Back to the roots

 

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… schreibt „Spiegel Online“. Seltsam, dass Heckhoff in einer Seitenstraße in Mülheim geboren wurde. Könnte eine schwierige Kindheit erklären. Ist es eigentlich Brauch im Verbrecherwesen, dass man kurz vor der Festnahme an den Ort seiner Geburt zurückzukehrt? Back to the roots vor dem Showdown?

Das Problem „Stopfsatz“ ist allgegenwärtig: Je mehr Informationen ich in einen Satz stopfe, desto größer ist die Verwirrung. Das „Hier“ im Satz „Hier wurde Heckhoff (…) geboren“ bezieht sich auf die Seitenstraße in Mülheim, obwohl der Künstler uns hier vermutlich etwas anderes sagen wollte. Vielleicht aber auch nicht, und er meint tatsächlich die Seitenstraße. Die Antwort brauchen wir gar nicht, alleine die Mehrdeutigkeit macht den Satz schon schlecht.

Und „scheinbar harmlos wirken“ ist auch so eine Schlüsselqualifikation. Wie kann ich „scheinbar wirken“?  Und glaubt man in Journalistenkreisen im Ernst, man könne Verbrecher am Blick erkennen? Seltsames Realitätsverständnis bei denen, die uns informieren sollen. Vielleicht sollten auch manche Medien mal an den Ort ihrer Geburt zurückkehren: zur Aufgabe, ganz normal zu beschreiben und zu erklären, was geschehen ist. So schwer sollte das doch nicht sein.



Ein Kommentar zu „Back to the roots“

  1. ben_

    „… obwohl der Künstler uns hier vermutlich etwas anderes sagen wollte …“ – zauberhaft! Danke für den heiteren Start in den Tag.

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