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	<title>Kommentare zu: Digitale Bohème und Armut (1/2)</title>
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	<description>Thilo Baum: Klartext-Experte</description>
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		<title>Von: Thilo</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/business/digitale-boheme-und-armut/comment-page-1/#comment-6529</link>
		<dc:creator>Thilo</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Sep 2007 19:40:04 +0000</pubDate>
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		<description>Hallo Jorge, danke f&#252;r deinen Kommentar!

F&#252;r mich ist die digitale Bohème keine homogene Gruppe, ich denke, die Leute sind ziemlich unterschiedlich. Manche sind Mitte zwanzig, andere um die vierzig, und auch inhaltlich gibt es sicher eine enorme Vielfalt.

Bei mir um die Ecke ist das St. Oberholz, ein Eckcafé im L&#228;rm des Rosenthaler Platzes. Trotz L&#228;rm und Chaos sitzen im Sommer Leute mit Laptop auf den Knien drau&#223;en, jetzt sitzen sie eher drinnen. Ich selbst k&#246;nnte in so einer lauten Umgebung wohl nicht arbeiten, aber dennoch m&#246;chte ich mir kein so hartes Urteil erlauben: Ich wei&#223; nicht, was die Leute auf ihren Bildschirmen haben und woran sie arbeiten.

Um zu entscheiden, ob jemand ein Schw&#228;tzer ist oder nicht, bedarf es meines Erachtens mehr als nur des schnellen Betrachtens einer Szene. Auch wenn dir Berlin momentan wie ein Sammelsurium an Oberfl&#228;chlichkeiten erscheint (mir manchmal auch), bin ich mir sicher, dass nicht alles dem Schein entspricht. Ich bin zum Gl&#252;ck schon oft genug positiv &#252;berrascht worden.

Man sieht Menschen nicht an, was sie denken: Oft findet man Menschen auf den ersten Blick gut und merkt erst mit der Zeit, dass sie hohl sind - und andersherum h&#228;lt man manche Menschen erst f&#252;r bescheuert und entdeckt mit der Zeit einigen Tiefgang. Und das finde ich wundervoll.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Jorge, danke f&#252;r deinen Kommentar!</p>
<p>F&#252;r mich ist die digitale Bohème keine homogene Gruppe, ich denke, die Leute sind ziemlich unterschiedlich. Manche sind Mitte zwanzig, andere um die vierzig, und auch inhaltlich gibt es sicher eine enorme Vielfalt.</p>
<p>Bei mir um die Ecke ist das St. Oberholz, ein Eckcafé im L&#228;rm des Rosenthaler Platzes. Trotz L&#228;rm und Chaos sitzen im Sommer Leute mit Laptop auf den Knien drau&#223;en, jetzt sitzen sie eher drinnen. Ich selbst k&#246;nnte in so einer lauten Umgebung wohl nicht arbeiten, aber dennoch m&#246;chte ich mir kein so hartes Urteil erlauben: Ich wei&#223; nicht, was die Leute auf ihren Bildschirmen haben und woran sie arbeiten.</p>
<p>Um zu entscheiden, ob jemand ein Schw&#228;tzer ist oder nicht, bedarf es meines Erachtens mehr als nur des schnellen Betrachtens einer Szene. Auch wenn dir Berlin momentan wie ein Sammelsurium an Oberfl&#228;chlichkeiten erscheint (mir manchmal auch), bin ich mir sicher, dass nicht alles dem Schein entspricht. Ich bin zum Gl&#252;ck schon oft genug positiv &#252;berrascht worden.</p>
<p>Man sieht Menschen nicht an, was sie denken: Oft findet man Menschen auf den ersten Blick gut und merkt erst mit der Zeit, dass sie hohl sind &#8211; und andersherum h&#228;lt man manche Menschen erst f&#252;r bescheuert und entdeckt mit der Zeit einigen Tiefgang. Und das finde ich wundervoll.</p>
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		<title>Von: Jorge</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/business/digitale-boheme-und-armut/comment-page-1/#comment-6497</link>
		<dc:creator>Jorge</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 29 Sep 2007 12:52:19 +0000</pubDate>
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		<description>Guten Tag Thilo,

Mit etwas Versp&#228;tung habe ich dein Artikel gelesen und genau verfolgt und dabei f&#228;llt mir etwas auf:

Mein Kommentar bezieht sich auf die Stadt Berlin,da zur Zeit Berlin (so wie ich es wahrgenommen habe) die Haupstadt der bin&#228;ren Bohemiens ist. Faktum ist,dass in unz&#228;hligen Begegnungen in Szenelokalen das Thema Geld und erfolg immer noch mit gemischten Gef&#252;hlen oder gar Ablehnung angeschnitten wird als ob Geld bzw. Erfolg etwas w&#228;re wof&#252;r man sich sch&#228;men sollte.

Dabei hast eine allgemeine Tendenz erw&#228;hnt:Viele Stadtbewohner glauben immer noch,dass wenn Erfolg bei A sichtbar wird,muss B unbedingt darben.Vor allem unter &#228;lteren Bohemiens ist die sch&#228;dliche Denkweise verbreitet nach welcher Geld den Charakter ruiniert und dabei handelt es sich oft um ein moralisch korrektes M&#228;ntelchen um entweder das eigene Versagen oder die eigene Leere zu vertuschen.

Andere Bohemiens (vor allem in Mitte,Prenzlberg) die j&#252;nger sind,sind mir vor allem dadurch aufgefallen,dass sie stundenlang in Cafes oder Bars mit Laptop und alles geradezu hochfliegende Pl&#228;ne schmieden bei Getr&#228;nken,die schon eiskalt sind weil diese so lange herumstehen.Je &#246;fters ich in Berlin bin desto eher kommt mir vor,dass obwohl krude soziale Realit&#228;ten,die mich an mein Heimatland erinnern (Peru) immer besser sichtbar werden,gibt es immer noch zu viele...sagen wir: Tr&#228;umer an welchen diese ebengenannten Realit&#228;ten vorbeiziehen.

Die Digitale Boheme ist insofern f&#252;r die grosse Masse der Bohemiens die Fortsetzung der Pubert&#228;t mit anderen Mitteln.Ich schreibe aus einer Stadt die von Geld und Gier regiert wird (Z&#252;rich) deswegen f&#228;llt es mir so auf.

Gruss aus der Limmatstadt (Ups!,ich muss wieder losd&#252;sen,muss schuften!)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Guten Tag Thilo,</p>
<p>Mit etwas Versp&#228;tung habe ich dein Artikel gelesen und genau verfolgt und dabei f&#228;llt mir etwas auf:</p>
<p>Mein Kommentar bezieht sich auf die Stadt Berlin,da zur Zeit Berlin (so wie ich es wahrgenommen habe) die Haupstadt der bin&#228;ren Bohemiens ist. Faktum ist,dass in unz&#228;hligen Begegnungen in Szenelokalen das Thema Geld und erfolg immer noch mit gemischten Gef&#252;hlen oder gar Ablehnung angeschnitten wird als ob Geld bzw. Erfolg etwas w&#228;re wof&#252;r man sich sch&#228;men sollte.</p>
<p>Dabei hast eine allgemeine Tendenz erw&#228;hnt:Viele Stadtbewohner glauben immer noch,dass wenn Erfolg bei A sichtbar wird,muss B unbedingt darben.Vor allem unter &#228;lteren Bohemiens ist die sch&#228;dliche Denkweise verbreitet nach welcher Geld den Charakter ruiniert und dabei handelt es sich oft um ein moralisch korrektes M&#228;ntelchen um entweder das eigene Versagen oder die eigene Leere zu vertuschen.</p>
<p>Andere Bohemiens (vor allem in Mitte,Prenzlberg) die j&#252;nger sind,sind mir vor allem dadurch aufgefallen,dass sie stundenlang in Cafes oder Bars mit Laptop und alles geradezu hochfliegende Pl&#228;ne schmieden bei Getr&#228;nken,die schon eiskalt sind weil diese so lange herumstehen.Je &#246;fters ich in Berlin bin desto eher kommt mir vor,dass obwohl krude soziale Realit&#228;ten,die mich an mein Heimatland erinnern (Peru) immer besser sichtbar werden,gibt es immer noch zu viele&#8230;sagen wir: Tr&#228;umer an welchen diese ebengenannten Realit&#228;ten vorbeiziehen.</p>
<p>Die Digitale Boheme ist insofern f&#252;r die grosse Masse der Bohemiens die Fortsetzung der Pubert&#228;t mit anderen Mitteln.Ich schreibe aus einer Stadt die von Geld und Gier regiert wird (Z&#252;rich) deswegen f&#228;llt es mir so auf.</p>
<p>Gruss aus der Limmatstadt (Ups!,ich muss wieder losd&#252;sen,muss schuften!)</p>
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	<item>
		<title>Von: Frank</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/business/digitale-boheme-und-armut/comment-page-1/#comment-3033</link>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2007 12:55:25 +0000</pubDate>
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		<description>Nun, ich hatte da durchaus Erfolg, wo es den Redakteuren ebenfalls um Inhalte und Qualit&#228;t ging, statt nur um Hype, Wichtigtuerei und Trittbrettfahren.
Mir ist nat&#252;rlich klar, da&#223; ein mensch wie du das Wort &quot;Erfolg&quot; nicht nur materiell siehst. Ich war absichtlich etwas provokativ, um eben drauf aufmerksam zu machen, da&#223; man Erfolg nicht nur aus dem monet&#228;ren Blickwinkel sieht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nun, ich hatte da durchaus Erfolg, wo es den Redakteuren ebenfalls um Inhalte und Qualit&#228;t ging, statt nur um Hype, Wichtigtuerei und Trittbrettfahren.<br />
Mir ist nat&#252;rlich klar, da&#223; ein mensch wie du das Wort &#8222;Erfolg&#8220; nicht nur materiell siehst. Ich war absichtlich etwas provokativ, um eben drauf aufmerksam zu machen, da&#223; man Erfolg nicht nur aus dem monet&#228;ren Blickwinkel sieht.</p>
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		<title>Von: Thilo</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/business/digitale-boheme-und-armut/comment-page-1/#comment-3027</link>
		<dc:creator>Thilo</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2007 08:44:53 +0000</pubDate>
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		<description>Ja, ich finde auch, dass die selbstverliebte Etikettierung gew&#246;hnlicher sozialer Ph&#228;nomene nervt. &quot;Generation Golf&quot;, &quot;Generation Praktikum&quot;, &quot;digitale Bohème&quot;, &quot;neue B&#252;rgerlichkeit&quot;, &quot;neue Mitte&quot;, &quot;Google-Gesellschaft&quot; - alles selbstgef&#228;lliges Zeug, das die Leute schick erscheinen lassen soll, die es erfinden und nutzen. Damit lassen sich trendige Zeitgeistb&#252;cher schreiben, die nach wenigen Jahren keiner mehr liest. Und das ist ja genau das, was ich sagen will, auch wenn ich den Begriff &quot;digitale Bohème&quot; zur Abgrenzung verwende: Es ist nichts Neues. Die bisherigen Regeln des Marktes gelten immer noch und auch da.

Und noch eine kleine Anmerkung, Frank: Du schreibst, dass du damals erfolglos warst, habe dir nichts ausgemacht. Doch du warst nur finanziell nicht erfolgreich. Im immateriellen Sinne warst du es. Und du hast den Erfolg vermutlich auch genossen. Man kann Erfolg haben im Sinne von Geld, Ansehen, innerer Ruhe, Selbstbest&#228;tigung, sexueller Attraktivit&#228;t und so weiter. Erfolg ist f&#252;r mich, ein solches Ziel zu erreichen, wenn man es hat. Gl&#252;cklich sein mit wenigem halte ich auch f&#252;r einen Erfolg.

Ich wei&#223;, dass man bei &quot;Erfolg&quot; meist gleich an Geld denkt, und daran ist mein Beitrag auch ausgerichtet. Aber wenn man erfolgreich sein will (egal in welcher Bedeutungsdimension des Wortes), gelten so Pi mal Daumen die beschriebenen Grunds&#228;tze.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ja, ich finde auch, dass die selbstverliebte Etikettierung gew&#246;hnlicher sozialer Ph&#228;nomene nervt. &#8222;Generation Golf&#8220;, &#8222;Generation Praktikum&#8220;, &#8222;digitale Bohème&#8220;, &#8222;neue B&#252;rgerlichkeit&#8220;, &#8222;neue Mitte&#8220;, &#8222;Google-Gesellschaft&#8220; &#8211; alles selbstgef&#228;lliges Zeug, das die Leute schick erscheinen lassen soll, die es erfinden und nutzen. Damit lassen sich trendige Zeitgeistb&#252;cher schreiben, die nach wenigen Jahren keiner mehr liest. Und das ist ja genau das, was ich sagen will, auch wenn ich den Begriff &#8222;digitale Bohème&#8220; zur Abgrenzung verwende: Es ist nichts Neues. Die bisherigen Regeln des Marktes gelten immer noch und auch da.</p>
<p>Und noch eine kleine Anmerkung, Frank: Du schreibst, dass du damals erfolglos warst, habe dir nichts ausgemacht. Doch du warst nur finanziell nicht erfolgreich. Im immateriellen Sinne warst du es. Und du hast den Erfolg vermutlich auch genossen. Man kann Erfolg haben im Sinne von Geld, Ansehen, innerer Ruhe, Selbstbest&#228;tigung, sexueller Attraktivit&#228;t und so weiter. Erfolg ist f&#252;r mich, ein solches Ziel zu erreichen, wenn man es hat. Gl&#252;cklich sein mit wenigem halte ich auch f&#252;r einen Erfolg.</p>
<p>Ich wei&#223;, dass man bei &#8222;Erfolg&#8220; meist gleich an Geld denkt, und daran ist mein Beitrag auch ausgerichtet. Aber wenn man erfolgreich sein will (egal in welcher Bedeutungsdimension des Wortes), gelten so Pi mal Daumen die beschriebenen Grunds&#228;tze.</p>
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		<title>Von: Frank</title>
		<link>http://www.thilo-baum.de/lounge/business/digitale-boheme-und-armut/comment-page-1/#comment-3016</link>
		<dc:creator>Frank</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 22 May 2007 01:57:28 +0000</pubDate>
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		<description>Diesen Beitrag kommentiere ich mit gemischten Gef&#252;hlen. Doch zun&#228;chst ein Wort &#252;ber den Begriff &quot;digitale Boheme&quot;. Den finde ich schwachsinnig. Das, was da beschrieben wird (ich hab das ebook gelesen), ist &#252;berhaupt nicht neu oder revolution&#228;r, noch ist es digital oder erst seit dem Aufkommen des Internets verbreitet. Ich habe das schon gelebt, als es in D noch gar keine PCs gab. All das gabs da schon: Menschen, denen soziale Kontakte wichtiger sind als Karriere, Menschen, die Lebensqualit&#228;t nicht an Geld und materiallen Dingen festmachen, die ewigen Revoluzzer, die gegen alles und jeden sind (teuls sogar gegen sich selbst), Schw&#228;tzer, Berufsjugendliche, Aussteiger - die nur so lange welches ind, bis sie endlich doch noch irgendwie ihren Seiteneinstieg gefunden haben usw usw usw.
Zum Thema, wer warum erfolgreich ist oder nicht.
Um (ich habe von 1990 bis etwa 2000 Radio gemacht) bei Feature und H&#246;rspiel auf Dauer &quot;erfolgreich&quot; zu sein, d.h. Manuskripte und H&#246;rspiele zu verkaufen an die Sender, h&#228;tte ich mich prostituieren und mich selbst verraten m&#252;ssen. Da&#223; ich aufgrunddessen nicht wirklich erfolgreich war, macht mir nichts aus. Da gab es so viele Redakteure, die damals schon so sch&#228;big waren wie viele heute auch (ich meine tats&#228;chlich menschlich sch&#228;big!), da&#223; es einem oft den Atem verschlug. Die wenigen Ausnahmen (und die gab es) k&#228;mpften einen aussichtslosen Kampf in den eigenen Reihen. Mich von diesem Metier zu verabschieden fiel mir nicht schwer nach den Jahren. Also war ich da durchaus erfolglos. Aber es hatte nichts damit zu tun, ob ich die Mechanismen kenne und mich ihrer zu bedienen wei&#223;. Es hat etwas damit zu tun, da&#223; ich mich ihrer nicht bedienen wollte. Und da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Es gibt auch in der heutigen Kulturszene so viele mechanismen, die ich schlichtweg zum Kotzen finde, da&#223; ich mich damit nicht beflecken will. Kurz: es kann auch eine bewu&#223;te Entscheidung, eine Charakterfrage, sein, ob man zu den herrschenden Bedingungen mitspielen und erfolgreich sein will, oder ob man es l&#228;&#223;t. Ich lasse es oftmals und bin mit mir selbst im Reinen - und das ist mir wichtiger als der &quot;Erfolg&quot;. Ich wollte das nur mal loswerden, weil mir da der Fokus etwas zu eingleisig war beim Lesen. Von diesen Punkten mal abgesehen finde ich den Beitrag sehr lesenswert.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Diesen Beitrag kommentiere ich mit gemischten Gef&#252;hlen. Doch zun&#228;chst ein Wort &#252;ber den Begriff &#8222;digitale Boheme&#8220;. Den finde ich schwachsinnig. Das, was da beschrieben wird (ich hab das ebook gelesen), ist &#252;berhaupt nicht neu oder revolution&#228;r, noch ist es digital oder erst seit dem Aufkommen des Internets verbreitet. Ich habe das schon gelebt, als es in D noch gar keine PCs gab. All das gabs da schon: Menschen, denen soziale Kontakte wichtiger sind als Karriere, Menschen, die Lebensqualit&#228;t nicht an Geld und materiallen Dingen festmachen, die ewigen Revoluzzer, die gegen alles und jeden sind (teuls sogar gegen sich selbst), Schw&#228;tzer, Berufsjugendliche, Aussteiger &#8211; die nur so lange welches ind, bis sie endlich doch noch irgendwie ihren Seiteneinstieg gefunden haben usw usw usw.<br />
Zum Thema, wer warum erfolgreich ist oder nicht.<br />
Um (ich habe von 1990 bis etwa 2000 Radio gemacht) bei Feature und H&#246;rspiel auf Dauer &#8222;erfolgreich&#8220; zu sein, d.h. Manuskripte und H&#246;rspiele zu verkaufen an die Sender, h&#228;tte ich mich prostituieren und mich selbst verraten m&#252;ssen. Da&#223; ich aufgrunddessen nicht wirklich erfolgreich war, macht mir nichts aus. Da gab es so viele Redakteure, die damals schon so sch&#228;big waren wie viele heute auch (ich meine tats&#228;chlich menschlich sch&#228;big!), da&#223; es einem oft den Atem verschlug. Die wenigen Ausnahmen (und die gab es) k&#228;mpften einen aussichtslosen Kampf in den eigenen Reihen. Mich von diesem Metier zu verabschieden fiel mir nicht schwer nach den Jahren. Also war ich da durchaus erfolglos. Aber es hatte nichts damit zu tun, ob ich die Mechanismen kenne und mich ihrer zu bedienen wei&#223;. Es hat etwas damit zu tun, da&#223; ich mich ihrer nicht bedienen wollte. Und da liegt der Hase im Pfeffer begraben. Es gibt auch in der heutigen Kulturszene so viele mechanismen, die ich schlichtweg zum Kotzen finde, da&#223; ich mich damit nicht beflecken will. Kurz: es kann auch eine bewu&#223;te Entscheidung, eine Charakterfrage, sein, ob man zu den herrschenden Bedingungen mitspielen und erfolgreich sein will, oder ob man es l&#228;&#223;t. Ich lasse es oftmals und bin mit mir selbst im Reinen &#8211; und das ist mir wichtiger als der &#8222;Erfolg&#8220;. Ich wollte das nur mal loswerden, weil mir da der Fokus etwas zu eingleisig war beim Lesen. Von diesen Punkten mal abgesehen finde ich den Beitrag sehr lesenswert.</p>
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