Thilo Baum

Thilo Baum hilft als Experte für Klartext Menschen und Organisationen, ihre Botschaften auf den Punkt zu bringen. Der Kommunikationswissenschaftler (Publizistik-Abschluss 1998 an der FU Berlin) und Journalist (bis 2003 Schlussredakteur beim „Berliner Kurier“) überträgt dabei die Kunst der Schlagzeile in die Unternehmenskommunikation: Eine gute Schlagzeile – etwa als Betreffzeile eines Newsletters – transportiert in aller Kürze eingängig einen Nutzen aus Kundensicht.

Thilo Baums Buch zum Thema ist „Komm zum Punkt! Das Rhetorikbuch mit der Anti-Laber-Formel“ (Eichborn 2009). Sein Motto: Alles, was wir sagen wollen, können wir einfach sagen, und es gibt für fast alles eine griffige Formulierung. Man muss sie nur finden – beispielsweise mit Thilo Baum.

Aus Kundensicht zu kommunizieren und die Perspektive unserer Mitmenschen einzunehmen, ist der wesentliche Kern der Seminare und Keynotes von Thilo Baum: Unsere Unternehmensnachricht sollte nicht aus Sicht des Unternehmens relevant und sofort verständlich sein, sondern aus Sicht der Zielgruppe.

Dieses Prinzip des Perspektivenwechsels gilt auch in anderen Unternehmensbereichen: Ichbezogene Menschen in Unternehmen muten Externen zu, sich in die Strukturen des Unternehmens hineinzudenken. Wer hingegen die Perspektive wechseln kann – etwa infolge eines Seminars mit Thilo Baum – sorgt für Usability und leitet den Kunden aus dessen Sicht durch das Erleben von Unternehmen und Produkt. Am Ende steht die Performance eines Unternehmens, die aus Kundensicht gelungen ist. Thilo Baums Buch dazu: „Denk mit! Erfolg durch Perspektivenwechsel“ (Stark Verlag, 2012).

Thilo Baums Know-how ist bestechend einfach und klar – so wie die meisten Gedanken von Entwicklern originärer Inhalte einfach und klar sind. Thilo Baums Wunsch war und ist es, einen Pool jener Seminaranbieter zu schaffen, deren Inhalte tatsächlich gesellschaftlich bedeutsam sind. Einen Anfang machte er mit der Anthologie „Die Bildungslücke. Der komprimierte Survival-Guide für Berufseinsteiger“ (Börsenmedien 2012), die er gemeinsam mit seinem Freund und Kollegen Martin Laschkolnig herausgab und in der zwanzig Autoren der Szene ihr Wissen auf insgesamt dreihundert Seiten vermitteln. Intention des Buches ist es, das Wissen zu bündeln, das für Berufstätige relevant ist, das die Schule aber verschweigt – eine provokante Aufforderung ans Bildungssystem, sich endlich den wichtigen Inhalten zu öffnen.

Thilo Baum ist Professional Member der German Speakers Association (GSA) und Dozent am „Steinbeis-Transfer-Institut Professional Speaker GSA“ (die sogenannte „GSA-Uni“). Für sein Buch „Mach dein Ding!“ (Eichborn 2010) erhielt er 2010 den Trainerbuchpreis von Managementbuch und GSA. Thilo Baum lebt in der Prignitz (Brandenburg) in einer Wassermühle aus dem 15. Jahrhundert, liebt Stromausfall wegen Blitzschlags, ist Nordskandinavien-Fan und spielt Klavier und Schlagzeug.

Klartext: Sagen Sie, was Sie meinen!

Ausgangspunkt für Thilo Baums Ansatz in der Unternehmenskommunikation war einerseits das journalistische Handwerk, andererseits aber auch die Verwirrung um den Begriff der „Rhetorik“. Traditionell trennt die Szene das Schriftliche vom Mündlichen, so dass sich auf der einen Seite klassische Rhetoriktrainings finden mit den Aspekten Stimme, Körpersprache und Aufbau der Rede – und auf der anderen Seite lediglich die üblichen Schreibschulen.

Thilo Baum versucht, die Brücke zu bilden, indem er den Gedanken der journalistisch sauberen Sprache sowohl aufs Mündliche überträgt als auch den Begriff der „Rhetorik“ um ihren eigentlichen Wortsinn erweitert. Thilo Baum versteht den Begriff „Rhetorik“ nicht als die „Kunst der Rede“, sondern vor allem als die „Kunst zu sprechen“. Sprechen heißt, mit Sprache umzugehen – und das hat zunächst mit Sätzen, Wörtern und Silben zu tun. Rhetorik bedeutet daher zuerst, Gedanken in Worte zu fassen. Und zu sagen, was man meint.

Erst wenn Inhalt und Formulierungen definiert sind, hat es Sinn, sich mit den üblichen Themen der Rhetorik wie mit Stimme oder Körpersprache zu befassen. Erst wenn klar ist, worum es geht, sind diese Elemente der Rhetorik ebenso wichtig wie die Ausdruckskunst.

Die Regeln des guten Ausdrucks gelten für die schriftliche und für die mündliche Kommunikation. Daher ist es nicht sinnvoll, zwischen Texten fürs Lesen und Texten fürs Hören zu unterscheiden. „Schreiben Sie gleich wie fürs Radio“, sagt Thilo Baum in Seminaren. Denn auch geschriebene Texte sollen die Menschen nicht zum Zurücklesen zwingen. Auch beim stillen Lesen hören die Menschen Rhythmus und eine Satzmelodie.

Damit Worte wirken, sollten sie nicht nur Gedanken klar zum Ausdruck bringen, sondern das auch aus Sicht des Gegenübers beziehungsweise Publikums tun. Die Kunst, den Menschen etwas aus deren Perspektive zu vermitteln, ist rar gesät – und das ist der Wettbewerbsvorteil für alle, die es können.

Biografie

Thilo Baum wurde am 19. Dezember 1970 in Schwäbisch Hall geboren. Er besuchte das Gymnasium bei St. Michael und machte 1990 Abitur mit den Leistungskursen Deutsch und Französisch.

Seine Ferienjobs genoss Thilo Baum schon als Kind besonders: In den Sommerferien trat er als Statist bei den „Freilichtspielen Schwäbisch Hall“ auf, dem Open-Air-Theater Schwäbisch Halls auf der Freitreppe vor der Kirche St. Michael. Seinen ersten Auftritt vor zweitausend Menschen hatte Thilo Baum mit dreizehn Jahren als Sängerknabe beim „Kaufmann von Venedig“ von William Shakespeare. Nach einigen Jahren bei der Statisterie wechselte Thilo Baum mit seinen Ferienjobs zum Licht. In „Jesus Christ Superstar“ fuhr Thilo Baum den Spot auf Judas. Er sah das Musical mehr als achtzig Mal, so dass er die meisten Stücke daraus ohne Noten dem Gehör nach auf dem Klavier nachspielen konnte.

In der Schulzeit lernten sich zwei Menschen kennen, die seitdem sehr viel gemeinsam unternehmen: Thilo Baum und Stefan Frädrich spielten gemeinsam in der Schultheatergruppe bei „Die Physiker“ von Friedrich Dürrenmatt – Thilo Baum spielte Einstein und Stefan Frädrich die Irrenärztin.

Nach dem Abitur machte Thilo Baum Zivildienst in der Staatlichen Blindenschule Ilvesheim. Einer seiner größten Erfolge dort: Er zeigte einer von Geburt an blinden Schülerin der achten Klasse anhand eines Tisches, wie man die Raumdiagonale eines Quaders berechnet.

Im Sommersemester 1992 begann Thilo Baum sein Studium der Theaterwissenschaft und Publizistik in Berlin. Von 1993 bis 1995 spielte er nebenher am Theater Reissverschluss, beispielsweise den Orsino in „Was ihr wollt“ von William Shakespeare. Ab 1995 reizte Thilo Baum das Schreiben stärker als die Schauspielerei, und er widmete sich dem Journalismus. Von 1995 an begann Thilo Baum neben dem Studium für die „B.Z.“  als freier Mitarbeiter im Kulturressort zu arbeiten. Thilo Baum porträtierte Künstler und schrieb Film- und Theaterkritiken. Die Entscheidung für den Boulevard war bewusst: Thilo Baum wollte lernen, die Dinge knapp zu sagen.

1998 schloss Thilo Baum sein Studium ab mit einer Arbeit über die „Dramaturgie des interaktiven Fernsehfilms“. Weitere Schwerpunkte waren die Spielfilme im Nationalsozialismus, insbesondere die Filme des Regisseurs Veit Harlan, Spannungsaufbau in dramatischen Handlungen, Alfred Hitchcock und dessen Film „Psycho“ (1960) sowie Bildgestaltung im Fernsehjournalismus. Die wichtigsten Themen waren Dramaturgie und Wissenschaftsjournalismus: Sie bildeten die Grundlage für Thilo Baums weitere Arbeit, komplexe Dinge allgemeinverständlich und zugleich eingängig und spannend zu vermitteln.

Nach dem Studium wurde Thilo Baum Volontär beim „Berliner Kurier“. Im Rahmen des Volontariats machte Thilo Baum ein Praktikum bei „Die Woche“ und besuchte die Journalistenausbildung an der Henri-Nannen-Schule Berlin, die heute „Klara“ heißt.

Nach dem Volontariat wurde Thilo Baum erst Lokalredakteur und dann Schlussredakteur beim „Berliner Kurier“. Seine Aufgabe als Schlussredakteur war es, die Spätausgabe der Zeitung druckfertig zu machen: Da die Berliner Zeitungen bereits um 21 Uhr des Vortages im Straßenverkauf sind, ist am Abend die aktuelle Berichterstattung zu aktualisieren. In diesem Job schrieb Thilo Baum Texte und Überschriften um, setzte neue Fotos auf die Seiten, warf ganze Geschichten raus und setzte neue ein. Hier trainierte er seine Fähigkeit des Schnellschreibens – unter spannenden Voraussetzungen, da nach ihm niemand mehr aus der Redaktion über die Texte drüberschaute, bevor sie in den Druck gingen.

Der Wunsch nach Eigenständigkeit machte Thilo Baum schließlich zum Selbstständigen: Seit 2004 schult Thilo Baum Journalisten und PR-Leute und hilft Unternehmen in Seminaren und Workshops, besser zu kommunizieren. Ebenfalls 2004 erschien sein erstes Buch: „30 Minuten für gutes Schreiben“ (GABAL). Von 2004 an unterrichtete Thilo Baum an der „Klara“-Journalistenschule.

Ebenfalls im Jahr 2004 gründeten Thilo Baum und Stefan Frädrich ihr Seminarunternehmen „Luftfabrik“. Die Luftfabrik bietet unter anderem ein Nichtraucherseminar an, das viele Krankenkassen anerkennen und das im deutschsprachigen Raum sehr erfolgreich ist. Thilo Baums Anteil in der Seminarentwicklung betrifft vor allem die Entwicklung und Visualisierung von Modellen, die straffe Dramaturgie des Seminars und die einfachen und klaren Formulierungen selbst komplexer wissenschaftlicher Inhalte. Seit 2008 ist das Seminar-Team auch in den USA aktiv und gibt das Seminar dort als „Pigdog Foundation“ in englischer Sprache.

In Stefan Frädrichs Buchreihe „Günter, der innere Schweinehund“ schrieb Thilo Baum zwei Bücher: „Günter, der innere Schweinehund, wird Nichtraucher“ und „Günter, der innere Schweinehund, lernt flirten“. Zu Stefan Frädrichs Buch „Business Book of Horror“ (GABAL 2008) steuerte Thilo Baum einen Erfahrungsbericht über das arrogante Verhalten eines Automobilherstellers bei, und bei dem Buch „Das Domino-Prinzip“ (DroemerKnaur 2009) machte Thilo Baum die Redaktion. Ebenfalls im Jahr 2009 erschien „Komm zum Punkt! Das Rhetorik-Buch mit der Anti-Laber-Formel“.

Ende 2008 verlegte Thilo Baum nach fünfzehn Jahren in Berlin seinen Wohnsitz aufs Land.