Ich kenn einen, der ist gut

Warum eigentlich sollen die besten Ärzte, Steuerberater und Rechtsanwälte immer ausgerechnet die sein, die jemand aus unserem Bekanntenkreis kennt? Dieser Mechanismus ist extrem gefährlich im System der persönlichen Empfehlungen.

Wie leichtgläubig: Nur weil ein guter Freund einen Steuerberater empfiehlt, halten wir den Steuerberater für gut. Wir setzen „bekannt“ mit „gut“ gleich – möglicherweise eine Erklärung dafür, dass Kungelei und Vetternwirtschaft nicht unbedingt für hohe Qualität sorgen, sei es in der Politik oder in der Wirtschaft. Und keine Sekunde fragen wir uns, warum ausgerechnet unser Freundeskreis Zugang zur Elite des Landes haben sollte. Es wäre ein Wunder der Statistik.

A propos Statistik: Immer wieder liest man ja diese Statistiken zum Fremdgehen. Soundso viele Männer gegenüber soundso vielen Frauen. In aller Regel liegt die Zahl der fremdgehenden Männer weit über jener der fremdgehenden Frauen. Da frage ich mich doch: Mit wem gehen diese vielen Männer fremd, wenn nicht mit den wenigen Frauen? Wenn ich in Statistik nicht völlig gepennt habe, scheint es nur einen Schluss zu geben: Fremdgehende Frauen haben einen höheren sexuellen Durchsatz als fremdgehende Männer. Ist das logisch?

7 Kommentare zu „Ich kenn einen, der ist gut“

  1. Cujau

    Die Besten wohl kaum. Aber warum soll ein Arzt, Anwalt, Steuerheini nicht in einem subjektiv empfundenen Sinn gut sein, wenn er für einen Freund gute Arbeit abliefert und er sie/ihn deshalb als gut bezeichnet. Ich kenne niemanden, der mir gegenüber behauptet, sein Arzt, sein Anwalt, sein Berater sei d e r Beste. Allerhöchstens geht es dabei um gut oder man sei mit derjenigen oder demjenigen zufrieden. Es kann allerdings sein, dass Leute, die der eine oder andere kennt, glauben, sie zählten zur Elite und würden entsprechend ihre Ärzte, Anwälte, Steuerberater als „die Besten“ bezeichnen. Das liegt dann aber an der Realitätsferne derjenigen, die meinen, selbst Elite zu sein.

  2. Alex

    …genau! Wie leichtgläubig!

    Und zu Deiner Frage: Ja, es ist logisch – wenn es sich ausschließlich um Heterosexuelle handelt!

  3. Katia

    Nein, das ist nicht logisch. Überhaupt nicht. Und die Erklärung ist ganz einfach. Die Zahl der fremdgehenden Männer ist deshalb so viel größer als die der fremdgehenden Frauen, weil viele Männer, die fremdgehen, sich die Fremdbefriedigung in entsprechenden Etablissments holen.

    Kurz: Sie gehen ins Puff.

    Und diese Damen dort sind eben nicht statistisch erfasst. Und da der Markt der frei erwerblichen Liebe schon immer ein boomender Millionen-Markt war, ist und bleibt, ist die Frage, warum boomt er? Genau, hieraus ist die logische Folgerung, dass ein Großteil der fremdgehenden Männer eben genau dort fremd geht.

  4. Thilo

    Alex: Ich vermute mal, der Anteil der Homosexuellen ist da bereinigt, zumal ich vermute, dass deren Anteil unter Frauen etwa so hoch ist wie unter Männern. Aber wie gesagt, ich vermute das nur. Habe keine Zahlen.

    Katia: Daran dachte ich auch. Aber die entsprechenden Studien behaupten ja, repräsentativ zu sein. Und das müsste im Grunde bedeuten, dass alle sozialen Gruppen berücksichtigt sind. Bzw.: Es dürfte nicht sein, dass eine Ausbrechergruppe eine „repräsentative“ Statistik stört. Aber auch hier: Genaues weiß ich nicht. Bin eher gespannt, ob jemand wirklich die Lösung inkl. Zahlen hat.

  5. Babette

    Der, mit dem ich fremdgehe, ist ja nicht automatisch auch ein Fremdgänger. Wenn ich, gebunden, mit einem Single fremdgehe, bin ich die Fremdgängerin, er aber geht nicht fremd, er hat keine Partnerin. Also sagt die Statistik einfach, dass die Zahl der gebundenen Männer, die Sex außerhalb einer eigenen Beziehung haben, höher ist als die Zahl der gebundenen Frauen, die auswärtig Sex haben. Oder lieg ich jetzt völlig daneben?

    Babette

  6. Katia

    Thilo: Aber auch das ist ganz einfach zu erklären. Die Damen aus den Etablissements sind deshalb nicht in diesen Statistiken verfasst, weil es für sie ja kein Fremdgehen ist. Es ist ihr Job. Logisch, oder?

  7. Thilo

    Nee, Katia, das stimmt nicht. Wenn repräsentativ, dann sind auch diese Frauen erfasst. Viele Prostituierte haben PArtner, und sie würden im Sinne der Befragung ihren Job als „Fremdgehen“ angeben. Bei der Frage: Gehst du fremd oder nicht? würden sie „Ja“ angeben, allerdings ohne dabei anzugeben, dass sie es 36 Mal am Tag tun.

    Babette: Keine Ahnung. Zu viele Nebensätze für heute abend. ;-)

Beitrag kommentieren