Ooookay, ich weiß. Es ist autistisch, in einem Blog über Blogs und das Bloggen zu schreiben. Ebenso wie natürlich der Besuch einer Blogger-Konferenz zum Thema Bloggen für einen Blogger autistisch ist. Darum kauft Freund und Kollege Holger Klein ja auch lieber in Eschborn bei Frankfurt Möbel.
Kann es sein, dass die so genannte „Blogosphäre“ in Deutschland so klein ist, weil …
- kaum jemand etwas schreibt, was die Menschen interessiert?
- viele der tonangebenden Meinungsführer Freaks sind?
- diese Leute daher über Nischenthemen schreiben?
- viele das Medium zu ernst und sich zu wichtig nehmen?
Aus meiner Sicht ist es schlimm genug, dass herkömmliche Medien Dinge erzählen, die die Menschen nicht interessieren oder mit dem Leben nichts zu tun haben (gebranntes Kind). Es ist sicher normal, dass sich auch zum Bloggen Fachmedien entwickeln. Doch warum versuchen nur wenige, eine Zielgruppe außerhalb der so genannten „Blogosphäre“ zu erreichen? Das finde ich schade. Einfach zu schade. Es geht mir nicht um „Gegenöffentlichkeit“, dazu besteht aus meiner Sicht zu wenig Anlass für „Kampf“, sondern es geht um eine Informations- und Unterhaltungslücke, in die die Blogs nun stoßen könnten, wenn sie wollten. Sinnvoll wäre es dazu nur, den Blick nach außen freizugeben.



Konkrete Themen-Vorschläge ?
Vielleicht das schreiben, was konventionelle Medien versäumen oder wozu sie angeblich keine Zeit (= keine Priorität) haben:
- keine Hofberichterstattung von der Republica für die, die eh dabei waren. Sondern eher „Splitter“, „Flurgeflüster“. Nebenaspekte, die nicht sooo freaky sind.
- Experten-Interview: Wie gefährlich ist das Einloggen ins Republica-WLAN? Genügt der üblich aktualisierte Schutz im Rechner aus Virus-Ex und Brandmauer?
- Blick auf nicht bloggende Leser: Welche Bedeutung hat die Republica für die Menschen draußen im Lande?
- Reportagen aller Art von Leuten, die Dinge beschreiben können. Wer schreiben kann, macht sogar eine Story wie „Mein erster Tag in Berlin“ zur gern gelesenen Lektüre. Will hier auf Luzie verweisen (http://luzie.twoday.net/), die das Genre „Mini-Reportage“ auf wunderbare Weise beherrscht.
- Blogger-Portraits. Nimm jeden Tag einen Blogger und portraitier ihn (Stöckchen sind dafür ja im Grunde auch nur eine Krücke).
- Interviews mit Entscheidern zu politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Themen. Als Journalist beim Häuptling anrufen und um Interview bitten.
- Kurz-Statements verschiedener Blogger zu kontroversen Themen. Fünf Köpfe, fünf Meinungen Marke „Ich finde, dass“. Oder auch nur zwei Kontrahenten und dann das klassische Pro-Contra.
- fundierte Kommentare mit klar positionierter Meinung. Das und das in der Politik ist gut/mies, weil. Deutliche Wertung, ohne unqualifiziert zu polemisieren. Die Leser Argumenten folgen lassen.
- etc. pp.
perfekt! schöne liste….