Klartextexperte Thilo Baum redigiert Thomas Mann – nicht weil er ihn nicht mag. Sondern an Thomas Manns Sprache zeigt sich sehr gut, wie Schachtelsätze funktionieren. In einem Beispiel aus dem „Zauberberg“ braucht Thomas Mann 68 Wörter mit 420 Zeichen – und nur indem Thilo Baum den Satz in mehrere Hauptsätze zerlegt, wird der Inhalt leichter verständlich. Das Prinzip ist einfach: Ob wir 30 Wörter in einem Satz unterbringen oder in drei Sätzen, ändert zunächst einmal nichts am Inhalt. Und zugleich drücken wir uns klarer aus. Denn wir legen unserem Hörer und Leser nicht unsere Gedanken in der Abfolge dar, wie wir sie uns gemacht haben – sondern wir formulieren unseren Gedanken Schritt für Schritt so, wie ihn unser Publikum versteht. Während wir in Schachtelsätzen à la Thomas Mann komplex und vernetzt denken, zwingen uns mehrere Hauptsätze zu der linearen Abfolge, in der Menschen Gedanken nun einmal aufnehmen. Eine elementar wichtige Podcastepisode zum Thema Klartext, die Sie ganz einfach auf Ihre Business-Kommunikation übertragen können: Welche Schachtelsätze in Ihren E-Mails, Pressemitteilungen und Präsentationen können Sie auflösen? Und wie gewohnt gelten alle Regeln sowohl schriftlich als auch mündlich.

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