Danke, ich komme klar!

 

„Guten Tag, ich möchte gerne XXXX Euro auf dieses Konto hier einzahlen.“ Die Frau hinterm Schalter nimmt die Girokarte, die Scheine, sie zählt und tippt. „Dann drücken Sie mal bitte Bestätigen.“ Ich drücke Bestätigen und erhalte den Zettel. Fall erledigt.

„Sagen Sie, sparen Sie eigentlich, so für später?“

Was? Die Frage entwich dem Gesprächswerkzeug der Frau hinterm Tresen, die gerade mein Geld entgegengenommen hat.

„Danke, ach wissen Sie, lassen Sie das einfach, ich komme schon klar mit meinem Leben.“

Zugegeben, so eine Antwort kann auch besser gelaunt klingen. Und mir tun die Leute auch Leid, deren Chefs sie dazu verdonnern, Menschen lästige Fragen zu stellen. Spielen Sie Lotto? Sparen Sie fürs Alter? Wollen Sie was zu essen zu Ihrem Latte Macchiato?

Doch ich befinde mich im Krieg. Im Krieg gegen Herzchen und Punkte, Bälle und Happy-Sonstwas. Danke nein, ich will das alles nicht. Und wollte ich etwas zu essen, dann hätte ich es gesagt. Lasst mich in Ruhe mit euren in Meetings erdachten verknoteten Marketing-Ideen, euren Ladenhütern, euren supermegahippen Ideen und eurem Zeug zum Kaffee.

Die Menschen drehen einander Dinge an, die sie nicht brauchen. Sie produzieren Trash, wie man an den Autobahnrasthöfen an der Kasse sieht. Materie, produziert für den Mülleimer. Ebenso gibt es weniger materialisierte Produkte für den Mülleimer, so genannte „Lösungen“, die dann doch nicht alles lösen, was man will, und sogar Dienstleistungen sind oft für den Mülleimer, weil oft, Beispiel Finanzdienstleistungen, sogar schädlich. Der Verkauf von Müll mittels ästhetischer Beleidigungen, Lügen und verzweifelter Verkaufsattacken ist ein Spiel, bei dem ich nicht mitspielen will.

Dabei ist es eigentlich erstaunlich, wie werbefrei ich mein Leben hinbekomme: Ich bekomme keine adressierte Werbepost, weil ich nirgendwo mitmache. Schade eigentlich, denn ab und zu will man schon mal irgendwo mitmachen, aber der Preis, der verdammte Preis dafür, das ist die Preisgabe der Anschrift, und die verbreitet sich dann branching-tree-artig unter den Spammern dieser Welt.

Kommt im Radio Werbung, schalte ich das Radio aus. Nichts erscheint mir ästhetisch so wertlos und unappetitlich wie Werbung im Radio. Da ich eigene Gedanken im Kopf habe, vergesse ich meistens, das Radio wieder einzuschalten. Fernsehwerbung sehe ich nicht, weil ich das Fernsehen jenseits der Werbung schon kaum ertrage. Werbung im Internet ignoriere ich, wenn sie nicht animiert ist. Ist sie animiert, meide ich die Seite. Manchmal klingelt es an meiner Tür, und wenn ich den Hörer der Sprechanlage abnehme, höre ich auf der anderen Seite nicht das Rauschen der Stadt, sondern Stille – ein Indiz dafür, dass wieder so ein Dummkopf alle Klingeln durchklingelt, bevorzugt morgens um halb acht, um Werbung zu verteilen. Leider verteilen meist solche Leute Werbung, die es nicht verstehen, dass moderne Sprechanlagen immer nur einen Kontakt zulassen, wodurch dann logischerweise auch nur derjenige die Tür öffnen kann, bei dem zuletzt geklingelt wurde.

Ja, das ist es vielleicht. Das Schlimmste an der Werbung ist die Dummheit. Ich bin allergisch gegen Dummheit. Werbung ist zudem unverschämt, weil sie davon ausgeht, dass die Menschen (wir, ihr, du, ich) auf diese Dummheit reagieren und dass wir alle diese Unmenge von Dummheit wollen, gut heißen und ihr auch noch folgen.

Es ist meine Welt. Deine, Ihre, unsere. Es ist unsere Alltagsästhetik. Ich für meinen Teil liebe schöne Dinge und will mein Leben von hässlichen Aufdringlichkeiten möglichst frei halten. Das Leben ist nicht nur zu kurz, um schlechten Wein zu trinken, sondern auch zu kurz, um seine Zeit mit den hoch bezahlten und aufdringlichen ästhetischen Beleidigungen fürs Auge und fürs Ohr seitens irgendwelcher hipper Yuppies aus Hamburg zu verschwenden, die sich schick finden und die Welt belügen.

Eine werbefreie Welt wäre schön. Denn Werbung macht nur Produkte teurer. Wie ich das meine? Ein Beispiel. Der „Spiegel“ kostet 3,50 Euro. Er besteht ungefähr zur Hälfte aus Werbung. Gäbe es diese Werbung nicht, die das Blatt kofinanziert, wäre es teurer (und viele andere Blätter sicher auch besser, weil sie dann Unternehmen nicht mehr mit Samthandschuhen anfassen müssten). Wer bezahlt diese Werbung? Die Unternehmen, die die Werbung schalten. Zum Beispiel der Hersteller meines Duschgels. Weil der Hersteller meines Duschgels Werbung schaltet, braucht er mehr Geld. Was geschieht? Der Preis des Duschgels steigt. Über einen Anteil am Preis bezahle ich als Medienkonsument doch wieder diese Werbedifferenz.

Und dieses Prinzip ist Schwachsinn. Die Folge ist jede Menge Papiermüll. Der unsere Hausflure überschwemmt. So dass Hausmeister Mistkübel aufstellen, damit die Mieter den „Spiegel“ gleich darüber ausschütteln können und die Wochenblättchen gleich ungelesen reinkloppen können. Da zahle ich doch lieber für den „Spiegel“ ein bisschen mehr und für mein Duschgel ein bisschen weniger, der „Spiegel“ wäre ein bisschen dünner, und ich hätte diesen ganzen bunten Mist nicht im Haus, der mir von lauter Dingen erzählt, die ich nicht brauche.

Wenn es Dinge gibt, die ich brauche, dann kaufe ich sie mir. Aber ich kaufe nichts, woran ich bisher keinen Gedanken verschwendet habe. Ich brauche keine Werbung, um zu wissen, was ich brauche. Insgesamt ersticken die meisten Menschen, die ich kenne, sowieso schon zu sehr in Materie, und es ist ein größerer Luxus, Materie loszuwerden, als sie anzuhäufen.

Wann werden wir das verstehen?



30 Kommentare zu „Danke, ich komme klar!“

  1. Cujau

    Zur Werbedifferenz: Du subventionierst gar den „Spiegel“ mit; nicht nur, dass Du bei Deinem Duschgel mehr bezahlen musst, damit die ihren Werbeetat aufstellen können. Das ist der Kreislauf dieser Geldgesellschaft, die wir nicht bilden, sondern der wir ausgeliefert sind.

  2. Cujau

    Übrigens: Beim Einzahlen wurde ich jüngst bei der Postbank gefragt: Erhalten sie billigen Strom? Ich: Nein. Mein Strom hat Qualität. Frage: Na, der kann ja dann nicht billig sein. Antwort: Genau. Frage: Wollen Sie zu Lichtblick wechseln? Antwort: Nein. Ich habe guten, weil umweltbewussten und gleichzeitig preiswerten Strom. Frage: Aha, welchen denn? Antwort: Das wollen sie doch gar nicht wissen.
    Und ich dachte das gleiche wie Du: Diese armen Schalterangestellen werden von ihren dümmlichen Chefs genötigt, Kunden zu nötigen. Nochmal: Ich meinte bei der Postbank zu sein und nicht auf dem Jahrmarkt der Billigprodukte. Ich hatte mich geirrt.

  3. holgi

    Ich hörte, Werbung sei wichtig, sei fast unverzichtbarer Teil unserer Kultur. Aber das sagen sie vom Rauchen ja auch.

  4. Alexandra

    Wer weiß, was er braucht, stillt im Megaangebotsland Deutschland seinen Rausch und Bedarf, ganz nach der Maslowschen Bedürfnispyramide. Mit Geld geht alles, auch über die Landesgrenzen hinweg. Wenn ein Bedarf besteht, kann man ihn abdecken, ob nun mit gewohnten, bekannten Produkten oder mit neuen. Es stellt sich aber auch die Frage, woher weiß man, dass sich das selbe Produkt in seiner Qualität verbessert hat, wenn man denn genau dieses und vielleicht zur besseren Qualität erwerben möchte (altes Bsp.: s/w zu Farb-TV). Kommt einem da die Werbung nicht gerade recht? Auch frage ich nicht wöchentlich meinen Apotheker, meinen Stromanbieter, in meinem Supermarkt, meinen Mediamarkt etc., ob es jetzt bessere, schnellere, leisere, gesündere oder günstigere Produkte gibt. Die Zeit zum eigenen Recherchieren fehlt meistens. So entstehen ja auch die Fehlkäufe, wie die der Waschmaschinen mit „piepsender Endzeitmelodie“. Hätte man da nach Info-, in diesem Falle, Werbematerial gefragt, oder hätte man diese aus dem eigenen Briefkasten nicht in die Tonne gehauen, sondern gelesen… Da es viele Arten von Bedarf gibt, gibt es eben auch viel Werbung. Jeder Bedarf soll gedeckt werden und eine Selektion der Empfänger gibt es nicht – leider, sonst bekäme ich auch nur die Werbung, die auf meine Bedürfnisse zugeschnitten ist.
    Fazit: Toleranz den anderen Bedürftigen gegenüber, Monarchie :-) oder Outback!

  5. Birgit

    Weitere Antworten, um von vornherein dem Angelhaken auszuweichen, d. h., um sich gar nicht erst in ein Thema verwickeln zu lassen (auch an Telefon und Haustür):

    Freundlich: „Lassen Sie das ruhig meine Sorge sein. Auf Wiedersehen.“

    Freundlich: „Es ist nett, dass Sie sich um mich Gedanken machen, aber ich habe keinen Bedarf. Auf Wiedersehen.“

    Freundlich: „Danke, kein Interesse. Auf Wiederhören.“ Dies ist inzwischen meine häufigste Antwort, auch schon auf die einleitende Frage, um mich in ein Thema zu verstricken. Ist ja klar, dass sie letztlich was (verkaufen) wollen, und diese Antwort verstehen sie sofort. Manchmal kommt dann die empört-beleidigte Erwiderung „Aber Sie wissen doch noch gar nicht, worum es geht.“ Ich wieder, immer noch freundlich: „Danke, will ich auch nicht wissen. Auf Wiederhören.“

    Freundlich: „Danke, wir nehmen keine ungebetenen Marketing-Anrufe entgegen. Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Tag, auf Wiederhören.“

    Freundlich: „Ist nett, mit Ihnen zu plaudern, aber ich muss weiter. Auf Wiedersehen.“ Und weg. (Passt eher zu Schweiz oder USA, wo freundliche Floskeln an der Tagesordnung sind.)

    Wichtig: Ich muss selbst den Abschied einleiten, damit sie leicht darauf einsteigen können. Sonst versuchen sie es natürlich weiter. Noch nie habe ich es erlebt, dass einer von sich aus gesagt hätte: „Ich verstehe, Sie haben kein Interesse. Dann auf Wiedersehen, und entschuldigen Sie die Störung.“ Einen freiwilligen Rückzieher machen sie nicht, wäre ja kontraproduktiv für das, was sie erreichen wollen.

    Wenn ich klar und freundlich zum Ausdruck gebracht habe, dass ich nicht über dieses Thema sprechen will, und sie insistieren weiter, kann ich einfach auflegen, gehen oder die Haustür schließen. Meine Zeit, mein Geld und meine Privatsphäre für mich behalten und schützen, ohne schlechtes Gewissen, und ohne mich über die Leute aufzuregen. Die haben ja nur versucht, ihren undankbaren Job zu tun und bekommen tagtäglich sicher noch unfreundlichere Zurückweisungen.

    Es gibt natürlich auch ganz unverschämte. In der Schweiz lag ich vor wenigen Jahren mal auf dem Liegestuhl auf unserer Terrasse und habe am Laptop gearbeitet. Ein Vertreter (wohl irgendeiner Sicherheitslösungsfirma) ist ungebeten durch den Garten gelaufen, hat mir einen Schlüsselbund sehr dicht unter die Nase gehalten, damit geklappert und gefragt „Wissen Sie, was das ist?“ Anstatt ihm durch eine Antwort wie „Das ist ein Schüsselbund“ die Erlaubnis zu geben, sein Spielchen fortzusetzen, habe ich laut gerufen, so dass es alle Nachbarn in der Umgebung hören konnten: „Wenn Sie nicht sofort das Grundstück verlassen, rufe ich die Polizei“ und hatte das Telefon schon in der Hand. Er war schnell weg und hat sogar darauf verzichtet, unsere Nachbarn zu belästigen.

    Habe neulich – ganz Routine – versehentlich auch einen („Marketing“-) Anrufer abgewiesen, auf dessen Rückruf und Angebot ich eigentlich gewartet hatte… erst nach vier Wochen hat sich das aufgeklärt. :-)

  6. Frank

    Tja, ich gebe dir voll recht – ich denke genauso darüber. Aber ich schätze, du, ich und die anderen Kommentatoren hier sind eine Minderheit, leider.
    Bei diversen Wohnungsbesichtigungen in Konstanz standen wir vor einem Mehrfamilienhaus, an dem die Briefkästen außen waren. Da gab es zwei Sorten Aufkleber: „Werbung, nein danke, wir wollen überflüssigen Müll sparen“ und „Werbung, ja bitte“. Es war eine Arbeitersiedlung, und die Aufkleber mit „Werbung, ja bitte“ waren in der Überzahl. Tja, that’s the real life…

  7. Thilo

    @ Alexandra: Teile deine Einschätzung zum Teil.

    Einerseits ist Werbung gut, um zu erfahren, was es ist. Einschränkung schon hier: Wenn es tatsächlich „neue“ Produkte gibt (Rad erfunden! Feuer entdeckt! Computer jetzt für alle!) braucht man eigentlich keine Werbung, da die Neuigkeit eben eine Neuigkeit, also eine News ist, und sich eh rumspricht – statt über Werbung eben redaktionell. Leider nur sind die meisten „Neuerungen“ eben Mogelpackungen, und so bleibt den Unternehmen nichts weiter übrig, als Geld für Werbung auszugeben.

    Andererseits ist hier in der westlichen Welt das Angebot in der Regel höher als die Nachfrage, und in so einer Situation ist Werbung schlicht Quatsch. Nur in wenigen Dingen überwiegt die Nachfrage das Angebot, und dort hätte ich gerne mal Werbung bzw. wirkliche Neuerungen. Zum Beispiel für …

    - Handys, die nicht nach zwei Jahren den Geist aufgeben
    - DSL für die Prignitz
    - kompetente Callcenter
    - vegetarische Schweinshaxn.

    @ Birgit: Danke für die schönen Abwimmelsprüche. Die aktuelle oder letzte „Brand eins“ hat auch eine Liste davon, im Zusammenhang mit dem Titel „Überleben im Überfluss“. Schöne Koinzidenz.

    Bei uns in Deutschland (oder zumindest bei mir) sind Werbeanrufe zum Glück die Ausnahme. Wie kommt es, dass das in den USA so massiv stärker ist, weißt du das?

    @ Frank: Finde ich völlig legitim, dass jemand Werbung bekommt, wenn er sie will. Ich für meinen Teil lehne ja nur die Störung meiner Alltagsästhetik ab. Am schlimmsten finde ich wie gesagt das Aufdringliche, das Laute. Wenn du morgens aufwachst, Kopf frei und klar, und dann das Radio anschaltest, ertrinkst du üblicherweise im akustischen Müll. Wer das will, kann das ja tun, ich denke, wir sind da in unserer Entscheidung frei. Ebenso der Wunsch nach Werbung im Briefkasten.

  8. Alexandra

    @ Thilo: Hier Deine gewünschten Neuerungen per Web-Werbung (papier- und geräuschlos) durch mich:

    Thema Handys:
    Der Anbieter Vodafone bietet zwei Jahre Garantie auf das erworbene Handy. Es wird in der nächsten Filiale entweder direkt auf den neuesten Stand gebracht oder eingeschickt. Passt doch, oder? Siemens ebenso, lt. Stern-Artikel, 2004.

    DSL für die Prignitz:
    Nicht jeden Briefkasten erreicht die Werbung :-)
    Und: Mit Geld ist alles möglich, falls es noch keinen Anschluss gibt.

    Kompetente Callcenter:
    Selbst ist der Mann, ansonsten aussichtslos.

    Vegetarische Schweinshaxn:
    Soweit ich weiß, gibt es dieses Gericht wirklich, und zwar in China. Vielleicht hilft da die Werbung (Kochbücher) von Thalia, Dussmann, Hugendubel, Weltbild.

  9. Birgit

    @ Thilo, auf Deine Frage:

    Ich glaube, ungebetene Werbeanrufe sind in Deutschland verboten nach dem UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb). Sie finden aber anscheinend trotzdem statt, wie ich so höre.

    Werbeanrufe in der Schweiz empfinde ich als ähnlich häufig wie in den USA.

    Nachdem ich den erwähnten Anruf „verpasst“ hatte, haben wir uns auf die „Robinson List“ setzen lassen. Seitdem bekommen wir hier in den USA praktisch keine ungebetenen Werbeanrufe mehr. Viel mehr Ruhe jetzt, weniger überflüssige Unterbrechungen. Kaum zu glauben, dass das hier möglich ist. :-)

    Doch jedes Mal, wenn wir wieder in der Schweiz sind, werden wir dort von Werbeanrufen beglückt. Sogar von Cablecom, wo wir sowieso schon Kunde sind. Sie wollen uns dann den nächstbesseren Service oder ein neues Paket verkaufen. Von ihnen kamen schon drei Anrufe in einer Woche, jedes Mal von einer anderen Person. Selbst als Kunde sage ich „Wir nehmen keine ungebetenen Werbeanrufe entgegen. Bitte unterlassen Sie das in Zukunft.“ Sie rufen aber trotzdem immer wieder an. Auffällig oft kommen auch Anrufe aus Deutschland, u. a. von der Norddeutschen Klassenlotterie. Manchmal frage ich nach, woher sie die Nummer haben, und die Antwort ist, aus dem Schweizer Telefonbuch.

    In den USA ist die Werbung insgesamt aber aggressiver und aufdringlicher als in der Schweiz oder in Deutschland. Vielleicht hat es hier einfach früher begonnen. Wenn ein Produkt schreit, muss das Konkurrenzprodukt ebenfalls schreien. Produkte anderer Art müssen dann schreien, um ebenfalls Aufmerksamkeit zu erregen, denn die Aufnahmekapazität der Leute ist begrenzt. Die Konkurrenz ist hart, „unlauterer Wettbewerb“ im deutschen Sinne ist häufig, und die Anstands-Hemmung, Werbung zu machen oder sich Information zu besorgen, um gezielter Werbung absetzen zu können, scheint hier bei Null zu sein. Und ich denke, die Leute hier sind es gewöhnt.

    Im Container Store in White Plains (NY) habe ich vor kurzem ein paar Gefrier-Plastikdosen gekauft. Die Verkäuferin an der Kasse tippte sie ein und sagte: „Ihre Telefonnummer, bitte die Vorwahl zuerst.“ Als sei es ganz selbstverständlich, dass ich ihr meine Telefonnummer sage. Und als würde man die Vorwahl nicht sowieso immer zuerst sagen. Und als bräuchte sie meine Telefonnummer, um den Bezahlvorgang abzuschließen, sie hat einfach gewartet. Die Kunden in der Schlange vor mir hatten alle brav ihre Telefonnummer gesagt. Ich habe geantwortet, sorry, meine Telefonnummer verrate ich nicht. Das Bezahlen ging trotzdem, nur Ton und Mimik von ihr waren so, als hätte nicht sie sich, sondern ich mich daneben benommen.

    In den meisten Läden wird man nur nach dem Zip-Code gefragt, also nach dem genauen Ortsteil, wo man wohnt. Den verraten wir ihnen schon eher.

    Bei fast jedem Kauf eines Gerätes wird man an der Kasse gefragt, ob man eine Versicherung dafür abschließen will, damit eventuelle Reparaturen dann eine gewisse Zeit kostenlos sind, abgesehen von der normalen Garantie bzw. Gewährleistung. Das Reparatur-Risiko tragen wir aber gerne selbst und lehnen immer ab.

    Sehr häufig werden wir beim Bezahlen auch gefragt, ob wir eine Kundenkarte wollen, dann gäbe es beim nächsten Mal Prozente. Oft, wenn man dann genauer ergründet, was das ist, merkt man, dass es sich um eine Kreditkarte handelt. Für die sie dann sogar die „Social Security Number“ genannt haben wollen. Die man aber eigentlich niemandem geben soll, weil sie Betrügern dazu dient, ohne mein Wissen auf meinen Namen diverse Identitätskarten zu ergattern (was in Deutschland oder der Schweiz so gar nicht möglich wäre).

    In den USA ist die Werbung zwar aggressiv, aber auf der anderen Seite ist manches auch verbraucherfreundlich. Man kann in den meisten Läden das Gekaufte einfach wieder zurückbringen, oft sogar innerhalb von 180 Tagen (normalerweise in der Originalverpackung).

    Wir haben beispielsweise ein Gerät in Greenwich (CT) gekauft ($110), und dann am selben Tag ein besseres und billigeres desselben Herstellers bei Macy’s in Stamford (CT) gesehen ($40). Haben wir auch gleich gekauft und am nächsten Tag das teurere zurückgebracht. Sie haben nicht einmal nach dem Grund der Rückgabe gefragt.

  10. Frank

    Ich kanns dir sagen, Thilo: in den USA gilt Telefonwerbung nicht als unlauterer Wettbewerb, ist also erlaubt, selbst wenn kein Referenzkontakt besteht.

  11. virtual-cd

    Herr Baum,

    sie sprechen mir aus dem Herzen und aus der Seele. Die Werbung, das Marketinggeschrei – das ist alles psychische Umweltverschmutzung.

    Und – da geht es mir wie Ihnen, denke ich – am meisten ärgert es mich wegen der Dummheit. Ich weiß, diese intellektuelle Eitelkeit meinerseits ist auch eine Charakterschwäche, aber die habe ich nun mal. Und bei jeder Werbe- und PR-Botschaft denke ich reflexhaft: Ihr glaub wirklich, dass ich so blöde bin, darauf herein zu fallen?

    Mich stört Werbung, wenn ich ehrlich bin, vor allem deshalb. Ich als Adressat empfinde es als Beleidigung meines Intellekts.

    Und auch etwas anderes ist schön beobachtet: Der Trash in den Produkten, der fabrikneue Müll. Zeug, dass man sofort, noch vor dem ersten Gebrauch, in die Tonne treten kann.
    Aber: Hier hilft nur eines. Ganz persönliche Konsequenz. Lieber weniger kaufen – dass aber mit Qualität. Das gilt für alles. Für Lebensmittel, Dienstleistungen wie Handwerker, Freizeitaktivitäten. (Vielleicht gilt das auch für soziale Kontakte und Freundschaften: Lieber weniger, aber dafür gehaltvoll.) Das hilft schon einmal für die persönlichen Orientierung und macht das Leben einfacher und schöner.

    Ansonsten habe ich mir inzwischen angewöhnt, mir bei jedem Impuls, mir etwas beschaffen zu wollen, die Frage zu stellen: Will ich das wirklich? (Ganz leise, ganz unaufdringlich).
    Es ist erstaunlich, wie oft die Antwort „nein“ lautet, die aus dem Inneren aufsteigt. Und wenn die Antwort „ja“ lautet, dann ist es meist etwas, was wirklich Freude bereitet – über eine lange Zeit.

  12. Cujau

    Werbung sei Quatsch, wenn das Angebot die Nachfrage übersteigt? Umgekehrt! Werbung soll das eigene Produkt von anderen abgrenzen und die Aufmerksamkeit somit auf das eigene Produkt lenken.
    Werbung hatte in der DDR wenig Sinn, weil es nichts zu bewerben gab, da es keinen Markt gab, sondern den Mangel – Autos bestellen und 20 Jahre darauf warten, dass es ankommt, japanische Videorekorder waren nach einer Stunde ausverkauft. Wozu dafür werben bzw. wie, wenn es sie nicht mehr gab?
    Werbung funktioniert für Marketingstrategen also nur unter Marktgesichtspunkten nicht als Informationsveranstaltung für Erfindungen, wie Du das gern hättest. Wobei es Ausnahmen gibt: Red Bull, Zeitungs- und Zeitschriftenbewerbung, wenn sie neu auf den Makt kommen (Vanity Fair, Focus etc.).
    Übrigens: DSL für die Prignitz gibt es: Ich sag jetzt nicht von wem; könnte glatt als Werbung durchgehen. HAH

    Andere Vorschläge für Werbung: für Dinge, die es nicht mehr gibt. DDR-Autos, die Concorde, Musikkassetten, Videorekorder, Kabeltelefone, verbleites Benzin

  13. Dieter Petereit

    Werter Herr Baum.

    Ich mag Ihren Blog und lese regelmäßig mit. Diesem Beitrag hier kann ich zwar Sympathie entgegenbringen, frage mich aber nach Ihrer eigenen Glaubwürdigkeit, wenn ich in Ihrem Profil lese:

    Er schult Journalisten und PR-Leute und hilft Unternehmen in Seminaren und Workshops, ihre Kommunikation zu optimieren.

    Und kommen Sie mir nicht mit dem billigen Argument, PR wäre ja keine Werbung…

    Gruß
    D. Petereit

  14. Dieter Petereit

    Auch schön in diesem Zusammenhang ist dieses Seminar:

    „Ich will in die Presse!“: Wie ticken Journalisten, was wollen sie, wie kriegt man sie? Dieses Seminar vermittelt Ihnen das Werkzeug, mit dem Sie Medien für Ihre Interessen gewinnen.

  15. Jochen Hoff

    Mir fällt noch ein wichtiger Punkt ein:

    Je mehr Werbung für ein Produkt gemacht wird, desto schlechter und unnützer ist es.

    Ich benutze die Werbung die den Weg bis zu mir findet als Indikator für mieses Zeug. Meine Kinder fangen schon an es mir nachzumachen und erzählen es ihren Freunden.

    Allerdings gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen Werbung und nützlicher Produktinformation.

    Dinge die ich benutze entwickeln sich weiter. Zum Beispiel mein Blutzuckermeßgerät. Da will ich die Information. Ich will sie auch über die Brillengläser mit dem größeren Bildausschnitt und über den neuen 23 Zoll Screen.

    Es gibt gute Dinge die produziert werden und Trash. Ich brauche nicht die fünhundertste Werbung für Fernsehreparatur, aber einen erstklassigen Tischler würde ich gerne finden.

    Da liegt das Dilemma. Gute Produkte brauchen Werbung um auf sich aufmerksam zu machen. Das schlechte Produkte das gleiche tun, ist klar.

    Wenn wir aber konsequent schlechte Produkte nicht kaufen, geht denen irgendwann das Geld für diese Werbung aus.

    Es ist also unser Handeln, das letztendlich bestimmt, was produziert wird. Auch wenn es ein langer Weg ist.

  16. lm

    Dass ausgerechnet in Arbeitersiedlungen Werbung bereitwilliger akzeptiert wird, könnte mit den Sonderangeboten der Discounter zu tun haben. Hier hat Werbung (in ihrer hässlichsten Form, Typographie und Farbgebung sind einfach grauenhaft) noch einen Gebrauchswert.
    Mich selbst ärgert mittlerweile fast noch mehr diese Mimikry an das Schöne, Gute, Wahre, also die gehobene Tonlage, in der Werbung sich dem Bürger (im weitesten Sinne) anbequemt.

  17. Mark

    Gerade im Internet kann man diesem Problem doch wunderbar ausweichen. Adblocker und was gegen Flash installieren und gut is. Ich wünschte die selben Sachen könnte man an der Klingel oder im Telefon installieren…

  18. Lauti

    Junge, hast du eigentlich ne Ahnung, wie teuer dein Spiegel ohne Werbung wäre? Wie kann man so aggro sein?

    Werbung manipuliert nicht, sie hilft beim Verkaufen. Und darauf beruht nun mal dieses schicke System, das dir dein Blog ermöglicht. Luftpumpe!

  19. Thilo

    Sorry, dass es mit dem Reinstellen ein wenig gedauert hat. Kam ein paar Tage nicht ran.

    @ Lauti: Empfinde mich eigentlich weniger als aggro als vielmehr als defensi. Aggro finde ich den Werbekram, der so auf einen einstürmt.

    @ Dieter Petereit: In meinen Seminaren versuche ich stark zwischen PR und Werbung zu differenzieren. Wenn es zum Beispiel darum geht, wie man in die Presse kommt, gibt es im Seminarraum immer wieder lange Gesichter, wenn Produktmanager und PR-Leute eben erkennen, dass Redaktionen sich eben *nicht* für Werbung interessieren, sondern für Storys. Wenn eine Werbebotschaft einen Nachrichtenwert hat (was ja durchaus mal vorkommt), kann man das auch knackig formulieren, so dass die Presse das gerne an die Leserinnen und Leser weitergibt. Hat eine Werbebotschaft aber eben keinen Nachrichtenwert (Tag der offenen Tür im Autohaus mit Gulaschkanone) brauchen sich PR-Arbeiter nicht wundern, wenn die Redaktionen sie an die Anzeigenabteilung verweisen. Viele wissen das nicht und denken, es sei von öffentlichem Interesse, wenn in ihrem Garten ein Gartenzwerg umfällt.

  20. Thilo

    @ Lauti 2: Nein, ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie teuer der Spiegel ohne Werbung wäre. Falls du Genaueres weißt, fände ich das spannend.

  21. Thilo

    @ Alexandra: In China? Ist bestimmt vegetarische Hundehax‘n. :-)

  22. nommh

    Meistens mag ich auch keine Werbung. Ich höre am liebsten BBC4, da gibt es keine.

    TelephonwerberInnen (die armen Seelen, die da für ‚n Appel und ‚n Ei einem Callcenter ihre Seele verkauft haben, dauern mich zwar im Allgemeinen, aber im Besonderen und an meinem Ohr, ist es schon eine andere Sache) weise ich darauf hin, dass sie mit mir ihre Zeit verschwenden.

    Es kann auch gar keine Rede davon sein, dass Werbung dabei hilft, Bedarfe zu decken, sie will sie vielmehr erst wecken.

    Andererseits… Andererseits eint moderne westliche Gesellschaften wohl nichts so sehr wie der Konsumglaube. Und da gibt es kein richtiges Leben im falschen. Da können wir uns auf ein ästhetisch korrektes Podest stellen und die Vorzüge obskurer, nie beworbener Rohmilch-Käsesorten in die Welt krähen, die so viel besser schmecken, als Käse von lachenden Kühen oder Yoghurt von landliebevoll rührenden Bäuerinnen. Man hat sich doch über Konsum definiert.

    Und überhaupt Rohmilch-Käse. Das ist was für Leute, die sich weder weiße Stretch-Limousinen, noch Yachten mit Hubschrauberlandeplatz leisten können. Ist ja auch irgendwie vulgär oder? Aber fein differenzieren kann man – und wie. Dann tauscht man sich angelegentlich über Konsum-Geheimnisse aus und klingt doch wie das Mxxxx-Kochstudio, auch wenn das Gespräch von Tomaten aus dem eigenen Garten handelt.

    Einfach nur die Werbung zu verteufeln könnte da etwas zu kurz greifen.

  23. Daniel

    Hey,
    Daumen hoch für diesen Eintrag! Lebst du eigentlich schon? oder Möchtest du nicht doch die ultimative Dings-Versicherung?

    Unnötiger als Werbung im Radio finde ich persönlich Werbung im Fernsehn. Aber ich muss dir voll und ganz zu stimmen, eigentlich braucht auch keiner das Fernsehn um die Werbung herum.
    Zur (auch animierten) Werbung kann ich dir übrigens nur das Adblock und das dazu passende Filterset.G
    empfehlen! Lässt quasi jede Werbung verschwinden. Vorrausgetzt, man benutzt Firefox.

  24. Lo

    Zuerst einmal mein aufrichtiges Kompliment für diese Zeilen, die ausgeschnitten und eingerahmt werden sollten.
    Ich fand irgendwo einmal den Begriff „mediale Verwahrlosung“. Irgendwie gehört der ganze Werbeunsinn mit in diese Kategorie.
    Darf ich bei passender Gelegenheit auf Deinen Artikel verlinken?
    Quasi „Werbung machen“? ;-)
    Lo

  25. Thilo

    Danke und aber natürlich, sehr gerne! :-)

  26. Katja

    Hallo Thilo,

    bin gerade über diesen Artikel und dein Blog gestolpert … und bei genauerem Hinsehen, kamst Du mir doch ziemlich bekannt vor. Bin gespannt, ob Du Dich noch an unseren Kurzkontakt erinnerst … Keine Hinweise, keine Tips!

    Sonst wünsche ich Dir viel Erfolg und alles Gute!

  27. Gnaur

    Das ist wirklich ein sehr lesenswerter Artikel, und auch die Diskussion ist spannend.

    Zwei Dinge fielen mir spontan zum Thema ein.

    - Die Leute, die einen am Schalter, an der Kasse, am Telefon und sonstwo fragen, ob man nicht noch Produkt X benötige, man sollte ihnen antworten mit „Nein danke, aber haben Sie vielleicht interesse an formschönen Uhren / günstigen Einkaufsmöglichkeiten / “ oder, dem one-size-fits-all-Einfall: „…einer Haftpflichtversicherung für ihre Vermittlungstätigkeit, die im Falle von Falschinformationen die Rechtsfolgen abfedert? Überlegen Sie mal, ihr Arbeitgeber wird jede Klage abschmettern, und am Ende wird es bei Ihnen hängen bleiben […] meine Telefonnummer haben Sie ja schon, rufen Sie doch einfach noch mal an / geben Sie mir doch einfach mal ihre Adresse…“

    (Ja, ich gebe zu, das ist unfair; schließlich rechtfertigt das eine Unrecht noch lange kein anderes. Andererseits könnte man zumindest seinen Psychohaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen, wenn man diese Dreistigkeit nicht immer lieb lächelnd schluckt. Ich sage ja nicht, dass man den armen Angestellten runtermachen soll. Ein bißchen Nicht-so-ernst-nehmen ist vielleicht schon ausreichend.)

    - Ihre Idee, dass man den Werbeprozess umkehren müsste, also dass, wenn der eine keine Werbung mehr machte, der andere auch darauf verzichten könnte und schließlich der Spiegel dünner, Papiermüll vermieden und ihre Alltagsästhetik (schönes Wort, trifft den Punkt) unverschandelt bliebe, ist prinzipiell zwar richtig. Leider liegt das Problem ja gerade in einer Eskalation der Werbung, in einem Werbe-Wettbewerb, in dem man die anderen ständig ausstechen muss, sei es durch lauteres Schreien oder durch die Erschließung neuer Werbewege.

    Dem Problem ist aber auch schwierig beizukommen, beispielsweise laufen die Gesetze dem Einfallsreichtum und der Dreistigkeit der Werber oft hinterher, ebenso fruchten Aufrufe zur allgemeinen Ignoranz gegenüber Werbung wenig bis gar nicht. Vor allem aber wäre so etwas ein allgemeiner Moralkodex der Werbeindustrie eine ziemlich utopische Idee, denn „die Werbeindustrie“ ist, falls überhaupt als solche vorhanden, viel zu heterogen, als dass es eine gemeinsame Linie geben könnte. (Man könnte auch sagen, die Anreize zum Ausbrechen sind zu hoch).

    Obwohl alle diese Wege ziemlich hoffnungslos erscheinen, finde ich trotzdem, dass man sie alle – zusammen – gehen oder zumindest immer wieder versuchen muss, schlicht: es gibt nämlich keine anderen. Letztlich sind es die Kunden, die über die Annahme oder Ablehnung von Werbung entscheiden. Also muss man sie sensibilisieren und aufklären. Wie, das ist ein Thema, mit dem man Bände füllen oder Politiker beglücken könnte. Ein ehrlicher Weg sind definitiv Artikel wie der Ihre.

  28. Max

    Klar, ich brauch auch keine Werbung, ich brauch aber auch keine Boulevard-Journalisten, keine PR-Meldungen, keine Seminar-Management-Quatscher und keine populistischen Blogger, die dem Mob nach der Nase schreiben um nach Links und Comments zu fischen…

    (aber ich gestehe, zu diesem Kommentar wurde ich erfolgreich provoziert)

  29. InaMS

    Habe den Weg über Reto Stauss hierher gefunden und muß sagen mit diesem Artikel schreiben Sie mir aus der Seele. Vielen Dank.

  30. ANDREA WEHREN

    DER GEDULDIGE ZUHÖRER IST DER GEBURTSHELFER MEINER GEDANKEN

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