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Peter Turi schreibt, es sei eine „steile These von rechts“, wenn jemand sagt, auch die politisch Korrekten seien Hater. Das ist natürlich keine steile These von rechts. Sondern die Tendenz unserer Medien nach links bis hin zum Linkspopulismus ist ein Hauptgrund dafür, dass den Medien Leser und Zuschauer davonlaufen. Linke und Linksradikale erkennen das nur nicht so gut, weil sie sich entweder selbst in der Mitte verorten oder den Blick der Mitte absichtsvoll ignorieren.

Es gibt durchaus auch Menschen in der Mitte, die die politische Korrektheit und ihre hasserfüllten Ausprägungen nicht mehr ertragen. Man muss dazu gar kein Rechter sein. Eher wirkt Turis Behauptung auf mich wie eine steile These von links oder sogar links außen.

Im Folgenden nun die Langversion mit einer längeren Argumentation meines Kommentars bei turi2.de von 12.18 Uhr, den Peter Turi bis 16.35 Uhr nicht freigeschaltet hat, obwohl darin nichts Falsches, Rechtswidriges oder politisch Extremes steht und obwohl Turi bis dahin selbst noch einmal kommentiert hat.

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Es gibt in den heutigen Medien zahlreiche Belege dafür, dass „Hate-Speech“ nicht nur von rechts kommt. Augenfällig – und im Grunde in der Branche bekannt – sind folgende Beispiele:

1. Wie sehr heutiger Journalismus politisch korrekt indoktriniert ist, zeigte sich am 26. Januar 2017 bei „Markus Lanz“. Wir sahen zwei Vergleichsfotos mit dem Publikumsandrang bei den Amtseinführungen von Barack Obama und Donald Trump. Der naive Betrachter hatte den Eindruck, zur Amtseinführung Trumps seien massiv weniger Menschen gekommen als zu Obamas Amtseinführung. Einmal völlig abgesehen von der Frage, was die Zahl der Besucher beim Geschehen selbst tatsächlich aussagen soll, bedurfte es der Aussage Ranga Yogeshwars, wonach beide Fotos zu unterschiedlichen Uhrzeiten aufgenommen worden waren, dass das Wetter anders war und dass die Fotos daher nicht vergleichbar seien. Das Foto vom Geschehen bei der Trump-Vereidigung „war zu früh, um es sauber zu vergleichen“, erklärte Yogeshwar.

Zuvor hatte Markus Lanz von „ganz offenkundigen Lügen“ Trumps gesprochen. Doch selbst wenn Trump lügt: Wen wundert es, dass man diese Lügen-Bezichtigung als „Hate-Speech“ deutet vor dem Hintergrund, dass Markus Lanz selbst das Publikum zu einer Fehleinschätzung verleitet mit nicht vergleichbaren Fotos? Warum darf Lanz das Publikum an der Nase herumführen, Trump aber nicht?

2. Insgesamt ist es schwer, sich über US-Präsident Donald Trump eine fundierte Meinung zu bilden. Anhand der deutschen Berichterstattung gelingt das kaum. Dafür sind die Texte zu polemisch, zu tendenziös und – genau – zu hasserfüllt. Es geht also auch hier um „Hate-Speech“ von links. Ob wir Trump mögen oder nicht, spielt dabei gar keine Rolle: Die Leute vermissen einfach das klassische journalistische Handwerk mitsamt seiner Ausgewogenheit.

Der „Spiegel“- Titel mit Donald Trump als Komet, der auf die Erde zurast („Der Spiegel“, Nr. 46/2016), war eine solche negative Tendenz; auch Trump als Henker, der der Freiheitsstatue in IS-Manier den Kopf abgeschlagen hat („Der Spiegel“, Nr. 6/2017) – wenngleich all das sicher zulässige Zuspitzung ist. Schauen wir aber, wie der „Spiegel“ Barack Obama inszeniert hat, stellen wir fest: Er hat ihn im Jahr 2008 in seinen Titelgeschichten gefeiert wie einen Messias („Der Spiegel“, Nr. 30/2008 und Nr. 46/2008). Es ist klar, dass Leser hier Einseitigkeit (und Hass?) vonseiten der Linken beklagen.

3. Wenn Josef Joffe von „Mord im Weißen Haus“ fabuliert, dann lässt sich das vielleicht als Polemik verstehen, aber ebenso gut nun einmal auch als „Hate-Speech“. So geschehen im ARD-„Presseclub“ am 22. Januar 2017. Das Thema lautete: „Trump im Amt – können wir uns auf Amerika noch verlassen?“ Der Anruf einer Zuschauerin wird eingespielt, die fragt, ob es noch einen „Ausweg aus der Trump-Katastrophe“ gebe. Nach einigen rechtlichen Ausführungen der Juristin und Publizistin Constanze Stelzenmüller sagt „Zeit“-Herausgeber Joffe, der während Constanze Stelzenmüllers Worten genug Zeit zum Nachdenken hatte, ruhig: „Mord im Weißen Haus zum Beispiel.“

4. Dann: Deniz Yücel, derzeit im Polizeigewahrsam in der Türkei, wünschte Thilo Sarrazin in der „taz“ sinngemäß, der nächste Schlaganfall möge seine Arbeit besser verrichten (wobei Sarrazin keinen Schlaganfall hatte, was hier aber nicht der Punkt ist). Das ist „Hate-Speech“ von links. Quelle:

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/die-taz-muss-20-000-euro-an-thilo-sarrazin-zahlen-a-916975.html

5. Deniz Yücel schreibt zudem in der „taz“ über die Deutschen: „Der baldige Abgang der Deutschen aber ist Völkersterben von seiner schönsten Seite.“ Auch das ist „Hate-Speech“ von links; hier gegen ein ganzes Volk und eine ganze Kultur, gegen eine ganze Menge Menschen, die ich kenne, gegen zahllose nette Leute in Hessen, Hamburg, Bayern und Berlin und letztlich auch gegen mich selbst, der ich nun einmal allein einen deutschen Pass habe – anders als Yücel, der mit zwei Pässen gerade den Freiheitsbegriff und die Justiz des Rechtsstaats Türkei erleben darf. Es ist ein Hassangriff, der – zielte die Hasstirade auf ein anderes Volk und nicht unbedingt auf die Deutschen – einigen Ärger für Yücel nach seiner Rückkehr nach Deutschland bedeuten dürfte. Yücels Hassgesang auf die Deutschen ist einige Jahre alt, aber nach wie vor online, weil er offenbar niemanden stört. Quelle:

http://www.taz.de/!5114887/

Trotz dieser Verachtung für Deutschland setzt sich die Bundesregierung für Yücels Freilassung ein – gemäß dem Voltaire zugeschriebenen Prinzip: „Ich bin nicht eurer Meinung, aber ich werde darum kämpfen, dass ihr sie sagen könnt“. Und das ist auch völlig richtig. Selbst wenn Deniz Yücel ein linksradikaler und antiliberaler Deutschlandhasser sein sollte, dürfen und sollen die Verfechter des freien Denkens für ihn kämpfen. Das unterscheidet das Freiheitsdenken eben vom Fanatismus. Der Hass, von dem hier ständig die Rede ist („Hate-Speech“, „Hater“), ist eher den Links- und Rechtsradikalen eigen als der freundlicheren liberalen Mitte, ebenso wie die mit dem Hass oft einhergehende Verachtung.

6. Mely Kiyak, mit Yücel Protagonistin bei der „Hate Poetry“, schreibt 2012 über Sarrazin die bekannte verachtende Passage über die „Menschenkarikatur“. Quelle:

http://www.bild.de/politik/inland/thilo-sarrazin/diese-journalistin-muss-sich-bei-sarrazin-entschuldigen-24344024.bild.html

Auch das ist „Hate-Speech“ von links.

Doch „Hate-Speech“ von links ist nicht nur der „taz“ vorbehalten:

7. Hatice Ince, die bei „Spiegel online“ für die Junggebliebenen-Sparte „Bento“ schreibt, postete bei Facebook über den Tod Udo Ulfkottes (Fehler im Original): „@JuliaRehkopf: ‘#udoulfkotte ist tot.’ Darauf ein Schnaps!“ Die Radio-Bremen-Mitarbeiterin Julia Rehkopf klickte auf „Like“. Beide haben dazu Stellung genommen; Julia Rehkopf tut das Ganze glaubwürdig leid. Hatice Ince hat unter anderem recht schnoddrig geschrieben: „Inzwischen haben sich nur Trump und der Papst nicht dazu geäußert. Bevor dies passiert entschuldige ich mich für meine Ausdrucksweise. Ich werde definitiv in Zukunft besser darauf achten, was ich im Suff twittere oder es ganz sein lassen.“ Quelle:

https://hatinjuce.wordpress.com

Ole Reißmann von „Bento“ erklärt dazu: „Hatice Ince war und ist keine Spiegel-Mitarbeiterin. Sie ist freie Journalistin. Die Redaktion von bento hat von ihr mehrere Beiträge angenommen, zuletzt im September 2016. Mit Blick auf den von Ihnen genannten Tweet zum Hashtag #Ulfkotte haben wir uns am Wochenende trotzdem sowohl auf Twitter als auch auf Facebook distanziert.“

Radio-Bremen-Intendant Jan Metzger schreibt dazu: „Ich möchte Ihnen zunächst versichern, dass Radio Bremen über die Äußerungen von Frau Ince und Frau Rehkopf ebenso irritiert ist, wie viele andere auch, und sich deutlich davon distanziert. Auch wenn beide diesen Tweet und ein Like privat abgesetzt haben, wird hier eine Haltung geäußert, die wir für unser Haus wie auch für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk insgesamt zurückweisen. Beiden ist inzwischen bewusst, dass sie die Grenzen des gegenseitigen Respekts und Anstands überschritten und verletzt haben. Frau Ince und Frau Rehkopf haben für ihre Reaktionen um Entschuldigung gebeten. Dies kann den Vorgang allerdings nicht ungeschehen machen. Mit beiden wird deshalb intensiv gesprochen.“

Auch hier: Wir müssen Ulfkotte nicht mögen, ebenso wenig wie Trump oder Sarrazin. Ich selbst betrachte alle drei sicher mit einer vergleichbaren Skepsis wie mancher Linke.

Dass jedenfalls einige linke Journalisten zu „Hate-Speech“ neigen und man insofern durchaus von „Hatern“ aus der politisch korrekten Ecke sprechen kann, scheint ganz offenbar kein unbekanntes Phänomen zu sein.

Mir ist völlig schleierhaft, weshalb jemand rechts stehen soll, wenn er das feststellt und eventuell kritisiert. Mit links und rechts hat diese Erkenntnis in meinen Augen nichts zu tun. Das Phänomen des linken Hatings ist unabhängig von jeder politischen Meinung Realität; es geht nur um die Frage, ob man es sehen will.

Quelle zu den Zitaten von „Bento“ und Radio Bremen: Baum/Eckert: „Sind die Medien noch zu retten? Das Handwerk der öffentlichen Kommunikation“, Midas, Zürich 2017, Seite 294.

8. Zahlreiche Journalisten, beispielsweise Jan Fleischhauer, nivellieren die Vielfalt von Medienkritikern und stellen Medienkritik undifferenziert als Äußerungen von Verschwörungstheoretikern dar. Fleischhauers Logik ist simpel: Um zu verstehen, „wie eine Öffentlichkeit aussieht, in der die Bürger ihr Wissen aus Quellen beziehen, für die es keinen Presserat und kein Gegendarstellungsrecht mehr gibt“, müsse man „nur nach Dresden, Bonn oder Berlin schauen, wo jeden Montag Menschen ihrem Ärger Luft machen, die bei der Suche nach Informationen statt der von ihnen geschmähten ‘Mainstreampresse’ vorzugsweise Stellen im Netz vertrauen, die keinem etablierten Medium mehr zuzuordnen sind“. Damit impliziert Fleischhauer nicht nur, „Pegida“ & Co. seien Spinner. Sondern er impliziert auch, wer den klassischen Medien nicht mehr traue und sich stattdessen im Netz informiere, sei wie „Pegida“ – und das ist eine populistische Vereinfachung, die den wahren Motiven vieler Menschen nicht gerecht wird. Quelle:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/jan-fleischhauer-ueber-die-demonstrationskultur-von-pegida-a-1010093.html

9. Wenn Medien Kommentatoren pauschal als „Verlierer“, „strukturell Benachteiligte“ oder „Abgehängte“ bezeichnen, dann ist das „Hate-Speech“ von links, geprägt von politischer Korrektheit, die in ihrer Gleichmacherei schon fast totalitär ist. Und es ist klar, dass sich die Menschen das auf Dauer nicht gefallen lassen. Nur beispielhaft dies zur Inspiration:

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article159839255/Es-reicht-Bekenntnisse-eines-angeblich-Abgehaengten.html

http://www.focus.de/politik/videos/deutschland-umfrage-zeigt-afd-ist-nicht-partei-der-abgehaengten-denn-die-waehlen-ganz-anders_id_6277346.html

10. Inwiefern sind viele Journalisten links? Dazu werfen wir einfach einen Blick auf die Seite von „Correctiv.org“, wo es heißt:

„Correctiv.org recherchiert zu den Bedrohungen und Herausforderungen unserer Gesellschaft, zu Machtmissbrauch und Korruption in Politik, Wirtschaft, Sport und Kultur, zu Themen wie Umwelt, Bildung, Gesundheit und sozialer Gerechtigkeit oder Rechtsradikalismus und Islamismus.“ Quelle:

https://correctiv.org/correctiv/

Seltsam – der Linksradikalismus fehlt. Warum nur?

Sicher: Viele Kommentare von rechts sind „Hate-Speech“, ohne Frage. Es gibt diese Fälle, und es ist richtig, dagegen vorzugehen. Aber wer die tatsächlichen Fälle von „Hate-Speech“ einfach nur dankbar nutzt, um auch gleich den berechtigten Rest der Medienkritik kleinzureden, handelt nicht nur oberflächlich, sondern auch selbst vereinfachend und populistisch. Wer angesichts der vielen Hasskommentare von rechts behauptet, es gebe keine von links, betreibt Augenwischerei und damit keinen seriösen Journalismus. Diese Strategie schadet als sachlich falsche Verkürzung zudem dem Ruf unseres Berufes nur noch mehr. Gehört zum journalistischen Handwerk nicht die Fähigkeit zur Differenzierung?

Der Punkt ist ja eben: Die Gesellschaft spaltet sich, die Ränder radikalisieren sich, und das nicht nur auf der rechten Seite, sondern auch links. Beide Extreme sind antiliberal und neigen zum totalitären Denken in Gestalt der Gleichmacherei und des Schwarz-Weiß-Denkens. Der Großteil unserer Medien agiert hier durchaus eher weiter links von der Mitte als in der Mitte. Und eine Publizistik der Mitte – das vermissen die Menschen. Man will nicht nur die Wahl haben zwischen linksradikal und rechtsradikal.

Inwiefern also „fischt“ der „Cicero“ am rechten Rand? Wie breit soll der rechte Rand denn sein? Umfasst der rechte Rand inzwischen auch die bürgerliche Mitte?

Ich glaube, Peter Turi unterliegt hier dem Blick durch eine linke Brille, durch die die bürgerliche Mitte rechts erscheint. Es ist wie bei dem Autofahrer auf der Autobahn, der im Radio von einem Geisterfahrer hört, selbst aber Hunderte sieht.

Was mich außerdem enorm wundert: Manche Medienleute gehen mit ihren Kunden auf eine Weise um, die sie in anderen Unternehmen den Job kosten würde. Aber das mag der Wirtschaftsferne zahlreicher Journalisten geschuldet sein und hat mit Politik nur insofern zu tun, als linksradikales Denken traditionell wenig unternehmerisch ist.

Anyway.

Ich denke: Der „Cicero“ fischt nicht am rechten Rand. Er rückt hier lediglich eine Sicht gerade. Dem „Cicero“ oder auch dem Medienwissenschaftler Norbert Bolz vorzuwerfen, sie siedelten sich in dem Sinne selbst am rechten Rand an, ist Schwarz-Weiß-Denken. Andersherum wird ein Schuh daraus: Peter Turis Bemerkung, der „Cicero“ fische am rechten Rand, ist eine steile These von links, die den Blick auf die Mitte vergessen zu haben scheint. Ist Peter Turi möglicherweise selbst eher auf dem linken Auge blind?

Eher fischt Turi am linken Rand, und das ist strategisch klug von ihm, weil sich am linken Rand jede Menge Journalisten tummeln. So könnte man das als Vertreter der liberalen Mitte nämlich auch sehen, der sich weder von rechts noch von links sagen lassen will, was er zu denken und zu sagen hat. Ich will weder Rechts- noch Linksextremismus. Ich will weder unter Nazis noch unter Kommunisten leben noch unter einer anderen Form von Totalitarismus. Die politische Korrektheit in ihrem heutigen Ausmaß ist aber leider ein deutliches Zeichen dafür, dass Linksextreme die Macht an sich reißen wollen, auch wenn sie sich nicht so nennen. Zahlreiche Journalisten helfen dabei mit und betätigen sich insofern eher ideologisch als journalistisch.

Ein Leser kommentiert:

Schwennicke schreibt: „Den etablierten Medien fehle ‘der Geist der Liberalität’, sie gäben zu oft dem Impuls nach, ‘denjenigen, der eine andere Meinung hat, zu maßregeln oder zu bestrafen’.“ Und was macht turi2? Schwennicke maßregeln. Sehr komisch.

Genau das stimmt: Peter Turi verfällt selbst in den pawlowschen Reflex des politisch korrekten Menschen. Indem er reagiert, wie er reagiert, zeigt er am konkreten Fall, dass der „Cicero“ exakt richtig liegt mit seiner Sicht der Dinge.

Warum ist Peter Turis politische Korrektheit gefährlich? Weil maßloses Übertreiben zur Abstumpfung führt. Wenn mittlerweile schon die bürgerliche Mitte tendenziell rechtsextrem ist – welche Wörter haben wir dann noch für die wahren Rechtsextremen, die tatsächlich gefährlich sind?

Peter Turi begeht hier den gleichen Fehler wie viele andere Journalisten: Er geht nicht sachlich auf den Gedanken ein, es könne „Hate-Speech“ von links geben, sondern er reagiert ideologisch und verurteilt sofort jene, die diesen Gedanken anregen, als Leute, die „am rechten Rand fischen“. Als gäbe es nur Extreme. Natürlich ist es falsch, dass jemand automatisch rechts ist, der auf „Hate Speech“ von links hinweist. Wieso auch sollte dem so sein? Aufgrund welcher Logik?

Insofern: Mit ihrem politisch korrekten Verhalten schreiben sich Medien die Leser vom Leib. Indem zahlreiche Journalisten links bis linksradikal sind und politisch korrekt denken, erlaubt ihnen ihr Blick innerhalb ihrer Box nicht die Erkenntnis, dass sie sich schon lange nicht mehr in der politischen Mitte ansiedeln und der Journalismus genau deswegen den Bach runtergeht. Sachliche Berichterstattung finden wir kaum noch.

Was schlimmer ist: So tragen Journalisten zum Rechtsruck in der Gesellschaft bei. Genau indem politisch gemäßigte Menschen die Behauptung lesen, schon die einfachste Kritik an der politischen Korrektheit und der simple Hinweis auf linke Hater seien Anzeichen für „rechten Rand“, verabschieden sich diese Menschen nicht nur von den Medien, sondern rücken auch politisch möglicherweise tatsächlich nach rechts, weil sie den medialen Linksradikalismus für den gesellschaftlichen Durchschnitt halten. Und diesen Rechtsruck müssen wir verhindern, wenn wir weiter eine freie Presse wollen. Ebenso wie den weiteren Linksruck.

Mehr dazu im neuen Buch: „Sind die Medien noch zu retten? Das Handwerk der öffentlichen Kommunikation“ – coming soon als Paperback bei Midas (Zürich) und hier schon einmal als PDF.