Am Sonntag stimmen die Berliner in einem Volksentscheid über die Zukunft des Flughafens Tempelhof ab. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) will ihn dichtmachen, denn die Schließung von Tempelhof ist Voraussetzung für den neuen Berliner Flughafen mit dem absurd-sperrigen Namen „Berlin-Brandenburg International“ (BBI). Wowereit protestiert auch gegen die Sympathien von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für Tempelhof. Und: Wowereit will Tempelhof auch unabhängig vom Ausgang des Volksentscheids schließen.
Was soll ich mit der Abstimmungsbenachrichtigung tun? Zerreißen, weil ohnehin nur dummes Marionettentheater? In Kunstharz eingießen, weil Symbol für eine tote Demokratie, in der ein Regierender Bürgermeister den Willen des Volkes bricht, wenn er nicht seinem Willen entspricht? Wobei hinter dem Regierenden Bürgermeister nicht einmal ein Fünftel der Berliner steht, sondern gerade einmal 17,5 Prozent?*
Für Tempelhof habe ich jedenfalls ein neues Argument — von einem (linksalternativen) Tempelhofer Flughafen-Anwohner: Der Flughafen bilde eine Art natürliche, unüberwindbare Grenze zwischen Neukölln und Tempelhof und gewährleiste, dass die Neuköllner nicht rüberkämen. Der Flughafen unterbinde die Diffusion der Menschen in Neukölln mit denen in Tempelhof. Dadurch sei das Leben in Tempelhof weiterhin möglich, die Kriminalität niedrig, das Gepöbel und Belästigungen auf durchschnittlichem Berlin-Niveau, die Lebensästhetik einigermaßen gesichert.
So tickt Berlin. Vielleicht sollte ich diese Gedanken mal auf die neue Berlin-Image-Seite www.sei.berlin.de posten, gegen die gerade ein paar Werbeagenturen klagen, weil sie die Namensidee auch hatten. Aber so läuft das eben in dieser Stadt. Alternativen derzeit zum Auswandern: Österreich, Kanada, Uruguay.
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* An der Wahl zum Abgeordnetenhaus 2006 nahmen 56,8 Prozent der Wahlberechtigten teil (mit ungültigen Stimmen: 58 Prozent). 424.054 Menschen gaben ihre Zweitstimme der SPD. Gemessen an der Zahl der Wahlberechtigten (2.425.480) nehmen die SPD-Wähler damit einen Anteil von 17,5 Prozent ein.



Mit unüberwindbaren Grenzen, die die wilden Horden vom „rüberkommen“ abhalten sollen, kennen sie sich eben aus, die linken Berliner.
Du hast recht was unseren regierenden Partybürgermeister und seine Partei angeht. Allerdings wurde Friedbert der Unfriedfertige Pflüger von noch weniger Leuten gewählt. Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, das ausgerechnet die CDU die immer gegen Volksentscheide war, einen solchen durchzieht.
Das sie es dann in einer Sache tut, in der das letzte mögliche Gerichtsurteil gefallen ist, in der unser Bürgermeister ausnahmsweise mal recht hat, weil Verträge das Ende von Tempelhof und auch später das von Tegel vorschreiben, ist echt ein Hammer. Vor allem auch wenn man sieht wer da alles mitschwimmt:
http://www.duckhome.de/tb/arch.....elhof.html
Es war Helmut Kohl, der den Großflughafen wollte und mit ihm die CDU, die anderen allerdings auch. Damit war klar, das Tempelhof, Tegel und Schönefeld erledigt waren. Die Berliner konnten sich nur entscheiden, ob der Berliner Flughafen näher bei Magdeburg oder doch besser bei Berlin gebaut werden sollte. So kam es zu Schönefeld.
Ich war gegen den Großflughafen, wie ich auch gegen den im Erdinger Moos war, weil wir nur ein Drehkreuz in Deutschland brauchen. So groß ist Deutschland nämlich nicht. Aber die Entcheidungen sind anders gefallen. Das mag mich ärgern, habe ich aber hinzunehmen.
Jetzt muss ich am Sonntag abstimmen gehen, um zu verhindern das Pflüger durchkommt, wir noch ein paar hundert Millionen für diverse Machbarkeitsstudien ausgeben – im Ausgeben von Steuergeldern war die CDU in Berlin immer schon besser als die SPD – um dann festzustellen, das eine neue Betriebsgenehmigung nicht mehr erteilt werden kann, weil deutsches wie auch europäisches Recht das verhindern.
Die Abstimmung geht um nichts, aber wir müssen hin und ausnahmsweise, das meine ich nicht ironisch, ausnahmsweise ist die SPD mal unschuldig.
Steuergeld wird hier mal wieder verschleudert, um die Leute an die Urne zu bekommen. Das Ding ist durch. Keine ernstzunehmende Fluglinie investiert noch in Tempelhof. Also Sargdeckel drauf und ein Trauerlied angestimmt! Ich heul ja genr mit, wenn’s den anderen hilöft, ihren Schmerz zu überwinden. Nur: so ferngesteuert waren wir zuletzt in der DDR. Man muss zur Wahl gehen. Was für‘n Quark. Das habe ich zuletzt in der so genannten DDR auch nicht gemacht. Meine Energie verwende ich nur noch für sinnreiches und nicht sinnfreies. Und die Tempelhof-Lärm ist ja wohl sinnfrei – siehe Jochen Hoff (bis auf den letzten Absatz, denn zur abstimmung werde ich leider fehlen). Heul! Heul!
Man zerstört keine vorhandenen Strukturen.
Die Entstellung des Geländes in einen nicht Luffahrtaffine Angelegenheit, kostet dem Steuerzahler letztendlich mehr.
Fällt Tempelhof – Dann fällt Berlin