
Hier ist es: unser neues Buch! Man lese das „Business Book of Horror“, eine von Stefan Frädrich im GABAL-Verlag herausgegebene Anthologie über Horrorgeschichten aus dem Business-Leben. Neben Stefan und mir (Volvo!) berichten eine Menge Menschen von ihren Erfahrungen mit Unternehmen, etwa Eckart von Hirschhausen.
Meine Beobachtung, dass heutige Unternehmen immer arroganter und ignoranter werden, findet sich bestätigt: Ich! Bin! Nicht! Allein! Und ich hoffe, dass meine Erfahrungen mit meinem Auto Leid verhindern: Was ich mit Volvo erlebe, ist niemandem zu wünschen.

Aufmacher: Ich bin Kunde. Und das ist mein Problem.
Mit der Story rund um meinen Volvo XC70 macht das Buch auf – und vor allem mit meinen Erfahrungen mit der Volvo Car Germany GmbH in Köln und dem Autocenter Koch in Berlin. Hätte ich gewusst, wie die beiden Unternehmen mit mir umgehen, falls ich an ein Montagsauto geraten sollte, hätte ich von der Marke und von dem Autohaus abgesehen. Und darum muss ich die Menschheit warnen.
Nach Redaktionsschluss des Buches war der Horror mit meiner schmucken Zauberkutsche nicht zu Ende: Ich hatte drei Pannen in drei Monaten; zwei Mal war ein abgerutschter Turboschlauch die Ursache. Und nachdem auch nach mehrfachen Reparaturversuchen immer noch etwas am linken Hinterrad scheppert, schreibt mir Koch-Geschäftsführer Thomas Greitzke, er sehe das „Vertrauen“ gestört. Während ich nie weiß, ob ich Volvo vertrauen kann oder ob ich morgen zum sechsten Mal mit einer Panne liegen bleibe, gerne auf Langstrecke mit Gepäck, redet der Mensch, der den Verkauf dieses Autos an mich verantwortet, von „Vertrauen“, einem der Grundwerte der Marke Volvo.*

Gezeichnet von Timo Wuerz: Troll im Volvo XC70
Es geht nicht darum, dass man mal ein Montagsauto erwischt. Kommt vor. Sondern es geht darum, wie die verantwortlichen Unternehmen sich gegenüber einem Kunden benehmen. Es geht darum, dass ich seit den ersten Anzeichen von Mängelhäufung sowohl bei der Volvo Car Germany GmbH als auch beim Autohaus um eine Lösung bitte, aber bis heute keine zufriedenstellende Lösung angeboten bekomme.
Zuletzt schrieb der Anwalt des Autohauses an meinen Anwalt:
„Nach den uns vorliegenden Erkenntnissen müssen wir davon ausgehen, dass die von Ihnen kurz angerissene, von Ihrem Auftraggeber in der Vergangenheit bereits ausführlich behauptete Mangelhaftigkeit so nicht bestätigt werden kann, als dieser im Zeitraum von lediglich etwas mehr als zwei Jahren mit diesem Fahrzeug wohl mehr als 120.000 km gefahren war.“
Beim Autokauf war ich noch davon ausgegangen, Volvo sei für hohe Laufleistungen geeignet. Damit habe ich mich wohl geirrt, wenn ich den Gedanken des Koch-Anwalts richtig folge und mir die enorme Mängelliste dieses Autos so ansehe. Dass der Anwalt eines Volvo-Autohauses die Zuverlässigkeit von Volvos so relativert, ist sicher für Unternehmen spannend, die den Kauf von Volvos für den Taxi-Bestand oder für den Manager-Fuhrpark erwägen.
Abgesehen davon, dass ich mir nicht sicher bin, ob der Koch-Anwalt mit seinen Bemerkungen seinem Mandanten und dessen Image in der Öffentlichkeit dient: „Behauptet“ ist gut. Mir scheint, als kenne der Anwalt der Gegenseite das Ausmaß meiner Reklamationen nicht. Zigtausende Kilometer gehen schon mal ins Land, wenn man gegen eine Wand redet und ein Auto währenddessen normal nutzt. Vielleicht sollte er mal in den Leitz-Ordner schauen, der die Reparaturberichte und den unsäglichen Briefwechsel beinhaltet? Falls man fürs Aktenstudium keine Zeit hat, kann man sich ja im „Business Book of Horror“ informieren. Belegexemplare sind unterwegs, auch an den neuen Volvo-CEO in Göteborg, den das Deutschland-Marketing und diese Form der Image-Pflege vielleicht interessieren.

Kundenservice: Das Navi kannte die Prenzlauer Allee nicht, und Volvo verweigerte zunächst das kostenfreie Update
Die Volvo-Story wird noch viel Platz brauchen. Daher habe ich hier die Rubrik „Volvo“ eingerichtet. In wenigen Tagen berichte ich, was zwischen Buch-Redaktionsschluss und heute im Einzelnen geschehen ist, und bald folgen ein paar Filme über Youtube.
Kommentare würde ich am liebsten ausschließen, weil die Haftung für Blog-Kommentare ungeklärt ist. Aber ich lasse sie mal zu und bitte zugleich um Nachsicht, wenn ich lösche und redigiere. Schließlich lehnte Volvo-Deutschland-Sprecher Olaf Meidt am 8. Mai nicht nur jede Stellungnahme zu meinen Fragen ab, sondern stellte auch in Aussicht, er werde auf Veröffentlichungen „gegebenenfalls reagieren“. Das nehme ich mit Freude in Kauf, wenn es um meine Äußerungen geht, aber für die Auslassungen meiner Leserinnen und Leser möchte ich keine Verantwortung übernehmen.
Mich freut das „Business Book of Horror“ außerordentlich. In den Wirtschaftsabteilungen der Buchhandlungen fällt es durch sein gelungenes Cover extrem auf, und hält man es in der Hand, verwundert einen sofort die erhabene Haptik des Covers. Inhaltlich ist das Buch mehr als nur up-to-date, es beschreibt mehr als nur einen Trend, sondern eine Perspektive: Die Probleme im Buch sind Thema, egal mit wem man spricht, und es scheint, als könnte die verlogene Phase der PR-Schönfärberei demnächst ein Ende haben. Was nahezu alle Konsumenten und Nutzer wissen, wird nun offiziell: In immer mehr Unternehmen regieren Inkompetenz und Egozentrik, und das muss Folgen für die Unternehmenskultur haben. Zu spüren bekommen die Missstände in Unternehmen nicht mehr nur Mitarbeiter, sondern vor allem auch Kunden.
Das Thema „Corporate Inkompetenz“ wird mit Sicherheit neue Seminare und weitere Bücher generieren. Die Zielgruppe sind alle, die in Sachen Unternehmenskommunikation nicht nur warme Worte schwingen, sondern Kunden wirklich zufrieden stellen wollen. Wenn wir Glück haben, könnten im Zuge der Finanzkrise auch die kundenfeindlichen Unternehmen der heutigen Zeit bald dem oberflächlichen Shareholder Value den Rücken kehren und wieder Qualität bringen. Möglicherweise kommt ja wie bei den Banken nun auch im Management von Auto-, Software- und IT-Unternehmen die Erkenntnis an, dass das Vertrauen der Leute zerstört ist und sich nur noch in Form von Selbstbetrug in den Unternehmen hält. Die Lösung würde – wie bei den Banken – eine Art Rückbesinnung auf wahre Werte bedeuten. Vielleicht tut sich ja was, und bald wird eine Marke plötzlich nicht mehr schon alleine deswegen in die Grütze geritten, weil plötzlich ein bislang fremder Konzern der Eigentümer ist.
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* Bisherige Pannen: 1. Kraftstofffilter gelöst – Diesel-Havarie auf der Friedrichstraße; 2. Wirbelklappen gebrochen bei Bayreuth – Ersatzwagen-Arie, bei der ich Strecken für meinen Wagen und den Ersatzwagen bezahlen darf, also doppelt; 3. Kühlwasser leer direkt nach Abholung vom Getriebe-Austausch, bei dem auch der Kühler ausgebaut wird – eine Stunde Warterei um 23 Uhr auf der A 24 auf den Pannendienst; 4. Turboschlauch eins defekt bei Wolfen – Verabredung mit Freund aus den USA zum EM-Spiel Deutschland-Türkei verpasst und Strecke doppelt bezahlt; 5. Turboschlauch zwei defekt irgendwo in Nordrhein-Westfalen – wieder hunderte Kilometer in einem unkomfortablen Ersatzwagen unterwegs und Strecke doppelt bezahlt. Plus Reparaturen ohne Panne. Meine Ersatzwagen: mehrere V50, dann C30, V70 und XC70 bis zu XC90 und Autos anderer Marken wie etwa die schwierige B-Klasse, jeweils ohne Autotelefon, oft mit Schaltgetriebe und ohne Navi.



Bringste mir eins mit? :)
Hastu noch keins? Na gut, ich leg dir eins ins Auto.
Neue Manager braucht das Land; bei Banken wie Unternehmen. Mit den alten wird sich keine Kultur mehr ändern. Der Horror schlägt auf die Unternehmen zurück; direkt vom Kunden. Weiter so!
Kaufen! :-)
Stefan: Nee, ich bring dem Kollegen schon ein Gratis-Rezensionsexemplar mit, man ist schließlich Journalist.
Holger: Kriegst das Buch frei Haus geliefert, sofern das Auto die Strecke durchhält.
Ach, ein REZENSIONSexemplar? Das ist natürlich was ganz anderes.
Holger: Enjoy! :-)
Warum reisen Sie nicht vernünftigerweise mit Bahn (ggf. Flug) und Taxi bzw., wenn vor Ort nötig, mit Mietwagen? Gerade für Vielfahrer, die beruflich unterwegs und auf Flexibilität und Pünktlichkeit angewiesen sind, ist ein Privatauto irrational.
Selbst schuld.
Bei der Menge an Seminarmaterial brauche ich sowohl beim Bahnfahren als auch beim Fliegen professionelle Gepäckträger.