Kein Job? Klar, bei dem Selbstbetrug!

„Jung, qualifiziert, arbeitslos“ heißt eine Geschichte im „Stern“ (44/2009), die mir seltsamerweise erst jetzt in die Finger gekommen ist. Der „Stern“ zeigt exemplarisch, wie sehr er selbst die moderne Zeit und die sich wandelnde Arbeitswelt nicht kapiert, ähnlich wie die hier bereits zerlegte Leserbriefschreiberin im „Spiegel“.

„Sie haben gebüffelt und geackert – jetzt will sie niemand haben“, lautet der Vorspann. „Berufseinsteiger trifft der Wirtschaftsabschwung besonders hart.“ Pech, würde ich sagen: Wer jahrelang in Schule und Uni die falschen Denkmuster paukt und am Ende meint, ihm stehe ein Job zu, der irrt sich eben.

Eine Frau wähnte ihren Vertrag als Unternehmensberaterin für ein Automobilunternehmen sicher. Hm. Seit wann sind das feste Jobs? Wie kann jemand, der die Branche kennt, von „Sicherheit“ sprechen? Doch dann platzt der Deal im letzten Moment, und der „Stern“ zitiert die jammernde Frau: „Für mich war das die absolute Katastrophe.“ Was für eine Unternehmensberaterin hätte die Dame abgegeben? Wer Unternehmen berät, sollte selbst welche aufziehen und leiten können. Warum will sie sich fest anstellen lassen? Nun hangelt sie sich von Praktikum zu Praktikum. Hm. Wer tut das, der oder die als „Unternehmensberaterin“ auf den Markt drängt?

„Plötzlich steht eine Generation, die eigentlich alles richtig gemacht hat, vor verschlossenen Türen“, jammert der „Stern“. Falsch. Wer alles richtig macht, dem öffnen sich die Türen. Die Leute handeln eben nicht richtig. Sie tun wie die Lemminge millionenfach das Falsche und halten sich an die falschen Rezepte. Sie denken im Bewerber-Schema und ignorieren die Weiten des Marktes. Sie glauben, nur der Arbeitsmarkt sei ein Markt. Das ist naiv und beschränkt. Aber man hat es ihnen eben so beigebracht. Lehrer denken nun mal selten unternehmerisch, sonst wären sie vermutlich kaum Lehrer.

„Ein Teil der Elite von morgen muss sogar Hartz IV beantragen“, schreibt der „Stern“. Auch falsch, Leute. „Elite“, wenn es die gibt, beantragt kein Hartz IV. „Elite“ sucht und findet einen Weg, um das Beste aus einer Situation zu machen. „Elite“ macht sich selbstständig, gründet Unternehmen und schafft die Arbeitsplätze, die die Jammerer so dringend brauchen. „Elite“ vernetzt sich. „Elite“ denkt zuerst und handelt dann. Und „Elite“ verlässt sich vor allem nicht auf vage Zusagen irgendwelcher Manager, glaubt an irrationale Ansprüche auf Geld seitens fremder Leute und rennt hinterher zum Amt.

„Bei einer der größten Jobmessen, dem Kölner Absolventenkongress, hat sich die Zahl der angebotenen freien Stellen von 20.000 auf 10.000 halbiert“, schreibt der „Stern“. Für jede/n, der oder die sein/ihr Leben in die Hand nimmt, ein deutliches Zeichen: Vergesst die Festanstellung. „Elite“ reagiert auf den Markt, sie sieht solche Zeichen.

Aber was macht die Dame aus der Story? Schreibt immer noch Bewerbungen. Laut „Stern“ siebzig Stück. Trotz der klaren Signale seitens der Umwelt reitet sie weiter ihr totes Pferd, von dem sie laut einem indianischen Sprichwort besser absteigen sollte. Wie klug ist das? Wie intelligent? Ähnlich wie bei der jammernden Akademikerin aus dem „Spiegel“ hält auch der „Stern“ in seiner Denkweise daran fest, lieber regelorientiert das Alte anzuwenden, auch wenn es ausgedient hat. Statt dass sich diese Leute endlich auf ihr geistiges Potenzial besinnen, wenn sie der „Stern“ schon „Elite“ nennt, und sich verdammt noch mal hinsetzen und überlegen, was sie mit ihrem Potenzial auf die Beine stellen können. Wenn es da in Sachen Kreativität und Vorstellungsvermögen nicht ausreicht, dass sich was Sinnvolles findet, dann ist das doch keine „Elite“.

Und die Dame aus der Story will – wie süß – eine Frage von Personalchefs nicht mehr hören: „Warum haben Sie eigentlich noch keinen Job?“ Was für eine fantasielose Frage von 9-to-5-Managern. „Warum haben Sie eigentlich noch kein Einkommen?“, sollte die Frage lauten. „Warum haben Sie noch keine Firma gegründet? Warum haben Sie noch keine Geschäftsidee gefunden? Warum verschwenden Sie Ihre Zeit mit sinnlosen Bewerbungen?“ Aber solange die Personaler nur nach dem Ausbleiben einer Anstellung fragen, ist ihr Feedback wertlos, denn auch sie sehen nur einen Minimalausschnitt der Realität. Zumal sie mit dieser Haltung selbst plötzlich auf der Straße landen können und sich als Hartz-IV-Kunden wieder finden, wenn sie sich so beharrlich weigern, endlich mal außerhalb ihres gewohnten Rahmens zu denken. Warum, ihr selbstherrlichen Personaler, habt ihr denn meistenteils selbst keinen Plan B für den Fall, dass euer Arbeitgeber abschmiert? Ihr seid doch auch nur Indianer! Sollten wir, wenn es um Erfolg geht, auf Leute hören, die Misserfolgsmustern folgen? Natürlich nicht. Also: Was spielt die Meinung solch unkreativer Leute eine Rolle?

Warum sind wir hierzulande eigentlich so regelorientiert? Wieso mangelt es uns derart an Vorstellungsvermögen, dass wir so sehr an sterbenden Modellen festhalten und dann auch noch behaupten, wir würden alles richtig machen? Warum recyceln Medien diese falschen Denkmuster? Mir scheint, als hätten wir es hier mit einem kollektiven und sehr fatalen Selbstbetrug zu tun. Und wir sollten in der Tat neu über die Behauptung mancher Menschen sprechen, sie seien „intelligent“ oder gar eine „Elite“.

23 Kommentare zu „Kein Job? Klar, bei dem Selbstbetrug!“

  1. Andreas

    Uff. Ja, das ist Klartext.

  2. Pe-Su-Ki

    Wer entscheidet überhaupt wer zur Elite gehören soll. Und wer sagt dass diejenigen es Richtig machen würden, wenn es sie erwischt und sie den Job verlieren.

  3. Thilo

    Ich vermute dahinter ein Kartell aus Verfechtern des Bewerber/Arbeitnehmer/Arbeitslosen-Schemas. Für irgendwelche Leute scheint es ganz prima zu sein, wenn die Menschen weiterhin klein denken.

    Elite? Die „Besseren“ vielleicht. Aber inwiefern besser? Bildungsmäßig? Bloß nicht, dafür gibt es viel zu viele dumme Gebildete. Für mich gehört jeder Wurstbudenbesitzer zur Elite, weil er sein Leben selbst in die Hand nimmt. Ist aber natürlich auch nur eine Meinung.

  4. Dagmar

    Zitat: „Plötzlich steht eine Generation, die eigentlich alles richtig gemacht hat, vor verschlossenen Türen“, jammert der „Stern“. Zitat Ende

    Das Schlüsselwort ist „eigentlich“.
    „Eigentlich“ geht es mir gut.
    „Eigentlich“ habe ich gelernt.
    „Eigentlich“ habe ich mich angestrengt.
    Eigentlich … aber nicht wirklich.

    Dazu kommt, dass – wie schon im Post erwähnt – unsere Schüler von einer Lehrerschaft unterrichtet und „auf das Leben vorbereitet“ werden, die selbst zu 90% verbeamtet sind und keinerlei Gedanken an irgendwelche Veränderungen verschwenden müssen. Unternehmerisches Denken ist nach wie vor in den Köpfen der Lehrkräfte nicht zu finden, somit kann auch nicht realistisch erwartet werden, dass sie solches Denken bei ihren Schülern/Studenten fordern und fördern.

    Aber unser Schulsystem darf ja nicht in Frage gestellt werden. Denn es ist ja perfekt. Zumindest in den Augen der Kultusminister.

  5. Thilo

    Und ebenso ist es Tradition in unserem Land, dass Minister vor allem wird, wer eine juristische Karriere hinter sich hat (auch wenn das aktuelle Kabinett erfreulich junge Mitglieder bekommen hat). Und die ist im Ansatz ebenso regelorientiert wie das Lehrertum. Ich denke, Regelorientiertheit wird die nächsten Wochen und Monate ein großes Thema sein, denn sich an Regeln zu orientieren, ist einer der wichtigsten Gründe, warum das Land vor die Hunde geht und die Menschheit sich nicht weiter-, sondern zurückentwickelt.

  6. Thilo

    Hm. Ich sehe gerade, dass mein Blog noch in Sommerzeit denkt (jedenfalls bei mir auf Vista und Mac). Keine Ahnung, wie ich das behebe, sorry.

  7. Bettina Kern

    „Think out of the box…“ – diesen Spruch hörte ich oft während einer Ausbildung von einem amerikanischen Freund und Trainer. Manchmal hat er mich echt genervt.
    Heute bin ich sehr dankbar dafür und gebe ihn gerne an meine Coachees weiter.

    Das sollte man an Schulen unterrichten: Eigenverantwortung, freies und „in Möglichkeiten“ Denken statt in „Sicherheit“ und „wer versorgt mich“.

    Fragen Sie sich wer die Lehrpläne erstellt in denen sich die Lehrer bewegen müssen. Warum die Kids zu „Arbeitnehmern“ statt zu „Unternehmern“ erzogen werden. Warum sie lernen wie man eine Bewerbung schreibt, statt zu lernen wie man eine Bilanz liest. Wäre ein Fach „wo das Geld herkommt und wie ich sinnvoll damit umgehe“ nicht angebracht? Ach, sorry, sinnvoll mit Geld umgehen kann unsere Regierung ja auch nicht…

  8. Thilo

    Wir sollten ihr die Chance geben, die Aufgabe zu erkennen.

  9. babette

    .. und dann braucht es noch Väter und Mütter, die sich trauen, ihren Kindern was beizubringen, das nicht „geregelt“ ist!

  10. Thilo

    Und dann ist natürlich noch die Frage offen, wer um alles in der Welt so eine Grütze wie im „Stern“ schreibt. Was für ein Weltbild steht hinter einer solchen journalistischen Zielgruppenverdummung?

    Möglicherweise der Umstand, dass Blätter wie der „Stern“ die Babyboomer bedienen, also Leute, die stets alles zur Verfügung hatten, was sie brauchen. Seit einigen Jahren sprechen sie darüber, dass Frau Tochter und Herr Sohn gerade mit dem Studium fertig sind, und durch die Generation ergibt sich zwangsläufig das Anspruchsdenken, andere würden es schon richten.

    Hinzu kommt möglicherweise der Glaube an Sozial- und Wohlfahrtsstaat, an eine Art Staat, der es den Leuten bequem macht und für sie sorgt. Der „Stern“ recycelt dabei nur dieses antiquierte und realitätsferne Bild, und das seltsamerweise ohne es zu merken.

  11. Holgi

    Die Generation, die da schreibt, ist in einer Zeit sozialisiert worden, in der es noch normal war, dass man während 40 Jahren Berufstätigkeit vielleicht drei Arbeitgeber hatte und in der auch noch gesichert war, dass es jedes Jahr bessere sozioökonomische Verhältnisse gibt als im Jahr davor.

    Die neokonservative Wende zum Gegenteil hat erst eingesetzt, als diese Menschen den Lebensentwurf ihrer Eltern schon längst verinnerlicht hatten.

    Dazu kommt, dass die neokonservative Ideologie eine unsolidarische Quasi-Religion ist. Man muss also einen gesellschaftlichen Zustand zur Kenntnis nehmen, der auf einer nicht gesellschaftsfähigen Ideologie beruht – und dann auch noch entsprechend handeln. Das ist eine kognitive Dissonanz. Und wie damit gewöhnlicherweise umgegangen wird, ist ja bekannt.

    (Ein ähnliches Verhalten kann man am Umgang der Konservativen mit dem Internet sehen. Auch da wird nicht zur Kenntnis genommen, was längst Realität ist – sich aber, im Gegensatz zu den sozioökonomischen Bedingungen der Gesellschaft, nicht mehr ändern lässt.
    Aber das ist eine andere Diskussion.)

  12. lebenshungrig

    Wow! Das hätte ich nicht besser schreiben können ;-)

    Schon während meines Ökonomiestudiums hat es mich total genervt, von Professoren, die größtenteils nach ihrem Studium nicht eine Sekunde in der freien Wirtschaft verbracht haben, in BWL etc. unterrichtet zu werden. Es war pure Theorie und es war sterbenslangweilig! Die Lehrkräfte, die aus der Wirtschaft kamen, waren alleine deshalb deutlich spannender, weil sie Beispiele aus eigener Erfahrung mit dem Stoff verbinden konnten. Mein erstes wirklich eigenes Projekt, das ich von vorne bis hinten alleine planen und durchziehen musste, war die Diplomarbeit. Und das war auch das einzige Projekt, was in meinen Augen keine Zeitverschwendung war. Ich habe während meines Studium sehr häufig damit gespielt, alles hinzuwerfen…. und ist es nicht so, dass eine Reihe erfolgreicher Menschen genau das getan haben?

  13. Helmut Fuchs

    Thilo „Sarrazin“ – endlich sagt’s mal einer. Liest sich gut klingt gut und paßt. Das sind doch alles Erfolgsverweigerer weil sie falsch denken und ihr Leben nicht selber in die Hand nehmen. Die Loser. Statt zu handeln meckern sie rum und werden auch noch vom Stern „gepampert“!.
    Ja- eine weitere „Sichtweise“ -ob sie weise ist, wage ich nicht zu beurteilen aber es gibt sicher weitere und andere Sichtweisen für den gewieften Konstruktivisten Thilo Baum, der uns ja vorführt, wie wir die Sicht- (und Sprach/Schrift“weise“n) ändern könnten und sollten.
    Ach wäre es doch so einfach! Schnell sind wir alle (oder viele) mit „Schul(d)vorwürfen“ oder eigenen „Glückskonstruktionen dabei. Bitte nicht vergessen, dass die Welt zwar komplementär gebunden aber im Zwischenteil sehr komplex daher kommt.
    Auch oder gerade für den Konstruktivisten
    Siebert (1994, S. 13) definiert den Konstruktivismus folgendermaßen:

    „Der Konstruktivismus ist die Einsicht, dass uns die Wirklichkeit, wie sie „wirklich“ ist, verschlossen bleibt, dass unser Gehirn die Welt nicht „abbildet“, „widerspiegelt“, „aneignet“, so, wie sie objektiv ist, sondern dass wir uns unsere eigenen Wirklichkeiten konstruieren, dass unsere Welt aus unseren Bildern besteht – aus Selbst-, Fremd- und Weltbildern.“
    Also Bitte: Auch die Welt von Thilo „Sarrazin“ Baum (den ich sehr schätze) ist nur eine von vielen Konstruktionen.
    Ich habe bei Paul Watzlawick gelernt und bin mit richtig/ und falsch Konstruktionen sehr vorsichtig. man denke nur an die Hesse Parabel von Meister Chung lang (Meister Felsen)
    Paul Watzlawick ist in die Reihe der Konstruktivisten einzuordnen. Konstruktivistisches Denken und die aus dieser Sicht resultierenden Sachverhalte lassen sich seiner Meinung nach in ihren Ansätzen bis in die Antike zurückverfolgen. (vgl. Watzlawick, 1999, S. 9)

    Watzlawick hält den Glauben, es gäbe nur eine Wirklichkeit für eine gefährliche Selbsttäuschung. Für ihn gibt es zahlreiche nebeinanderstehende Wirklichkeitsauffassungen, die sehr widersprüchlich sein können und die alle das Ergebnis von Kommunikation und nicht der „Widerschein ewiger, objektiver Wahrheiten sind“ (Watzlawick, 1976, S. 7)

    Also Freunde,- stellt doch die Ansichten nebeneinander und sucht einfach weitere. meist ist man ganz überrascht wieviel – und vor allem konstruktive- es gibt.
    Viel Spaß beim Suchen
    Helmut

  14. Thilo

    Nur mit dem Sarrazin werde ich nicht sooo gerne in einen Topf geworfen. Ich finde es nicht wirklich schön, wenn einer die Rassentheorie wieder salonfähig macht.

  15. Bettina Kern

    Dann werfe ich mal meine Wirklichkeit in die Runde: jammern hilft nicht …, weder dem Stern, noch der jungen Frau …

  16. Rob

    Ein praktisches Beispiel sind die Quelle-Shops. In mehreren Zeitungen wurden diese armen selbständigen Inhaber interviewt, die jetzt zumachen müssen. Es sei immer schön gewesen, man habe immer gut verdient, die Kunden waren treu, und jetzt dieses Ende.

    Das kann im Leben nicht wahr sein: die haben einen Ruf, einen etablierten Standort, einen Kundenstamm, jahrelange Erfahrung usw. Jeder Neugründer würde sabbern wie ein Hund vor der Wursttheke. Und die sagen, sie müssen zumachen.

  17. Thilo

    Tja, so ist das, wenn ein Lieferant pleite macht und man keine Alternativen hat. Sich als Selbstständiger nur auf eine Einnahmequelle zu konzentrieren, ist im Grunde das Gleiche, wie sich anstellen zu lassen: Beide Anbieter ihrer Leistung konzentrieren sich auf nur einen Lieferanten oder nur einen Kunden. Nix klug.

  18. Rob

    Klar. Es ist aber doch kein Hexenwerk, sich ein paar neue Lieferanten zu suchen. Vor 25 Jahren hatte man „Wer liefert was“, die Europages und Hörensagen, um Produkte zu finden. Das könnte heute eine Spur einfacher sein.

    Den Sarrazin-Vergleich halte ich übrigens für unfair oder ganz einfach falsch. Der Mangel an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen (schönes Wort) verursacht nicht die Unbeweglichkeit der „Elite“. Eher noch umgekehrt.

    Ich stimme jederzeit zu, wenn die gegenwärtige Politik als „ungerecht“, verantwortungslos, widerwärtig, nutzlos oder sonstwie bezeichnet wird. Dass die Chancen ungleich verteilt sind. Dass man dagegen angehen muss.

    Das nützt aber den Einzelnen in ihrem einen Leben nichts, in dem sie Möglichkeiten suchen, ausprobieren und nutzen können. Oder sich den Umständen ergeben.

    „Etwas besseres als den Tod finden wir überall“ sagte der Esel zum Hund.

  19. Liane Liebau

    Also, dann mal im Klartext: Wir sollten uns auf unsere Talente und Fähigkeiten besinnen, diese vertiefen und dann daruas weitere Möglichkeiten um Geld zu verdienen kreieren? Neben dem Angestelltendasein bleibt ja nur der Selbstständige und der Unternehmer (wobei der U. für mich nur eine Erweiterung des Selbstständigen darstellt, da er nicht nur für sich sondern auch für andere Leute Arbeit schafft). Leider braucht es dafür erst einmal eine Finanzspritze, die Ideen habe ich schon. Die müsste ich nur verfeinern, mit Businessplänen versehen, Kosten/Nutzen abwägen bzw. Themen finden.
    Und derweil werde ich weiter Bewerbungen schreiben. Angeblich ist mein Job (Patentanwaltsfachangestellte) ja krisensicher.

  20. Thilo

    Na ist doch prima. Dann sollten Sie Ihre Ideen vielleicht vergessen, wenn Bewerbungen schreiben zum Glück führt. Ist aber vielleicht nicht das Konzept, mit dem man zum nötigen Kleingeld kommt?

  21. Andreas Steinert

    Toller Beitrag, etliche treffende Kommentare. Aber wo jetzt schon alle ihr Fett weggekriegt haben, nur wir selbst noch nicht (also die Freiberufler), hätte ich doch noch einen. „Einen erfreulichen Zuwachs von 24,9 Prozent auf 28,3 Prozent erzielt der stern in der Zielgruppe der Freiberufler. Auch bei den Top-Verdienern mit einem persönlichen Brutto-Jahreseinkommen von 100.000 Euro und mehr steigt die stern-Reichweite von 21,4 auf 22,4 Prozent an.“ Soweit die G+J Pressemeldung zur Leseranalyse Entscheider 2009. Tja, ganz erstaunlich. Sonst verlieren viele andere Medien an Zuspruch dieser Zielgruppe. Scheinbar macht´s ja einer wachsenden Anzahl an Voll-Checkern Spaß, andere beim „Jammern“ zu beobachten und der Stern der kann´s am schönsten. Oder ist dieser Erfolg noch anders zu verstehen?

  22. Thilo

    Vielleicht sind die alle 60+ ?

  23. Steffen Bauer

    Wow. Ich bin heute über diesen Blog gestolpert, und bin absolut begeistert über die Inhalte.

    Bei der jungen Frau musste ich sofort an folgendes denken:

    http://de.wikipedia.org/wiki/C.....ssenschaft

    Könnte es sein, daß die ganzen jungen Leute, die angeblich „alles richtig gemacht haben“ genau dem gleichen Denkfehler unterliegen wie die Ureinwohner jener Pazifikinseln, die glauben wenn sie sich genauso verhalten wie das amerikanische Militärpersonal, daß dann wieder Flugzeuge mit Reichtümern angeflogen kommen?

    Daß also das ganze Bewerbungsbrimborium einfach nur „magisches Denken“ ist? Rituale, von denen man hofft, daß sie einem einen Job herbeizaubern?

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