Hostaria del Monte Croce

 

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Nilo del Guerra serviert Papardelle

Das Gebäude Mittenwalder Straße 6 in Kreuzberg sieht von außen nicht so aus, als beherberge es ein Restaurant. Mancher neue Gast sitzt verwundert im Taxi und fragt sich: Bin ich hier falsch? Doch er ist richtig. Die hier im Hinterhof in einem alten Pferdestall versteckte Hostaria del Monte Croce (Weinstube von Kreuzberg) hat keine Laufkundschaft. Die Gäste kommen nicht einfach so vorbei, weil sie auf der Suche nach Nahrung an einer Kneipe vorbeilaufen. Sondern man meldet sich an. Damit die Küche weiß, wie viel sie kochen muss.

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Die Hostaria bei Nacht: Restaurant im Pferdestall

Punkt 19.30 Uhr gibt es Essen. Kein Essen à la Carte. Man isst, was auf den Tisch kommt, mehrere Gänge, hervorragende Qualität, gut eingekauft und mit Feingefühl zubereitet. Da die Gäste zur gleichen Zeit das Gleiche bekommen, kann sich die Küche auf die einzelnen Gänge konzentrieren. Die Regel „Je voller die Karte, desto schlechter das Restaurant“ beweist sich hier im besten Umkehrschluss. Zu trinken gibt es nichts außer Wasser, Rotwein und Weißwein nach Belieben. Ist ein Krug leer, füllt der Gast am Fass nach.

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Lammbraten mit Gnocchi alla Romana

Der Italiener Nilo del Guerro bedient. Der Mann ist Fotograf und als Kellner ein Meister des Stils im lockeren Umgang mit Gästen. Leute wie er sind selten in der Berliner Gastronomie und entsprechend wertvoll und bemerkenswert – denn die von Studentinnen und Studenten durchsetzte Gastronomie Berlins fällt oft genug mit schlechtem Service auf. Obwohl Nilo durchs Haus fliegt, um bis zu 80 Gästen gleichzeitig das Essen zu bringen, plaudert er mit den Gästen und beweist, dass Spitzengastronomie nicht steif sein muss.

Das Menü wechselt monatlich und ist flexibel. Schon zu Beginn warnt Nilo die Gäste, nicht allzu viel von dem hervorragenden selbstgebackenen Brot zu essen, das sehr schnell sättigt. Und wer nicht weiß, welchen Umfang das Menü hat und zuschlägt, ist nach der dritten Vorspeise möglicherweise schon satt. Sehr schade, denn jeder einzelne Gang ist ein kulinarischer Hochgenuss.

Die Hostaria del Monte Croce ist definitiv mein Lieblingsrestaurant in Berlin. Ich kann sie uneingeschränkt allen empfehlen, die Sinn für hohe Essensqualität haben und wissen, dass Cola & Co. bei gutem Essen nichts verloren haben. Das April-Menü:

- Gorgonzola mit Staudensellerie
- Eingelegtes Gemüse Agro/dolce
- Verschiedene Sorten Salami und Coppa
- Bresaola mit Pistazien und Parmesan auf Piadina Frittata mit Carciofi und Salsiccia aus dem Backofen
- Hausgemachte Papardelle mit rotem Pesto, Ricotta und Rucola
- Lammbraten mit Gnocchi alla Romana
- Stubenküken mit Trauben, Pancetta und Rosmarinkartoffeln
- Himbeertiramisù
- Caffè und Digestivo

Dienstag bis Samstag, 19.30 bis 24.00 Uhr
51 Euro pro Person
Mittenwalder Straße 6, 10961 Berlin
Anmeldung unter (030) 6943968
Menü auf Anforderung per Fax

5 Kommentare zu „Hostaria del Monte Croce“

  1. Karin

    …ist ja lustig, dass Du das gerade heute schreibst….
    Damals, an Deinem Geburtstag, (wann war das, 2000?) hat der Wirt von diesem Restaurant uns das Geheimnis seines tollen Brotes verraten und gerade gestern habe ich es das erste Mal versucht…leider nur mit mäßigem Erfolg. Ich werde es wieder versuchen.
    Aber bestätigen kann ich, dass das Restaurant zwar recht teuer, aber jeden Cent wert ist.

  2. Thilo

    Teuer? 51 Euro für acht Gänge plus Getränke ohne Ende?

    Ja, das war 2000. Mein 30er. :-) Musste ich gestern auch dran denken.

  3. Karin

    …ok, nicht teuer aber ein Haufen Geld.

  4. Birgit

    Das Restaurant ist genial!

    @ Karin: Jaaaa! Direkt nach Thilos 30em in der Hostaria habe ich damals das Brotbacken begonnen, beeindruckt von dem Brot dort. Tipp: 30-40 Minuten im Ofen genügen, soll halt einfach ’ne schöne Kruste haben. Das Rezept verraten wir hier aber nicht!!!

    Habe das Rezept im Lauf der Jahre kontinuierlich abgewandelt zu einem inzwischen völlig anderen Brot (Dinkel statt Weizen, Vollkorn statt Weißmehl, weniger Wasser, Brotform statt Backblech, etc.) . :-)

  5. Thilo

    @ Birgit: Mach noch ein paar Jahre so weiter, dann wird aus dem Brot eine Lasagne oder ein Salat oder überbackenes Eis.

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