Bildblog mit Nerv-Werbung?

 

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Habe ich einen Schreck bekommen! Das Bildblog nervt seine Leser testweise mit animierter T-Com-Werbung, die sich vor redaktionelle Geschichten schiebt und beim Lesen stört.

Mich, dem beim Radiohören schlecht wird, sobald die Werbung kommt, wundert es, dass ausgerechnet das Bildblog ausgerechnet mit so aufdringlicher Nerv-Werbung Experimente macht. Nichts gegen Werbung! Ich finde Werbung als Mittel zur Finanzierung von Webseiten toll, solange man mich nicht zwingt, sie anzusehen. Werbung kann völlig unauffällig am Rande einer Webseite vor sich hinstehen, solange sie sich nicht bewegt. Dann schaue ich auch gerne mal drauf, finde sie interessant oder nicht, folge dem einen oder anderen Link und helfe dem Werbekunden, sein Ziel zu erreichen und mich als Kontakt zu gewinnen.

Bei nicht animierter Werbung, die neben dem Text steht, müsste das Bildblog aus meiner Sicht nicht einmal einen „Werbung-ausblenden“-Button installieren – eben weil die Werbung mich ja interessieren könnte. Aber Bewegung ist tödlich! Sie lenkt das Auge ab und stört daher den Lesegenuss so massiv, dass mein erster Impuls bei Webseiten mit animierter Werbung heißt: „Weg hier!“ Und schnell klicke ich das Browserfenster zu. Nur wenn ein Text etwa in „Spiegel Online“ wirklich unnachahmlich interessant ist, schiebe ich das Browserfenster klein, um der optischen Ablenkung zu entgehen. Und der weggeschobene Werbekunde bekommt in meinem Imagebüchlein ein Minus-Eselchen, einen internen Boykott-Aufruf, weil es von mangelndem Takt zeugt, wenn ein Unternehmen nicht weiß, dass Aufdringlichkeit unhöflich ist und dass animierte Werbung potenzielle Kunden beim Lesen stört und darum negative Gefühle erzeugt.

Liegt die animierte Werbung dann auch noch über dem Text und versperrt die Sicht auf ihn, wie aktuell beim Bildblog, dann hat der Text keine Chance mehr. Wer seine Leser so hinhält, ist als Anbieter einer Leistung unten durch. Diese Belästigung ist kein spannungsreiches retardierendes Moment. Sondern in unserer schnellen Medienwelt, in der ich *jetzt* scharf bin auf den Inhalt eines Beitrags, ist sie ein Coitus Interruptus. Das Boykott-Eselchen wird zum Boykott-Monster, das sich in der Erinnerung festfrisst und kaum noch daraus zu verbannen ist.

Ich frage mich bei dieser Art von Werbung ohnehin, warum Unternehmen für ihr Negativ-Image Geld ausgeben: Glauben Unternehmen, sie machen die Menschen zu Lesern oder Kunden, indem sie sie belästigen und stören und ihnen die Autonomie rauben zu entscheiden, was sie wann lesen? Oder: Ist diese Art von Werbung nicht eher ein Zeichen dafür, dass sie sich an anspruchsloses Medienkonsumentenvieh richtet, das sich so einen Umgang gefallen lässt? Also möglicherweise nicht unbedingt an die Leser vom Bildblog?

Und das ist auch das an der ganzen Geschichte, was mich so brüskiert, ja geradezu verletzt: Ist es verwunderlich, dass mich die Geisteshaltung hinter der animierten Werbung tief enttäuscht, die mir sagt: „Du bist auch nur ein blödes Massenmedienopfer, das sich alles gefallen lässt“? Außerdem: Sind solche Entgleisungen wie animierte Werbung über redaktionellen Beiträgen nicht seit jeher Erfindungen von Marketingleuten und eben nicht von Nachrichtenleuten? Also Erfindungen von denjenigen, die glauben, man könne Medien verticken wie Dosenwurst, und die damit beweisen, dass ihr Herz eben nicht für den Journalismus schlägt? Die nur noch in „Kontakten“ rechnen, ungeachtet dessen, ob die klickenden Menschen hinter den „Kontakten“ dabei nun Freude zeigen oder ob sie einfach nur denken: „Ihr Idioten“?

Bin ich zu altmodisch, wenn ich sage, dass es zum Berufsethos von Journalisten und Redakteuren gehört, gerade solche Undinge wie animierte Werbung, die redaktionelle Beiträge verdeckt, zu verhindern? Und dass ich das, was das Bildblog gerade macht, eben gerade vom Bildblog nicht zu träumen gewagt hätte?

Und „testweise“: Normalerweise ist das Argument „testweise“ bei Medien die erste Scheibe bei salamitaktischen Veränderungen. Man gewöhnt sich daran, und plötzlich ist der „Test“ der Normalfall. Mal schauen, ob das Bildblog die Kurve kriegt und das Ganze aus Gründen der Ästhetik und der Berufsethik wieder abschafft. Und einfach ganz normale Werbung bringt, die den Leuten nicht mit nervigen Animationen über den Texten auf die Ketten geht, und sich trotzdem damit ausreichend finanziert, was ich wichtig finde.

Warum ist die Grundeinstellung eigentlich nicht die mit der ausgeblendeten Werbung? Warum muss das Bildblog erst mal alle seine Leser mit der Animation von T-Com belästigen – auch die, die keine Werbung wollen? Man könnte es doch auch andersherum machen: Grundeinstellung ist die werbefreie Seite. Und wer Werbung will, kann sie dazuschalten. Warum macht das Bildblog das nicht, wo es sich doch durch seinen „Werbung-ausblenden“-Button so demonstrativ als werbekritisch darstellt? Das würde auch dem Werbekunden T-Com nützen: Er nervt weniger Leser und reduziert dadurch sein Negativ-Image …

16 Kommentare zu „Bildblog mit Nerv-Werbung?“

  1. The Exit

    Ich frage mich, warum man überhaupt Bildblog liest? Um sich seine tägliche Ration Selbstbefriedigung abzuholen?

    „Junge, hast du gut gemacht. Du liest die Welt. Das ist kein Wurstblatt. Du hast es geschafft, du bist intelligent, du kannst sogar über die Fehler der Bild lachen!“

  2. Cujau

    Klingt, als hättest Du Deine Götter von Bildblog verloren. Für die Bildblogger gilt, was auch für Spiegel Online, Spiegel, FAZ oder Süddeutsche gilt: Da arbeiten auch nur ordinary people.

    Natürlich ist es so, dass animierte Werbung mehr stören kann als Bannerwrbung. Aber die Bildblogger bieten Dir die Chance, die Animation zu deaktivieren. Also denken sie dabei auch an Leute wie Dich.

    Mich ärgert Werbung generell, gleich, ob sie animiert ist oder als Banner am Rand steht. Ich weiß aber auch, dass es viele Dinge nicht geben würde, wenn man sie nicht mit Werbung finazieren würde – beispielsweise Nachrichteninhalte.

    Und: Was ist denn an Werbung ethisch verwerflich? Maximal wohl der schnöde Mammon. So what. Ethisch können nur Inhalte bewertet werden. Allein das Vorhandensein von Werbung, egal auf welche technische Art, erfüllt noch keine ethische Kategorie.

    Also unerscheidet sich Bildblog schon von anderen Portalen, denn sie bieten Dir die Chance, dauerhaft die Animation zu deanimieren. Wo gab’s das vorher? Meines Wissens kaum bis gar nicht.

  3. Thilo

    Ob man’s deaktivieren kann oder nicht: Mich ärgert, dass mich das Bildblog nun genauso schnöde mit Werbung vollschreit wie andere Medien.

    Ja, ich hatte gehofft, dass das Bildblog eine Insel ist, die von derlei unästhetischen Dingen verschont bleibt.

    Wie gesagt: Nichts gegen Werbung. Sie darf gerne am Rand stehen und brav still halten. Dann nehme ich sie sogar wohlwollend zur Kenntnis. Mir geht es nur um die Entmündigung meiner Entscheidungskraft, was ich lese. Und mir geht es auch um die Entmündigung der Entscheidungskraft anderer. Denn die Vermüllung unserer Sinneswelt ist ein schleichender sozialer Prozess. Durch die animierte Werbung im Bildblog trägt das Bildblog dazu bei, dass immer mehr Menschen diese Art von Nervenlärm zunehmend für normal erachten.

    Da das eine generelle Frage der Strategie ist, hilft es nichts, wenn der Einzelne die Werbung deaktivieren kann. Darum ist das nicht nur eine ästhetische, sondern schon auch eine berufsethische Frage. Wohin wollen wir mit den Medien? Zum Billig-Trash und zur Leser-Verarsche? Offenbar ja.

    Und noch mal meine Frage: Warum ist die Grundeinstellung nicht die ohne Werbung? Wer Werbekram will, kann den dann doch dazuschalten?

  4. Malte

    Nun, für „zuschaltbare Werbung“ würden die Werbenden deutlich weniger bezahlen, möglicherweise gar nicht. Aber natürlich ist es von großer Aussagekraft dass Werbung mittlerweile in erster Linie stört..

  5. nana

    Was mich dabei eigentlich eher wundert, dass es sich bei bildblog.de um T-Com Werbung handelt (wenn auch nur zu Testzwecken). Sitzt bei bild.de doch ebenso der Partner Telekom mit im Boot. Bildblog.de grenzt sich inhaltlich von bild.de (oder besser: bild.t-online.de) ab und diesen Anspruch sollte die Redaktion auch bei der Wahl der Werbepartner und der Werbeformen haben.

    Denn „bildblog“ ist anders – anders als „bild“ … Naja, das sollte man zumindest meinen …

  6. Thilo

    Hey, das war mir gar nicht klar … spannend.

  7. Cujau

    Nochmal: Ich habe nichts anderes von bildblog erwartet, als dass sie Kohle machen müssen. Am Ende des Geldes zählt die Menge des Monats, die noch vor einem liegt. Warum sollte das bildblog auf einer Insel der Glückseligmachung dahindümpeln und uns eine Nachrichtenwelt erklären, ohne daran zu verdienen? Vermüllung der Sinneswelt hin doer her: Bildblog wendet sich an medienkompetente Kundschaft. Das liegt allein schon am Inhalt.

    Wahrscheinlich lehnen medienkompetente Leute in der Mehrzahl animierte Werbung ab. Vielleicht auch nicht. Medienkompetenz bedeutet ja nur, dass man sich damit auseinander setzt und Schlüsse zieht.

    Dein Ärger ist nachvollziehbar, nur liefert er nicht die Lösung des Problems. Es gäbe nur eine Alternative: Spendengeld für bildblog. Nur: Niemand spendet für Deine guten Ideen auch nur einen müden Euro; es sei denn, man hätte etwas davon. Und das hat bildblog begriffen.

  8. nana

    Cujau, ich stimme Dir da voll und ganz zu. Bildblog ist wichtig. Es ist klasse, dass Menschen diese Redaktion ermöglichen. Und: Bildblog muss sich irgendwie finanzieren. Natürlich! – auch über Werbung.

    Wozu hat man aber eine Vision, wenn man diese Stück für Stück selbst aufgibt. Es ist ist einfach heutzutage, sich zu verkaufen – aber es geht auch anders – es muss gehen!

    Diese Telekom-Bild-Werbung auf bildblog oder überhaupt das Testen einer Werbeform, die so überhaupt allem widerspricht, wofür bildblog steht, also ehrlich gesagt, das finde ich echt super scheiße. T’schuldigung!

    Und wenn bildblog tatsächlich ein Kommunikationsproblem hat – Hey, es gibt bspw. wunderbare Werbe-/PR-Studiengänge, die sicherlich tolle Ideen für die Gewinnung von passenden Werbepartnern entwickeln und realisieren könnten … ohne dass bildblog seinen Medienanspruch aufgeben müsste.

    Und übrigens: Ich würde spenden.

  9. stefan

    „ich würde spenden“ ist ein lustiger konjunktiv, nana. wann? warum bislang nicht? unsere kontonummer steht auf unserer seite. geht auch per paypal.

    wir haben davon geträumt, dass man bildblog allein mit spenden finanzieren kann. eine traumvariante ging so: wir haben täglich im schnitt gut 40.000 leser. wenn jeder davon monatlich 10 cent spenden würde, hätten wir einen wunderbaren etat. oder wenn jeder zehnte monatlich einen euro spenden würde. aber das tun nicht genug.

    okay, wenn die leute kein geld geben, können sie nicht ein bisschen zeit geben? das t-com-banner schließt sich, glaube ich, nach 15 sekunden von allein. ansonsten dauert es, schätze ich, zwei sekunden, bis man den [X]-schließen-button gefunden hat. ist das so schlimm? nervt das wirklich so sehr?

    manche leute (zum glück nicht alle) diskutieren über bildblog mit zwei annahmen: 1.) durch werbung, die so unauffällig ist, dass sie keiner sieht, kann man geld verdienen. 2.) so viel kann das ja eh nicht sein, was bildblog braucht. beides ist quatsch. in bildblog steckt mehr arbeit als mal eine halbe stunde am tag, wo man aus dem postfach rausfischt und aufschreibt. wir stecken da viele, viele, viele stunden rein. wir haben im ersten jahr völlig ohne irgendwelche einnahmen gearbeitet. ich beklage mich nicht darüber, ich hab’s ja so gewollt. und gerne gemacht. und mache es immer noch gerne.

    aber was ich nicht verstehe: wir bieten die möglichkeit an, nach einem klick nie wieder werbung auf bildblog ertragen zu müssen (okay, genau gesagt: ein jahr lang, so lange ist der cookie gültig). unser rss-feed ist werbefrei und komplett. unser copyright ist so, dass jeder, der will, unsere inhalte nicht-kommerziell weiterverbreiten kann. alle, die wollen, können das ergebnis unserer arbeit lesen, ohne ein einzigen beitrag zur finanzierung dieser arbeit zu leisten.

    und ihr schreibt hier von verletzungen durch die werbung und vom genervtsein und von berufsethos?!

    wenn euch die werbung nervt: schaltet sie aus! wenn euch an unserer arbeit etwas liegt: spendet ein paar euro, kauft ein t-shirt oder gebt 15 sekunden von eurer zeit und guckt euch eine werbung. ist das wirklich so ein schlechter deal?

  10. Thilo

    Spenden und T-Shirts halte ich für etwas unökonomische Versuche der Finanzierung, mit Verlaub. Warum? Weil diese Zahlungen einmalig und gering sind, und weil sie – jedenfalls die T-Shirts – eure Kräfte binden, die ihr fürs redaktionelle Arbeiten braucht. Vielleicht sind langfristig sichere Einnahmen ja doch denkbar? Idee:

    Es klingt erst mal nach typisch deutscher Vereinsmeierei, aber gründet einen Förderverein als e.V., Beitrag je nach Laune ab 30 oder 60 oder 120 Euro im Jahr, Vorauszahlung jährlich fürs kommende Jahr, und dann eben definieren, dass der e.V. euch redaktionell nicht reinreden darf und dass ihr euch mit den Zielen eurer Förderer nicht gemein macht. (Und zur Rechtsform: Der ADAC ist auch ein Verein und die reinste Geld-Maschine.)

    Mir ist es nun wirklich egal, ob ich neben meinen regelmäßigen Zahlungen an ver.di, Tierschutzverein, Umweltschützer, Verbraucherschützer, Dingsda-Club und sonstewas noch was weiteres Sinnvolles unterstütze, zum Beispiel das Bildblog. Und wenn der e.V. gemeinnützig ist, weil er zum Beispiel die Medien kontrolliert und damit zur Hygiene in der Meinungsbildung beiträgt, dann kann ich meinen Beitrag vielleicht sogar steuerlich geltend machen. Ich bringe mit so einer Förderung auf jeden Fall zum Ausdruck, dass ich eure Arbeit wichtig finde, und ich bin da glaube ich nicht der Einzige.

    Vorteil für Fördermitglieder könnte sein: Auf der Webseite des Fördervereins findet man die Förderer vom Bildblog, meinetwegen jeweils mit nem Spruch dazu: „Ich unterstütze Bildblog, weil …“ oder so ähnlich, wenn die Förderer das wollen. Und über die e.V.-Seite kommt man auf die Webseiten der Förderer. Da kann sich ja dann auch gerne T-Com breitmachen und kommt damit netter rüber (das heißt, der Werbekunde bleibt euch sogar erhalten). Ihr könnt ja sogar die Position eurer Förderer auf der e.V.-Seite und damit deren Publizität von der Höhe ihrer Beiträge abhängig machen. Damit besteht der Reiz, euch möglichst viel Geld zu zahlen.

    Fragt eure 40.000 Leser doch mal. Ein bestimmter Prozentsatz wird mitmachen – das ist das Gesetz der Quote. Alles weitere ist ein bisschen Mathe. Warum sollte sowas nicht funktionieren?

  11. stefan

    wenn du schon meinst, dass das gestalten von t-shirts unsere kräfte bindet… hast du eine ahnung, was für ein aufwand das ist, einen verein zu gründen, einen gemeinnützigen noch dazu? mit mitgliederversammlung, vorstandswahl, rechenschaftsbericht etc etc.

    regelmäßig spenden kann man übrigens auch jetzt schon, wenn man das will: es gibt über paypal die möglichkeit eines quasi-abos mit regelmäßigen zahlungen. und es gibt die möglichkeit von daueraufträgen beim konto etc etc.

    damit das nicht missverstanden wird: ich sage nicht, dass die leute das alle machen sollen. ich finde nur das argument abwegig „och, spenden tut man ja nur einmal“.

  12. Thilo

    Vielleicht bin ich ein hoffnungslos veralteter Knochen, aber meine Assoziationen zu „Paypal“ heißen: „Noch ein Login, noch eine ID, noch ein Passwort – zu kompliziert!“ Ob das nun stimmt oder ein Vorurteil ist, ist dabei leider egal.

    Ich vermisse auf eurer Hauptseite ein Kästchen, wo ich ein Häkchen machen kann: „Ja! Ich unterstütze Bildblog mit monatlich/jährlich ___ Euro!“ Kontonummer eingeben, AGB akzeptieren, absenden, fertig. Und: „Ja! Ich will monatlich/jährlich eine Quittung für den Steuerberater!“ Ihr könnt das machen, denke ich, *ihr* genießt das Vertrauen der Leute. „Paypal“ dagegen nicht. Ich habe keine Ahnung, wer das ist. (Und eine Quittung will ich dann natürlich schon, auch von einer GbR, auch wenn es keine Spendenquittung ist, denn die Buchhaltung lechzt nach Papieren in Leitz-Ordnern.)

    Eure Kontonummer ist nett, aber eine Überweisung an euch fertig zu machen ist mir zu kompliziert (bzw. um als Presseheini zu reden: zu wenig Service für die Leser). Aber sehr gerne erteile ich euch eine Einzugsermächtigung. Es darf einfach keine Mühe machen.

    Eine e.V.-Gründung ist heftig viel Arbeit: Ich weiß. Wir gründen gerade einen Verband der Nichtrauchertrainer, um das Berufsbild zu festigen. Weil wir es selbst nicht stemmen können, haben wir die ganze Aufgabe ausgelagert. Ein Jurist kümmert sich darum, der kann es eh am besten.

    Eure Aufgabe wäre nur, die sieben Gründungsmitglieder zusammenzukriegen, am besten alle in Berlin, der Jurist macht die Unterlagen fertig, an ein paar Abenden in der Kneipe klopft ihr die Eckpunkte fest.

    Und dann schreibt ihr in die Satzung, dass Fördermitglieder für die Geschicke des Vereins keine Stimmrechte haben und ergo auch nicht zur Mitgliederversammlung antraben. Das sollte gehen. So bleibt der e.V. schlank und in eurer Hand. Und der Jurist bekommt später mal ein Honorar aus dem Topf, den ihr einnehmt, ganz normal per Rechnung.

  13. stefan

    wenn du selbst ausschaltbare werbung als zumutung empfindest, paypal ablehnst und cookies ablehnst, aber in der gründung eines vereins die zukunft siehst: ja, dann bist du wohl ein hoffnungslos veralteter knochen.

    und du glaubst ehrlich, dass leute, die heute sagen „ich WÜRDE spenden“, es aber seit über einem jahr nicht geschafft haben, es zu tun, dass diese leute dann massenhaft in einen verein eintreten?? meine prognose: sie sagen: „ich WÜRDE eintreten“.

    die alternative: die leute lassen sich einmal die woche (so ist gerade, soweit ich weiß, die frequenz bei dem t-com-layer eingestellt) 20 sekunden lang von werbung nerven.

    das ist bestimmt nicht der einzig mögliche weg, ob es der richtige ist, probieren wir gerade aus, und ich verstehe viele argumente dagegen. aber diese empörung, die verstehe ich nicht.

  14. Thilo

    Wenn du meinst … Oder vielleicht doch einfach nur Bannwerbung schalten, die nicht beim Lesen stört?

  15. openboogie

    find ich auch interessant, dass der koop-partner von „bild“ auf dem -na, ‚contramedium‘ – „bildblog“ wirbt.

    zum einen könnte (!) dies ein beweis der trennung von verlagswesen und redaktion sein, zum anderen birgt es halt die gefahr der etwaigen einflussnahme. tauschhandel: banner-verlängerung gegen mildere schreibe.

    wie man es auch sieht: große wirkung, keine frage.

    mein wunsch und gruss:
    weitermachen, stark sein, unabhängig bleiben.

    „vereine bilden“?
    „bildet banden!“

  16. Heidiloop

    Der Bericht spiegelt genau meine Meinung wieder. Wenn jemand einen Verein kennt, der sich gegen animierte Werbung im Netz wendet, trete ich sofort als Mitglied ein. Mit den Beiträgen könnte man dann Seiten unterstützen, wenn sie auf diese Art der Werbung verzichten.

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