Weniger Bürokratie wagen

 

Wenn man dem „Spiegel“ Glauben schenken darf, fiel die Mauer im November 1989 aufgrund einer Mischung aus Missverständnissen, Chaos und menschlichem Ermessen. Zentral dabei: ein Oberstleutnant der Staatssicherheit. Der ignorierte am späten Abend den Stillhaltebefehl und öffnete den Schlagbaum. Stunden zuvor hatte Günter Schabowski etwas von „sofort“ und „unverzüglich“ erzählt. Warum können wir nicht heute einfach in vielerlei Hinsicht die Schlagbäume öffnen und die Bürokratie vergessen? Vor allem gute Ideen haben es hierzulande eher schwer.

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7 Kommentare zu „Weniger Bürokratie wagen“

  1. Cujau

    Thilo, Du kennst den wahren Mauerfaller: Es war nicht Schabowski, sondern Peter Brinkmann, Dein Ex-Politik-Kommentator-Kollege vom Kurier. Guckst du:

    http://www.brinkmannpeter.de/pageID_3949926.html

    Brinkmann war genau der Frager (damals Bild), der wissen wollte, ab wann das gilt, was Schabowski da gerade vorgelesen hatte. Und Schabowski musste antworten: „Nach meiner Kentnis gilt das sofort.“

    Und sofort sprangen die Journis auf und wurden geschäftig. Also hat Brinkmann die Mauerfall-Frage, die M-Frage, gestellt und alles so ins Rollen gebracht. Von wegen Zufall. Das war sein Job. Großartig, oder.

    Denn diese Frage hat Schabowksis Reaktion ausgelöst und für den Druck der Straße auf die Grenzübergangsstellen gesorgt. Nichts und niemand sonst. Der Oberstleutnant war nicht Herr des Schlagbaumes mehr, weil er es nicht mehr in der Hnd hatte, sondern die Straße.

  2. Thilo

    Schade, dass Bri damit nicht im „Spiegel“ steht. Die faseln irgendwas von einem italienischen Kollegen.

  3. Cujau

    Problem des Spiegels vielleicht: Brinkmann war damals Bild-Mann.

  4. Thomas P

    Prima über die Bürokratie gejammert!
    Aber was sagt mir das? Wo ist der Wert für mich?

  5. Thilo

    Wie kommen Sie zu der Anspruchshaltung, etwas, was Sie im Netz finden, müsse ausgerechnet für Sie einen Wert haben?

  6. Thomas P

    Aus welchem Grund sollte sich denn sonst jemand die Zeit nehmen, Ihren Podcast zu hören?

  7. Thilo

    Da kann es viele Gründe geben. „Wert“ kann einer sein, wobei das Wort natürlich jede Menge Interpretationen erlaubt. Andere Leute hören gerne Geschichten, Stimmen, Gedanken … Und ich fürchte, es wird immer wieder geschehen, dass man etwas im Netz liest oder hört, was den Erwartungen nicht enspricht. Mir geschieht das auch sehr oft. Aber ich beanspruche keinen „Wert“.

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