Schweige, Spirale!

Dem Außenstehenden stellt sich die Blogger-Community als seltsamer Haufen dar, wenn er die Republica besucht. Im Einzelnen ergeben sich sehr viele wertvolle und spannende Gespräche – über Medienrecht, Umgang mit Trollen, Anforderungen an die Ethik und den gesunden Menschenverstand des Bloggenden und seiner Rezipienten. Es ist eine Schar unterschiedlichster spannender Menschen mit sehr verschiedenen Hintergründen.

Bei einer gröberen Sicht auf das Ganze ergibt sich ein diffuseres Bild, logischerweise. Das Ganze herunterzubrechen auf eine kurze Beschreibung der Szene würde münden, stellte ich die Beschreibung an, in eine Mischung aus Attac-Ästhetik, Medienyuppietum und American Spirit rauchenden Informatikern. Ein Mix aus Elementen der Bürgerrechtsbewegungen, des technischen Fortschrittes und seiner Vermarktungsmöglichkeiten sowie der Faszination an den mathematischen und logischen Möglichkeiten des Ganzen.

Die wahrgenommene öffentliche Meinung innerhalb der Szene scheint bestimmt vom Typus des kreativen Kämpfers. „Wahrgenommene“ öffentliche Meinung heißt, dass es die von der Mehrheit als Meinung der Mehrheit wahrgenommene Meinung ist – was natürlich nicht bedeuten muss, dass es wirklich die Meinung der Mehrheit ist. Es ist nur die Meinung, die eine laute Gruppe formuliert, von der wir zunächst nicht wissen, ob sie die Mehrheit ist.

Nach Erkenntnissen des Bamberger Forschers und Bloggers Jan Schmidt finden sich in der Blogszene sehr viele Jugendliche. Viele bloggen, um einfach einem bekannten Freundeskreis ihr Leben mitzuteilen. Die Szene belächelt diese Blogs oft als Katzen-Content oder Strickblogs – und das ohne angesichts herkömmlicher Tiermedien oder Strickmusterzeitschriften zu bedenken, dass hinter Katzen- und Strick-Content möglicherweise jede Menge Unterhaltungswert, Spaß und vielleicht sogar Umsatz schlummert (Knut!). Die Szene belächelt diese Dinge, weil oder obwohl es Dinge sind, die die Menschen lesen wollen. (Und weil die Szene diese Dinge belächelt, schreiben viele Blogger lieber krauses Insider-Zeug.)

Gehen wir mal davon aus, dass Katzen- und Strickblogger nicht bei einer Bloggermesse auf dem Podium sitzen und darüber referieren, wie sie Katzencontent bloggen. Auch wenn das aus meiner Sicht spannender wäre als merkwürdige semijuristische Diskussionen über Ethik. Warum tun sie es nicht? Weil man sie belächelt. Wer belächelt sie? Die wahrgenommene öffentliche Meinung. Wer sitzt dann auf dem Podium? Die, die die öffentliche Meinung bestimmen.

Auf dem Podium sitzen Leute, die das Bloggen nicht nur als weiteren Kommunikationskanal mit einigem Potenzial sehen, sondern die dem Bloggen einen weltanschaulichen Platz einräumen. Es sind zum Teil Freaks mit zum Teil exorbitanter Intoleranz entgegen dem Freiheitsgedanken, den sie predigen. Die anderslautende Meinungen abbürsten. Und die eine gedankliche Atmosphäre schaffen, in der Katzenblogger lieber leise sind, weil sie glauben, damit gegen die Mehrheit zu sprechen oder auch nur nicht so cool zu sein, weil es zum Coolsein gehört, dass man krauses Insider-Zeug schreibt.

Worauf ich hinauswill? Auf die Schweigespirale von Elisabeth Noelle-Neumann. Ich erlaube mir, Wikipedia zu zitieren, weil es kaum treffender geht:

Mit Schweigespirale ist gemeint, dass die faktische Minoritätsmeinung (Minderheitsmeinung) durch Medien parallel und gehäuft als Mehrheitsmeinung dargestellt wird. Aus Angst isoliert zu werden, unterlassen es Anhänger der eigentlichen Mehrheitsmeinung, ihre Meinung öffentlich zu äußern.

In der Folge wird die schweigende Mehrheit weiter als Minderheit empfunden, wodurch die Medien noch weniger über sie berichten, wodurch sie als noch unwichtiger wahrgenommen wird, wodurch sie schließlich möglicherweise sogar verschwindet. Die laute Minderheit wird dagegen lauter und dadurch bald zur Mehrheit – und das nicht durch Argumente und Überzeugung, sondern durch ein schlichtes Phänomen öffentlicher Kommunikation.

Nun nehmen wir die Verteilung der Blogs, wie Jan Schmidt sie dargestellt hat. Es gibt wenige Vielgelesene und viele Weniggelesene. In der Summe gibt es irre viele Blogs, sie gelten als unzählbar.

Die meistgelesenen Blogs gelten – obwohl auch sie von weit weniger als der Mehrheit der Menschen gelesen werden – als Leitmedien. Ihre Macher nehmen sich das Recht, die ästhetische Anmutung des Denkens und die geistige Atmosphäre der Szene zu bestimmen und ihre Meinungen vorzugeben. Beziehungsweise sie wehren sich nicht dagegen, dass ihnen wie von Geisterhand eine Menge folgt. Auch wenn die Menschen, die diese Blogs machen, möglicherweise eine Minderheit darstellen, nimmt man sie bald als Mehrheit wahr, weil sie sich eben artikulieren und die anderen nicht. Die Folge ist, dass die scheinbare Minderheit entweder zur scheinbaren Mehrheit überläuft oder schweigt – in beiden Fällen macht die Schweigespirale die scheinbare Mehrheit zur tatsächlichen Mehrheit. Oder andersherum: Sie macht aus einer lauten Minderheit eine laute Mehrheit.

Im Grunde ist die Schweigespirale etwas Ähnliches wie mein Modell vom Gedankenrecycling, nur betrifft sie nicht das Individuum in seinem Verhalten gegenüber anderen, sondern die Dynamik innerhalb sozialer Gruppen.

Und im Grunde ist es bei den Bloggern ein ähnlich unglaubliches Faszinosum wie bei herkömmlichen Medien: Obwohl kaum jemand „Bild“ liest (85 Prozent der Deutschen lesen sie nicht), gilt das Blatt als Leitmedium für viele andere. Und obwohl „Bild“ insofern keine Rolle spielt, tut „Bild“ immer wieder so, als repräsentiere es Deutschland. Bei einer Bloggermesse wie aktuell in der Kalkscheune in Berlin sorgt der gleiche meinungsbildende Prozess dafür, dass eine Minderheit die Stimmung in der so genannten „Blogosphäre“ bestimmt und auch gleich die Themen vorgibt. Beide – „Bild“ und die Leithengste der so genannten „Blogosphäre“ – nutzen die Theorie der Schweigespirale, um ihre Meinungen als Mehrheitsmeinungen zu inszenieren. Sie bestimmen vom Podium aus, wer belächelt und wer ernst genommen wird.

Es sind noch zwei Tage Bloggermesse. Das Programm ist spannend. Leider finde ich darin zu wenig Katzencontent. Mich würde interessieren, wie Blogger, meinetwegen jüngeren Geburtsdatums, öffentliche Debatten ins Leben rufen, ohne dabei so langweilig zu sein, wie es viele herkömmliche Medien und manche Blogger sind. Ich bin der festen Überzeugung, dass gut gemachter Katzencontent und spannende Strickblogs draußen im Lande mehr Herzen erobern als der publizistische Freiheitskampf einer Minderheit, die nur innerhalb einer Szene als Mehrheit wahrgenommen wird.

Und ich bin überzeugt, dass Schreiben ein Akt für die Leserinnen und Leser ist, die draußen leben und Alternativen zu langweiligen Mainstream-Medien suchen, ohne jemals das Wort „Blog“ gehört zu haben. Die beim Klick in einige der als gut geltenden Blogs zwei Zeilen lesen, nicht verstehen und den Browser wieder zumachen. Aus meiner Sicht geht es darum herauszufinden, was die Menschen wollen: Wie sieht die Alternative zu den alten Medien aus, die diese Leute suchen? Rhetorische Selbstbeweihräucherung seitens irgendwelcher Exzentriker jedenfalls wollen sie wohl nicht. Um zu erkennen, dass die sich bald als hohl entlarvt, braucht’s keine Blogs.

Warum ich eigentlich „Blogosphäre“ in Anführungszeichen schreibe? Weil ich auch nicht von Radiosphäre, TV-Sphäre oder Printsphäre spreche. Ich fürchte, Blogs sind, wenngleich ein neues, aber am Ende dann doch einfach nur ein Medium. Und bisher war jedes Erscheinen eines neuen Mediums mit viel Wichtigtuerei verbunden.

43 Kommentare zu „Schweige, Spirale!“

  1. Jan Schmidt

    Interessante und gute Gedanken! Mir geht es ähnlich wie Dir: Das Programm hier ist vielfältig und durch die Bank interessant; es sind ganz unterschiedliche Leute hier – aber es fehlt eben trotzdem ein großer Teil des Spektrums.. vielleicht hätte Johnny doch Tokio Hotel fürs Konzert heute abend buchen sollen? ;-)

  2. bosch

    Dein Beitrag dürfte den Nagel auf den Kopf treffen. In Berlin treffen sich gerade viele Leute, für die das Bloggen ein sehr bedeutender Lebensinhalt ist, und sicher neigen einige von ihnen auch zu übermäßiger Selbstbeweihräucherung.

    Geht man mit offenen Augen durch die sogenannte Blogosphäre, so scheint es so zu sein, dass es fünf bis zehn spannende Blogs gibt, die wirklich neue Dinge auf den Tisch bringen, und hunderte von Blogs, die eben nichts anderes hervorbringen als die „Leit-Blogs“ zu verlinken, aber laut genug schreien können, um gerade noch bemerkt zu werden. Lässt man diese weg, dann bleibt halt nur noch Katzencontent. Ich glaube nicht, dass Katzenblogger es nicht auf ein Podium schaffen, weil sie belächelt werden, sonder eher, weil sie die ganze Bloggerei als zu unwichtig betrachten, um dafür überhaupt ein entsprechendes Podium zu eröffnen.

    Trotzdem wäre ich gerade lieber iauf der re:publica als im Büro, denn sicher wäre es spannend, den einen oder anderen, von dem man bisher nur gelesen hat, auch einmal persönlich zu treffen. Denn darin liegt doch der eigentlich Charme dieses Klassentreffens. Inhaltlich wird es vermutlich kaum Neuigkeiten geben.

  3. Vasco

    Sehr interessanter Beitrag.

    Anlehnend an diese Sichtweise fällt mir ein Video von einem Round Table mit Peter Hishberg (Chairman Technorati) ein. Dieser sagt unter anderem zum Thema Relevanz: „…the magic is in the middle: the middle of the blogosphere (blogs with 20-30 links) is much more conversational, much more topical (i.e. „cooking“, „computing“, etc..). The actual conversation takes place here, the actual „magic“ is in the middle. He suggests that the most interesting stuff in the blogosphere may be there – not in the top blogs…“.

  4. Herr Spackmann

    Guter Post! Ich persönlich finde das so genannte Katzenblogging insofern sinnlos, weil es das Ich noch weiter verherrlicht. Wir leben eh schon in einer egozentrierten Gesellschaft. Meiner Meinung nach braucht es da nicht noch mehr ICH. Blogging sollte meiner Meinung nach sinnvoll für eine Gemeinschaft sein. Erzählungen vom allwochenendlichen Absturz sind zwar lustig, aber nichts Neues und für wenige hilfreich.

    Aber ja, die Meinungen sind unterschiedlich. Da ich mit meinem Blog kein Leitmedium besitze, muss ich wohl oder übel andere Meinungen akzeptieren ;)

  5. Thilo

    Danke. Was mir vorhin noch einfiel: Die von mir beschriebene soziale Auswahl (Attac-Ästhetik etc.) bitte nicht despektierlich verstanden wissen. Wenn wir einen Betriebsausflug mit der BVG machen, wird das Bild geprägt sein von öffentlichem Dienst und von Busfahrern. Der Anteil American Spirit rauchender Informatiker ist bei dieser Auswahl schlicht geringer.

  6. Manuel

    Ja, sehr richtig! Ich stelle mir vor, wie manch ein zufälliger Surfer reagiert, wenn er ein A-Blog öffnet, und da überall Zwitter oder SozialIZR oder wahtevR liest… und nur Bahnhof versteht. Wenn man im Thema „drin“ ist, dann ist es völlig egal, ob man auch da draußen verstanden wird.

    Es ist, m. E., auch ein wenig Selbstschutz, bzw. Abkapselung. Das, was jedwede Szene (Musik, Demoscene, Aktienbroker etc.) macht, um sich von „da draußen“ zu distanzieren. Eigene Sprache, eigene Codes… helfen, das Herrschaftswissen als solches zu schützen und sich selbst über die Negierung der „Katzenblogger“ als Elite (egal welcher Art) zu definieren.

    Oder so ;-))

  7. Marcel Dembach

    Mein erster Beitrag, juhu! Bin schon seit längerem aufmerksamer Leser und würde wohl auch in den Katzenbereich der Blogger fallen, da ich eigentlich nur für meine Fußballmannschaft blogge.

    Deinem Beitrag kann ich nur zustimmen! Aus meiner Sicht ist das Bloggen ohne Frage eine bedeutendes Medium und ich denke mal, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht wurde, dennoch sollte man nicht vergessen, dass Blogs „fast“ nichts anderes sind, als sich ständig aktualisierende Webseiten, die eben sehr leicht zu bedienen sind und eben ein paar sehr gute Funktionen bieten. Dass also die Katzenblogger belächelt werden, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wenn die nämlich alle Standardwebsieten hätten, würde die Anzahl aktiver Blogs drastisch zurückgehen. Es sollte also Platz für alle dasein! Durch mein Querlesen ist mir die Selbstbeweihräucherung einiger Blogger aber auch aufgefallen. Deshalb mein Appell an alle, also nicht nur Blogger: sich selbst nicht zu wichtig nehmen und lieber das schöne Wetter genießen, freue mich trotzdem aber auch auf neue interessante Beiträge in der Blogospähre. Schönen Gruß aus HH nach Berlin!

  8. Dodg3r

    Ich finde den Beitrag sehr gelungen und sehr auf den Punkt gebracht. So klar hatte ich das bis jetzt nicht gesehen.

  9. amazeman

    Ich verstehe den ganzen Text nicht. Es gibt Leute die ins Internet schreiben. Die einen machen dazu ne Konferenz und die anderen eben einfach nicht. Genauso wie niemand über Sex bei der re:publica referieren möchte, findet sich eben auch keiner der über seinen Katzenkontent erzählen möchte.
    Soll man deshalb von seinem „Wir reden über Kultur“ Anspruch bei der re:publica ablassen? Was in dieser Welt ist denn schon umfassend?

  10. Thilo

    Gibt es denn diesen Wir-reden-über-Kultur-Anspruch? Kann Katzencontent keine Kultur sein?

  11. Solon

    Ja, interessante Gedanken!

    Ich vergleiche Weblogs immer gerne mit Fotoapparaten:

    Manche Leute nutzen Fotoapparate zur gesellschaftlichen Veränderung, manche theoretisieren gerne über das richtige Fotografieren und die richtigen Fotoapparate, manche machen damit Kunst, andere schlicht Geld als Pressefotograf (wenn es den Berufszweig noch gibt). Die meisten benutzen sie jedoch für Schnappschüsse ihrer Liebsten oder für Urlaubsfotos. Sind Fotoapparate deshalb irrelevant? Natürlich nicht.

    Genau wie Weblogs. Die meisten schreiben völlig ohne professionelle oder künstlerische Ambitionen da rein, was ihnen irgendwie wichtig ist, was sie mitteilen wollen oder festhalten wollen. Wie ein privates Fotoalbum halt früher die eigenen (analogen) Fotos enthielt.

    Und oft reicht schon der Besitz eines Fotoapparates aus, um das eigene Verhalten zu verändern: Man fährt gezielt zu Sehenswürdigkeiten hin, um sie zu fotografieren, man ist auf der Suche nach Motiven und nimmt so die Welt plötzlich anders wahr. Genauso kann es einem mit einem eigenen Weblog ergehen, nur dass man jetzt das Internet anders wahrnimmt, anders mit ihm umgeht und sich fragt: Soll ich dies und jenes verlinken? Soll ich diesem und jenem antworten in meinem Weblog oder in seinen Kommentaren? Soll ich hier und dort auf mein Weblog verweisen? Diese Verhaltensänderungen passieren dabei ganz unabhängig davon, ob das eigene Weblog nun von vielen besucht wird oder nicht.

    Und schließlich können Weblogs wie eine Fotosammlung zu einer Art Archiv und Erinnerungsstütze werden. Aber um diesen Effekt wahrzunehmen, bloggen die meisten wohl noch nicht lange genug. ;-)

    Ich halte es also für okay, wenn sich bei Re-Publica die Theoretisierer und Teil-Profi-Blogger treffen, aber sie sind natürlich auf keinen Fall an sich irgendwie repräsentativ für die Nutzer von Weblogs und sollten sich hüten, so zu tun oder so aufzutreten, als ob sie es wären. Leider fallen manche Medien drauf rein und schreiben dann von den „neuen Problemen der Blogger“, als da angeblich wären: Das Problem, mit dem Bloggen Geld zu verdienen und medial weiterhin – vor allem jetzt am „Ende des Weblog-Hypes“ – zu wenig Beachtung zu bekommen.

    Und ich stelle mir einen entspannten Katzencontent-Blogger vor, der ob dieser Sorgen nur schmunzelt und genüßlich seine Katze krault.

  12. Philsen

    Danke.

  13. bosch

    @Thilo: Wenn Katzenkontent den Hauch eines literarischen Anspruchs hat, könnte man ihn als Kultur bezeichnen. Wenn nicht, dann sind es doch bloß Internettagebücher.

    Ob die auf der re:publica anwesenden Katzencontentblogger ihr Strickzeug mitgebracht haben, um ihren daheimgebliebenen Haustieren für den kommenden Winter ein Pullöverchen zu fertigen?

  14. Cem

    Vogel fliegt. Fisch schwimmt. Ich blogge wieder privat. Ohne Plan. Und ohne Katzen. Danke für die Anregung.

  15. Thilo

    @bosch: Ich wittere hinter der „Kultur“-Definition (nicht bei dir) einen Abgrenzungsgedanken. Marke „wir sind Kultur und die anderen nicht“. Sehe das in etwa so wie Manuel, der oben kommentiert hat.

    Und bisher habe ich keine Stricker gesehen ;-) Sitze wie du auch gerade im Büro und ärgere mich, dass meine Kamera zu Hause liegt (ich Unprofi!), weil hier schon die ganze Zeit unsere Hofkatze um unsere Beine schleicht und ich sie gerne nett portraitieren würde, um erstmals Catcontent zu bloggen. :-) Aber jetzt gehe ich gleich wieder rüber in die Kalkscheune.

  16. .markus

    Das Spektrum dieser Versammlung deckt genauso wenig die Interessen „der Blogger“* ab, wie die UNO die Bedürfnisse der Menschheit.

    *Blogger ist nur eine Bezeichnung und ähnlich abstrakt wie Mensch.

  17. Arne

    Ein sehr guter Artikel. Deine Analyse bringt den aktuellen Zustand der sogenannten Blogosphäre absolut auf den Punkt. Und es ist, so meine Empfindung, ein wohltuender Blick von außen, der den sogenannten A-Bloggern abhanden gekommen zu sein scheint. Leider befördern A-Listen wie z.b. der Blogscout diesen Zustand auch noch. Diese gewisse Elitarisierung wird dem Bild der wirklichen Bloglandschaft nicht gerecht.

    Oft sind es doch die kleinen Weblogs z.b. einer Bloggerin, die über ihr Leben als Partnerin eines Berufssoldaten schreibt oder das Weblog eines an Schizophrenie erkrankten Bloggers, der über seine Krankheit, ihre Hintergründe und den Umgang mit ihr schreibt, die Weblogs, die das Medium ‚Weblog‘ so spannend machen.

    Vielleicht möchte man mit solchen Konferenzen das Medium ‚Weblog‘ einfach greifbarer machen, der lieben Kommerzialisierung wegen. Das würde zumindest so manche Wichtigtuerei erklären.

  18. bosch

    @Thilo: Sicher gibt es auch eine Katzencontentkultur, denn schließlich geht auch das Schreiben über die pelzigen Mitbewohner über das Nötigste im Leben eines Menschen hinaus. Ich bin jedenfalls immer froh, irgendwo etwas zu lesen, worüber noch keine zwanzig anderen Blogs geschrieben haben – so es denn einigermaßen lesbar geschrieben ist.

    Katzencontent kann ich übrigens nur empfehlen. Ich habe mich kürzlich auch erstmals daran versucht und bereue nichts.

  19. sachsenwunder

    Guter Artikel. Fein beobachtet. Eines allerdings stört mich auch hier. Genauso, wie bei den vielen sogenannten A-Bloggern: Das Diskutieren über das blog an sich. Alles dreht sich um die eigene Achse. Ein Spiegelkabinett mit Spiegelfechtern. Natürlich auf hohem Niveau. Und so auch hier jetzt. Lasst die Leute einfach bloggen, wie sie wollen. Katzen, Stricken, Partybeichten – what ever! Wer es nicht lesen mag, liest es nicht. So what?

  20. Thilo

    @ sachsenwunder: Ja. Gelobe ja auch Besserung und werde mich künftig in Sachen Blog-Autismus zurückhalten. Nur wollten meine Finger angesichts der einen oder anderen Begebenheit auf der Republica nicht mehr stillhalten.

  21. Zwackelmann

    Ich kann mich nur amazeman anschließen: Ich verstehe den Text auch nicht. Wo ist denn der Unterschied zwischen den „Freaks“ (?), die „krauses Insider-Zeug schreiben“(???) und den Katzencontentlern ? Und würde man letzteren auf der re-publica ein Forum bieten, hätten sie dann nicht die silent majority verlassen und stünden auf der anderen, der falschen Seite ? Nebenbei: Den Text mit der kruden Theorie einer – sagen wir’s mal diplomatisch: nicht unumstrittenen – Person wie Frau Noelle-Neumann zu verbrämen, hätte man sich auch schenken können.

    DonAlphonso moniert zu viele „Belanglosigkeiten“ auf der re-publica, hier wird das Fehlen von Katzen- und Strickcontentbloggern beklagt. Ja was denn nun ? Da agieren einige als Gralshüter der allein selig machenden Bloggeretikette, die den Ketzern und Frevlern vorschreiben, wie das Medium zu nutzen sei. Damit will ich nicht sagen, dass man nicht kritisieren / reflektieren darf – ich finde es sogar sehr wichtig, gerade in Bezug auf heikle Themen. Aber mir kommt es gerade so vor, als müssten noch die abstrusesten Beispiele herangezogen werden, nur um ein Haar in der Suppe, die andere für einen gekocht haben, zu finden.

    Die „Szene“ (was ist das ?) belächelt den Katzen- und Strickcontent aus genau dem gleichen Grund, aus dem ihn jeder halbwegs mündige Erwachsene belächelt: Weil er belanglos ist. Das heißt nicht, dass man solchen Content nicht produzieren darf/soll. Er wird zuhauf produziert und auch zuhauf gelesen, aber deswegen muss man seinen Stellenwert nicht überhöhen und mehr in ihn hineingeheimnissen, als drin ist.
    Und dass Du Dir auf der re-publica von einem der „vielen Jugendlichen“, die „bloggen, um einfach einem bekannten Freundeskreis ihr Leben mitzuteilen“ Vorträge anhören würdest, nehme ich Dir nicht ab. Oder interessiert es Dich wirklich, dass der fiese Andi mit der Babsi Schluss gemacht hat und jetzt mit der doofen Jenny aus der 9b geht ?

    Dass es auf der re-publica Selbstbeweihräucherung, Belangloses und Überflüssiges gibt – geschenkt. Aber ich denke, es ist der Versuch einer Bestandsaufnahme und Standortbestimmung dieses Blogger-Dingens (zumindest eines Teil davon). Dass die Katzen- und Strickcontentblogger (und wenn sie von noch so vielen Leuten gelesen werden) dazu etwas konstruktives beigetragen hätten, wage ich zu bezweifeln.

  22. waschsalon

    so wertvoll die anregungen sind – so sehr ätzt mich dieses metabloggen auch an. statt anderen ständig zu erzählen, was wie funktioniert oder doof ist und was nicht, sollte man einfach sebst ein gutes blog machen. fertig. qualität soll sich ja angeblich am markt durchsetzen…
    fass mich an die eigene nase und ende damit.

  23. Jürgen

    Schöner Beitrag. Wenn man sich die sogenannten „A-Blogger“ mal ansieht und alle rausnimmt, die aus dem Journalismus kommen, bleibt wohl nicht mehr so sehr viel A übrig. Das dieser Kreis einen anderen Anspruch an sich selbst hat, ist normal. Problematisch wird es tatsächlich dann, wenn dieser Anspruch auf die B- bis Z-Blogger übertragen wird und deren Mühe als Katzen- oder Strickcontent abgekanzelt wird.

    Ohne B- bis Z-Blogger gäbe es keine Alpha-Blogger ;-)

  24. sachsenwunder

    Hey, schon in Ordnung. Habe auch gelegentlich blogautistische Gedanken. Geht aber GottseiDank schnell vorbei. btw: Nettes Blog hier. Mal in meinen Feedreader, der gerade so uninteressant ist, reinstelle.

  25. The Exit

    Ein manueller Trackback: http://www.hauptstadtblog.de/a.....lauer-berg

  26. Doc Montresor

    Zwei Gedanken dazu:

    1. Gesellschaftliche Relevanz ist nicht unbedingt gleichsetzbar mit Mehrheitsmeinung. Insofern können manche Themen schlicht wichtiger sein als andere, auch wenn sie nur von Minderheiten diskutiert werden.

    2. Es gab da mal eine Streitantwort eines englischen Professors auf den Vorwurf, neuere Studiengänge bestünden nur aus Mickey-Mouse-Seminaren und hätten keine Bedeutung im Verhältnis zu Klassikern wie Geschichte oder Philosophie. In der Antwort legte der Professor sehr überzeugend und satirisch dar, dass grundlegend wichtige wissenschaftliche Themen, Erkenntnisse und Techniken auch anhand von Seminaren gelehrt werden können, die ausschließlich die Figur Mickey Mouse beträfen.
    Also übertragen hieße das: Wichtige Themen könnten auch mit Hilfe von Katzencontent diskutiert werden, es kommt nur auf das Wie an.
    (Ich suche mal noch nach dem Artikel – ist schon ein paar Jahre her…)

  27. Christian

    Sehr schöner Beitrag, aber ein kleines Veto. Die Unterstellung, das quasi die intolleranten, freak-Zeug-A-Blogger zwischen Öffentlichkeit und Katzencontent stehen. Tun sich nicht. Wahrscheinlich lesen mehrere Katzencontender die gleichen A-Blogs, während A-Blogger sicherlich verschiedene Katzenblogs verfolgen.

    Allerdings reden wir hier von absoluten Mikrosegmenten. Auch wenn das A-Blogger-Vernetzungs-Konstrukt sehr leicht suggeriert, es wäre das eintug relevante, ist es das außerhalb des Internets, in der realen Welt, noch beileibe nicht. Höchstens bei ein paar Freaks. Aber dann schließt sich auch wieder der Kreis zu den Katzencontendern.

    Es sind dann halt nur 10 statt 100 oder 100 statt 1000. Sachen wie Bildblog völlig mal außen vor.

    Noch ist es so, dass A-Blogger nur mit viel Glück überhaupt die Relevanz erreichen, die eine Taube hat, die auf die Druckvorlage einer Werbeanzeige im Spiegel geschissen hat. Solange Online noch nicht überall ist, ist das was Online ist, auch nicht überall. Das übersehen Menschen gerne, die überall online sind und damit oft schon nirgends wo anders mehr.

  28. Batz

    Auch wenn der Artikel einen wahren Kern haben mag, so drückt er doch eime Ernsthaftigkeit aus, die ich bei den angesprochenen „A-Bloggern“ so eher selten erlebe.

    Viel eher scheint mir, daß da vielleicht manchmal etwas naiv, aber dennoch aus Spaß und eigenem Interesse heraus agiert wird und man sich gar nicht so furchtbar wichtig findet, wie andere sie erleben oder machen.

    Bei vielen gehts sicher einfach drum über Sachen zu reden die sie selbst spannend finden in der Hoffnung daß es auch andere Interessiert. Genauso wie sie über Dinge Bloggen die sie selbst gerne lesen würden.

    Ab und zu mal einen Schritt zurücktreten und nicht alles so furchtbar ernst nehmen, täte der Diskussion manchmal wohl ganz gut. Denn weder behauptet man dort ultimative Wahrheiten zu verkünden, noch ein für alle gültiges Abbild des Bloggens weitergeben zu wollen. Man sagt was man selbst denkt und wenn einen Katzencontent nicht interessiert, dann lästert man eben mal. Aber genau das macht Blogs doch auch aus.

    Am Kiosk wählt manb sich auch das aus was einen interessiert und lästert über Leser der YAM oder Wendy – ja , warum auch nicht? Muss man bei allem denn immer den Proporz im Kopf haben und das man auch allen gerecht wird?

    Ich erlebe die re.publica als Mischung aus CEBIT und Schullandheim, mit Leuten die man mag, Leuten die man weniger mag, mit Diskussionen die einen interessieren und anderen die man schweinelangweilig findet. Und ich denke genau das soll es auch sein.

    Wenn andere unterstellen hier solle nun im Namen der kompletten Blogosphäre gesprochen werden oder Journalisten das nachplappern ist das deren Problem.

  29. Tim

    Mir ist genau diese Diskrepanz auf dem Kongress aufgefallen, ich hätte sie nur nie so gut formulieren können. Chapeu. Kurzer Rundumschlag zu ein paar Kommentaren:

    1) „Belanglosigkeit“, also Abwesenheit von Relevanz, ist kein Merkmal vom Kultur (von Kunst möglicherweise, aber das ist auch nicht so wirklich klar). Kann man sich gut merken:

    Weißwürste sind Bestandteil der bayerischen Kultur. Sind Weißwürste belanglos? Die Antwort auf diese Frage ändert den ersten Satz nicht, egal, wie sie ausfällt. Jedes noch so kleine Katzenblog ist Teil der Blogkultur, und wenn man sich noch mal schnell wieder an Longtail erinnert, machen gerade diese Mikrobenblogs sogar einen erheblichen Teil der Kultur aus.

    2) Gerade diese vermeintlich belanglosen Blogs machen zweifellos einen erheblichen Teil dessen aus, was man Blogosphäre nennt. In der Hauptsache geht es darum, dass einfach zu bedienende Werkzeuge existieren, die jeder der mag frei nutzen kann. Wie in allen anderen frei zugänglichen Medien ist davon natürlich 80% klassisch „belanglos“, aber in der Summe haben die Leser dieser Blogs, wenn auch jeweils sicher im einstelligen Bereich, durchaus ein hohes Gewicht, die Leser überschneiden sich in der Regel auch nicht. Von den Spreeblick-Lesern liest doch grob die Hälfte auch Bildblog. Daran haben die Adical-Macher bisher auch nicht so richtig gedacht. Und da macht dann auch die Noelle-Naumann-Theorie absolut Sinn, es ist komplett irrelevant, ob die Frau nun umstritten ist oder nicht.

    3) Ob die „A-Lister“ (das jetzt direkt zum wahnsinnig undurchdachten Kommentar von Zwackelmann) viel zu einer Standortbestimmung beitragen oder sich nicht auch einfach gern reden/schreiben hören/lesen, kann man diskutieren. Ich würde da dann aber zurückfragen, wem auf der Welt eben diese Standortbestimmung irgendwas gebracht hat außer vielleicht dem warmen Gefühl im Bauch, irgendwie bei einer Grassroots-Revolution dabei zu sein? Das ganze Metageschwafel langweilt seit langem, vor allem ist es immer das selbe (wer Tim O‘Reilly’s Etikette interessant findet, hat nur das Usenet verpasst) neu verpackt. Thilo hat da in seinem letzten absatz einfach nur vollkommen recht. Und wenn Strickblogger zu Standortbestimmungen nicht viel beizutragen haben (vermessen und arrogant, übrigens), dann zeichnet sie das vielleicht eher aus.

    Hinzufügen mag ich noch, dass es in Berlin auch einfach keinen Diskurs gab. In den meisten Veranstaltungen wurden ein paar tumbe Fragen gestellt, aber ansonsten haut man doch seinem Blogger-Kumpel nicht aufs Maul. Da konnte dann am Mittwoch der Herr von google unkommentiert Sachen sagen, für die er von jedem Journalisten auf die streckbank getackert worden wäre. Keiner tut wem weh, keiner fordert wen, bei keinem Vortrag muss man groß nachdenken oder nur für 5 Minuten kreativ werden. Lauwarme Inhalte einfahren (jaja, gab auch Ausnahmen), paar möglichst witzige short Messages aus Langeweile auf die Leinwand, dann meet&greet, dann saufen. Ist ja auch mal ganz schön, aber die Leute kümmern sich in Wirklichkeit alle gar nicht so wirklich um dieses ganze Longtailgrassrootsrevolutiongeschwurbel: Die wollen echt einfach nur bloggen. Visionen scheinen im Moment eher aus zu sein, sowohl vor als auf den Podien. Weil, jetzt wird ja erstmal professionalisiert. Und für die nahe Zukunft ist da ein Platz auf irgendeiner A-List erstmal wichtiger. Wird demnächst dann auch wieder anders.

  30. kris

    als ehemaliger a-lister (ohne schmäh jetzt, ich habe 2001 mit dsr 3 bloggies eingefahren) bin ich vor ca. 5 jahren zu den katzenbloggern übergelaufen.

    mich hat immer genervt, dass bloggen nur dazu benutzt wurde, um über bloggen zu bloggen. und wozu sollte ich mich darum kümmern, was dave wiener und die damalige a-list von mir halten? meine freunde wollten spaß auf meiner site haben und ich will im web gefahrlos experimentieren und nebenbei daraus was lernen. alles andere ist mir powidl.

  31. gorillaschnitzel

    Klasse Text. Dankeschön.

    My5Cents: Zum einen dreht sich die „Blogszene“ noch viel um sich selbst (übers Bloggen bloggen, wie es Kris genannt hat)…das muss nicht so bleiben.
    Zum anderen finde ich die „wirkliche Macht“ der Blogs hierzulande noch nicht gegeben. Das ist in repressiven Regimes zugegebenermaßen leichter, aber ich warte noch drauf, bis der Einfluß wirklich auch politisch wird. Das sehe ich hier -noch- nicht…
    Ach ja: All die A-Lister wären ohne die B- und Katzenlister auch keine A-Lister…Ohne Publikum wird man halt nicht gehört…

  32. Markus

    Manueller Trackback:
    http://textundblog.de/?p=1556
    Seit Langem das beste, was ich zu Blogs gelesen habe. Und wie immer bei guten Blogartikeln mit spannenden Kommentaren.

  33. Seether

    Vielen dank! Treffender hätte man es kaum beschreiben können.

    Interessant ist, das die Menschen dazu neigen sich und das was sie tun, über alle Maßen zu mystifizieren. Die Leute auf dem Podium stellen sich nicht nur hin weil sie glauben sie wären die einzig „wahren“ Blogger, sondern auch weil sie der restlichen Öffentlichkeit um jeden Preis beweisen wollen das sie der einzig ernst zunehmende Teil sind. Belächelt die Öffentlichkeit das Bloggen, belächelt sie auch die Blogs der Menschen die dort auf dem Podium stehen.
    Diese haben jetzt aber auch angefangen, eben mit jenen Blogs Geld zu verdienen. Und welche Firma will Geld in ein belächeltes Nerd-Medium stecken?!

    Katzen-Content gab und gibt es – zum Glück – schon immer. Menschen die mit dem selben Medium versuchen, Geld zu verdienen, nicht. Ich meine hier einen kausalen Zusammenhang zu erkennen…

    Oder aber, ich sehe das alles nur viel zu ernst. Wer weiß…

    SEETHER

  34. alp

    Trackback, Emanuelle: Katzenblogger bzw. die Entmystifizierung der A-Liste

  35. Frank

    Der Beitrag gefällt mir sehr. Die meisten Kommentare bringen schon rüber, was ich auch dazu denke. Ein paar Worte zur „Standortbestimmung“ möchte ich aber loswerden. Was soll das sein? Was ist gemeint? Der Auftakt zum Hornblasen in Richtung Kommerzialität, die sofort und grundsätzlich von den entsprechenden Heinis mit Professionalität gleichgesetzt wird? Der Versuch, alle anderen ‚Klein‘-Blogger möglichst abzukanzeln und unter den Teppich zu kehren, um eine neue Monopolstellung zu erobern (so eine Art SED der blog-DDR)? So kommt das nämlich bei mir an, das ganze Gesülz. Ich als ‚Katzenblogger‘ will ehrlich gesagt zu solch einer ignoranten Wichtigtuerblase gar nicht gehören. Sollen die mal ihren ‚Standort‘ bestimmen – ich habe deren schon für mich bestimmt: möglichst weit entfernt von mir!

  36. Kolumnistenschwein

    Gut beobachtet. Gut geschrieben. Gut gemeint. ABER: Es wird nichts daran ändern, dass sich ein Großteil der Bloggerszene nur um sich selbst dreht, bis er sturzbesoffen an seiner eigenen „Wichtigkeit“ erstickt. Mir persönlich dienen Blogs hauptsächlich der Unterhaltung (beetlebum.de bspw.), meine Tageszeitung werden und sollen sie nicht ersetzen.

  37. OliverG

    In der Statistiksession wurde u.a. festgestellt, dass es ziemlich vuele disparate Szenen gibt. D.h. das war nicht DIE Szene, die sich getroffen hat, und das war den leuten auch bewusst wie aus diversesten Äußerungen klar und deutlich wurde.
    Man kann natürlich immer anderen falsches Denken unterstellen. Wenn man will.
    99% „der Blogger“ nehmen den ‚Kopf‘ des Long Tail gar nicht wahr. Und das wissen übrigens auch die bösen Blog-PRler ;)

    Wir reden ja auch nicht von E-Mailern oder Chattern, als ob sie alle gleich wären. Aber manchen wäre es wohl lieb, sie hätten die Deutungshoheit über das ‚richtige Bloggen‘, auf der re:publica hab ich keinen von denen getroffen.

    Wie „man“ bloggt und was für wen ‚relevant‘ ist, das ist jeweils die eigene Entscheidung – den Satz hab ich hingegen recht oft gehört… Und auch die ‚Profis‘ ais der ‚Kommerzecke‘ (WAZ, RE, FOCUS) waren sich laut und deutlich darüber bewusst, dass sie sich in einem experimentellen Umfeld bewegen und dass es ‚Sebst dort‘ kein richtig und falsch gibt sondern nur Versuchsbewegungen, die auch einiges an Raum für scheitern lassen (das kam so sinngemäß aus 1-2 Ecken z.B. beim Bürgerjournalismus und Medien(r)evolutions-Panel.
    Das man jetzt den re:publicanern ein elitebewiusstsein oder eine deutungshoheit zuschuszert, die sich dort niemand angemaßt hat, damit man liechter auf etwas einhauen kann, dessen teil man nicht sein wollte (den Schreiber hier mal ausgenommen) irritiert etwas. (So nach dem Motto: „Ich geh nicht hin, dann kann es nur Mist (gewesen) sein.“)

    (Und ich überlege, ob ich anfange Katzenbilder zu posten ;))

  38. mac

    Schöner Artikel.

    Letztlich sind Blogs einfach private Homepages, früher bei Geocites, heute eben via Wordpress auf der eigenen domain im „Blog Paket“ beim Hoster der Wahl. Und da durch die technische Infrastruktur der Blogs (das ist der wesentliche und einzig bedeutende Unterschied zu den privaten Homepages von früher) inzwischen auch Hausfrauen und Frisöre ins Netz schreiben können gibt es eben nicht mehr nur Linux-Nerds und Angestellte im Uni-Rechenzentrum.

    Katzencontent rulez!

  39. 404

    Vielleicht aber ist doch alles ganz anders. Wer will das immer wissen?

    Wozu braucht man die ganzen Eintütungen, dem sei so und dies sei dessen?

    Die entspannte Athmosphäre bei der re-publica, von der viele sprachen, setzte sich auch daraus zusammen, dass die ganzen Benamungen, Klischees und Bewertungen in Bezug auf Blogging überhaupt keine Rolle spielten.

    Um diese Dinge hier mache ich mir jedenfalls keine Gedanken.

  40. Regine

    Spreeblick Hotel
    Die Jüngeren, die waren auch da. Und sie entdecken Blogs als Möglichkeit jenseits der Scheuklappen. Sowohl als Informationsbeschaffungsmedium als auch als Medium, mit dem sich Information verbreiten und prägen lässt. Wenn sie dabei auf Johnny als Vorbild oder Idol treffen, find ich das völlig OK. Mensch, wie gerne hätte ich das während meiner Schulzeit gehabt.

  41. Michael Fritz

    Um mal die schweigespirale in den kommentaren zu durchbrechen: ich habe erst beim zweiten durchlesen die kernaussage des artikels verstanden, ein bisschen mehr ordnung würde deinem artikel mehr aussagekraft geben. zudem finde ich den begriff der schweigespirale für blogs nicht mehr und nicht weniger zutreffend. Die SP gilt für alle Formen der Kommunikation, und Meinungsführer sind nunmal in jeglichen Medien und Kommunikationsformen zu finden.

  42. Gunnar

    Danke für den Text. Du hast mir aus der Seele gesprochen. Ich habe oft wirklich Hemmungen bei den „großen“ Blogs etwas kritisches zu schreiben. Aber durch das Lesen deines Textes sehe ich jetzt einiges klarer. Als Blogger mit Herdentrieb ist man der großen Meinung ausgeliefert. Die eigene und echte Meinung ist doch viel wichtiger als das starre Folgen einiger sich zu wichtig nehmender Blogger.

    Gunnar

  43. lantzschi

    das Zauberwort bei „denen da oben“ heißt Redundanz.
    sehr aussagekräftiger text, der wohlwollend gehört wurde in kleinbloggersdorf und sicherlich vielen aus der seele sprach, außer „denen da oben“

    manueller trackback zum stichwort metablogging:
    http://www.tugendsuende.de/?p=8

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