Satellit statt DSL!

 

Sehr geehrter Kunde,

nachdem der bereits angekündigte Transponderwechsel
beim ASTRA2Connect-System erfolgreich umgesetzt werden
konnte, wird nun in der Nacht vom 17.11. auf den 18.11.
(im Zeitraum von 23:00 bis 08:00 Uhr) die
ASTRA2Connect-Plattform aktualisiert. Während dieses
Updates kann es zu kurzfristigen Verbindungsabbrüchen
kommen. Wir bitten Sie, diese Unannehmlichkeiten zu
entschuldigen. Die Performance des Systems wird durch
das Update noch weiter optimiert. 

Sie brauchen an Ihrem System keinerlei Anpassungen
vorzunehmen, das Update wird automatisch durchgeführt.
Bei Fragen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Filiago Service Team

Das finde ich großartig: Mein Internet-Anbieter kündigt an, dass er etwas umstellt, und er warnt vor Ausfällen! Ich bin der glücklichste Kunde der Welt – denn so beginne ich in der Nacht zum 18. November nicht verzweifelt zu konfigurieren und zu basteln. Und das Unternehmen verhütet den Ansturm von Kunden via Hotline. Dass diese Ressourcenverschwendung infolge mangelhafter Informationspolitik den üblichen IT-Läden egal ist, habe ich noch nie verstanden. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Manager nicht ihr persönliches Geld zum Fenster rauswerfen, sondern nur das der abstrakten Unternehmenseigner.

Denken vor dem Handeln: Das hätte ich mir auch gewünscht bei dem DSL-Anbieter, den ich im Berliner Büro habe und in meiner Berliner Wohnung hatte. Dass man mir vorher sagt, dass die Hardware nicht zur vorgeschriebenen Konfiguration passt. Oder von meinem Mobilfunkanbieter Nummer zwei: Dass er mir vorher mitteilt, dass ich für die Mailbox-Abfrage aus dem Ausland plötzlich ein Passwort brauche, und zwar genau das, das ich vor sieben Jahren eingerichtet habe und an das ich mich nicht mehr erinnere. Und dass die egozentrischen und ungebildeten Callcenter-Vollpfosten dann am Telefon nicht so pikiert tun: „Welches Passwort denn sonst?“

Nicht ohne Grund klagen DSL-Kunden den Verbraucherschützern ihr Leid, wie beispielsweise laut aktuellem „test“-Heft. Irgendein Branchenverband widerspricht, die Studie sei nicht repräsentativ – klar. Man muss die Blödheit auch noch verteidigen. Nach meinen Erfahrungen mit IT-Unternehmen brauche ich keine Studien mehr, um zu erkennen, dass diese Branche fast durchweg miesen Service liefert. Eine große Ausnahme ist mein Internet-Anbieter, über den ich Internet per Satellit beziehe, sowohl im Hin-, als auch im Rückkanal. Dies ist keine Werbung, weil ich für diese Hinweise kein Geld bekomme. Ich will nur sagen: Filiago ist eine echte Alternative zum üblichen DSL-Geschmeiß.

Ach ja, und mein Mobilfunkanbieter Nummer eins: Die schreiben mir ständig Geld gut, weil sie laufend Mist bauen. Zuletzt funktionierte die Umleitung von der Handy-SIM-Karte zur Auto-SIM-Karte nicht mehr, und ich verpasste jede Menge Anrufe, ohne es zu wissen. Nun haben wir die Autotelefonnummer abgeschafft, und beide SIM-Karten haben dieselbe Nummer. Es geht! Mein Glück war, dass ich im „Multimedia-Service“ an einen fähigen Mitarbeiter geraten bin. Von diesem Glück abgesehen, hätte Mobilfunkanbieter Nummer eins mir auch vor einem Jahr mitteilen können, dass diese neue Variante nun möglich ist, denn so lange gibt es sie schon.

Stattdessen schickt man mir lieber stumpfe SMS, wenn ich mal mein altes Ersatzhandy einschalte, weil das neue wieder Software-Probleme hat. Man schickt Nachrichten, der MMS-Service sei auf meinem Handy nicht möglich. Na und? Die schreiben, ich solle Software draufladen. Was soll der Unsinn? Es hat keinen Sinn, diesem Unternehmen zu erklären, dass ich auf meinem Handy nur wichtige Anrufe dulde und kein Kind mehr bin. Die Agents kapieren es vielleicht noch, aber das Unternehmen an sich nicht. Die Routinen sind unterbelichtet. Die Firma erkennt nur, dass ich ein altes Handy in Betrieb nehme, und lässt seinen Spam auf mich los.

Wer also punkten will im Umgang mit Kunden: Verschicken Sie nur Nutzwert und niemals Belästigungen. Und vergessen Sie alles, was Ihre „Vorstände Marketing“ erzählen – es ist meistens falsch und mündet nur in einer Spam-Überflutung Ihrer Kunden. Marketing-Leute haben selten Ahnung von Service und davon, was Kunden wirklich wollen.

In achtzig Prozent der Fälle ist „Marketing“ die Kunst, den Leuten Müll schönzureden und für viel Geld (der Kunden) schwachsinnige Texte und leere Versprechungen auf teures buntes Papier zu drucken oder auf teure Werbebanner zu pixeln und den ganzen Brei durch die Welt zu spammen. Diesen Unsinn kann man sogar studieren – obwohl sich ein sinnvolles und gutes Produkt dadurch verkauft, dass die Menschen es nachfragen. Arme Anfangszwanziger.

2 Kommentare zu „Satellit statt DSL!“

  1. kritikus

    Lieber Thilo!!!

    Ich sitze jetzt schon seit Stunden hier und lese die ganzen Texte, und ich muss sagen, ich bin begeistert.

    Nun habe ich eine Frage und hoffe auf Antwort: Wohin kann ich mich wenden, wenn ich Texte als Beitrag schreiben möchte und nicht nur Kommentare?

    Danke im Voraus
    Kritikus

  2. Thilo

    Danke. Texte als Beitrag schreiben geht in meinem Blog leider nicht, und wenn schon, dann unter ganzem Namen. :-) Worüber willst du denn schreiben? Oder du machst ein eigenes Blog auf.

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