Sie so: Dreh dich mal jetzt nicht um.
Ich so: Was denn. Jetzt.
Sie so: Der Typ da, die schauen die ganze Zeit rüber.
Ich so: Wie, der Typ, die.
Sie so: Na die sprechen über mich. Nicht umdrehen.
Ich so: Okay. Wie sieht er aus?
Sie so: Gut. Mein Typ.
Ich so: Fakten! Wer von den dreien ist es? Was hat er an? Hemd, Sakko, T-Shirt …
Sie so: Drei-Tage-Bart.
Ich so: Drei-Tage-Vollbart, Drei-Tage-Schnauzer, werd mal konkreter. Wie rum sitzt er denn?
Sie so: Kapuzenpulli. Mit dem Blick zu mir. (Pause.) Jetzt kannst du dich umdrehen.
Ich so: Okay.
Pause.
Ich so: Alles klar.
Sie so: Was, alles klar.
Ich so: Na geh hin! Mach ihn klar!
Sie so: Wie?
Ich so: Na wie soll er bemerken, dass er dir gefällt, wenn du es ihm nicht zeigst?
Sie so: Aber das kann ich doch nicht einfach so machen!
Ich so: Warum nicht?
Sie so: Was sollen denn die Freunde von ihm denken?
Ich so: Was sollen denn die Leute denken?
Sie so: Nein, so ist das nicht.
Ich so: Das ist nur deine bescheuerte katholische Erziehung, die dich davon abhält, das zu tun, was richtig ist. Und dazu kommt, wenn ich mal indiskret werden darf, dass du denkst, du müsstest dich zurückhalten, nur weil du als Frau so sozialisiert bist, zu denken, dich zurückhalten zu müssen.
Sie so: Na und? Was jetzt?
Ich so: Zeig’s ihm! Wie soll er es sonst erfahren? Männer sind so sozialisiert, dass sie auf Zeichen warten, auf die sie reagieren können. Was anderes verstehen sie meistens nicht.
Sie so: Ich kann doch da jetzt nicht hingehen!
Ich so: Nein? Warum nicht?
Sie so: Das geht nicht!
Ich so: Dann mache ich das jetzt für dich, okay?
Sie so: Nein!!!
Ich so: Was willst du? Willst du ihn kennen lernen? Oder nicht?
Sie so: Aber doch nicht so!
Ich so: Hör zu, Babygirl. Wenn du jetzt nicht reagierst, ist er in zwanzig Minuten weg!
Sie so: Jetzt aber nicht so auf die direkte Masche, okay?
Ich so: Sag mir einfach, wann er zur Toilette geht.
Pause.
Sie so: Er geht jetzt zur Toilette.
Ich hinterher. Ortswechsel Herrentoilette.
Ich so: Setz dich ruhig mal zu uns raus, wenn du Lust hast.
Er so: Was? Aber gerne. Wenn mein Team damit einverstanden ist.
Ich so: Vergiss mal dein Team, es gibt Dinge, die sind wichtiger.
Er so: Okay, danke.
Ich wieder raus. Er bei ihr.
Ich so: Hi.
Er so: Hi. Ich bin Kai.
Ich so: Thilo.
Er so: Aber irgendwie störst du jetzt.
Ich so: Ich weiß, Kai. Aber ich wollte auch gar nicht den Aufpasser spielen. Habt viel Spaß.
Ich ab.
Wie geht’s weiter? Wir befinden uns in Berlin im Jahre 2008.



Also ich finde es immerwieder toll was für Geschichten manche Blogger sich aus dem Hintern ziehen, aber diese hier schreit ja gerade danach.
Sollte man nicht ein Wort von Glauben, aber naja…. wer nix zu Bloggen hat erfindet eben irgendetwas…
Sie und Er so: Smalltalk.
Irgendwann: Sie ab (da gelangweilt).
@ Das Broot: Geschichte ist so passiert. Was soll die Unterstellung, sie sei erfunden? Übersteigt sowas dein Vorstellungsvermögen?
@ Daniel: Nein, das Nachspiel war länger. :-)
Oh bitte mehr davon…
Hallo Herr Baum,
hab ein bisschen in Ihrem Blog gestöbert und bin an dieser Geschichte hängen geblieben, weil ich so herzlich lachen musste. DANKE!
Die besten Geschichten sind doch immer die, die wir alle irgendwie kennen…
Dass Frauen in solchen Situationen besser einen Freund statt einer Freundin bei sich haben ist ein interessanter Aspekt; werd ich mir merken.
Aber mal Hand aufs Herz: Können Sie von sich behaupten, immer den nötigen Mut aufzubringen? ;-))
LG
P.S. Würd Sie gern mal wieder in Aktion erleben. Lassen Sie’s mich bitte wissen, wenn Sie eine Veranstaltung im schönsten Bundesland der Welt haben :-)