Schluss mit der Pseudo-Expertise!

 

Komplizierte Wörter und Sätze zu verwenden, ist schon lange kein Zeichen für Expertise mehr. In Zeiten, in denen jeder mit seinen Inhalten beliebig viele Menschen erreichen kann, ist Klartext gefragt. Und trotzdem halten sich die Vertreter der früher üblichen Wortgewalt hartnäckig und belästigen die Menschen nach wie vor mit aufgeblasenem Sprachbombast mit wissenschaftlicher Anmutung, der inhaltliche Defizite oft nur schlecht versteckt. Bezeichnenderweise hält sich der Schwulst besonders in der Weiterbildungsbranche – obwohl es vor allem dort darum gehen sollte, Wissen effektiv und deshalb verständlich zu vermitteln. Thilo Baum blickt in einige Zeitschriftenbeiträge der Branche und bekommt das kalte Grausen. Und ruft dazu auf, mit der Pseudo-Expertise Schluss zu machen: Nur wer sich normal ausdrückt, bekommt auf Dauer Gehör.

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3 Kommentare zu „Schluss mit der Pseudo-Expertise!“

  1. Mirko Schneider

    Moin Herr Baum,

    sauber! ;-)

    Sport frei!
    Mirko Schneider

  2. Petra Spiekermann

    Schöner Podcast, der es auf den Punkt bringt. Auch mich töten Beiträge über „konstruktivistische Interventionen“ oder „organisationales Beschaffungsverhalten“. Dabei kommen die Beiträge doch von Top-Experten, die Wissen vermitteln wollen…
    Hier auch noch eine Stilblüte aus einer der führenden Fachzeitschriften:

    Liebe Grüße aus Köln

    Petra Spiekermann
    **************************
    Optimierung durch partizipativen Ansatz des HRM

    Der Einsatz von Internet- beziehungsweise Intranetlösungen verändert die Aufgaben der Personalabteilungen in quantitativer und qualitativer Hinsicht. Durch die Erweiterung von HR-Standardsoftwarelösungen um den Zugriff per Internetapplikation hat sich eine integrative Technologiekonzeption entwickelt, welche eine partielle Verlagerung von Personalaufgaben an die internen Kunden (Mitarbeiter und Manager) ermöglicht. Die Implementierung von Self-Service-Systemen und Mitarbeiterportalen als interaktive Kommunikationsplattformen zur Optimierung interner Geschäftsprozesse setzt einen partizipativen Ansatz des Human Resources Managements voraus. Unter dem Gesichtspunkt der Aufgabenteilung kann nicht mehr von einer dualen Trägerschaft personalwirtschaftlicher Aktivitäten zwischen HR- und Linienmanagern gesprochen werden. Vielmehr muss das Konzept um die Integration der Mitarbeitenden zu einer trilateralen Trägerschaft sowie um die HRM-Services, die elektronisch oder in der Form eines Service Centers zu erbringen sind, erweitert werden.

  3. Thilo

    Oh ja. Irre. Bei solchen Texten frage ich mich: Was bringt so eine Personalarbeit, wenn am Ende keiner mehr da arbeiten will, weil es nur noch Worthülsen hagelt?

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