

  87. Theresa

    Am allerschnellsten erkennt man den Egozentriker an seiner Selbstdarstellung als Opfer und den Klagen. Fühlt man sich selbst mal down, erhofft man sich von den Gebeutelten Verständnis. Genau das ist aber das Trügerische. Die sind so verstrickt in ihre eigenen Bedürfnisse, dass sie den andern kaum wahrnehmen. Man ist austauschbares Publikum und Freudenspender. Vor allem geht es den so „armen Opfern“ oft erstaunlich gut. Überall bekommen die Beklagenswerten Aufmerksamkeit. Überall will man ihnen helfen, sie glücklich machen. Der egozentrische Kachelmann hat mit seinen Jammerarien zahllose „Lausemädchen“ bei der Stange gehalten. So muss man es machen, um Abhängigkeitsverhältnisse aufzubauen, die lange Bestand haben.
    Um sich vor Enttäuschungen zu schützen, schnell das Weite suchen und die Gesellschaft der Fröhlichen bevorzugen und was genaus so wichtig ist: an sich arbeiten, dass man mit sich zufrieden ist. Dann nerven die Dauerjammerer nur noch.

  88. Ragtop

    Einer meiner Kollegen ist Egozentriker, man kann ihm keineswegs Dummheit oder Egoismus vorwerfen, aber alles und jeder, was sich außerhalb seiner eigenen Sichtweise befindet, ist für ihn nicht zu tolerieren. Will man sein Gedankengut nicht bedingungslos akzeptieren, reagiert er äußerst impulsiv und beleidigend, nicht nur in seinem privaten Umfeld, sondern auch seinen Kollegen gegenüber.

    Soziale Kompetenz ist eines seiner großen Defizite, so hat er z.B. innerhalb der ganzen Firma nur eine Person, mit der er seine Mittagspause verbringt. Ist diese Person nicht anwesend, verbringt er seine Pause alleine oder macht erst gar keine, fragt man ihn, ob er sich einer Gruppe anschließen will, lehnt er ab und wirkt introvertiert. Eine Unterhaltung mit ihm in einer Gruppe von Personen ist undenkbar, da er stets sein eigenes Gedankengut als Maßstab betrachtet, wer nicht zustimmt, wird von ihm ignoriert bzw. in häufigen Fällen sogar beleidigt. Auch Mobbing ist für ihn ein großes Thema, wobei mir nicht klar ist, ob er dies tut, um anderen zu schaden, oder um sich selbst in den Mittelpunkt rücken zu wollen.

    Insofern kann ich auch nur den Rat geben, zumindest im beruflichen Umfeld, Egozentrikern aus dem Weg zu gehen.

  89. Antipasti

    Ja! Ja! und nochmal Ja! Vielen Dank für diese Seite hier. Sie hat mir geholfen und meine Augen geöffnet. Ich habe gerade meiner Lebensgefährtin den Laufpass gegeben. Nach 3 Jahren und einigen 10Tsnd Euro, endlosen Grübeleien, Streitereien, ist mir vollkommen klar geworden, diese(r) Mensch(en) sind wie Gift, das einen jeden Tag etwas mehr lähmt. Diese Menschen saugen einen aus und Sie merken es nicht mal. Egozentriker können Sich einfach nicht in einen Mitmenschen einfühlen. Sie sind auf dem emotionalen Niveau von 4 bis 7 jährigen Kindern. Wer mehr erfahren möchte, dem empfehle ich „Der Feind an Ihrer Seite“ von Wendy Behary. Unbedingt lesenswert für Opfer von Egozentrikern. Allerdings glaube ich nicht, dass Lebensgefährten versuchen sollten, den Egozentriker zu ändern oder sich gar mit Ihm zu arrangieren. Das kostest unendlich viel Kraft und die Aussicht auf Erfolg, im Sinne einer ausgeglichenen Partnerschaft, ist fast nicht vorhanden.
    Ich hatte starke Asthmaanfälle und Sie war besorgt über Ihren schlechten Schlaf, weil Sie doch so hart arbeiten müsse. Ich hab den täglichen Haushalt nebenbei geschmissen und ich musste Standing Ovations geben, wenn Sie 6 Stunden zum Boden putzen brauchte. Jeden Tag wollte Sie mindesten 1 Nachricht von mir, in der ich Ihr sagte, wie gern ich Sie habe. Sie lebte wie die Made im Speck und ich hab den Speck bezahlt.
    Recht gut, so glaube ich, lassen Sie weibliche Egozentriker an Ihren auffallend kindischen Verhaltensweise erkennen. Damit meine nicht das kleine Stofftierchen oder den Glücksbringer im Auto. Nein, es sind diese Massen an Täschen, Häschen, Blümchen, Bäumchen, Kuscheltierchen, Bildchen, Krimskrams und Spielzeug eben eines 6 jährigen Mädchens. Vermutlich habe männliche Egozentriker ähnliches Spielzeug. Kleinigkeiten können diese Menschen zum leibhaftigen Tyrannen und Monster werden lassen. So brachte es meine Egozentrikerin mal fertig, wegen eines verloren gegangenen Putztuches (Es war Ihr! Putztuch, dass Sie in die Beziehung brachte!), eine Riesenszene zu machen, mit Beschimpfungen und Beleidungen. Egozentriker bekommen nicht genug, es gibt keine Ende, keine Grenze, kein Halt. Wenn Sie mit einem zu tun haben, seien Sie knallhart. Gehen Sie nicht auf Ihre/Seine Forderungen ein. Meiden Sie diese Menschen wie den Mittelstreifen auf der Autobahn.

  90. Jasmin

    Hallo,
    auch ich bin auf solch einen Egozentriker hereingefallen der mich Anfangs auf Händen getragen hat. Ich würde sehr gerne einen großen Bogen um ihn machen. Dumm nur, dass ich ein Kind von ihm habe… Ich habe das letzte Jahr die Hölle auf Erden durchgemacht. Wollte ihn nicht aufgeben, die Familie nicht aufgeben. Doch ich bin an meine Grenzen gekommen. Zudem hat nicht nur mein Ex (zum Glück waren wir nie verheiratet) mich mit unglaublicher Ignoranz, Unachtsamkeit und Respektlosigkeit behandelt, sondern auch gleichzeitig seine Familie – hauptsächlich seine Mutter. Sie hat zuletzt noch versucht mich zu belehren und in eine Rolle zu zwängen. Es ist normal, das die Frau zurück zustecken hat, es gibt keine Gleichberechtigung in einer Beziehung. Ich darf sein Ego nicht verletzten….und so weiter. Meine Gefühle wurden nicht ernst genommen. Undals ich gewagt habe, das gleiche zu tun wie seine Exfrau, aus seinem Haus auszuziehen bekam ich überdeutlich zu spüren, dass ich nicht mehr dazu gehöre. Wohl aber mein kleiner Sohn. An dem wurde dann ordentlich gezerrt. Ich hatte kein Selbstwertgefühl und habe alles Anfangs stillschweigend über mich ergehen lassen. Gott sei Dank habe ich mich gelöst und bin auch beruflich wieder rechtzeitig auf die Beine gekommen. Er hätte es wohl lieber gesehen, dass ich es nicht schaffe. Mittlerweile habe ich mich auch was das Umgangsrecht, der Kleine lebt zum Glück bei mir, weitgehend durchsetzen können. Hilfe habe ich vom JA und der Stelle der Familien- und Erziehungsberater (Mediator) erhalten der zwischen uns vermittelt. Nun ist er plötzlich vorsichtig und fragt, setzt mich nicht mehr unter Druck und hat solch eine Macht über mich. Trotzallem sitzt mein Schmerz unglaublich tief und mein Idealbild einer Familie ist zerbrochen. Manchmal trauere ich ihm sogar noch hinterher und träume davon dass er sich ändert, den emotional bin ich nicht fähig eine neue Beziehung einzugehen. Ich hoffe das ich das irgendwann in naher Zukunft aber wieder kann. Denn die Wahrscheinlichkeit ist wohl sehr gering, dass er sich für die Kleine Familie die er hätte haben können ändert.

  91. Tom

    Das Ego ist mein Ich. Dieses Ich nimmt wahr. Aus dieser Wahrnehmung formt sich meine Vorstellung der Existenz per sé. Ich bin Ausgangspunkt meiner Wahrnehmung, Zentrum meiner Vorstellung der Wirklichkeit – meine Realität, meine Wahrnehmungswelt MUSS egozentrisch im wortwörtlichen Sinne sein, alles andere wäre eine Wahrnehmungsstörung.

    Wie ich jedoch damit umgehe, das ist eine ganz andere Frage – und so finde ich es an dieser Stelle durchaus angebracht zu bemerken, dass Egozentrik nicht zwangsläufig mit Egoismus einhergehen muss.

    Zu den Egoisten, die oben beschrieben werden, mag ich anmerken: Liebe sie und verzeihe ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun!

    Und als bekennender Egozentriker will ich hinzufügen: Wenn ich weiß, was gut für mich ist, so löse ich so schnell und sauber ich kann alle Banden und verbanne solche Leute flugs auf eine periphere Umlaufbahn!

    („In der Geographie wird der Begriff Peripherie verwendet um einen Gegensatz für ein Zentrum zu beschreiben.“ – Wikipedia)

    Gruß Tom

  92. Tom

    Ps. Das Wort „Egoisten“ bitte ich zu streichen und durch „Menschen“ zu ersetzen.

    Pps. Meine wortklauberische Klugscheißerei mag angesichts der in den Kommentaren angedeuteten Schicksale enorm fehl am Platze wirken – doch ich halte es für völlig unnötig und absolut irrsinnig Begriffe mit einer Wertung zu versehen, die rein begrifflich gar nicht drinsteht!

    Lass es mich so ausdrücken: Sie sind der größte Feind des frei denkenden, offenen Menschen, für den jede Sekunde des Lebens eine neue Sekunde ist: Leute, die die Bedeutung der Worte, die sie verwenden, gar nicht kennen – sie fördern Kommunikationsprobleme und tragen zur allgemeinen Verwirrung bei. Der Turm zu Babel lässt grüßen…

    Der Einfachheit halber sei hier noch einmal Wikipedia zitiert: „Egozentrisch ist im Unterschied zu egoistisch ein Begriff, der nicht auf das Handeln selbst zielt, sondern auf die Bedeutung für das Selbst. Eine egozentrische Haltung kann durchaus ohne Egoismus sein bzw. mit Selbstlosigkeit einhergehen.“

    Denk mal drüber nach, Thilo, und frage dich, ob du es dir mit deiner Definition allen Übels des menschlichen Miteinanders als „Egozentriker“ nicht ein wenig einfach machst…

    Definitionen sind sicherlich wichtig und sinnvoll – doch sollten sie niemals den wortwörtlichen Sinn verzerren oder entstellen. Für die Menschen, die du in deinem Text beschreibst, gibt es möglicherweise tatsächlich einen Oberbegriff – doch „Egozentriker“ finde ich da völlig unpassend!

    Toll ist natürlich die Diskussion, die daraus entstanden ist, und dass du mit deinem Text einen Raum geschaffen hast, in dem Menschen, die tatsächlich unter ihrer Situation leiden, sich austauschen können.

    Ppps. Zu guter Letzt möchte ich zum Abschied einfach mal den Begriff „Energievampir“ in den Raum werfen – sich damit auseinanderzusetzen könnte für den einen oder anderen sicherlich ein Gewinn sein.

  93. Lou

    „Energievampir“ ist der passende Ausdruck für diese Art Mensch! Bin seit zehn Jahren mit einem Egozentriker erster Ranordnung verheiratet. Er ist passenderweise Künstler und schafft sich täglich seine Bühne. Divenhaft dreht sich das Leben nur um ihn, alle anderen Menschen sind Randfiguren, einzig dazu da, ihm das Leben zu erleichtern ( und natürlich auch zu finanzieren). Es ist nicht so, dass ich ihm nichts bedeute, nur spielt meine Person, mit alle meinen Wünschen und Beürfnissen eine, für ihn nicht sicht- und fühlbare Rolle. Mache ich ihn auf die, von mir gefühlten emotionalen Defizite aufmerksam, reagiert er eingeschnappt, aggressiv und aus der Situation flüchtend. Stehe kurz vor der Privatinsolvenz, seit drei Monaten wegen Depressionen arbeitsunfähig und bín äußerst wütend auf mich: Denn ich muss mich fragen, wie konnte ich DAS mit mir machen lassen?! Jammern hilft nicht sondern nur die Auseinandersetzung mit der eigenen Person. Die Egozentriker können nämlich nur so lange zerstören, solange man es mit sich machen lässt, Fühle mich ziemlich besch……

  94. Selin

    Vielen Dank für diesen hochinteressanten Austausch.

    Auch ich liebe seit Jahren einen egozentrischen Mann, der durchaus seine liebenswerte und großzügige Seite haben kann (die ich dann aber auch später manchmal vorgehalten bekomme, im Sinne von: Immer bist du am meckern, dabei hab ich doch sooo viel für dich getan, siehst du das denn nicht?!?).

    Mittlerweile bin ich nicht nur psychisch, sondern auch körperlich geschwächt, habe Ängste vor Konfrontationen mit anderen Menschen entwickelt und verkrieche mich deshalb soweit möglich zu Hause. Kurz: Mein Selbstbewusstsein ist im Keller.

    Ich sage seit Jahren: Wir leben DEIN Leben, aber, wie oben jemand erwähnte, um „mein Leben“ leben zu können, müsste ich erst mal die Zeit dafür haben. Denn seine Probleme etc. sind meist für seine/unsere berufliche Existenz (er ist auch noch selbstständig) einfach wichtiger. Mittlerweile weiß ich ehrlich gesagt auch gar nicht mehr wer ich bin und was ich möchte.

    Aber mein Selbsterhaltungstrieb ist in den letzten Tagen erwacht und ich habe ein letztes Mal beschlossen zu kämpfen. Und ich drehe den Spieß jetzt mal um und stelle die Gegenfrage?

    Habt ihr wirklich gekämpft?
    Habt ihr es ausgehalten, eurem Egozentriker die Stirn zu bieten und nein zu sagen?
    Habt ihr euch selbst respektiert, auf euch geachtet und euch selbst Gutes getan?

    Ich habe das ganze nicht wirklich getan, habe aber gemerkt dass er sich in Teilen durchaus mal nach mir gerichtet hat wenn ich mich einfach durchgesetzt habe (was natürlich verdammt viel Kraft kostet). Das heißt, es gibt Hoffnung, und es ist ein wichtiger Lernprozess, den man mit einer Trennung nicht unbedingt besser macht.

    Man kann zwar besser gesunden, aber meist holt einen das beim nächsten Partner/Kollegen/Freunden etc. wieder ein.

    Hier geht es viel um Selbstliebe, Abgrenzung und Autonomie. Jemand, der dies besitzt, würde so einen Partner nach kurzer Zeit verlassen und das gar nicht mitmachen.

    Deshalb vertrete ich die Auffassung, das BEIDE ein mehr oder weniger krankhaftes/ungesundes Verhalten besitzen und sehe dies ab heute erst mal als Übungsfeld, etwas Grundlegendes in meinem Leben zu verändern.

    Dann kann ich immer noch sagen, ich habe ALLES getan, aber es ist nicht möglich mit diesem Menschen gleichberechtigt zusammen zu leben.

    Da gibt es einen guten Spruch:
    Man kann sich nur so viel erlauben, wie der andere auch zulässt.

    Ich habe zu viel erlaubt! Schließlich wurde nie mein Leib und Leben bedroht. Eher meine Unfähigkeit, Spannungen auszuhalten, sie zu ignorieren und dem anderen klar zu machen, dass er sich kindisch und egoistisch verhält. Meine sensible Art, die einfach gerne hilft und Probleme löst, die immer wieder nach dem Befinden des anderen fragt! Statt die schlechte Laune einfach mal zu ignorieren oder einfach die Tür zu zu machen und sich mit besser gelaunten Menschen zu treffen.

    Ich würde dies übrigens auch nicht mitmachen, wenn ich merken würde dass er mich bewusst ausnutzt. Ich denke eher, vieles ist ihm gar nicht klar, er hat einfach schon immer von seinem Standpunkt aus gedacht und tut sich wirklich schwer damit, sich in andere hinein zu versetzen.

    Er kommt mir manchmal vor wie ein großes, dummes Kind, dass nie über Konsequenzen nachdenkt bzw. diese noch nie wirklich zu spüren bekommen hat.

    Bei seiner Familie nicht und bei mir eben auch nicht.

    Deshalb werde ich versuchen, meine Energie nicht mehr darauf zu verschwenden, ihn glücklich zu machen, sondern darauf, mir selbst Gutes zu tun und mich abzugrenzen.

    Man kann nämlich dem Egozentriker nicht vorwerfen, dass er nicht fähig wäre sich zu ändern wenn man nicht fähig ist, sich selbst zu ändern!

    Jammern und in Selbstmitleid versinken hilft vielleicht kurzfristig die Situation besser zu ertragen oder von anderen aufgebaut zu werden. Aber man verharrt weiterhin bequem da wo man ist und bringt sich selbst nicht weiter.

    Ich möchte auch nicht so ein schlechtes Vorbild für mein späteres Kind sein. Ich trage die Verantwortung für seine gesunde Entwicklung. Meine Mutter war genauso wie ich – und nun lebe ich es weiter. Wie die Kette weitergehen wird könnt ihr euch ja denken. Und deshalb sage ich NEIN!

    Ich habe damals JA gesagt und habe somit die Verantwortung für mich, meinen Mann und meine späteren Kinder. Die Verantwortung, jemandem Eigenständigkeit zu lehren, sich durchzusetzen und denjenigen emotional loszulassen, damit er reifen kann.

    Ich hoffe, dass mir das gelingt!

  95. Ute

    Ich lese diesen Blog auch schon seit längerem. Vielen Dank dafür!
    Zu meiner Vor“schreiberin“ kann ich nur sagen: Ja, mach das. Spiele die Spiele nicht mehr mit, schau dass Du Deine Grenzen setzt. Es kann Dir selber nur guttun wieder mehr Vertrauen in Dich zu bekommen.
    Deine Wahrnehmungen sind richtig. Das hat mich bald um den Verstand gebracht.
    Ich habe lange gekämpft mir und meinen Gefühlen wieder zu vertrauen.
    Als ich dann so weit war wieder Grenzen setzen zu können, ist das passiert, was viele hier auch schon geschrieben haben:
    Ich war böse. Alle seine Gefühle und Gedanken hat er auf mich gespiegelt – ich bin alles das, was er selber nicht schafft. Weiß nicht was ich will, entwickele mich nicht so wie es für „uns“ richtig ist (obwohl ich in psychologischer Behandlung bin – aber da habe ich wohl gelogen, weil ja nicht das raus kam, was er sich vorgestellt hat). Ich spiele die Spiele nicht mehr mit, bin nicht mehr manipulierbar – was er so natürlich nie gemacht hat. Ich bilde mir alles nur ein was ich empfinde und wahrnehme.

    Seit Montag ist endgültig Schluß. Mir geht es gut. Aber ich spüre, dass ich noch viel aufarbeiten muß aus den letzten 5 Jahren.
    Aber ich habe viel über mich gelernt. Das erste Mal in meinem Leben kann ich tatsächlich selbstbestimmt leben und fühle mich wohl dabei.

    Denn, ja, wir, die wir mit einem solchen Menschen leben oder gelebt haben, sind selbst dafür verantwortlich was wir mit uns haben machen lassen. Es gibt viele unterschiedliche Gründe – aber meiner Meinung nach hängt es ein Stück weit mit mangelnder Selbstwahrnehmung und fehlendem Egoismus zusammen.

    Ich wünsche Euch allen einen wunderschönen Tag.
    Mein Aufbruch in ein neues helles freies Leben!!!!!!!!!!

  96. gromu

    Ein Egozentriker wird bis zum letzten Augenblick glauben, dass seine Wahrheit die einzige Wahrheit ist.

  97. Dieter

    Kann man Liebe als Gegenteil zur Egozentrik verstehen?
    Wie ist das mit:“Liebe deinen Nächsten, wie Dich selbst?“
    Ist ein Egozentriker ein Mensch, der sich selbst liebt?Kann er sich selbst überhaupt lieben?Wenn er das nicht kann,wurde er um seiner selbst geliebt?Ein Egozentriker ist ein ganz „armer“ Mensch, der die Nichtliebe, die er in sich trägt „weitergibt“.
    Ihm wurde nie gesagt, ich hab dich lieb! Ihm wurde stattdessen lieblose oberflächliche „Du bist mein toller Prinz, meine schöne Prinzessin“ Lobeshümnen zuteil,als Ersatz seitens der nicht liebesfähigen Eltern.Oder er/sie bekam alle Härte seitens der Eltern zu spüren.Diese Kälte gibt er weiter, weil den wahren, liebevollen Kontakt zu sich selbst verloren hat.Im Grunde tragen wir Alle ein Stück dieser Egozentrik in uns, sonst würde die Erde nicht so aussehen, wie sie aussieht.Wenn man anfängt wieder zu lieben, auch sich selbst, dann ge-,missbracht man nicht mehr die anderen. Zur Liebe gehört Erkenntnis:Das Wissen um die eigenen Schwächen,um die Schwächen der Anderen zu respektieren.Das Wissen um die eigenen Stärken,um die Stärken Anderer zu akzeptieren.Das Fühlen des eigenen Schmerzes,um den Schmerz der anderen zu spühren.Die Freude am eigenen Leben, um die Freude der Anderen zu sehen.Dankbarkeit,Demut und Vergebung sind Werte,die verbinden.
    Meine Mutter war Egozentrikerin und ich sehe endlich Ihr eigenes Leid.Ich vergebe ihr und versuche mit meiner Egozentrik umzugehen, um meiner UND um den Willen Anderer.

  98. Gelie

    Ein Egozentriker wird bis zum letzten Augenblick glauben, dass seine Wahrheit die einzige Wahrheit ist.
    LG

  99. Stefan

    Um Gottes Willen, wie kann man einem so hasserfüllten Menschen wie Sie es sind nur Kommunikationsaufgaben übertragen? Dieser Artikel ist ja eine Bloßstellung par excellence. Und strotzt nur so von Fehlern. Schreiben Sie lieber ueber Narzissmus, da kennen sie sich offenbar bestens aus!

  100. Thilo Baum

    Oh, ein sich ereifernder Leserbrief. :-) Trolltypisch: falsche Unterstellungen und suggestive Besserwisserei mit dem Hauptmotiv, jemanden zu treffen und zu kränken. Noch bin ich auf der Suche nach dem Wort, wie man diesen Charakter nennt. Wer einen Vorschlag hat, gerne mir schicken. Danke!

  101. gromu

    Ein Egozentriker glaubt, auch das Jüngste Gericht noch ändern zu können.

  102. iris

    Hallo, immer wieder greife ich auf diesen Artikel zurück. Das erste Mal las ich ihn im Sept. 2010. Immer wieder lese ich die Beiträge und immer wieder kommt ein Puzzleteil zu meinem Lebensabschnitt mit einem Narzisten hinzu. Es hat doch tatsächlich über ein Jahr gedauert mich aus dieser, ich benutze diese Worte bewußt, perversen Beziehung zu lösen.
    Es ging soweit, das selbst meine Familie von seiner Unschuld und meinem Versagen überzeugt war.
    Ich glaube hier geht es nicht nur um das Ausleben von Egoismus unter Benutzung des Anderen. Für mich geht es hier um eine nekrophile Form des menschlichen Charakters. Dem Zerstören des Lebendigen in dem Partner, eingeschlossen das Zerstören seines Umfeldes. Sicher habe ich den Anteil dazu beigetragen, ich gab ihm mit meiner Person sein Spielfeld. Auf diesem konnte er sich austoben. Übriggeblieben von einer blühenden Wiese ist eine Wüste. Ich weiß nicht, woher ich die Kraft nahm mich von diesem Partner zu trennen. Für mich war es ein Befreiungsschlag. Es ist erstaunlich, wenn ich daran denke. Ich war emotional so ausgebrannt. Ich liebte das Leben und habe am Ende doch keinen Sinn mehr gesehen. Am Anfang stand die Depression, als der Beginn meiner Trennung. Durch Lesen und dem Versuch meine Emotionen wieder zu erspüren, wuchs in mir die Kraft der Rebellion. So habe ich mich befreit. Als die Emotionen in der Depression endeten kam der Verstand. Ich bezeichne dies als ein Blitzlicht. Ich habe meine Beziehung intelektuell abgearbeitet, um überhaupt wieder meine Emotionen zu können.
    Für mich ist es aus heutiger Sicht unvorstellbar und nicht mehr nachvollziehbar, dieses Trauerspiel über einen Zeitraum von 10 Jahren.
    Mit dieser Karheit und in diesem Sinne bin ich gerne zukünftig egoistisch. Denn ich werde egoistischer Weise lernen auf meine Bedürfnisse zu achten und diese einfordern. Trotzdem immer in Reflektion zu meinem Gegenüber.
    Mut allen denen, das Leben ist wirklich schön.

  103. iris

    Nachtrag: Ein sehr empfehlenswertes Buch:
    Marie-Franche Hirigoyen“Die Masken der Niedertracht“

  104. Ich

    Ich war lange auf der Suche nach einer Beschreinung für das Verhalten einer Kollegin von mir.
    Grundsätzlich ist sie ein sehr emotionaler Mensch, durchaus auch hilfsbereit & liebenswert.
    Allerdings habe ich mittlerweile das starke Gefühl das alles was sie tut, macht um sich später zu profilieren.
    „Ich bin ein guter Mensch, weil…“
    Immer sollte sie im Mittelpunkt stehen. Bekommt jemand mal etwas mehr Aufmerksamkeit, rutscht sie aus dem Fokus, so findet sie immer einen Weg sich hier und da in den Mittelpunkt zu schieben.
    Sie ist das Zentrum ihrer Welt. Und in allen anderen Welten möchte sie es auch sein. Sie ist regelrecht am Boden zerstört, wenn dies nicht der Fall ist!
    Oft hat sie Probleme mit Mitmenschen, dann muss sie sich ausheulen und ihr Leid klagen.
    Geht es ihr nicht gut… zieht sie alle Energie aus mir.
    Ein Energievampier.
    Durch diese Beschreibung hier und die Feedbacks anderer Betroffenen, weiß ich was ich tun werde:

    Ich werde auf Abstand gehen…. was ihr nicht gefallen , mir aber sehr gut tun wird! ;)

  105. Thilo Baum

    Kleiner Hinweis in eigener Sache:

    Die Auseinandersetzung über Egozentriker hat mich dazu bewogen, grundsätzlich darüber nachzudenken, was denn das Gegenteil des Egozentrikers ist. Bisher reden viele von Empathie, also Einfühlungsvermögen, aber das war mir immer suspekt. Inzwischen weiß ich, warum: Es ist mir zu „psychologisch“. Die Fähigkeit, die Perspektive eines anderen Menschen einzunehmen, bedarf keiner Empathie, sondern einer gedanklichen Fähigkeit, die man vielleicht Geistesgegenwart nennen kann. Zwei Beispiele:

    - Ein Taxifahrer, der laut Musik hört, braucht keine Empathie, um zu kapieren, dass er seine Musik leiser drehen sollte, wenn ein Fahrgast zusteigt. Er muss nur präsent sein.

    - Beim Schach brauche ich keinerlei Einfühlungsvermögen, um mich in die Lage meines Gegners zu versetzen und dessen Reaktion auf meinen nächsten Zug vorauszusehen.

    Vor diesem Hintergrund habe ich versucht, das Thema ein wenig zu entpsychologisieren, und ich habe als Gegenpart zum Egozentriker den „Mitdenker“ ausgemacht. Mitdenker denken im Sinne der anderen mit, Egozentriker denken nur für sich.

    Dass wir immer mehr Egozentriker um uns herum haben, sehen wir vor allem an Produkten in der Wirtschaft: mangelnde Usability, Ignoranz der Kundenbelange, unverständliche Kommunikation. Von Egozentrikern geführt, verschwenden Unternehmen jede Menge Energie. Erfolgreicher ist, wer sich in die Lage seines Gegenübers versetzen und aus dessen Sicht denken und handeln kann.

    Also erscheint dazu ein Buch: „Denk mit! Erfolg durch Perspektivenwechsel“ (STARK Verlag, Frühjahr 2012). Link:

    http://www.thilo-baum.de/publi.....enwechsel/

    Vielleicht interessiert es ja den einen oder die andere hier, denn natürlich finden sich darin nicht nur Business- und Arbeitsplatz-Beispiele, sondern auch sehr viel von Mensch zu Mensch.

  106. gromu

    ja, ein Egozentriker (meiner jedenfalls) schafft es nicht, mit den Äußerungen des anderen mitzudenken, selbst unter größter Anstrengung nicht (die er aber kaum einsetzt). Er hat in „grauer Vorzeit“ den Anschluss an die Menschlichkeit verpasst. Das hat sich im Lauf von Jahrzehnten verstärkt und fängt an sich zu rächen. Schade!!!!!!!!!!

    Aber nun zum Positiven: Man hat immerfort die Gelegenheit, ein „Mitdenker“ zu sein. Jeden Tag zehnmal begegnen wir Menschen, mit denen wir mitdenken können, selbst mit dem Egozentriker. Und es ist kein Schaden, mit aneren mitzudenken. Vielleicht kann dadurch sogar Demenz und Schlimmeres hintangehalten werden.
    -der Nachbarin ist das Mehl ausgegangen
    -jemand sucht ein bestimmtes Buch und ich helfe suchen und finde es vielleicht
    -jemand ist traurig und man geht auf ihn ein
    -jemand freut sich und ich freue mich ehrlich mit ihm
    -ich bin nicht ungehalten über den Langsamfahrer, vielleicht kennt er sich in der Gegend nicht aus
    -der Egozentriker ist grantig, wweil er sich am Computer nicht auskennt und ich helfe ihm
    -etc.,etc.

  107. gromu

    Es ist nicht so, dass er nicht Gutes tut für andere. Aber nur so, wie ER glaubt, dass sie es brauchen. Und kommt sich dann unverstanden vor, wenn es nicht so gut ankommt. „Was ist das Gegenteil von gut? Gut gemeint.“ So zieht er sich dann beleidigt zurück.

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