Anleitung zum Erfolg

 

1. Mach dir deine Ziele klar. Was willst du? Erfolgreiche Menschen wissen, was sie wollen. Erfolglose Menschen wissen das manchmal nicht. Darum sind erfolglose Menschen manchmal ziellos und ordnen sich Zielen anderer unter. Wer seine Ziele kennt, tut das nicht.

2. Mach dir klar, was andere wollen. Erfolgreiche Menschen wissen, was andere brauchen und wollen. Sie wissen, dass so etwas Nachfrage heißt. Und sie wissen, dass niemand etwas kauft, liest oder sich an die Wand hängt, wofür er keine Nachfrage hat. Erfolglose Menschen neigen manchmal zur egozentrischen Selbstbeschäftigung, manche von ihnen entwickeln sogar eine Paranoia und erklären die Welt für verrückt, die ihre sinnlosen Produkte nicht kauft. Und: Zu erkennen, was andere wollen, erfordert einen Perspektivenwechsel. Bist du Egozentriker, dann lass es, dann kannst du es nicht.

3. Überleg, was du kannst, und stärke deine Stärken. Erfolgreiche Menschen wissen, dass es keinen Sinn hat, an Schwächen zu arbeiten – herauskommt bestenfalls Mittelmaß. Ein guter Stürmer wird nicht in der Abwehr trainieren – erfolgreiche Menschen wissen, dass sich so kein Spiel gewinnen ließe. Sondern der Stürmer trainiert den Angriff, um ein Spitzenstürmer zu werden. Erfolgreiche Menschen lächeln über erfolglose Menschen, die meinen, sie müssten mittelmäßig werden, und die damit Jahre ihres kurzen Lebens vergeuden. Erfolgreiche Menschen machen ihre Stärken stärker und nutzen ihre Zeit, um durch ihre Stärken ihre Ziele zu erreichen. Mach also nicht alles richtig, sondern tu das Richtige. Studiere und trainiere nicht ein Fach richtig, für das du kein Talent hast. Sondern studiere und trainiere das richtige Fach. Dein Fach.

4. Überleg, was du gerne tust. Erfolgreiche Menschen wissen, dass es keinen Sinn hat, gegen seine innere Stimme anzuarbeiten. Sie wissen, dass sie dann am glücklichsten und erfolgreichsten werden, wenn sie mit ihrem Inneren in Einklang handeln. Erfolglose Menschen leben oft ein Doppelleben: das vor und das nach Feierabend. Viele leben in einer Schizophrenie, weil sie das, was sie tun, nicht gerne tun (dabei kann sie in einem freien Land niemand zwingen). Erfolglose Menschen verfolgen oft nicht ihre eigenen Ziele, sondern Ziele fremder Leute. Erfolgreiche Menschen bringen den Lebensinhalt und das Geldverdienen dagegen in Einklang. Sie leben von ihrem Leben und sind daher ausgeglichener und kraftvoller. Auch hier: Mach nicht alles richtig, sondern tu das Richtige. Studiere und trainiere also nicht ein Fach richtig, wofür dein Herz nicht schlägt. Sondern studiere und trainiere das richtige Fach. Dein Fach.

5. Überleg, wie du den anderen helfen kannst, das, was sie wollen, zu erreichen, indem du etwas tust, was du kannst und gerne tust. Erfolgreiche Menschen denken zuerst an andere und dann an sich. Sie wissen: Wenn du anderen helfen kannst, ihre Ziele zu erreichen, wird es für dich ein Leichtes sein, auch deine Ziele zu erreichen. Erfolglose Menschen sehen das nicht, sie denken oft nur an sich.

6. Hör nicht auf Gelehrte, sondern auf Erfahrene. Wenn du deine Geschäftsidee prüfst, dann frag nicht Leute, die studiert haben. Das sind meistens Theoretiker. Vergiss vollständig alle Menschen, die dem „Typus Lehrer“ ähneln. Sie wissen nicht, wie es geht – sie wären sonst keine Lehrer, sondern Macher. Frag erfolgreiche Menschen. Frag keine Professoren. Frag Self-made-Millionäre.

7. Sei beharrlich und lass dich nicht durch ausbleibende Anfangserfolge beirren. Erfolgskurven verlaufen exponentiell. Doch sie erscheinen dir zunächst vielleicht wenig aussichtsreich, weil du zu Beginn des Anstiegs möglicherweise eine Gerade vermutest. Hab Vertrauen in dich und deine Sache. Erfolgreiche Menschen haben ein Ziel im Kopf, handeln danach und lassen sich nicht beirren.

8. Akzeptiere, dass du am Anfang investierst – in der digitalen Bohème in der Regel Zeit. Erfolgreiche Menschen wissen, dass Erfolg sich mit der Zeit einstellt. Neben der Erfolgskurve läuft deine Aufwandskurve – sie geht zunächst steil nach oben und fällt dann flach ab. Kreuzen sich beide Kurven, ist das der Break-even-Point. Akzeptiere, dass es Zeit und Energie braucht, den Break-even-Point zu erreichen.

9. Sieh darüber hinweg, dass Menschen ohne Riecher für Geschäftsideen und ohne Ahnung von Märkten dich entmutigen wollen. Hör nicht auf Angestellte. Sie kennen den Zauber nicht, sonst wären sie nicht angestellt. Lass dich nicht von Journalisten beirren, die dich dem „Prekariat“ zuordnen, weil du gerade Zeit in deine Idee investierst. Sie sehen nicht, dass es sich dabei um eine Investition handelt. Bedenke: Viele Journalisten sind Freiberufler auf einem sterbenden Markt. Alleine dieser Umstand zeugt nicht von allzu viel Erfolgsbewusstsein. Manche freien Journalisten leben sogar am Existenzminimum – das wäre anders, wenn sie wüssten, wie Erfolg funktioniert. Dass zu Beginn einer Selbstständigkeit wenig Geld auf dem Konto ist, kann ein Gewerkschaftertyp gar nicht als Beginn von Erfolg erkennen – er denkt schließlich nur in fremdbestimmtem Leben mit regelmäßigen Zahlungen seitens eines feindlichen Unternehmens. Wenn es um „Erfolg“ geht, solltest du auf die Meinung erfolgloser Menschen keinen Wert legen.

10. Genieße deinen Erfolg und bedanke dich bei dir. Erfolgreiche Menschen wissen: Auf Anstrengungen folgen Pausen. Pausen sind wichtig. Nutze Pausen nicht nur zum mentalen Refreshing, und nutze sie nicht nur als Ideenquelle, sondern schalte auch bewusst ab. Sorge für Auszeiten. Erfolgreiche Menschen sind in einer Stunde oft so produktiv wie Angestellte in einem Monat oder erfolglose Menschen in einem Leben. Mach dir das bewusst. Du hast viel Zeit für dich verdient. Sei dir darüber klar, dass du gut bist, und genieße deinen Erfolg ohne Überheblichkeit. Denn die Menschen – das sind deine Kunden. Ihnen verhilfst du mit deiner Idee zu ihrem Glück.

9 Kommentare zu „Anleitung zum Erfolg“

  1. Anna N

    Schöner Text, macht auch „irgendwie“ Mut. Aber ist es denn wirklich so einfach: man weiß, was man kann, hat ne zündende Geschäftsidee und dann trudeln die Erfolge einfach so ein?
    Was ist, wenn einem die erforderliche Qualifikation fehlt und man sie auch nicht mehr erlangen kann, weil man „zu alt“ ist? Wie kommt dann trotzdem in die Nische, von der man denkt, dass man darin gut aufgehoben wäre? Glauben nicht alle, sie könnten gut schreiben?
    Ist da ein eigener Blog der Weg zum Durchbruch? Irgendein Hollywood-Produzent liest das und verfilmt die Beiträge?
    Ist es wirklich so einfach???
    Das sind mehr so rhetorische Fragen… muss man nicht unbedingt beantworten. Darf man aber!
    Schöne Grüße, danke für die schönen Texte,
    Anna

  2. Thilo

    Einfach ist es vielleicht nicht. Aber es geht, wenn man weiß, wie es geht, und wenn man sich danach richtet.

    Erforderliche Qualifikation: Was ist das? Wenn du keine Bäckerin bist, aber das beste Brot der Welt backst, dann stellst du die Leute ein, die die Qualifikation haben.

    Was ist zu alt? Ich sehe darin eine Ausrede. Für den Zauderer ist es zu früh, zu spät, zu hell, zu dunkel, er ist zu jung oder zu alt. Je nach Schweinehund.

    Die Nische findest du, indem du in dich reinhörst (Punkte 3 und 4) und indem du schaust, was davon andere suchen (Punkt 5).

    Glauben nicht alle, sie könnten gut schreiben? Wenn ja, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass manche bei Punkt 3 einer Fehleinschätzung unterliegen. Schätzt du dich auf deinem Gebiet richtig ein? Dann ist die Fehleinschätzung der anderen dein Wettbewerbsvorteil.

    Hollywood-Produzenten: Solltest du persönlich kennen. Willst du ein Drehbuch in Hollywood verfilmt haben, solltest du hinfahren und die entsprechenden Leute kennen lernen. Die Story selber macht 20 Prozent deines Erfolges aus, die richtigen Kontakte sorgen für die restlichen 80.

  3. Anna N

    Vielen Dank für deine wirklich sehr hilfreichen Antworten! Zu alt ist keine Ausrede, da man für den Besuch einer Journalistenschule höchstens bis 30 Jahre alt sein darf. Und das wäre ja nicht die schlechteste Qualifikation gewesen!
    Es gibt bestimmt aber einen Weg, sich irgendwie seitlich in die Nischen hineinzumogeln.
    Gut schreiben: ich bin mir da nicht sicher, ob ich das kann, denn Selbstzweifel ist mein zweiter Vorname. :) Das geht von „sicher- über: auf keinen fall- bis zu: vielleicht, könnte sein“.
    Danke für die Exclusiv-Beratung. :)

  4. A.

    Nun, erinnert mich dann aber doch irgendwie an Dale Carnegie. Aber das bedeutet ja nichts schlechtes.
    Besonders wichtig finde ich immer: „Ehrliche, herzliche Begeisterung ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.“

  5. Frank

    Zwei Dinge dazu:
    1. materiell verbringe ich auch viele Jahre am Rande des Existenzminimums (zur Zeit nicht so nah am rand).
    2. immateriell habe am rande des Existenzminimums gelebt, während es mir materiell recht gut ging.

    Was sagt mir das? Das eine hat nicht unbedingt mit dem anderen zu tun. Und wenn, dann aus meiner persönlichen Erfahrung eher sich ausschließend. Denn mehr Geld verdiente ich in der Regel mit Dingen, die mir nicht so wichtig waren und wo es mir leichter fiel, Kompromisse einzugehen. Doch diese Arbeiten sind eher bedeutungslos, manchmal betrachte ich sie im nachhinein sogar als schädlich, was die Zeit betrifft, die mir diese Dinge gekostet haben. Wenn ich tue, was ich tue, nehme ich eben in Kauf, daß vielleicht kein Markt oder wenig Nachfrage da ist. Manchmal kann man tatsächlich davon nicht leben! Aber deshalb was anderes zu tun, nur weil da ein potentieller Abnehmermarkt besteht, halte ich für falsch, wenn ich das Gefühl nicht loswerde, daß ich das, was ich dann tue, eigentlich nur für Geld tue.
    Sicher, die o.g. Punkte sind eine Art Schlagwort-Ratgeber a la 5-Minuten-Terrine und daher a bisserl flach geraten, geht wohl auch nicht anders in dem Fall. Ich würde dann aber lieber ganz drauf verzichten – wer das als Motivation braucht, sein Ding zu machen, dem ist eh nicht zu helfen, auch nicht mit solchen Ratschlägen, obwohl ich gar nicht bezweifle, daß sie gut gemeint sind.

  6. Birgit

    Ich fände manche Deiner Texte um Klassen besser und für einen logisch denkenden Menschen schlüssiger zu lesen, wenn sie frei wären von unzutreffenden Verallgemeinerungen.

    Beispiel „Hör nicht auf Angestellte. Sie kennen den Zauber nicht, sonst wären sie nicht angestellt“.

    Herablassend und abwertend wirkende Bemerkungen über Angestellte sind sicher nicht nötig, um das, was Du wirklich sagen willst, überzeugend zu vermitteln.

    Auch Sätze wie „Erfolgreiche Menschen lächeln über erfolglose Menschen …“ würde ich mir verkneifen. Klingt abwertend, nicht motivierend.

    Wie wär’s stattdessen mit der Anwendung von
    „Genieße deinen Erfolg ohne Überheblichkeit. Denn die Menschen – das sind deine Kunden. Ihnen verhilfst du mit deiner Idee zu ihrem Glück.“

  7. Thilo

    Als ich angestellt war, hatte ich keine Ahnung von dem Zauber. Die Anstellung zu beenden war wie aus einem bösen Traum aufwachen, wie das Entkommen aus einer Blackbox. Ich hätte damals nie geglaubt, dass ich einmal wissen würde, was ich jetzt weiß. Und dass ich das alles nicht wusste, hatte den Grund, dass ich bis dato angestellt war.

  8. Lydia

    Auf der Suche von Informationen bin ich hier gelandet, und ich bin jemand, der gerade und seit einigen Monaten bis Jahren seine eigenen Ideen verwirklicht. Manchmal muss man mit dem Kopf durch die Wand, manchmal ist es schwer sich selbst immer im Griff – also in der Verantwortung – zu haben, manchmal zweifeln alle außer man selbst an dem Plan. Aber egal, man braucht Mut, Mut, Mut, und natürlich die Energie, für seine eigenen Ziele zu leben.
    Der Text ist ein Ratgeber, manchmal doch etwas zu be-wert-end, aber immerhin versucht er Hinweise zu geben, wie man sich orientieren kann. Das sagt einem doch keiner, und witzige Existenzberatungen sind nicht wirklich dann die Entscheider – das ist man immer selbst. Es geht immer um den Mut zur Entscheidung. Erfolgreiche Menschen entscheiden einfach schneller, oft eben ohne Rücksicht auf Verluste. Damit wären wir bei den Egozentrikern – was wären Künstler ohne Ihre Egozentrik (, z.B. Immendorf)?

    Romane will ich hier nicht verfassen. Fazit: Auch dieser Text dient dazu, sich seinen eigenen Reim zu bilden. Und sich das daraus zu entnehmen, was man benötigt – für seinen eigenen Mut.

    So far, einen guten Tag!

  9. Zafar Khan

    Erfolg für wahr krönnt die Gläubigen.

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