Shoppa et labora

 

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Das „Caffé etc.“

Für außergewöhnliche Arbeitsplätze habe ich eine Schwäche. Zum Beispiel für das „Caffé etc.“ in Hollywood, Cahuenga Ecke Selma Avenue. Ein Café, in dem einen die Leute in Ruhe lassen, auch wenn man schon aufgegessen oder ausgetrunken hat, was selten ist, da man üblicherweise sofort nach Beendigung eines Konsumvorgangs die Rechnung vor die Nase geknallt bekommt.

Das Café ist ein schöner Ort, um ohne Rechner Konzeptarbeit zu machen, Planungen Revue passieren zu lassen und Filmleute Kaffee trinken zu sehen. Zeitschriften wie „creative screenwriting“ liegen rum, inspirieren einen zu neuen Taten und sind auch käuflich erwerbbar. Überhaupt ist Arbeiten ohne Rechner eine wunderbare Sache: Der Blick ist nicht so eingeengt auf die running tasks.

In Kalifornien lässt es sich insgesamt ruhiger und schneller und besser und produktiver arbeiten als in der Heimat. Nicht weil hier das Wetter besser wäre – es ist heiß, stickig, und die Stadt ohnehin sehr lärmig, zudem scheint das Wetter in Deutschland derzeit mehr Neid zu schüren als das hier. Wonnemonat Mai, Fliederblüte, bald der Lindenduft, während hier in L.A. nur der übliche Geruch von Autoabgasen, Klimaanlagen und Chlor die verwöhnte Nase betört.

Nein, der Grund, weshalb man, oder jedenfalls ich hier besser arbeite: Kein Schwein ruft mich an! Neun Stunden Zeitverschiebung sind grandios. Es gibt zwar Überschneidungen der klassischen Arbeitszeiten, aber in Deutschland denken einfach nur alle: Der ist weg. Oder: Bei dem ist sowieso immer Nacht. Während ich natürlich die deutschen Arbeitszeiten mit einplane, und so habe ich nicht nur die kalifornische Zeit, sondern auch die deutsche. Und weil das meiste eh per E-Mail und nur wenig per Telefon läuft, ist es ein insgesamt ruhigeres Arbeiten.

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Highland Avenue

Sicher ist man auch unterwegs im Städtchen zu solchen Dingen wie essen und einkaufen, aber andererseits gewinne ich mein Hotelzimmer mit seiner Klimaanlage immer lieber. Vom Hollywood Boulevard geht es zu Fuß zehn Minuten die Highland Avenue rauf, vorbei an der Methodistischen Kirche, und so bin ich nach einem Ausflug in die Hitze der Stadt rings um das Kodak Theatre schnell wieder im Kühlen. Bald erwarten uns hier angeblich 35 Grad Celsius, was echt nicht mehr spaßig ist – ich sehe mich vorrangig im Hotelzimmer und in irgendwelchen air-conditioned Bars am Santa Monica Beach abhängen.

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Deckenlampen im „Miceli’s“

Auch eine schöne Location ist das „Miceli’s“, angeblich Hollywoods ältestes italienisches Restaurant. Das Essen dort ist skurril, aber durchaus essbar – wer Schnitzel mit Gemüse bestellt, bekommt alles in Stücke gehauen auf einem Teller.

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Schnitzel mit Gemüse

Beeindruckend ist vor allem die mich an einen Pub erinnernde Inneneinrichtung samt der mich an einen Esotero-Shop erinnernden Lampen. Während draußen die Sonne gleißt, ist es hier düster und dunkel, als sei man in einer anderen Welt.

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Mona Lisa serviert Pizza …

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… und der Himmel hängt voller Flaschen.

Alternativen für ansprechenderes Essen sind in jedem Fall das Cheebo und das Falcon, beide am Sunset.

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Gruppenfoto im „Falcon“: Jörg, Klay, Sandy, Jamaal, Warren, Henriette, Stefan, Thilo (v.l.)

Eine Empfehlung für alle, die es einmal hierher verschlägt: ein Laden namens „Hollywood Toys & Costumes“ – hier gibt es alles an Scherzartikeln, Masken, Kostümen und sonstigem Spaßzeug.

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Selbstportrait

Die aufregendsten Schuhe gibt es hier, und die besten Klamotten unter anderem aus der „Rebel-Spirit“-Collection finden sich hier.

Und jetzt muss ich wieder arbeiten.

4 Kommentare zu „Shoppa et labora“

  1. Cujau

    Hollywood ist mehr als Film! Wunderbar eingefangen! Fülle Spasss und Ruhe weiterhin!

  2. Thilo

    Ja, viele scheinen enttäuscht zu sein, wenn sie merken, dass das hier auch nur eine Stadt ist.

  3. Cujau

    Wieso das? Enttäuscht? Nur eine Stadt? Dann sollen sie selbst eine Stadt bauen. Wunderbar, dass Hollywood nur eine Stadt ist, so wie Babelsberg!!!! Nur: Das musste halt auch mal gesagt und gezeigt werden! Konditioniert ist die hiesige Welt – ich meine das alte Europa – jedenfalls anders: Hollywood ist demnach NUR Oscar, Spielberg, Chaplin, Warner, MGM. Ich meine damit auch nicht die Menschen, sondern die Medien, die das genauso transportieren; der ewige, wiedergekäute Glamour, der so staubt und langweilig ist, dass man davon Asthma bekommt, wenn man das sehen muss. Bei Deinen Bildern kriegt man halt KEIN Asthma! That’s the difference!

  4. Thilo

    Babelsberg eine Stadt? ;-)

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