Marken bestimmen das Denken und Handeln vieler Menschen — selbst in der Medizin wirken Marken-Placebos zuverlässiger als No-Name-Placebos. Marken schaffen eine Art Illusion des Vertrauens. Wer möglichst viele Konsumenten an eine Marke bindet, kann ihnen alles andrehen. Darum ist es eine gewisse Gratwanderung, einerseits das Marken-Image zu wahren und andererseits gewisse Wahrheiten nicht so laut hinauszuposaunen. Dass eine Charakter-Automarke wie Volvo beispielsweise zum Ford-Konzern gehört, ist im Volvo-Autohaus eher nicht auf großen Plakaten zu lesen.
Welchen Marken vertraut der Mensch? Eine einfache Probe aufs Exempel ist es, wenn wir Marken fremde Produkte zuordnen. Wenn wir also das Kerngeschäft schmählichst verlassen und statt Autos plötzlich Joghurt herstellen.
Welchen Yoghurt essen wir lieber? Den von VW, den von Opel oder den von BMW?
Welches Auto fahren wir lieber? Das von Kellogs, das von Sony Ericsson oder das von Seitenbacher?
Welche Airline nehmen wir lieber? Die von McDonald’s, die von Metro oder die von Obi?
Welchem Telefonanbieter vertrauen wir? Landliebe, Henkel oder Vattenfall?
Welche Jeans würde uns stehen? Die von Dr. Oetker, die von Ikea oder die von Acer?
Bei welchem Zeitarbeitsunternehmen leihen wir Leute? Bei T-Mobile, Microsoft oder Siemens?
In welchem Supermarkt kaufen wir Lebensmittel? Bei Nokia, O zwei* oder E-Plus?
Bei welcher Bank eröffnen wir unser Konto? Bei der Bank vom „Spiegel“, der Bank von „Bild“ oder der Bank vom „Stern“?
Welchen Stromanbieter bevorzugen wir? Die Deutsche Bahn, die Telekom oder Metro?
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* Ich habe noch nie verstanden, warum ein Unternehmen es der schreibenden Zunft durch eine tiefer gestellte Zwei schwer macht. Wollen die nicht, dass man über sie schreibt?



Man nehme/ich nehme:
BMW-Yoghurt, weil: jung, sportlich, kraft-, gehaltvoll;
Sony Ericsson-Auto, weil: stabil, gutes Design, haltbar;
Metro-Airline, weil: verspricht viel Platz für das/den Einzelnen;
Landliebe-Telefonanbieter, weil: mit Liebe vernetzt;
Acer-Jeans, weil: auf die kann man zählen;
Siemens-Leute, weil: tue Gutes;
Nokia-Lebensmittel, weil: gibt es überall;
Stern-Konto, weil: Erfahrungssache;
Deutsche Bahn-Strom, weil: gibt keine besseren Alternativen und bevor ich im Dunklen sitze…
News:
Marken-Mix gibt es auch mit Apple und VW und wird zum „iCar“!
Also mein Yoghurt ist von Mercedes.
Mein Auto ist ein Yahoo!
Ich fliege mit IKEA – arbeitest Du noch oder fliegst Du schon?
Ich telefoniere mit Hugo Boss.
Ich leihe mir Arbeit von Harry Potter.
Mein Supermarkt ist Bosch.
Meine Bank ist BP.
Meinen Strom liefert Coca-Cola.
Noch Fragen?
Mein Vorschlag für einen Marken-Mix: Apple und IG Farben: iWeiß